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Die
Erfindung betrifft eine Maschine, insbesondere Buchdeckenmaschine,
zum Anbringen von flächig
beleimten Bezugsmaterialnutzen auf Träger, wie Pappen, mit einer
Beleimeinrichtung und mit einer Zufuhreinrichtung zum Fördern einzelner
Bezugsmaterialnutzen zu der Beleimeinrichtung.
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Zum
Entfernen der Ecken von Bezugsmaterialnutzen für Buchdecken finden in der
maschinellen, vom Einzelnutzen ausgehenden Buchdeckenfertigung Eckenabschneidvorrichtungen
als Tischgeräte Verwendung,
in die jeweils kleine Teilstapel auf eine Auflagefläche mit
einem Winkelanschlag gelegt und nacheinander alle vier Ecken des
Teilstapels mittels eines durch Handhebel zu betätigenden absenkbaren Werkzeuges
abgetrennt werden.
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Aus
der
DE 36 13 511 A1 ist
beispielhaft eine Eckenabschneidvorrichtung der genannten Bauart bekannt,
die als Werkzeug ein Topfmesser mit einer Schneidkante an der Stirnseite
des Topfrandes aufweist, wodurch ein sauberer und gleichmäßiger Schnitt
erreicht werden soll.
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Das
Entnehmen der Teilstapel; das Anlegen und Ausrichten sowie das Abschneiden
der einzelnen Ecken ist insgesamt betrachtet ein außerordentlich
zeit- und arbeitsintensiver
Vorgang und nimmt einen erheblichen Teil der Zeit des Maschinenführers in Anspruch.
Das Anlegen und Ausrichten der Teilstapel muß zudem sorgfältig ausgeführt werden,
um Ungenauigkeiten beim Schneiden auszuschließen.
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Im
Hinblick auf eine Automatisierung sowie Verbesserung der Schnittqualität und Schnittgenauigkeit
wird in der
DE 41 04
428 A1 derselben Anmelderin eine Vorrichtung zum Entfernen
der Ecken an gestapelten Überzugsmaterialnutzen
in einer Buchdeckenmaschine unter Schutz gestellt mit einer Eckenabschneideinrichtung
mit Schneidmessern zum gleichzeitigen Entfernen aller vier Ecken
der gestapelten Nutzen. Hierzu befinden sich die gestapelten Überzugsmaterialnutzen
auf einem fahrbaren Stapelhubtisch, der vom Maschinenführer aus
einer Position zum Beladen mit Nutzenstapeln in eine Position in
der Eckenabschneideinrichtung sowie in eine Position zum Nutzenanlegen
in der Buchdeckenmaschine gefahren wird.
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Vorzugsweise
gelangen zwei fahrbare Stapelhubtische wechselweise zum Einsatz,
derart, daß gleichzeitig
die Ecken eines Nutzenstapels des einen Hubtisches entfernt und
die Nutzen eines Stapels des anderen Hubtisches vereinzelt werden.
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Aus
der
DD 1291 A ist
ein Verfahren und eine Maschine zur maschinellen Herstellung von
Einbanddecken für
Bücher
bekannt, in der das Überzugsmaterial
direkt von der Rolle zugeführt
wird, wobei zwei Bahnen eines Überzugsmaterials
mit einem Rückenstreifen
zu einer Bahn zusammengeklebt werden. Das zusammengeklebte Bezugsmaterial
wird von Transportwalzen einer Stanzeinrichtung zum Abschneiden
der Einzelnutzen zugeführt.
Die Stanzvorrichtung weist zusätzlich
zum Stanzmesser V-förmige
Stanzecken auf, mit der gleichzeitig die Ecken vom Bezugsnutzen
entfernt werden.
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Dabei
werden jeweils die beiden Ecken der nachlaufenden Kante des in dem
Moment abgetrennten Bezugsnutzens entfernt und es werden gleichzeitig
die beiden Ecken der vorlaufenden Kante des nächsten Bezugsnutzens entfernt,
welcher beim nächsten
Stanzvorgang von der Bahn abgetrennt wird.
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Nachteilig
dabei ist, dass das Stanzmesser mit den Stanzecken ausgetauscht
werden muss, wenn sich die Bahnbreite ändert oder die Ecken größer oder
kleiner ausgeschnitten werden sollen.
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Aus
der
DE 42 38 560 A1 ist
eine Vorrichtung zum Zuführen
von Bezügen
zu einer Briefordner- oder Buchdeckenmaschine bekannt, bei der eine
Bezugsbahn kontinuierlich von einer Vorratsrolle abgezogen wird
und einzelne Bezugsnutzen von der kurzzeitig angehaltenen Bezugsbahn
mittels einer taktweise gesteuerten Trenneinrichtung abgetrennt
werden. Der Trenneinrichtung ist im Abstand gleich der jeweils vorgezogenen
Bahnlänge
eine Eckenstanze vorgeschaltet, mit der dreieckförmige Einschnitte an den Seiten
der Bezugsbahn eingebracht werden. Der anschließende Trennschnitt erfolgt
durch die Kerbspitzen der Einschnitte, sodass die beiden Ecken der nachlaufenden
Kante des in dem Moment abgetrennten Bezugsnutzens vorliegen und
gleichzeitig die Ecken der vorlaufenden Kante des nächsten Bezugsnutzens
gebildet sind, welcher als nächstes
von der Bahn abgetrennt wird.
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Nachteilig
ist, dass bei einem ungenauen Weitertransport der Bezugsbahn die
jeweiligen Ecken an den beiden aufeinander folgenden einzelnen Bezugsnutzen „verschnitten" sind und sich die Einschläge bei den
Buchdecken nicht mehr sauber einschlagen lassen.
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In
beiden Dokumenten
DD 1291
A und
DE 42
38 560 A1 sind Zuführeinrichtungen
für Bezugsnutzen
genannt, bei denen das Entfernen der Ecken vor bzw. gleichzeitig
mit dem Abtrennen der einzelnen Bezugsnutzen von einer endlosen
Bezugsbahn erfolgt. Das Entfernen der Ecken mit diesen Einrichtungen
erfordert die Verarbeitung des Bezugsmaterials von der Rolle.
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Die
Aufgabe der Erfindung besteht darin, das Entfernen der Ecken an
Bezugsmaterialnutzen in einer Maschine der gattungsgemäßen Art
in einem automatisch arbeitenden Verfahrensfluß zu ermöglichen und die Schnittqualität und Schnittgenauigkeit zu
verbessern.
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Zur
Lösung
der Aufgabe sind vier im Bereich der Zufuhreinrichtung angeordnete,
taktmäßig auf die
Maschine abgestimmte Schneideinrichtungen zum Entfernen der Ecken
von nacheinander zugeführten
und von Haltemitteln positionierten Bezugsmaterialnutzen vorgesehen.
Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
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Mit
der Erfindung wird erstmals ein Weg aufgezeigt, in einer Maschine,
insbesondere einer Buchdeckenmaschine, zum Anbringen von flächig beleimten
Bezugsmaterialnutzen auf Träger,
wie Pappen, mit einer Beleimeinrichtung und mit einer Zufuhreinrichtung
zum Fördern
der Bezugsmaterialnutzen zu der Beleimeinrichtung, die Ecken an
den Bezugsmaterialnutzen in einem automatisch arbeitenden Verfahrensfluß zu entfernen.
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Das
Eckenabschneiden an einzelnen Bezugsmaterialnutzen unter Verwendung
von gegen Schneidleisten arbeitenden Schneidmessern wird selbst
bei problematischen Materialien wie ausfransendes Leinen, zum Verkleben
oder Verschweißen neigende
Folien u. a. ermöglicht.
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Zum
Entfernen der Ecken an den Bezugsmaterialnutzen lassen sich einfach
und kostengünstig herzustellende
geradlinige Schneidmesser einsetzen.
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Zudem
zeichnet sich die erfindungsgemäße Maschine
durch ein hohes Maß an
Flexibilität
aus. Sie ist einerseits besonders geeignet für den Einsatz von speziell
ausgeformten Schneidwerkzeugen, beispielsweise zum Herstellen von
Buchdecken mit runden Ecken, andererseits bietet die Maschine die Möglichkeit,
zum Erzielen unterschiedlicher Eckenabschnitte und damit unterschiedlicher
Einschlagbreiten an der Buchdecke bei Verwendung bedruckter Bezugsmaterialnutzen,
die Schneidmesser in der Horizontalebene in eine zur Längsmittelachse
oder Quermittelachse versetzt Position in einfacher Weise zu verstellen.
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Die
Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme
auf die Zeichnung beschrieben. Es zeigen:
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1 die
Einrichtung zum Zusammenfügen von
Bezugsmaterialien und Pappen einer Buchdeckenmaschine in einer schematischen
Seitenansicht in einem verkleinerten Maßstab,
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2 die
erfindungsgemäße Schneideinrichtung
in Seitenansicht,
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3 die
Schneideinrichtung in einer Draufsicht.
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In
einer Buchdeckenmaschine wird in bekannter Weise der Bezugsmaterialnutzen 1,
im folgenden als Nutzen bezeichnet, einem Nutzenzylinder 2 zugeführt, der den
Nutzen 1 mit seinen Greifern an der vorauslaufenden Kante
im Stillstand erfaßt und
an einer Leimauftragswalze 3 mit einer Dosierwalze 4 vorbeiführt. Der
Nutzen wird beim Passieren der Berührungslinie an die Leimauftragswalze 3 gedrückt und
mit einem Leimauftrag versehen.
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Aus
einem Magazin 5 werden Pappen 6 durch einen Schieber 7 vereinzelt
und über
im einzelnen nicht dargestellte Fördermittel dem Nutzenzylinder 2 in
taktgemäßer Übereinstimmung
zugeführt und über eine
Oberwalze 8 mit dem über
den Nutzenzylinder 2 herangeführten flächig beleimten Nutzen 1 vereinigt.
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Dem
Nutzenzylinder 2 zugeordnet ist eine Saugwalze 11,
der aus einem höhenverfahrbaren Stapelmagazin 16 vereinzelte
Nutzen 1 über
eine Zufuhreinrichtung sowie mittels Sauger 14 und Transportrollen 15 zugeführt werden.
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Die
Zufuhreinrichtung wird aus die Nutzen 1 geklemmt transportierenden
Förderbändern gebildet mit
einem vorderen Streckenabschnitt mit Untergurten 12 und
Obergurten 13 sowie aus einem sich daran anschließenden hinteren
Streckenabschnitt mit Untergurten 17 und Obergurten 18.
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Die
Untergurte 12 des vorderen Streckenabschnitts der Zufuhreinrichtung
bestehen aus um vier Umlenkräder 24 laufenden
taktgemäß angetriebenen Zahnriemen 25.
Mit den in einem definierten Seitenabstand zueinander liegenden
Zahnriemen 25 in Wirkverbindung stehen obere um Umlenkräder 26 mit
den Zahnriemen 25 synchron laufende Rundriemen 27 mit
einer Vielzahl von zwischen den Umlenkrädern 26 liegenden
Stützrollen 28.
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Erfindungsgemäß befindet
sich in dem im Stapelmagazin 16 unmittelbar folgenden Streckenabschnitt
der Zufuhreinrichtung mit den Untergurten 12 und Obergurten 13 eine
Schneideinrichtung mit Schneidmesser 19 und Schneid leisten 20 zum
Entfernen der vier Ecken von nacheinander aus dem Stapelmagazin 16 von
Saugern 22 vereinzelten und über Transportrollen 23 zwischen
die Untergurte 12 und Obergurte 13 geförderten
Nutzen 1.
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Die
aus dem Stapelmagazin 16 vereinzelten Nutzen 1 werden
von den Zahnriemen 25 und Rundriemen 27 übernommen
und geklemmt der Schneideinrichtung 19, 20 zugeführt sowie
in Position gehalten.
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Zum
Entfernen der vier Ecken an den in Position gehaltenen einzelnen
Nutzen 1 fahren die Schneidleisten 20 gesteuert über Pneumatikzylinder 21 gegen
die ortsfesten Schneidmesser 19.
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Die
Schneidmesser 19 weisen für den normalen Anwendungsfall
gerade Schneiden auf, sie lassen sich für besondere Eckenformen auf
einfache Weise durch spezielle Messer ersetzen, beispielsweise zum
Herstellen von Buchdecken mit runden Ecken.
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Zum
Erzielen unterschiedlicher Eckenabschnitte und damit unterschiedlicher
Einschlagbreiten an der Buchdecke bei Verwendung bedruckter Bezugsmaterialnutzen
können
benachbarte Schneidmesser 19 mit ihren zugehörigen Schneidleisten 20 in
der Horizontalebene in eine zur Längsmittelachse oder Quermittelachse
versetzte Position verstellt werden. Hierzu befinden sich die Schneidmesser 19 mit
den Schneidleisten 20 sowie die Ober- und Untergurte der
Zahnriemen 25 und Rundriemen 27 in Tragrahmen 29 auf
jeder Seite, die in bekannter Weise mittels Stellspindeln 9, 30 auf
Führungsschienen 10, 31 relativ
zueinander in Längs-
und Querrichtung verschiebbar sind.