DE19539567A1 - Verfahren zum wiederholten Betrieb eines frequenzumrichtergespeisten Motors - Google Patents
Verfahren zum wiederholten Betrieb eines frequenzumrichtergespeisten MotorsInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Steuern von Hochlaufvorgängen eines fre
quenzumrichtergespeisten Motors zur Bewegung einer unbekannten Last, insbeson
dere zum Reversieren der Trommel einer Trommelwaschmaschine, mit einer gere
gelten Betriebsphase, in der Amplitude und Frequenz der Speisespannung unter
Auswertung eines von einem Tachogenerator erzeugten Ist-Drehzahlsignals einge
stellt werden.
Beim Reversieren der Trommel einer Trommelwaschmaschine erfolgt eine häufige
Drehzahländerung vom Drehzahlwert Null in der Reversierpause bis zur Waschdreh
zahl, die in der Regel zwischen 30 und 60 Umdrehungen pro Minute liegt. In der An
fangsphase eines solchen Hochlaufs ist aufgrund der niedrigen Drehzahl die vom
Tachogenerator erzeugte drehzahlproportionale Spannung nur sehr schwach. Dies
führt zu Schwierigkeiten bei der Ausführung eines geregelten Betriebs.
Der Erfindung stellt sich somit das Problem, ein Verfahren zum Steuern eines Hoch
laufvorgangs bei einem eingangs erwähnten Motor zu offenbaren, bei dem Schwie
rigkeiten aufgrund eines fehlenden Tachogeneratorsignals vermieden werden. Erfin
dungsgemäß wird dies durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1
erreicht.
Dabei ergibt sich die Schwierigkeit, daß das Lastmoment der zu bewegenden Last in
der Regel unbekannt ist, da eine Stromsensierung aus Kostengründen nicht vorge
nommen wird. Bei großen Lasten kann es daher zu Anlaufproblemen kommen; bei
kleinen Lasten ist durch den zu hohen Anfangsstrom eine erhöhte Motorerwärmung
und ein zu schneller Anlauf die Folge.
Eine vorteilhafte Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist daher dadurch
gekennzeichnet, daß in der gestellten Betriebsphase eine treppen- oder rampenför
mige Erhöhung von Amplitude und/oder Frequenz der Speisespannung erfolgt. Hier
bei wird ein zu hoher Anlaufstrom durch einen sanften Anstieg der Spannung ver
mieden.
Alternativ hierzu ist eine andere vorteilhafte Ausführung dadurch gekennzeichnet,
daß ab einem vorherbestimmbaren Hochlauf während der gestellten Betriebsphase
der Sollwert in Abhängigkeit vom gemessenen Schlupf während der geregelten Be
triebsphase eines vorhergehenden Hochlaufs eingestellt wird. Auch durch dieses
Verfahren werden zu hohe Sprünge der Speisespannung vermieden, was zu einer
Strombegrenzung führen würde.
Die Durchführung der vorgenannten erfindungsgemäßen Verfahrens ist im folgenden
bei einem Asynchronmotor beschrieben, der über einen Frequenzumrichter eine in
der Frequenz und der Amplitude veränderliche Spannung erhält. Die Änderung die
ser beiden Stellgrößen erfolgt mit Hilfe eines Steuerrechners, der auch eine Regler
einheit beinhaltet. Zum Abgriff der Motordrehzahl dient ein Tachogenerator, der ein
von der Ist-Drehzahl abhängiges Spannungssignal an den Steuerrechner weitergibt.
Der Hochlauf des Motors erfolgt zuerst in einer gestellten Betriebsphase. In dieser
Phase liegt noch kein für den Steuerrechner auswertbares Signal des Tachogene
rators vor. Der Übergang von der gestellten in eine geregelte Betriebsphase ereignet
sich beim Überschreiten eines Mindestwertes des vom Tachogenerator abgegriffenen
Ist-Drehzahl-Signals. Im geregelten Betrieb erfolgt eine Regelung auf die gewünsch
ten Waschdrehzahl durch Vorgabe der hierzu notwendigen Spannung in Amplitude
und Frequenz gemäß der Lastkennlinie des Motors. Die erfindungsgemäßen Verfah
ren zur Durchführung des gestellten Betriebs arbeiten folgendermaßen:
Im gestellten Betrieb wird die Frequenz der Spannung von einem Startwert fmin
rampen- oder treppenförmig ansteigend erhöht. Der Startwert sollte dabei niedriger
als der maximale Schlupf beim größten Drehmoment des Motors sein, damit dieser
ein ausreichendes Drehmoment beim Anlauf erreicht. Der Anstieg der Frequenz Δf ist
derart gewählt, daß einerseits die Anlaufzeit nicht unnötig verlängert wird und an
dererseits der Rotor dem Ständerfeld ohne Schlupffehler folgen kann. Die Amplitude
der Spannung setzt mit einem Startwert Umin ein und folgt der Frequenz ebenfalls
rampen- oder treppenförmig. Umin wird so groß gewählt, daß einerseits ein sicheres
Anlaufen des Motors gewährleistet ist und andererseits ein zu hoher An
fangsmotorstrom vermieden wird. Der Anstieg der Amplitude ΔU muß derart be
messen sein, daß das Drehmoment während des Hochlaufs nicht absinkt (=< Rotor
stillstand) und daß der Strom-Grenzwert des Frequenzumrichters nicht erreicht wird.
Sowohl der Anstieg der Frequenz als auch der Anstieg der Amplitude wird auf einen
Maximalwert fmax bzw Umax begrenzt, um eine Überlastung der Motorwicklungen zu
verhindern, wenn der Rotor blockiert.
Im gestellten Betrieb wird eine Spannung mit einer gestellten Speisefrequenz und
einer variablen Spannungamplitude UST eingestellt. Die Spannungsamplitude ist
zunächst auf einen Mittelwert UStmittel festgesetzt. Während des geregelten Be
triebs erfolgt eine Überwachung des Schlupfs, d. h. der Differenz zwischen der Soll-
Drehzahl und der lst-Drehzahl. Wird hierbei ein Maximalwert überschritten, so ist dies
ein Indiz für ein hohes Lastenmoment. In diesem Fall wird im nächsten Drehzahl
hochlauf die Spannungsamplitude USt um einen vorgegebenen Betrag dU erhöht.
Wird der Maximalwert für den Schlupf nicht überschritten, so wird die Stellspannung
beim nächsten Drehzahlhochlauf um den vorgenannten Betrag dU vermindert. In bei
den Fällen erfolgt eine zusätzliche Kontrolle, ob der neu berechnete Wert innerhalb
einer durch einen Mindestwert USTmin und einen Maximalwert USTmax charakteri
sierten Grenze liegt. Sollte diese Grenze durch den neu berechneten Wert über
schritten werden, so wird der jeweilige Spannungswert auf den Mindestwert bzw.
Maximalwert festgesetzt. Hierdurch werden Fehlberechnungen bei leerer Trommel,
abgesprungenen Antriebsriemen oder blockierter Trommel verhindert.
Die vorbeschriebenen Verfahren sind sowohl bei periodischen Drehzahlhochläufen
als auch bei nichtperiodischen, aber wiederholten Drehzahlhochläufen einsetzbar.
Außerdem kann das Verfahren auch beim Schleuderanlauf genutzt werden.
Claims (9)
1. Verfahren zum Steuern von Hochlaufvorgängen eines frequenzumrichterge
speisten Motors zur Bewegung einer unbekannten Last, insbesondere zum Rever
sieren der Trommel einer Trommelwaschmaschine, mit einer geregelten Betriebs
phase, in der Amplitude und Frequenz der Speisespannung unter Auswertung eines
von einem Tachogenerator erzeugten Ist-Drehzahl-signals eingestellt werden,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Hochlauf zu Beginn in einer gestellten Betriebsphase erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß in der gestellten Betriebsphase eine treppen- oder rampenförmige Erhöhung der
Amplitude der Speisespannung erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß in der gestellten Betriebsphase eine treppen- oder rampenförmige Erhöhung der
Frequenz der Speisespannung erfolgt.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die treppen- oder rampenförmige Erhöhung der Amplitude oder der Frequenz
ausgehend von einem Grundwert Umin bzw. fmin erfolgt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Erhöhung der Amplitude und/oder Frequenz auf einen Grenzwert Umax bzw.
fmax beschränkt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Grundwert der Frequenz fmin kleiner als der größte Schlupf bei maximalem
Drehmoment des Motors ist.
7. Verfahren zum Steuern sich wiederholender Hochlaufvorgänge nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet,
daß ab einem vorherbestimmbaren Hochlauf während der gestellten Betriebsphase
der Sollwert in Abhängigkeit vom gemessenen Schlupf während der geregelten Be
triebsphase eines vorhergehenden Hochlaufs eingestellt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Sollwert in der gestellten Betriebsphase die Motorspeisespannung USt ist.
9. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Änderung der Motorspeisespannung zwischen einem Maximalwert UStmax
und einem Minimalwert UStmin erfolgt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19539567A DE19539567C2 (de) | 1994-10-25 | 1995-10-25 | Verfahren zum wiederholten Betrieb eines frequenzumrichtergespeisten Motors |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4438070 | 1994-10-25 | ||
| DE19539567A DE19539567C2 (de) | 1994-10-25 | 1995-10-25 | Verfahren zum wiederholten Betrieb eines frequenzumrichtergespeisten Motors |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19539567A1 true DE19539567A1 (de) | 1996-05-02 |
| DE19539567C2 DE19539567C2 (de) | 1997-12-04 |
Family
ID=6531628
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19539567A Expired - Fee Related DE19539567C2 (de) | 1994-10-25 | 1995-10-25 | Verfahren zum wiederholten Betrieb eines frequenzumrichtergespeisten Motors |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19539567C2 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP1225684A2 (de) | 2001-01-18 | 2002-07-24 | Diehl AKO Stiftung & Co. KG | Verfahren zum schnellen Starten eines Asynchronmotors |
| EP1655402A3 (de) * | 1999-08-30 | 2006-05-17 | Pharmagg Systemtechnik GmbH | Verfahren zum Nassbehandeln, insbesondere Waschen, von Wäschestücken |
| CN105871259A (zh) * | 2016-03-29 | 2016-08-17 | 王军华 | 出入口设备及其控制装置 |
Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US5241257A (en) * | 1989-04-17 | 1993-08-31 | Emerson Electric Co. | Drive system for household appliances |
-
1995
- 1995-10-25 DE DE19539567A patent/DE19539567C2/de not_active Expired - Fee Related
Patent Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| US5241257A (en) * | 1989-04-17 | 1993-08-31 | Emerson Electric Co. | Drive system for household appliances |
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| Title |
|---|
| Firmenprospekt der Fa. Telefunken electronic, Nr. T 1.6/70.0585 D, Halbleiterinformationsdienst 2/85 * |
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Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP1655402A3 (de) * | 1999-08-30 | 2006-05-17 | Pharmagg Systemtechnik GmbH | Verfahren zum Nassbehandeln, insbesondere Waschen, von Wäschestücken |
| EP1225684A2 (de) | 2001-01-18 | 2002-07-24 | Diehl AKO Stiftung & Co. KG | Verfahren zum schnellen Starten eines Asynchronmotors |
| EP1225684A3 (de) * | 2001-01-18 | 2004-08-11 | Diehl AKO Stiftung & Co. KG | Verfahren zum schnellen Starten eines Asynchronmotors |
| CN105871259A (zh) * | 2016-03-29 | 2016-08-17 | 王军华 | 出入口设备及其控制装置 |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE19539567C2 (de) | 1997-12-04 |
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