DE19608421C1 - Behandlungsstück zum Zusetzen zu einer Metallschmelze sowie Verfahren zur Herstellung eines solchen Behandlungsstückes - Google Patents
Behandlungsstück zum Zusetzen zu einer Metallschmelze sowie Verfahren zur Herstellung eines solchen BehandlungsstückesInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Behandlungsstück zum Zusetzen zu einer Metallschmelze,
insbesondere einer Stahlschmelze, mit einem in Pulverform oder in körniger Form
vorliegenden Modifikator zur Behandlung der Metallschmelze, sowie ein Verfahren
zum Herstellen eines solchen Behandlungsstückes.
Es ist bekannt, daß Metallschmelzen zur gezielten Behandlung und Feineinstellung
Behandlungsstücke zugegeben werden. Bei den bekannten Behandlungsstücken
handelt es sich um sogenannte Preßlinge, die im wesentlichen vollständig aus dem
Modifikator bestehen. Bei dem Modifikator kann es sich je nach den gewünschten,
zu erzielenden Eigenschaften um alle Arten von Elementen, deren Legierungen oder
Verbindungen handeln, die grundsätzlich für die Modifizierung von Metallschmelzen
in Frage kommen. Die bekannten gepreßten Behandlungsstücke sind vergleichsweise
einfach und kostengünstig herzustellen. Üblicherweise werden diese Preßlinge auf
den Boden der Pfanne bzw. des Behandlungsgefäßes gebracht und dort bedarfs
weise mit metallischen oder nicht-metallischen Stoffen abgedeckt. Nach Übergießen
mit der Metallschmelze löst sich der Modifikator in der Metallschmelze auf, während
er gleichzeitig aufgrund des geringeren spezifischen Gewichtes in der Metallschmelze
einen Auftrieb erfährt.
Die bekannten Behandlungstücke haben den eingangs bereits erwähnten wesentli
chen Vorteil, daß sie je nach Bedarf und ohne weiteres in unterschiedlichen Zusam
mensetzungen zugegeben werden können. Der bei den bekannten gepreßten Be
handlungstücken bestehende Nachteil besteht allerdings darin, daß sie unmittelbar
mit der Metallschmelze reagieren, wenn sie mit dieser in Kontakt kommen. Dies kann
dazu führen, daß die in die Metallschmelze gegebenen Behandlungsstücke bereits
nach sehr kurzer Zeit aufgelöst sind, jedoch nur mit einem geringen Teil der Metall
schmelze reagiert haben, so daß ein Großteil der Metallschmelze mit dem Modifikator
nicht reagiert hat.
Aus der DE-OS 24 30 647 ist es bereits bekannt Behandlungsstücke zum Zusetzen
zu einer Metallschmelze dadurch herzustellen, daß zunächst ein Aluminiumrohr mit
einem Modifikator gefüllt wird. Anschließend werden die Wandungen des Rohres
zusammengepreßt und schließlich werden einzelne Kapseln von dem Rohr abge
schnitten. Bei den hierdurch hergestellten Behandlungsstücken ist es so, daß
zunächst die Ummantelung aufgeschmolzen werden muß, bis das Behandlungsmittel
mit der Schmelze reagiert.
Weiterhin ist es bekannt, zur Behandlung von Metallschmelzen Injektionsdraht ein
zusetzen (vgl. DE 41 03 197 C2). Bei bestimmten Arten von Injektionsdraht ist der
Modifikator von einer äußeren Hülle umgeben. In diesen Fällen liegt der Modifika
tor regelmäßig in Pulverform oder in körniger Form vor. Hierbei ist es nicht möglich,
den pulverförmigen Modifikator für sich über die Injektionsmaschine zuzuführen. Um
eine Zuführung über die Injektionsmaschine zu ermöglichen, ist der Modifikator in
eine aus Metall bestehende Hülle eingebracht. Diese Hülle dient an sich nur zum
Transport des Modifikators, wobei sie auch gewisse Festigkeitseigenschaften hat,
damit die Hülle beim Zuführen des Injektionsdrahtes über die Injektionsmaschine in
die Schmelze nicht beschädigt wird oder gar reißt.
Der Injektionsdraht wird vom Drahthersteller den Gießereien und Stahlwerken auf
Coils geliefert, auf denen regelmäßig ein kilometerlanger Draht aufgewickelt ist. Der
Injektionsdraht wird der Metallschmelze über die bereits erwähnte Injektionsma
schine zugeführt, über die die pro Zeiteinheit zugeführte Menge des Injektions
drahtes exakt gesteuert werden kann. Die Verwendung von Injektionsdraht hat sich
insbesondere in solchen Fällen bewährt, in denen regelmäßig Schmelzen mit einer
gleichbleibenden Zusammensetzung verarbeitet werden. Sofern die Schmelzen häu
fig wechselnde Zusammensetzungen haben und diese unterschiedlich behandelt
werden sollen, läßt sich dies bei Verwendung von Injektionsdraht dadurch realisieren,
daß mehrere Injektionsdrähte mit unterschiedlichen Modifikatoren gleichzeitig zuge
führt werden. Allerdings ist für jeden Modifikator ein bestimmter Injektionsdraht und
daraus resultierend ein entsprechendes Coil sowie eine Injektionsmaschine oder zu
mindest eine freie Spur in einer Injektionsmaschine erforderlich.
Aus der DE 37 35 150 A1 gehen Kohlebriketts zum Zusetzen zu einer Roheisen
schmelze hervor, wobei die Kohlebriketts mit einer endseitig geschlossenen Stahlum
mantelung versehen sind. Die ummantelten Kohlebriketts können auch Legierungs
zusätze wie Ferrosilizium enthalten. Dabei ist der Verschluß an den Enden derart aus
gebildet, daß er gasdurchlässig sein soll, damit beim Erhitzen der ummantelten Kohle
briketts Gase entweichen können. Trotz der Gasdurchlässigkeit sind die Enden aber
so verschlossen, daß die körnige Kohle nicht herausfallen kann. Außerdem ist die
Kohle mit einem Bindemittel, wie Teer oder Melasse, vermischt.
Aus der DE 29 33 133 A1 ist ein Zugabekörper für Metall, insbesondere Stahlschmel
zen, mit einer Ummantelung bekannt, wobei die Ummantelung als Blechgebinde aus
gebildet und evakuiert ist. Der Vorteil dieser Lösung besteht darin, daß das Zugabe
mittel, also der Modifikator, bindemittelfrei in dem Blechgebinde vorgesehen ist. Die
Verwendung von Bindemitteln wird dort ausdrücklich als nachteilig angesehen, da
durch die Bindemittel möglicherweise unerwünschte Stoffe in die Schmelze einge
bracht werden. Zum Verschluß des Blechgebindes ist ein Deckel vorgesehen, der un
ter Vakuum eingesetzt und am Rand verlötet wird.
Aus der DE 24 21 743 A1 geht ein umkleideter Kalziumkörper zur Verwendung unter
anderem zum Raffinieren von Eisen, Stahl und anderen Metallen hervor. Der Kalzi
umkörper weist eine Hülle als Ummantelung auf, die endseitig offen ist.
Die Erfindung geht nun einen neuen Weg. Erfindungsgemäß ist bei einem Behand
lungsstück der eingangs genannten Art vorgesehen, daß der Modifikator mit einer
rohrförmigen, zumindest an einem Ende offenen Ummantelung ummantelt ist und daß
auf das Behandlungsstück zumindest an dem offenen Ende eine Beschichtung aus
einem für die Metallschmelze im wesentlichen neutralen Mittel aufgebracht ist, so daß
ein Herausrieseln des Modifikators aus der Ummantelung verhindert wird. Erfin
dungsgemäß ist festgestellt worden, daß es für eine gleichmäßige Behandlung zur Er
zielung einer homogenen Metallschmelze erforderlich ist, daß der Modifikator unmit
telbar nach dem Übergießen mit der Metallschmelze reagiert. Wichtig ist aber, daß der
Modifikator sich nicht sofort vollständig in der Metallschmelze auflöst, sondern erst
allmählich. Zu diesem Zweck ist die äußere Ummantelung vorgesehen. Schmelztech
nisch sieht die Reaktion des Modifikators beim ummantelten Behandlungsstück dann
so aus, daß die Schmelze zunächst nur endseitig mit dem "offenliegenden" Modifika
tor reagiert, während der tiefer in der Ummantelung befindliche Teil des Modifikators
zunächst noch nicht reagiert. Gleichzeitig schmilzt von außen die Ummantelung.
Ein endseitig offenes Behandlungsstück als solches hat grundsätzlich den Nachteil,
daß der in Pulverform oder in körniger Form vorliegende Modifikator nach der Herstel
lung des Behandlungsstückes aus der Ummantelung leicht herausrieseln kann. Ge
rade bei der in Stahlwerken und Gießereien üblichen groben Handhabung kann es
vergleichsweise häufig vorkommen, daß die Behandlungsstücke vor ihrer Zugabe in
die Metallschmelze Stößen und Vibrationen ausgesetzt sind, was zu einem Herausrie
seln des Modifikators aus der Ummantelung führen bzw. dieses beschleunigen kann.
Nun ist es zwar möglich, die Enden der Behandlungsstücke vollständig zu ver
schließen, wie dies im zuvor genannten Stand der Technik vorgesehen ist. Dies kann
zum einen durch vollständiges Zusammendrücken der Enden erfolgen. Hier ergibt
sich jedoch der Nachteil, daß an den zusammengedrückten Stellen Behandlungsmittel
verlorengeht und daß außerdem eine sofortige Reaktion dieses Behandlungsstückes
mit der Schmelze nicht möglich ist, da die Ummantelung erst aufgeschmolzen werden
muß. Zum anderen könnte auch als separates Abdeckelement eine Art Deckel auf die
Enden aufgebracht werden. Dies ist jedoch mit einem enormen Aufwand und hohen
Kosten verbunden. Problematisch ist in diesem Falle aber auch, daß, bevor die Reak
tion mit der Schmelze beginnen kann, der Deckel erst aufgeschmolzen werden muß.
Die erfindungsgemäße Lösung sieht nun eine verfahrensmäßig einfache und darüber
hinaus kostengünstige Lösung zum Verschließen des endseitig offenen Behand
lungsstückes durch Aufbringen einer Beschichtung vor. Die Beschichtung verhin
dert dabei, daß der Modifikator aus der endseitig offenen Ummantelung herausrieselt.
Durch die richtige Wahl der Dicke der Ummantelung aber auch anderer Parameter
kann sichergestellt werden, daß das Behandlungsstück bzw. der Modifikator auf sei
nem Weg vom Pfannenboden zur Schmelzenoberfläche im wesentlichen über den ge
samten Weg mit der Schmelze reagieren. Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung
kann somit sichergestellt werden, daß die gesamte Metallcharge in der Pfanne die
gewünschten positiven Eigenschaften auch erhält.
Bei Versuchen ist festgestellt worden, daß die Ummantelung aus Stahl, Kupfer oder
Aluminium oder aber im wesentlichen aus dem Material der Stahlschmelze bestehen
sollte und daß die Dicke der Ummantelung zwischen 0,2 und 2 mm, vorzugsweise
0,4 mm betragen sollte. Bei einer derartigen Materialwahl und Dicke der Ummante
lung kann die gewünschte Verzögerung beim Reagieren bzw. Verlängerung der Re
aktionszeit des Modifikators mit der Metallschmelze ohne weiteres erreicht werden.
Grundsätzlich ist es möglich, auch die bekannten als Preßlinge ausgebildeten Be
handlungsstücke nachträglich mit einer Ummantelung zu versehen und so beispiels
weise linsen- oder kugelförmige Behandlungsstücke zu erhalten. Der konstruktive
Aufwand und der Kostenaufwand zur Realisierung einer derartigen Ummantelung
steht jedoch in keinem Verhältnis zu dem erzielbaren Nutzen. Daher bietet es sich aus
herstellungstechnischen Gründen - worauf im folgenden noch näher eingegangen
wird - an, wenn das Behandlungsstück eine stabförmige, vorzugsweise etwa zylindri
sche Form aufweist und eine Länge von 10 bis 500 mm, vorzugsweise 50 mm, bei ei
ner Höhe bzw. einem Durchmesser von 5 bis 50 mm hat. In diesem Falle ist die Um
mantelung rohrförmig ausgebildet.
Endseitig kann die Ummantelung vollständig offen sein oder aber teilweise geschlos
sen, beispielsweise zusammengedrückt. Je nach dem, wie die Enden der Behand
lungsstücke ausgebildet sind, läßt sich eine Verlängerung der Reaktionszeit beim Reagie
ren des Modifikators mit der Schmelze einstellen. Ist die Ummantelung endseitig voll
ständig geöffnet, reagiert die Schmelze an den Enden des Behandlungsstückes, an
denen die Ummantelung offen ist, direkt bzw. sofort mit dem Modifikator, während
sich im Bereich der Ummantelung noch keine Reaktion mit dem Modifikator ergibt.
Entsprechendes gilt dann, wenn die Ummantelung endseitig teilweise geschlossen ist.
Damit die Beschichtung die Eigenschaften der Metallschmelze nicht beeinflußt, sollte
sie aus einem für die Metallschmelze neutralen Mittel bestehen. Hierbei bietet sich
Wasserglas an.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Herstellung eines Behandlungsstückes
der vorgenannten Art ist vorgesehen, daß der Modifikator auf einen insbesondere aus
Metall bestehenden, langgestreckten, vorzugsweise rinnenförmigen Streifen aufge
bracht wird, der Streifen unter Einschluß des Modifikators in einer zur Mittel
längsachse des Streifens im wesentlichen parallelen Achse umgebogen und unter Bil
dung einer Ummantelung geschlossen wird, wodurch sich ein langgestreckter Be
handlungsdraht ergibt und wobei von dem Behandlungsdraht eine Vielzahl von Be
handlungsstücken derart abgetrennt werden, daß die Behandlungsstücke zumindest
an einem Ende offen sind, wobei die Behandlungsstücke mit einem für die Metall
schmelze im wesentlichen neutralen Mittel zumindest an ihrem offenen Ende be
schichtet werden.
Vorzugsweise werden die Behandlungsstücke dabei von dem Behandlungsdraht ab
geschnitten, abgehackt oder abgekniffen, wobei, je nach der gewünschten Modifika
torform, die Behandlungsstücke endseitig bei oder nach dem Abtrennen zumindest
teilweise zusammengedrückt werden. Anschließend können die Behandlungsstücke,
insbesondere wenn sie endseitig noch zumindest teilweise geöffnet sind, zum Auf
bringen der Beschichtung in eine aus einem für die Schmelze im wesentlichen neutra
len Mittel bestehende Flüssigkeit zumindest endseitig eingetaucht oder aber besprüht
und anschließend getrocknet werden. Die vorgenannte Art der Herstellung eines er
findungsgemäßen Behandlungsstückes ist sehr kostengünstig und läßt sich einfach
realisieren.
Weitere Merkmale, Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten der vorliegenden Erfin
dung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen
anhand der Zeichnung und der Zeichnung selbst.
Es zeigt
Fig. 1 eine perspektivische Darstellung eines erfindungsgemäßen Behand
lungsstückes und
Fig. 2 eine Querschnittsansicht einer weiteren Ausführungsform eines erfin
dungsgemäßen Behandlungsstückes.
In den Fig. 1 und 2 ist jeweils ein Behandlungsstück 1 für eine Metallschmelze, insbe
sondere eine Stahlschmelze dargestellt. Das Behandlungsstück 1, das der Metall
schmelze zugesetzt wird, weist einen Modifikator 2 auf. Der Modifikator 2 liegt
in Pulverform oder in körniger Form vor. Je nach dem, wie die Metallschmelze
behandelt werden soll, besteht der Modifikator 2 aus Kalzium, Blei, Schwefel, Tellur,
Bor, Kohlenstoff, Chrom, Mangan, Magnesium, Silizium, Niob, Titan, Vanadium oder
Zirkon oder aber aus Mischungen der zuvor genannten Stoffe, gegebenenfalls auch
in Verbindung mit anderen Elementen.
Wesentlich ist nun, daß der Modifikator 2 mit einer Ummantelung 3 zumindest teil
weise ummantelt ist. Die Ummantelung 3 besteht aus Metall, vorzugsweise aus Stahl,
Kupfer oder Aluminium. Sie kann aber auch im wesentlichen aus dem Material der zu
behandelnden Metallschmelze bestehen, so daß durch die Ummantelung selbst Ein
flüsse auf die Metallschmelze nicht auftreten.
Die Verzögerung bzw. Verlängerung der Reaktion des Modifikators 2 mit der
Schmelze läßt sich über verschiedene Parameter steuern. Hierzu gehört natürlich die
Art bzw. das Material der Ummantelung. Wesentlich sind aber auch die Dicke, die
Länge und die Form der Ummantelung 3. Die Dicke beträgt bei dem dargestellten
Ausführungsbeispiel etwa 0,4 mm. Bei den dargestellten Ausführungsbeispielen ist
das Behandlungsstück 1 stabförmig ausgebildet und hat eine etwa zylindrische Form.
Die Länge des Behandlungsstückes 1 beträgt vorzugsweise etwa 5 cm, während der
Durchmesser vorzugsweise bei etwa 1 bis 2 cm liegt. Bei allen Ausführungsfor
men ist die Ummantelung 3 rohrförmig. Unterschiede bestehen lediglich an den je
weiligen Enden 4, 5.
Bei der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform ist die Ummantelung 3 an beiden En
den 4, 5 vollständig offen. Dies bedeutet, daß der Durchmesser der Öffnung 6 im Be
reich der Enden 4, 5 dem Durchmesser im mittigen Bereich der Ummantelung 3 ent
spricht. Bei der in Fig. 2 dargestellten Ausführungsform sind die Enden 4, 5 der Um
mantelung 3 zumindest teilweise geschlossen. An beiden Enden 4, 5 verbleibt jeweils
eine kleine Öffnung 6. Bei der in Fig. 2 dargestellten Ausführungsform ist zwar an
den Enden 4, 5 jeweils eine kleine Öffnung 6 vorgesehen, jedoch ist aufgrund des
weiter unten beschriebenen Abtrennvorganges beim Abtrennen des Behandlungs
stückes das Modifikatormaterial im Bereich der jeweiligen Enden 4, 5 stark kompri
miert, so daß dieses Material normalerweise nicht aus der Ummantelung 3 austritt.
Demgegenüber kann das Modifikatormaterial bei der in Fig. 1 ausgestellten Ausfüh
rungsform, bei der das Modifikatormaterial im Bereich der Enden 4, 5 nicht kompri
miert ist, vergleichsweise leicht aus der Ummantelung 3 austreten. Um dies zu verhin
dern, ist auf das Behandlungsstück bei den in Fig. 1 und 2 dargestellten Ausfüh
rungsformen eine Beschichtung 7 aufgebracht. Bei dieser Beschichtung 7 handelt es
sich vom Material her um ein für die Metallschmelze im wesentlichen neutrales Mittel.
Vorliegend ist als Material für die Beschichtung 7 Wasserglas verwendet worden. Die
aufgebrachte Beschichtung 7, die an sich lediglich im Bereich der Enden 4, 5 vorge
sehen sein müßte, verhindert den unbeabsichtigten Austritt des Modifikators 2 aus
der Ummantelung 3.
Behandlungsstücke 1 der erfindungsgemäßen Art werden nun wie folgt hergestellt.
Der Modifikator 2 wird auf einen rinnenförmigen Streifen aufgegeben. Dieser Streifen
kann theoretisch eine unendliche Länge haben. Der Streifen wird dann unter Ein
schluß des Modifikators 2 in einer zur Mittellängsachse des Streifens im wesentlichen
parallelen Achse umgebogen und geschlossen, wobei sich die Ummantelung 3 ergibt.
Zur Bildung und zum Verschließen der Ummantelung 3 in Längsrichtung werden die
Längsränder 8, 9 des Streifens gefalzt und/oder geschweißt. Die beiden daraus resul
tierenden Längsränder 8, 9 des Behandlungsstückes 1 sind in Fig. 1 näher dargestellt.
Das in Fig. 1 dargestellte Behandlungsstück 1 ist gefalzt worden.
Nach dem Schließen der Ummantelung 3 ergibt sich ein gegebenenfalls kilometerlan
ger Behandlungsdraht, von dem dann eine Vielzahl von Behandlungsstücken 1 je
nach gewünschter Größe abgetrennt werden. Das Abtrennen kann über einen gera
den Schnitt erfolgen, so daß sich Behandlungsstücke 1 der in Fig. 1 dargestellten Art
ergeben. Sie können aber auch abgekniffen oder abgehackt werden und zwar vor
zugsweise derart, daß sich die in Fig. 2 dargestellte Form von Behandlungsstücken 1
ergibt. Es darf darauf hingewiesen werden, daß es natürlich auch möglich ist, die bei
den Enden 4, 5 eines Behandlungsstückes 1 unterschiedlich auszubilden, so daß also
beispielsweise das eine Ende vollständig geöffnet und das andere Ende zumindest
teilweise zusammengedrückt ist. Hierdurch läßt sich wiederum die Verzögerung der
Reaktion des Modifikators 2 mit der Metallschmelze steuern.
Nach Abtrennen der Behandlungsstücke 1 vom Behandlungsdraht wird auf die end
seitig zumindest teilweise offenen Behandlungsstücke 1 die Beschichtung 7 aufge
bracht. Dies kann vorzugsweise derart geschehen, daß die Behandlungsstücke 1 in
eine aus Wasserglas bestehende Flüssigkeit kurz eingetaucht werden. Anschließend
werden die Behandlungsstücke dann getrocknet. Statt der Tauchbeschichtung ist
auch ein Besprühen möglich.
Die Behandlung der jeweiligen Metallschmelze mit Behandlungsstücken 1 der erfin
dungsgemäßen Art erfolgt nun derart, daß die Behandlungsstücke 1 auf den Boden
der Pfanne bzw. des Behandlungsgefäßes gebracht werden. Das oder die Behand
lungsstücke 1 können dort mit metallischen oder nicht-metallischen Stoffen abge
deckt werden. Ein Abdecken ist jedoch nicht unbedingt erforderlich. Anschließend
werden die Behandlungsstücke 1 mit der Metallschmelze übergossen, wobei sich
durch die Ummantelung 3 die bereits erwähnte Verzögerung der Reaktion des Modi
fikators 2 mit der Metallschmelze ergibt. Im übrigen ist es auch möglich, die Behand
lungsstücke 1 mittels einer Tauchglocke oder einer Tauchlanze in die Metallschmelze
einzubringen.
Versuche haben auch gezeigt, daß es vorteilhaft sein kann, wenn Behandlungs
stücke 1 mit unterschiedlicher Ausbildung der Metallschmelze zugeführt werden.
Durch die unterschiedliche Ausbildung der Behandlungsstücke 1 hinsichtlich der
Dicke der Ummantelung, der Länge und/oder der endseitigen Ausbildung des Be
handlungsstückes 1 kann gewährleistet werden, daß unterschiedliche Behandlungs
stücke 1 unterschiedliche Verzögerungen bzw. Reaktionszeiten haben.
Claims (10)
1. Behandlungsstück (1) zum Zusetzen zu einer Metallschmelze, mit einem in Pulver
form oder in körniger Form vorliegenden Modifikator (2) zur Behandlung der Metall
schmelze, wobei der Modifikator (2) mit einer rohrförmigen, zumindest an einem Ende
offenen Ummantelung (3) ummantelt ist und wobei auf das Behandlungsstück (1)
zumindest an dem offenen Ende eine Beschichtung (7) aus einem für die Metall
schmelze im wesentlichen neutralen Mittel aufgebracht ist, so daß ein Herausrieseln
des Modifikators (2) aus der Ummäntelung (3) verhindert wird.
2. Behandlungsstück nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Ummante
lung (3) aus Stahl, Kupfer oder Aluminium oder aber im wesentlichen aus dem Mate
rial der Metallschmelze besteht.
3. Behandlungsstück nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Ummantelung (3) eine Dicke von 0,2 bis 2 mm, vorzugsweise 0,4 mm
aufweist.
4. Behandlungsstück nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Behandlungsstück (1) eine stabförmige, vorzugsweise etwa zylin
drische Form aufweist und daß vorzugsweise das Behandlungsstück (1) eine Länge
von 10 bis 500 mm, vorzugsweise etwa 50 mm, und eine Höhe oder einen Durchmes
ser von 5 bis 50 mm aufweist.
5. Behandlungsstück nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Ummantelung (3) endseitig vollständig offen oder aber teilweise zu
sammengedrückt ist.
6. Behandlungsstück nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Beschichtung (7) aus Wasserglas besteht.
7. Behandlungsstück nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Modifikator (2) Kalzium, Blei, Schwefel, Tellur, Bor, Kohlenstoff,
Chrom, Mangan, Magnesium, Silizium, Niob, Titan, Vanadium oder Zirkon und/oder eine
Mischung dieser Elemente und/oder Verbindungen mit weiteren Elementen aufweist.
8. Verfahren zum Herstellen von Behandlungsstücken (1) zum Zusetzen zu einer Me
tallschmelze, wobei jedes Behandlungsstück (1) einen in Pulverform oder in körniger
Form vorliegenden Modifikator (2) zur Behandlung der Metallschmelze aufweist,
wobei der Modifikator (2) auf einen insbesondere aus Metall bestehenden, langge
streckten vorzugsweise rinnenförmigen Streifen aufgegeben wird, der Streifen unter
Einschluß des Modifikators (2) in einer zur Mittellängsachse des Streifens im wesent
lichen parallelen Achse umgebogen und unter Bildung einer Ummantelung (3) ge
schlossen wird, wodurch sich ein langgestreckter Behandlungsdraht ergibt, wobei
von dem Behandlungsdraht eine Vielzahl von Behandlungsstücken (1) derart abge
trennt werden, daß die Behandlungsstücke (1) zumindest an einem Ende offen sind,
wobei die Behandlungsstücke (1) mit einem für die Metallschmelze im wesentlichen
neutralen Mittel zumindest an ihrem offenen Ende beschichtet werden.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlungsstücke
(1) von dem Behandlungsdraht abgeschnitten, abgehackt oder abgekniffen werden
und daß vorzugsweise die Behandlungsstücke endseitig bei oder nach dem Abtren
nen zumindest teilweise zusammengedrückt werden.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß der
Streifen zur Bildung der Ummantelung (3) bei oder nach dem Umbiegen gefalzt
und/oder geschweißt wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996108421 DE19608421C1 (de) | 1996-03-05 | 1996-03-05 | Behandlungsstück zum Zusetzen zu einer Metallschmelze sowie Verfahren zur Herstellung eines solchen Behandlungsstückes |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996108421 DE19608421C1 (de) | 1996-03-05 | 1996-03-05 | Behandlungsstück zum Zusetzen zu einer Metallschmelze sowie Verfahren zur Herstellung eines solchen Behandlungsstückes |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19608421C1 true DE19608421C1 (de) | 1997-08-28 |
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ID=7787247
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1996108421 Expired - Fee Related DE19608421C1 (de) | 1996-03-05 | 1996-03-05 | Behandlungsstück zum Zusetzen zu einer Metallschmelze sowie Verfahren zur Herstellung eines solchen Behandlungsstückes |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19608421C1 (de) |
Citations (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE2933133A1 (de) * | 1979-08-16 | 1981-02-26 | Robert Oelschlaeger | Zugabekoerper fuer metall-, insbesondere stahlschmelzen |
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-
1996
- 1996-03-05 DE DE1996108421 patent/DE19608421C1/de not_active Expired - Fee Related
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