Die Erfindung betrifft eine Arretiereinrichtung zur Lagefixierung eines
beweglichen Schaltungs- oder Stellelementes, insbesondere für eine
Schaltung eines Getriebes, gemäß den oberbegriffsbildenden Merkmalen
von Anspruch 1.
Eine derartige Arretiereinrichtung für die Schaltung eines Schaltgetriebes ist
aus der DE 42 30 369 A1 vorbekannt, bei der eine federkraftbeaufschlagte
Rastkugel in einer V-förmig bzw. dachförmig gestalteten Schaltkulisse
geführt ist. Die bekannte Arretiereinrichtung ist weiterhin mit einer
Rampenkontur versehen, die unterschiedliche Flankenhöhen aufweist,
wodurch sich eine unsymmetrische Rampenkontur einstellt. Für die
Rastkugel ist zur Überwindung dieser dachförmig gestalteten Rampenkontur
ein unerwünscht großes, linear ansteigendes Schaltmoment erforderlich,
wodurch sich richtungsabhängig unterschiedliche Schaltmomente
einstellen.
Die DE 30 48 093 A1 zeigt eine Arretiereinrichtung mit einer kurvenförmigen
Rampenkontur, an der sich die Rastkugel über zwei Anlenkpunkte abstützt.
Der jeweilige Anlagepunkt der Rastkugel ist nicht definiert und damit keine
spezifische Anlage festgelegt, an der die Rastkugel an der Rampenkontur
abgestützt ist. Die Fig. 5 dieses Dokuments zeigt eine unsymmetrisch
gestaltete Rastkontur, mit unterschiedlich geneigten Seiten.
Aufgabe der Erfindung ist es, unter Beibehaltung einer hohen Rastsi
cherheit den Schaltkraftverlauf zu optimieren und das Verschleißverhalten
der sich berührenden Teile zu verbessern.
Diese Aufgabe wird durch die in dem Kennzeichnungsteil von Anspruch 1
genannten Merkmale gelöst. Die Erfindung weist gegenüber dem Bekannten
einen Anlagepunkt der Rastkugel auf, der im Wendepunkt der
Rampenkontur liegt. Der Wendepunkt ergibt sich mathematisch ausgedrückt
in dem Bereich der Kurve, in dem die Kurvenkrümmung das Vorzeichen
ändert. Der Anlagepunkt ist auch bestimmbar durch einen Verlauf der
Rampenkontur in Form einer Kurvenkrümmung, die im Anlagepunkt das
Vorzeichen ändert, d. h. in dem Graphen der Kurve schließt sich an einen
konvexen Kurventeil ein konkaver Teil an. Eine weitere Definition des
Anlagepunktes ist durch eine Tangente gegeben, die durch den
Anlagepunkt geführt ist und die übereinstimmt mit der Lage der
Rampenkontur und an die sich vom Anlagepunkt ausgehend in beiden
Richtungen ein Radiusansatz anschließt.
Auf diese Weise stellt sich für die erfindungsgemäße Arretiereinrichtung,
die in einer Getriebeschaltung eingesetzt ist, eine reibungsarme Betätigung
dar, die das Verschleißverhalten der sich berührenden Teile in vorteilhafter
Weise reduziert, wodurch die Einsatzlebensdauer erhöht werden kann.
Aufgrund der Lage des Anlagepunktes der Rastkugel, der mit dem
Wendepunkt der Rampenkontur übereinstimmt, läuft bei einer Schaltung, d. h.
Bewegung der erfindungsgemäßen Arretiereinrichtung, die Rastkugel
unmittelbar auf einer durch den Radiusansatz vorgegebenen Kurvenlauf
bahn. Damit stellt sich für eine Schaltung ein optimaler Kraft-/Wegverlauf
ein, der die Schalthysterese vorteilhaft verringert, wünschenswerte steile
und spitze Schaltübergänge ermöglicht und damit ein optimales
Schaltgefühl vermittelt bei gleichzeitiger Erfüllung der Rastsicherheit.
In einer Ausgestaltung der Erfindung nach Anspruch 2 ist der Anlagepunkt
unter einem Winkel von 45° zum Mittelpunkt der Rastkugel angeordnet.
Damit stellt sich ebenfalls ein Steigungswinkel von 45° der Rampenkontur
zur Vertikalebene der Rastnut ein.
Gemäß Anspruch 3 ist eine zulässige Abweichung vom idealen Anlage
punkt, die sich beispielsweise durch Fertigungsungenauigkeiten oder
Toleranzen ergeben kann, von ±10° zulässig.
Nach Anspruch 4 ist es zweckmäßig, daß die Radien, die sich vom Wende
punkt der Rampenkontur anschließen, jeweils kleiner sind als der Radius
der Rastkugel. Dabei hat es sich als günstig erwiesen, den in Richtung der
Rastnut weisenden Radius wiederum größer auszuführen als den Radius,
der zum Vorsprung der Rastnut zeigt und der eine seitliche Begrenzung
darstellt.
Nach Anspruch 5 ist es zweckdienlich, das Raststück einschließlich der
seitlichen äußeren Flanken so zu gestalten, daß es im Querschnitt dem
Buchstaben "M" gleicht zur Erreichung von drei Raststellungen, wobei die
Übergänge stark gerundet ausgeführt sind. Diese Ausbildung begünstigt
den Kraftverlauf und stellt unter den Gesichtspunkten der Festigkeit eine
optimale Gestaltung dar.
Gemäß Anspruch 6 ist das Raststück spanlos zu
fertigen und damit auch für Großserien kostengünstig herstellbar.
Der Erfindungsgegenstand wird anhand der Zeichnung näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 in einem vergrößerten Maßstab die in einer Rastnut
geführte Rastkugel einer Arretiereinrichtung;
Fig. 2 den Kurvenverlauf bisheriger Arretiereinrichtungen;
Fig. 3 den Kurvenverlauf einer erfindungsgemäßen Arre
tiereinrichtung.
Von einer Arretiereinrichtung 1 üblicher Bauart ist in Fig. 1 eine Rastkugel
2 vergrößert abgebildet, die in einer Rastnut 3 gehalten ist, welche in einem
Raststück 4, beispielsweise einer Schaltkulisse, eingebracht ist. Die
Rastkugel 2 stützt sich über zwei Anlagepunkte 5 an einer Rampenkontur 6
ab. Der Anlagepunkt 5 entspricht dabei jeweils einem Wendepunkt der
kurvenförmig gestalteten Rampenkontur 6. Zur Erreichung eines optimierten
Schaltkraftverlaufs sowie zur Erreichung einer sicheren Fixierung der
Rastkugel ist erfindungsgemäß die Rampenkontur 6 auf die Rastkugel 2
abgestimmt. Dazu stimmt der Anlagepunkt 5 überein mit einem
Wendepunkt der Rampenkontur 6. Zur genauen Lagedefinition des
Anlagepunktes 5 dient eine durch den Anlagepunkt 5 geführte Tangente 8,
von der ausgehend sich in beiden Richtungen ein Radiusansatz der
Rampenkontur 6 anschließt. Der Anlagepunkt 5 steht dabei unter einem
Winkel α von 45° zu einem Mittelpunkt 7 der Rastkugel 2.
Dementsprechend stellt sich ebenfalls ein Steigungswinkel γ von 45° der
Rampenkontur 6 ein, der damit übereinstimmt mit dem Winkel α. Der Winkel
β gibt eine zulässige Abweichung vom idealen Anlagepunkt 5 an, die in
beiden Richtungen maximal 10° beträgt.
In Fig. 2 ist der für die Betätigung einer bisherigen Arretiereinrichtung
erforderliche Momentenverlauf gezeigt, der sich einstellt bei einer
Getriebeschaltung, d. h. bei einem Gangwechsel. Auf der Abzisse ist der
Schwenkwinkel aufgetragen und das zur Schaltung aufzubringende Moment
kann der Ordinate entnommen werden. Dabei ist sowohl für den
Schwenkwinkel als auch für das Moment ein Nullpunkt angegeben, von dem
ausgehend in beiden Richtungen sich ein vom absoluten Wert her wei
testgehend übereinstimmender Schwenkwinkel und auch Momentenverlauf
einstellt. Die Beabstandung zwischen den beiden Kurvenverläufen stellt den
Grad der Schalthysterese dar.
Die Fig. 3 zeigt den erfindungsgemäßen optimierten Kurvenverlauf.
Abweichend zu Fig. 2 ergibt sich eine deutliche Reduzierung der
erforderlichen Schaltkraft, - verdeutlicht durch den Momentenverlauf - sowie
eine verringerte Schalthysterese. Außerdem zeigt der Kurvenverlauf einen
wünschenswerten spitzen, scharfkantigen Momentenverlauf an den
Übergängen.