DE19605782A1 - Presse - Google Patents
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- B30—PRESSES
- B30B—PRESSES IN GENERAL
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Description
Die Erfindung betrifft eine Presse zum formgebenden Bearbei
ten von Werkstücken, mit einem Pressengestell, einem am
Pressengestell angeordneten Pressentisch, mit dem ein tisch
seitiges Werkzeug verbindbar ist, und einem am Pressenge
stell angeordneten Pressenstößel, mit dem ein stößelseitiges
Werkzeug verbindbar ist, wobei der Pressenstößel zu einer in
Höhenrichtung zum Pressentisch hin und von diesem weg ver
laufenden Arbeitsbewegung antreibbar ist.
Die Qualität des mit einer solchen Presse erzielten Arbeits
ergebnisses, d. h. die Formgenauigkeit des bearbeiteten
Werkstücks, beispielsweise ein Metallblech-Formteil als Be
standteil einer Autokarosserie, hängt davon ab, wie genau
die formgebenden Werkzeuge, zwischen denen das Werkstück
geformt wird, gearbeitet sind. Dies bereitet heutzutage
keine Schwierigkeiten, da es insbesondere mit der NC-Technik
möglich ist, praktisch beliebig große Werkzeuge dreidimen
sional exakt mit Berücksichtigung der Werkstück- bzw. Blech
dicke zu fräsen. Auf diese Weise hergestellte Werkzeuge er
fordern praktisch keine Nachbearbeitung von Hand.
Hinzu kommt jedoch insbesondere im Falle von großen Pressen,
daß bei der Werkstückbearbeitung am Pressentisch und/oder
am Pressenstößel aufgrund der Eigenelastizität der Presse
Durchbiegungen auftreten, die kein passendes Aufsitzen der
Umformflächen der Werkzeuge zulassen. Falls man diesen Feh
ler nicht in Kauf nehmen will, müssen die Werkzeuge nachge
arbeitet oder sonstige Manipulationen vorgenommen werden,
beispielsweise unter Verwendung von Stellkeilen, Beilagen
oder konvexe, konkave oder ballige Platten od. dgl. Justagen.
Dies ist jedoch mit einem erheblichen Aufwand verbunden. Außer
dem erhält man nur eine Anpassung an die jeweilige Presse, so
daß die Arbeiten im Falle eines Werkzeugwechsels in eine an
dere Presse von neuem beginnen.
Der vorliegenden Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde,
eine Presse der eingangs genannten Art zu schaffen, bei der
der geschilderte Aufwand, der auf die elastischen Verbiegungen
des Pressengestells bzw. des Pressentisches und/oder das
Pressenstößels zurückzuführen ist, möglichst vermieden wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß dem
tischseitigen Werkzeug und/oder dem stößelseitigen Werkzeug
eine das Werkzeug tragende, sich im wesentlichen mindestens
über die Werkzeugfläche erstreckende Kolbenplatte zugeordnet
ist, die in Höhenrichtung bewegbar mit dem Pressentisch bzw.
dem Pressenstößel verbunden ist und mit ihrer dem Werkzeug
abgewandten Rückseite einen mit Hydraulikmedium gefüllten
Druckausgleichsraum begrenzt, der andererseits von einer
am Pressentisch bzw. am Pressenstößel sitzenden Gegenfläche
begrenzt wird, wobei der Druckausgleichsraum eine Höhe auf
weist, die größer als eine bei belasteter Presse am Pressen
tisch bzw. Pressenstößel auftretende maximale Durchbiegung
ist.
Tritt aufgrund der mechanischen Beanspruchung der Presse
beim Formgebungsvorgang eine Durchbiegung beispielsweise
des Pressentisches auf, erhält der Pressentisch eine leicht
bogenförmige Gestalt, so daß die das Werkzeug tragende Kol
benplatte und die tischseitige Gegenfläche nicht mehr pa
rallel zueinander sind sondern im mittleren Bereich einen
größeren Abstand voneinander als im Außenbereich aufweisen.
Bei dieser auch für den Druckausgleichsraum geltenden Ge
staltsänderung wird das in den Druckausgleichsraum einge
sperrte Hydraulikmedium vom Randbereich des Druckausgleichs
raums in dessen mittleren Bereich größerer Höhe verdrängt,
wobei jedoch nach wie vor, auch wenn eine Druckerhöhung
stattfindet, im Druckausgleichsraum überall der gleiche
Druck herrscht, so daß die Kolbenplatte über ihre gesamte
Fläche hinweg gleichmäßig beaufschlagt ist und somit eben
bleibt. Auf diese Weise wird die Durchbiegung kompensiert,
so daß die Werkzeuge ihre parallele Sollage beibehalten.
Aufgrund der meistens großen verfügbaren Fläche entsteht ein
geringer hydraulischer Druck zur Kompensation, so beispiels
weise bei einer 10 000 kN Presse und einer Kolbenplatten
fläche von 3 m² ca. 333 N/cm².
Zweckmäßige Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unter
ansprüchen angegeben.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nun anhand der
Zeichnung erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 das Schemabild einer üblichen Presse im beanspruch
ten Zustand, so daß an der Presse Durchbiegungen
auftreten, die zur Veranschaulichung unrealistisch
stark dargestellt sind,
Fig. 2 wiederum eine Presse in der Fig. 1 entsprechender
schematischer Seitenansicht im unbeanspruchten
Zustand, wobei der Pressentisch mit einer erfindungs
gemäßen Kolbenplatte ausgerüstet ist,
Fig. 3 einen die Kolbenplatte und die Gegenplatte mit dem
dazwischen befindlichen Druckausgleichsraum erfassen
den Ausschnitt aus Fig. 2 entsprechend dem strich
punktierten Kreis A in vergrößerter Darstellungs
weise,
Fig. 4 die Anordnung nach Fig. 3, jedoch bei beanspruch
ter, Durchbiegungen aufweisenden Presse, und
Fig. 5 eine hinsichtlich der Halterung der Kolbenplatte
variierte Anordnung im der Fig. 3 entsprechenden
Schnitt.
Die aus der Zeichnung hervorgehende Presse dient zum form
gebenden Bearbeiten von Werkstücken. Sie enthält ein Pressen
gestell 1, einen am Pressengestell angeordneten Pressentisch
2, auf dem ein tischseitiges Werkzeug 3 festgelegt ist, sowie
einen ebenfalls am Pressengestell angeordneten Pressenstößel
4, an dem ein stößelseitiges Werkzeug 5 angebracht ist. Die
beiden Werkzeuge sind in Höhenrichtung H übereinander ange
ordnet, wobei sich der feststehende Pressentisch 2 mit dem
zugehörigen Werkzeug 3 unten und der Stößel 4 mit dem zuge
hörigen Werkzeug 5 oben befindet. Der Pressenstößel 4 ist
zu einer in Höhenrichtung H zum Pressentisch 2 hin und von
diesem weg verlaufenden Arbeitsbewegung antreibbar.
Die beiden Werkzeuge 3, 5 dienen zum Formen eines Metallblech
teils aus einer ebenen Metallblechplatte, die bei hochge
fahrenem Pressenstößel 4 (diese Stellung ist nicht gezeigt)
zwischen die beiden Werkzeuge 3, 5 gebracht wird, wonach der
Pressenstößel 4 mit dem zugehörigen Werkzeug 5 nach unten
gefahren wird, so daß sich die Presse sozusagen schließt und
das Metallblech der dreidimensionalen Gestalt der Oberfläche
6 bzw. 7 der Werkzeuge 3 und 5 entsprechend geformt wird.
Die Presse weist ferner, ebenfalls in üblicher Weise, eine
Kissenplatte 8 auf, die von vom Pressenunterteil 9 hoch
stehenden Kissenzylindern 10 unterstützt wird und von ihr
hochstehende Ziehbolzen 11 hält, die einen Blechhalter 12
tragen, mit dessen Hilfe das Werkstück außerhalb des mittels
der Werkzeuge 3, 5 umzuformenden Bereichs hält. Die Kissen
platte 8 ist unterhalb des am Pressengestell 1 fest ange
brachten Pressentischs 2 angeordnet. Die Ziehbolzen 11 durch
queren den Pressentisch 2. Der Pressentisch 2 wird in seinem
mittleren Bereich von einer vom Pressenunterteil 9 hoch
stehenden Tischstütze 13 unterstützt, die durch die Kissen
platte 8 hindurchgeführt ist. Die Kissenplatte 8 ist zusammen
mit den Ziehbolzen 11 und dem Blechhalter 12 mittels der
Kissenzylinder 10 in der Höhe verstellbar.
All dies entspricht einem üblichen Pressenaufbau, so daß
diesbezüglich keine weiteren Erläuterungen erforderlich sind.
Es versteht sich, daß der Pressenaufbau in Zusammenhang mit
der vorliegenden Erfindung im einzelnen auch anders sein
könnte.
Führt der Stößel 4 seine nach unten gerichtete Arbeitsbe
wegung aus (die zugehörigen Kraftglieder sind in Fig. 1 durch
die beiden Pfeildarstellungen symbolisiert), treten beim
Schließen der Werkzeuganordnung Kräfte auf, die zu elastischen
Verformungen der Presse führen, wie sie in Fig. 1 unrealis
tisch übertrieben dargestellt sind. In Wirklichkeit handelt
es sich je nach Pressen-Ständerweite im Bereich des Pressen
tischs 2 und des Pressenstößels 4 um eine Durchbiegung,
die der Größenordnung nach im Bereich von 0,5 bis 3 mm
liegt. Dabei wölbt sich der Pressentisch 2 mit dem zugehöri
gen Werkzeug 3 nach unten und der Stößel mit dem stößel
seitigen Werkzeug 5 nach oben aus, so daß der Zwischenraum
zwischen den beiden Werkzeugen in der Mitte weiter auseinan
der klafft als außen. Um nun hier Abhilfe zu schaffen und
eine solche Durchbiegung zu vermeiden, ist beim Ausführungs
beispiel dem tischseitigen Werkzeug 3 (eine entsprechende
Anordnung kann auch dem stößelseitigen Werkzeug zugeordnet
sein, was leicht vorstellbar und daher der Einfachheit halber
weggelassen worden ist) eine das Werkzeug 3 tragende, sich
im wesentlichen mindestens über die Werkzeugfläche er
streckende Kolbenplatte 14 zugeordnet, die in Höhenrichtung
H bewegbar mit dem Pressentisch 2 verbunden ist und mit
ihrer dem Werkzeug 2 abgewandten Rückseite 15 einen mit
Hydraulikmedium gefüllten Druckausgleichsraum 16 begrenzt,
der andererseits, d. h. an der der Kolbenplatten-Rückseite
15 entgegengesetzten Seite von einer am Pressentisch 2 sitzen
den Gegenfläche 17 begrenzt wird. Bei dem im Druckausgleichs
raum 16 befindlichen Hydraulikmedium handelt es sich um ein
fließfähiges und somit leicht verschiebbares Medium, das
zwischen der Kolbenplatte 14 und der Gegenfläche 17 einge
sperrt ist (der Druckausgleichsraum 16 ist an seinem Umfang
abgedichtet), so daß im Druckausgleichsraum 16 stets über
all der gleiche hydraulische Druck auftritt.
Der Druckausgleichsraum 16 weist in Höhenrichtung H eine
solche Höhe auf, die größer als die bei belasteter Presse am
Pressentisch 2 auftretende maximale Durchbiegung ist. Wie
bereits erwähnt, gilt entsprechendes für den Pressenstößel
bzw. das stößelseitige Werkzeug.
In Fig. 3 befindet sich der Pressentisch 2 noch in seiner un
verformten Lage, so daß die Kolbenplatten-Rückseite 15 und
die Gegenfläche 17 parallel zueinander sind. Aus Fig. 4 geht
dagegen der Zustand hervor, wenn der Pressentisch 2 nach
unten hin durchgebogen ist, so daß sich der Druckausgleichs
raum 16 vom Rand zur Mitte hin verbreitert. Bei dieser Ver
änderung des Druckausgleichsraums 16 wird das Hydraulikme
dium von außen nach innen verdrängt, was jedoch nichts daran
ändert, daß die Rückseite 15 der Kolbenplatte 14 überall über
ihre gesamte Fläche hinweg mit einem gleichen Druck beauf
schlagt wird. Daher bleibt die Kolbenplatte 14 und somit das
Werkzeug 3 unabhängig von dem im Druckausgleichsraum 16
herrschenden Druck eben, so daß sich die Pressendurchbiegung
am Werkzeug und somit am Werkstück nicht auswirkt.
Der Druckausgleichsraum 16 kann spaltartig schmal sein, wobei
lediglich gewährleistet sein muß, daß bei der maximalen
Durchbiegung die Randbereiche der Kolbenplatten-Rückseite
15 und der Gegenfläche 17 nicht unmittelbar aufeinander
sitzen.
Der Druckausgleichsraum 16 wird an seinem Umfang zweckmäßiger
weise durch einen sich über die Höhenabmessung des Druckaus
gleichsraums erstreckenden, elastisch zusammendrückbaren
Dichtkörper 18 begrenzt und abgedichtet, der zwischen der
Kolbenplatte 14 und der Gegenfläche 17 angeordnet ist.
Der Dichtkörper 18 ist so geformt und ausgebildet, daß er
die am Umfang des Druckausgleichsraums 16 in Höhenrichtung
auftretenden Abmessungsänderungen des Druckausgleichsraums
aufnehmen kann.
Die Kolbenplatte 14 ist mit ihrem Umfang zweckmäßigerweise
an einer von der Gegenfläche 17 hochstehenden Führungswand
19 geführt, die wegen des Dichtkörpers 18 nicht mehr ge
sondert gegen die Umfangsfläche der Kolbenplatte 14 abge
dichtet werden muß. Die Kolbenplatte 14 führt hier ja nur
sehr kleine Bewegungen in Höhenrichtung aus, die ohne weite
res von dem Dichtkörper 18 aufgenommen werden können.
Als Hydraulikmedium könnte man auch eine solche Masse ein
setzen, die sich wie eine Dichtung an den Randzonen des
Druckausgleichsraums 16 elastisch bleibend erhärtet, sich
im inneren Bereich des Druckausgleichsraums 16 dagegen
flüssigkeitsähnlich verhält.
Die Gegenfläche 17 wird nicht unmittelbar vom Pressentisch 2
sondern von einer auf den Pressentisch 2 aufgesetzten Gegen
platte 20 gebildet. Im Falle einer dem stößelseitigen Werk
zeug 3 zugeordneten Kolbenplatte befindet sich die Gegen
platte am Pressenstößel. Diese Gegenplatte 20 dient zur
Abdeckung von im Pressentisch bzw. Pressenstößel vorhandenen
Aufspann-Nuten 21 und/oder sonstigen Ausnehmungen.
Die Kolbenplatte 14 ist mit Bewegungsspiel in Höhenrichtung
an der Gegenfläche 17 gehalten. Im Falle der Fig. 3 und 4
sind hierzu Gewindebolzen 22 vorhanden, die von der Ober
seite der Kolbenplatte 14 durch diese und den Druckausgleichs
raum 16 greifen und in die Gegenfläche bzw. die diese bildende
Gegenplatte 20 eingeschraubt sind. Auf dem Schaft des Ge
windebolzens 22 sitzt im Druckausgleichsraum 16 eine Ring
dichtung 23, die den Druckausgleichsraum an dieser Stelle
abdichtet. Das tischseitige Werkzeug 3 wird in üblicher Weise
fest mit der Kolbenplatte 14 verbunden (einer der zugehörigen
Befestigungsbolzen ist lediglich strichpunktiert angedeutet).
Dabei überdeckt das Werkzeug 3 die Gewindebolzen 22. Diese
Kolbenplatte 14 der Variante nach den Fig. 3 und 4 ist
auswechselbar.
Im Falle der Fig. 5 ist die Kolbenplatte 14 dagegen mit Hilfe
von von der Gegenfläche 17 außerhalb des Umfangs der Kolben
platte (14) hochstehenden und die Kolbenplatte 14 über
greifenden Halteteilen 24 mit Bewegungsspiel in Höhenrichtung
an der Gegenfläche gehalten. Diese Halteteile 24 können mit
Hilfe von Befestigungsbolzen 25 an die Gegenfläche 17 bzw.
die Gegenplatte 20 angeschraubt sein. Bei dieser Anordnung
kann die Kolbenplatte 14 am Werkzeug verbleiben, so daß sie
auch Bestandteil des Werkzeugs sein kann.
Die Gegenplatte 20 ist in üblicher Weise fest mit dem
Pressentisch 2 verbunden. Hierzu können beispielsweise
die T-förmigen Aufspannuten 21 dienen.
Aus den Fig. 3 und 4 geht hervor, daß die Kolbenplatte 14
federnd gegen die Gegenfläche 17 bzw. die Gegenplatte 20
gehalten wird. Hierzu ist eine sich einerseits an der Kol
benplatte 14 und andererseits am Gewindebolzen 22 abstützen
de Federanordnung 26 vorhanden, die den Gewindebolzen 22
nach oben bzw. die Kolbenplatte 14 nach unten drückt. Die
Federanordnung 26 befindet sich beim Ausführungsbeispiel
zwischen dem in die Kolbenplatte 14 eingelassenen Gewinde
bolzenkopf 27 und dem Grund der den Bolzenkopf 27 aufnehmenden
Ausnehmung 28 der Kolbenplatte 14.
Falls irgend welche Teile oder Durchgänge durch die Platten
14 und 20 und somit auch durch den Druckausgleichsraum 16
hindurchgeführt werden sollen, kann dies ohne weiteres ge
tan werden, wenn man eine entsprechende Abdichtung vorsieht.
In jedem Falle (dies ist in der Zeichnung nur in der
Variante nach Fig. 5 dargestellt, ist jedoch auch bei der
Ausführungsform nach den Fig. 3 und 4 vorgesehen) kann die
Kolbenplatte 14 von einem einerseits nach außen und anderer
seits in den Druckausgleichsraum 16 mündenden Füll- und
Entlüftungskanal 29 durchzogen sein, über den das Hydraulik
medium eingebracht bzw. ausgelassen werden kann. Der Füll-
und Entlüftungskanal könnte auch an der Gegenplatte 20 vor
gesehen werden.
Die geschilderte Anordnung mit der den Druckausgleichsraum
16 begrenzenden Kolbenplatte 14 kann in entsprechender Weise
auch noch an weiteren Stellen der Presse angebracht werden,
und zwar überall da, wo Durchbiegungen auftreten können, die
sich bei der Werkstückbearbeitung auswirken können. Dies
kann außer an den Werkzeugen 3, 5 insbesondere auch am Blech
halter 12 und an der Kissenplatte 8 sein. Die jeweilige Kol
benplatte wird an der dem Werkstück zugewandten Seite des
Blechhalters bzw. der Kissenplatte angeordnet, d. h. sie be
grenzt den Druckausgleichsraum an der dem Werkstück zuge
wandten Seite. Auch die Tischstütze 13 oder eine andere Ab
stützeinrichtung des Pressentischs kann zur Kompensation von
Durchbiegungen herangezogen werden, wie es in Fig. 2 strich
punktiert angedeutet ist, indem wiederum ein Druckausgleichs
raum 16′ vorgesehen ist, der an seiner dem Werkstück zuge
wandten Seite durch eine entsprechende Kolbenplatte 14′ be
grenzt wird, über die Tischabstützung erfolgt.
Abschließend ist noch folgendes zu bemerken:
In Fig. 1 sind durch die beiden Pfeile zwei Kraftangriffs punkte am Stößel 4 angedeutet. Selbstverständlich könnte die Anordnung diesbezüglich auch anders sein, beispielsweise indem ein mittiger Kraftangriff am Stößel vorgesehen ist. In einem solchen Falle wäre das Durchbiegeverhalten zwar anders, jedoch genauso kompensierbar.
In Fig. 1 sind durch die beiden Pfeile zwei Kraftangriffs punkte am Stößel 4 angedeutet. Selbstverständlich könnte die Anordnung diesbezüglich auch anders sein, beispielsweise indem ein mittiger Kraftangriff am Stößel vorgesehen ist. In einem solchen Falle wäre das Durchbiegeverhalten zwar anders, jedoch genauso kompensierbar.
In diesem Zusammenhang wird außerdem darauf hingewiesen, daß
die Durchbiegung, die oben als im mittleren Bereich auftre
tend beschrieben worden ist, sich nicht nur hier sondern je
nach den Gegebenheiten der Presse auch an anderer Stelle auf
treten kann.
Ferner ist es in Abwandlung des dargestellten Ausführungs
beispiels auch ohne weiteres möglich, durch den Druckaus
gleichsraum 16 hindurch verlaufende, abgedichtete Durchfüh
rungen für Ziehbolzen oder Auswerfer vorzusehen, wie in
Fig. 3 bei 30 strichpunktiert angedeutet ist.
Schließlich ist noch zu erwähnen, daß die Kolbenplatte bzw.
die eine solche Kolbenplatte enthaltende Kompensationseinrich
tung nicht nur von einer unabhängigen Platte gebildet werden
sondern auch Bestandteil des jeweiligen Werkzeugs oder
Pressenteils sein kann.
Claims (12)
1. Presse zum formgebenden Bearbeiten von Werkstücken, mit
einem Pressengestell, einem am Pressengestell angeordneten
Pressentisch, mit dem ein tischseitiges Werkzeug verbind
bar ist, und einem am Pressengestell angeordneten Pressen
stößel, mit dem ein stößelseitiges Werkzeug verbindbar
ist, wobei der Pressenstößel zu einer in Höhenrichtung zum
Pressentisch hin und von diesem weg verlaufenden Arbeits
bewegung antreibbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß dem
tischseitigen Werkzeug (3) und/oder dem stößelseitigen
Werkzeug (5) eine das Werkzeug (3 bzw. 5) tragende, sich im
wesentlichen mindestens über die Werkzeugfläche erstreckende
Kolbenplatte (14) zugeordnet ist, die in Höhenrichtung be
wegbar mit dem Pressentisch (2) bzw. dem Pressenstößel (4)
verbunden ist und mit ihrer dem Werkzeug abgewandten Rück
seite (15) einen mit Hydraulikmedium gefüllten Druckausgleichs
raum (16) begrenzt, der andererseits von einer am Pressen
tisch (2) bzw. am Pressenstößel (4) sitzenden Gegenfläche
(17) begrenzt wird, wobei der Druckausgleichsraum (16) eine
Höhe aufweist, die größer als ein bei belasteter Presse
am Pressentisch (2) bzw. Pressenstößel (4) auftretende
maximale Durchbiegung ist.
2. Presse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Druckausgleichsraum (16) in Höhenrichtung spaltartig
schmal ist.
3. Presse nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der Druckausgleichsraum (16) an seinem Umfang durch
einen sich über seine Höhenabmessung erstreckenden, elastisch
zusammendrückbaren Dichtkörper (18) begrenzt und abgedichtet
wird, der zwischen der Kolbenplatte (14) und der Gegenfläche
(17) angeordnet ist.
4. Presse nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Kolbenplatte (14) mit ihrem Umfang an
einer von der Gegenfläche (17) hochstehenden Führungswand
(19) geführt ist.
5. Presse nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Kolbenplatte (14) mit Hilfe von Gewinde
bolzen (22) mit der Gegenfläche verbunden und an dieser
mit Bewegungsspiel in Höhenrichtung gehalten ist.
6. Presse nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
die Gewindebolzen (22) den Druckausgleichsraum (16) abge
dichtet durchqueren.
7. Presse nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Kolbenplatte (14) mit Hilfe von von der
Gegenfläche (17) außerhalb des Umfangs der Kolbenplatte (14)
hochstehenden und die Kolbenplatte (14) übergreifenden Halte
teilen (24) mit Bewegungsspiel in Höhenrichtung gehalten ist.
8. Presse nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Gegenfläche (17) von einer auf den Pressen
tisch (2) bzw. den Pressenstößel (4) aufgesetzten Gegenplat
te (20) gebildet wird.
9. Presse nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Kolbenplatte (14) oder die Gegenplatte (20)
von einem einerseits nach außen und andererseits in den
Druckausgleichsraum (16) mündenden Füll- und Entlüftungskanal
(29) durchzogen ist.
10. Presse nach einem der Ansprüche 1 bis 9 mit einem Blech
halter, dadurch gekennzeichnet, daß am Blechhalter eine einen
mit Hydraulikmedium gefüllten Druckausgleichsraum begrenzen
de Kolbenplatte in der Anordnung nach einem der Ansprüche 1
bis 9 entsprechender Weise angeordnet ist, wobei die Kolben
platte den Druckausgleichsraum an der dem Werkstück zuge
wandten Seite begrenzt.
11. Presse nach einem der Ansprüche 1 bis 10 mit einer
Kissenplatte, dadurch gekennzeichnet, daß an der Kissen
platte eine einen mit Hydraulikmedium gefüllten Druckaus
gleichsraum begrenzende Kolbenplatte in der Anordnung nach
einem der Ansprüche 1 bis 9 entsprechender Weise angeordnet
ist, wobei die Kolbenplatte den Druckausgleichsraum an der
dem Werkstück zugewandten Seite begrenzt.
12. Presse nach einem der Ansprüche 1 bis 11 mit einer Ab
stützeinrichtung des Pressentischs, dadurch gekennzeichnet,
daß an der Abstützeinrichtung (Tischstütze 13) eine einen
mit Hydraulikmedium gefüllten Druckausgleichsraum begrenzen
de Kolbenplatte in der Anordnung nach einem der Ansprüche 1
bis 9 entsprechender Weise angeordnet ist, wobei die Kolben
platte den Druckausgleichsraum an der dem Werkstück zuge
wandten Seite begrenzt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996105782 DE19605782A1 (de) | 1996-02-16 | 1996-02-16 | Presse |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996105782 DE19605782A1 (de) | 1996-02-16 | 1996-02-16 | Presse |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19605782A1 true DE19605782A1 (de) | 1997-08-21 |
Family
ID=7785595
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1996105782 Ceased DE19605782A1 (de) | 1996-02-16 | 1996-02-16 | Presse |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19605782A1 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE10249809B4 (de) * | 2001-10-26 | 2008-04-03 | Schuler Pressen Gmbh & Co. Kg | Presse |
| DE102014112320A1 (de) * | 2014-08-27 | 2016-03-03 | Benteler Automobiltechnik Gmbh | Pressumformwerkzeug mit Ausgleichskissen |
| DE102016115446A1 (de) | 2016-08-19 | 2018-02-22 | Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V. | Bombiervorrichtung für eine Umformmaschine, Umformmaschine mit Bombiervorrichtung, Werkzeug mit Bombiervorrichtung und Bombierverfahren |
-
1996
- 1996-02-16 DE DE1996105782 patent/DE19605782A1/de not_active Ceased
Cited By (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE10249809B4 (de) * | 2001-10-26 | 2008-04-03 | Schuler Pressen Gmbh & Co. Kg | Presse |
| DE102014112320A1 (de) * | 2014-08-27 | 2016-03-03 | Benteler Automobiltechnik Gmbh | Pressumformwerkzeug mit Ausgleichskissen |
| EP3002118A1 (de) | 2014-08-27 | 2016-04-06 | Benteler Automobiltechnik GmbH | Pressumformwerkzeug mit ausgleichskissen sowie verfahren zum betreiben des pressumformwerkzeuges |
| DE102014112320B4 (de) * | 2014-08-27 | 2016-12-15 | Benteler Automobiltechnik Gmbh | Pressumformwerkzeug mit Ausgleichskissen |
| DE102016115446A1 (de) | 2016-08-19 | 2018-02-22 | Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V. | Bombiervorrichtung für eine Umformmaschine, Umformmaschine mit Bombiervorrichtung, Werkzeug mit Bombiervorrichtung und Bombierverfahren |
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
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| 8141 | Disposal/no request for examination | ||
| 8110 | Request for examination paragraph 44 | ||
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Owner name: HYLATECHNIK PAUL CHRUBASIK GMBH, 74360 ILSFELD, DE |
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