DE19600318C1 - Bodenbelag - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen Bodenbelag gemäß dem Oberbegriff des
Hauptanspruches.
Es ist bereits ein System von zu einem Bodenbelag zu verbindenden Bo
denplatten bekannt (WO 92/20885 A1), bei dem die einzelnen Platten
durch separate Verbindungsmittel zusammengehalten werden, die un
terhalb der Platten angeordnet sind.
Diese Anordnung der Verbindungsmittel hat den Nachteil, daß ein Aus
wechseln einzelner gebrochener Teile nur durch die Demontage minde
stens der beiden beteiligten Bodenplatten erfolgen kann. Dies ist aber
oftmals unmöglich, da die Platten und die Verbindungsmittel nach länge
rem Liegen miteinander verkantet sind oder während des Anhebens
verkanten, so daß eine größere Fläche des Bodenbelages angehoben
werden muß, um einzelne Verbindungsmittel oder auch einzelne defekte
Platten austauschen zu können. Ein weiterer Nachteil besteht darin, daß
die Seitenränder der aneinanderstoßenden Platten dieses vorbekannten
Standes der Technik senkrecht ausgeführt sein müssen, da sonst eine
Verbindung mit den bekannten Verbindungsmitteln nicht zu realisieren
ist. Ein weitere Nachteil besteht darin, daß bei einer leichten konvexen
Wölbung des Untergrundes zwischen den Platten nach oben offene
Schlitze entstehen, in denen sich Schmutz absetzen kann, der auf Dauer
die Platten auseinanderdrückt und zu einer Zerstörung der Verbin
dungsmittel führen kann. Eine leichte konkave Vertiefung des Unter
grundes hat dagegen zur Folge, daß die Verbindungsstelle dort nicht
aufliegt und bei Belastung reißt.
Weiterhin ist von Nachteil, daß zur Herstellung der bekannten Boden
platten unnötigerweise hochwertige Rohstoffe verbraucht werden, für die
zudem pro Bodenplatte zuviel Material eingesetzt wird.
Aufgabe der Erfindung ist es deshalb, einen wenig umweltbelastenden
Bodenbelag aus einzelnen, durch separate Verbindungsmittel miteinan
der koppelbaren Bodenplatten zur Verfügung zu stellen, bei dem defekte
Verbindungsmittel oder Bodenplatten einfach und einzeln auszutauschen
sind und der unempfindlich ist gegen einen leicht unebenen Untergrund.
Die Lösung erfolgt in Verbindung mit den Oberbegriffsmerkmalen erfin
dungsgemäß durch die im kennzeichnenden Teil des Hauptanspruches
angegebene technische Lehre.
Der erfinderische Bodenbelag besteht dabei aus einzelnen Bodenplatten,
die über ihren Umfang symmetrisch verteilte Ausnehmungen aufweisen,
die sich mit Ausnehmungen der anliegenden Bodenplatten gegenüber
liegen, so daß von oben her problemlos ein Verbindungsmittel in diese
Ausnehmungen eingeführt und auch wieder herausgezogen werden
kann. Zum Auswechseln einer einzelnen Platte sind nur die Verbin
dungsmittel dieser einen Platte zu entfernen und die Platte herauszuhe
ben, ohne daß dabei der gesamte Bodenbelag angehoben und darunter
hantiert werden muß.
Vorteilhaft ist auch, daß die Bodenplatten im Bereich ihrer oberen Kan
ten und der Nutzfläche miteinander verbunden werden können, der eine
höhere Festigkeit aufweist als beispielsweise die Unterseite einer Seiten
wand. Bei einem leicht konkaven Untergrund bleiben die Kanten auch
bei Belastung der Fläche in gegenseitigem Kontakt, nur die Aufstandsflä
chen wandern unkritisch etwas auseinander.
Weiterhin ist von Vorteil, daß die Aufstandsfläche einer Bodenplatten auf
ein notwendiges Maß reduziert ist, da von den Ausformungen unterhalb
der Nutzfläche nur die Ecken der Bodenplatte, die Plattenmitte und die
jeweiligen Seiten mitten als Auflager ausgeführt sind und die anderen,
ebenfalls als dünnwandige Stege ausgeführten Ausformungen, nur als in
der Höhe zurückgenommene Verstärkungsrippen ausgebildet sind. Auf
diese Weise kann eine erhebliche Menge an Werkstoff eingespart wer
den, ohne daß die Bodenplatte an Stabilität verliert.
Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung weist im Be
reich der zu erwartenden bevorzugten rechtwinkligen Teilungsebenen,
den Symmetrieebenen, eng nebeneinander angeordnete Verstärkungs
rippen oder sogar eine einzelne verstärkte Mittelrippe auf, wobei die
Teilungsebene auf der Nutzfläche oder auch von unten auf der Mittelrip
pe durch eine angedeutete Trennfuge markiert ist. Die Stabilität einer
Teilplatte wird damit aufrechterhalten und einem Handwerker das Verle
gen des Bodenbelages erleichtert. Auch die Standfestigkeit einer solchen
Teilplatte bleibt erhalten, da bei einer Viertelung auch mindestes ein
Viertel der mittleren Auflagerfläche der ursprünglichen Platte als Ecke
erhalten bleibt.
Damit der Bodenbelag auch auf leicht konvexen Flächen problemlos
einsetzbar ist, können bei einer besonderen Ausführungsform die Sei
tenwände einer Bodenplatte nach unten um einige Grad nach innen
abgewinkelt sein, so daß durch die sich gegenüberliegenden Seiten
wände keine Kraft erzeugt werden, die die Platten auseinandertreiben.
Zudem können die Verbindungsmittel mindestens teilweise elastisch aus
geführt sein, so daß sie bereits im Ruhezustand eine die Platten verspan
nende Kraft erzeugen.
Vorteilhaft ist ebenfalls eine Ausführungsform mit einer oder mehreren
zusätzlichen, in einer diagonalen oder winkligen Richtung laufenden
Verstärkungsrippe, die parallel entlang einer zu erwartenden bevorzug
ten Winkelteilung einer Bodenplatte angeordnet ist.
Im Neuzustand einer Bodenplatte können die Ausnehmungen mit einer
dünnen Materialschicht verschlossen sein, die nur bei Bedarf zerstört
werden muß, so daß beispielsweise die Ausnehmungen am Rand des
Bodenbelages verschlossen bleiben können.
Die besondere Umweltverträglichkeit des erfinderischen Bodenbelages
ergibt sich aus der Verwendung von bis zu 100% Recyclingmaterial aus
Hausmüll oder Industrieabfällen, dem je nach Verwendungszweck und
Belastungsanforderung nur Antioxydationsmittel und Farbstoffe beige
mischt werden. Weiterhin ist dieser Bodenbelag selbst wieder zu 100%
recyclebar.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ergeben sich aus den
weiteren Unteransprüchen. Nachfolgend ist ein Ausführungsbeispiel der
Erfindung anhand der Zeichnungen näher beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 eine 3-D-Darstellung einer Bodenplatte,
Fig. 2 eine Ansicht eines Verbindungsmittels,
Fig. 3 eine Seitenansicht des Verbindungsmittels der Fig. 2,
Fig. 4 eine Teilaufsicht auf ein eingesetztes Verbindungsmittel,
Fig. 5 eine Seitenansicht des Verbindungsmittels der Fig. 4 im Schnitt
entlang der Linie 5-5,
Fig. 6 eine Ansicht einer Bodenplatte von oben,
Fig. 7 eine Seitenansicht der Bodenplatte der Fig. 6 im Schnitt entlang
der Linie 7-7,
Fig. 8 eine Teilansicht einer Bodenplatte von unten und
Fig. 9 eine Vorderansicht der Bodenplatte der Fig. 8 im Schnitt entlang
der Linie 9-9.
Der Bodenbelag besteht aus einzelnen Bodenplatten 1, die mit Hilfe von
Verbindungsmitteln 2 zu einer Abdeckung für begeh- oder befahrbare
ebene Flächen im Innen- und Außenbereich wie Flachdächern, Terras
sen, Balkonen, Hallenböden, Campingplätzen, Sportanlagen und sogar
begehbare Grünflächen in beliebiger Größe zusammengefügt werden
können. Die Nutzfläche 8 kann dabei geschlossen ausgeführt sein oder
jede beliebige Form von Durchbrüchen 19 aufweisen, ebenso wie sie
jede beliebige Oberflächenstruktur aufweisen kann. Durch ihr geringes
Gewicht und die relativ große und stabile Auflagefläche (ca. 70 qcm)
eignet sich die Bodenplatte 1 zur Trockenverlegung, auch unmittelbar
auf Abdichtungsbahnen oder wärmeisolierten Flächen. Durch die
Durchbrüche 19 ist weiterhin eine Dränage gewährleistet und zudem
wird bei über Abläufen verlegten Bodenplatten das Verstopfen der Rohre
durch Blätter o.a. verhindert.
Als Material kommen heterogene Thermoplaste wie LDPE, MDPE, HDPE,
PP, PET, ABS, PVC, NY in Frage, die aus recyceltem Hausmüll oder Industrieabfällen
gewonnen werden. Bei Bedarf können auch chemikali
enbeständige und/ oder säurebeständige Materialien verwendet werden.
Die beispielhaft dargestellte Bodenplatte 1 ist rechteckig und weist die
Maße 40,9 cm × 20,45 cm auf. Von der Nutzfläche 8 erstrecken sich als
dünnwandige Stege ausgeführte Ausformungen nach unten, die seitlich
als Seitenrand 17 ausgeführt sind, der an den Ecken 18 und mittig da
zwischen als Auflager 5 ausgebildet ist. Der Seitenrand 17 ist dabei um
laufend um einige Grad nach innen abgewinkelt, so daß die Außenab
messungen der Aufstandsfläche kleiner sind als die der Nutzfläche 8. Die
Bodenplatte 1 ist der Länge nach und quer halbierbar und weist im Be
reich dieser bevorzugten Teilungsebenen verstärkte Mittelrippen 7 auf,
wobei die Teilungsebene auf der Nutzfläche und unten auf der Mittelrip
pe 7 durch eine angedeutete Trennfuge 9 kenntlich gemacht ist.
Weiterhin besitzt die Bodenplatte 1 auf ihrer Unterseite quer bzw. diago
nal verlaufende Verstärkungsrippen 4, die im Bereich des bevorzugten
winkligen Zuschnitts einer Bodenplatte angeordnet sind, um auch bei
Fehlen eines Auflagers 5 eine ausreichende Festigkeit zu gewährleisten.
Die Bodenplatte 1 ist umlaufend mit Ausnehmungen 2 versehen, die sich
mit Ausnehmungen andere Bodenplatten gegenüberliegen, so daß diese
durch Einsetzen eines Verbindungsmittels miteinander verbunden wer
den können. Die Ausnehmungen 2 sind in der Nutzfläche 8 der Boden
platte 1 hinter den Seitenrändern 17 angeordnet und besitzen im we
sentlichen eine zylindrische Form, an die sie ein schmalerer, nach oben
offener seitlicher Schlitz 10 im Seitenrand 17 anschließt. Im Bereich der
Nutzfläche 8 ist die Ausnehmung 2 zum Rand hin erweitert und besitzt
zusätzlich auf den sich gegenüberliegenden Seiten Demontageöffnungen
16 für Werkzeuge zum Hintergreifen der Zugriffsöffnungen 15 des Ver
bindungsmittels 3.
Ein solches Verbindungsmittel 3 ist U-förmig, mit senkrechten Schenkeln
11, die an ihren oberen Enden mit elastisch verformbaren Rastnasen 12
versehen sind, mit denen sie Rasten 13 in den Ausnehmungen 2 lösbar
hintergreifen. Die Schenkel 11 sind zylinderförmig und durch einen
zweiteiligen Querschenkel 14 verbunden. Der innere Teil ist schmaler als
die Schenkel 11 und entspricht der Breite des Schlitzes 10 in der Seiten
wand 17. Der äußere Teil weist eine Nut als Zugriffsöffnung 15 auf, mit
deren Hilfe ein einmal verbautes Verbindungsmittel wieder aus den Aus
nehmungen 2 herausgezogen werden kann.
Claims (11)
1. Bodenbelag aus einzelnen, durch separate Verbindungsmittel mitein
ander koppelbaren Bodenplatten mit einer Nutzfläche und sich davon
nach unten erstreckenden, als Seitenrand, Verstärkungsmittel und Aufla
ger dienenden Ausformungen, dadurch gekennzeichnet, daß jede Bo
denplatte (1) über ihren Umfang verteilt Ausnehmungen (2) aufweist, in
die die Verbindungsmittel (3) zum An- und Abkoppeln andere Boden
platten (1) von oben her einsteckbar und wieder herausziehbare sind
und daß die Ausformungen als dünnwandige Stege ausgeführt sind, die
als Seitenrand (17) an den Ecken (18) und mittig zwischen den Ecken
sowie in der Mitte der Bodenplatte (1) Auflager (5) bilden und dazwi
schen als in der Höhe zurückgenommene Verstärkungsrippen (6, 4) aus
geführt sind.
2. Bodenbelag nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Ver
stärkungsrippen (6) der Bodenplatte (1) rechts und links der zu erwar
tenden bevorzugten quer- und längsverlaufenden Teilungsebenen eng
parallel nebeneinander angeordnet oder als stark verdickte Mittelrippen
(7) ausgeführt sind und daß nach einer Längs- und Querteilung minde
stens ein Teil des in der Mitte der Bodenplatte (1) als Auflager (5) ausge
führten Ausformung erhalten ist.
3. Bodenbelag nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß in der
Oberseite der Nutzfläche (8) und/oder auf der Unterseite der Boden
platte (1) die bevorzugten Teilungsebenen durch eine Unterteilung der
Nutzfläche (8) in mehrere Teilflächen mittels einer angedeuteten Trenn
fuge (9) gekennzeichnet ist.
4. Bodenbelag nach einem oder beiden der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß zusätzliche Verstärkungsrippen (4) der
Bodenplatte (1) parallel entlang der zu erwartenden bevorzugten winkli
gen Teilungsebenen angeordnet sind.
5. Bodenbelag nach einem oder mehreren der vorgenannten Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmungen (2) für die Ver
bindungsmittel (3) im Neuzustand einer Bodenplatte (1) durch eine dün
ne Materialschicht verschlossen sind, die bei Bedarf, insbesondere durch
die Verbindungsmittel (3) selbst, durchstoßen werden können.
6. Bodenbelag nach einem oder mehreren der vorgenannten Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß das Verbindungsmittel (3) U-förmig
ist, wobei die beiden senkrechten Schenkel (11) an ihren Enden Rastna
sen (12) aufweisen, die mit Rasten (13) in den Ausnehmungen (2) der
Bodenplatte (1) korrespondieren und diese hintergreifen und daß der
Querschenkel (14) im Bereich zwischen den beiden senkrechten Schen
kein (11) schmaler ausgeführt ist als diese und mit einem schmalen,
)nach oben offenen Schlitz (10) im Seitenrand (17) der Bodenplatte (1),
hinter dem sich eine Ausnehmung (2) befindet, korrespondiert und daß
der Querschenkel (14) oben und/oder seitlich seines im eingebauten
Zustand nach oben gerichteten Bereiches mit Zugriffsöffnungen (15) zum
Entfernen des Verbindungsmittels (3) aus einer Bodenplatte (1) versehen
ist, die ihrerseits über Demontageöffnungen (16) in der Bodenplatte (1)
zugänglich sind.
7. Bodenbelag nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß minde
stens der Querschenkel (14) des U-förmigen Verbindungsmittels (3) ela
stisch ausgeführt ist, so daß im eingebauten Zustand zwei Bodenplatten
(1) spielfrei und gegeneinander vorspannbar miteinander koppelbar
sind.
8. Bodenbelag nach einem oder mehreren der vorgenannten Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß die Seitenränder (17) der Bodenplat
te (1) nach unten um einige Grad nach innen abgewinkelt sind.
9. Bodenbelag nach einem oder mehreren der vorgenannten Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß die Bodenplatte (1) aus bis zu 100%
Recyclingmaterial besteht und zu 100% recyclebar ist.
10. Bodenbelag nach einem oder mehreren der vorgenannten Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß der Bodenbelag aus chemikalienbe
ständigem Material gefertigt ist.
11. Bodenbelag nach einem oder mehreren der vorgenannten Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß die Nutzfläche (8) glatt oder struktu
riert, geschlossen oder mit beliebigen Durchbrüchen (19) versehen ist.
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