DE19545189C2 - Lötvorrichtung mit abrupter Trennung des Lotstroms - Google Patents
Lötvorrichtung mit abrupter Trennung des LotstromsInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Lötvorrichtung mit
den Merkmalen des Oberbegriffs von Anspruch 1.
Derartige Lötvorrichtungen sind z. B. aus "Kuhn, Hubert: We
niger Lot ins Depot, 3D-Welle senkt Fehlerrate; in: PROIG,
Heft 1, 25.2.1994, S. 20-22" und "Löten in der dritten Di
mension; Werbeprospekt der Firma Streckfuß GmbH, Eggen
stein" bekannt.
Bei Lötvorrichtungen gemäß dem Stand der Technik tritt oft
das Problem auf, daß an den gelöteten Leiterplatten Lot
brücken entstehen. Dies kann die Ursache für spätere Kurz
schlüsse sein, die zwischen Leitern auftreten, welche nicht
miteinander verbunden sein sollten. Dieses Problem tritt in
besonderem Maße nicht ausschließlich beim Löten unter
Schutzgasatmosphäre auf. Im oben zitierten Stand der Tech
nik wird diesem Problem durch Verändern der Geometrie der
Lötvorrichtung begegnet.
Vermutlich führt die sauerstofflose Atmosphäre zu einem An
steigen der Oberflächenspannung, was zur Entwicklung von
Lotbrücken beiträgt.
Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine verbes
serte Lötvorrichtung zu schaffen.
Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung nach Anspruch 1
gelöst.
Infolge der Merkmale im kennzeichnenden Teil des Anspruchs
1 wird der Lotstrom abrupt von der Leiterplatte abgeleitet,
so daß die Möglichkeiten für die Entwicklung von Lotbrücken
und daraus resultierenden Kurzschlüssen an der Leiterplatte
wesentlich reduziert sind. Dabei bleibt die übliche Geome
trie der Lötvorrichtung erhalten.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform sind Führungsmittel
so ausgebildet, daß sie den Lotschwall von den zu lötenden
Werkstücken in eine Richtung führen, die mit einem Winkel
zwischen 45° und 135° zur Ebene der zu lötenden Werkstücke
verläuft.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform sind die Führungs
mittel so ausgebildet, daß sie den Lotschwall von den zu
lötenden Werkstücken in eine Richtung führen, die sich in
einem Winkel zwischen 20° und 100° zur Ebene der zu löten
den Werkstücke erstreckt.
Im folgenden wird die vorliegende Erfindung anhand der be
gleitenden Figuren näher erläutert, in welchen zeigt:
Fig. 1 eine erste Ausführungsform der vorliegenden Erfin
dung im Schnitt;
Fig. 2 eine zweite Ausführungsform der vorliegenden Erfin
dung im Schnitt; und
Fig. 3 eine dritte Ausführungsform der vorliegenden Erfin
dung im Schnitt.
Die in der Fig. 1 dargestellte Vorrichtung zeigt einen Lot
tank 1, der mit Lötzinn 2 gefüllt ist. Der Ausdruck Lötzinn
soll jedes mögliche Gemisch von Lötmetall umfassen, das zur
gegenseitigen Verbindung von anderen Metallen geeignet ist.
Ein solches Gemisch muß nicht notwendigerweise Zinn enthal
ten.
Oberhalb des Tanks 1 ist ein Förderband 3 vorgesehen, um
die zu lötenden Werkstücke, im vorliegenden Fall Leiter
platten 4, zu transportieren. Ein derartiges Förderband ist
Gegenstand der NL-PA 8901014. Selbstverständlich können
auch andere Arten von Fördereinrichtungen verwendet werden.
Weiterhin sind in dem Lottank zwei Lotschächte 5 und 6 an
geordnet. Der erste Lotschacht hat eine Tülle 7, die zum
Erzeugen eines Lotstrahls 8 geeignet ist, welcher die Lei
terplatte von unten berührt. Daher ist in dem Lotschacht 5
eine Pumpe 9 vorgesehen, die mit der Lottülle 7 über einen
Kanal 10 verbunden ist.
Der zweite Lotschacht 6 hat einen Schwallformer zum Erzeu
gen eines Lotschwalls. In dem zweiten Lotschacht 6 ist eine
Pumpe 11 vorgesehen, die mit dem Schwallformer 13 über
einen Kanal 12 verbunden ist. Weiterhin ist anzumerken, daß
beide Pumpen 9 und 11 das geschmolzene Lot aus dem Lottank
1 pumpen.
Der Schwallformer 13 hat ein vorderes Überlaufwehr 14 und
ein hinteres Überlaufwehr 15. Das vordere Wehr 14 ist mit
einer Führungsplatte 16 verbunden, um den Frontalteil des
Lotschwalls, der am Schwallkanal 12 austritt, auf die Füll
höhe des Lotes 2 im Tank 1 so zu führen, daß ein Spritzen
und Bilden von Tröpfchen soweit als möglich vermieden wird.
An der Rückseite ist das Wehr 15 mit einer rückwärtigen
Führungsplatte 17 verbunden, die den Lotschwall, welcher am
Lotkanal austritt, so führt, daß der Lotschwall abrupt von
dem zu lötenden Werkstück, d. h. der Leiterplatte, abrupt an
der Stelle 18 getrennt wird. Weiterhin hat die rückwärtige
Platte 17 eine leicht konkave Form, so daß der Lotstrom,
der über diese Platten fließt, eine ausgeprägtere horizon
tale Bewegungskomponente hat, wenn er auf der Höhe des
Fluidpegels des Lotes in den Lottank 1 eintritt. Dies trägt
zum Vermeiden von Verspritzen bei.
Die Platte 17 bildet zusammen mit dem Wehr 15 mit einer
Verbindungsplatte 19 ein einstückiges Bauteil, das an der
Wand 20 des Lotschachtes mittels einer Schraubverbindung 21
befestigt ist. Diese Schraubverbindung 21 ist so ausgebil
det, daß die Höhe des Wehres 15 und damit der Platte 17
eingestellt werden kann.
Die Vorrichtung ist hauptsächlich dafür gedacht, bei Löt
vorrichtungen verwendet zu werden, bei welchen der Lötvor
gang in einer nicht-oxidierenden Atmosphäre durchgeführt
wird, d. h. in einer Atmosphäre mit einem sog. Schutzgas.
Die Durchführung des Lötvorganges und der Schutz durch das
Schutzgas führt im allgemeinen zu einer Lötverbindung mit
einer verbesserten Qualität.
Als Konsequenz aus der Tatsache, daß die Oxidationsprobleme
in einer solchen Situation weniger häufig sind, führt die
Durchführung des Lötvorganges zu dem Problem, daß zwischen
an der Leiterplatte vorstehenden Drähten Brücken an der
Stelle gebildet werden, wo der Lotschwall die Leiterplatte
verläßt. Das Ausbilden solcher Brücken wird durch die sau
erstofflose Atmosphäre begünstigt, die ansonsten einen ver
bessernden Einfluß auf die Qualität der Lötverbindungen
hat. Daraus folgend ist die vorliegende Erfindung ganz be
sonders für Lötvorrichtungen geeignet, die ein Schutzgas
verwenden. Sie kann aber auch bei solchen Lötvorrichtungen
angewandt werden, die einen Lötvorgang in einer normalen
sauerstoffhaltigen Atmosphäre durchführen.
Die Konstruktion gemäß der vorliegenden Erfindung führt zu
einem abrupten Trennen des Lotschwalls von dem zu lötenden
Werkstück am Ort 18. Dieses Merkmal führt zu der Tatsache,
daß es kaum irgendeine Gelegenheit für den Lotschwall gibt,
zwischen Teilen des zu lötenden Werkstückes, d. h. der Lei
terplatte, unerwünschte Verbindungen zu schaffen, wie dies
in Situationen der Fall ist, bei denen der Lotschwall nur
leicht von dem zu lötenden Werkstück abweicht, was eine Si
tuation ist, die die Ausbildung von unerwünschten Brücken
zwischen nicht zu verbindenden Teilen begünstigt. Die vor
liegende Erfindung vermeidet dies durch die abrupte Tren
nung des Lotschwalls von der Leiterplatte.
Fig. 2 zeigt eine Ausführungsform, die im wesentlichen der
in der Fig. 1 dargestellten Konstruktion entspricht. Bei
der in der Fig. 2 gezeigten Ausführungsform ist jedoch der
obere Teil der Wand 20 des Lotschachtes 6 durch einen ein
stellbaren Teil 23 ersetzt worden. Der einstellbare Teil 23
besteht aus einem Wagen 24, der in horizontaler Richtung
über einen Streifen 25 verschiebbar ist, der mit dem unte
ren, verbleibenden Teil der Wand 20 verbunden ist.
Der Wagen ist mittels einer Schraube 26, die sich durch
eine Gewindebohrung 27 erstreckt, welche in dem Wagen 24
vorgesehen ist, einstellbar. Der Kopf der Schraube 26 ist
mit einem Streifen 27 der Lotschachtkonstruktion verbunden.
Der Wagen ist mit einer Platte 29 verbunden, die den oberen
Teil der rückwärtigen Wand der Lotschachtes bildet, an wel
cher, genauso wie bei der vorherigen Ausführungsform, der
Teil bestehend aus der rückwärtigen Wand 15, der rückwärti
gen Führungsplatte 17 und der Verbindungsplatte 19 mittels
einer Schraube-Mutter-Verbindung 21 befestigt ist.
Diese Konstruktion erlaubt nicht nur die Einstellung der
Höhe der rückwärtigen Wand des Lotschachtes, sondern auch
der Breite des am Schacht austretenden Lotschwalls.
Schließlich unterscheidet sich die in der Fig. 3 gezeigte
Ausführungsform von der in der Fig. 2 gezeigten Ausfüh
rungsform durch die Tatsache, daß die Neigung der rückwär
tigen Führungsplatte 17 mittels eines Bügels 29 einstellbar
ist, der mit der Führungsplatte verbunden ist, und einer
Schraube 30, die sich durch eine Gewindebohrung 31 in dem
Bügel erstreckt, wobei das freie Ende der Schraube am Wagen
24 anliegt. Diese Einstellbarkeit wird beispielsweise dazu
verwendet, die Neigung der Führungsplatte an eine mögliche
Änderung der Neigung der Fördereinrichtung 3 anzupassen.
Obwohl alle drei beschriebenen Ausführungsformen alle drei
zwei Lotschächte aufweisen, ist es für den Fachmann offen
sichtlich, daß die Erfindung auch in einer Situation anzu
wenden ist, bei der nur ein einziger Lotschacht vorhanden
ist.
Es versteht sich ferner, daß der Umfang der vorliegenden
Anmeldung nicht auf die gezeigten Ausführungsformen be
grenzt ist, sondern daß der Schutzumfang der vorliegenden
Erfindung durch die begleitenden Patentansprüche bestimmt
ist.
Claims (11)
1. Lötvorrichtung mit:
- 1. einem Lottank (1),
- 2. mindestens einem, im Lottank (1) angeordneten Lot schacht (5, 6),
- 3. Transportmitteln (3) zum Transportieren von zu lö tenden Werkstücken (4) über den Lotschacht (5, 6),
- 4. einem am Lotschacht (6) vorhandenen Überlaufwehr (15), das ein Überlaufen des Lots parallel zur Trans portrichtung des zu lötenden Werkstückes (4) ermöglicht und
- 5. am Überlaufwehr (15) befestigte Führungsmittel (17),
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Führungsmittel (17) so ausgebildet sind, daß das
Lot von dem zu lötenden Werkstück (4) in einem Winkel von
45° bis 135° zur Oberfläche des zu lötenden Werkstücks weg
geführt wird.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Führungsmittel (17) so ausgebildet sind, daß das
Lot von dem zu lötenden Werkstück (4) in einem Winkel von
60° bis 120° zur Oberfläche des zu lötenden Werkstücks weg
geführt wird.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Führungsmittel (17) so ausgebildet sind, daß das
Lot von dem zu lötenden Werkstück (4) in einem Winkel von
80° bis 100° zur Oberfläche des zu lötenden Werkstücks weg
geführt wird.
5. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsmittel eine Füh
rungsplatte (17) aufweisen, die sich ausgehend von der
Oberseite des Überlaufwehrs (15) in spitzem Winkel nach un
ten erstreckt.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
daß der Lotschacht Mittel zum Einstellen der Höhe der Füh
rungsplatte (17) und des Überlaufwehrs (15) aufweist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Lotschacht (6) Mittel zum Einstellen des
Überlaufwehrs (15) und der Führungsplatte (17) in horizon
taler Richtung hat.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6, 7 oder 8, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Neigung der Führungsplatte (17) ein
stellbar ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Führungsmittel (17) mit der Vertikalen einen Winkel
von 20° einnehmen.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, daß die Führungsplatte (17) in Richtung
nach oben konvex ist.
11. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung wenigstens zwei
Lotschachte (5) und (6) aufweist und daß nur der in der
Transportrichtung am weitesten stromabwärts liegende
Schacht (6) Führungsmittel gemäß Patentanspruch 1 aufweist.
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