DE19600116C2 - Doppelheterostruktur-HEMT - Google Patents
Doppelheterostruktur-HEMTInfo
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Classifications
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- H10—SEMICONDUCTOR DEVICES; ELECTRIC SOLID-STATE DEVICES NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
- H10D—INORGANIC ELECTRIC SEMICONDUCTOR DEVICES
- H10D62/00—Semiconductor bodies, or regions thereof, of devices having potential barriers
- H10D62/10—Shapes, relative sizes or dispositions of the regions of the semiconductor bodies; Shapes of the semiconductor bodies
- H10D62/17—Semiconductor regions connected to electrodes not carrying current to be rectified, amplified or switched, e.g. channel regions
- H10D62/213—Channel regions of field-effect devices
- H10D62/221—Channel regions of field-effect devices of FETs
-
- H—ELECTRICITY
- H10—SEMICONDUCTOR DEVICES; ELECTRIC SOLID-STATE DEVICES NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
- H10D—INORGANIC ELECTRIC SEMICONDUCTOR DEVICES
- H10D30/00—Field-effect transistors [FET]
- H10D30/40—FETs having zero-dimensional [0D], one-dimensional [1D] or two-dimensional [2D] charge carrier gas channels
- H10D30/47—FETs having zero-dimensional [0D], one-dimensional [1D] or two-dimensional [2D] charge carrier gas channels having 2D charge carrier gas channels, e.g. nanoribbon FETs or high electron mobility transistors [HEMT]
- H10D30/471—High electron mobility transistors [HEMT] or high hole mobility transistors [HHMT]
- H10D30/473—High electron mobility transistors [HEMT] or high hole mobility transistors [HHMT] having confinement of carriers by multiple heterojunctions, e.g. quantum well HEMT
- H10D30/4732—High electron mobility transistors [HEMT] or high hole mobility transistors [HHMT] having confinement of carriers by multiple heterojunctions, e.g. quantum well HEMT using Group III-V semiconductor material
Landscapes
- Junction Field-Effect Transistors (AREA)
Description
Auf GaAs-Substrat gewachsene pseudomorphe HEMTs (High
Electron Mobility Transistors), im folgenden als PHEMT abge
kürzt, sind Feldeffekttransistoren mit einer verspannten Ka
nalschicht, bei denen die Dotieratome, die die zum La
dungstransport von Source nach Drain notwendigen Ladungsträ
ger bereitstellen, räumlich ganz oder teilweise getrennt sind
von dem Kanal, in dem der Ladungstransport stattfindet. Der
dazu erforderliche Aufbau der Halbleiterschichtstruktur wird
epitaktisch gewachsen. Der Kanal, der üblicherweise z. B. aus
InyGa1-yAs besteht, besitzt dabei folgende Eigenschaften:
- 1. Die Gitterkonstante des Halbleiterkristalls im Kanal ist (abhängig vom In-Gehalt y) verschieden von den Gitterkon stanten der umgebenden Halbleitermaterialien und des Substrates (daher die Bezeichnung "pseudomorph"). Deshalb ist die Dicke des Kanals begrenzt, wenn Versetzungen, die wegen der unzureichenden Anpassung der Gitterkonstanten auftreten können und die die Ladungsträger-Transport eigenschaften beeinträchtigen, vermieden werden sollen.
- 2. Die Transporteigenschaften der Ladungsträger sind im Kanal besser als in den angrenzenden Halbleiterschichten, was ebenfalls von dem In-Anteil y abhängt.
- 3. Die Energiebandlücke ist im Kanal kleiner als in den an grenzenden Schichten. Deshalb werden die Ladungsträger von den an den Kanal angrenzenden dotierten Schichten in den Kanal transferiert und dort wirkungsvoll eingeschlossen, d. h. in dem Gebiet mit den besten Transporteigenschaften. Die Energiebandlücke des Kanals kann aber nicht beliebig verkleinert werden, da sehr kleine Bandlücken nur mit In- Anteilen y erreicht werden können, die starke Abweichungen der Gitterkonstanten von der des Substrates bzw. der übri gen Halbleiterschichten bedingen und folglich nur sehr kleine Dicken des Kanals ermöglichen.
Es muß daher beim Entwurf von epitaktischen Schichten für
PHEMTs ein Kompromiß gefunden werden. In-Gehalte y, die ein
seitig im Hinblick auf minimale Bandlücke gewählt wurden, er
lauben nur noch so kleine Kanaldicken, daß die Anzahl der im
Kanal eingeschlossenen Ladungsträger sehr klein ist und ihre
Transporteigenschaften stark durch die nahe beieinanderlie
genden Kanalgrenzflächen beeinträchtigt werden. Kanäle, die
einseitig auf große Dicke optimiert wurden, besitzen Band
lücken, die sich nur noch wenig von denen der angrenzenden
Schichten unterscheiden, so daß die Ladungsträger nicht mehr
effektiv von den dotierten Schichten in diesen Kanal transfe
riert werden und dort nur mangelhaft eingeschlossen sind. Au
ßerdem sind in diesen Kanälen die Transporteigenschaften de
nen der angrenzenden Schichten nur noch wenig überlegen.
PHEMTs auf der Grundlage von GaAs werden bislang in zwei
Grundformen verwendet, dem sogenannten Single-Heterojunction
PHEMT (SH-PHEMT) und dem sogenannten Double-Heterojunction
PHEMT (DH-PHEMT). Beiden Grundformen ist ein Kanal gemeinsam,
der bei In-Anteilen y von 0,2 bis 0,25 typischerweise 10 nm
bis 12 nm dick ist.
Beim SH-PHEMT ist der InyGa1-yAs-Kanal unten durch eine GaAs-
Schicht begrenzt, oben durch ein Halbleitermaterial, das eine
größere Differenz der Energiebandlücke zu InGaAs aufweist als
GaAs, üblicherweise durch AlxGa1-xAs, seltener durch InzGa1-zP.
Beim SH-PHEMT befinden sich Dotieratome nur in der Schicht
über dem Kanal, d. h. zwischen dem Kanal und der Oberfläche
des Bauelementes bzw. dem Gate-Kontakt, nicht jedoch in dem
GaAs unter dem Kanal. Dies führt zu einem Verlauf der unteren
Grenze des Leitungsbandes in der Richtung senkrecht zur
Grenzfläche zwischen Halbleitermaterial und Gate-Kontakt, wie
er in den beigefügten Fig. 2 und 3 dargestellt ist. Bei
Gatespannungen nahe an der Abschnürspannung des Transistors
verläuft die Leitungsbandkante im Kanal fast parallel zur
Fermienergie, wodurch die Aufenthaltswahrscheinlichkeit der
Ladungsträger etwa in Kanalmitte am größten ist (s. Fig. 2).
Bei positiveren Gatespannungen liegt das Leitungsband im obe
ren Teil des Kanales (d. h. in der Figur weiter links) we
sentlich tiefer unter der Fermienergie als im unteren Teil
des Kanals, was die Aufenthaltswahrscheinlichkeit der La
dungsträger nach oben, zum Gate-Kontakt hin, verschiebt (s.
Fig. 3). Damit verringert sich der mittlere Abstand der La
dungsträger zum Gate-Kontakt, und ihre Steuerbarkeit durch
den Gate-Kontakt, die sogenannte Steilheit, verbessert sich
umgekehrt proportional zu diesem Abstand. Noch stärker posi
tive Gatespannungen bringen dann allerdings auch die Lei
tungsbandkante des dotierten Materiales zwischen Gate-Kontakt
und Kanal unter die Fermienergie, so daß auch hier eine Be
setzung mit Ladungsträger entsteht, die schlechte Transport
eigenschaften besitzen und die Steilheit wieder absinken las
sen.
Beim DH-PHEMT ist der InGaAs-Kanal auf beiden Seiten durch
eine dotierte AlGaAs-Schicht begrenzt, so daß der Sprung der
Energiebandkante an der Oberseite und der Unterseite des Ka
nals gleich hoch ist (und zwar so, wie beim SH-PHEMT nur an
der Oberseite). Der resultierende Verlauf der Leitungsband
kante senkrecht zur Oberfläche des Halbleitermateriales ist
in Fig. 4 und 5 dargestellt. Bei Gatespannungen nahe an
der Abschnürspannung des Transistors ist der obere Teil des
Kanals (d. h. in Richtung zum Gate-Kontakt) so hoch über der
Fermienergie, daß die Aufenthaltswahrscheinlichkeit der La
dungsträger im unteren Teil des Kanals am größten ist (s.
Fig. 4). Sie befinden sich hier nahe zur Grenzfläche des Ka
nals mit der unteren AlGaAs-Schicht, so daß Grenzflächen
streuung die Transporteigenschaften beeinträchtigt. Bei posi
tiverer Gatespannung liegt das Leitungsband relativ zur Fer
mienergie so, daß jetzt die Aufenthaltswahrscheinlichkeit der
Ladungsträger in Kanalmitte am größten ist (s. Fig. 5). Da
mit hat sich auch hier der Abstand der Ladungsträger zum Ga
te-Kontakt verringert, und die Steilheit steigt, aber nicht
so stark wie im SH-PHEMT (weil der Abstand absolut größer
bleibt). Noch positivere Gatespannungen bringen die Leitungs
bandkante des dotierten Materiales zwischen Gate-Kontakt und
Kanal in die Nähe der Fermienergie, so daß die Steilheit wie
der absinkt. Dieser Effekt tritt beim DH-PHEMT aber später
auf als beim SH-PHEMT, so daß der Hub der Gatespannung, in
nerhalb dessen noch keine unerwünschte Leitung in dem Halb
leitermaterial zwischen Gate-Kontakt und Kanal auftritt, ins
gesamt größer ist.
Bei kleinen Strömen (d. h. kleinen Gate-Source-Kapazitäten),
wie sie zur Erzielung guten Rauschverhaltens eingestellt wer
den müssen, ist im SH-PHEMT die Mehrzahl der Ladungsträger
von den Grenzflächen des Kanals entfernt, so daß minimale
Grenzflächenstreuung auftritt und das Rauschverhalten dem des
DH-PHEMTs überlegen ist. Die maximale Steilheit ist ebenfalls
besser als im DH-PHEMT. Damit ist der SH-PHEMT einerseits be
sonders geeignet für rauscharme Empfangsverstärker, anderer
seits aber auch für alle anderen Kleinsignalverstärker bis in
den Bereich höchster Frequenzen (ca. 100 GHz), wo allerhöch
ste Steilheiten verlangt werden, um überhaupt Verstärkung er
zielen zu können.
Der DH-PHEMT besitzt durch die hohen Diskontinuitäten der
Energiebandkanten an der oberen und unteren Grenze des Kanals
einen größeren wirksamen Kanalquerschnitt, und Dotieratome
können im Gegensatz zum SH-PHEMT auch in dem Halbleitermate
rial unter dem Kanal, d. h. auf der von dem Gate-Kontakt ab
gewandten Seite des Kanals, eingesetzt werden, so daß die An
zahl der im Kanal fließenden Ladungsträger um etwa 20% größer
sein kann als im SH-PHEMT. Außerdem bedingt die größere Dis
kontinuität des Leitungsbandes an der unteren Begrenzung des
Kanales, daß die Ladungsträger höhere Energien benötigen als
im SH-PHEMT, um diese Barriere zu überwinden. Daher können an
das Bauelement höhere Drain-Spannungen angelegt werden, ohne
daß die Ladungsträger den Kanal verlassen und in tiefere
Schichten des Halbleiterkristalles eindringen, wo sie von der
Gatespannung nicht mehr kontrolliert werden können. Die hohe
Zahl der Ladungsträger im Kanal in Verbindung mit den mögli
chen hohen Drainspannungen machen DH-PHEMTs besonders geeig
net für Leistungstransistor-Anwendungen. Die erzielbare ma
ximale Steilheit ist beim DH-PHEMT allerdings kleiner als
beim SH-PHEMT, und die Rauscheigenschaften sind etwas
schlechter. Der höhere nutzbare Hub der Gatespannung im Ver
gleich zum SH-PHEMT macht den DH-PHEMT aber für Verstärker
geeignet, bei denen nicht so sehr das Rauschverhalten wichtig
ist, sondern Linearität bei größtmöglicher Dynamik des Ein
gangssignals.
In der Veröffentlichung von M. Wojtowicz et al. in IEEE
Electron Device Lett. 15, 477-479 (1994) ist ein HEMT im
Materialsystem InGaAs/InAlAs auf InP-Substrat beschrieben,
bei dem der In-Gehalt im Kanal kontinuierlich variiert. Eine
Dotierung von Halbleitermaterial für den für den Kanal vorge
sehenen Leitfähigkeitstyp ist nur zwischen dem Gate-Kontakt
und dem Kanal vorgesehen. Wie bei anderen SH-PHEMTs verläuft
auch hierbei in jedem Betriebszustand die Unterkante des Lei
tungsbandes in Richtung zum Gate-Kontakt hin fallend (vgl.
Fig. 2 und 3). Bei dieser gradierten Zusammensetzung des
Halbleitermateriales im Kanal ist die mittlere Aufenthalts
wahrscheinlichkeit der Elektronen noch stärker in Richtung
zum Gate-Kontakt hin verschoben. Dadurch werden die für SH-
PHEMTs typischen Eigenschaften verstärkt. Der Vorteil des
Verlaufs der Leitungsbandkante bei der gradierten Zusammen
setzung des Kanals beruht lediglich darauf, daß aufgrund des
teilweise erniedrigten In-Gehaltes (und der damit verringer
ten Verspannung) ein insgesamt dickerer Kanal für den Trans
port von Ladungsträgern ermöglicht wird, was die Streuung der
Elektronen an den Grenzflächen gegenüber herkömmlichen Struk
turen verringert.
In der Veröffentlichung von Tae-Kyung Yoo et al. in Appl.
Phys. Lett 61, 1942-1944 (1992) ist ein HEMT beschrieben,
bei dem der In-Gehalt der InGaAs-Zusammensetzung des Kanales
in der Kanalmitte am größten ist. Die Schichtstruktur ist auf
ein GaAs-Substrat aufgewachsen. Die inhomogene Zusammenset
zung des Kanals soll nur eine einseitige Optimierung der
Transistoreigenschaften im Hinblick auf niedriges Rauschen
bewirken, da die Streuung der Ladungsträger an den oberen und
unteren Grenzflächen reduziert ist.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen HEMT anzuge
ben, der eine hohe Spitzensteilheit und gutes Rauschverhalten
sowie hohe Ladungsträgerdichte, guten Ladungsträgereinschluß
auch bei hohen Feldern und großen Gatespannungshub ohne para
sitäre Transportphänomene in der Schicht zwischen Gate und
Kanal aufweist.
Diese Aufgabe wird mit dem HEMT mit den Merkmalen des Anspru
ches 1 gelöst. Weitere Ausgestaltungen ergeben sich aus den
abhängigen Ansprüchen.
Bei dem erfindungsgemäßen HEMT ist die Mischkristallzusammen
setzung des Halbleitermateriales im Kanal so variiert, daß an
der dem Gate-Kontakt zugewandten Begrenzung des Kanales die
untere Grenze des Leitungsbandes (Leitungsbandkante) tiefer
liegt, als das der Fall wäre, wenn die Mischkristallzusammen
setzung homogen die gleiche wäre wie an der von dem Gate-Kon
takt abgewandten Begrenzung des Kanals. Es kann in dem Kanal
eine Gradierung der Mischkristallzusammensetzung vorhanden
sein, die z. B. die gesamte Dicke des Kanals ausmacht oder
die nur in einem Anteil der Dicke des Kanalbereiches vorhan
den ist und daran anschließend durch eine homogene Zusammen
setzung fortgesetzt wird. Statt einer (kontinuierlichen) Gra
dierung der Zusammensetzung kann im Kanal eine gestufte Ände
rung der Zusammensetzung vorhanden sein. Es genügt, wenn ein
unterer Anteil des Kanales eine homogene Mischkristallzusam
mensetzung aufweist und der restliche obere (d. h. näher zum
Gate-Kontakt gelegene) Anteil eine davon verschiedene Misch
kristallzusammensetzung aufweist, die in diesem Bereich die
untere Grenze des Leitungsbandes nach unten verschiebt. Der
Kanal ist auf beiden Seiten von dotierten Schichten begrenzt.
Es folgt eine genauere Beschreibung des erfindungsgemäßen
HEMT anhand der beigefügten Fig. 1 bis 7.
Fig. 1 zeigt den prinzipiellen Aufbau eines HEMT im Quer
schnitt.
Fig. 2 und 3 zeigen Diagramme, in denen die untere Grenze
des Leitungsbandes Ec (Conduction-Band Energy), die
Fermienergie Ef und die Aufenthaltswahrscheinlichkeit
|Ψ|2 über dem Abstand von der Oberseite des Halb
leitermateriales für einen SH-PHEMT bei verschiedenen
Gatespannungen aufgetragen sind.
Fig. 4 und 5 zeigen entsprechende Diagramme für einen DH-
PHEMT bei verschiedenen Gatespannungen.
Fig. 6 und 7 zeigen entsprechende Diagramme für den erfin
dungsgemäßen HEMT bei verschiedenen Gatespannungen.
In Fig. 1 sind auf einem Substrat 1 eine Pufferschicht 2,
ein Kanal-Bereich 3, eine untere Begrenzungsschicht 4, eine
obere Begrenzungsschicht 5, ein Source-Bereich 6, ein Drain-
Bereich 7, eine untere Trennschicht 8, eine obere Trenn
schicht 9, eine Gate-Kontaktschicht 10, ein Gate-Kontakt 11
und Source- und Drain-Kontakte 12 dargestellt. Die Begren
zungsschichten 4, 5 sind jeweils für den für den Kanalbereich
3 vorgesehenen Leitfähigkeitstyp n-leitend dotiert. Der Ka
nal-Bereich 3 selbst ist undotiert. Der Source-Bereich 6 und
der Drain-Bereich 7 sind beide hoch n-leitend dotiert. Die
Gate-Kontaktschicht 10, die auch weggelassen sein kann, ist
nicht oder niedrig n-leitend dotiert, so daß ein guter
Schottky-Kontakt zwischen dem Metall des Gate-Kontaktes und
dem Halbleitermaterial bewirkt ist. Alternativ kann die Gate-
Kontaktschicht 10 auch p-leitend dotiert sein, so daß ein p-
n-Übergang den Kontakt zwischen dem Metall des Gate-Kontaktes
und dem Halbleitermaterial herstellt. Die Trennschichten 8, 9
trennen die unterschiedlich dotierten Bereiche voneinander
und sind über und unter dem Kanal-Bereich 3 ausreichend dünn,
so daß Ladungsträger aus den dotierten Schichten in den Ka
nal-Bereich gelangen können. Diese Trennschichten 8, 9 können
auch weggelassen sein.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist die Zusammensetzung
des Kanal-Bereiches 3 InyGa1-yAs und die Zusammensetzung der
Begrenzungsschichten 4, 5 AlxGa1-xAs. Dabei braucht x für die
beiden Begrenzungsschichten nicht gleich zu sein. Für die Be
grenzungsschichten kommen auch InGaP oder AlInGaP in Frage.
Der In-Gehalt im Kanal-Bereich wird im oberen Teil größer ge
wählt als im unteren Teil. Als Beispiel kann bei einem 12 nm
dicken InGaAs-Kanal z. B. in dem oberen 6 nm dicken Anteil
des Kanals In0,3Ga0,7As und in dem unteren 6 nm dicken Anteil
des Kanals In0,2Ga0,8As oder z. B. in dem oberen 6 nm dicken
Anteil des Kanals In0,35Ga0,65As und in dem unteren 6 nm dicken
Anteil des Kanals In0,15Ga0,85As verwendet werden. Damit ist
der In-Anteil y im Mittel 0,25, wie er auch für einen konven
tionellen DH-PHEMT gewählt werden könnte.
Damit erhält man einen Verlauf der unteren Grenze des Lei
tungsbandes Ec, wie er in den Fig. 6 und 7 dargestellt
ist. Die Diskontinuität im Verlauf der Leitungsbandkante ist
an der unteren Begrenzung des Kanal-Bereiches genauso groß
wie beim konventionellen DH-PHEMT, so daß dessen guter Ein
schluß der Ladungsträger im Kanal unter dem Einfluß hoher
Felder erhalten bleibt. Bei Gatespannungen nahe der Ab
schnürspannung (Bedingungen für rauscharmen Betrieb) befinden
sich die Ladungsträger jedoch nicht nahe der unteren Begren
zung des Kanals, sondern vergleichbar zum konventionellen SH-
PHEMT mehr in der Kanalmitte (s. Fig. 6). Bei positiveren
Gatespannungen wandert das Maximum der Ladungsträgervertei
lung näher an die obere Begrenzung des Kanals (s. Fig. 7),
was zu einer maximalen Steilheit führt, die ebenfalls ver
gleichbar zum konventionellen SH-PHEMT ist. Da aber die Kon
zentration der Ladungsträger im Kanal und gleichzeitig die
Diskontinuität im Leitungsband an der oberen Begrenzung des
Kanal-Bereiches wesentlich höher ist als im herkömmlichen SH-
PHEMT, setzen Leitungseffekte in der Begrenzungsschicht 5 aus
AlGaAs zwischen dem Gate-Kontakt 11 und dem Kanal-Bereich 3
erst sehr spät ein, und zwar noch später als selbst im kon
ventionellen DH-PHEMT.
Wegen der eingangs erläuterten Verspannung der InGaAs-Kanal
schicht, verursacht durch die vom umgebenden AlGaAs abwei
chende Gitterkonstante, kann der In-Anteil im Kanal nicht be
liebig erhöht werden. Ein mögliches weiteres Ausführungsbei
spiel des erfindungsgemäßen HEMT sieht z. B. einen mittleren
In-Anteil im Kanal von 0,29 vor. In einem 10 nm dicken In-
GaAs-Kanal ist z. B. der obere 6 nm dicke Anteil des Kanals
In0,35Ga0,65As und der untere 4 nm dicke Anteil des Kanals
In0,2Ga0,8As.
Statt der angegebenen Aufteilung des Kanals in zwei Bereiche
homogener Zusammensetzung können mehrere Stufen der Zusammen
setzung vorgesehen sein. Als Beispiel kann in einem 12 nm
dicken InGaAs-Kanal (mit Begrenzungsschichten z. B. aus Al-
GaAs) z. B. in dem oberen 4 nm dicken Anteil des Kanals
In0,3Ga0,7As, in dem mittleren 4 nm dicken Anteil des Kanals
In0,25Ga0,75As und in dem unteren 4 nm dicken Anteil des Kanals
In0,2Ga0,8As vorhanden sein (mittlerer In-Anteil 0,25). Als
weiteres Beispiel kann in einem 10 nm dicken InGaAs-Kanal
(mit Begrenzungsschichten z. B. aus AlGaAs) in dem oberen
3 nm dicken Anteil des Kanals In0,4Ga0,6As, in dem mittleren
3 nm dicken Anteil des Kanals In0,3Ga0,7As und in dem unteren
4 nm dicken Anteil des Kanals In0,2Ga0,8As vorhanden sein
(mittlerer In-Anteil 0,29). Es kann auch eine graduelle Va
riation der Zusammensetzung vorhanden sein. Die Gradierung
der Mischkristallzusammensetzung kann sich über die gesamte
Dicke des Kanal-Bereiches erstrecken oder nur in einem
schichtartigen Anteil vorhanden sein. Da die Schicht, die den
Kanal-Bereich des pseudomorphen HEMT bildet, sehr dünn sein
muß und ggf. nur wenige Atomlagen umfaßt, ist eine derartige
Gradierung praktisch eine vielstufige Änderung. Bei Verwen
dung von InGaAs für den Kanal-Bereich ist es vorteilhaft,
wenn die atomaren Anteile von In an den Mischkristallzusam
mensetzungen des Kanal-Bereiches auf den niedrigsten Wert be
zogen um mindestens 30% variieren.
Wesentlich für den erfindungsgemäßen HEMT ist es, daß die un
tere Grenze des Leitungsbandes nach oben, d. h. zum Gate-Kon
takt 11 hin, gegenüber einem Kanal mit homogener Zusammen
setzung erniedrigt wird. Diese Erniedrigung kann wie in dem
beschriebenen Ausführungsbeispiel an einer Ebene im Innern
des Kanal-Bereiches sprunghaft erfolgen (Unstetigkeit der Ec-
Kurve in der Mitte des Kanals in den Fig. 6 und 7). Bei
einer gradierten Mischkristallzusammensetzung wird entspre
chend die Ec-Kurve im Kanal nach links (abnehmender Abstand d
von der Oberseite des Halbleiterkristalls) progressiv er
niedrigt.
Auf diese Weise vereinigt der PH-PHEMT mit gestuftem Kanal
die Vorteile des konventionellen SH-PHEMT, nämlich hohe Spit
zensteilheit und gutes Rauschverhalten, mit den Vorteilen des
konventionellen DH-PHEMTs, nämlich hoher Ladungsträgerdichte,
gutem Ladungsträgereinschluß auch bei hohen Feldern, und gro
ßem Gatespannungshub ohne parasitäre Transportphänomene in
der Schicht zwischen Gate und Kanal. Er ist damit gleichzei
tig geeignet für rauscharme Kleinsignalschaltungen, lineare
Schaltungen und Leistungsschaltungen, und zwar bis zu höch
sten Frequenzen von etwa 100 GHz.
Claims (9)
1. HEMT mit einem Source-Bereich (6), einem Kanal-Bereich
(3), einem Drain-Bereich (7), je einem Kontakt (12) in elek
trisch leitender Verbindung mit diesem Source-Bereich bzw.
diesem Drain-Bereich und einem Gate-Kontakt (11),
bei dem zur Ausbildung einer pseudomorphen Doppelheterostruk tur zwischen diesem Kanal-Bereich und diesem Gate-Kontakt ei ne obere Begrenzungsschicht (5) und auf der von diesem Gate- Kontakt abgewandten Seite dieses Kanal-Bereiches eine untere Begrenzungsschicht (4) angeordnet sind,
bei dem dieser Kanal-Bereich und diese Begrenzungsschichten unterschiedliche Halbleitermaterialien sind, so daß das Mini mum der unteren Grenze des Leitungsbandes in jeder dieser Be grenzungsschichten größer ist als das Maximum der unteren Grenze des Leitungsbandes in dem Kanal-Bereich,
bei dem diese Begrenzungsschichten n-leitend dotiert sind und bei dem der Kanal-Bereich eine Mischkristallzusammensetzung aufweist, die in der Richtung von dieser unteren Begrenzungs schicht zu dieser oberen Begrenzungsschicht kontinuierlich oder in mindestens einer Stufe derart variiert, daß in dem Kanal-Bereich in jedem Abstand von der unteren Begrenzungs schicht die untere Grenze des Leitungsbandes nicht höher liegt, als der Fall wäre, wenn die Mischkristallzusammenset zung in dem Bereich von diesem betreffenden Abstand von der unteren Begrenzungsschicht bis zu einem beliebigen geringeren Abstand von der unteren Begrenzungsschicht in dem Kanal-Be reich homogen und gleich der Mischkristallzusammensetzung in diesem geringeren Abstand von der unteren Begrenzungsschicht wäre, und daß
in wenigstens einem Abstand von der unteren Begrenzungs schicht die untere Grenze des Leitungsbandes niedriger liegt, als der Fall wäre, wenn die Mischkristallzusammensetzung in dem Bereich von diesem betreffenden Abstand von der unteren Begrenzungsschicht bis zu der der unteren Begrenzungsschicht zugewandten Begrenzung des Kanal-Bereiches gleich der Misch kristallzusammensetzung des Kanal-Bereiches an dieser Begren zung wäre.
bei dem zur Ausbildung einer pseudomorphen Doppelheterostruk tur zwischen diesem Kanal-Bereich und diesem Gate-Kontakt ei ne obere Begrenzungsschicht (5) und auf der von diesem Gate- Kontakt abgewandten Seite dieses Kanal-Bereiches eine untere Begrenzungsschicht (4) angeordnet sind,
bei dem dieser Kanal-Bereich und diese Begrenzungsschichten unterschiedliche Halbleitermaterialien sind, so daß das Mini mum der unteren Grenze des Leitungsbandes in jeder dieser Be grenzungsschichten größer ist als das Maximum der unteren Grenze des Leitungsbandes in dem Kanal-Bereich,
bei dem diese Begrenzungsschichten n-leitend dotiert sind und bei dem der Kanal-Bereich eine Mischkristallzusammensetzung aufweist, die in der Richtung von dieser unteren Begrenzungs schicht zu dieser oberen Begrenzungsschicht kontinuierlich oder in mindestens einer Stufe derart variiert, daß in dem Kanal-Bereich in jedem Abstand von der unteren Begrenzungs schicht die untere Grenze des Leitungsbandes nicht höher liegt, als der Fall wäre, wenn die Mischkristallzusammenset zung in dem Bereich von diesem betreffenden Abstand von der unteren Begrenzungsschicht bis zu einem beliebigen geringeren Abstand von der unteren Begrenzungsschicht in dem Kanal-Be reich homogen und gleich der Mischkristallzusammensetzung in diesem geringeren Abstand von der unteren Begrenzungsschicht wäre, und daß
in wenigstens einem Abstand von der unteren Begrenzungs schicht die untere Grenze des Leitungsbandes niedriger liegt, als der Fall wäre, wenn die Mischkristallzusammensetzung in dem Bereich von diesem betreffenden Abstand von der unteren Begrenzungsschicht bis zu der der unteren Begrenzungsschicht zugewandten Begrenzung des Kanal-Bereiches gleich der Misch kristallzusammensetzung des Kanal-Bereiches an dieser Begren zung wäre.
2. HEMT nach Anspruch 1,
bei dem ein bestimmter Abstand von der unteren Begrenzungs
schicht (4) existiert, unterhalb dessen der Kanal-Bereich (3)
eine homogene Mischkristallzusammensetzung aufweist, und bei
dem ein bestimmter Abstand von der unteren Begrenzungsschicht
(4) existiert, oberhalb dessen der Kanal-Bereich eine andere
homogene Mischkristallzusammensetzung aufweist.
3. HEMT nach Anspruch 2,
bei dem der Kanal-Bereich auch zwischen diesen bestimmten Ab
ständen eine homogene Mischkristallzusammensetzung aufweist,
die von den Mischkristallzusammensetzungen zwischen jeweils
einer Begrenzung des Kanal-Bereiches und dem dazu nächstgele
genen dieser bestimmten Abstände verschieden ist.
4. HEMT nach Anspruch 2,
bei dem diese bestimmten Abstände gleich sind.
5. HEMT nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
bei dem der Kanal-Bereich (3) InxGa1-xAs ist und die Variation
der Mischkristallzusammensetzung durch variierte In- und Ga-
Anteile bewirkt ist.
6. HEMT nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
bei dem die Begrenzungsschichten (4, 5) AlGaAs sind.
7. HEMT nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
bei dem die Begrenzungsschichten (4, 5) InGaP sind.
8. HEMT nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
bei dem die Begrenzungsschichten (4, 5) AlInGaP sind.
9. HEMT nach einem der Ansprüche 5 bis 8,
bei dem die atomaren Anteile von In an den Mischkristallzu
sammensetzungen des Kanal-Bereiches auf den niedrigsten Wert
bezogen um mindestens 30% variieren.
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