DE19532244A1 - Verfahren zur Herstellung von dünnen Rohren (I) - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von dünnen Rohren (I)Info
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von dünnwandigen Rohren,
welche aus einem warmfesten und verschleißfesten Aluminiumwerkstoff bestehen,
insbesondere zum Einsatz als Zylinderlaufbuchsen für Verbrennungsmotoren.
Laufbuchsen sind dem Verschleiß ausgesetzte Bauteile, die in die
Zylinderöffnungen der Kurbelgehäuse des Verbrennungsmotors eingesetzt,
eingepreßt oder eingegossen werden.
Die Zylinderlaufflächen eines Verbrennungsmotors sind starken
Reibbeanspruchungen durch den Kolben bzw. durch die Kolbenringe und örtlich
auftretenden hohen Temperaturen ausgesetzt. Es ist daher erforderlich, daß diese
Flächen aus verschleißfesten und warmfesten Materialien bestehen.
Um dieses Ziel zu erreichen, gibt es u. a. zahlreiche Verfahren, die Oberfläche der
Zylinderbohrung mit verschleißfesten Beschichtungen zu versehen. Eine andere
Möglichkeit besteht darin, eine Laufbuchse aus einem verschleißfesten Material im
Zylinder anzuordnen. So wurden u. a. Graugußlaufbuchsen verwendet, die aber eine
im Vergleich zu Aluminium-Werkstoffen geringe Wärmeleitfähigkeit besitzen und
andere Nachteile aufweisen.
Das Problem wurde vorerst durch einen gegossenen Zylinderblock aus einer
übereutektischen AlSi-Legierung gelöst. Aus gießtechnischen Gründen ist der
Silizium-Gehalt auf maximal 20 Gew.-% begrenzt. Als weiterer Nachteil des
Gießverfahrens ist festzuhalten, daß während der Erstarrung der Schmelze Silizium-
Primärteilchen mit verhältnismäßig großen Abmessungen (ca. 30-80 µm)
ausgeschieden werden. Aufgrund der Größe und ihrer winkligen und scharfkantigen
Form führen sie zu Verschleiß an Kolben und Kolbenringen. Man ist daher
gezwungen, die Kolben und die Kolbenringe durch entsprechende Überzüge/Beschichtungen
zu schützen. Die Kontaktfläche der Si-Teilchen zum Kolben/Kolbenring
wird durch mechanische Bearbeitung eingeebnet. Einer solchen
mechanischen Bearbeitung schließt sich dann eine elektrochemische Behandlung
an, wodurch die Aluminiummatrix zwischen den Si-Körnern leicht zurückgesetzt
wird, so daß die Si-Körner als Traggerüst aus der Zylinderlauffläche geringfügig
herausragen. Der Nachteil derartig gefertigter Zylinderlaufbahnen besteht zum
einen in einem beachtlichen Herstellungsaufwand (teure Legierung, aufwendige
mechanische Bearbeitung, eisenbeschichtete Kolben, armierte Kolbenringe) und
zum anderen in der mangelhaften Verteilung der Si-Primärteilchen. So gibt es große
Bereiche im Gefüge, die frei von Si-Teilchen sind und somit verstärktem Verschleiß
unterliegen. Um diesen Verschleiß zu vermeiden, ist ein relativ dicker Ölfilm als
Trennmedium zwischen Laufbahn und Reibpartnern erforderlich. Für die
Einstellung der Ölfilmdicke ist u. a. die Freilegungstiefe der Si-Teilchen
entscheidend. Ein verhältnismäßig dicker Ölfilm führt zu höheren
Reibungsverlusten in der Maschine und zu einer stärkeren Erhöhung der
Schadstoffemission.
Demgegenüber ist ein Zylinderblock gemäß DE 42 30 228, der aus einer
untereutektischen AlSi-Legierung gegossen und mit Laufbuchsen aus
übereutektischen AlSi-Legierungsmaterial versehen wird, kostengünstiger. Die
zuvor genannten Probleme werden aber auch hier nicht gelöst.
Um die Vorteile der übereutektischen AlSi-Legierungen als Laufbuchsenmaterial
nutzen zu können, ist das Gefüge hinsichtlich der Si-Körner zu verändern.
Aluminiumlegierungen, die gießtechnisch nicht realisierbar sind, können
bekanntlich durch pulvermetallurgische Verfahren oder Sprühkompaktieren
maßgeschneidert hergestellt werden.
So sind auf diese Weise übereutektische AlSi-Legierungen herstellbar, die aufgrund
des hohen Si-Gehaltes, der Feinheit der Si-Teilchen und der homogenen Verteilung
eine sehr gute Verschleißfestigkeit besitzen und durch Zusatzelemente wie
beispielsweise Fe, Ni oder Mn die erforderliche Warmfestigkeit erhalten. Die in
diesen Legierungen vorliegenden Si-Primärteilchen haben eine Größe von ca. 0,5
bis 20 µm. Damit sind die auf diese Weise hergestellten Legierungen geeignet für
einen Laufbuchsenwerkstoff.
Obwohl Aluminium-Legierungen im allgemeinen leicht zu verarbeiten sind, ist das
Umformen dieser übereutektischer Legierungen problematischer. Aus der
EP 0 635 318 ist ein Verfahren zum Herstellen von Laufbuchsen aus einer
übereutektischen AlSi-Legierung bekannt. Hier wird die Laufbuchse durch
Strangpressen bei sehr hohen Drücken und Strangpreßgeschwindigkeiten von 0,5
bis 12 m/min gefertigt. Um kostengünstig durch Strangpressen Laufbuchsen auf
Endmaß zu produzieren, sind sehr hohe Preßgeschwindigkeiten notwendig. Es hat
sich gezeigt, daß bei derartig schwer preßbaren Legierungen und den zu erzielenden
geringen Wandstärken der Laufbuchsen die hohen Preßgeschwindigkeiten zum
Aufreißen der Profile beim Strangpressen führen.
Die Aufgabe der Erfindung besteht daher darin, ein verbessertes, kostengünstiges
Verfahren zur Herstellung von dünnwandigen Röhren, insbesondere für
Zylinderlaufbuchsen von Verbrennungsmotoren, zur Verfügung zu stellen, wobei
die gefertigten Laufbuchsen die geforderten Eigenschaftsverbesserungen bezüglich
Verschleißfestigkeit, Warmfestigkeit und Reduzierung der Schadstoffemissionen
aufweisen sollen.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch ein Verfahren mit den im Patentanspruch
1 angegebenen Verfahrensschritten gelöst.
Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
Die erforderlichen tribologischen Eigenschaften werden insbesondere dadurch
erreicht, daß Silizium-Partikel als Primärausscheidungen in einem Größenbereich
von 0,5 bis 20 µm, oder als zugesetzte Partikel in einem Größenbereich bis 80 µm im
Werkstoff vorhanden sind. Zur Herstellung solcher Al-Legierungen müssen
Verfahren angewendet werden, die eine weit höhere Erstarrungsgeschwindigkeit
einer hochlegierten Schmelze erlauben, als es mit konventionellen Gießverfahren
möglich ist.
Dazu gehört einerseits das Sprühkompaktierverfahren (im nachfolgenden
"Sprühkompaktieren"). Zur Erzielung der gewünschten Eigenschaften wird eine mit
Silizium hochlegierte Aluminium-Legierungsschmelze verdüst und im
Stickstoffstrahl mit einer Abkühlgeschwindigkeit von 1000°C/s abgekühlt. Die
teilweise noch flüssigen Pulverteilchen werden auf einen rotierenden Teller
gesprüht. Der Teller wird während des Vorganges kontinuierlich abwärts bewegt.
Durch die Überlagerung beider Bewegungen entsteht ein zylindrischer Bolzen, der
Abmessungen von ca. 1000 bis 3000 mm Länge bei einem Durchmesser von bis zu
400 mm hat. Aufgrund der hohen Abkühlgeschwindigkeiten entstehen in diesem
Sprühkompaktierprozeß Si-Primärausscheidungen bis zu 20 µm Größe. Eine
Anpassung der Si-Ausscheidungsgröße erreicht man durch das "Gas zu Metall-
Verhältnis" (Normkubikmeter Gas pro Kilogramm Schmelze), mit dem die
Erstarrungsgeschwindigkeit im Prozeß eingestellt werden kann. Aufgrund der
Erstarrungsgeschwindigkeiten und der Übersättigung der Schmelze können Si-
Gehalte der Legierungen bis zu 40 Gew.% realisiert werden. Aufgrund der schnellen
Abschreckung der Aluminium-Schmelze im Gasstrahl wird der
Übersättigungszustand im erhaltenen Bolzen quasi "eingefroren".
Alternativ zur Bolzenherstellung können durch das Sprühkompaktieren auch
dickwandige Rohrluppen mit Innendurchmessern von 50-120 mm und einer
Wandstärke bis zu 250 mm hergestellt werden. Dazu wird der Partikelstrahl nach
der Verdüsung auf ein horizontal um seine Langsachse rotierendes Trägerrohr
gerichtet und dort kompaktiert. Durch einen kontinuierlichen und geregelten
Vorschub in horizontaler Richtung wird auf diese Weise eine Rohrluppe hergestellt,
die als Vormaterial für die Weiterverarbeitung durch Rohrstrangpressen und/oder
andere Warmumformverfahren dient. Das o.g. Trägerrohr besteht aus einer
konventionellen Aluminium-Knetlegierung oder aus der gleichen Legierung, wie sie
durch das Sprühkompaktieren hergestellt wird (artgleich).
Der Sprühkompaktierprozeß bietet weiterhin die Möglichkeit, über einen
Partikelinjektor Teilchen in den Bolzen oder in die Rohrluppe einzubringen, die
nicht in der Schmelze vorhanden waren. Da diese Teilchen eine beliebige
Geometrie und eine beliebige Größe zwischen 2 µm und 400 µm aufweisen können,
bestehen eine Vielzahl von Einstellungsmöglichkeiten für ein Gefüge. Diese
Teilchen können z. B. Si-Partikel im Bereich von 2 µm bis 400 µm oder
oxidkeramische Teilchen (z. B. Al₂O₃) oder nicht oxidkeramische Teilchen (z. B. SiC,
B₄C, etc.) im vorgenannten Teilchengrößenspektrum sein, wie sie kommerziell
erhältlich und für den tribologischen Aspekt sinnvoll sind.
Eine weitere Möglichkeit, eine geeignete Gefügeausbildung zu erzeugen, besteht in
der schnellen Erstarrung einer mit Silizium übersättigten Aluminium-
Legierungsschmelze (im nachfolgenden "Pulverroute"). Dabei wird durch eine Luft-
oder Inertgasverdüsung der Schmelze ein Pulver erzeugt. Dieses Pulver kann
einerseits vollständig legiert sein, was bedeutet, daß sämtliche Legierungselemente
in der Schmelze enthalten waren, oder das Pulver wird aus mehreren Legierungs-
oder Elementpulvern in einem folgenden Schritt gemischt. Das vollständig legierte,
oder das gemischte Pulver wird anschließend durch kaltisostatisches Pressen oder
Heißpressen oder Vakuumheißpressen zu einem Bolzen oder einem dickwandigen
Hohlzylinder (Rohrluppe) verpreßt.
Der Gefügezustand der sprühkompaktierten Bolzen/ Rohrluppen oder der Bolzen/
Rohrluppen, die über die Pulverroute hergestellt wurden, kann durch anschließende
Überalterungsglühungen geändert werden. Durch eine Glühung kann das Gefüge
auf eine Si-Korngröße von 2 bis 30 µm eingestellt werden, wie sie für die
geforderten tribologischen Eigenschaften wünschenswert ist. Das Heranwachsen
größerer Si-Partikel während des Glühprozesses wird durch Diffusion im
Festkörper auf Kosten kleinerer Si-Partikel bewirkt. Diese Diffusion ist abhängig
von der Überalterungstemperatur und der Dauer der Glühbehandlung. Je höher die
Temperatur gewählt wird, desto schneller wachsen die Si-Körner. Geeignete
Temperaturen liegen bei etwa 500°C, wobei eine Glühdauer von 3-5 Stunden
ausreichend ist.
Das so eingestellte und damit maßgeschneiderte Gefüge verändert sich bei den
nachfolgenden Verfahrensschritten nicht mehr oder es verändert sich für die
geforderten tribologischen Eigenschaften günstig.
Durch Warmumformen, vorzugsweise durch Strangpressen, wird aus dem
Bolzenrohling, der über "Sprühkompaktieren" oder über die "Pulverroute"
hergestellt wurde, ein dickwandiges Rohr mit einer Wandstärke von 6 bis 20 mm
geformt. Dabei liegen die Strangpreßtemperaturen zwischen 300°C und 550°C.
Das Strangpressen dient nicht nur der Formgebung, sondern auch dazu, die
Restporosität der sprühkompaktierten Bolzen oder der sprühkompaktierten
Rohrluppen (1-5%) bzw. der Bolzen oder der Rohrluppen, welche über die
Pulverroute hergestellt wurden, (1-40%) zu schließen und das Material endgültig
zu konsolidieren.
Die weitere, noch erforderliche Wanddickenreduzierung wird durch Rundkneten
oder andere Warmumformverfahren bei Temperaturen von 250°C bis 500°C erzielt.
Das auf die Endwanddicke geformte Rohr wird anschließend in Rohrabschnitte der
geforderten Länge zerteilt.
Das erfindungsgemäße Verfahren hat den Vorteil, daß das Material für die
Laufbuchse maßgeschneidert werden kann. Dem hohen Aufwand beim
Strangpressen sowohl hinsichtlich Preßdruck, Preßgeschwindigkeit als auch
Produktqualität wird durch den nachfolgenden zweiten
Warmumformverfahrensschritt ausgewichen.
Eine Legierung der Zusammensetzung Al Si25 Cu2,5 Mg1 Ni1 wird bei einer
Schmelzentemperatur von 830°C mit einem Gas/ Metall-Verhältnis von 4,5 m³/kg
(Normkubikmeter Gas pro Kilogramm Schmelze) nach dem
Sprühkompaktierprozeß zu einem Bolzen kompaktiert. Im sprühkompaktierten
Bolzen liegen unter den genannten Bedingungen die Si-Ausscheidungen im
Größenbereich von 1 µm bis 10 µm (Gefüge Fig. 1). Der sprühkompaktierte Bolzen
wird einer Glühbehandlung von 4 h bei 520°C unterzogen. Nach dieser
Glühbehandlung liegen die Si-Auscheidungen im Größenbereich von 2 µm bis 30 µm.
Durch Warmstrangpressen bei 420°C und einer Profilaustrittsgeschwindigkeit von
0,5 m/min in einem Kammerwerkzeug entsteht ein Rohr mit einem
Außendurchmesser von 94 mm und einem Innendurchmesser von 69,5 mm (Gefüge
Fig. 2). Die anschließende Warmumformung durch Rundkneten bei 420°C von
einem Außendurchmesser von 94 mm auf einen Außendurchmesser von 79 mm und
einem Innendurchmesser von 69 mm, der durch einen Dorn geformt wird, führt zu
keiner Gefügeänderung.
Eine Legierung der Zusammensetzung Al Si8 Fe3 Ni2 wird bei einer
Schmelzentemperatur von 850°C mit einem Gas/ Metall -Verhältnis von 2,0 m³/kg
nach dem Sprühkompaktierprozeß zu einem Bolzen kompaktiert. Dieser Legierung
werden über den Partikelinjektor 20% Si-Partikel im Größenbereich von 40 µm bis
71 µm zugeführt. Durch den Prozeß kann ein homogenes Gefüge erzeugt werden
(Gefüge Fig. 3). Da das gewünschte Gefüge über den Sprühkompaktierprozeß
eingestellt wurde, ist eine Glühbehandlung nicht erforderlich. Durch
Warmstrangpressen bei 450°C und einer Profilaustrittsgeschwindigkeit von
0,3 m/min in einem Kammerwerkzeug entsteht ein Rohr mit einem
Außendurchmesser von 94 mm und einem Innendurchmesser von 69,5 mm (Gefüge
Fig. 4). Die anschließende Warmumformung durch Rundkneten bei 440°C von
einem Außendurchmesser von 94 mm auf einen Außendurchmesser von 79 mm führt
zu keiner Gefügeänderung.
Eine Legierung der Zusammensetzung Al Si25 Cu2,5 Mg1 Ni1 wird bei einer
Schmelzentemperatur von 830°C mit Luft verdüst. Das entstehende Pulver wird
gesammelt und kaltisostatisch bei 2700 bar zu einem Bolzen mit einem
Außendurchmesser von 250 mm und einer Länge von 350 mm gepreßt. Die Dichte
des Bolzen beträgt 80% der theoretischen Dichte der Legierung. Die Si-
Primärausscheidungen liegen im Bereich von 1 µm bis 10 µm. Der kaltisostatisch
gepreßte Bolzen wird einer Glühbehandlung von 4 h bei 520°C unterzogen. Nach
dieser Glühbehandlung liegen die Si-Auscheidungen im Größenbereich von 2 µm bis
30 µm. Durch Warmstrangpressen bei 420°C und einer Profilaustrittsgeschwindigkeit
von 0,5 m/min in einem Kammerwerkzeug wird das Material vollständig verdichtet
und zu einem Rohr mit einem Außendurchmesser< von 94 mm und einem
Innendurchmesser von 69,5 mm umgeformt. Die anschließende Warmumformung
durch Rundkneten bei 420°C von einem Außendurchmesser von 94 mm auf einen
Außendurchmesser von 79 mm und einem Innendurchmesser von 69 mm, der durch
einen Dorn geformt wird, führt zu keiner Gefügeänderung.
Eine Legierung der Zusammensetzung Al Si25 Cu2,5 Mg1 Mn1 wird bei einer
Schmelzentemperatur von 860°C mit einem Gas/Metall-Verhältnis von 2,5 m³/kg
nach dem Sprühkompaktierverfahren zu einer Rohrluppe mit einem
Außendurchmesser von 250 mm und einem Innendurchmesser von 80 mm
kompaktiert. Dabei dient ein dünnwandiges Rohr mit einem Außendurchmesser
von 84 mm bei 2 mm Wandstärke aus einer konventionellen Aluminiumknetlegierung
(AlMgSi0,5) als rotierendes Trägerrohr, auf das die oben genannte
Legierung aufgesprüht wird. In der sprühkompaktierten Rohrluppe liegen unter
den genannten Bedingungen die Silizium-Ausscheidungen im Größenbereich von
0,5 µm bis 7 µm. Um die Silizium-Ausscheidungen auf eine Größe von 2 bis 30 µm
einzustellen, wird die sprühkompaktierte Rohrluppe einer Glühbehandlung von 5 h
bei 520°C unterzogen. Durch Rohrstrangpressen bei 400°C und einer
Profilaustrittsgeschwindigkeit von 1,5 m/min entsteht ein Rohr mit einem
Außendurchmesser von 94 mm und einem Innendurchmesser von 69,5 mm. Hierbei
wirkt sich insbesondere das Trägerrohrmaterial AlMgSi0,5 positiv auf die
erforderlichen Preßkräfte und Geschwindigkeiten aus, da es zum Dorn hin als
Schmiermittel agiert. Die anschließende Warmumformung durch Rundkneten bei
430°C von einem Außendurchmesser von 94 mm auf einen Außendurchinesser von
79 mm und einem Innendurchmesser von 69 mm, der durch einen Dorn geformt
wird, führt zu keiner Gefügeänderung.
Claims (14)
1. Verfahren zur Herstellung von dünnen Rohren aus einem warmfesten und
verschleißfesten Leichtmetallwerkstoff, dadurch gekennzeichnet, daß
- - durch Sprühkompaktieren einer Legierungsschmelze oder durch Warm- bzw. Kaltverdichten einer Pulvermischung bzw. eines legierten Pulvers, welches über Luft- oder Inertgasverdüsung in einer Partikelgröße von kleiner 250 µm erhalten wurde, hergestellte Bolzen oder Rohrluppen aus einem übereutektischen AlSi-Material bereitgestellt wird, wobei die enthaltenen Si- Primärteilchen eine Größe von 0,5 bis 20 µm, vorzugsweise eine Größe von 1 bis 10 µm besitzen,
- - diese Bolzen oder Rohluppen im Bedarfsfall zur Vergröberung der enthaltenen Si-Primärteilchen einer Überalterungsglühung unterzogen werden, wobei die Si-Primärteilchen zu einer Größe von 2 bis 30 µm anwachsen,
- - die auf Strangpreßtemperatur von 300 bis 550°C gehaltenen Bolzen oder Rohrluppen zu dickwandigen Rohren von 6 bis 20 mm Wandstärke stranggepreßt werden und
- - die Wandstärke der dickwandigen Rohre durch ein Warmumformverfahren bei Temperaturen von 250 bis 500 °C auf 1,5 bis 5 mm reduziert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Herstellung
der Bolzen oder Rohrluppen eine Pulvermischung, ein legiertes Pulver oder
eine Legierungsschmelze der folgenden Zusammensetzung eingesetzt wird:
Al Si(17-35) Cu(2,5-3,5) Mg(0,2-2,0) Ni(0,5-2).
Al Si(17-35) Cu(2,5-3,5) Mg(0,2-2,0) Ni(0,5-2).
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Herstellung
der Bolzen oder Rohrluppen eine Pulvermischung, ein legiertes Pulver oder
eine Legierungsschmelze der folgenden Zusammensetzung eingesetzt wird:
Al Si(17-35) Fe(3-5) Ni(1-2).
Al Si(17-35) Fe(3-5) Ni(1-2).
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Herstellung
der Bolzen oder Rohrluppen eine Pulvermischung, ein legiertes Pulver oder
eine Legierungsschmelze der folgenden Zusammensetzung eingesetzt wird:
Al Si(25-35).
Al Si(25-35).
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Herstellung
der Bolzen oder Rohrluppen eine Pulvermischung, ein legiertes Pulver oder
eine Legierungsschmelze der folgenden Zusammensetzung eingesetzt wird:
Al Si(17-35) Cu(2,5-3,3) Mg(0,2-2,0) Mn(0,5-5).
Al Si(17-35) Cu(2,5-3,3) Mg(0,2-2,0) Mn(0,5-5).
6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß beim
Sprühkompaktieren ein Teil des Siliziums über die Schmelze der eingesetzten
AlSi-Legierung und ein Teil des Siliziums in Form von Si-Pulver mittels eines
Partikelinjektors in den Bolzen oder die Rohrluppe eingebracht wird.
7. Verfahren nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die
Überalterungsglühung zur Vergröberung der Si-Primärteilchen bei
Temperaturen von 460 bis 540°C über einen Zeitraum von 0,5 bis 10 Stunden
vorgenommen wird.
8. Verfahren nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das
Warmumformen des dickwandigen Rohres durch Rundkneten oder
Rundhämmern erfolgt.
9. Verfahren nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das
Warmumformen des dickwandigen Rohres durch Rohrwalzen mit
Innenwerkzeug erfolgt.
10. Verfahren nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das
Warmumformen des dickwandigen Rohres durch Drückwalzen erfolgt.
11. Verfahren nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das
Warmumformen des dickwandigen Rohres durch Rohrziehen erfolgt.
12. Verfahren nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das
Warmumformen des dickwandigen Rohres durch Ringwalzen erfolgt.
13. Verfahren nach Anspruch 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß das im
Durchmesser und in der Wandstärke auf Endmaß geformte Rohr in
Rohrabschnitte gewünschter Länge zerteilt wird.
14. Verwendung eines nach den Ansprüchen 1 bis 13 hergestellten
Rohrabschnittes als Laufbuchse für Verbrennungsmotoren aus Leichtmetall.
Priority Applications (14)
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| ES96930971T ES2151181T3 (es) | 1995-09-01 | 1996-08-28 | Procedimiento para fabricar tubos de pared fina. |
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Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19532244A DE19532244C2 (de) | 1995-09-01 | 1995-09-01 | Verfahren zur Herstellung von dünnwandigen Rohren (I) |
Publications (2)
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