DE19535025A1 - Verfahren und Vorrichtung zum gleichzeitigen Bewickeln einer Mehrdrahtspule mit mehreren Drähten und/oder gleichzeitigem Abwickeln der Drähte von einer derart bewickelten Mehrdrahtspule für eine nachfolgende Verseilung derselben - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum gleichzeitigen Bewickeln einer Mehrdrahtspule mit mehreren Drähten und/oder gleichzeitigem Abwickeln der Drähte von einer derart bewickelten Mehrdrahtspule für eine nachfolgende Verseilung derselbenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bewickeln und/oder Abwickeln von Mehr
drahtspulen, wobei mehrere Drähte, insbesondere Stahldrähte, gleichzeitig auf eine
Mehrdrahtspule gewickelt und/oder derart aufgewickelte Drähte gleichzeitig in
Verseileinrichtungen abgewickelt und anschließend verseilt werden.
Die Erfindung betrifft ebenfalls eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
Zur Herstellung von Drahtlitzen werden in der Praxis solche Verfahren angewendet,
die sich in drei Etappen, nämlich Ziehen, Transportieren und Verseilen, mit den dazu
gehörigen Auf- und Abwickelvorgängen, untergliedern.
In der DE-OS 21 39 244 wurde festgestellt, daß es bekannt sei, einer Anzahl von
Drahtziehmaschinen eine Abzieheinrichtung mit Vorratsspule zuzuordnen, wobei die
Anzahl der Drahtziehmaschinen der Anzahl der Drähte der herzustellenden Litze oder
des Seiles entspricht. Die einzelnen hergestellten Drähte werden gleichzeitig auf eine
gemeinsame Vorratsspule aufgewickelt.
Im Anschluß daran werden die Drähte, wiederum gleichzeitig, von solchen stationär
angeordneten Vorratsspulen abgezogen und einer Verseilmaschine zugeführt.
Weiterhin ist es bekannt, mittels einer Drahtziehmaschine mehrere Drähte gleichzeitig
zu ziehen und diese Gesamtmenge oder unterteilt in Teilmengen einer oder mehreren
Wickeleinrichtungen zuzuführen, auf denen jeweils eine Vielzahl von Drähten als
Bündel gemeinsam oder als Einzeldrähte aufwickelt werden (siehe DE-OS
39 22 974).
Ziel all dieser Maßnahmen ist es, eine Produktivitätssteigerung in der drahther
stellenden und -verarbeitenden Industrie zu erreichen.
Auf dem Gebiet der Kupferdrahtverseilung zählt die Mehrdrahtwickel- und -verseil
technik zum Stand der Technik. Hier werden, wie vorbeschrieben, auf eine
Maschinenspule mehrere Einzeldrähte aufgebracht, die dann während des eigent
lichen Verseilprozesses gleichzeitig von dieser abgezogen und anschließend mit
einander verseilt werden.
Diese effektive Art der Verarbeitung von Kupferdrähten ist durch die Eigenschaft des
Werkstoffes Kupfer, und zwar durch seine plastische Verformbarkeit, möglich
geworden, da Änderungen der Wickelparameter während des Wickel- und/oder
Verseilprozesses durch den Kupferdraht kompensiert werden.
Als nachteilig hat sich jedoch erwiesen, daß nach oben beschriebenen Verfahren
vorgenommene Wicklungen von Stahldrahtbündeln nicht den Anforderungen an eine
weitere qualitätsgerechte Verseilung der von diesen Spulen ablaufenden Stahldrähte,
z. B. auf hochproduktiven Doppelschlagverseilmaschinen gem. EP 0563586,
entsprechen.
Zur Sicherung einer qualitätsgerechten Verseilung von Stahldrähten ist es erforder
lich, daß alle Drähte (bei gleichem Drahtdurchmesser) in einer Drahtlage exakt
gleiche Längen aufweisen.
Da jeder Draht des Drahtbündels während des Wickelvorganges durch verschiedene
Wickelparameter, infolge beispielsweise jeweils unterschiedlicher Oberflächen
struktur im Auflaufbereich der einzelnen Drähte auf der Wickelspule, beeinflußt wird,
werden demzufolge auch unterschiedliche Längen und Spannungszustände pro
Zeiteinheit und Draht erzeugt. Werden so bewickelte Mehrdrahtwickelspulen dann in
Verseilmaschinen als Ablaufspulen eingesetzt, ist die Einhaltung gleicher Längen der
Einzeldrähte und damit eine qualitätsgerechte Verseilung von Stahldraht zu Litzen
nicht gewährleistet.
Der vorliegenden Erfindung liegt demgemäß die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
zum Bewickeln und/oder Abwickeln von Mehrdrahtspulen anzugeben, mit dem
mehrere Drähte, insbesondere Stahldrähte, so in Wickeleinrichtungen auf eine
Mehrdrahtspule gewickelt und/oder derart bewickelte Mehrdrahtspulen in Verseil
einrichtungen abgewickelt werden, daß die Drähte qualitätsgerecht, d. h. bei
Sicherung gleicher Längenverhältnisse in den Drahtlagen, nach dem Prinzip der
Mehrdrahtverseilung auf hochproduktiven Verseilmaschinen im Doppelschlag
miteinander verseilt werden können, wobei im Ergebnis der erforderliche Zeit-,
Arbeits- und Investitionsaufwand zur Herstellung von Drahtlitze, wie z. B. Stahl
drahtlitze, erheblich verringert und die Leistungsfähigkeit der Verseilmaschine
gesteigert wird.
Gleichzeitig soll eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens angegeben
werden.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe gelöst, indem während des Bewickelvorganges in
einer Wickeleinrichtung einzelne von stationären Abläufen ablaufende Drähte jeweils
einer eigenen Tänzerspeichereinrichtung zugeführt und mehrere dieser Drähte als
Bündel annähernd parallel nebeneinander angeordneter Drähte auf eine gemeinsame
Mehrdrahtspule aufgewickelt werden und daß während des Abwickelns des Bündels
von Drähten von einer derart bewickelten und in einer Abwickeleinrichtung in Form
eines Spulenträgers einer Verseileinrichtung angeordneten Mehrdrahtspule die
einzelnen Drähte über jeweils eine eigene Tänzerspeichereinrichtung einem
Verseilvorgang zugeführt werden.
In einer Weiterbildung der Erfindung werden die einzelnen von stationären Abläufen
abgezogenen Drähte mittels einer Drahtzieheinrichtung in Form einer Mehrdraht
ziehmaschine und/oder mehrerer Einzeldrahtziehmaschinen auf den gewünschten
Drahtdurchmesser gezogen und erst dann jeweils der eigenen Tänzerspeicher
einrichtung zugeführt.
Zur Erzielung gleicher Drahtlängen auf der Mehrdrahtspule ist es vorgesehen, die
einzelnen von stationären Abläufen ablaufenden Drähte unmittelbar vor Erreichen der
Tänzerspeichereinrichtung zu einem Bündel von Drähten zusammenzufassen, dieses
Bündel einem Überdrehvorgang zu unterwerfen, nachfolgend über eine Abzug-
Tänzereinrichtung und gegebenenfalls geeignete Führungsmittel zu führen,
anschließend das Bündel auseinanderzufachen und alle Drähte jeweils über ihre
eigene Tänzerspeichereinrichtung und weiter über eine Verlegung als Bündel
annähernd parallel nebeneinander angeordneter Drähte einem geregelten Mehr
drahtwickler zuzuführen und dort auf die Mehrdrahtspule aufzuwickeln.
Ebenso besteht die Möglichkeit, die einzelnen, von stationären Abläufen ablaufenden
Drähte unmittelbar vor Erreichen der Tänzerspeichereinrichtung über eine eigene,
jeweils getrennt angetriebene und geregelte Ziehscheibe und weiter über die jeweilige
Tänzerspeichereinrichtung einem gemeinsamen Abzug mit Andrückrolle, den sie
annähernd parallel nebeneinander in einer oder mehreren Windungen umschlingen
und im Anschluß daran das Bündel annäherend parallel nebeneinander angeordneter
Drähte dem geregelten Mehrdrahtwickler zuzuführen und dieses auf die Mehrdraht
spule aufzuwickeln.
Weiterhin ist als erfindungsgemäß anzusehen, daß die mit dem Bündel annähernd
parallel nebeneinander angeordneter Drähte bewickelte Mehrdrahtspule in der
Abwickeleinrichtung in Form eines Spulenträgers einer Verseileinrichtung gelagert
wird, während des Verseilbetriebes das Bündel annähernd parallel nebeneinander
angeordneter Drähte mit konstanter Spannung abgezogen und auseinandergefacht
wird, jeder Draht über jeweils eine eigene Tänzerspeichereinrichtung geführt wird und
abschließend sämtliche zu verseilenden Drähte in einem einzigen Verseilpunkt im
Doppelschlag zu der in ihrer Struktur fertigen Drahtlitze verseilt und nach Durchlauf
von zwei synchron zueinander rotierenden Flyern einer Aufwickeleinrichtung
zugeführt werden.
Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß während des Verseilbetriebes
das Bündel annähernd parallel nebeneinander angeordneter Drähte mit konstanter
Spannung von der Mehrdrahtspule abgezogen und zur Erzielung einer geringen
Drahtzugkraft flaschenzugförmig über ein Rollensystem sowie eine Betätigungsrolle
einer Drahtzugbremse geführt wird, im Anschluß daran die einzelnen Drähte
auseinandergefacht über ihre jeweils zugehörige Tänzerspeichereinrichtung geführt
und infolge einer Gleit- und Abwälzbewegung auf einer konischen Umlenkrolle in
einem einzigen Verseilpunkt im Doppelschlag zu der in ihrer Struktur fertigen
Drahtlitze verseilt werden, die in ihrer Struktur fertige Drahtlitze bei Durchlauf von zwei
synchron zueinander rotierenden Flyern in doppelter Drehzahl der Flyer um sich
selbst rotiert, die Drahtlitze gegebenenfalls vor ihrem Aufwickeln zum Abbau ihrer
inneren Torsionsspannung einem oder mehreren Überdrehvorgängen und/oder
einem definierten Zugkraftanstieg und/oder einem oder mehreren Nachform
vorgängen unterworfen und abschließend mit gleichbleibender Wickelkraft einer
geregelten Aufwickeleinrichtung zugeführt wird.
Auch ist es erforderlich, die von stationären Abläufen abgezogenen und gegebenen
falls mittels der Drahtzieheinrichtung auf den gewünschten Drahtdurchmesser
gezogenen Drähte als Bündel von Drähten mit einer Drehzahl zu überdrehen, die
eine Verformung der Drähte im elastischen Bereich zuläßt.
Des weiteren ist die Möglichkeit gegeben, jede beliebige Drahtlitzenkombination zu
realisieren, indem die von der auf dem Spulenträger angeordneten Mehrdrahtspule
ablaufenden Drähte mit weiteren von auf einem oder mehreren Spulenträgern
angeordneten Einzel- und/oder Mehrdrahtspulen ablaufenden Drähten und/oder
Litzen gemeinsam verseilt werden.
Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung werden die einzelnen Drähte
und/oder Litzen vor Einlauf in den Verseilpunkt gegebenenfalls einer Vorverformung
unterworfen.
Auch kann die in ihrer Struktur fertige Drahtlitze im Bereich zwischen Verseilpunkt
und der konischen Umlenkrolle gegebenenfalls einer elastischen Umformung durch
Überdrehung unterworfen werden.
Die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, daß
die Vorrichtung zum Bewickeln einer Mehrdrahtspule eine Wickeleinrichtung und/oder
zum Abwickeln einer Mehrdrahtspule eine Verseileinrichtung aufweist, wobei die
Wickeleinrichtung aus stationären Abläufen für die einzelnen Drähte, gegebenenfalls
einer diesen nachgeordneten Drahtzieheinrichtung sowie mindestens einem
Mehrdrahtwickler mit Mehrdrahtspule besteht und die Verseileinrichtung mit
mindestens einer Abwickeleinrichtung in Form eines Spulenträgers und einer
Aufwickeleinrichtung versehen ist und jedem der von stationären Abläufen der
Wickeleinrichtung ablaufenden Drähte zwischen den Abläufen oder gegebenenfalls
der Drahtzieheinrichtung und dem Mehrdrahtwickler mit Mehrdrahtspule und jedem
von einer Mehrdrahtspule ablaufenden Draht ortsfest an der Abwickeleinrichtung in
Form des Spulenträgers der Verseileinrichtung oder in Drahtlaufrichtung ortsfest
hinter dem Spulenträger eine Tänzerspeichereinrichtung zugeordnet ist.
Eine vorteilhafte Ausführung sieht vor, daß zwischen den Abläufen oder der
Drahtzieheinrichtung der Wickeleinrichtung und den Tänzerspeichereinrichtungen in
Drahtlaufrichtung nacheinander eine Überdreheinrichtung, eine Abzug-Tänzer
einrichtung und gegebenenfalls Führungsmittel und weiter in Drahtlaufrichtung hinter
den Tänzerspeichereinrichtungen nacheinander eine Verlegung und ein geregelter
Mehrdrahtwickler mit Mehrdrahtspule angeordnet sind.
Eine weitere Ausführung ist dadurch gekennzeichnet, daß, zwischen den Abläufen
oder der Drahtzieheinrichtung der Wickeleinrichtung und den Tänzerspeicher
einrichtungen angeordnet, jedem Draht eine eigene, jeweils getrennt angetriebene
und geregelte Ziehscheibe zugeordnet ist und in Drahtlaufrichtung hinter der
Tänzerspeichereinrichtung nacheinander eine gemeinsame Abzugsscheibe mit
Andrückrolle, eine Verlegung und ein geregelter Mehrdrahtwickler mit Mehrdrahtspule
angeordnet sind.
Des weiteren ist vorgesehen, daß die Drahtzieheinrichtung eine Mehrdrahtzieh
maschine und/oder mehrere Einzeldrahtziehmaschinen aufweisen kann.
Weitere Ausbildungen der erfindungsgemäßen Vorrichtung sehen vor, daß
jeder Abwickeleinrichtung in Form eines Spulenträgers direkt ein Rollensystem mit
Betätigungsrolle für die Drahtzugbremse nachgeordnet ist, über welches jeder
ablaufende Draht in einer oder mehreren Windungen geführt ist, daß die Tänzer
speichereinrichtungen jeweils separat gelagert sind und mindestens eine mit
einstellbaren Kräften belastbare Tänzerrolle aufweisen und daß zwischen Tänzer
speichereinrichtung und dem Verseilpunkt gegebenenfalls eine Vorformeinrichtung
sowie zwischen Verseilpunkt und konischer Umlenkrolle gegebenenfalls eine
Dralliereinrichtung angeordnet ist und die nach dem Verseilen in ihrer Struktur fertige
Drahtlitze gegebenenfalls vor dem Aufwickeln über eine oder mehrere Überdreh
einrichtungen und/oder Nachformeinrichtungen und/oder einen definieiten Zug kraft
anstieg erzeugenden Doppelscheibenabzug geführt ist.
Als wesentlich ist weiter festzustellen, daß sämtliche Umlenk- und Führungsrollen
sowohl der Wickel- als auch der Verseileinrichtung, über die mehrere Drähte in
annähernd paralleler Anordnung nebeneinander geführt werden, eine oder mehrere
Führungsrillen mit flachem Rollenquerschnitt aufweisen und daß die die Abwickel
einrichtung beinhaltende Verseileinrichtung eine Doppelschlagverseilmaschine nach
dem Prinzip in-out oder out-in ist.
Als Vorteil der Erfindung ist herauszustellen, daß mehrere Drähte, insbesondere
Stahldrähte oder Drähte mit ähnlichen Werkstoffeigenschaften, beim gleichzeitigen
Aufwickeln auf Mehrdrahtspulen mit annähernd gleicher Länge aufgewickelt werden.
Dennoch vorhandene geringe Unterschiede in der Drahtlänge werden beim
Abwickeln der Drähte in Verseileinrichtungen kompensiert.
Eine exakte qualitätsgerechte Verseilung wird somit garantiert.
Durch die Erfindung wurde somit die Möglichkeit eröffnet, eine qualitätsgerechte
Verarbeitung von Stahldrähten nach der Mehrdrahttechnologie mit all ihren Vorteilen
vorzunehmen. Diese sind insbesondere:
beim Ziehen - geringer Investitionsaufwand bezogen auf die Ausstoß leistung
beim Ziehen - geringer Investitionsaufwand bezogen auf die Ausstoß leistung
- - höhere Effektivität im Vergleich zur Einzeldrahttechnik
beim Verseilen - geringer Investitionsaufwand
- - zum Teil erheblich höhere Verseilgeschwindigkeit (in-out)
- - geringer Platzbedarf.
Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der
nachstehenden Erläuterung der in der Zeichnung schematisch dargestellten Aus
führungsbeispiele
Es zeigen:
Fig. 1 die Vorderansicht der Wickeleinrichtung zum Aufwickeln von Drähten
auf eine Mehrdrahtspule,
Fig. 2 die Wickeleinrichtung nach Fig. 1 mit integrierter Zieheinrichtung,
Fig. 3 die Vorderansicht einer Verseileinrichtung zum Verseilen von auf
Mehrdrahtspulen aufgewickelten Drähten - Ausführungsbeispiel 1,
Fig. 4 die Seitenansicht einer dem Verseilpunkt nachgeordneten Umlenkrolle,
Fig. 5 die Vorderansicht des Spulenträgers nach Fig. 3,
Fig. 6 die Draufsicht auf eine Tänzerspeichereinrichtung,
Fig. 7 die Seitenansicht eines Doppelscheibenabzuges für die Stahldrahtlitze
in schematischer Darstellung,
Fig. 8 die Schnittdarstellung einer Umlenk- und Führungsrolle für die
parallele Führung mehrerer Drähte,
Fig. 9 die Vorderansicht einer weiteren Verseileinrichtung -
Ausführungsbeispiel 2.
Fig. 10a-10g: die Darstellung weiterer möglicher Anlagenkonfigurationen gem. Fig. 3
und 9
Fig. 11 eine weitere Ausführungsform der Wickeleinrichtung nach Fig. 2.
Die Fig. 1 zeigt eine Wickeleinrichtung 1 in der bevorzugten Ausführungsform, die
mehrere stationäre Abläufe 2 für Drähte 3, eine Überdreheinrichtung 4, eine Abzug-
Tänzereinrichtung 5, ein oder mehrere Führungsmittel 6, Tänzerspeicherein
richtungen 7, eine Verlegung 8 und einen geregelten Mehrdrahtwickler 9 mit Mehr
drahtspule 10 aufweist.
Alternativ kann gem. Fig. 2 zwischen den stationären Abläufen 2 und der Überdreh
einrichtung 4 eine Drahtzieheinrichtung 11 in Form einer Mehrdrahtziehmaschine
angeordnet sein, mit der die einzelnen ablaufenden Drähte 3 auf den gewünschten
Drahtdurchmesser gezogen werden können.
Auch kann die Drahtzieheinrichtung 11 eine entsprechende Anzahl von Einzel
drahtziehmaschinen aufweisen.
Die stationären Abläufe 2 ihrerseits können z. B. als Coils (Fig. 1) oder Tangential
abläufe (Fig. 2) ausgeführt sein.
Während des Wickelprozesses werden die von den stationären Abläufen 2 ablaufen
den Drähte 3 direkt oder über die vorerwähnte Drahtzieheinrichtung 11 der Über
dreheinrichtung 4 zugeführt und als Bündel von Drähten 3 gemeinsam einem Über
drehvorgang unterworfen, wobei der Überdrehvorgang mit einer Drehzahl erfolgt, die
eine Verformung der Drähte 3 im elastischen Bereich zuläßt.
Damit wird erreicht, daß die Drähte 3 bei Eintritt in die Abzug-Tänzereinrichtung 5, die
ihrerseits aus einer Abzugsscheibe 5a und einer Tänzerscheibe 5b besteht,
annähernd gleiche Längen aufweisen.
Im Anschluß daran wird das Bündel von Drähten 3 einem Führungsmittel 6, hier in
Form einer Führungsrolle und bei Verlassen dieser Führungsrolle auseinandergefacht
jeder einzelne Draht 3 einer jeweils zugehörigen ortsfest angeordneten Tänzer
speichereinrichtung 7 und weiter in annähernd paralleler Anordnung nebeneinander
über eine Verlegung 8 einer nicht näher dargestellten, an sich bekannten Verlege
einrichtung der Mehrdrahtspule 10 eines Mehrdrahtwicklers 9 zugeführt.
Mit der jedem Draht 3 zugeordneten Tänzerspeichereinrichtung 7 ist gewährleistet,
daß während des Bewickelvorganges der Mehrdrahtspule 10 noch eventuell
vorhandene unterschiedliche innere Spannungen und Längen der Drähte 3 pro
Zeiteinheit ausgeglichen werden.
Eine weitere Ausführungsform der Wickeleinrichtung 1 ist der Fig. 11 zu entnehmen.
Diese unterscheidet sich zur vorbeschriebenen Wickeleinrichtung 1 gem. Fig. 2
dahingehend, daß, zur Erzielung gleicher Drahtlängen auf der Mehrdrahtspule 10, die
einzelnen von stationären Abläufen 2 ablaufenden Drähte 3 nach Durchlaufen der
Zieheinrichtung 11 mit ihren Ziehsteinen 40 und Ziehscheiben 41, jeweils über eine
weitere getrennt angetriebene und geregelte Ziehscheibe 42 und weiter über die
jeweils zugehörige Tänzerspeichereinrichtung 7, die gleichfalls als Regeleinrichtung
für die Ziehscheibe 42 eingesetzt sein kann, einer gemeinsamen Abzugsscheibe 5a
mit Andrückrolle 43 zugeführt werden, die Drähte 3 die Abzugsscheibe 5a annähernd
parallel nebeneinander in einer oder mehreren Windungen umschlingen und im
Anschluß daran über die Verlegung 8 als Bündel von annähernd parallel neben
einander angeordneten Drähten 3 dem geregelten Mehrdrahtwickler 9 zugeführt und
dort auf die Mehrdrahtspule 10 aufgewickelt werden.
Es versteht sich von selbst, daß diese Ausführungsform auch für eine Wickelein
richtung nach Fig. 1 geeignet ist, bei der auf eine Drahtzieheinrichtung 11 verzichtet
wird.
Die Anordnung der Andrückrolle 43 macht sich erforderlich, um ein Lockerwerden des
Bündels von Drähten 3 auf der Abzugsscheibe 5a zu verhindern und somit einen für
alle Drähte 3 gleichmäßigen Drahtzug zu gewährleisten.
In Fig. 3 ist eine Vorrichtung gezeigt, die eine Verseileinrichtung 12, bestehend aus
einer Doppelschlagverseilmaschine 12a nach dem Prinzip "in-out", einen Doppel
scheibenabzug 13, eine oder mehrere in Ablaufrichtung der Drahtlitze 14 nachein
ander angeordnete Überdreheinrichtungen 15 und Nachformeinrichtungen 16 sowie
eine geregelte Aufwickeleinrichtung 17 aufweist.
Nachdem die Mehrdrahtspule 10 mit dem Bündel annähernd parallel nebeneinander
angeordneter Drähte 3 bewickelt worden ist, kann diese in dem in der Mittelachse M
(Drehachse) der Doppelschlagverseilmaschine 12a angeordneten, nicht mitdrehen
den Spulenträger 19 gelagert werden.
Nach Fig. 3 ist die Doppelschlagverseilmaschine 12a mit einem rotierenden System
versehen, in dem sowohl eine oder mehrere Mehrdrahtspulen 10 als auch kombiniert
mit Einzeldrahtspulen in dem gemeinsamen Spulenträger 19 gelagert sein können.
Der Spulenträger 19 ist über endseitige Drehzapfen 19a, 19b, welche hohl ausge
bildet sein können, um die Mittelachse M drehbar gelagert, dreht jedoch, wie oben
schon erwähnt, auf Grund seines Eigengewichtes beim Verseilvorgang nicht mit.
Es können weitere Ablaufspulen 10′ (Mehr- oder Einzeldrahtspulen) vor dem
Spulenträger 19 angeordnet sein. Von diesen werden weitere Drähte und/oder
gegebenenfalls der Kerndraht 3′ der herzustellenden Drahtlitze 14 abgezogen. Dieser
Kerndraht 3′ kann ebenfalls eine aus mehreren Einzeldrähten bestehende Kernlitze
sein. Der Kerndraht 3′ läuft entlang der Mittelachse M zu dem Drehzapfen 19a und
über eine Umlenkrolle 20a zu einem Führungselement 21a eines im Bereich des
vorderen Endes des Spulenrahmens 19 angeordneten Flyers 22a. Von dort läuft der
Kerndraht 3′ in einer freien Flugkurve zu einem Führungselement 21b eines im
Bereich des hinteren Endes des Spulenrahmens 19 angeordneten Flyers 22b. Über
eine dem Drehzapfen 19b zugeordnete Umlenkrolle 20b wird der Kerndraht 3′ in den
Bereich der Mehrdrahtspule 10 geführt.
Die Führungselemente 21a; 21b können als Führungsrollen oder Führungsnippel
ausgeführt sein. Im Bereich der Mittelachse M ist auf oder in deren vorderem
Drehzapfen 19a eine konische Umlenkrolle 23 gelagert, deren Längsachse im
wesentlichen senkrecht zur Mittelachse M verläuft. Diese Umlenkrolle 23 bildet einen
ersten Umlenkpunkt für das von der Mehrdrahtspule 10 und gegebenenfalls weiteren
Ablaufspulen und aus den Drähten 3 sowie gegebenenfalls dem Kerndraht 3′
bestehende abgezogene Verseilgut, da dieses gem. Fig. 4 auf deren größtem
Durchmesseranteil aufläuft und während der Umlenkung auf deren Mantel zum
schmaleren Endteil hin unter einer Eigendrehung abgleitet, hierdurch eine
vollständige Verseilung erfährt und eine Drahtlitze 14 bildet, wobei der erste und
zweite Verseilschlag in einem Verseilpunkt 24 (Fig. 5) vereinigt werden.
Wie in den Fig. 3 und 5 gezeigt, werden die als Bündel von der Mehrdrahtspule
10 abgezogenen Drähte 3 und gegebenenfalls auch die Drähte weiterer Ablaufspulen,
hier der Kerndraht 3′ der Ablaufspule 10′, über ein Rollensystem 25 in Form eines
Flaschenzuges mit einer Betätigungsrolle 25a einer Drahtzugbremse 26 geführt. Alle
von der Mehrdrahtspule 10 ablaufenden Drähte 3 verlaufen dann in einem geringen
seitlichen Abstand zur Mittelachse M zu dem Verseilpunkt 24 und danach als
Drahtlitze 14 entlang der Mittelachse M durch den holilen Drehzapfen 19a hindurch
zum breiteren Endteil der konischen Umlenkrolle 23.
Der Abschnitt zwischen der Mehrdrahtspule 10 und der Umlenkrolle 23 weist gem.
Fig. 3 und 5 in Ablaufrichtung des Verseilgutes das oben beschriebene Rollensystem
25 mit Betätigungsrolle 25a und Drahtzugbremse 26, entsprechend der Anzahl der
ablaufenden Drähte 3 mit einstellbaren Kräften belastete Tänzerspeicher
einrichtungen 7, gegebenenfalls eine in einer an sich bekannten Legescheibe
angeordnete Vorformeinrichtung 27, den gemeinsamen Verseilpunkt 24 für den ersten
und zweiten Verseilschlag und gegebenenfalls eine Dralliereinrichtung 28 auf.
Während des Verseilbetriebes wird das Bündel der annähernd parallel neben
einander angeordneten Drähte 3 mit konstanter Spannung von der Mehrdrahtspule
10 abgezogen, über das Rollensystem 25 geführt und weiterhin die einzelnen Drähte
3 auseinandergefacht jeweils einer eigenen zugehörigen, ortsfest am Spulenträger 19
angeordneten Tänzerspeichereinrichtung 7′ zugeführt. Mittels der Tänzerspeicher
einrichtungen 7′ erfolgt pro Zeiteinheit ein Spannungs- und längenausgleichender
Abwickelvorgang der Drähte 3, der sich vorteilhaft auf die Qualität der herzustellenden
Drahtlitze 14 auswirkt.
In Fig. 5 und 6 sind die Tänzerspeichereinrichtungen 7; 7′ näher dargestellt. Diese
bestehen in einer geeigneten Ausführung aus einem separat gelagerten und mit
einstellbaren Kräften belasteten Hebelarm 29 mit Drahtführungsrolle 30. Der
Hebelarm 29 kann federbelastet sein. Weitere äquivalente Mittel der Kraftaufbringung,
wie z. B. mittels Gewichten oder pneumatisch, sind denkbar.
Eine weitere Ausführungsform der Tänzerspeichereinrichtung 7; 7′ ist insbesondere in
den Fig. 1, 2 und 11 näher dargestellt, wobei die Drahtführungsrolle 30 als
Tänzerrolle eine vertikale Bewegung ausführt.
Die Vorformung der einzelnen Drähte 3 mittels der Vorformeinrichtung 27 ist bei
bestimmten zu verarbeitenden Materialien, insbesondere bei HT- und Ultra-HT-
Drähten, erforderlich, damit diese ihre Lage im Verseilverband erhalten.
Bekannte und demzufolge nicht näher dargestellte Ausführungsformen von Vorform
einrichtungen 27 sehen Vorformnippel oder auch Vorformrollen vor.
Die vom Verseilpunkt 24 kommende, geometrisch fertige Drahtlitze 14 kann, in
Abhängigkeit vom zu verarbeitenden Drahtmaterial, mittels der Dralliereinrichtung 28
(Fig. 5) überdreht werden, damit jeder der einzelnen Drähte 3 im Verseilverband die
erforderliche Länge erhält. Es ist in diesem Fall eine plastische Verformung zu
verzeichnen. Die Dralliereinrichtung 28 dreht dabei in gleicher Richtung, jedoch mit
einer höheren Drehgeschwindigkeit wie die Flyer 22a; 22b der Doppelschlag
verseilmaschine 12a.
Je nach gewünschtem Verseilaufbau hat sich eine 1,4- bis 1,95fach höhere Dreh
geschwindigkeit der Dralliereinrichtung 28 gegenüber den Flyern 22a; 22b als
vorteilhaft erwiesen.
Die vom schmalen Endteil der Umlenkrolle 23 abgezogene, nunmehr in ihrer Struktur
fertige Drahtlitze 14 läuft gem. Fig. 3 zum Führungselement 31a des ersten Flyers
22a und von diesem in freier Flugkurve über das Führungselement 31b des zweiten
Flyers 22b zu einer in dem Drehzapfen 19b quer zur Mittelachse M gelagerten
Umlenkrolle 32. Die Führungselemente 31a; 31b können als Führungsrollen oder als
Führungsnippel ausgeführt sein. Die beiden Flyer 22a, 22b werden gemeinsam über
an sich bekannte Getriebe, beispielsweise Zahnriementriebe, von einem Antriebs
motor 33 synchron angetrieben, wobei die in bzw. an dem Drehzapfen 19a gelagerte
konische Umlenkrolle 23 zusammen mit dem Flyer 22a um die Mittelachse M rotiert.
In der Fig. 5 ist der Spulenträger 19 mit einer Mehrdrahtspule 10 sowie der jeweils
zugehörigen Drahtzugbremse 26 und dem Rollensystem 25 näher gezeigt.
Die Drahtzugbremse 26 ist als eine sogenannte tänzergesteuerte Bremse ausgeführt
und weist einen zweiarmigen Schwenkhebel 26a auf, an dessen einem Arm die von
den ablaufenden Drähten 3 umschlungene Betätigungsrolle 25a gelagert ist und an
dessen anderem Ende ein Federelement 26b angreift. Der die Betätigungsrolle 25a
tragende Arm ist über ein Gestänge 26c mit einem Bremsband 34, bestehend aus
Bremsbacken 35, verbunden, deren Bremsbelag gegen die Bremsfläche einer auf der
Welle der Mehrdrahtspule 10 befestigten Bremsscheibe 36 drückt.
Wie vorstehend bereits beschrieben, ist der Drahtzugbremse 26 ein Rollensystem 25
in Form eines Flaschenzuges zugeordnet. Die auf dem Schwenkhebel 26a gelagerte
Betätigungsrolle 25a ist gleichzeitig ein Bestandteil des Rollensystems 25. Über diese
werden die Drähte 3 dem Rollensystem 25 zugeführt. Sie durchlaufen dieses in
mehreren Windungen.
Durch die Führung der Drähte 3 über das Rollensystem 25 in mehreren Windungen
wird erreicht, daß bei großen Spulenmassen und damit großen Abzugskräften die
Drahtzugkräfte über die gesamte Spulenfüllung gering und konstant gehalten und
somit auch sehr dünne Drähte 3 verarbeitet werden können.
Die bereits bei ihrem Einlauf in den ersten Flyer 22a fertig strukturierte Drahtlitze 14
bleibt in ihrer Struktur im Bereich der freien Flugkurve zwischen den beiden Flyern
22a; 22b erhalten und wird beim Verlassen der Doppelschlagverseilmaschine 1 2a
über die um die Mittelachse M umlaufende Umlenkrolle 32 dem Doppelscheiben
abzug 13 zugeführt.
In Fig. 7 ist der Doppelscheibenabzug 13 näher dargestellt. Er weist zwei achsparallel
im Abstand zueinander angeordnete Rollen 13a; 13b auf. Dabei kann die Rolle 13a
mit Umfangsrillen 13c versehen sein, während die Rolle 13b eine Stufe 13d aufweist.
Die Drahtlitze 14 läuft in mehreren geordneten Schlingen um die beiden Rollen 13a;
13b wobei die Stufe 13d einen Sprung von einem kleineren zu einem größeren
Rollendurchmesser verursacht. Hierdurch erfolgt ein definierter Zugkraftanstieg,
durch den im Zusammenwirken mit der Überdrehung 15 Torsionsspannungen in der
Drahtlitze 14 abgebaut werden.
Zum weiteren vollständigen Abbau von inneren Spannungen und zur Erhaltung des
Verseilverbandes der Drahtlitze 14 ist im Bereich des Doppelscheibenabzuges 13,
wie in Fig. 3 gezeigt, eine Nachformeinrichtung 16 hinter der Überdreheinrichtung 15
angeordnet. Die Überdreheinrichtung 15 ihrerseits weist eine zu den Flyern 22a, 22b
der Doppelschlagverseilmaschine 12a entgegengesetzte Drehrichtung auf und dreht,
je nach gewünschtem Verseilaufbau, mit der 0,3 bis 1,0fachen Drehgeschwindigkeit
der Flyer 22a; 22b. Die Überdreheinrichtung 15 wird durch einen nicht näher darge
stellten Antrieb getrennt von der Doppelschlagverseilmaschine 12a angetrieben. Die
Regelung dieses Antriebes erfolgt in Abhängigkeit von dem dargestellten Antriebs
motor 33 (Hauptantrieb) für die Doppelschlagverseilmaschine 12a und dem
Doppelscheibenabzug 13 durch eine nicht näher dargestellte Regel- und Steuer
einrichtung. Über diese erfolgt auch die Regelung der Drehrichtung und Dreh
geschwindigkeit der Überdreheinrichtung 15.
Die Drahtlitze 14 wird über Umlenkrollen 37 einer oder mehreren Nachform
einrichtungen 16 zugeführt, die mindestens eine Reihe von hintereinander mit
gegenseitiger Versetzung angeordnete Richtrollen aufweisen, deren gegenseitige
Versetzung nach den jeweiligen Produkt- und Betriebsbedingungen eingestellt
werden kann. Die Drahtlitze 14 läuft dabei in einer wellenförmigen Bahn über die
Richtrollen, und durch die dabei entstehenden Biege- und Walkwirkungen erfolgt ein
Spannungsabbau sowie Lagekorrekturen der Drähte 3; 3′ der Drahtlitze 14.
Anschließend wird die Drahtlitze 14 über eine weitere Umlenkrolle 37 und die Rollen
13a; 13b des oben beschriebenen Doppelscheibenabzuges 13 sowie einer Verlege
einrichtung 18 der geregelten und getrennt angetriebenen Aufwickeleinrichtung 17
zugeführt.
Die Führung der Drahtlitze 14, von dem Doppelschlagverseilmaschine 12a kommend,
erfolgt dabei in Pfeilrichtung entlang den Führungsabschnitten a bis i.
Der Kerndraht 3′ wird, wie in dem Ausführungsbeispiel anhand der Fig. 3 beschrie
ben, von einer außerhalb des Spulenträgers 19 angeordneten Ablaufspule 10′
abgezogen. Es ist aber auch möglich, daß der Kerndraht 3′ in an sich bekannter
Weise von einer weiteren im Spulenträger 19 angeordneten, jedoch nicht näher
dargestellten Ablaufspule abgezogen wird.
Weiterhin ist zu bemerken, daß, wie in Fig. 8 dargestellt, sämtliche Umlenk- und
Führungsrollen, über die die Drähte 3 in annähernd paralleler Anordnung neben
einander geführt werden, eine oder mehrere Führungsrillen 38 mit flachem
Rollenquerschnitt aufweisen. Diese wie vorstehend ausgeführten Führungsrillen 38
gewährleisten eine annähernd geordnete parallele Führung der Drähte 3 neben
einander und verhindern insbesondere Schlaufenbildungen, die sich erheblich
nachteilig, insbesondere bei der Verseilung, auswirken würden.
Die Verseileinrichtung 12 gem. Fig. 9 unterscheidet sich zur vorbeschriebenen
dahingehend, daß statt einer Doppelschlagverseilmaschine 12a nach dem Prinzip "in
out" eine Doppelschlagverseilmaschine 12b nach dem Prinzip "out in" Verwendung
findet. Demgemäß sind die zu verwendenden Mehrdrahtspulen 10 nicht innerhalb,
sondern außerhalb des rotierenden Systems der Doppelschlagverseilmaschine 12b
angeordnet. Im einzelnen ist diese Ausführungsform wie folgt zu beschreiben.
Nachdem Mehrdrahtspulen 10, wie oben bereits beschrieben, jeweils mit einem
Bündel parallel zueinander angeordneter Drähte 3 bewickelt worden sind, können
diese in dem außerhalb der Doppelschlagverseilmaschine 12b ortsfest angeordneten
Spulenträger 19 gelagert werden.
Entsprechend der Fig. 9 sind in dem Spulenträger 19 drei Mehrdrahtspulen 10
angeordnet, von denen jeweils drei Drähte 3 abgezogen werden.
Diesen Mehrdrahtspulen 10 ist eine weitere Ablaufspule 10′ zugeordnet, von der ein
Kerndraht 3′, der auch eine Kernlitze, bestehend aus z. B. drei Einzeldrähten, sein
kann, abgezogen wird. Diese Anlagenkonfiguration ist geeignet zur Herstellung von
Drahtlitzen 14 der Machart 1+9 oder 3+9.
Während des Verseilvorganges werden die einzelnen Drähte 3 und der Kerndraht 3′
mit gleichbleibender Zugkraft abgezogen. In Drahtlaufrichtung wird das Bündel
annähernd parallel nebeneinander angeordneter Drähte 3, von der jeweiligen
Mehrdrahtspule 10 kommend, über das zugehörige und an sich bereits beschriebene
Rollensystem 25 mit Drahtzugbremse 26 sind nachfolgend auseinandergefacht jeder
einzelne Draht 3 über eine eigene ortsfest am oder hinter dem Spulenträger 19
angeordnete Speichereinrichtung 7′ geführt. Im Anschluß daran werden die Drähte 3
über eine an sich bekannte Legescheibe mit gegebenenfalls Vorformeinrichtungen 27
dem Verseilpunkt 24 zugeführt.
Der Kerndraht 3′ wird seinerseits ebenfalls über ein zugehöriges Rollensystem 25 mit
Drahtzugbremse 26 geführt, läuft jedoch dann direkt über die Legescheibe zum
Verseilpunkt 24.
Nachfolgend wird das Verseilgut, bestehend aus Drähten 3 sind dem Kerndraht 3′,
dem rotierendem System der Doppelschlagverseilmaschine 12b zugeführt, wobei der
eigentliche Verseilvorgang derart erfolgt, daß das Verseilgut im ersten Umlenkpunkt
über eine im ersten Drehzapfen 19a angeordnete und mitdrehende, an sich bekannte
Umlenkrolle 20a und weiter über ein Führungselement 31a des zugehörigen Flyers
22a geführt wird, in freier Flugkurve das Führungselement 31b des synchron
drehenden zweiten Flyers 22b erreicht und von dort der im zweiten Drehzapfen 19b
angeordneten sowie mitdrehenden und bereits oben zur Doppelschlagverseil
maschine 12a beschriebenen konischen Umlenkrolle 23 zugeführt wird. Auf dieser
gleitet das Verseilgut während der Umlenkung auf deren Mantel vom größten zum
kleinsten Durchmesser hin unter Eigendrehung ab und erfährt somit eine vollständige
Verseilung, wobei der erste und zweite Verseilschlag im Verseilpunkt 24 vereinigt
werden und somit eine in ihrer Struktur fertige Drahtlitze 14 gebildet wird. Von der
konischen Umlenkrolle 23 kommend, wird die Drahtlitze 14 über einen Doppel
scheibenabzug 13, eine nachfolgende Überdreheinrichtung 15 und eine Nachform
einrichtung 16 der geregelten Aufwickeleinrichtung 17 mit Verlegeeinrichtung 18
zugeführt. Doppelscheibenabzug 13, Überdreheinrichtung 15, Nachformeinrichtung 16
und Aufwickeleinrichtung 17 mit Verlegeeinrichtung 18 sind bekanntermaßen in
einem Spulenträger 39 ortsfest angeordnet, wobei dieser zwar auf dem endseitigen
Drehzapfen 19a; 19b drehbar gelagert ist, jedoch auf Grund seines Eigengewichtes
beim Verseilvorgang nicht mitdreht.
Gem. Fig. 9 besteht weiterhin die Möglichkeit, zwischen Verseilpunkt 24 und erster
Umlenkrolle 20a, außerhalb des rotierenden Systems der Doppelschlagverseil
maschine 12b, eine Dralliereinrichtung 28 anzuordnen. Weitere Ausführungen zu den
vorerwähnten Einrichtungen erübrigen sich, da diese in ihrer näheren Ausgestaltung
und Funktionsweise den gleichlautenden und gleichbezeichneten und bereits zur
Doppelschlagverseilmaschine 12a beschriebenen Einrichtungen entsprechen.
In den Fig. 10a bis 10g sind Konfigurationen der Verseileinrichtungen 12 mit
Draht- und Litzenlauf gezeigt. Der Umfang der Erfindung wird jedoch nicht auf diese
Beispiele beschränkt.
Den Fig. 10a bis 10d sind Verseileinrichtungen 12 mit Doppelschlagverseil
maschinen 12a nach dem Prinzip "in-out" zu entnehmen
Gem. der Fig. 10a ist im rotierenden System einer Doppelschlagverseilmaschine 12a
eine Mehrdrahtspule 10 angeordnet, die entsprechend den Programmen 1 × 2; 1 × 3,
1 × 4 oder 2 + 2 mit einem Bündel von 2 bis 4 einzelnen, parallel zueinander angeord
neten Drähten 3 bewickelt ist. Das Bündel von Drähten 3 wird mit gleichbleibender
Zug kraft abgezogen und auseinandergefacht. Im Anschluß daran werden die
einzelnen Drähte 3 über ihre jeweilige Tänzerspeicheieinrichtung 7′ geführt und
verseilt. Nachdem die in ihrer Struktur fertige Drahtlitze 14 zum Abbau ihrer inneren
Spannungen einem definierten Zugkraftanstieg und einem oder mehreren Überdreh- und
Nachformvorgängen, wie bereits beschrieben, unterworfen wird, wird die fertige
Drahtlitze mit gleichbleibender Aufwickelkraft der geregelten Aufwickeleinrichtung 17
zugeführt.
In der Fig. 10b sind entsprechend den Programmen 1 + 6 oder 3 + 6 in dem
rotierenden System zwei Mehrdrahtspulen 10 für jeweils drei Drähte 3 angeordnet.
Vor dem rotierenden System ist eine Ablaufspule 10′ mit einem Kerndraht 3′ oder
einer aus drei miteinander verseilten Drähten bestehenden Kernlitze angeordnet. Der
Kerndraht 3′ bzw. die Kernlitze läuft in das rotierende System ein und wird mit den
von im Spulenträger 19 angeordneten Mehrdrahtspulen 10 ablaufenden Drähten 3
verseilt.
In der Fig. 10c ist entsprechend den Programmen 1 + 6 oder 3 + 6 der Ablaufspule
10′ eine im rotierenden System angeordnete Mehrdrahtspule 10 mit sechs Drähten 3
zugeordnet. Statt des Kerndrahtes 3, kann eine Kernlitze, bestehend aus drei
miteinander verseilten Drähten, auf der Ablaufspule 10′ aufgewickelt sein. Der
Verfahrensablauf ist vorstehend beschrieben.
In der Fig. 10d sind entsprechend den Programmen (1+6)+12 der Ablaufspule 10′ in
dem intierenden System vier Mehrdrahtspulen 10 mit jeweils drei Drähten 3
zugeordnet. Statt eines Kerndrahtes 3′ ist eine Kernlitze vorgesehen. Sie entspricht der
Machart 1+6.
Den Fig. 10e bis 10g sind Verseileinrichtungen 12 mit Doppelschlagverseil
maschinen 12b nach dem Prinzip "out-in" zu entnehmen.
Gem. der Fig. 10e sind sowohl die Ablaufspule 10′ für den Kerndraht 3′ als auch die
Mehrdrahtspule 10 für den Draht 3 außerhalb des rotierenden Systems angeordnet.
Entsprechend den Programmen 1 + 6 ist auf der Mehrdrahtspule 10 ein Bündel von
sechs annähernd parallel nebeneinander angeordneten Drähten 3 angeordnet,
welches mit gleichbleibender Zugkraft abgezogen wird.
Diese Drähte 3 werden auseinandergefacht jeweils ihrer Tänzerspeichereinrichtung 7′
zugeführt und gemeinsam mit dem Kerndraht 3′ im Verseilpunkt 24 zur Drahtlitze 14,
wie vorstehend beschrieben, verseilt, gegebenenfalls über eine Dralliereinrichtung 28
geführt und aufgewickelt.
Die Fig. 10f zeigt eine Doppelschlagverseilmaschine 12b für ein Programm der
Machart 1+6, wobei von zwei Mehrdrahtspulen 10 jeweils drei Drähte 3 abgezogen
und mit einem von der Ablaufspule 10′ ablaufenden Kerndraht 3′ verseilt werden.
Gem. der Fig. 10g werden für eine parallele Machart, z. B. 1+9+9, von sechs Mehr
drahtspulen 10 jeweils drei Drähte 3 abgezogen und mit dem von der Ablaufspule 10′
ablaufendem Kerndraht 3′ dem Verseilpunkt 24 zugeführt.
Bezugszeichenliste
1 Wickeleinrichtung
2 Abläufe (stationär)
3 Drähte
3′ Kerndraht
4 Überdieheinrichtung
5 Abzug-Tänzereinrichtung
5a Abzugsscheibe
5b Tänzerscheibe
6 Führungsmittel
7 Tänzerspeichereinrichtung (Wickeleinrichtung)
7′ Tänzerspeichereinrichtung (Verseileinrichtung)
8 Verlegung
9 Mehrdrahtwickler
10 Mehrdrahtspule
10′ weitere Ablaufspulen
11 Drahtzieheinrichtung
12 Verseileinrichtung
12a Doppelschlagverseilmaschine nach dem Prinzip "in-out"
12b Doppelschlagverseilmaschine nach dem Prinzip "out-in"
13 Doppelscheibenabzug
13a Rolle
13b Rolle
13c Umfangsrille
13d Stufe
14 Drahtlitze
15 Überdieheinrichtungen
16 Nachformeinrichtungen
17 Aufwickeleinrichtung
18 Verlegeeinrichtung
M Mittelachse
19 Spulenträger
19a Drehzapfen
19b Drehzapfen
20a Umlenkrolle
20b Umlenkrolle
21a Führungselement
21b Führungselement
22a Flyer
22b Flyer
23 konische Umlenkrolle
24 Verseilpunkt
25 Rollensystem
25a Betätigungsrolle
26 Drahtzugbremse
26a Schwenkhebel
26b Federelement
26c Gestänge
27 Legescheibe mit Vorformeinrichtung
28 Dralliereinrichtung
29 Hebelarm
30 Drahtführungsrolle
31a Führungselement
31b Führungselement
32 Umlenkrolle
33 Antriebsmotor
34 Bremsband
35 Bremsbacken
36 Bremsscheibe
37 Umlenkrolle
38 Führungsrillen
39 Spulenträger
40 Ziehstein
41 Ziehscheibe
42 Ziehscheibe
43 Andrückrolle
2 Abläufe (stationär)
3 Drähte
3′ Kerndraht
4 Überdieheinrichtung
5 Abzug-Tänzereinrichtung
5a Abzugsscheibe
5b Tänzerscheibe
6 Führungsmittel
7 Tänzerspeichereinrichtung (Wickeleinrichtung)
7′ Tänzerspeichereinrichtung (Verseileinrichtung)
8 Verlegung
9 Mehrdrahtwickler
10 Mehrdrahtspule
10′ weitere Ablaufspulen
11 Drahtzieheinrichtung
12 Verseileinrichtung
12a Doppelschlagverseilmaschine nach dem Prinzip "in-out"
12b Doppelschlagverseilmaschine nach dem Prinzip "out-in"
13 Doppelscheibenabzug
13a Rolle
13b Rolle
13c Umfangsrille
13d Stufe
14 Drahtlitze
15 Überdieheinrichtungen
16 Nachformeinrichtungen
17 Aufwickeleinrichtung
18 Verlegeeinrichtung
M Mittelachse
19 Spulenträger
19a Drehzapfen
19b Drehzapfen
20a Umlenkrolle
20b Umlenkrolle
21a Führungselement
21b Führungselement
22a Flyer
22b Flyer
23 konische Umlenkrolle
24 Verseilpunkt
25 Rollensystem
25a Betätigungsrolle
26 Drahtzugbremse
26a Schwenkhebel
26b Federelement
26c Gestänge
27 Legescheibe mit Vorformeinrichtung
28 Dralliereinrichtung
29 Hebelarm
30 Drahtführungsrolle
31a Führungselement
31b Führungselement
32 Umlenkrolle
33 Antriebsmotor
34 Bremsband
35 Bremsbacken
36 Bremsscheibe
37 Umlenkrolle
38 Führungsrillen
39 Spulenträger
40 Ziehstein
41 Ziehscheibe
42 Ziehscheibe
43 Andrückrolle
Claims (19)
1. Verfahren zum gleichzeitigen Bewickeln einer Mehrdrahtspule mit mehreren
Drähten, insbesondere Stahldrähten und/oder gleichzeitigem Abwickeln der
Drähte von einer derart bewickelten Mehrdrahtspule für eine nachfolgende
Verseilung derselben, dadurch gekennzeichnet, daß während des Bewickel
vorganges in einer Wickeleinrichtung (1) einzelne, von stationären Abläufen
(2) ablaufende Drähte (3) jeweils einer eigenen Tänzerspeichereinrichtung (7)
zugeführt und mehrere dieser Drähte (3) als Bündel annähernd parallel
nebeneinander angeordneter Drähte (3) auf eine gemeinsame Mehrdrahtspule
(10) aufgewickelt werden und daß während des Abwickelns des Bündels von
Drähten (3) von einer derart bewickelten und in einer Abwickeleinrichtung in
Form eines Spulenträgers (19) einer Verseileinrichtung (12) angeordneten
Mehrdrahtspule (10) die einzelnen Drähte (3) über jeweils eine eigene
Tänzerspeichereinrichtung (7′) dem Verseilvorgang zugeführt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen
von stationären Abläufen (2) ablaufenden Drähte (3) gegebenenfalls mittels
einer Drahtzieheinrichtung (11) in Form einer Mehrdrahtziehmaschine
und/oder mehrerer Einzeldrahtziehmaschinen auf den gewünschten Draht
durchmesser gezogen und erst dann jeweils der eigenen Tänzerspeicher
einrichtung (7) zugeführt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur
Erzielung gleicher Drahtlänge auf der Mehrdrahtspule (10) die einzelnen von
stationären Abläufen (2) ablaufenden Drähte (3) unmittelbar vor Erreichen der
Tänzerspeichereinrichtung (7) zu einem Bündel von Drähten (3) zusammen
gefaßtwerden, dieses Bündel einem Überdrehvorgang unterworfen wird,
nachfolgend über eine Abzug-Tänzereinrichtung (5) und gegebenenfalls
geeignete Führungsmittel (6) geführt wird, anschließend das Bündel ausein
andergefacht und alle Drähte (3) jeweils über ihre eigene Tänzerspeicher
einrichtung (7) und weiter über eine Verlegung (8) als Bündel annähernd
parallel nebeneinander angeordneter Drähte (3) einem geregelten Mehrdraht
wickler (9) zugeführt und dort auf die Mehrdrahtspule (10) aufgewickelt
werden.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur
Erzielung gleicher Drahtlängen auf der Mehrdrahtspule (10) die einzelnen von
stationären Abläufen (2) ablaufenden Drähte (3) unmittelbar vor Erreichen der
Tänzerspeichereinrichtung (7) über eine eigene jeweils getrennt angetriebene
und geregelte Ziehscheibe (42) und weiter über die jeweilige Tänzerspeicher
einrichtung (7) einer gemeinsamen Abzugsscheibe (5a) mit Andrückrolle (43)
zugeführt werden, die Drähte (3) die Abzugsscheibe (5a) annähernd parallel
nebeneinander in einer oder mehreren Windungen umschlingen und im
Anschluß daran über eine Verlegung (8) als Bündel annähernd parallel
nebeneinander angeordneter Drähte (3) einem geregelten Mehrdrahtwickler (9)
zugeführt und dort auf die Mehrdrahtspule (10) aufgewickelt werden.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekenn
zeichnet, daß die mit dem Bündel annähernd parallel nebeneinander angeord
neter Drähte (3) bewickelte Mehrdrahtspule (10) in der Abwickeleinrichtung in
Form eines Spulenträgers (19) einer Verseileinrichtung (12) gelagert wird,
während des Verseilbetriebes das Bündel annähernd parallel nebeneinander
angeordneter Drähte (3) mit konstanter Spannung abgezogen und ausein
andergefacht wird, jeder Draht (3) über jeweils eine eigene Tänzerspeicher
einrichtung (7′) geführt wird und abschließend sämtliche zu verseilenden
Drähte (3) in einem einzigen Verseilpunkt (24) im Doppelschlag zu der in ihrer
Struktur fertigen Drahtlitze (14) verseilt und nach Durchlauf von zwei synchron
zueinander rotierenden Flyern (22a; 22b) einer Aufwickeleinrichtung (17)
zugeführt werden.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß während des Verseilbetriebes das Bündel annähernd
parallel nebeneinander angeordneter Drähte (3) mit konstanter Spannung von
der Mehrdrahtspule (10) abgezogen und zur Erzielung einer geringen
Drahtzugkraft flaschenzugförmig über ein Rollensystem (25) sowie eine
Betätigungsrolle (25a) einer Drahtzugbremse (26) geführt wird, im Anschluß
daran die einzelnen Drähte (3) auseinandergefacht über ihre jeweils
zugehörige Tänzerspeichereinrichtung (7′) geführt und infolge einer Gleit- und
Abwälzbewegung auf einer konischen Umlenkrolle (23) in einem einzigen
Verseilpunkt (24) im Doppelschlag zu der in ihrer Struktur fertigen Drahtlitze
(14) verseilt werden, die in ihrer Struktur fertige Drahtlitze (14) bei Durchlauf
von zwei synchron zueinander rotierenden Flyern (22a; 22b) in doppelter
Drehzahl der Flyer (22a; 22b) um sich selbst rotiert, die Drahtlitze (14)
gegebenenfalls vor ihrem Aufwickeln zum Abbau ihrer inneren Torsions
spannung einem oder mehreren Überdrehvorgängen und/oder einem
definierten Zugkraftanstieg und/oder einem oder mehreren Nachform
vorgängen unterworfen und abschließend mit gleichbleibender Wickelkraft
einer geregelten Aufwickeleinrichtung (17) zugeführt wird.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß die von stationären Abläufen (2) abgezogenen und
gegebenenfalls mittels der Drahtzieheinrichtung (11) auf den gewünschten
Drahtdurchmesser gezogenen Drähte (3) als Bündel von Drähten (3) mit einer
Drehzahl überdreht werden, die eine Verformung der Drähte (3) im elastischen
Bereich zuläßt.
8. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekenn
zeichnet, daß die von der auf dem Spulenträger (19) angeordneten Mehrdraht
spule (10) ablaufenden Drähte (3) mit weiteren von auf einem oder mehreren
Spulenträgern (19) angeordneten Einzel- und/oder Mehrdrahtspulen (10; 10′)
ablaufenden Drähten (3; 3′) und/oder Litzen gemeinsam verseilt werden.
9. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekenn
zeichnet, daß die einzelnen Drähte (3) und/oder Litzen vor Einlauf in den Ver
seilpunkt (24) gegebenenfalls einer Vorverformung unterworfen werden.
10. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekenn
zeichnet, daß die in ihrer Struktur fertige Drahtlitze (14) im Bereich zwischen
Verseilpunkt (24) und der konischen Umlenkrolle (23) gegebenenfalls einer
elastischen Umformung durch Überdrehung unterworfen wird.
11. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Vorrichtung zum Bewickeln einer Mehrdrahtspule (10)
eine Wickeleinrichtung (1) und/oder zum Abwickeln einer Mehrdrahtspule (10)
eine Verseileinrichtung (12) aufweist, wobei die Wickeleinrichtung (1) aus
stationären Abläufen (2) für die einzelnen Drähte (3), gegebenenfalls einer
diesen nachgeordneten Drahtzieheinrichtung (11) sowie mindestens einem
Mehrdrahtwickler (9) mit Mehrdrahtspule (10) besteht und die Verseil
einrichtung (12) mit mindestens einer Abwickeleinrichtung in Form eines
Spulenträgers (19) und einer Aufwickeleinrichtung (17) versehen ist und
jedem der von stationären Abläufen (2) der Wickeleinrichtung (1) ablaufenden
Drähte (3) zwischen den Abläufen (2) oder gegebenenfalls der Drahtzieh
einrichtung (11) und dem Mehrdrahtwickler (9) mit Mehrdrahtspule (10) und
jedem von einer Mehrdrahtspule (10) ablaufenden Draht (3) ortsfest an der
Abwickeleinrichtung in Form des Spulenträgers (19) der Verseileinrichtung
(12) oder in Drahtlaufrichtung ortsfest hinter dem Spulenträger (19) eine
Tänzerspeichereinrichtung (7; 7′) zugeordnet ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den
Abläufen (2) oder der Drahtzieheinrichtung (11) der Wickeleinrichtung (1) und
den Tänzerspeichereinrichtungen (7) in Drahtlaufrichtung nacheinander eine
Überdreheinrichtung (4), eine Abzug-Tänzereinrichtung (5) und gegebenen
falls Führungsmittel (6) und weiter in Drahtlaufrichtung hinter den Tänzer
speichereinrichtungen (7) nacheinander eine Verlegung (8) und ein geregelter
Mehrdrahtwickler (9) mit Mehrdrahtspule (10) angeordnet sind.
13. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß, zwischen den
Abläufen (2) oder der Drahtzieheinrichtung (11) der Wickeleinrichtung (1) und
den Tänzerspeichereinrichtungen (7) angeordnet, jedem Draht (3) eine eigene,
jeweils getrennt angetriebene und geregelte Ziehscheibe (42) zugeordnet ist
und in Drahtlaufrichtung hinter der Tänzerspeichereinrichtung (7) nachein
ander eine gemeinsame Abzugsscheibe (5) mit Andrückrolle (43), eine
Verlegung (8) und ein geregelter Mehrdrahtwickler (9) mit Mehrdrahtspule (10)
angeordnet sind.
14. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 11 bis 13, dadurch
gekennzeichnet, daß die Drahtzieheinrichtung (11) eine Mehrdraht
ziehmaschine und/oder mehrere Einzeldrahtziehmaschinen aufweist.
15. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Abwickel
einrichtung in Form eines Spulenträgers (19) direkt ein Rollensystem (25) mit
Betätigungsrolle (25a) für die Drahtzugbremse (26) nachgeordnet ist, über
welches jeder ablaufende Draht (3) in einer oder mehreren Windungen geführt
ist.
16. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 11 bis 15, dadurch
gekennzeichnet, daß die Tänzerspeichereinrichtungen (7; 7′) jeweils separat
gelagert sind und mindestens eine mit einstellbaren Kräften belastbare
Tänzerrolle (30) aufweisen.
17. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 11 bis 16, dadurch
gekennzeichnet, daß zwischen Tänzerspeichereinrichtung (7′) und dem
Verseilpunkt (24) gegebenenfalls eine Vorformeinrichtung (27) sowie zwischen
Verseilpunkt (24) und konischer Umlenkrolle (23) gegebenenfalls eine
Dralliereinrichtung (28) angeordnet ist und die nach dem Verseilen in ihrer
Struktur fertige Drahtlitze (14) gegebenenfalls vor dem Aufwickeln über eine
oder mehrere Überdreheinrichtungen (15) und/oder Nachformeinrichtungen
(16) und/oder einen definierten Zugkraftanstieg erzeugenden Doppelscheiben
abzug (13) geführt ist.
18. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 11 bis 17, dadurch
gekennzeichnet, daß sämtliche Umlenk- und Führungsrollen sowohl der
Wickel- als auch der Verseileinrichtung (1; 12) über die mehrere Drähte (3< in
annähernd paralleler Anordnung nebeneinander geführt werden, eine oder
mehrere Führungsrillen (38) mit flachem Rollenquerschnitt aufweisen.
19. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 11 bis 18, dadurch
gekennzeichnet, daß die die Abwickeleinrichtung beinhaltende Verseil
einrichtung (12) eine Doppelschlagverseilmaschine nach dem Prinzip in-out
(12a) oder out-in (12b) ist.
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