DE19605844A1 - Vorrichtung zum Umlenken eines Fadens - Google Patents
Vorrichtung zum Umlenken eines FadensInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung der im Oberbegriff
des Patentanspruchs 1 angegebenen Art.
Bei einer aus EP-A-0 268 550 bekannten Vorrichtung ist das
Umlenkelement eine hakenförmig gebogene, ebene Federstahl-
Lamelle, über deren hakenförmigen Endbereich der Faden unter
Ablenkung aus einem geraden Fadenweg gezogen wird. Zusätzlich
zur in Ablenkrichtung des Fadens wirkenden Rückstellkraft
wird die Lamelle unterseitig mit Druckluft beaufschlagt. Die
Kraft, mit der der Faden abgelenkt wird, und damit die Brems
wirkung für den Faden, ist veränderbar durch Regulieren der
Druckluftbeaufschlagung. Es handelt sich um eine fremdgesteu
erte Fadenbremse mit veränderbarer Bremswirkung.
Bei einer aus US-A-4 715 411 bekannten Vorrichtung ist die
auf den Faden ausgeübte Bremskraft umgekehrt proportional zur
Fadengeschwindigkeit eingestellt, d. h., die Bremswirkung
nimmt mit zunehmender Fadengeschwindigkeit ab. Es handelt es
sich um eine fremdgesteuerte Fadenbremse.
Bei der Verarbeitung von Faden, z. B. beim Weben und Stricken
oder Spinnen, ist die Fadenspannung ein besonders wichtiger
Parameter für die ordnungsgemäße Funktion der fadenverarbei
tenden Geräte, z. B. Fadenliefergeräte oder Eintragvorrichtun
gen oder Webmaschinen. Die Fadenspannung verhält sich häufig
proportional zur Geschwindigkeit oder Beschleunigung des Fa
dens. Krasse Fadenspannungs-Variationen sind schädlich, auch
für den Faden (Fadenbruch). Um eine Fadengrundspannung zu er
zielen, werden u. a. Umlenkbremsen eingesetzt, wobei die
Bremswirkung von der Reibung und in stärkerem Maß noch vom
Umlenkwinkel abhängt. Mit gesteuerten Faden-Umlenkbremsen
läßt sich die zum Spannungsaufbau beitragende Bremswirkung
zurücknehmen. Jedoch ist hierfür ein hoher baulicher und
steuerungstechnischer Aufwand erforderlich. Faden-
Umlenkbremsen ohne Steuerung mit im wesentlichen konstanter
Umlenkkraft für den Faden geben zwar bei steigender Faden
spannung nach, so daß der Umlenkwinkel kleiner wird; jedoch
bleibt die Umlenkkraft unerwünscht hoch.
In der fadenverarbeitenden Technik werden Umlenk-
Vorrichtungen zum Ermitteln der Fadenspannung verwen
det (Tensiometer). Das Ausmaß, über das das Umlenkelement vom
Faden gegen die Rückstellkraft verlagert wird, korrespondiert
mit der Fadenspannung. Abgesehen davon, daß zum Abgreifen der
Spannung ein hoher steuerungstechnischer Aufwand erforderlich
ist, bleibt als Nachteil, daß das den Faden abtastende Umlen
kelement bei hoher Fadenspannung den Faden mit der gleichen
Rückstellkraft belastet wie bei niedriger Spannung. Der Ten
siometer leistet deshalb bei hoher Fadenspannung einen un
zweckmäßigen Beitrag zur Spannungserhöhung.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung
der eingangs genannten Art zu schaffen, die baulich einfach,
sehr funktionssicher und in der fadenverarbeitenden Technik
universell einsetzbar ist, um einen Faden abzubremsen oder
die Fadenspannung festzustellen, wobei die Vorrichtung ohne
Fremdsteuerung ein intelligentes Ansprechverhalten besitzen
soll, aufgrund dessen sie den Faden bei geringer Fadenspan
nung und starker Umlenkung wesentlich stärker beaufschlagt
als bei hoher Fadenspannung und geringer Umlenkung. Die Vor
richtung soll als Fadenbremse oder/und als Fadenspannungsfüh
ler verwendbar sein.
Die gestellte Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den Merkmalen
des Patentanspruchs 1 gelöst. Die selbständigen Unteransprü
che 16 und 21 betreffen konkrete Ausführungsbeispiele mit be
sonderer erfinderischer Bedeutung.
Mit der Knickfeder und dem Knick-Druckpunkt, bis zu dem die
Rückstellkraft des Umlenkelement s hoch und ab dessen Über
schreitung die Rückstellkraft wesentlich niedriger ist, ist
die Vorrichtung ohne Fremdsteuerung in der Lage, selbsttätig
den Faden kräftig und weit umzulenken oder eine starke Beauf
schlagung vom Faden aufzunehmen, solange dies gebraucht wird,
und nach Überschreiten des Knick-Druckpunktes auf den Faden
nur mehr eine wesentlich schwächere Beaufschlagung auszuüben
bzw. den Faden wesentlich schwächer umzulenken. Dies läßt
sich in einer Fadenumlenkbremse gewinnbringend einsetzen,
weil das Umlenkelement den Faden bis zum Erreichen hoher Fa
denspannung kräftig abstützt, bei Erreichen eines kritischen
Fadenspannungswerts den Druckpunkt überschreitet, und dann
schlagartig bei verringerter Umlenkung nur mehr eine vernach
lässigbare Rückstellkraft erzeugt. Nach Überschreiten des
Druckpunktes ist die Bremswirkung so weit reduziert, daß sie
nur einen vernachlässigbaren Beitrag zu der dann im Faden
vorliegenden, hohen Spannung leistet. Die Vorrichtung besitzt
deshalb eine material- und/oder formbedingte Selbst-
Kompensationswirkung, d. h., sie paßt sich in Abhängigkeit von
der Fadenspannung selbsttätig an, um entweder einen gewünscht
kräftigen Beitrag zur Fadenbremsung oder einen wünschenswert
schwachen Beitrag zu leisten. Bei Verwendung in einer Span
nungsfühl-Vorrichtung gibt das Umlenkelement bei Erreichen
einer als kritisch angesehenen, vorherbestimmbaren Fadenspan
nung schlagartig nach. Dieses schlagartige Abknicken läßt
sich einfach zum Ableiten eines aussagefähigen Signals zur
Fadenspannung nutzen. Nach Überschreiten des Druckpunktes ist
der bremsende Einfluß auf den laufenden Faden sehr gering.
Die Vorrichtung ist baulich einfach, da sie für diese einge
baute Mehrstufen-Funktion keiner Fremdsteuerung bedarf.
Die Ausführungsform gemäß Anspruch 2 hat einen gespreizten
Ansprechbereich, da die in Reihenanordnung nacheinander oder
einander überlappend zur Wirkung kommenden Knickfedern über
einen längeren Verlagungshub des Umlenkelementes kräftigen
Widerstand leistet, ehe nach Überschreiten des Knickdruck
punktes der in der Reihe letzten Knickfeder der Widerstand
sehr stark abfällt. Durch Kombination zunehmend knicksteife
rer oder knickweicherer Knickfedern oder unterschiedlich an
sprechender Knickfedern läßt sich die Ansprechcharakteristik
der Vorrichtung relativ genau an die jeweiligen Anforderungen
anpassen. Es können auch identisch oder identisch ansprechen
de Knickfedern in Reihenanordnung gewählt werden. Dadurch
läßt sich bis zum schlagartigen Abfall des Widerstands eine
gleichbleibende, eine ansteigende, oder eine fallende bzw.
sogar eine variable Charakteristik vorbestimmen.
Gemäß Anspruch 3 definiert die Knickfeder entweder direkt das
Umlenkelement oder nimmt die Knickfeder nur einen Teil der
Längserstreckung des Umlenkelements ein.
Gemäß Anspruch 4 ist das Umlenkelement - ausgenommen im Be
reich der Knickfeder - biegesteif. Seine biegesteifen Längs
abschnitte fungieren als Kraftübertragungselemente, um die
Beaufschlagungskraft des Fadens auf die Knickfeder bzw. die
Reaktionskraft der Knickfeder auf den Faden zu übertragen.
Eine einfache Ausführungsform geht aus Anspruch 5 hervor.
Dank der gewölbten oder gekanteten Form der Federlamelle er
hält diese bis zum Erreichen des Druckpunktes und bis zum Ab
knicken einen integrierten hohen Abknickwiderstand, der ab
dem Druckpunkt schlagartig bis auf eine vernachlässigbare
Rückstellkraft zusammenbricht, ausreichend zum Rückstellen
des Umlenkelements nach Abfallen der Fadenspannung. Die mit
starker Hysteresis arbeitende Federlamelle kehrt selbsttätig
in die Ausgangslage zurück. Die Federlamelle verhält sich wie
ein aufrollbares Metall- oder Kunststoff-Maßband, das quer zu
seiner Längsrichtung gewölbt ist. Der in etwa horizontal aus
gezogene Teil des Maßbandes steht auch ohne Unterstützung bei
nach oben weisender, konkaver Wölbungsseite gestreckt und
knickt erst unter dem Einfluß einer Fremdkraft oder der
Schwerkraft nahezu haltlos ab, sobald der Knickdruckpunkt des
gewölbten Profils überwunden wird. Bei einer Kraft auf die
konvexe Wölbungsseite läßt sich das Maßband hingegen ganz
leicht biegen.
Gemäß Anspruch 6 wird das spezielle Knickverhalten der Knick
feder besonders gut genutzt. Symmetrische Umlenkverhältnisse
ergeben sich, wenn die Breitenerstreckung der Knickfeder in
etwa parallel zur Richtung des Fadenlaufs ist. In speziellen
Fällen kann es jedoch zweckmäßig sein, die Breitenerstreckung
der Knickfeder schräg zur Fadenlaufrichtung zu wählen, um
asymmetrische Umlenkverhältnisse zu erzielen.
Mit der Ausführungsform von Anspruch 7 läßt sich das An
sprechverhalten variieren, beispielsweise läßt sich die ent
stehende Knickstelle der Knickfeder möglichst weit vom Faden
weg verlegen.
Weitere Variationsmöglichkeiten für das Ansprechverhalten er
geben sich bei der Ausführungsform gemäß Anspruch 8.
Bei der Ausführungsform gemäß Anspruch 9 ist die Position ei
ner Soll-Knickstelle baulich vorgegeben.
Die Ausführungsform gemäß Anspruch 10 ist baulich einfach.
Das Umlenkelement knickt unter der Beaufschlagung durch den
Faden an einer bestimmten Stelle bei einer exakt vorbestimm
ten spannungsabhängigen Beaufschlagungskraft ab, die sich aus
der Materialspezifikation, dem Breiten/Stärkenverhältnis und
der freien Auskraglänge ergeben. Die konkave Wölbungsseite
soll zum Faden weisen.
Eine wichtige Ausführungsform geht aus Anspruch 11 hervor.
Durch Verändern der Kraglänge und/oder der Wölbung mittels
der Abstützung läßt sich das Ansprechverhalten in einem brei
ten Bereich variieren. Die Kraglänge könnte auch dadurch ver
ändert werden, daß die Beaufschlagungsstelle des Fadens zur
Abstützung oder von der Abstützung weg verstellt wird.
Bei der alternativen Ausführungsform gemäß Anspruch 12 ist
das Umlenkelement wie ein beidseitig abgestützter Träger in
zwei beabstandeten Abstützungen gelagert. Nach Überschreiten
des Knick-Druckpunkt knickt das Umlenkelement unter dem Faden
durch. Die konvexe Wölbungsseite sollte hier zum Faden wei
sen, der ggfs. direkt auf der Knickfeder aufliegt.
Die Ausführungsform gemäß Anspruch 13 ist besonders vorteil
haft, weil sich durch eine Vorspannfeder oder einen stationä
ren Anschlag der Verlagerungshub des Umlenkelements bis zum
Knick-Druckpunkt einstellen läßt. Gegebenenfalls ist die
Knickfeder bis zum Druckpunkt vorgespannt, so daß sie ohne
nennenswerten Hubweg schlagartig nachgibt.
Gemäß Anspruch 14 werden durch die Materialauswahl oder eine
Materialkombination hohe Standzeiten, exakt vorherbestimmbare
Ansprechverhalten und eine hohe Immunität gegen Verschmutzun
gen, z. B. Flusen aus dem Faden, erreicht.
Um für den Faden gleichbleibende Angriffsverhältnisse zu ga
rantieren, ist die Ausführungsform gemäß Anspruch 15 zweckmä
ßig. Die Fadenöse kann zum Verändern der Wirklänge des Arms
in Längsrichtung des Arms verstellbar an diesem angeordnet
sein.
Bei der Fadenumlenkbremse gemäß Anspruch 16 wird durch einfa
che bauliche Mittel, nämlich die konstruktive Ausbildung des
Umlenkelements, ein Ansprechverhalten mit zwei Stufen bzw.
zwei deutlich unterschiedlichen Bremswirkungen erreicht. Die
Bremse arbeitet ohne aufwendige Fremdsteuerung wie eine mit
Fremdsteuerung fadenspannungsabhängig fremdgesteuerte Faden
bremse und wirkt bei hoher Fadenspannung kompensierend, weil
die Umlenkung weitgehend beseitigt und die Bremskraft ver
nachlässigbar gering ist, d. h. sie trägt aktiv zur Vermeidung
unerwünschter, großer Fadenspannungsvariationen bei. Dies ist
besonders zweckmäßig bei Verwendung der Fadenumlenkbremse als
sogenannte Einlaufbremse bei einem Fadenlieferer für Luftdü
senwebmaschinen. Starke Spannungsvariationen im einlaufenden
Faden werden nämlich in den Fadenwindungen auf den Speicher
körper des Fadenlieferers wirksam und führen zu unterschied
lich stark gespannten Fadenwindungen. Diese unterschiedlichen
Spannungen im Faden werden im Webfach freigesetzt. Die Schuß
fadenlänge wird deshalb so voreingestellt, daß sie für den
schlechtesten Fall, d. h. die stärkste auftretende Fadenspan
nung in den Fadenwindungen, insbesondere bei elastischen Fä
den, ausreicht, wenn der sich beim Eintragen entspannende
Schußfaden zurückspringt. Dies vermeidet zwar zu kurze Schuß
fäden (short-picks), führt bei gering gespannten Fadenwindun
gen auf dem Speicherkörper des Fadenlieferers jedoch zu zu
langen Schußfäden und zu einer signifikanten Fadenvergeudung.
Die Vermeidung exzessiver Fadenspannungsänderungen an der
Einlaufseite ist aus diesen Gründen außerordentlich wichtig,
und zwar beim Mehrfarbenweben oder bei einem Betriebsprinzip
mehrerer den gleichen Faden liefernder Fadenlieferer, bei dem
ein Fadenlieferer die Lieferfunktion eines anderen, gestörten
Fadenlieferers übernimmt und dann mit doppelter Frequenz bzw.
doppelter Geschwindigkeit arbeitet. Eine Arbeitsgeschwindig
keitserhöhung bzw. die damit verbundenen starken Beschleuni
gungen führen im Regelfall zu entsprechenden Anstiegen der
Einlaufspannung des Fadens. Mit der neuen Fadenumlenkbremse
läßt sich jedoch ein wichtiger Beitrag zur Vermeidung exzes
siver Fadenspannungsänderungen an der Einlaufseite des Faden
lieferers erreichen, weil die Fadenumlenkbremse als Einlauf
bremse selbstkompensierend wirkt, d. h. bei einem durch exter
ne Einflüsse (Geschwindigkeit, Beschleunigung) bewirkten
starken Spannungsanstieg schlagartig nur mehr mit extrem
niedriger Bremskraft und auch deutlich geringerer Umlenkung
arbeitet und einen dann vernachlässigbaren Beitrag zur hohen
Fadenspannung liefert.
Gemäß Anspruch 17 bewirken die stationären Fadenführorgane
eine Stabilisierung des Fadens für die Bremswirkung wichtige
Reibstellen und eine exakt vorherbestimmte Fadengeometrie.
Zweckmäßigerweise sind die Abstände zwischen dem Umlenkele
ment und den stationären Fadenführorganen einstellbar, wie
auch die Versetzung quer zur Fadenlaufrichtung.
Gemäß Anspruch 18 bestimmt der Anschlag den Hub des Umlenke
lements bis zum Knick-Druckpunkt. Der Anschlag mindert ferner
Pendelbewegungen des Umlenkelements.
Gemäß Anspruch 19 wird eine Endlage vorherbestimmt und wird
ein Schwingen des verlagerten Umlenkelements unterdrückt.
Die Ausführungsform gemäß Anspruch 20 ist besonders zweckmä
ßig, wenn bei niedriger Fadenspannung und starker Umlenkung
des Fadens eine hohe Fadengrundspannung benötigt wird oder
der Faden überhaupt stillgesetzt werden soll. Das Umlenkele
ment klemmt den Faden unter der Kraft der Knickfeder gegen
den Anschlag. Steigt die Fadenspannung, dann wird der Knick-
Druckpunkt überschritte (sofort oder nach einem einstellbaren
Anfangshub), wobei die klemmende Bremswirkung aufhört. Diese
Umlenkungsbremse arbeitet sozusagen in drei Bereichen, d. h.,
einem anfänglichen Bereich mit klemmender Fadenbremsung, ei
nem anschließenden Bereich mit hoher Rückstellkraft und star
ker Umlenkung, und einem Endbereich mit extrem schwacher
Rückstellkraft und schwacher Umlenkung. Die drei Stufen sind
baulich in die Umlenkbremse integriert und benötigen keine
Fremdsteuerung.
Der Fadenspannungsfühler gemäß Anspruch 21 nutzt den Knick-
Druckpunkt der Knickfeder, um die dann vorliegende Fadenspan
nung zu melden. Da sich der Druckpunkt einstellen läßt, läßt
sich der Fadenspannungsfühler einfach an die festzustellende
Fadenspannung anpassen. Es wird durch das schlagartige Nach
geben ein kräftiges Nutzsignal erzeugt. Der Spannungsfühler
zeigt in einer Schwarz/Weiß-Funktion (Digital 10), wie auch
die Umlenkbremse, das Erreichen bzw. Überschreiten eines be
stimmten Fadenspannungswertes an, wobei danach die mechani
sche Belastung des Fadens günstig niedrig bleibt.
Die Ermittlung der Fadenspannung gestaltet sich bei der Aus
führungsform gemäß Anspruch 22 baulich und steuerungstech
nisch einfach. Der mechanische Sensor kann ein elektrischer,
vom Umlenkelement betätigter Schalter sein. Ein optoelektro
nischer oder optischer Sensor, z. B. eine Lichtschranke oder
ein Reflexionssensor, stellt eine vorbestimmte Position des
Umlenkelements und/oder des Fadens fest oder überwacht deren
Bewegungen. Ein kapazitiver Sensor spricht auf Abstandsände
rungen des Umlenkelements vom Sensor an, was sich besonders
zweckmäßig bei einem aus Metall bestehenden Umlenkelement
realisieren läßt. Ein magnetischer Sensor spricht auf die
Veränderung des Magnetfeldes durch die Bewegung an. Der pie
zoelektrische Sensor reagiert entweder auf einen Aufschlag
des Umlenkelements oder, besonders zweckmäßig, auf die beim
Überschreiten des Knick-Druckpunktes der Knickfeder auftre
tende Erschütterung, die sich beispielsweise in der Abstüt
zung baulich einfach abtasten läßt.
Anhand der Zeichnungen werden Ausführungsformen des Erfin
dungsgegenstandes erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine perspektivische Schemaansicht einer Vorrich
tung zum Umlenken eines Fadens, wobei additive
oder alternative Varianten angedeutet sind,
Fig. 2, 2A eine Seitenansicht und einen Schnitt einer
alternativen Ausführungsform,
Fig. 3 ein Kraft-Weg-Diagramm,
Fig. 4A, B Schemata zu den Ausführungsformen der Fig. 1 und 2,
Fig. 5A-E Detailvariationen einer Knickfeder der vorhergehen
den Ausführungsformen,
Fig. 6 eine Ausführungsvariante zu Fig. 1,
Fig. 7 eine weitere Ausführungsvariante,
Fig. 8 eine Ausführungsform mit Reihenanordnung von Knick
federn,
Fig. 9 einen Teilschnitt einer Fadenumlenkbremse, und
Fig. 10A, B Diagramme zur Fadenspannung über der Geschwindig
keit.
Eine Vorrichtung V zum Umlenken eines Fadens Y gemäß Fig. 1
kann beispielsweise als Fadenumlenkbremse T oder/oder als Fa
denspannungsfühler T′ ausgelegt sein. In der Vorrichtung V
ist ein langgestrecktes Umlenkelement 1 in einer Abstützung 2
frei auskragend festgelegt. Das Umlenkelement 1 ist als
Knickfeder mit integrierter Knickstelle ausgebildet, bei
spielsweise als quer zur Längsachse gewölbte Federlamelle 3
aus Federstahl und/oder federndem Kunststoff. Verwendbar sind
ferner solche Materialien, die das Federverhalten und Rück
stellvermögen sowie die Dauerfestigkeit einer Metallfeder ha
ben. Die Wölbung 4 entspricht z. B. einem Kreisbogenteil. In
Fig. 1 ist die Wölbung über die Länge des Umlenkelements 1
gleichbleibend. Es wäre aber auch denkbar, die Wölbung in
Richtung zur Abstützung 2 hin zu verstärken oder abzuschwä
chen. Ferner ist die Breite der Federlamelle 3 ein Vielfaches
der Stärke, und beides über die Länge gleichbleibend. Die
Breite könnte über die Länge variieren (s. Fig. 5, Keilform).
Im Bereich des freien Endes der Federlamelle 3 ist ein Faden
führelement 5 angebracht, z. B. angeklebt oder angenietet, das
als geschlossene oder - wie gezeigt - offene Fadenöse ausge
bildet sein kann. Es ist möglich, das Fadenführelement 5 in
Längsrichtung verstellbar anzubringen. Die Abstützung 2 be
steht beispielsweise aus gegeneinander spannbaren Komponen
ten, die es ermöglichen, die Federlamelle 3 in Richtung eines
Doppelpfeiles 6 zu verstellen, um die Kraglänge zu verändern
und/oder in Richtung der Pfeile 7 die Wölbung 4 zu variieren.
Die Federlamelle 3, deren Wölbung 4 mit der konkaven Wöl
bungsseite dem Faden Y zugewandt ist und deren Breitenachse
in etwa parallel zum Fadenweg liegt, bildet die Knickfeder
und enthält aufgrund ihrer Formgebung und Materialauswahl ei
ne integrierte Knickstelle. Dies bedeutet (Fig. 3), daß das
Umlenkelement 1 unter der der Fadenspannung proportionalen
Beaufschlagungskraft F des Fadens Y aus der gezeigten Aus
gangslage gegen einen zunächst hohen Knickwiderstand im Uhr
zeigersinn relativ zur Abstützung 2 nachgibt, wobei sich auf
grund des physikalischen und mechanischen Verhaltens der
Knickfeder die Wölbung 4 im Bereich einer sich ausbildenden
Knickstelle verflacht (Fig. 5 strichliert). Diese Verformung
bedingt den zunehmenden und am Fadenführelement 5 wirkenden
hohen Knickwiderstand. Bei Erreichen eines Knick-Druckpunktes
(DR, Fig. 3) fällt der Widerstand schlagartig auf den Biege
widerstand des flachen Querschnitts der Knickfeder, so daß
das Umlenkelement 1 abknickt und das Fadenführelement 5 nur
mehr eine sehr geringe Rückstellkraft auf den Faden Y ausübt.
Bis zum Knick-Druckpunkt DR hat das Umlenkelement einen
Bremsbereich I mit starker Bremswirkung. Ab dem Knick-
Druckpunkt DR arbeitet das Umlenkelement 1 hingegen in einem
Bremsbereich II mit deutlich geringerer Bremswirkung. Läuft
der Faden Y in Fadenlängsrichtung, dann arbeitet die Vorrich
tung V als Fadenumlenkbremse T mit Selbstkompensation bei ho
her Fadenspannung.
Die Vorrichtung V kann auch als Fadenspannungsfühler T′ ver
wendet werden, für einen laufenden oder einen stehenden Faden
Y, da das Überschreiten des Knick-Druckpunktes DR mit schlag
artigem Nachgeben eine deutliche Aussage zur erreichten Fa
denspannung ist. Der Fadenspannungsfühler T′ ist mit wenig
stens einem Sensor 8, 8′, 8′′ versehen, der aus der Bewegung
des Umlenkelements 1, des Fadenführelements 5, des Fadens Y
oder aus dem Überschreiten des Knick-Druckpunkts ein die Fa
denspannung repräsentierendes Signal erzeugt.
Beispielsweise ist in der Kippabstützung 2 ein piezoelektri
scher Sensor 8 angeordnet, der auf die beim Überschreiten des
Knick-Druckpunktes DR ergebende Erschütterung mit einem Span
nungssignal anspricht. Alternativ könnte ein optoelektroni
scher, kapazitiver oder magnetischer Sensor 8′ vorgesehen
sein, der die Bewegung des Umlenkelements 1 oder dessen Ab- oder
Anwesenheit in einer festgelegten Abtastzone überwacht.
Ein mechanischer Sensor 8′′′ könnte ein Schalter sein, der
durch den Anschlag des Umlenkelements im Bremsbereich II be
tätigt wird. Ein optoelektronischer oder optischer Sensor 8′′
könnte die Bewegung des Fadens Y oder des Umlenkelements 1
überwachen.
Ein stationärer Anschlag 9 (Fig. 1) spannt bei dieser Ausfüh
rungsform das Umlenkelement 1 bzw. die Knickfeder in Richtung
auf den Knick-Druckpunkt DR vor. Der Anschlag 9 ist zweckmä
ßigerweise einstellbar. Alternativ könnte auch eine Vorspann
feder 9′ mit begrenztem Wirkhub das Umlenkelement 1 in Rich
tung zum Knick-Druckpunkt vorspannen. Die Feder 9′ könnte als
Blattfeder in der Abstützung 2 festgelegt sein.
Die Fadenbremsfunktion und Fadenspannungsfühlfunktion können
in einer Vorrichtung V kombiniert sein.
In der Fig. 2, 2A ist das Umlenkelement 1 eine langgestreckte
Knickfeder mit integrierter Knickstelle, die in zwei beab
standeten Abstützungen 2, 2′ abgestützt ist. Der Faden Y
greift zwischen den beiden Kipp-Abstützungen 2, 2′ an. Die
Knickfeder ist eine quer zur Längsrichtung gewölbte Federla
melle 3, deren konvexe Wölbungsseite dem Faden Y zugewandt
ist. Bei dieser Ausführungsform ist ein Fadenführelement 5
nicht unbedingt erforderlich. Es kann zur eindeutigen Festle
gung der Beaufschlagungsstelle und zur Gewährleistung vorher
bestimmter Reibverhältnisse zweckmäßig sein. In der im we
sentlich gestreckten Lage von Fig. 2 arbeitet das Umlenkele
ment 1 im ersten Bremsbereich I. Unter zunehmender Beauf
schlagung durch den Faden Y (bei zunehmender Fadenspannung)
verflacht sich die Wölbung im Bereich der Knickstelle, bis
der Knick-Druckpunkt erreicht ist und die Knickfeder unter
der Beaufschlagungsstelle des Fadens Y abknickt. Das Umlenke
lement 1 könnte nur in einem kurzen Längsabschnitt eine
Knickfeder enthalten.
Bei beiden Ausführungsformen (Fig. 1 und 2) stellt sich das
Umlenkelement 1 nach entsprechendem Absinken der Fadenspan
nung selbsttätig in die Ausgangslage zurück, und zwar mit ei
ner spürbaren Schnappfunktion, sobald sich die bis dahin
flachgedrückte Wölbung n der Knickstelle zurückverformt. Der
Knickwiderstand bis zum Druckpunkt ist hoch und nimmt zu,
während der ab dem Druckpunkt wirksame Biegewiderstand we
sentlich niedriger und auch im wesentlichen konstant ist.
Die Vorrichtung V der Fig. 2, 2A kann als Fadenumlenkbremse T
oder/und als Fadenspannungsfühler T′ (mit wenigstens einem
der Sensoren der Fig. 1) verwendet werden. Ein einstellbarer
Anschlag 9 oder eine Vorspannfeder 9′ (oder Vorspannfedern
bei beiden Abstützungen 2, 2′) könnten vorgesehen sein
(analog zu Fig. 1).
In Fig. 3 ist das Ansprechverhalten des Umlenkelements 1 der
Fig. 1 oder 2 in einem Kraft/Weg-Diagramm (F/S) dargestellt.
Die Kurve 10 zeigt, wie der Knickwiderstand des Umlenkele
ments 1 bis zum Druckpunkt DR zunimmt, dann nahezu schlagar
tig abfällt und anschließend annähernd konstant bleibt. Die
Kraft F am Druckpunkt DR ist der Fadenspannung proportional.
Da der Druckpunkt DR bezüglich der Kraft F und des Wegs S
einstellbar ist, läßt sich festlegen, bei welcher Fadenspan
nung und nach welchem Weg die Knickfeder den Druckpunkt über
schreitet und nachgibt. Die gestrichelte Kurve 11 verdeut
licht die Rückstellkraft über einen Rückstell-Druckpunkt DR′
zur Ausgangslage. H ist die relativ große Hysteresis der
Knickfeder K, die sich auch in einer auf den Faden bzw. die
Fadenspannung bezogen charakteristisch deutlich abzeichnet.
Die Fig. 4A, 4B verdeutlichen, daß stromauf und stromab des
Umlenkelements 1 stationäre, vorzugsweise einstellbare, Fa
denösen 12 und 13 vorgesehen sind, so daß der Faden Y in eine
Zick-Zack-Form umgelenkt wird. Im Bremsbereich I ist das Fa
denführelement 5 quer zur Fadenlaufrichtung gegenüber den
stationären Fadenösen 12, 13 versetzt. Der Druckpunkt DR der
Knickfeder K liegt zwischen den Positionen des Fadenführele
mentes 5, die dieses zwischen Fig. 4a und Fig. 4B durchfährt
(Bremsbereiche I und II). Strichliert ist in Fig. 4A angedeu
tet, daß mehr als nur ein Umlenkelement 1 und ggfs. zwischen
zwei Umlenkelementen 1 eine weitere stationäre Fadenöse 12′
vorliegen (Mehrfachumlenkung). In Fig. 4B ist angedeutet, daß
zur Schaffung asymmetrischer Umlenkverhältnisse das Umlenk
element 1 schräg zur Fadenlängsrichtung nachgibt (Hubweg 1′).
Fig. 5 verdeutlicht eine Auswahl von Ausbildungsmöglichkeiten
des Umlenkelements 1 bzw. dessen Knickfeder K.
In Fig. 5A entspricht der Querschnitt des Umlenkelements 1
bzw. der Knickfeder K dem der Fig. 1 und 2. Die Knickfeder K
ist eine Federlamelle 3 und quer zur Längsachse gerundet ge
wölbt. Gestrichelt ist die flachgedrückte Wölbung an der
Knickstelle (am Knickdruckpunkt DR) angedeutet. Fig. 5B zeigt
eine Federlamelle 3 mit weit geöffnetem V-Querschnitt, d. h.
einer V-förmig gekanteten Wölbung 4′. In Fig. 5C ist eine
trogartig gekantete Wölbung 4′′ gezeigt.
In Fig. 5D nimmt die Stärke der Knickfeder K von der Mitte zu
den Randbereichen zu. Es ergibt sich eine konkave Wölbung 4
und eine plane Rückseite 14. Es sind andere Querschnittsfor
men, z. B. eine doppelt konvexe Querschnittsform oder dgl.,
denkbar. In Fig. 5E ist die Federlamelle 3 als Knickfeder K
mit einer Sollknickstelle 17 (Ausnehmungen 15, 16) in einer
Frontansicht gezeigt. Die Federlamelle 3 kann oben
(Angriffsstelle des Fadens) breiter als unten sein
(keilförmig), um (auch ohne Randausnehmungen 15, 16) die
Knickstelle 17 nahe zur Abstützung zu verlegen. Denkbar wäre
auch eine Knickfeder K in Form einer Scheibe mit Wölbung, die
sich über einen Knick-Druckpunkt verformen läßt und wieder
zurückspringt. Die Abstützung könnte dann am Scheibenumfang
angreifen.
In Fig. 6 arbeitet das Umlenkelement 1 bzw. sein Fadenführor
gan 5 mit dem in der Knickfeder K eine Vorspannung in Rich
tung zum Knick-Druckpunkt bewirkenden Anschlag 9 nach Art ei
ner mechanischen Fadenklemme zusammen, die den Faden Y nicht
nur umlenkt, sondern auch kraftschlüssig einklemmt. Die
Knickfeder ist in Richtung auf ihren Knick-Druckpunkt vorge
spannt. Wird die Ausführungsform gemäß Fig. 6 in einer Um
lenkbremse verwendet, dann hat diese Umlenkbremse drei Brems
bereiche, zwischen den sie in Abhängigkeit von der Fadenspan
nung selbsttätig hin- und herschaltet. Im ersten Bremsbereich
wird der Faden umgelenkt und am Anschlag 9 geklemmt. Es läßt
sich entweder eine hohe Grundspannung erzeugen oder der Faden
festhalten. Sobald die Fadenspannung steigt, wird die Knick
feder K in Richtung auf ihren Knick-Druckpunkt gebogen; die
Klemmung des Fadens Y wird aufgegeben. Die Bremse arbeitet in
einem zweiten Bremsbereich mit Umlenkung und starker Rei
bungsbeaufschlagung bis zum Knick-Druckpunkt DR. Ab dem
Knick-Druckpunkt DR arbeitet die Bremse im dritten Bremsbe
reich mit geringer Bremswirkung, d. h. geringer Umlenkung und
geringen Reibungskräften aufgrund der extrem niedrigen Rück
stellkraft. Sinkt die Fadenspannung wieder entsprechend, dann
stellt die Knickfeder K das Umlenkelement 1 wieder in die in
Fig. 6 gezeigte Ausgangsstellung zurück. Es wäre denkbar, den
Anschlag 9 mit einem reibungsaktiven Belag zu versehen, um
die Klemmbremswirkung zu erhöhen.
Bei dem Umlenkelement 1 gemäß Fig. 7 ist die als gewölbte Fe
derlamelle 3 ausgebildete Knickfeder K nur ein Teil des Um
lenkelementes 1, das in den restlichen Bereichen seiner Länge
aus biegesteifen (und leichtgewichtigen) Teilen 1′′ und 1′′′
ausgebildet ist. In den Teil 1′′ kann das Fadenführelement 5
integriert sein. Der Teil 1′′′ ist in der Abstützung 2 festge
legt. Die Knickfeder definiert eine bestimmte Knickstelle im
Umlenkelement 1. Die Teile 1′′, 1′′′ sind Kraftübertragungsele
mente zwischen dem Faden Y, der Abstützung 2 und der Knickfe
der K. Dieses Bauprinzip des Umlenkelementes 1 könnte auch
bei den vorhergehend beschriebenen Ausführungsformen benutzt
werden.
In Fig. 8 sind mehrere Knickfedern K in Beaufschlagungsrich
tung eines ersten Umlenkelements 1 durch die Kraft F des Fa
dens am Fadenführelement 5 in einer Reihenanordnung hinter
einander gesetzt. Die Knickfedern können gleichartig wirken
oder mit zunehmender oder abnehmender Knickfestigkeit ausge
bildet sein. Bei der gezeigten Ausführungsvariante sind die
beiden hinteren Knickfedern jeweils kürzer als die Knickfeder
des Umlenkelements 1. Es läßt sich je nach Anwendungsfall ei
ne progressive oder degressive oder gleichbleibende Charakte
ristik der Umlenkvorrichtung erzielen. Die Knick-Druckpunkte
der mehreren Knickfedern können nacheinander oder überlappend
oder zueinander willkürlich versetzt überschritten werden. Es
ergibt sich dadurch eine Spreizung des Hubbereiches der Um
lenkvorrichtung, innerhalb dessen der Beaufschlagungskraft F
durch den Faden Y ein hoher Widerstand entgegengesetzt wird,
ehe am Knick-Druckpunkt der letzten Knickfeder der Gesamtwi
derstand schlagartig abfällt. Es ist möglich, mit einer der
artigen Reihenanordnung eine Ansprechcharakteristik für die
Umlenkvorrichtung vorzugeben, die an ein bestimmtes Span
nungsprofil des umgelenkten Fadens relativ genau angepaßt
ist.
In Fig. 9 ist die Vorrichtung V eine Fadenumlenkbremse T. Ein
Grundkörper 28 trägt aufrechte Wände 32 und 33. An der Wand
32 ist eine runde Abschirmplatte 29 angebracht ist. Der Faden
Y durchsetzt die Abschirmplatte 29 und die Wand 32 in einer
stationären Fadenöse 30. In der Wand 33 ist eine weitere sta
tionäre Fadenöse 34 vorgesehen, die entweder gegenüber der
Fadenöse 30 versetzt oder zu dieser koaxial 34′ angeordnet
ist. Eine Wand 31 bildet einen rechten Anschlag für das Um
lenkelement. Der Begrenzungsanschlag 31 ist in Fig. 6 auf dem
Grundkörper 28 verstellbar gehaltert. Bei der Abstützung 2
des Umlenkelements 1 ist ein Gegenhalter 35 vorgesehen, der
von einem Ring 36 umfaßt wird. Der Ring 36 läßt sich mit ei
ner Madenschraube 37 gegen den Gegenhalter 35 ziehen, um ein
Ende des Umlenkelements 1 bzw. der Knickfeder K einzuklemmen.
Eine Aussparung 38 im Grundkörper 28 erlaubt es, das Umlenke
lement 1 zur Verstellung weiter einzuschieben. Die Abstützung
2 läßt sich in einer Öffnung 39 im Grundkörper 28 querver
stellen und trägt den stationären verstellbaren Anschlag 9,
an dem das Fadenführelement 5 unter Vorspannung in der Aus
gangsstellung anliegt. Der in Fig. 6 nicht gezeigte Faden Y
tritt durch die Fadenöse 30 ein, wird quer zur Fadenlaufrich
tung umgelenkt zum Fadenführelement 5 und verläuft von diesem
durch die Fadenöse 34 oder 34′. Es wird der laufende Faden Y
an drei Umlenkstellen gebremst (abhängig von den Reibungsver
hältnissen und den Umlenkwinkeln). Steigt die Fadenspannung
auf einen vorbestimmten Wert, dann wird das Fadenführelement
5 vom Anschlag 9 abgehoben und die Knickfeder unter zunehmen
dem Widerstand bis zum Knick-Druckpunkt gebogen. Bei Über
schreiten des Druckpunktes fällt der Widerstand ab und das
Fadenführelement 5 gibt weiter nach. Die Bremswirkung läßt
hierbei stark nach, da der Biegewiderstand wesentlich gerin
ger ist als der Knickwiderstand und da die Umlenkwinkel we
sentlich größer sind. Sinkt die Fadenspannung entsprechend,
dann verlagert sich das Umlenkelement 1 unter Rückverformung
der Knickfeder K selbsttätig wieder in die in Fig. 9 gezeigte
Ausgangsstellung.
Die Fadenumlenkbremse T gemäß Fig. 9 ist als sogenannte Ein
laufbremse für ein Fadenliefergerät zweckmäßig, bei dem eine
bestimmte Grundspannung des von einer Vorratsspule abgezoge
nen Fadens benötigt wird, hingegen die Fadenspannung bei er
höhtem Abzugswiderstand von der Vorratsspule und/oder starker
Beschleunigung des Fadenliefergerätes so wenig wie möglich
steigen soll. Die selbstkompensierende Fadenumlenkbremse T
gemäß Fig. 6 spricht auf einen Spannungsanstieg im Faden an
und verringert schlagartig die Bremswirkung auf ein nahezu
vernachlässigbares Maß (Selbstkompensation von Spannungsan
stiegen).
Die Fadenumlenkbremse gemäß Fig. 9 könnte mit Komponenten er
gänzt sein, die gleichzeitig oder alternativ die Fadenspan
nungs-Fühlfunktion ermöglichen, wobei es von Vorteil ist, daß
der die Fadenspannung erhöhende Beitrag der Knickfeder ab Er
reichen der abgetasteten Fadenspannung weitgehend verschwin
det bzw. nur mehr gering ist. Die Fadenspannungs-Fühlfunktion
ist auch bei einem ruhenden Faden möglich, in dem die Faden
spannung variiert.
In den Fig. 10A und 10B ist die Wirkung der Fadenumlenkbremse
T anhand von Fadenspannungs/Geschwindigkeits-Diagrammen ver
deutlicht. In Fig. 10A ist erkennbar, wie die Fadenspannung t
mit zunehmender Geschwindigkeit v (Beschleunigungsphase) von
einer Grundspannung t1 an in einer Kurve 18 zunimmt (durch
die Beschleunigung und durch die Umlenk- und Reibwirkung der
Umlenkbremse), bis am Knick-Druckpunkt DR die Knickfeder ab
knickt und die Fadenspannung t stark abfällt, ehe sie bei
weiterem Geschwindigkeitsanstieg wieder moderat wächst.
Strichliert ist angedeutet, daß die Fadenspannung t ohne die
Knickfeder weiter progressiv steigen würde.
In Fig. 10B ist die Verzögerungsphase angedeutet (Kurve 19).
Die Fadenspannung nimmt zunächst allmählich ab, bis sich die
Knickfeder über den Rückstell-Knickdruckpunkt DR′ rückver
formt, wodurch die Fadenspannung etwas ansteigt und danach
nur mehr allmählich sinkt.
Als Tendenz ist den Fig. 10A und 10B zu entnehmen, daß gemäß
der Kurve 18 der Fadenspannungsanstieg mit zunehmender Ge
schwindigkeit ab dem Knick-Druckpunkt DR verringert wird
(Abschalten der Fadenbremse am Druckpunkt), und daß ein früh
zeitiger, zu starker Fadenspannungsabfall bei abnehmender Fa
dengeschwindigkeit durch den Rückstell-Knick-Druckpunkt DR′
gemindert wird. Insgesamt werden Fadenspannungsschwankungen
(starke Anstiege bzw. starke Abfälle) deutlich gemildert. Die
Fadenbremse T erbringt diese selbstkompensierende Wirkung
dank des nur durch die Materialauswahl und Formgebung der
Knickfeder inkorporierten automatischen Umschaltmechanismus,
der selbsttätig nur in Abhängigkeit von der Fadenspannung an
spricht.
Claims (22)
1. Vorrichtung zum Umlenken eines Fadens, insbesondere Faden
bremse (T) oder Fadenspannungsfühler (T′), mit mindestens einem
vom Faden (Y) quer zur Fadenlängsachse beaufschlagten, langge
streckten Umlenkelement (1), das durch den Faden (Y) gegen eine
elastische Rückstellkraft relativ zu einer Abstützung (2) ver
lagerbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Umlenkelement
(1) wenigstens eine selbsttätig elastisch rückstellfähige Knick
feder (K) aufweist, die unter einer vorbestimmten Biegebeauf
schlagung aus einer in etwa gestreckten Ausgangslage relativ
zur Abstützung (2) mit einem Knickdruckpunkt (DR) abknickbar
ist, und deren Rückstellkraft bis Erreichen des Knickdruck
punkts (DR) wesentlich höher ist als ab Überschreiten des
Knickdruckpunkts (DR).
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Knickfeder (K) des Umlenkelements (1) in einer mechanisch
koppelbaren Reihenanordnung und in Knickrichtung wenigstens
eine weitere, nacheilend über ihren Knick-Druckpunkt (DR) ab
knickbare Knickfeder (K) nachgeordnet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
sich die Knickfeder (K) zumindest über einen, die Knickstelle
des Umlenkelements (1) enthaltenden Teil der Längserstreckung
des Umlenkelements (1) erstreckt.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
das Umlenkelement (1) - ausgenommen im Bereich der Knickfeder
(K) - mit wenigstens einem biegesteifen Teil (1′′, 1′′′) ausge
bildet ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Knickfeder (K) eine quer zur Längsachse gewölbte oder ge
kantete Federlamelle (3) mit gegenüber in Beaufschlagungs
richtung gemessener Stärke wesentlich größerer Breite ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
die Breitenachse der Knickfeder (K) in etwa parallel zur Fa
denlängsachse liegt.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
die Wölbung (4, 4′, 4′′) über die Wirklänge der Federlamelle
(3) gleichbleibend ist oder variiert.
8. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
die Stärke der Federlamelle (3) über die Breite konstant ist
oder variiert.
9. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
die Randbereiche der Federlamelle (3) zur Ausbildung einer
Soll-Knickstelle (17) zumindest bereichsweise ausgespart (bei
15, 16) sind.
10. Vorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß die Knickfeder (K) frei auskra
gend in der Abstützung (2) festgelegt ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß
die Abstützung (2) zur Veränderung der Kraglänge und/oder der
Wölbung (4) bzw. der Knicksteifigkeit der Knickfeder (K) ver
stellbar ausgebildet ist.
12. Vorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß das Umlenkelement (1) eine, vor
zugsweise durchgehende, in zwei beabstandeten Abstützungen
(2, 2′) gelagerte Knickfeder (K), insbesondere eine gewölbte
oder gekantete Federlamelle (3), aufweist, an der die Beauf
schlagungsstelle des Fadens (Y) zwischen den Abstützungen (2,
2′) angeordnet ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Knickfeder (K) in Verlagerungsrichtung zum Knick-
Druckpunkt (DR) vorgespannt ist, z. B. durch eine Vorspannfe
der (9′) mit begrenztem Wirkhub oder durch einen stationären
Anschlag (9).
14. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Knickfeder (K) bzw. die Federlamelle (3) aus Federstahl
und/oder aus federelastischem Kunststoff besteht.
15. Vorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, daß an dem Umlenkelement (1) ein Fa
denführungsorgan (5), vorzugsweise eine offene oder geschlos
sene Fadenöse, angeordnet ist.
16. Vorrichtung insbesondere nach wenigstens einem der An
sprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Fadenum
lenkvorrichtung eine Fadenumlenkbremse (T) ist, die als
Bremssteuerglied wenigstens ein Umlenkelement (1) mit wenig
stens einer Knickfeder (K) aufweist und selbsttätig und in
Abhängigkeit von der Fadenspannung (t, F) des am Umlenkele
ment (1) aus einem geraden Laufweg abgelenkten Fadens (Y) un
ter Zunehmen der Fadenspannung über wenigstens einen Knick-
Druckpunkt (DR) der Knickfeder (K) zwischen einem ersten
Bremsbereich (I) mit starker Bremswirkung und einem zweiten
Bremsbereich (II) mit deutlich verminderter Bremswirkung um
stellbar ist.
17. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß
stromauf und stromab des Umlenkelements (1) ein stationäres
Fadenführorgan (30, 34, 34′) vorgesehen ist, das zumindest im
ersten Bremsbereich (I) gegenüber dem Umlenkelement (1) in
Fadenumlenkrichtung versetzt ist.
18. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß
in Rückstellrichtung des Umlenkelements (1) ein, vorzugsweise
einstellbarer, Anschlag (9) vorgesehen ist, an dem das Umlen
kelement (1) in der Ausgangslage innerhalb des ersten Brems
bereiches (I) unter Vorspannung gehalten ist.
19. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß
ein zweiter, vorzugsweise einstellbarer, Anschlag (31) als
Begrenzung für die Kippbewegung des Umlenkelements (1) in den
zweiten Bremsbereich (II) vorgesehen ist.
20. Vorrichtung nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß
das mit Vorspannung am Anschlag (9) gehaltene Umlenkelement
(1) mit dem Anschlag (9) eine Fadenklemme (C) bildet, deren
Klemmkraft von der Vorspannung der Knickfeder (K) in Richtung
auf ihren Knick-Druckpunkt (DR) abhängt.
21. Vorrichtung insbesondere nach wenigstens einem der An
sprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung
(V) ein selbsttätig ansprechender, vorzugsweise einstellba
rer, Fadenspannungsfühler (T′) ist, der in einem Umlenkele
ment (1) als Spannungsfühlglied eine über einen Knick-
Druckpunkt (DR) abknickbare Knickfeder (K) aufweist.
22. Vorrichtung nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß
der Fadenspannungsfühler (T′) einen auf das Überschreiten des
Knick-Druckpunktes (DR) der Knickfeder (K) mit einem Signal
ansprechenden Sensor (8, 8′, 8′′, 8′′′) aufweist, vorzugsweise
einen mechanischen, einen optoelektronischen, einen kapaziti
ven, einen magnetischen oder einen piezoelektrischen Sensor,
der die Bewegung und/oder die Abwesenheit bzw. die Anwesen
heit des Arms (1) des Fadenführelementes (5) oder des Fadens
(Y) in einer Abtastzone überwacht.
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