DE19535923A1 - Unabhängige Radaufhängung für angetriebene Hinterräder von Kraftfahrzeugen - Google Patents
Unabhängige Radaufhängung für angetriebene Hinterräder von KraftfahrzeugenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine unabhängige Radaufhängung für angetriebene
Hinterräder von Kraftfahrzeugen nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
Eine bekannte derartige Radaufhängung (DE 41 08 164 A1) hat ein radträgerseiti
ges Gelenk des unteren Dreieckslenkers, das von der Radmittellängsebene zur
Fahrzeugmitte hin versetzt ist. Dieses Gelenk definiert mit einem Schnittpunkt der
oberen beiden Stablenker-Achsen eine kinematische Schwenkachse, die die
Radaufstandsebene relativ weit innerhalb der Radmittellängsebene schneidet. Der
untere Dreieckslenker ist aufbauseitig in seinem in Fahrtrichtung vorderen Lager
relativ hart, in seinem hinteren aufbauseitigen Lager dagegen relativ weich abge
stützt. Auf diese Weise kann der untere Querlenker unter dem Einfluß von Längs-
und Seitenkräften um das vordere aufbauseitige Lager begrenzt schwenken und
bildet mit der etwa in der Höhenlage des unteren Querlenkers verlaufenden Spur
stange ein unteres ideelles Gelenk, das in Verbindung mit dem von den beiden
oberen Stablenkern gebildeten ideellen Gelenk eine elastokinematische
Schwenkachse definiert. Diese elastokinematische Schwenkachse ist unten stark
nach außen geneigt und durchstößt die Fahrbahnebene beträchtlich außerhalb der
Radmittellängsebene.
Zwar kann mit der eben geschilderten Radaufhängung bei Längskräften ein gewis
ser Verformungsweg zur Verfügung gestellt werden und damit im Zusammenwir
ken mit der Spurstange unter Bremskraft eine Vorspur und unter Antriebskraft eine
Nachspur erzeugt werden. Das vordere relativ harte Lager des unteren Querlen
kers wird bei Längskräften in erster Linie beaufschlagt und bietet wegen seiner
geringen Nachgiebigkeit keine für einen guten Fahrkomfort ausreichende Längsfe
derung des unteren Querlenkers. Weiterhin gibt das hintere weichere aufbauseitige
Lenkerlager des unteren Querlenkers bei Seitenkräften stärker nach, so daß ein
unerwünschter elastischer Sturzverlust eintritt. Will man einen negativen Nach
laufwinkel der elastokinematischen Radschwenkachse erreichen, muß außerdem
das Lenkerlager des vorderen oberen Stablenkers härter ausgeführt werden, als
das entsprechende Lager des hinteren oberen Stablenkers. Die vorbekannte Hin
terrad-Aufhängung muß hinsichtlich der Elastizitäten der verwendeten Gummilager
äußerst sorgfältig abgestimmt werden. Ebenso haben Karosseriesteifigkeitsände
rungen großen Einfluß auf das Verhalten der Achse.
Schließlich greift bei der vorbekannten Radaufhängung das Federbein am Radträ
ger mit einem relativ großen Abstand zu Mitte Rad an und erzeugt auf diese Weise
ein Sturzmoment in Richtung negativer Sturz, das in den oberen Stablenkern eine
Druckkraft erzeugt. Wegen der unterschiedlichen Steifigkeiten der aufbauseitigen
Lager des unteren Querlenkers ergibt sich ein mit der Radlast zunehmender Nach
spureffekt. Bei Radlastschwankungen auf unebener Fahrbahn kann dies den Ge
radeauslauf beeinträchtigen.
Bei gelenkten Vorderachsen (DE 31 38 850 C2) ist es schon bekannt, mit einem
unteren Dreieckslenker und zwei oberen Stablenkern eine ideelle kinematische
Lenkachse vorzusehen, die die Radaufstandsebene außerhalb der Radmittel
längsebene schneidet. Die oberen Stablenker sind dabei so orientiert, daß in Ge
radeausstellung der Räder der Nachlaufwinkel gegen Null gehalten und ein guter
Geradeauslauf erreichbar ist. Bei eingeschlagenen Rädern soll durch eine gezielte
Bewegungsbahn des oberen ideellen Gelenkes eine erwünschte negative
Sturzänderung nur für das kurvenäußere Rad erfolgen und damit ein guter Len
kungsrücklauf gewährleistet werden. Elastokinematische Effekte und insbesondere
auch eine elastokinematische Raddrehachse sind dabei nicht beschrieben.
Bei einer weiteren bekannten Radaufhängung ganz anderer Gattung
(DE 15 55 234 A1) ist an einem oberen und unteren Querlenker ein etwa
C-förmiger Bügel gelenkig angeordnet, der mit den freien Enden seiner Schenkel
den Bremsring einer Bremsscheibe nach außen übergreift und dort durch zwei Ku
gelgelenke eine Lenkachse für das gelenkte Vorderrad bildet. Es soll ein kinemati
scher negativer Lenkrollradius geschaffen werden. Elastokinematische Effekte sind
dabei nicht beschrieben.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine unabhängige
Radaufhängung für angetriebene Hinterräder von Kraftfahrzeugen zu schaffen, die
sowohl beim Antreiben als auch beim Bremsen eine Vorspurverstellung in der ge
wünschten Richtung ermöglicht, einen guten Fahrkomfort bietet und tole
ranzunempfindlich in bezug auf die verwendeten Gummilager und die Karosserie
steifigkeiten ist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im Patentanspruch 1 angegebe
nen Maßnahmen gelöst.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand von Unteransprüchen.
Mit der neuen Radaufhängung ist eine gewünschte Elastokinematik möglich, ohne
daß hierzu ein hoher Aufwand beim Festlegen des Steifigkeitsniveaus der Gummi
lager und der Karosserieanbindungen erforderlich wäre. Geringere Abweichungen
in den Gummisteifigkeiten führen nicht zu einer nachteiligen Änderung der beab
sichtigten Elastokinematik. Die Hinterradaufhängung geht unter Brems- und Sei
tenkraft in Vorspur sowie unter Antriebskraft in Nachspur, wie weiter unten noch
näher erläutert werden wird. Es ist möglich, das vordere Gelenk des unteren Drei
eckslenkers nachgiebiger auszuführen, was einer Längsfederung bei Längskräften
entgegenkommt, die hauptsächlich von dem vorderen Lager aufgenommen wer
den. Das hintere aufbauseitige Lager des unteren Querlenkers kann dagegen
härter ausgeführt werden, was einer guten Abstützung der Radseitenkraft zugute
kommt und damit einer größeren Sturzänderung unter dem Einfluß von Seitenkräf
ten entgegenwirkt.
Weitere vorteilhafte Einzelheiten und Wirkungen der Erfindung sind im folgenden
anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Es zeigt
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht auf die neue Radaufhängung schräg von hin
ten oben;
Fig. 2 eine Ansicht von hinten;
Fig. 3 eine Seitenansicht, von der Fahrzeugaußenseite gesehen und
Fig. 4 eine Draufsicht der neuen Radaufhängung.
In der Zeichnung ist mit 1 das hintere Rad eines Kraftfahrzeugs bezeichnet, das
durch eine Antriebswelle 2 antreibbar und über eine Bremse abbremsbar ist. Die
Bremse ist an einem das Rad 1 lagernden Radträger 4 abgestützt, der im unteren
Bereich über ein unteres Gelenk 5 mit einem am Fahrzeugaufbau 6 schwenkbar
gelagerten unteren Querlenker 7 verbunden ist. Anstelle der hier gezeigten direk
ten Anlenkung sämtlicher Lenker am Fahrzeugaufbau könnten diese Lenker zu
mindest zu einem großen Teil auch an einem Hilfsrahmen angelenkt sein, der dann
seinerseits mit dem Fahrzeugaufbau, ggf. auch unter Zwischenschaltung von ela
stischen Verbindungsbuchsen, befestigt wird.
Im oberen Bereich ist der Radträger 4 mit zwei nach innen divergierenden Stablen
kern 8 und 9 sowie ferner über eine Spurstange 10 mit dem Fahrzeugaufbau 6
verbunden. Die Schnittlinie zweier Ebenen, die einerseits durch die Lenkerachse
des Stablenkers 8 und das untere Gelenk 5 und andererseits durch die Achse des
Stablenkers 9 mit dem unteren Gelenk 5 gebildet werden, definiert eine ideelle
Lenkachse 11 als Momentanachse, um die das Rad 1 unter dem Einfluß von
Längs- und Seitenkräften infolge von Nachgiebigkeiten in den Lenkerlagern aber
auch in der Karosserieanbindung, elastokinematisch begrenzt drehen kann.
Wie schon erwähnt, verläuft die elastokinematische Lenkdrehachse 11 bei der vor
liegenden Erfindung durch das reale untere, den unteren Querlenker 7 mit dem
Radträger 4 verbindende Gelenk 5. Dieses Gelenk 5 ist gegenüber der Radmittel
längsebene 12, wie man insbesondere in Fig. 2 erkennt, nach außen versetzt und
die elastokinematische Lenkdrehachse 11 durchstößt die Radaufstandsebene 13
ebenfalls außerhalb der Radmittellängsebene 12. Fig. 2 zeigt ferner, daß bei dem
vorliegenden, bevorzugten Ausführungsbeispiel das untere Gelenk 5 außerhalb
der Ebene des Bremsrings 14 der dem Rad 1 zugeordneten Bremsscheibe 3 an
geordnet ist. Aus Fig. 2 wird weiterhin deutlich, daß bei dem dargestellten, bevor
zugten Ausführungsbeispiel die elastokinematische Lenkdrehachse 11 über die
gesamte Höhenerstreckung des Rades 1 außerhalb der Radmittellängsebene 12
verläuft.
Im Unterschied zur eingangs geschilderten, den nächstliegenden Stand der Tech
nik bildenden Radaufhängung wird die elastokinematische Lenkdrehachse bei der
vorliegenden Erfindung im unteren Bereich der Radführungsglieder durch das reale
Gelenk 5 bestimmt, während bei der vorbekannten Radaufhängung durch die ge
zielte Nachgiebigkeit des unteren Querlenkers in seiner hinteren Anlenkung die
elastokinematische Lenkdrehachse unten durch den Schnittpunkt des in Fahr
zeugrichtung vorderen Lenkarms des unteren Querlenkers mit der Achse der
Spurstange gebildet wird, wobei das reale Gelenk des unteren Querlenkers in be
zug auf die Radmittellängsebene zur Fahrzeugmitte hin versetzt ist.
Bei der Radaufhängung nach der vorliegenden Erfindung ist die Spurstange 10
annähernd in Höhe der beiden oberen Stablenker 8 bzw. 9 vorgesehen. Das rad
trägerseitige Spurstangen-Gelenk 15 liegt, wie insbesondere aus Fig. 4 hervorgeht,
in Draufsicht hinter dem aufbauseitigen Spurstangen-Gelenk 16. Ferner hat in
Draufsicht die in bezug auf die Lenkdrehachse 11 hinten liegende Spurstange 10
eine größere Quererstreckung als die beiden oberen Stablenker 8 bzw. 9.
Von den beiden aufbauseitigen Lagern des unteren Querlenkers 7 ist das vordere
Lager 17 weicher ausgebildet als das hintere Lager 18.
Die beiden oberen Stablenker 8 und 9 sind bei dem dargestellten Ausführungsbei
spiel gleich ausgebildet. Desgleichen die aufbauseitigen Lagerelemente dieser
Stablenker. Dies bringt nicht nur eine Fertigungsvereinfachung, sondern auch eine
einfachere Montage, etwa im Reparaturfall.
Insbesondere aus Fig. 2 wird schließlich noch deutlich, daß sich das Federbein 19
am unteren Querlenker 7 abstützt - im Gegensatz zum nächstliegenden Stand der
Technik, wo sich das Federbein in nachteiliger Weise in einem beträchtlichen Ab
stand von der Radmittellängsebene nach innen am Radträger abstützt. Bei der
vorliegend beschriebenen Radaufhängung mit der Abstützung des Federbeins am
unteren Querlenker ergeben sich wegen der nach außen versetzten Position des
realen Gelenkes 5 dieses unteren Querlenkers 7 vergleichsweise geringe Hebel
arme für den Angriffspunkt der über den unteren Querlenker 7 auf den Radträger 4
ausgeübten Vertikalkräfte. Dadurch können auch die Auswirkungen von Radlast
schwankungen auf die Radstellung minimiert werden, beispielsweise können un
erwünschte Lenkwinkel auf unebener Fahrbahn vermieden werden. In Fig. 1 und 4
ist zu erkennen, daß die Hauptachsen der für die Lager 17 und 18 verwendeten
Gummibuchsen gegenüber der Schwenkachse 20 des unteren Querlenkers 7 in
Draufsicht geneigt sind. Die Anordnung ist dabei so getroffen, daß die Lager sta
tionär im wesentlichen nur radial belastet werden. Axiale Vorlasten dieser Lager
könnten zu Setzerscheinungen und Lebensdauerproblemen führen. Allerdings
müssen die Gummilager 17 und 18 so dimensioniert werden, daß sie beim
Ein- und Ausfedern die dann auftretenden kardanischen Winkel ausgleichen können.
Im folgenden sollen die mit der neuen Achse erreichbaren Effekte noch näher er
läutert werden:
Bei der bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind alle karosserieseitigen Lager der beteiligten Lenker und der Spurstange als Gummilager ausgebildet. Dies ist bekannt, kann aber mit der neuen Radaufhängung besonders günstig so aus genützt werden, daß unter dem Einfluß von auf die Radaufhängung ausgeübten Kräften möglichst die erwünschten elastokinematischen Radstellungsänderungen erreicht werden oder zumindest unerwünschte Änderungen vermieden werden.
Bei der bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind alle karosserieseitigen Lager der beteiligten Lenker und der Spurstange als Gummilager ausgebildet. Dies ist bekannt, kann aber mit der neuen Radaufhängung besonders günstig so aus genützt werden, daß unter dem Einfluß von auf die Radaufhängung ausgeübten Kräften möglichst die erwünschten elastokinematischen Radstellungsänderungen erreicht werden oder zumindest unerwünschte Änderungen vermieden werden.
Für die karosserieseitigen Lager der oberen Stablenker 8 und 9 und der Spur
stange 10 können jeweils gleiche Gummigelenke verwendet werden. Unter ande
rem auch aus Bauraumgründen sind die oberen beiden Stablenker 8 bzw. 9 relativ
kurz. Die karosserieseitigen Anlenkpunkte der oberen beiden Stablenker 8 und 9
definieren mit ihrer Verlängerung nach vorne und mit dem Schnittpunkt der karos
serieseitigen Anlenkungen des unteren Querlenkers 7 in Seitenansicht (Fig. 3) den
Längspol 21 der Radaufhängung, der in einem Abstand in einer Höhe vor der
Radachse gewählt ist, so daß sich ein guter Anfahr- und Bremsnickausgleich er
gibt. Durch die in Draufsicht (Fig. 4) ersichtliche Anstellung der karosserieseitigen
Schwenkachse 20 des unteren Querlenkers 7 zu der karosserieseitigen
Schwenkachse 22 der oberen Stablenker 8 und 9 ergibt sich ein progressiver Ver
lauf sowohl des Anfahr- als auch des Bremsstützwinkels.
Die Position und Länge der Spurstange 10 ist so gewählt, daß im Hauptfederbe
reich ein eher neutraler Vorspurverlauf vorliegt, jedoch mit untersteuernder Vor
spurtendenz bei großen Einfederungswegen. Bei großen Einfederungsbewegun
gen wirken sich die unterschiedlichen Längen einerseits der oberen beiden
Stablenker 8 und 9 und andererseits der Spurstange 10 in Querrichtung des Fahr
zeugs dahingehend aus, daß das Rad 1 in seinem vorderen Bereich mehr zur
Fahrzeuginnenseite gedrängt wird als in seinem hinteren Bereich. Es ergibt sich,
insbesondere bei großen Einfederungsbewegungen, die erwünschte Vorspurzu
nahme.
Beim Lastfall "Antreiben" wirkt die auf die Radführungsglieder einwirkende Kraft in
der Radachse. Die Kraft teilt sich dann ungefähr hälftig auf die oberen Radfüh
rungsglieder und auf das untere Radführungsglied auf. Durch die Elastizitäten in
den aufbauseitigen Anlenkungen, verbunden mit weiteren Elastizitäten in den An
lenkkonsolen der Karosserie, ergibt sich durch die insbesondere aus Fig. 4 ersicht
liche Teilung der oberen Stablenker 8 und 9 in bekannter Weise eine Radstel
lungsänderung in Richtung Nachspur.
Beim Lastfall "Bremsen" wird das Bremsmoment über den Bremssattel direkt am
Radträger 4 abgestützt, wodurch die gesamte Radaufhängung auf Verdrehen be
ansprucht wird ("Aufzieheffekt"). Die radträgerseitigen Anlenkpunkte der beiden
oberen Stablenker 8 und 9 werden einerseits durch die Bremskraft nach hinten
verschoben, andererseits aber durch die gewisse Aufziehbewegung des Radträ
gers 4 wieder nach vorne verdreht. Ihre Pfeilung wirkt sich beim Bremsen also nicht
so stark aus wie im Fall des Antreibens, da die effektive Lenkerverschiebung klei
ner ist.
Für den erwünschten Vor- bzw. Nachspureffekt beim Bremsen bzw. Antreiben wä
ren also zwei verschiedene Pfeilungen der beiden Stablenker 8 und 9 notwendig.
Eine gewählte Pfeilung läßt sich nur für einen Lastfall optimieren, für den anderen
ist eine Korrekturmaßnahme erforderlich. Dies geschieht bei der neuen Radauf
hängung durch die Pfeilung der Spurstange 10. Beim Antreiben reduziert sie den
Nachspureffekt der oberen beiden Stablenker 8 und 9, weil die Spurstange 10 mit
ihrem äußeren Gelenk 15 weiter hinten liegt als bei ihrem karosserieseitigen Ge
lenk 16. Dadurch wird beim Antreiben der Radträger 4 in seinem hinteren Bereich
durch die Spurstange 10 auch etwas nach außen belastet. Beim Bremsen dage
gen unterstützt die Spurstange 10 den Vorspureffekt um so mehr, je größer die
Aufziehbewegung des Radträgers 4 wird. Der Aufzieheffekt, der an sich die Längs
verschiebung der oberen beiden Stablenker 8 und 9 und damit die Auswirkung der
Pfeilung beim Bremsen reduziert (Vorspurverlust), trägt über die Spurstange 10 zur
Korrektur und damit zum Ausgleich des Vorspurverlustes bei. Die Elastizität der
aufbauseitigen Lager der beiden oberen Stablenker 8 und 9 und der Spurstange
10 können durchaus in gewissen Grenzen streuen, ohne daß dies die mit der
neuen Radaufhängung angestrebten Effekte nachhaltig reduziert. Die aufbauseiti
gen Anlenkungen des unteren Querlenkers 7 sind, wie schon weiter oben erwähnt,
unterschiedlich hart, wobei das vordere Lager 17 weich und das hintere Lager 18
im Vergleich hierzu härter ist. Wegen des weichen vorderen Lagers 17 läßt sich
eine gute Längsfederung der gesamten Radaufhängung erreichen, weil Längs
kräfte zu einem größeren Teil an dem vorderen, weichen Lager 17 abgestützt wer
den. Durch die Längsfederung werden Fahrbahnstöße weicher aufgenommen und
damit der Fahrkomfort angehoben.
Die im Vergleich zum vorderen Lager 17 höhere Steifigkeit des hinteren Lagers 18
des unteren Querlenkers 7 bewirkt eine hohe Sturzsteifigkeit der Radaufhängung
unter Seitenkraft. Die am Rad 1 angreifende Seitenkraft wird zum größten Teil über
das hintere Lager 18 eingeleitet, das dabei vergleichsweise wenig nachgibt.
Claims (10)
1. Unabhängige Radaufhängung für angetriebene Hinterräder von Kraftfahr
zeugen, mit einem das Rad lagernden Radträger, der im unteren Bereich
über ein unteres Gelenk mit einem am Fahrzeugaufbau schwenkbar gela
gerten Querlenker und im oberen Bereich mit zwei nach innen divergieren
den, ebenfalls am Fahrzeugaufbau angelenkten Stablenkern gelenkig ver
bunden ist, wobei die Anordnung der beiden Stablenker und der untere
Querlenker eine ideelle elastokinematische Lenkerachse bilden und zwi
schen Radträger und Fahrzeugaufbau ferner eine Spurstange vorgesehen
ist,
dadurch gekennzeichnet, daß die elastokinematische Lenkdrehachse (11)
durch das untere, den unteren Querlenker (7) mit dem Radträger (4) verbin
dende Gelenk (5) verläuft, das gegenüber der Radmittellängsebene (12)
nach außen versetzt ist und die so gebildete elastokinematische Lenkdreh
achse (11) die Radaufstandsebene (13) außerhalb der Radmittel
längsebene (12) durchstößt.
2. Radaufhängung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das untere Gelenk (5) außerhalb der Ebene
des Bremsringes (14) einer dem Rad zugeordneten Bremsscheibe (3) an
geordnet ist.
3. Radaufhängung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die elastokinematische Lenkdrehachse (11)
zumindest über die Höhenerstreckung des Rades (1) außerhalb der Radmit
tellängsebene (12) verläuft.
4. Radaufhängung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Spurstange (10) oberhalb Mitte Rad an
geordnet ist.
5. Radaufhängung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die Spurstange (10) zumindest annähernd in
Höhe der beiden oberen Stablenker (8 bzw. 9) vorgesehen ist.
6. Radaufhängung nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet, daß das radträgerseitige Spurstangen-Gelenk
(15) in Draufsicht hinter dem aufbauseitigen Spurstangen-Gelenk (16) liegt.
7. Radaufhängung nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet, daß in Draufsicht die hinten liegende Spurstange
(10) eine größere Quererstreckung als die beiden oberen Stablenker (8
bzw. 9) hat.
8. Radaufhängung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das vordere aufbauseitige Lager (17) des
unteren Querlenkers (7) weicher als das hintere Lager (18) ist.
9. Radaufhängung nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch zwei gleiche obere Stablenker (8 und 9).
10. Radaufhängung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß sich das Federbein (19) am unteren Querlen
ker (7) abstützt.
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|---|---|---|---|
| DE1995135923 DE19535923B4 (de) | 1995-09-27 | 1995-09-27 | Unabhängige Radaufhängung für angetriebene Hinterräder von Kraftfahrzeugen |
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Publications (2)
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| DE19535923B4 DE19535923B4 (de) | 2006-01-05 |
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| DE1995135923 Expired - Fee Related DE19535923B4 (de) | 1995-09-27 | 1995-09-27 | Unabhängige Radaufhängung für angetriebene Hinterräder von Kraftfahrzeugen |
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| Country | Link |
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