DE19542045A1 - Fadenliefergerät - Google Patents
FadenliefergerätInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Fadenliefergerät gemäß Oberbegriff
des Patentanspruchs 1, sowie ein Verfahren gemäß Oberbegriff
von Anspruch 12.
Bei einem aus WO 91/14032 bekannten Fadenliefergerät wird ei
ne die Gegenbremsfläche an der Speichertrommel definierende
Bremsscheibe mittels eines Kippelementes relativ zum daran
mit der Bremsfläche anliegenden Bremselement gekippt, um ei
nen keilförmigen Spalt zum Einfädeln des Fadens zu öffnen.
Das in der Speichertrommel gelagerte Kippelement wird von ei
ner Kolbenstange eines in der Druckkammer der Halterung ver
schiebbaren Kolbens betätigt. Die Druckkammer ist an die
Druckquelle anschließbar, von der auch eine in der Abzugs
bremse angeordnete Einfädeldüse versorgt wird. Abgesehen von
dem hohen baulichen Aufwand der Bremsenöffnungsvorrichtung
ist es unter ungünstigen Umständen schwierig, den Faden ord
nungsgemäß in die Abzugsbremse ein- und durch die Abzugsbrem
se durchzufädeln.
Bei einem aus EP 0 567 045 A1 bekannten Fadenliefergerät ist
außerhalb und benachbart zur Oberfläche der Speichertrommel
eine mittels eines Kolbens ausfahrbare Kolbenstange vorgese
hen, die unmittelbar an einem die Bremsfläche definierenden
Bremsband des Bremselementes oder am Bremselement angreift
und das Bremsband in einen lokal begrenzten Bereich von der
Gegenbremsfläche an der Speichertrommel abhebt, um einen
mondsichelförmigen Einfädelspalt für den Faden zu öffnen. Ab
gesehen von dem baulichen Aufwand und dem Problem, diese Vor
richtung bei den üblicherweise sehr beengten Platzverhältnis
sen unterzubringen, ist die mechanische Belastung des Bremse
lementes und der Bremsfläche hoch.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Fadenlieferge
rät der eingangs genannten Art und ein Verfahren zum Öffnen
einer Abzugsbremse zu schaffen, die einen Faden einer belie
bigen Fadenqualität jederzeit rasch und problemlos in die Ab
zugsbremse einfädeln und durch dies durchfädeln lassen.
Die gestellte Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den Merkmalen
des Patentanspruchs 1 und mit dem Verfahren gemäß Anspruch 12
gelöst.
Bei der Ausführung gemäß Anspruch 1 läßt sich mit geringem
baulichem Aufwand rasch die Einfädelstellung mit vollständig
von der Gegenbremsfläche abgehobener Bremsfläche herstellen.
Der Faden gelangt unbehindert in die Abzugsbremse und läßt
sich vor allem auch leicht durch die Abzugsbremse hindurchfä
deln, weil er dann bei der uhrzeigerartigen Rotationsbewegung
entlang des freien Endes der Speichertrommel nirgends zwi
schen der Bremsfläche und der Gegenbremsfläche eingeklemmt
wird. Die Bremsenöffnungs-Vorrichtung kommt mit wenigen Kom
ponenten aus, ist platzsparend und beeinträchtigt die normale
Bremsfunktion der Abzugsbremse nicht.
Zufolge Anspruch 2 wird zweckmäßig die zum automatischen Ein
fädeln des Fadenliefergerätes vorgesehene Einfädeldüse auch
für die Verstellung des Bremselementes in die Einfädelstel
lung herangezogen. Wird die Begrenzungswand mit Überdruck be
wegt, dann kann die Druckkammer an dieselbe Druckluftzufuhr
angeschlossen sein wie die Einfädeldüse. Wird die Begren
zungswand hingegen mit Unterdruck beaufschlagt, dann wird
zweckmäßigerweise der Saugdruck der Saugströmung der Einfä
deldüse dazu verwendet. Beide Maßnahmen führen gewinnbringend
dazu, daß bei Einsteuerung eines Einfädelvorgangs im Faden
liefergerät das Bremselement automatisch in die Einfädelstel
lung gebracht wird und bereits in der Einfädelstellung steht,
wenn das freie Fadenende bei der Abzugsbremse ankommt.
Es ist gemäß Anspruch 3 aber auch möglich, die Druckkammer an
eine eigene Überdruck- oder Unterdruckquelle anzuschließen
und das Bremselement zum geeigneten Zeitpunkt, z. B. voreilend
zum Aktivieren der Einfädeldüse, in die Einfädelstellung zu
bringen.
Die Ausführungsform gemäß Anspruch 4 ist baulich einfach und
funktionssicher. Als Material für die Kreisringmembrane bie
ten sich ein Elastomer oder Gummi an. Die Kreisringmembrane
hat den wichtigen Vorteil, daß sie das Innere der Halterung
des Bremselementes nach außen verschließt, so daß keine Ver
unreinigungen oder Flusen in die Abzugsbremse eindringen. Die
Kreisringmembrane kann beispielsweise durch Kleben am Innen
rand- und Außenrandbereich festgelegt sein. Es ist aber auch
denkbar, die Kreisringmembrane durch Verschrauben oder Fest
klammern festzulegen. Zweckmäßigerweise wird hier eine ebene
Kreisringmembrane verwendet. Es ist aber auch denkbar, eine
mit konzentrischen Ondulationen ausgebildeten Membrane zu
verwenden, um die Eigenbeweglichkeit des Bremselementes wäh
rend der Bremsfunktion so wenig wie möglich zu beeinträchti
gen.
Alternativ ist die Ausführungsform gemäß Anspruch 5 zweckmä
ßig, bei der ein Kreisringkolben zum Verstellen des Bremsele
ments in die Einfädelstellung benutzt wird. Hierbei ist es
denkbar, den Kreisringkolben vom Bremselement getrennt anzu
ordnen und nur zum Verstellen des Bremselementes in die Ein
fädelstellung mit diesem zu kuppeln, z. B. indem der durch ei
ne Rückstellfeder in einer Ausgangsposition gehaltene Kreis
ringkolben bei Beaufschlagung nach einem anfänglichen Leerhub
an einem Mitnehmer des Bremselementes angreift und dieses
mitnimmt. Dadurch tritt während der normalen Bremsfunktion
überhaupt keine Beeinträchtigung der für das Arbeiten der Ab
zugsbremse wichtigen Eigenbeweglichkeit des Bremselementes
ein.
Günstig ist die Ausführungsform gemäß Anspruch 6, weil mit
wenigen Bauteilen eine einfache Verstellung des Bremselemen
tes in die Einfädelstellung ermöglicht ist.
Alternativ ist die Ausführungsform gemäß Anspruch 7 wichtig,
bei der der Federbalg eine Doppelfunktion erfüllt, weil er
zum Einfädeln für die Verstellung des Bremselementes in die
Einfädelstellung verantwortlich ist, während er ansonsten die
die nachgiebige Klemmung der Bremsfläche gegen die Gegen
bremsfläche gewährleistende Federkraft erzeugt. Der Federbalg
kann aus Metall oder Kunststoff bestehen.
Eine weitere, wichtige Ausführungsform geht aus Anspruch 8
hervor. Es handelt sich dabei um eine Abzugsbremse eines ganz
modernen Typs, bei der das Bremselement mittels eines ver
schleißfesten Bremsbandes mit dem Abzugsrandbereich der Spei
chertrommel, d. h. auf relativ großem Durchmesser, kooperiert.
Trotz der relativ hohen Federkraft, mit der der Mantel axial
gegen das Speichertrommelende gepreßt wird, läßt sich mit der
Begrenzungswand das Bremselement dieses Bremstyps rasch und
zuverlässig in die Einfädelstellung verstellen, in der die
Bremsfläche zweckmäßigerweise vollständig von der Gegenbrems
fläche abgehoben ist, so daß der Faden sehr einfach durchge
fädelt werden kann. Dabei unterbleibt jegliche mechanische
Belastung oder Deformation an des Bremsbandes.
Bei der alternativen Ausführungsform gemäß Anspruch 9 han
delt es sich um eine axiale Scheibenbremse, in die der Faden
von außen einläuft und in der Mitte des Bremselementes in Ab
zugsrichtung umgelenkt wird. Die Abzugsbremse arbeitet auf
einem relativ kleinen Durchmesser verglichen mit dem Außen
durchmesser der Speichertrommel, was eine besonders feinfüh
lige Bremsung und ein rasch ansprechendes, weil leichtes
Bremselement ermöglicht. Das Bremselement wird durch die Be
grenzungswand rasch in die Einfädelstellung verstellt, in der
die Bremsfläche zweckmäßigerweise vollständig von der Gegen
bremsfläche abgehoben ist. Die Kreisringmembrane verschließt
das Innere der Abzugsbremse gegen Schmutz und Flusen.
Bei der Ausführungsform gemäß Anspruch 10 stehen die Brems
fläche und die Gegenbremsfläche im wesentlichen senkrecht zur
Trommelachsrichtung. Der schräg ankommende Faden wird zu
nächst radial nach innen umgelenkt und dann aus der radialen
Richtung erneut in Abzugsrichtung umgelenkt. Zwischen den
Flächen erfährt er eine schonende Bremsung. Die Gegenbrems
fläche kann dabei an einer eigenen Bremsscheibe angeordnet
sein, die an der Speichertrommel, zweckmäßigerweise beweg
lich, gehaltert ist. Es ist aber auch denkbar, die Gegen
bremsfläche direkt am Stirnende der Speichertrommel vorzuse
hen. Es können die Brems- und die Gegenbremsfläche aber auch
konisch sein, um den Eintritt des Fadens beim Einfädeln zu
erleichtern.
Die Ausführungsform gemäß Anspruch 11 gewährleistet eine sau
bere und leichtgängige Führung des Bremselementes und gleich
zeitig einen großquerschnittigen Strömungsweg in und aus der
Druckkammer.
Gemäß dem Verfahren von Anspruch 12 läßt sich das Bremsele
ment rasch und zweckmäßigerweise vollständig von der Brems
fläche abheben, um eine aus allen Zulaufrichtungen offene
Einfädelöffnung für den Faden zu bilden. Durch Saugdruckbe
aufschlagen läßt sich die bauartbedingte Forderung solcher
Abzugsbremsen besonders einfach erfüllen, das in der Halte
rung unter Federkraft nachgiebig in Richtung zur Speicher
trommel abgestützte Bremselement zum Einfädeln des Fadens in
Axialrichtung von der Speichertrommel weg zu bewegen.
In besonders zweckmäßiger Weise wird gemäß Anspruch 13 zum
Abheben des Bremselements von der Bremsfläche der Saugdruck
der ohnedies zum Einfädeln des Fadens erzeugten Saugströmung
verwendet, wodurch einerseits eine eigene Unterdruckquelle
entbehrlich und andererseits die Öffnungsbewegung der Abzugs
bremse mit dem gleichzeitig eingeleiteten Einfädelprozeß des
Fadenliefergerätes zumindest weitestgehend synchronisiert
wird.
Anhand der Zeichnung werden Ausführungsformen des Erfindungs
gegenstandes erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 einen Längsschnitt eines Teils eines Fadenlieferge
räts mit Abzugsbremse,
Fig. 2 einen Querschnitt in der Ebene II-II von Fig. 1,
Fig. 3 eine Detailvariante in einem schematischen Längs
schnitt,
Fig. 4 einen schematischen Längsschnitt einer anderen Aus
führungsvariante, und
Fig. 5 einen Längsschnitt einer weiteren Ausführungsform.
Ein Fadenliefergerät F gemäß Fig. 1, z. B. ein Fadenspeicher-
und -liefergerät für Projektil- oder Greiferwebmaschinen, von
dem nur der freie Endteil 3 einer Speichertrommel T und ein
gehäusefester Ausleger 1 angedeutet sind, weist am freien En
de der Speichertrommel T eine Abzugsbremse A auf, die als
koaxiale Scheibenbremse ausgebildet ist. Die Speichertrommel
T besitzt einen Abzugsrandbereich 2 für den nicht gezeigten
Faden und eine in diesem Bereich mit der Speichertrommel T
zusammenwirkende Fadenbremse B, die im Ausleger 1 angeordnet
ist. Die Fadenbremse B kann wahlweise mit einem Borstenring,
einem Lamellenkorb oder auch mit einem in Umfangsrichtung un
unterbrochenen Bremsband ausgestattet sein, das auch nachgie
big an den Abzugsrandbereich angedrückt wird.
Am Endteil 3 der Speichertrommel T ist ein kegelstumpfförmi
ger Einsatz 4 angebracht, der mittels eines in der Speicher
trommelachse X liegenden Lagerteils 5 eine koaxiale Brems
scheibe S in einer Ausnehmung 6 lagert. Die Bremsscheibe S
ist entweder allseitig kippbar oder gegen eine nicht darge
stellte Federung axial beweglich. Es ist aber auch denkbar,
die Bremsscheibe fest anzuordnen bzw. die Gegenbremsfläche
gleich am Einsatz 4 oder am Endteil 3 zu formen. Die Abzugs
bremse A besitzt eine am Ausleger 1 befestigte, gehäuseartige
Halterung 7, von der ein zur Speichertrommelachse X koaxia
les, rotationssymmetrisches axial bewegliches Bremselement E
unter axialer Federkraft (Feder 11) gegen die Bremsscheibe S
angedrückt wird. Die Außendurchmesser der Bremsscheibe S und
des Bremselementes E sind wesentlich kleiner als der Außen
durchmesser der Speichertrommel, z. B. höchstens halb so groß.
Die Bremsscheibe S definiert eine kreisringförmige Gegen
bremsfläche, an der eine ebenfalls kreisringförmige Bremsflä
che des Bremselementes E flächig anliegt.
In der Halterung 7 ist eine zentrische Einstellschraube 8
verdrehbar gelagert, die zusammen mit dem Bremselement E ei
nen Fadenführungskanal 9 durch die Abzugsbremse A bildet. Auf
einer rohrartigen Verlängerung 8′ der Einstellschraube 8 ist
ein Federwiderlager 10 verschraubbar, das in der Halterung 7
gegen Mitdrehen abgestützt und durch Verdrehen der Einstell
schraube 8 axial zu verstellen ist, um die Klemmkraft zwi
schen der Bremsfläche und der Gegenbremsfläche durch Verän
dern der Vorspannung der Feder 11 zu variieren. Die Verlänge
rung 8′ der Einstellschraube 8 umfaßt einen Rohransatz 21 des
Bremselementes E mit radialem Spiel 13, derart, daß das Brem
selement E axial geführt wird. Das radiale Spiel 13 definiert
eine Strömungsverbindung 13 zu einer Druckkammer 14, die
durch eine axial bewegliche Begrenzungswand W begrenzt wird.
Die Begrenzungswand W ist eine Kreisringmembrane (in ebener
oder ondulierter (15′) Ausführung) aus einem flexiblen Werk
stoff wie Gummi oder Elastomer, die mit ihrem Außenrand an
der Halterung 7 festgelegt ist, z. B. durch Kleben, und mit
ihrem Innenrand mit dem Bremselement E bewegungsübertragend
verbunden ist, z. B. durch Kleben.
Gemäß Fig. 2 kann die Innenwand der Verlängerung 8′ mit
längsverlaufenden Rippen R und Nuten N ausgebildet sein, um
einen großen Strömungsquerschnitt zur Druckkammer 14 bereit
zustellen und dennoch den Rohransatz 21 sauber zu führen.
Im Fadenführungskanal 9 ist eine an eine Druckluftzufuhr 17
angeschlossene Einfädeldüse 16 vorgesehen, bei deren Beauf
schlagung mit Druckluft im in Fig. 1 rechten Endabschnitt des
Fadenführungskanals 9 eine Blasströmung, hingegen im Rohr
ansatz 21 des Bremselements E eine Saugströmung erzeugbar
ist, die sich bis in die Umgebung der Bremsscheibe S und des
Bremselementes E nach außen fortpflanzt. Der Saugdruck der
Saugströmung wird durch die Strömungsverbindung 13 oder N
auch in die Druckkammer 14 übertragen (Pfeil 18), wodurch die
Begrenzungswand W (die Kreisringmembrane 15) in Fig. 1 nach
rechts verlagert wird und das Bremselement E mitnimmt, bis
dieses in eine Einfädelstellung gelangt, in der die Bremsflä
che vollständig von der Gegenbremsfläche abgehoben und ein
allseits zugänglicher Spalt für den einzusaugenden Faden ge
bildet ist. Die Einfädelstellung kann definiert sein, z. B.
durch Anlegen des Bremselementes E an der Halterung 7 oder
durch Anlegen des Rohransatzes 21 im Fadenführungskanal 9.
Das Bremselement E ist bei dieser Ausführungsform ein leicht
gewichtiges Metallteil mit der Form einer Kreisringscheibe,
die einen außen zurückgebogenen Außenrand 20, einen ebenen
und zur Speichertrommelachse x senkrecht liegenden Ring
flansch 19 und den sich vom Innendurchmesser des Ringflan
sches 19 in Abzugsrichtung erstreckenden Rohransatz 21 auf
weist. Im Übergangsbereich vom Ringflansch 19 in den Rohr
ansatz 21 kann innen eine keramische Fadenöse 22 eingesetzt
sein. Der Ringflansch 19 definiert mit seiner der Speicher
trommel T zugewandten, ebenen Vorderseite die Bremsfläche.
Die Bremsscheibe S ist ähnlich konzipiert. Sie besitzt einen
zurückgebogenen Außenrand 23, einen ebenen und zur Speicher
trommelachse X senkrecht stehenden Ringflansch 24 und eine
mittige Vertiefung 25. Der Kreisringflansch 24 definiert mit
seiner der Halterung 7 zugewandten Vorderseite die Gegen
bremsfläche der Abzugsbremse A. Die Kreisringflansche 24, 19
stehen senkrecht zur Achse X.
Zum Einfädeln eines Fadens ist im Fadenliefergerät wenigstens
eine weitere (nicht gezeigte) Einfädeldüse vorgesehen. Ferner
läßt sich die Fadenbremse B in bezug auf den Abzugsrandbe
reich 2 in eine Spaltstellung verstellen, um den mit Druck
luft aus der vorerwähnten Einfädeldüse axial zugeförderten
Faden durchzulassen und nach innen zu lenken, ehe er von der
Saugströmung der Einfädeldüse 16 erfaßt und zwischen der von
der Gegenbremsfläche abgehobenen Bremsfläche und der Brems
fläche hindurch in den Fadenführungskanal 9 gesaugt und aus
diesem ausgeblasen wird. Nach Beendigung des Einfädelvorgan
ges werden die Einfädeldüsen deaktiviert, wird die Fadenbrem
se B wieder in die Bremsstellung verstellt, und wird auch das
Bremselement E unter der Kraft der Feder 11 wieder an die Ge
genbremsfläche bzw. die Bremsscheibe S angedrückt.
In der Druckkammer 14 kann ein Füllkörper 14′ vorgesehen
sein, um das Volumen der Druckkammer 14 klein zu halten. Dies
ist im Hinblick darauf zweckmäßig, daß auch während jedes Fa
deneintragungsvorgangs in der Fadenklemmkraft variierbare Ab
zugsbremsen A dieses Typs existieren, deren Steuerantrieb in
der Halterung 7 untergebracht ist, und daß man dieselbe Hal
terung auch für die in Fig. 1 gezeigte, nur manuell verstell
bare Abzugsbremse A verwenden will (Modularbauweise). In der
letztgenannten Abzugsbremse A wäre dann ggfs. die Druckkammer
14 unzweckmäßig groß. Diesen Nachteil beseitigt dann der
Füllkörper 14′. Es im übrigen auch möglich, die Druckkammer
14 jeweils an eine eigene Unterdruckquelle anzuschließen.
Alternativ könnte die Begrenzungswand W auch durch Überdruck
beaufschlagung axial zum Verstellen des Bremselementes E in
die Einfädelstellung bewegt werden, indem die Druckkammer 14
an der in den Fig. 1 und 2 linken Seite der beweglichen Be
grenzungswand W angeordnet wird. Dann könnte entweder die
Druckluftzufuhr 17 zum Beaufschlagen dieser Druckkammer be
nutzt werden oder eine eigenständige Druckluftzufuhr.
In Fig. 3 ist eine Detailvariante zu Fig. 1 angedeutet. Der
Rohransatz 21 des Bremselementes E ist in einem rohrartigen
Teil 12 (entsprechend z. B. der Verlängerung 8′) längsver
schieblich und mit Spiel 13 geführt. Im Rohransatz 21 ist ei
ne Einschnürung 34 eingeformt, an deren Ende sich ein kreis
ringförmiger Kolben 35 befindet, der die bewegliche Wand W in
der Druckkammer 14 definiert. An der Innenseite des rohrarti
gen Teils 12 ist ein umlaufender Wulst 36 vorgesehen, der die
Druckkammer 14 nach links nach Art einer Labyrinthdichtung
begrenzt, so daß durch die Druckluftzufuhr 17 zugeführte
Druckluft mit Überdruck den Kreisringkolben 35 beaufschlagt
und das Bremselement E nach rechts in die Einfädelstellung
verstellt. Gegebenenfalls ist das Radialspiel 13 des Rohr
ansatzes 21 im rohrartigen Teil 12 links vom Wulst 36 großzü
giger bemessen, als das Radialspiel der Kreisringkolbens 35,
um den Druck in der Druckkammer 14 mit Wirkungsrichtung nach
rechts zum Verstellen des Bremselementes E ausnutzen zu kön
nen. Der rohrartige Teil 12 ist aus montagetechnischen Grün
den zweckmäßigerweise in der Ebene der Mittelachse geteilt.
Es könnte bei allen Ausführungsformen in der Halterung 7 ein
in der dann entsprechend angeordneten Druckkammer verschieb
bar geführter Kreisringkolben vorgesehen sein, der entweder
durch Unterdruck oder Überdruck nach rechts bewegt wird und
auf seinem Bewegungsweg einen Mitnehmer des Bremselementes
erreicht, um das Bremselement zu verstellen, in der Gegen
richtung hingegen ggfs. von einer Rückstellfeder beaufschlagt
ist, um nach einem Einfädelvorgang jeweils wieder in eine Ru
hestellung zurückzukehren, in der die Eigenbeweglichkeit des
Bremselementes nicht beeinflußt wird. Dieser Kreisringkolben
könnte auch direkt mit dem Bremselement verbunden sein und
dessen Bewegungen beim Bremsen mitmachen.
Bei dem Fadenliefergerät F gemäß Fig. 4 arbeitet das Bremse
lement E der Abzugsbremse A direkt mit dem Abzugsrandbereich
2 der Speichertrommel T zusammen. Eine Fadenbremse B wie in
Fig. 1 kann entfallen. Die Bremsfläche H wird von einem koni
schen Bremsband 27 definiert, das an der Innenseite eines Ke
gelstumpfmantels 26 bei dessen größerer Öffnung angebracht
ist. Der Kegelstumpfmantel 26 bildet zusammen mit dem Brems
band 27 das Bremselement E. Der Abzugsrandbereich 2 der Spei
chertrommel T definiert die Gegenbremsfläche G. Die kleinere
Öffnung des Kegelstumpfmantels 26 ist z. B. mit einer ringför
migen Aussteifung 28 ausgestattet, an der eine zylindrische
Hülse 29 und die bewegliche Begrenzungswand W, hier eine
Kreisringmembrane 15, befestigt sind. Die Kreisringmembrane
15 ist außen an der Halterung 7 festgelegt und begrenzt die
Druckkammer 14. Die zylindrische Hülse 29 taucht mit geringem
Spiel in eine Bohrung 30 der Halterung 7 ein, z. B. um nach
Art einer Labyrinthdichtung die Druckkammer 14 gegenüber dem
freien Innenraum der Halterung 7 abzudichten.
Die Feder 11 stützt sich mit einem Ende am Bremselement E und
mit dem anderen Ende am Federwiderlager 10 ab, das auf dem
Fadenführungskanal 9 verschraubbar angebracht ist. Die Druck
kammer 14 ist mit Unterdruck beaufschlagbar. Die Einfädeldüse
16 im Fadenführungskanal 9 in der Halterung 7 ist an die
Druckluftzufuhr 17 angeschlossen. Bei Unterdruckbeaufschla
gung der Druckkammer 14 wird das Bremselement E in die
strichlierte Einfädelstellung EI verstellt, in der die Brems
fläche H vollständig von der Gegenbremsfläche G abgehoben ist
und der Faden leicht durchgeht, um durch die Saugströmung vor
der Fadenöse 22 ergriffen und in den Fadenführungskanal 8
eingesaugt zu werden.
Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 5 ist das Bremselement E,
z. B., mittels eines kreisringförmigen Federbalges 32 in der
Halterung 7 abgestützt. Das konische Bremsband 27 ist mittels
eines ringförmigen, druckelastischen Kunststoffkörpers 11′′
(Schaumstoff-Ring) im Kegelstumpfmantel 26 gehaltert. Der Fe
derbalg 32 wirkt als Feder 11′, die das Bremselement E mit
der Bremsfläche H in axialer Richtung an die Gegenbremsfläche
G anlegt. Die bewegliche Begrenzungswand W ist ein Ende 31
des Federbalges 32, der aus Metallblech oder Kunststoff be
steht und mit seinem Innenraum die Druckkammer 14 definiert,
die, z. B. über eine Leitung 34, an eine Unterdruckquelle an
schließbar ist. In Fig. 4 ist die Leitung 34 an eine Saug
blasdüse 33 angeschlossen, die von der Druckluftzufuhr 17
versorgt wird und die Druckluftzufuhr 17′ für die Einfädeldü
se 16 im Fadenführungskanal 9 speist. Die Saugblasdüse 33 er
zeugt einen Saugdruck, der über die Leitung 34 in die Druck
kammer 14 übertragen wird, derart, daß die bewegliche Wand W
in Fig. 4 nach rechts verlagert wird und das Bremselement E
in die Einfädelstellung mitnimmt. Der Federbalg 32 ist zweck
mäßigerweise verstellbar in der Halterung 7 gelagert, um die
axiale Andruckkraft des Bremselementes E einstellen zu kön
nen.
Die Abstützung des Bremselementes E in der Halterung 7 in
Fig. 5 könnte auch so ausgebildet sein wie in Fig. 4, und um
gekehrt. Ferner könnte anstelle der Feder 11 oder des Feder
balges 32 ein Federpaket, eine federnde Membrane oder ein Fe
derlamellenkorb benutzt werden, um das Bremselement E an den
Abzugsrandbereich 2 axial anzudrücken.
Claims (13)
1. Fadenliefergerät (F) mit einer Speichertrommel (T) für den
Faden und mit einer beim abzugsseitigen Ende der Speicher
trommel (T) angeordneten Abzugsbremse (A), die eine zur Spei
chertrommelachse (X) koaxiale, in Umfangsrichtung kontinuier
liche Gegenbremsfläche (G) an der Speichertrommel (T) und ein
unter Federkraft (11, 11′, 11′′) axial und gegen die Fadenab
zugsrichtung an der Gegenbremsfläche (G) gehaltenes Bremsele
ment (E) mit einer ebenfalls in Umfangsrichtung kontinuierli
chen, zur Speichertrommelachse (X) koaxialen Bremsfläche (H)
aufweist, mit einer von der Speichertrommel (T) getrennten
Halterung (7) für das Bremselement (E), und mit einer pneuma
tisch betätigbaren Bremsenöffnungs-Vorrichtung (V), die eine
Druckkammer (14) mit einer unter pneumatischer Druckbeauf
schlagung axial beweglichen Begrenzungswand (W) aufweist, da
durch gekennzeichnet, daß die Begrenzungswand (W) mit dem
Bremselement (E) zumindest in Bewegungsrichtung des Bremsele
ments (E) gegen die Federkraft (11) bewegungsübertragend ver
bunden ist, und daß das Bremselement (E) bei Überdruck- oder
Unterdruckbeaufschlagung der Begrenzungswand (W) axial in ei
ne Einfädelstellung (EI) mit von der Gegenbremsfläche (G) ab
gehobener Bremsfläche (H) verstellbar ist.
2. Fadenliefergerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Abzugsbremse (A) eine an eine Druckquelle anschließ
bare, in einen Faden-Abzugskanal (9) einwirkende Einfädeldüse
(16) aufweist, mit der im Bereich eines Einlasses der Abzugs
bremse (A) eine Saugströmung und stromab eine Blasströmung
erzeugbar sind, und daß die Druckkammer (14) entweder mit dem
Saugdruck der Saugströmung oder dem Blasdruck der Druckluft
zufuhr der Einfädeldüse (16) beaufschlagbar ist.
3. Fadenliefergerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß zur Beaufschlagung der Begrenzungswand (W) eine eigene
Überdruck- oder Unterdruckquelle vorgesehen ist.
4. Fadenliefergerät nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis
3, dadurch gekennzeichnet, daß die Begrenzungswand (W) eine
elastische, zumindest weitgehend luftundurchlässige Kreis
ringmembrane (15, 15′), vorzugsweise in ebener Form oder mit
konzentrischen Ondulationen, ist, die das Bremselement (E)
außen umfaßt und an der Halterung (7) festgelegt ist.
5. Fadenliefergerät nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis
3, dadurch gekennzeichnet, daß die Begrenzungswand (W) ein in
der Druckkammer (14) verschiebbar geführter Kreisringkolben
(35) ist, der das Bremselement (E) außen umfaßt.
6 Fadenliefergerät nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
daß der Kreisringkolben (35), vorzugsweise einstückig, am
Bremselement (E) oder einem mit diesem verbundenen Rohransatz
(21) vorgesehen ist.
7. Fadenliefergerät nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis
3, dadurch gekennzeichnet, daß die Begrenzungswand (W) ein
Ende (31) eines kreisringförmigen, hohlen Federbalges (32)
ist, der gleichzeitig eine die axiale Federkraft (11) für das
Bremselement (E) erzeugende Feder (11′) bildet und in der
Halterung (7) abgestützt ist.
8. Fadenliefergerät nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis
7, dadurch gekennzeichnet, daß das Bremselement (E) ein Ke
gelstumpfmantel (26) mit einem innenseitig im größeren Endbe
reich, vorzugsweise mittels eines druckelastischen Zwischen
rings (11′′), gehaltenen, die Bremsfläche (H) bildenden, band
förmigen Bremsbelag (27) ist, daß der Mantel (26) mit in der
Speichertrommelachse (X) liegender Kegelstumpfachse und mit
seiner größeren Öffnung über das freie Ende der Speichertrom
mel (T) gestülpt und unter der an der Halterung (7) abge
stützten axialen Federkraft mit dem Bremsbelag (27) an einen
die Gegenbremsfläche (G) definierenden Fadenabzugsrandbereich
(2) der Speichertrommel (T) angelegt ist, und daß die beweg
liche Begrenzungswand (W) im Bereich der kleineren Öffnung
(28) mit dem Mantel (26) verbunden ist.
9. Fadenliefergerät nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis
7, dadurch gekennzeichnet, daß das Bremselement (E) eine
kreisringförmige Bremsscheibe mit einem gebogenen Außenrand
(20), mit einem die Bremsfläche (H) definierenden, ebenen
Ringflansch (19) und mit einem vom Innendurchmesser des Ring
flansches (19) in Achsrichtung verlaufenden Rohransatz (21)
ist, daß die bewegliche Wand (W), vorzugsweise die Kreisring
membrane (15), am Außenrand (20) oder am Rohransatz (21) be
festigt ist, und daß der Ringflansch (19) unter der in der
Halterung (7) abgestützten Federkraft an die mit einem we
sentlich kleineren Durchmesser als der Außendurchmesser der
Speichertrommel (T) ausgebildeten Gegenbremsfläche (G) ange
legt ist.
10. Fadenliefergerät nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet,
daß der ebene Ringflansch (19) und die ebenfalls ebene,
kreisringförmige Gegenbremsfläche (G) im wesentlichen senk
recht zur Speichertrommelachsrichtung (X) angeordnet sind.
11. Fadenliefergerät nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet,
daß der Rohransatz (21) in einem halterungsfesten Führungska
nal, vorzugsweise Rohrkörper (8′), längsverschieblich geführt
ist, und daß die Innenwand des Führungskanals mit längsver
laufenden Rippen (R) und Nuten (N) ausgebildet ist, von denen
die Nuten (N) zur Druckkammer (14) führende Strömungswege de
finieren.
12. Verfahren zum Öffnen einer Abzugsbremse eines Fadenlie
fergeräts, bei dem eine von zwei zur Achse einer Speicher
trommel koaxialen, quer zur Speichertrommelachse angeordne
ten, axial unter Federkraft aneinandergelegten, in Umfangs
richtung kontinuierlichen Bremsflächen, von denen eine an der
Speichertrommel und die andere in einer von der Speichertrom
mel getrennten Halterung vorgesehen ist, durch Druckbeauf
schlagung einer Bremsen-Öffnungsvorrichtung relativ zur an
dern in eine Einfädelstellung bewegt wird, dadurch gekenn
zeichnet, daß ein die eine Bremsfläche aufweisendes Bremsele
ment durch Saugdruck axial von der anderen Bremsfläche abge
hoben wird.
13. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß
in einem Fadenführungskanal der Abzugsbremse durch Überdruck
beaufschlagung wenigstens einer Einfädeldüse gleichzeitig ei
ne Saugströmung und/oder eine Blasströmung erzeugt werden,
daß der Saugdruck zum Bremselement übertragen wird, und daß
das Bremselement mittels des Saugdrucks der Saugströmung von
der Bremsfläche abgehoben wird.
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| DE19542045A DE19542045A1 (de) | 1995-11-10 | 1995-11-10 | Fadenliefergerät |
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