DE19523517C2 - Granulat - Google Patents
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C08—ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
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Description
Die Erfindung betrifft die Verwendung eines Granulats aus pflanzlichen
Rohstoffen als Füllstoff für Kunststoffe, für mineralische Bindemittel und/oder
für Wärmedämmstoffe, sowie ein Verfahren zur Herstellung eines derartigen
Granulats.
In der Kunststofftechnik ist es bekannt, Granulate als Füllstoffe in Form
unlöslicher, pulverförmiger Feststoffe Kunststoffen, Kautschuk, Lacken,
Klebstoffen, Papier u. a. zuzusetzen, um das Volumen des Produktes zu
vergrößern und/oder bestimmte technische Eigenschaften (z. B. Zugfestigkeit,
Abriebfestigkeit, Verarbeitbarkeit, optische Eigenschaften) zu verbessern.
Verwendung als Füllstoffe finden Gesteinsmehl, Baumwoll- und Glasfasern,
Kaolin, Kieselsäuren, Mineralien und auch gemahlene, durch Recycling
zurückgewonnene Kunststoffe von alten, weggeworfenen Gegenständen mit
Kunststoffanteil.
Aus der DE-PS 16 69 217 ist es bekannt, für das Tauchschleifverfahren
Schleif- und Poliermittel herzustellen, die aus üblichen Schleifkörnern und
Gleitmitteln bestehen und einen Füllstoff aus ganz oder teilweise zerkleinerten
Kernen von Steinobst oder zerkleinerten harten Schalen von Nüssen
aufweisen. Beim Tauchschleifverfahren wird die Schleifsubstanz in eine
Trommel gegeben, die um ihre vertikale Drehachse hochtourig rotiert, so daß
das Schleifmittel sich an deren Mantelinnenseite als Massering anlegt, der
durch die Zentrifugalkraft verdichtet wird. In diesen Massering wird sodann von
innen das zu bearbeitende Werkstück eingetaucht. Hierbei übernimmt der
Füllstoff die Aufgabe, die Schleifmittelmasse locker zu halten, damit sich der
gewünschte, unregelmäßige Verlauf der Schleifröhren ergibt. Derartige
Tauchschleifmaschinen sind sehr aufwendig und daher in der Praxis nur selten
anzutreffen. Eine umfangreiche und somit wirtschaftliche Verwertung von
Nußschalen ist daher hierbei nicht möglich.
Andererseits ist es aus der DE 43 16 561 A1 bekannt, zur Herstellung einer
Dämmplatte ein Granulat aus Pflanzenmark unter Zusatz eines Bindemittels,
insbesondere von Zement oder einem Klebemittel, zu einer Platte zu formen.
Diese Platten müssen einerseits wegen des weichen Pflanzenmarks, für das
insbesonder Sonnenblumen, Mais oder Kokosnuß vorgeschlagen wird, zur
Erzeugung einer Mindeststabilität verdichtet werden, andererseits bleibt die
erreichbare Stabilität derart minimal, dass diese Platten allenfalls als
Dämmplatten verwendbar sind.
Demgegenüber stellt sich das der Erfindung zugrundeliegende Problem, bei
Verwendung eines pflanzlichen Granulats als Füllstoff für organische oder
mineralische Bindemittel ein derartiges Granulat zu finden, das eine erhöhte
Stabilität des abgebundenen Produktes erlaubt und eine großtechnische
Verwertung derartiger Substanzen erlaubt.
Die Aufgabe wird mit den Merkmalen
der Ansprüche 1 und 3 gelöst.
Nach Anspruch 1 wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, daß als Granulat aus ganz
oder teilweise zu Körnern zerkleinerten Schalen oder verholzten Fruchthüllen
von Nüssen oder sonstigen Schließfrüchten gebildet ist. Hierdurch
ergibt sich eine Füllstoffart, mit der insbesondere der Kunststoffanteil in
Kunststofferzeugnissen kostengünstig reduziert werden kann. Ferner ist dieser
Füllstoff biologisch abbaubar, so daß die Umwelt geschont wird. Das
beispielsweise in Granulatoren durch schonende Zerkleinerung von
Nußschalen hergestellte Nußschalen-Korngemenge kann leicht einem noch
nicht ausgehärteten Kunststoff zugemischt werden. Diese Mischung läßt sich
dann zu dem gewünschten Erzeugnis weiterverarbeiten, wozu beispielsweise
Fußböden oder mineralische Bindemittel wie z. B. Zement gehören können.
Anstelle von
Zement kann auch Kalk als Zumischungsobjekt verwendet wer
den. Diese Mischung läßt sich z. B. als Rauhputz für Außen
wände an Gebäuden einsetzen, wobei der gegebenenfalls ver
wendete Zement einen Anteil von vorzugsweise 5% an Nußscha
len-Granulat enthält.
Grundsätzlich ist es denkbar, daß das Nußschalen-Granulat
mit praktisch beliebigem Anteil, beispielsweise 5% bis
200%, Kunststofferzeugnissen wie Gegenständen des täglichen
Bedarfs, insbesondere Fußböden, Parkbänken, Bierkästen,
Blumentöpfen usw. als Füllstoff zugegeben wird. Indem der
Füllstoff aus natürlichen Pflanzenstoffen gebildet ist, er
gibt sich eine gute Fähigkeit zum Recycling. Ein weiterer
Vorteil besteht darin, daß sich der Kunststoffanteil in
Kunststofferzeugnissen erheblich reduzieren läßt.
Ein anderer Vorteil des erfindungsgemäßen Nußschalen-Gra
nulats besteht in seinem relativ geringen spezifischen Ge
wicht, verglichen beispielsweise mit Sand. Während letzte
rer bei Zumischung als Füllgranulat zu Lack-Kunststoffen
aufgrund seines hohen Gewichts leicht nach unten absinkt,
kann man bei Verwendung von Nußschalen für das Granulat
leicht ein spezifisches Gewicht von 1,1-1,2 bezogen auf
Wasser erzielen.
Besonders gut eignen sich die Schalen spezieller Nußsorten
wie Kokosnüsse, Mandeln, Walnüsse und Haselnüsse aufgrund
ihrer außerordentlichen Schalenhärte.
Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile auf der Basis
der Erfindung ergeben sich aus den beiliegenden Ansprüchen
sowie der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Aus
führungsbeispiels der Erfindung:
Zunächst werden harte Schalen obengenannter Nußsorten bei
spielsweise in einer Schneide- oder einer Prallmühle auf
eine bestimmte Korngröße von z. B. 0,5 mm gemahlen. In be
sonderer Ausbildung der Erfindung besteht ein weiterer Ar
beitsschritt darin, das gemahlene Nußschalen-Granulat einer
Reinigung zu unterwerfen. Diese wird mit Hilfe eines Be
hältnisses durchgeführt, das beispielsweise Wasser enthält.
In das Behältnis wird das gemahlene Nußschalen-Granulat
hineingeworfen. Bekanntlich haben die in der Regel an der
Schaleninnenseite anliegenden Weichteile der Nußschalen ein
geringeres spezifisches Gewicht als die harten
Schalenschichten. Infolgedessen erfolgt eine Trennung der
Weichteile von den harten Schalenschichten im Wasser der
art, daß sich die harten Schalenteile am Boden des Behält
nisses sammeln, während die Weichteile der Nußschalen nach
oben steigen und auf der Flüssigkeitsoberfläche im Behält
nis erscheinen. Dort können sie abgeschöpft werden. Wird
noch zusätzlich das Wasser aus dem Behältnis herausgelas
sen, bleibt dann das beispielsweise als Füllstoff verwend
bare Nußschalen-Granulat im Behältnis übrig, das zur Zumi
schung in Kunststoff und/oder mineralischen Bindemitteln in
einem weiteren Arbeitsschritt verwendet werden kann.
Claims (5)
1. Verwendung eines Granulats aus pflanzlichen Rohstoffen als Füllstoff für
Kunststoffe, für mineralische Bindemittel und/oder für Wärmedämmstoffe,
dadurch gekennzeichnet, dass das Granulat aus ganz oder teilweise zu
Körnern zerkleinerten Schalen oder verholzten Fruchthüllen von Nüssen
oder sonstigen Schließfrüchten gebildet ist.
2. Verwendung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Anteil des
Granulat-Füllstoffs gegenüber dem Anteil des Kunststoffs oder Bindemittels
oder Wärmedämmstoffs 5-200% beträgt.
3. Verfahren zur Herstellung eines Füllstoffs für Kunststoffe, für mineralische
Bindemittel und/oder für Wärmedämmstoffe nach einem der
vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch die folgenden Schritte:
- a) Bereitstellen von Schalen oder verholzten Fruchthüllen von Nüssen oder sonstigen Schließfrüchten;
- b) Mahlen dieser Rohstoffe zu einem Granulat mit einer Korngröße von etwa 0,5 mm;
- c) Absonderung der Schaleninnenteile aufgrund ihres geringeren spezifischen Gewichts von den Teilen der Schalenhülle.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß zum Mahlen
eine oder mehrere Schneide- oder Prallmühlen verwendet werden.
5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
Nußschalen oder Fruchthüllen zur Absonderung der Schaleninnenteile in
ein mit Flüssigkeit gefülltes Behältnis gegeben werden, wo die
Schaleninnenteile an der Flüssigkeitsoberfläche abgeschöpft werden
können.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19523517A DE19523517C2 (de) | 1995-03-02 | 1995-06-30 | Granulat |
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|---|---|
| DE19523517A1 DE19523517A1 (de) | 1996-09-05 |
| DE19523517C2 true DE19523517C2 (de) | 2000-05-31 |
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| Country | Link |
|---|---|
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Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1669217C3 (de) * | 1968-02-26 | 1973-12-06 | Gustav Lang & Sohn Kg, 5650 Solingen | Verwendung eines Füllstoffes in Schleif und Poliermitteln für das Tachschleifver fahren |
| DE4316561A1 (de) * | 1993-05-18 | 1994-11-24 | Birosto Ag | Verfahren zur Herstellung eines Formkörpers aus Pflanzenmark |
-
1995
- 1995-06-30 DE DE19523517A patent/DE19523517C2/de not_active Expired - Fee Related
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| DE4316561A1 (de) * | 1993-05-18 | 1994-11-24 | Birosto Ag | Verfahren zur Herstellung eines Formkörpers aus Pflanzenmark |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE19523517A1 (de) | 1996-09-05 |
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Legal Events
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