DE19530854A1 - Spulwalze mit Formschluß für verschleißfreien Garnspulenantrieb - Google Patents
Spulwalze mit Formschluß für verschleißfreien GarnspulenantriebInfo
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Description
Das technische Gebiet der Erfindung sind die Spinnereimaschinen.
In diesem technischen Gebiet ist besonders eine Spulwalze
betroffen, mit der Garnspulen an Kreuzspul- oder
Rotorspinnmaschinen umfänglich angetrieben werden.
Im Stand der Technik wird der Antrieb der Garnspulen, auf denen
das von den Spinnereimaschinen hergestellte Garn aufgewickelt
wird, umfänglich bewirkt, weil der Durchmesser der Garnspulen
sich in starkem Maße ändert, allerdings eine gleiche
Umfangsgeschwindigkeit an der Stelle benötigt wird, wo das
gerade aufzuwickelnde Garn an der Garnspule eintrifft. Um eine
Übertragung von Kräften zu ermöglichen, werden im Stand der
Technik zylindrische oder konische Antriebswalzen verwendet, die
abschnittsweise mit elastischen Belägen versehen sind, die aus
Gummi gestaltet werden können (sog. Reibbeläge). Diese
Reibbeläge übertragen verlustbehaftet ein Drehmoment auf die
Spule, nutzen sich dabei aber ab, so daß die Antriebswalze einem
hohen Verschleiß unterliegt und deshalb häufig ausgetauscht
werden muß.
Die Erfindung geht von der Aufgabe aus, den Verschleiß an
Antriebsspulen zu reduzieren und damit die Standzeit von
Spulwalzen für die erwähnten Zwecke zu erhöhen.
Diese Aufgabe findet ihre Lösung in den Ansprüchen 1 oder 11. An
dem Spulenkörper wird ein Zylinderabschnitt vorgesehen, an dem
umfänglich viele Greifkanten angeordnet sind, mit denen ein
Formschluß mit dem aufgewickelten Garn erzeugt werden kann, wenn
die erfindungsgemäße Spulwalze gegen die Oberfläche des Garnes
gedrückt wird (Anspruch 1). Der Formschluß entsteht an der
Oberfläche der Spulwalze (Anspruch 11) durch Eindrücken von
Erhöhungen oder Vertiefungen - die durch Nuten oder Stege
gebildet werden können - in das Garn, wodurch ohne Abrieb von
Gummibelägen eine nahezu verlustfreie und abrieblose
Kraftübertragung erfolgen kann. Die Stege drücken sich gering in
das Garn ein, in gleicher Weise würde sich das Garn auch in
Nuten eindrücken, wenn statt der Stege Nuten gewählt sind. In
vorteilhafter Weise können sowohl Stege als auch Nuten gewählt
werden (Anspruch 10).
Die gesamte Spulwalze kann aus demselben Werkstoff gefertigt
sein (Anspruch 2), dabei werden sowohl die Stege als auch ggf.
die Nuten aus demselben abriebfesten Werkstoff geschaffen sein.
Es eignen sich besonders Duroplaste, um den Verschleiß so gering
wie möglich zu halten.
Die Erfindung vermeidet Verschleißteile, sie senkt damit die
Kosten und den Montageaufwand. Zusätzlich sind die
erfindungsgemäßen Spulen preisgünstig herstellbar, da sie aus
ein und demselben Werkstoff gefertigt werden können. Vereinfacht
wird die Fertigung dadurch, daß nicht zwei oder mehr
verschiedene Werkstoffe zusammengefügt werden müssen (Spulwalze
aus Duroplast und Reibbelag aus Gummi), es können sich somit
keine Toleranzen bei der Herstellung addieren; Toleranzen werden
vielmehr mit der Erfindung geduldet, da ohnehin ein Eindrücken
der Nuten/Stege in die aus Garn bestehende Oberfläche der
Garnspulen beabsichtigt ist.
Auf das jeweilige Anwendungsgebiet bezogen können einzelne
Umfangs-Streifen von umfänglich beabstandeten Greifkanten-Paaren
(gebildet durch jeweils eine Nut oder jeweils einen Steg) auf
der Spulwalze vorgesehen sein, so ein Streifen, der leicht
außermittig angeordnet ist oder zwei Streifen, die an den
Walzenrändern vorgesehen werden (Anspruch 7, 8). Die
Umfangstreifen sind im wesentlichen zylindrisch, können aber
auch leicht konisch ausgebildet werden, ähnlich einem
Kegelstumpf.
Die Garnlauf-Eigenschaften werden trotz der Nuten oder Stege
(der Greifkanten) zuverlässig beibehalten, sie können verbessert
werden, wenn die Ränder der erwähnten Umfangsstreifen
kontinuierlich zu der Restwalze übergeleitet werden, also mit
Phasen oder Schrägen versehen werden (Anspruch 6).
Das "Paar" von Greifkanten impliziert nicht ausschließlich
solche Greifkanten, die eng beieinander liegen, obwohl diese
Gestalt wegen ihrer umfänglich gleichmäßiger verteilten
Griffigkeit bevorzugt wird.
Je konischer die Garnspulen, die aufzuwickeln sind, desto
schmäler werden die Streifen aus den Greifkanten-Paaren auf der
Spulwalze, um Differenzdrehzahlen und damit erhöhten Schlupf und
erhöhte Reibung im Antriebsbereich zwischen Spulwalze und
Garnspule zu vermeiden (Anspruch 5).
Die Erfindung wird nachfolgend anhand mehrerer
Ausführungsbeispiele erläutert und ergänzt.
Fig. 1 ist ein erstes Ausführungsbeispiel der Erfindung mit
einem leicht außermittigem Streifen 11 aus axial
gerichteten Stegen der Länge F.
Fig. 2 ist ein zweites Ausführungsbeispiel mit zwei
Umfangsstreifen 12, 13, die gleich beabstandete
Stege/Nuten aufweisen. Je ein Streifen ist an je einem
Rand 14, 15 der Walze 10 angebracht.
Fig. 3 ist ein Schnitt senkrecht zur Papierebene durch einen
der erwähnten Umfangs-Streifen 11, 12, 13 der Fig. 2.
Fig. 4a ist ein Schnitt A-A in Ausschnittsvergrößerung zu
Fig. 3, verdeutlichend eine Nut 20d und einen
Steg 21d, von dem die eine Kante 21d′ sichtbar ist.
Fig. 4b verdeutlicht den Formschluß der Greifkanten-
Paare 21d′, 21d′′ an einer aus Garn bestehenden
Oberfläche 30, dargestellt im Schnitt senkrecht zur
Drehachse der Garnspule und der Spulwalze 10 gemäß den
Ausführungsbeispielen der vorherigen Figuren.
Am deutlichsten in Fig. 3 sind im Querschnitt eine Vielzahl von
umfänglich gleich beabstandeten Nuten 20a, 20b, 20c . . . (im
folgenden allgemein mit 20i bezeichnet) angeordnet. Zwischen
jeweils zwei Nuten 20i findet sich ein entsprechender axial
gerichteter Steg, wobei die Achse 100 die Drehachse der
Spulwalze ist, die in den Fig. 1 und 2 in zwei
Ausführungsbeispielen in Seitenansicht angedeutet ist.
Die erwähnten Stege 21a, 21b, 21c . . . (im folgenden allgemein mit
21i bezeichnet) haben an ihren umfänglichen Begrenzungen jeweils
Greifkanten 21i′, 21′′, die jeweils ein Kantenpaar bilden, mit dem
Formschluß an der Garnoberfläche 30 erzeugt wird.
Die in Fig. 3 sich abwechselnden Stege 21i und Nuten 20i sind
im Schnitt A-A in der Fig. 4a an einem Beispiel dargestellt.
Dort ist die Nut 20d erkennbar, die eine axiale Erstreckung der
Länge F hat, wie sie in Fig. 1 und 2 eingezeichnet ist. Sie ist
geringfügig gegenüber dem übrigen Durchmesser der Walze 10
radial nach innen versetzt, unter geringfügig sind einer bis
einige Millimeter zu verstehen. Ebenfalls gegenüber dem
Durchmesser des Restes der Walze 10 ist ein Steg 21d in radialer
Richtung vorspringend ausgebildet, ebenfalls um einen geringen
Betrag relativ zum Durchmesser der Walze. In Fig. 4a ist davon
nur die vordere Kante 21d′ zu erkennen, die eine der Greifkanten
bildet, mit dem formschlüssig Kraft auf die Garnspule übertragen
wird, wie das in Fig. 4b im Querschnitt erkennbar ist.
In Fig. 4a ist der Übergang der Nut 20d zum Durchmesser des
Restzylinders und der Übergang des inneren Bereiches der
Kante 21d′ des Steges 21d in den Durchmesser der Restwalze
jeweils stetig ausgeführt, sei es durch einen Radius R, wie im
zuerst genannten Fall oder sei es durch eine An- oder Abphasung,
wie bei 22d dargestellt.
Die in Fig. 3 dargestellte Spulwalze greift formschlüssig an
das Garn 30 an, wenn sie gegen die Garnspule gedrückt wird. Die
Wirkung aller umfänglich beabstandeter Greifkanten 21i′, 21i′′
wird exemplarisch in der Fig. 4b an den zwei Greifkanten
21d′, 21d′′ dargestellt, sie drücken sich etwas in das Garn 30 ein
oder aber das Garn 30 wird etwas in die Nuten 20d, 20e
hineingedrückt. Dadurch entstehen Angriffslinien oder -bereiche
für Kraftübertragungen, die allein formschlüssig erfolgen, die
Oberflächen der Stege 21c, 21d und 21e haben keinerlei
rutschfeste Beläge, sondern bestehen aus abriebfestem Werkstoff,
wie Epoxidharz. Die Garnoberfläche ist in Fig. 4a durch drei
quer zu den Nuten/Stegen verlaufende Fäden repräsentiert.
Claims (11)
1. Spulwalze zur Garn- oder Faserführung oder zum Antrieb von
Garnspulen an Kreuzspul- oder Rotorspinnmaschinen
- (a) mit einem zumindest abschnittsweise (11, 12, 13) zylindrischen Körper (1), der um eine Achse (100) drehbar ist;
- (b) wobei der Zylinderabschnitt (11, 12, 13) zumindest ein Paar, inbesondere aber viele umfänglich beabstandete Greifkanten (21a′, 21a′′; 21b′, 21b′′; . . . ; 21i′, 21i′′) aufweist, mit denen eine Garnspule mit Garn (30) umfänglich durch Formschluß antreibbar ist.
2. Spulwalze nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß sie aus einem abriebfestem Werkstoff, insbesondere einem
Duroplast, hergestellt ist und die Greifkanten (21i, 21i′′)
aus dem selben Werkstoff bestehen, aus dem der wesentliche
Teil der Walze hergestellt ist.
3. Spulwalze nach einem der erwähnten Ansprüche, bei der die
umfänglich beabstandeten Greifkanten-Paare durch umfänglich
beabstandete Stege und/oder Nuten (21a, 21b, . . . 21i;
20a, 20b, . . . 20i) gebildet werden.
4. Spulwalze nach einem der erwähnten Ansprüche, bei der die
Greifkanten jeweils paarweise am Umfang der Spulwalze
gleichmäßig beabstandet sind.
5. Spulwalze nach einem der erwähnten Ansprüche, bei der die
axiale Erstreckung (F) der Greifkanten (21i′, 21i′′) klein
gegen die Walzenlänge (E) ist.
6. Spulwalze nach einem der erwähnten Ansprüche, bei der der
Übergang der Nuten oder Stege (21i, 20i) zum Restzylinder der
Walze (10) stetig, insbesondere gephast oder gerundet
(R, 22d, 23d) ist.
7. Spulwalze nach einem der erwähnten Ansprüche, bei der eine
oder mehrere umfängliche Streifen (F) von Greifkanten-Paaren
(21i′, 21i′′), insbesondere axial gerichtete Stege oder Nuten
(21i, 20i), auf der Walzenoberfläche angeordnet sind.
8. Spulwalze nach einem der erwähnten Ansprüche, bei der in den
Randbereichen (15) der Walze Greifkanten-Streifen (F, 12, 13)
angeordnet sind.
9. Spulwalze nach einem der erwähnten Ansprüche, bei der die
Oberfläche keine elastische oder sonstige gummiartige
umfängliche Flächen aufweist, mit denen ein Reibschluß zur
anzutreibenden Garnspule mit Garn (30) hergestellt werden
könnte.
10. Spulwalze nach einem der erwähnten Ansprüche, bei der die
Greifkanten (21i′, 21i′′) durch sich abwechselnde Stege und
Nuten (21c, 20d, 21d, 20e, 21e, 20f) gebildet werden, wobei die
Stege radial gegenüber dem Restzylinder der Walze (10)
hervorstehen und die Nuten in radialer Richtung gegenüber
dem Restzylinder der Walze zurückversetzt sind.
11. Verfahren zum Antreiben von Garnspulen in der
Spinnereitechnik, bei dem die umfänglich an der Garnspule
andrückende Antriebsspulwalze (10) über zumindest einen
axial begrenzten umfänglichen Abschnitt (11, 12, 13)
formschlüssig auf der Oberfläche des aufgewickelten
Garnes (30) angreift, um eine Kraft in Umfangsrichtung zu
übertragen.
Priority Applications (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995130854 DE19530854A1 (de) | 1995-08-04 | 1995-08-22 | Spulwalze mit Formschluß für verschleißfreien Garnspulenantrieb |
| CZ19962021A CZ292097B6 (cs) | 1995-08-04 | 1996-07-08 | Navíjecí válec s tvarovým stykem pro pohon přízové cívky prostý opotřebení |
| IT96MI001622A IT1283359B1 (it) | 1995-08-04 | 1996-07-30 | Cilindro di bobinatura con accoppiamento di forma per azionamento delle bobine di filato privo di usura |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19528750 | 1995-08-04 | ||
| DE1995130854 DE19530854A1 (de) | 1995-08-04 | 1995-08-22 | Spulwalze mit Formschluß für verschleißfreien Garnspulenantrieb |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19530854A1 true DE19530854A1 (de) | 1997-02-13 |
Family
ID=7768733
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1995130854 Ceased DE19530854A1 (de) | 1995-08-04 | 1995-08-22 | Spulwalze mit Formschluß für verschleißfreien Garnspulenantrieb |
Country Status (1)
| Country | Link |
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| DE (1) | DE19530854A1 (de) |
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