DE1960659A1 - Verfahren zur Herstellung eines laengswasserdichten Kabels - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines laengswasserdichten KabelsInfo
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Description
- Verfahren zur Herstellung eines längswasserdichten Kabels Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines längswasserdichten Kabels, insbesondere eines Fernmeldekabels, dessen Seele aus miteinander verseilten Litzen oder Adern besteht. Die Zwischenräume zwischen den Verseilelementen innerhalb der Kabelseele sind mit einem feuchtigkeitshemmenden Medium gefüllt. Außen weist das Kabel einen Mantel aus Kunststoff auf.
- Bei Kabeln, insbesondere bei Kabeln mit einer aus verseilten Litzen oder Adern bestehenden Seele, besteht die Gefahr, daß Feuchtigkeit von den Enden des Kabels her eintreten und fortlaufen kann. Besonders nachteilig wirkt sich eingedrungene Feuchtigkeit bei Fernmeldekabeln aus. In ein Fernmeldekabel eingetretene Feuchtigkeit kann in erheblichem Maße die Ubertragungseigenschaften des Kabels verschlechtern. Um das Eintreten und das Ausbreiten von Feuchtigkeit in einem Kabel zu vermeiden, werden daher die in dem Kabel vorhandenen Zwischenräume mit einem feuchtigkeitsundurchlässigen Medium ausgefüllt. Dabei ist es prinzipiell gleichgültig, ob es sich um ein primär wirksames Medium oder ein sekundär wirksames Medium handelt. Primär wirksame Medien sind solche, die infolge ihrer derzeitigen Konsistenz die Hohlräume im Kabel zustopfen, wie beispielsweise Vaseline, Wachs, Kunststoffschaum usw. Sekundär wirksame Medien bilden erst dann eine Abdichtung, wenn akute äußere Einflüsse, wie z. B. ein Wassereinbruch, Druck oder Erwärmung auftreten.
- Es ist ein Verfahren zur Herstellung längswasserdichter Kabel bekannt, bei dem ein feuchtigkeitshemmendes Medium bei der Verseilung mittels einer Düse unmittelbar am Verseilpunkt in das Kabel eingebracht wird. Bei einem weiteren bekannten Verfahren werden die einzelnen Verseilelemente des Kabels vor der Verseilung durch einen ein feuchtigkeitshemmendes Medium enthaltenden Behälter geführt, in welchem die Verseilelemente mit diesem Medium benetzt werden. Das feuchtigkeitshemmende Medium wird bei diesem bekannten Verfahren also an den Verseilelementen haftend in die Kabelseele eingebracht, wo es durch geeignete Maßnahmen zur Abdichtung der Räume innerhalb der Kabelseele gebracht wird. Durch eine anschließende Bebänderung der Kabelseele wird bei den bekannten Verfahren das feuchtigkeitshemmende Medium daran gehindert, während späterer Arbeitsgänge aus der Kabelseele heraus zufließen.
- Ein wesentlicher Nachteil der bekannten Verfahren zur Herstellung von längswasserdichten Kabeln besteht darin, daß Teile der Verseilmaschine, wie Rollen und Verseilnippel, mit dem feuchtigkeitshemmenden Medium in Berührung kommen, so daß an diesen Teilen Reste des Mediums haften bleiben, die dann von Zeit zu Zeit entfernt werden müssen, was eine Erhöhung des Arbeitsaufwandes bedingt. Bei den bekannten Verfahren ist weiter von Nachteil, daß das Verseiltempo herabgesetzt werden muß, um eine vollständige Durchdringung der Kabelseele mit feuchtigkeitshemmender Masse zu erreichen.
- Darüber hinaus ist der apparative Aufwand für diese Verfahren, insbesondere bei mehrlagig verseilten Fernmeldekabeln, sehr hoch. Bei Fernmeldekabeln, die nach den bekannten Verfahren hergestellt werden, ergibt sich der weitere Nachteil, daß die einzelnen Adern nach ihrer Verseilung und vor dem Aufbringen des äußeren Mantels nur noch sehr schwer oder überhaupt nicht mehr einer Reparatur zugänglich sind, so daß ganze Kabelstücke vernichtet werden müssen, wenn sich bei den üblichen Zwischenkontrollen Fehler im Kabel herausstellen.
- Bei den bekannten Verfahren befindet sich das feuchtigkeitshemmende Medium nur unmittelbar in der Kabelseele innerhalb des von der sie umgebenden Bebänderung gebildeten Raumes.
- Zwischen der Bebänderung und dem äußeren Mantel verbleiben jedoch von dem feuchtigkeitshemmenden Medium nicht erfüllte Räume, so daß dort ein Raum für die Fortbewegung von Feuchtigkeit verbleibt, obwohl die Kabelseele selbst längswasserdicht ist.
- Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zur Herstellung eines längswasserdichten Kabels, insbesondere eines Fernmeldekabels, anzugeben, das eine schnelle Fertigung des Kabels gestattet, den apparativen Aufwand für die Einbringung eines feuchtigkeitshemmenden Mediums in niedrigen Grenzen hält und zu einem zuverlässig gegen Längswasser abgedichteten Kabel führt. Gelöst wird diese Aufgabe für ein längswasserdichtes Kabel mit einer aus verseilten Litzen oder Adern bestehenden Kebelseele, bei welchem die Zwischenräume innerhalb der Kabelseele mit einem feuchtigkeitshemmenden Medium gefüllt sind, erfindungsgemäß dadurch, daß die Kabel seele mit einem weitmaschigen Netzband bewickelt und mit einer parallel zur Kabelseele verlaufenden Folie konzentri'sch umgeben wird, wobei die Folie in bekannter Weise eine Verformungszone durchläuft und daß im Bereich der Verformungszone der Folie durch das Netzband hindurch auf und in die Kabelseele oder in die von der bereits halbrund geformten Folie gebildete Mulde das feuchtigkeitshemmende Medium eingebracht wird, das nach dem Schließen der Folie und der anschließenden Aufbringung des äußeren Kunststoffmantels alle Zwischenräume innerhalb der geschlossenen Folie dicht ausfüllt. Das weitmaschige Netzband wird vorzugsweise ohne Fugenüberlappung aufgebracht, damit das aufzubringende feuchtigkeitshemmende Medium möglichst ungehindert das Netzband durchdringen und in die Kabelseele eindringen kann. Die Folie, die um die Kabelseele und das Netzband gelegt wird, dient im wesentlichen dazu, das feuchtigkeitshemmende Medium in das Innere der Kabelseele zu bringen und bei den weiteren Arbeitsgängen in der Kabelseele zu halten. Als Folie kann eine beschichtete Metallfolie verwendet werden, die an der Überlappungsnaht verklebt wird. Ebenso kann die beschichtete Metallfolie mit dem äußeren Mantel des Kabels verklebt werden. Als Folie kann auch eine Eunststoffolie verwendet werden, die so aufgebracht wird, daß sie an der Nahtstelle weit überlappt und so den umschlossenen Raum gegen das feuchtigkeitshemmende Medium nach außen abdichtet. Die Verwendung einer geeigneten Verbundfolie gestattet ein Verkleben der Folie auf ihrer Außen-und ihrer Innenseite. Durch ein solches Verkleben wird eine zusätzliche Längswasserdichtigkeit des Kabels zwischen der Folie und dem äußeren Mantel erreicht. Wenn als feuchtigkeitshemmendes Medium ein solches Medium verwendet wird, das bei dem weiteren Herstellungsverfahren einen Überdruck in der Kabelseele verursacht, ist es vorteilhaft, auf die geschlossene Folienumhüllung eine zusätzliche Fadenbebänderung aufzubringen, die die Folienumhüllung in geschlossenem Zustand hält und ein Rückfedern der Folie sowie ein Aufplatzen des später aufgebrachten noch plastischen Kunststoffmantels verhindert. Als feuchtigkeitshemmendes Medium kann nach der Erfindung ein schäumbarer Kunststoff verwendet werden, der durch die Wärmeeinwirkung beim Aufbringen des äußeren Mantels in einem Extruder zum Aufschäumen und Abdichten des Kabels gebracht wird. Vorteilhafterweise wird als schäumbarer Kunststoff ein Polyurethanschaum verwendet, dessen Aufschäumen durch die im Extruder entstehende Wärme gesteuert wird.
- Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung eines längswasserdichten Kabels bietet verschiedene Vorteile. Die Fertigungsgeschwindigkeit des Kabels kann gegenüber den bekannten Verfahren erhöht werden. Durch das Umwickeln der Kabelseele mit einem Netzband vor dem Einbringen des feuchtigkeitshemmenden Mediums, und durch das Verkleben der Folie mit dem äußeren Mantel, wird das nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellte Kabel innerhalb des äußeren Mantels in allen Schichten absolut längawasserdicht. Ein weiterer Vorteil ergibt sich dadurch, daß die Verseileinrichtungen selbst nicht mit dem feuchtigkeitshemmenden Medium in Berührung kommen, wie das bei den bekannten Verfahren der Fall ist, wodurch eine aufwendige und umständliche Reinigung der Verseileinrichtungen nicht mehr erforderlich ist. Ein weiterer wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens liegt insbesondere bei der herstellung von Fernmeldekabeln darin, daß die Kabelseele nach dem Verseilen und vor dem Aufbringen der Folie und des äußeren Mantels zunächst den üblichen Zwischenprüfungen zur Qualitätsbeurteilung des halbfertigen Fabrikates unterzogen werden kann und auch evtl. erforderlichen Reparaturen, wie beispielsweise dem Auswechseln einer schadhaften Verseileinheit, noch ohne weiteres zugänglich ist.
- Iri der Zeichnung ist schematisch eine Vorrichtung dargestellt, mit welcher das erfindungrgemäße Verfahren ausgeführt werden knnrl. Mit 1 ist die mit einem weitmaschigen Netzband umwickelte Kabelseele bezeichnet. 2 ist eine Folie, die innerhalD der Verformungszone 4 auf bekannte Welse mittels nicht dargestellter Werkzeuge kontinuierlich um die Kabelseele gelegt und an der Nahtstelle 5 verschlossen wird. Innerhalb der Verformungszone 4 wird mittels einer durch Pfeile 3 angedeuteten Vorrichtung das feuchtigkeitshemmende Medium in die Kabelseele eingespritzt, oder als noch unaufgeschäumte Flüssigkeitsspur in die von der bereits halbrund geformten Folie 2 gebildete Mulde eingebracht. Nach dem Einbringen des feuchtigketshemmenden Mediums verläuft das Kabel weiter zu einem Extruder 6, in welchem der äußere Mantel aufgebracht wird, wobei die dabei entstehende Wärme das feuchtigkeitshemmende Medium zum Abdichten des Kabels bringt.
- 6 S. Beschreibung 9 Patentansprüche 1 Bl. Zeichng. m. 1 Fig.
- Patentanspruche
Claims (9)
- Patentansprüche 1. Verfahren zur Herstellung eines längswasserdichten Kabels mit einer aus verseilten Litzen oder Adern bestehenden Kabelseele, bei welchem die Zwischenräume innerhalb der Itabelseele mit einem feuchtigkeitshemmenden Medium gefüllt sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Kabelseele mit einem weitmaschigen Netzbandbewickelt und mit einer parallel zur Kabelseele verlaufenden Folie konzentrisch umgeben wird, wobei die Folie in bekannter Weise eine Verformungszone durchläuft und daß im Bereich der Verf ormungszone der Folie durch das Netzband hindurch auf und in die Kabelseele oder in die von der bereits halbrund geformten Folie gebildete Mulde das feuchtigkeitshemmende Medium eingebracht wird, das nach dem Schließen der Folie und der anschließenden Aufbringung des äußeren Kunststoffmantels alle Zwischenräume innerhalb der geschlossenen Folie dicht ausfüllt.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das weitmaschige Netzband ohne Fugenüberlappung auf gebracht wird.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Folie eine beschichtete Metallfolie verwendet wird, die an der Überlappungsnaht verklebt wird.
- 4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Folie eine Kunststoffolie verwendet wird, die so aufgebracht wird, daß sie an der Nahtstelle ausreichend überlappt.
- 5. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Folie eine Verbundfolie aufgebracht wird, deren Innenseite mit dem feuchtigkeitshemmenden Medium und deren Außenseite mit dem Kabelmantel verklebt wird.
- 6. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenseite der Folie mit dem äußeren Mantel verklebt wird.
- 7. Verfahren nach einem der Ansprüche 3, 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß auf die geschlossene Folienumhüllung eine zusätzliche Fadenbebänderung aufgebracht wird, die die Folienumhüllung in geschlossenem Zustand hält.
- 8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß als feuchtigkeitshemmendes Medium ein schäumbarer Kunststoff verwendet wird, der durch die Wärmeeinwirkung beim Aufbringen des äußeren Mantels zum Aufschäumen und Abdichten des Kabels gebracht wird.
- 9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß ein ein Treibmittel enthaltendes Polyurethan als Flüssigkeitsspur in die von der bereits halbrund geformten Folie gebildete Mulde eingebracht und nach dem Schließen der Folie durch die Wärmeeinwirkung beim Aufbringen des äußeren Mantels aufgeschäumt wird.
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