DE19530257C2 - Verfahren und Vorrichtung zum Verpacken einer Materialbahnrolle - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Verpacken einer MaterialbahnrolleInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Verfahren zum Verpacken ei
ner Materialbahnrolle nach dem Oberbegriff des An
spruchs 1 und eine Vorrichtung zum Verpacken einer Ma
terialbahnrolle nach dem Oberbegriff des Anspruchs 5.
Bei den Materialbahnrollen handelt es sich um relativ
große Gebilde mit Durchmessern und Längen größer als
0,5 m, wie sie beispielsweise in der Papierindustrie in
Form von Papierrollen oder in der Textilindustrie in
Form von Gewebe- oder Gewirkerollen hergestellt werden.
Derartige Materialbahnrollen, deren Durchmesser auch
mehr als 2 m und deren Breite auch mehr als 3,5 m be
tragen können, werden mit mehreren Lagen einer Schutz
hülle umgeben, um sie beim Transport und der Lagerung
vor Umwelteinflüssen zu schützen.
Eine aus US 2 893 191 bekannte Vorrichtung, von der die
Erfindung ausgeht, weist eine Verpackungsbahnspender
anordnung auf, die mehrere Verpackungsbahnrollen auf
weist, von denen zwei eine geringere Breite als eine
weitere Bahnrolle aufweisen. Die schmaleren Verpac
kungsbahnrollen lassen sich in Axialrichtung verschie
ben. Durch unterschiedliche Überlappungsbreiten zwi
schen den schmaleren Verpackungsbahnrollen läßt sich
eine Anpassung an unterschiedlich breite Material
bahnrollen erzielen. Zum Herstellen einer Schutzhülle
werden dann die beiden Verpackungsbahnen von den schma
len Verpackungsbahnrollen abgezogen und miteinander
verklebt. Hierzu ist eine Klebstoffsprüheinrichtung
vorgesehen, die auf eine der beiden Verpackungsbahnen
wirkt. Beide Verpackungsbahnen werden dann zusammen
durch einen Walzenspalt geführt und durch Druck mitein
ander verklebt. Wenn genügend Wickellagen auf die Ma
terialbahnrolle aufgewickelt worden sind, tritt eine
Schneideinrichtung in Aktion, die die Verpackungsbahnen
durchtrennt. Diese Schneidanordnung ist in Laufrichtung
hinter der Verbindungsstelle für die beiden Verpac
kungsbahnen angeordnet.
Hierbei ergibt sich nun das Problem, daß eine relativ
genaue Steuerung der miteinander zusammenwirkenden Tei
le erforderlich ist. Die Klebstoffsprüheinrichtung muß
nämlich außer Betrieb gesetzt werden, bevor die Schnei
deinrichtung in Betrieb gesetzt werden kann. Wird sie
allerdings zu früh außer Betrieb gesetzt, dann sind die
Enden der Verpackungsbahnen nicht mehr miteinander ver
bunden. Wird sie zu spät außer Betrieb gesetzt, dann
trennt die Schneideinrichtung die Verpackungsbahn zwar
ab. Die beiden Verpackungsbahnen der beiden Rollen sind
jedoch noch miteinander verbunden, so daß eine axiale
Verschiebung der beiden Rollen relativ zueinander nicht
mehr möglich ist, ohne die Verpackungsbahn zu beschädi
gen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Verpac
kung einer Materialbahnrolle zu vereinfachen.
Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs ge
nannten Art dadurch gelöst, daß das Abschlagen im noch
nicht verbundenen Bereich der Verpackungsbahnen er
folgt.
Mit dem Zusammensetzen der Verpackungsbahnen läßt sich
praktisch stufenlos eine Anpassung der Breite der
Schutzhülle an die zu verpackende Materialbahnrolle er
reichen. Dadurch, daß die Verpackungsbahnen zusammenge
setzt wird, ergibt sich im Endeffekt aber wieder eine
zusammenhängende Schutzhülle, die die Verpackungsbahn
vor Umwelteinflüssen, wie Feuchtigkeit und ähnlichem,
schützt. Da das Zusammensetzen zwischen dem Abziehen
der Verpackungsbahnen von den Verpackungsbahnrollen und
dem Anlegen der Verpackungsbahnen an die Materialbahn
rolle oder beim Anlegen der Verpackungsbahnen an die
Materialbahnrolle erfolgt, können die einzelnen Verpac
kungsbahnen auf den Verpackungsbahnrollen unabhängig
voneinander aufgewickelt bleiben. Die endgültige Breite
der Schutzhülle ergibt sich erst während des Verpac
kungsvorgangs. Die Verbindung der Verpackungsbahnen in
ihren überlappenden Bereichen erhöht die Zuverläs
sigkeit der Verpackung.
Mit Vorteil wird ein Überlappungsbereich von mindestens
100 mm eingestellt. Dadurch wird die Schutzhülle trotz
ihrer Zusammensetzung aus mehreren Verpackungsbahnen in
Axialrichtung stabil genug, um die gewünschte Aufgabe,
nämlich das sichere Verpacken der Materialbahnrolle, zu
erfüllen.
In einer ganz besonders bevorzugten Ausgestaltung ist
vorgesehen, daß die Materialbahnrollen entsprechend ih
rer Breiten in verschiedene Klassen eingeteilt werden
und für jede Klasse eine Verpackungsbahn-Kombination
fest vorgegeben wird. Dies erleichtert die Automation.
Die Steuervorrichtung wählt in Abhängigkeit von der je
weiligen Klasse zunächst die geeignete Verpackungs
bahn-Kombination und muß dann nur noch innerhalb gewis
ser Grenzen die Breite der zusammengesetzten Schutzhül
le dadurch einstellen, daß die einzelnen Verpackungs
bahnen in Axialrichtung mehr oder weniger stark über
lappt werden.
Vorzugsweise wird die Materialbahnrolle in Axialrich
tung symmetrisch verpackt. Dies erleichtert die weitere
Handhabung, insbesondere beim Abrollen der verpackten
Materialbahnrolle.
Die Aufgabe wird durch eine Vorrichtung der eingangs
genannten Art dadurch gelöst, daß die Klebevermitt
lungsstation in Laufrichtung der Verpackungsbahnen hin
ter einem Abschlagmesser angeordnet ist.
Bei dieser Lösung ergibt sich eine aus mehreren Verpac
kungsbahnen zusammengesetzte Schutzhülle, deren Breite
variierbar ist. Man kann daher durch das Verschieben
der einen Verpackungsbahnrolle in Axialrichtung eine
Anpassung der Breite der Schutzhülle an die einzelnen
Materialbahnrolle erreichen. Auf diese Weise kann man
dafür Sorge tragen, daß die zusammengesetzte Verpac
kungsbahn immer nur mit dem gewünschten Überstand, bei
spielsweise einem Überstand in der Größenordnung von
100 bis 150 mm, axial über die zu verpackende Material
bahnrolle übersteht. Wenn die Materialbahnrolle länger
ist, werden die beiden Verpackungsbahnrollen axial wei
ter auseinandergefahren, so daß sich ein kleinerer
Überlappungsbereich ergibt. Bei Materialbahnrollen mit
einer geringeren Breite werden die beiden Ver
packungsrollen axial enger zusammengefahren, so daß
sich ein größerer Überlappungsbereich ergibt. Durch das
Überlappen der einzelnen Verpackungsbahnen ergibt sich
zwar eine geringe Dickenänderung in der verpackten Ma
terialbahnrolle. Da die Verpackungsbahn aber in der Re
gel nur mit wenigen Lagen um die Materialbahnrolle ge
legt wird, spielt die Tatsache, daß sich dann in ein
zelnen axialen Abschnitten eine doppelt so große Anzahl
von Verpackungsbahnlagen befindet als in anderen, keine
große Rolle. Zwar reicht das einfache Überlappen von
Verpackungsbahnen vielfach bereits aus, um eine zuver
lässige Verpackung der Materialbahnrolle zu erreichen,
insbesondere dann, wenn die Verpackungsbahn mit einer
ausreichenden Zugspannung um die zu verpackende Materi
albahnrolle gelegt wird. In diesem Fall ist es prak
tisch nicht möglich, die einzelnen Verpackungsbahnen
axial auseinander zu ziehen. Um eine zusätzliche Si
cherheit zu erreichen, werden aber die einander über
lappenden Verpackungsbahnen in ihrem Überlappungsbe
reich miteinander verklebt. Dadurch entsteht eine zu
sammengesetzte Verpackungsbahn oder Schutzhülle mit der
gewünschten Breite, die genau an die zu verpackende Ma
terialbahnrolle angepaßt ist. Da die Klebevermittlungs
station in Laufrichtung der Verpackungsbahnen hinter
einem Abschlagmesser angeordnet ist, wird sicherge
stellt, daß trotz des Verbindens der einzelnen Verpac
kungsbahnen miteinander die nachfolgende Materialbahn
rolle eine andere Breite aufweisen kann. Da die Klebe
vermittlungsstation erst hinter dem Abschlagmesser an
geordnet ist, trennt das Abschlagmesser die Verpac
kungsbahnen in einem Bereich ab, wo sie noch nicht mit
einander verbunden sind. Damit ist sichergestellt, daß
sie nach dem Abschlagen wieder axial zueinander ver
fahrbar sind.
Vorzugsweise wirkt die Klebevermittlungsstation auf ei
nen Bereich in der Nähe des Randes des axialen Überlap
pungsbereichs mindestens einer Verpackungsbahn. Es ist
nicht notwendig, die Verpackungsbahnen in ihrem gesam
ten Überlappungsbereich miteinander zu verbinden. Den
noch sollte man, wenn man die Verpackungsbahnen über
haupt miteinander verbindet, sicherstellen, daß die
Klebevermittlung auch an der richtigen Stelle erfolgt.
Aus diesem Grunde wirkt die Klebevermittlungsstation
auf den Rand mindestens einer Verpackungsbahn. Dieser
Rand befindet sich auf jeden Fall noch im Überlappungs
bereich.
Mit Vorteil weist die axial verschiebbare Verpackungs
bahnrolle einen Axialantrieb mit einer Steuervorrich
tung auf, die mit einer Breitenmeßeinrichtung für die
Materialbahnrolle verbunden ist. Damit läßt sich die
Verpackung der Materialbahnrolle automatisieren. Die
Steuervorrichtung, der die Breiten, d. h. die axiale
Länge, der einzelnen Verpackungsbahnen bekannt ist,
kann nach dem Ermitteln der Breite der zu verpackenden
Materialbahnrolle die notwendige axiale Überlappung
ausrechnen und dann die verschiebbare Verpackungsbahn
rolle entsprechend weit verschieben. Auf diese Weise
läßt sich auch bei unterschiedlichen Breiten der Mate
rialbahnrollen immer der gewünschte axiale Überstand
der Verpackungsbahn einstellen.
Vorzugsweise ist die axial verschiebbare Verpackungs
bahnrolle auf einem verfahrbaren Träger angeordnet, der
eine gemeinsam mit diesem verfahrbare Bahnführung auf
weist. Trotz des axialen Verschiebens der Verpackungs
bahnrolle bleibt die Bahnführung immer richtig zu der
Verpackungsbahnrolle ausgerichtet. Die Gefahr, daß die
Verpackungsbahn reißt, wird dadurch vermindert.
Mit Vorteil weist die Verpackungsbahn-Spenderanordnung
mehrere Verpackungsbahnrollen mit gleicher Breite auf.
Dies erleichtert die Bevorratung. Mehrere Verpackungs
bahnrollen mit gleicher Breite sind leichter zu bewirt
schaften als eine große Anzahl unterschiedlicher Brei
ten. Die Anpassung an die Materialbahnrollen unter
schiedlicher Breite erfolgt durch das Einstellen des
Überlappungsbereichs der einzelnen Verpackungsbahnen.
Auch ist bevorzugt, daß die Verpackungsbahn-Spenderan
ordnung eine Verpackungsbahnrolle mit verminderter
Breite aufweist. Diese Verpackungsbahnrolle ist an die
kleinste Breite der zu verpackenden Materialbahnrollen
angepaßt. Auch bei der kleinsten Breite sollte ein zu
verlässiges Einfalten des axialen Überstandes auf die
Stirnseiten der Rollen gewährleistet sein.
Vorzugsweise sind die Verpackungsbahnrollen mit vorge
leimter Verpackungsbahn bewickelt. Vorzugsweise kann
hier ein wasserlöslicher Kaltleim oder ein Heißschmelz
kleber auf die Verpackungsbahn aufgetragen sein. Die
Klebevermittlungsstation kann dann einen relativ ein
fachen Aufbau haben.
Bevorzugterweise weisen die Verpackungsbahnrollen eine
Breite von maximal 1,5 m auf. Verpackungsbahnrollen,
die auf diese Breite begrenzt sind, lassen sich noch
relativ leicht handhaben. Die Verpackungsbahn-Spender
anordnung kann entsprechend kleiner ausgelegt werden.
Sie wird dadurch preisgünstiger und benötigt weniger
Raum. Die Züge für die Verpackungsbahn sind leichter zu
kontrollieren, wenn die Verpackungsbahn schmal ist.
Die Erfindung wird im folgenden anhand eines bevorzug
ten Ausführungsbeispiels in Verbindung mit der Zeich
nung beschrieben. Hierin zeigen:
Fig. 1 eine Seitenansicht einer Vorrichtung zur Ver
packung einer Materialbahnrolle,
Fig. 2 eine schematische Draufsicht auf die Vorrichtung
und
Fig. 3 Verpackungen für verschiedene Breiten von Mate
rialbahnrollen.
Fig. 1 zeigt eine Vorrichtung 1 zum Verpacken einer
Materialbahnrolle 2. Mit Hilfe einer Hilfsvorrichtung 3
(Fig. 2), die beispielsweise aus zwei gegenüberliegen
den axial verfahrbaren Stempeln bestehen kann, wird die
Rolle 2 in der Vorrichtung 1 axial zentriert. Gleich
zeitig steht über den Ausfahrweg der Hilfsvorrichtung 3
auch eine Information über die Breite der Rolle 2 zur
Verfügung. Diese Breiteninformation wird an eine Steu
ervorrichtung 4 weitergemeldet. Selbstverständlich kann
die Breitenmessung der Rolle 2 auch an anderer Stelle
erfolgen, beispielsweise im Zusammenhang mit einer üb
licherweise ebenfalls durchgeführten Durchmessermes
sung, die aber an sich bekannt ist und deswegen nicht
weiter erläutert wird.
In der Vorrichtung 1 ist eine Wickelstation 5 vorgese
hen, die mehrere Tragwalzen 6 aufweist, von denen min
destens eine angetrieben ist. Wenn die Tragwalzen 6 in
Rotation versetzt werden, wird die Rolle 2 ebenfalls
gedreht.
Der Wickelstation wird eine bahnförmige Schutzhülle 7
zugeführt, die über eine Anlegevorrichtung 8 an der
Materialbahnrolle 2 zur Anlage gebracht wird. Wenn sich
die Materialbahnrolle 2 dreht, wird sie mit der Schutz
hülle 7 umwickelt. Axiale Überstände können dann auf
bekannte Art und Weise auf die Stirnseiten der Materi
albahnrolle 2 eingefaltet werden. Dieses Einfalten kann
beim Einwickeln oder später erfolgen.
Die Vorrichtung weist eine Verpackungsbahn-Spenderan
ordnung 9 auf, die im vorliegenden Fall vier Verpac
kungsbahnrollen 10-13 aufweist. Jeder Verpackungsbahn
rolle 10-13 ist eine Verpackungsbahnführung 14-17 zu
geordnet.
Die beiden Verpackungsbahnrollen 10, 13 sind ortsfest
in einem Ständer 18 angeordnet. Die Verpackungsbahnrol
len 11 und 12 sind in Axialrichtung verschiebbar, wie
dies in Fig. 2 durch die Doppelpfeile 19, 20 angedeutet
ist. Hierzu sind die Verpackungsrollen 11, 12 jeweils
auf einem Schlitten 21, 22 gelagert. Jeder Schlitten
21, 22 ist auf einer Schiene 23, 24 verschiebbar. Um
die Bewegung zu automatisieren, weist jeder Schlitten
21, 22 einen Antrieb 25, 26 auf, der wiederum mit der
Steuervorrichtung 4 verbunden ist. Der Antrieb kann
durch einen Motor gebildet sein, der elektrisch, hy
draulisch oder pneumatisch angetrieben ist.
An jedem Schlitten 21, 22 ist die zu der Verpackungs
bahnrolle 11, 12 gehörige Bahnführung 15, 16 befestigt,
die in Fig. 2 lediglich schematisch dargestellt ist.
Die Bahnführungen 15, 16 werden also gemeinsam mit den
Schlitten 21, 22 in Axialrichtung bewegt.
Am Ständer 18 ist noch ein Abschlagmesser 27 und eine
Klebevermittlungsstation 28 angeordnet. Die Klebever
mittlungsstation 28 ist aus Gründen der Übersichtlich
keit in Fig. 2 nicht dargestellt. Das Abschlagmesser 27
befindet sich in Laufrichtung der Schutzhülle 7 zwi
schen den Bahnführungen 14-17 und der Klebevermitt
lungsstation 28.
Von den einzelnen Verpackungsbahnrollen 10-13 werden
Verpackungsbahnen 30-33 abgezogen. Die Verpackungsbah
nen 30-32 haben alle die gleiche Breite. Im vorliegen
den Ausführungsbeispiel haben sie eine Breite von
1.400 mm. Die Verpackungsbahn 33 von der Verpackungs
bahnrolle 13 hat hingegen nur eine Breite von 900 mm.
Die Arbeitsweise der Vorrichtung soll im folgenden an
hand von Fig. 3 im Zusammenhang mit Fig. 2 näher erläu
tert werden.
Die Steuervorrichtung 4 stellt mit Hilfe der Hilfsvor
richtung 3 oder auf andere Weise die Breite der zu ver
packenden Materialbahnrolle 2 fest. Hierbei sind im
vorliegenden Fall fünf Klassen vorgesehen, von denen
vier dargestellt sind. Die erste Klasse betrifft Mate
rialbahnrollen mit einer Breite B bis zu 700 mm (Fig.
3a). Die zweite Klasse betrifft Materialbahnrollen mit
einer Breite von 700 bis 1.200 mm (Fig. 3b). Die dritte
Klasse betrifft Materialbahnrollen mit einer Breite B
zwischen 1.200 und 2.500 mm (Fig. 3c), in die vierte
Klasse kommen Materialbahnrollen mit einer Breite zwi
schen 2.500 mm und 3.100 mm (Fig. 3d) und in die fünfte
Klasse noch breitere Materialbahnrollen bis ca.
3.600 mm.
In der ersten Klasse werden die Materialbahnrollen aus
schließlich mit der Verpackungsbahn 33 umwickelt, die
dann an sich die Schutzhülle 7 bildet. Die Materialbahn
33 wird mit einer vorbestimmten Anzahl von Wickellagen
um die Materialbahnrolle 2 gelegt. Die axialen Über
stände können beim Einwickeln der Materialbahnrolle
oder in einer anschließenden Station auf die Stirnsei
ten eingefaltet werden.
Für Materialbahnrollen der zweiten Klasse, d. h. Rollen
mit einer Breite von 700 bis 1.200 mm wird die Verpac
kungsbahn 30 von der Verpackungsbahnrolle 10 verwendet.
Bis dahin arbeitet die Vorrichtung im Grunde genommen
genauso, wie die Vorrichtungen nach dem Stand der Tech
nik.
Wird hingegen eine Materialbahnrolle der dritten Klasse
verpackt, d. h. eine Rolle mit einer Breite von 1.200
bis 2.500 mm, werden die beiden Verpackungsbahnen 31
und 32 von den Verpackungsbahnrollen 11, 12 verwendet.
Die Steuervorrichtung 4, der die Breite der zu verpac
kenden Materialbahnrolle 2 bekannt ist, betätigt dann
die Antriebe 25, 26 und verschiebt die Schlitten 21, 22
so, daß sich die Verpackungsbahnen 31, 32 in einem Be
reich P überlappen. Die Breite P ist hierbei veränder
lich. Sie wächst mit abnehmender Breite B der zu Ver
packenden Materialbahnrolle und schrumpft mit zunehmen
der Breite B der Materialbahnrolle. Im Grunde genommen
ist lediglich eine Mindestbreite des Überlappungsbe
reichs P von etwa 100 mm erforderlich. Ansonsten wird
die Breite P des Überlappungsbereichs so gewählt, daß
der axiale Überstand der Verpackungsbahn 31, 32 etwa
100 bis 150 mm beträgt.
Auf dem Weg zwischen den Verpackungsbahnrollen 11, 12
und der zu verpackenden Materialbahnrolle 2 durchlaufen
die Verpackungsbahnen 31, 32 auch die Klebevermitt
lungsstation 28. Die Klebevermittlungsstation 28 ver
bindet nun die beiden Verpackungsbahnen 31, 32 in ihrem
Überlappungsbereich P, so daß die Schutzhülle 7 nun aus
zwei Verpackungsbahnen 31, 32 zusammengesetzt ist. Da
sich das Abschlagmesser 27 in Laufrichtung der Verpac
kungsbahnen 31, 32 vor der Klebevermittlungsstation 28
befindet, lassen sich die beiden Schlitten 21, 22 nach
dem Abschlagen der Verpackungsbahnen wieder unabhängig
voneinander in Axialrichtung 19, 20 bewegen.
Wenn die Materialbahnrollen 2 noch breiter werden, wer
den die Schlitten 21, 22 axial noch weiter nach außen
verfahren. In diesem Fall wird zusätzlich noch die Ver
packungsbahn 33 von der Verpackungsbahnrolle 13 verwen
det. Es überlappen sich also teilweise drei Verpac
kungsbahnen jeweils paarweise. Für noch breitere Mate
rialbahnrollen 2 kann anstelle der Verpackungsbahn 33
auch die Verpackungsbahn 30 verwendet werden.
Die Klebevermittlungsstation 28 wirkt zumindest auf die
axial inneren Ränder der Verpackungsbahnen 31, 32 bzw.
auf beide Ränder der Verpackungsbahnen 30, 33. Damit
ist sichergestellt, daß die einzelnen Verpackungsbahnen
in ihrem Überlappungsbereich zuverlässig miteinander
verbunden sind.
Wenn die notwendige Anzahl von Wickellagen der Schutz
hülle 7 um die Materialbahnrolle 2 gewickelt worden
ist, tritt das Abschlagmesser 27 in Aktion. Der noch
zwischen dem Abschlagmesser 27 und der Materialbahnrol
le 2 befindliche Rest der Schutzhülle 7 wird aufgewic
kelt und das Einwickeln der Materialbahnrolle 2 ist
beendet. Die übrige Handhabung, beispielsweise das An
bringen von Stirndeckeln oder das Aufbringen von Eti
ketten, erfolgt in an sich bekannter Weise.
Die Vorteile einer solchen Vorrichtung und eines sol
chen Verfahrens sind leicht erkennbar:
Die ganze Vorrichtung benötigt weniger Raum. Sie wird
preiswerter. Die Züge für die Verpackungsbahn sind
leichter zu kontrollieren, da die Bahnen schmal sind.
Die Beschaffung und Bevorratung der Verpackungsbahnen
ist einfacher, da es sich nur um zwei Verpackungsbahn
breiten handelt. Die Handhabung der Verpackungsbahnrol
len ist leichter, weil sie aufgrund ihrer geringeren
Breite ein geringeres Gewicht haben. Die ganze Vorrich
tung ist übersichtlich und ohne Probleme mit Automaten
für das Anlegen von Innen- und Außenstirndeckeln sowie
Etikettierungsautomaten nachrüstbar. Auch vorgeleimte
Verpackungsbahnen, beispielsweise vorgeleimte Packpa
piere, die mit Kaltleim oder Heißschmelzkleber be
schichtet sind, können verwendet werden.
Claims (12)
1. Verfahren zum Verpacken einer Materialbahnrolle,
deren Umfang mit einer Schutzhülle umwickelt wird,
die aus mehreren, einander parallel zu ihren Längs
kanten überlappenden Verpackungsbahnen zusammenge
setzt wird, die in ihren überlappenden Bereichen
miteinander verbunden werden, wobei das Verbinden
zwischen dem Abziehen der Verpackungsbahnen von den
Verpackungsbahnrollen und dem Anlegen der Verpa
kungsbahnen an die Materialbahnrolle oder beim An
legen der Verpackungsbahnen an die Materialbahnrol
le erfolgt und die Verpackungsbahnen nach dem Wic
keln der notwendigen Anzahl von Wickellagen abge
schlagen werden, dadurch gekennzeichnet, daß das
Abschlagen im noch nicht verbundenen Bereich der
Vepackungsbahnen erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß ein Überlappungsbereich von mindestens 100 mm
eingestellt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Materialbahnrollen entsprechend
ihrer Breiten in verschiedene Klassen eingeteilt
werden und für jede Klasse eine Verpakungs
bahn-Kombination fest vorgegeben wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Materialbahnrolle in Axial
richtung symmetrisch verpackt wird.
5. Vorrichtung zum Verpacken einer Materialbahnrolle
mit einer Verpakungsbahn-Spenderanordnung, die meh
rere Verpakungsbahnrollen aufweist, von denen min
destens eine axial verschiebbar ist, mit einer Kle
bevermittlungsstation, die im axialen Überlap
pungsbereich zwischen den Verpackungsbahnrollen an
geordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Kle
bevermittlungsstation (28) in Laufrichtung der Ver
packungsbahnen (30-33) hinter einem Abschlagmesser
(27) angeordnet ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Klebevermittlungsstation (28) auf
einen Bereich in der Nähe des Randes des axialen
Überlappungsbereichs mindestens einer Verpackungs
bahn (30-33) wirkt.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekenn
zeichnet, daß die axial verschiebbare Verpackungs
bahnrolle (11, 12) einen Axialantrieb (25, 26) mit
einer Steuervorrichtung (4) aufweist, die mit einer
Breitenmeßeinrichtung (3) für die Materialbahnrolle
(2) verbunden ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, da
durch gekennzeichnet, daß die axial verschiebbare
Verpackungsbahnrolle (11, 12) auf einem verfahrba
ren Träger (21, 22) angeordnet ist, der eine ge
meinsam mit diesem verfahrbare Bahnführung (15, 16)
aufweist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 8, da
durch gekennzeichnet, daß die Verpackungsbahn-Spen
deranordnung (9) mehrere Verpackungsbahnrollen
(10-12) mit gleicher Breite aufweist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 9, da
durch gekennzeichnet, daß die Verpackungsbahn-Spen
deranordnung (9) eine Verpackungsbahnrolle (13) mit
verminderter Breite aufweist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 9, da
durch gekennzeichnet, daß die Verpackungsbahnrollen
(10-13) mit vorgeleimter Verpackungsbahn (30-33)
bewickelt sind.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 11, da
durch gekennzeichnet, daß die Verpackungsbahnrollen
eine Breite von maximal 1,5 m aufweisen.
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Applications Claiming Priority (1)
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