DE19522435A1 - Formling sowie Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines Formlings - Google Patents
Formling sowie Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines FormlingsInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines
Formlings nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Des weiteren
betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zur Herstellung eines
Formlings nach dem Oberbegriff des Anspruchs 15 sowie einen
Formling nach dem Oberbegriff des Anspruchs 19.
Formlinge, insbesondere Formlinge aus Beton oder betonhaltigen
Materialien, wie zum Beispiel Pflastersteinen oder Platten,
sowie aus Formlingen zusammengesetzte Bodenbeläge oder der
gleichen sollen neben funktionalen auch ästhetischen Anforde
rungen gerecht werden. Unter ästhetischen Anforderungen spielen
insbesondere farbliche Gestaltungseffekte, namentlich Farb
muster, eine bedeutende Rolle.
Diese Gestaltungseffekte werden bislang bei aus Formlingen
zusammengesetzten Bodenbelägen oder dergleichen dadurch er
zielt, daß Formlinge mit unterschiedlicher Oberflächengestal
tung, z. B. Farbe, im Wechsel bzw. nach einem geometrischen
Muster verlegt werden, wobei jeder Formling als solcher eine
einheitliche Oberflächengestaltung aufweist. Dies hat jedoch
den Nachteil, daß verschiedene Formlinge mit voneinander abwei
chenden Oberflächengestaltungen hergestellt werden müssen und
diese anschließend mit großem manuellen Aufwand (entsprechend
dem vorgegebenen geometrischen Muster) zu verlegen sind.
Des weiteren ist es bereits zur Erzielung z. B. farblicher Ge
staltungseffekte bekannt, mehrere Farben innerhalb eines Form
lings zu vermischen, so daß innerhalb eines Formlings ver
schiedene Farben wolkenartig bzw. marmoriert hervortreten. Dies
weist jedoch den Nachteil auf, daß die Farben innerhalb des
Formlings verlaufen, also keine geometrisch klar abgegrenzten
Segmente innerhalb eines Formlings mit unterschiedlicher Farb
gestaltung oder dergleichen realisierbar sind.
Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung das Problem
zugrunde, einen Formling mit einer geometrischen Oberflächen
gestaltung sowie ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Her
stellung eines derartigen Formlings zu schaffen.
Zur Lösung dieses Problems weist das erfindungsgemäße Verfahren
die Maßnahmen des Anspruchs 1 auf. Dadurch, daß mindestens die
Vertiefungen im Grundkörper mit einem Füllmaterial anderer Be
schaffenheit (worunter auch unterschiedliche Farben verstanden
werden) und/oder Zusammensetzung aufgefüllt werden, wird ein
Formling geschaffen, der geometrisch klar abgegrenzte bzw.
festgelegte Segmente unterschiedlicher Oberflächengestaltung
aufweist.
Vorzugsweise wird zur Vorformung des Grundkörpers und damit zum
Einbringen der Vertiefungen und/oder Vorsprünge in den Grund
körpern ein Druckelement aus mindestens zwei relativ zueinander
verstellbaren Druckkörpern in die Form hineinbewegt. Dies hat
den Vorteil, daß sich mit Hilfe des aus zwei relativ ver
stellbaren Druckkörpern bestehenden Druckelements auf einfache
Weise beliebige Konturen von Vertiefungen und/oder Vorsprüngen
in den Grundkörper einbringen lassen, wobei die Vertiefungen
mit Materialien unterschiedlicher Farben ausgegossen werden
können.
Nach einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung des erfin
dungsgemäßen Verfahrens wird ein beim Vorformen des Grundkör
pers in der Form gebildeter Hohlraum mit einem Füllmaterial
derart aufgefüllt, daß eine gesamte Oberseite des Grundkörpers
(also auch die Vorsprünge) mit dem Füllmaterial bedeckt ist.
Durch anschließendes vollflächiges Entfernen des Füllmaterials
bis in die Bereiche der Erhöhungen entsteht in einfacher Weise
das gewünschte Oberflächen-Muster des Formlings, wobei gleich
zeitig eine ebene und eventuell polierte Dekorfläche entsteht.
Auf diese Weise lassen sich Formlinge besonders einfach her
stellen.
Vorzugsweise wird als Füllmaterial andersfarbiger Vorsatzbeton,
Betonsuspension oder kunstharzgebundener Beton verwendet. Dies
hat den Vorteil, daß sich verschiedene Betonarten an der Ober
seite und damit Sichtseite des Formlings miteinander kombinie
ren lassen. Dies erhöht die Möglichkeiten bei der Oberflä
chengestaltung eines Formlings.
Nach einer besonders vorteilhaften Weiterbildung des erfin
dungsgemäßen Verfahrens werden die Vertiefungen derart mit meh
reren unterschiedlichen Füllmaterialien gefüllt, wobei minde
stens eine Vertiefung mit einem gegenüber den anderen Ver
tiefungen andersfarbiges Füllmaterial ausgefüllt ist, indem
manche Vertiefungen mit einem Füllmaterial anderer Farbe
und/oder Zusammensetzung gefüllt werden. Dies hat den Vorteil,
daß Formlinge mit mehrfarbigen Ornamenten auf ihrer Oberseite
gebildet werden können.
Vorzugsweise werden die Füllmaterialien den jeweiligen Vertie
fungen durch im ersten Druckkörper angeordnete, vorzugsweise
über Ventile verschließbare Bohrungen zugeführt. Dies erlaubt
eine dosierte und gesteuerte Zuführung der Füllmaterialien in
die Vertiefungen des Grundkörpers.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Herstellung von Formlin
gen, insbesondere Pflastersteinen oder Platten, weist die
Merkmale des Anspruchs 15 auf. Mit Hilfe des Druckelements aus
mindestens zwei relativ zueinander verstellbaren Druckkörpern,
wobei mindestens ein Druckkörper Zuführmittel aufweist, durch
die das jeweilige Füllmaterial in die entsprechende Vertiefung
einleitbar ist, lassen sich Formlinge mit geometrisch klar ab
gegrenzten bzw. festgelegten Segmenten unterschiedlicher Ober
flächengestaltung einfach herstellen.
Der erfindungsgemäße Formling weist die Merkmale des Anspruchs
19 auf. Die mindestens auf einer Oberseite des Grundkörpers an
geordneten Vertiefungen sind mit mindestens einem Füllmaterial
anderer Beschaffenheit und/oder Zusammensetzung gefüllt.
Ein derart gestalteter Formling weist geometrisch klar abge
grenzte Segmente unterschiedlicher Oberflächengestaltung auf.
Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den
Unteransprüchen und der Beschreibung. Nachfolgend werden be
vorzugte Ausführungsformen der Erfindung anhand der Zeichnung
näher erläutert. In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 eine schematisierte Darstellung einer Vorrichtung
zur Herstellung von Formlingen in einem Anfangszeit
punkt (Zustand A) eines Verfahrens zur Herstellung
von Formlingen,
Fig. 2 die Vorrichtung gemäß Fig. 1 in einem Zustand A fol
genden Zeitpunkt (Zustand B),
Fig. 3 die Vorrichtung gemäß Fig. 1 und 2 in einem Zustand
B folgenden Zeitpunkt (Zustand C),
Fig. 4 die Vorrichtung gemäß Fig. 1 bis 3 in einem Zustand
C folgenden Zeitpunkt (Zustand D),
Fig. 5 die Vorrichtung gemäß Fig. 1 bis 4 in einem Zustand
D folgenden Zeitpunkt (Zustand E),
Fig. 6 einen mit Hilfe des Verfahrens gemäß Fig. 1 bis 5
(Zustände A bis E) gebildeten Rohling bei einer
Nachbearbeitung,
Fig. 7 einen Formling nach einem ersten Ausführungsbeispiel
der Erfindung in Draufsicht,
Fig. 8 einen Querschnitt durch den Formling gemäß Fig. 7
nach dem Schnitt VIII-VIII in der Fig. 7,
Fig. 9 einen Formling nach einem zweiten Ausführungs
beispiel der Erfindung in einer Ansicht analog zu
Fig. 7,
Fig. 10 einen Formling nach einem dritten Ausführungsbei
spiel der Erfindung in einer Ansicht analog zu Fig.
7 und 9,
Fig. 11 einen Formling nach einem vierten Ausführungsbei
spiel der Erfindung in einer Ansicht analog zu Fig.
7, 9 und 10,
Fig. 12 einen Formling nach einem weiteren Ausführungsbei
spiel der Erfindung in Draufsicht,
Fig. 13 einen Formling nach einem weiteren Ausführungsbei
spiel der Erfindung in Draufsicht,
Fig. 14 einen Formling nach einem weiteren Ausführungsbei
spiel der Erfindung in Draufsicht,
Fig. 15 eine schematisierte Darstellung einer Gesamtanlage
zur Herstellung von Formlingen,
Fig. 16 eine schematisierte Darstellung einer Vorrichtung
zur Herstellung von Formlingen nach einem zweiten
Ausführungsbeispiel der Erfindung, und
Fig. 17 ein vergrößertes Detail aus der Vorrichtung gemäß
Fig. 16.
Die in der Zeichnung gezeigten Vorrichtungen dienen dem Her
stellen von Formlingen, insbesondere Pflastersteinen oder
Platten aus Beton und/oder betonhaltigen Materialien, mit
innerhalb des Formlings geometrisch klar abgegrenzten Segmenten
mit mindestens zwei unterschiedlichen Farben.
Anhand der Fig. 1 bis 6 wird ein Verfahren und eine Vorrichtung
zur Herstellung einer Platte mit einem zweifarbigen Ornament
auf einer Oberfläche der Platte beschrieben:
Auf einem als Unterlage dienenden Brett 20 ist eine Form 21
positioniert, wobei Seitenwandungen 22, 23, 24 der Form 21
zusammen mit dem Brett 20 einen an der Oberseite vollständig
offenen Raum 25 einschließen. In den Raum 25 ist von der offe
nen Oberseite her ein Druckelement 26 aus mindestens zwei rela
tiv zueinander verstellbaren Druckkörpern 27, 28 hinein- und
herausbewegbar. Die Druckkörper 27 bzw. 28 des Druckelements 26
bestehen im Ausführungsbeispiel der Fig. 1 bis 6 aus mehreren
parallel zueinander verlaufenden Druckbalken 29 bzw. 30. Die
Druckbalken 29 bzw. 30 eines Druckkörpers 27 bzw. 28 sind beab
standet voneinander angeordnet. Zwischen zwei Druckbalken 29
des Druckkörpers 27 ragt ein Druckbalken 30 des Druckkörpers
28. Die Druckkörper 27, 28 des Druckelements 26 sind derart
relativ zueinander verstellbar, daß die Druckbalken 29 des
Druckkörpers 27 gegenüber den Druckbalken 30 des Druckkörpers
28 höhenverstellt werden können.
Zur Herstellung der Platte mit zweifarbigen Ornamenten auf
ihrer Oberfläche wird der im Anfangszeitpunkt (Zustand A) gemäß
Fig. 1 gezeigte, von der Form 21 und dem Brett 20 begrenzte
Raum 25 mit einem Material 31, insbesondere einem Unterbeton,
vollständig gefüllt.
Darauffolgend wird in die mit dem Material 31 gefüllte Form 21
das Druckelement 26 mit den zueinander höhenverstellten Druck
körpern 27, 28 unter gleichzeitigem Eintragen von Verdich
tungsenergie in das Material 31 hineinbewegt. Hierbei wird aus
dem Material 31 ein Grundkörper 32 vorgeformt (Zustand B gemäß
Fig. 2). Infolge der zueinander höhenverstellten Druckkörper
27, 28 bzw. Druckbalken 29, 30 des Druckelements 26 wird der
Grundkörper 32 derart vorgeformt, daß derselbe an seiner Ober
seite 33 Vertiefungen 34 und Vorsprünge 35 aufweist. Das Vor
formen des Grundkörpers 32 wird auch als Vorverdichten bzw.
Zwischentauchen bezeichnet.
Anschließend an das Vorformen des Grundkörpers 32 wird der
Druckkörper 28 des Druckelements 26 gegenüber dem Druckkörper
27 derart parallel verschoben, daß Unterseiten 36 bzw. 37 der
Druckbalken 29 bzw. 30 der Druckkörper 27 bzw. 28 des Druckele
ments 26 in einer Ebene auf Höhe einer Oberseite 38 der Vor
sprünge 35 liegen (Zustand C gemäß Fig. 3). Die Druckkörper 27,
28 bzw. Druckbalken 29, 30 des Druckelements 26 werden demnach
auf eine Ebene zurückgezogen.
Anschließend wird das gesamte Druckelement 26 aus der Form 21
herausbewegt (Zustand D gemäß Fig. 4). Hierbei bildet sich in
folge der Vorverdichtung des Materials 31 bzw. des Grundkörpers
32 in der Form 21 ein Hohlraum 39 aus, der sodann mit einem
Füllmaterial 40 anderer Farbe und ggf. anderer Beschaffenheit
und/oder Zusammensetzung aufgefüllt wird. Hierbei wird die
gesamte Oberseite 33 des Grundkörpers 32 mit dem Füllmaterial
40 bedeckt. Als Füllmaterial 40 wird ein andersfarbiger
Vorsatzbeton, eine andersfarbige Betonsuspension oder ein
andersfarbiger kunstharzgebundener Beton verwendet. Zusätzlich
zur Farbe kann das Füllmaterial 40 gegenüber dem Material 31
des Grundkörper 32 andere verschiedene Eigenschaften aufweisen.
Nach dem Auffüllen der Vertiefungen 34 mit dem Füllmaterial 40
wird das Druckelement 26 mit den auf eine Ebene zurückgezogenen
Druckkörpern 27, 28 zur vollständigen Verdichtung des herzu
stellenden Formlings in Richtung auf die Form 21 bewegt. Unter
gleichzeitigem Eintrag von Verdichtungsenergie wird hierbei das
Material 31 des Grundkörpers 32 sowie das Füllmaterial 40 zu
einem Rohling 41 fertigverdichtet (Zustand E gemäß Fig. 5).
Nach dem Fertigverdichten wird der so gebildete Rohling 41
entschalt sowie nachbearbeitet. Die Nachbearbeitung des Roh
lings 41 erfolgt insbesondere mit Hilfe einer Schleifeinrich
tung 42, die an einer Oberseite 43 des Rohlings 41 vorbeibewegt
wird (Zustand F gemäß Fig. 6). Alternativ kann die Nachbe
arbeitung des Rohlings 41 auch durch Fräsen oder Auswaschen er
folgen. In jedem Fall wird bei der Nachbearbeitung des Rohlings
41 von der Oberseite 43 desselben so viel Material entfernt,
daß auch die Oberseiten 38 der Vorsprünge 35 des Grundkörpers
32 freigelegt werden. Durch die Nachbearbeitung wird demnach
abwechselnd das Material 31 des Vorsprungs 35 sowie das
Füllmaterial 40 der aufgefüllten Vertiefungen 34 sichtbar, wo
bei gleichzeitig eine ebene Oberfläche der Platte entsteht. An
schließend hieran kann wahlweise eine Bearbeitung durch Strah
len, Stocken oder Schleifen vorgenommen werden.
Mit Hilfe des anhand der Fig. 1 bis 6 geschilderten Herstel
lungsverfahrens wird auch eine in den Fig. 7 und 8 dargestellte
Platte 44 hergestellt. Die Platte 44 besteht demnach aus dem
Grundkörper 32 mit den Vorsprüngen 35, dessen Vertiefungen 34
mit dem Füllmaterial 40 aufgefüllt sind. Infolge des Umstands,
daß die Druckkörper 27, 28 des Druckelements 26 aus parallel
verlaufenden Druckbalken 29, 30 bestehen, ist auf einer Ober
seite 45 der Platte 44 ein zweifarbiges Streifenmuster ent
standen. Es wechselt sich demnach das Material 31 mit dem
Füllmaterial 40 auf der Oberseite 45 der Platte 44 streifen
förmig ab. Hierbei können alle Möglichkeiten der Gestaltung
voll genutzt werden. So können z. B. Material 31 und Füll
material 40 unterschiedliche Farben durch Einfärben der jewei
ligen Materialien mit Pigmenten aufweisen. Des weiteren können
Material 31 und Füllmaterial 40 verschiedene Zuschlagkörnungen
aufweisen, die durch Fräsen, Schleifen oder Strahlen freigelegt
bzw. bearbeitet werden können und demnach eine entsprechende
Oberflächenstruktur ergeben.
Es ist selbstverständlich, daß mit Hilfe des zuvor beschriebe
nen Verfahrens bzw. der beschriebenen Vorrichtung je nach Aus
gestaltung des Druckelements 26 bzw. der Druckkörper 27, 28 auf
der Oberseite einer Platte oder eines Formlings beliebige
Muster bzw. Ornamente eingebracht werden können. So zeigt z. B.
Fig. 9 eine Platte 46, dessen Oberseite 47 ein punktförmiges
Ornament aufweist. Zu diesem Zweck weist ein Druckelement
runde, nämlich zylindrische, Druckkörper auf. Fig. 10 und 11
zeigen je eine Platte 48, 49, dessen Oberseiten 50, 51 recht
eckförmige Ornamente aufweisen. Bei der Platte 48 gemäß Fig. 10
verlaufen die Rechtecke des Ornaments der Oberseite 50 vertikal
und horizontal, bei der Platte 49 gemäß Fig. 11 hingegen
diagonal. Fig. 12, 13 und 14 zeigen weitere Platten 52, 53, 54,
deren Oberseiten 55, 56, 57 zweifarbig oder mehr als zweifarbig
ausgestaltete Ornamente aufweisen. Es ist selbstverständlich,
daß zur Erzielung dieser Ornamente das Druckelement 26 ent
sprechend ausgestaltet werden muß. Über die hier gezeigten Bei
spiele hinaus sind beliebige Ornamente an der Oberseite eines
Formlings denkbar.
Ausgehend vom oben beschriebenen Verfahren zum Herstellen von
Platten bzw. Formlingen mit zweifarbigen Ornamenten an ihrer
Oberseite soll im folgenden in Verbindung mit Fig. 15 bis 17
ein Verfahren zum Herstellen von Platten mit mehrfarbigen Orna
menten an ihrer Oberseite beschrieben werden.
Ein Druckelement 58 zum Vorformen bzw. Vorverdichten eines
Grundkörpers 59 besteht aus zwei zueinander höhenverstellbaren
Druckkörpern 60, 61. Die Druckkörper 60, 61 bestehen wiederum
in Analogie zur den Fig. 1 bis 6 aus Druckbalken 62, 63, können
aber auch beliebig anders ausgebildet sein. Bezüglich der
Höhenverstellbarkeit und Beabstandetheit der Druckbalken 62, 63
bzw. Druckkörper 60, 61 gelten die zu den Druckbalken 29, 30
bzw. Druckkörpern 27, 28 gemachten Ausführungen analog.
Den Druckbalken 63 des Druckkörpers 61 ist je mindestens eine
Bohrung 64 zugeordnet, in denen Zuführleitungen 65 geführt
sind. Die Bohrungen 64 bzw. Zuführleitungen 65 sind mit Hilfe
je eines Ventils 66 verschließbar. Des weiteren sind die Zu
führleitungen 65 vorzugsweise als flexible Schläuche ausge
bildet und an Vorratsbehälter 67 für Füllmaterial angeschlos
sen. Über zwischengeschaltete Pumpen 68 sind die Füllmateria
lien aus den Vorratsbehältern 67 entnehmbar und den Zuführ
leitungen 65 zuführbar.
Die Herstellung eines Formlings mit mehrfarbigen Ornamenten an
seiner Oberfläche erfolgt wie im einzelnen näher beschrieben:
Eine auf einem Brett 69 positionierte Form 70 wird mit einem
von einem Betonmischer 71 bereitgestellten Unterbeton gefüllt.
Dieser Unterbeton wird der Form 70 über einen Füllwagen 72 zu
geführt. Nach diesem Füllen der Form 70 wird der Unterbeton zum
Grundkörper 59 vorverdichtet. Hierbei werden in den Grundkörper
59 Vertiefungen 73 und Vorsprünge 74 eingebracht. Das
Herstellungsverfahren arbeitet diesbezüglich analog zu dem in
Verbindung mit Fig. 1 bis 3 detailliert beschriebenen Verfah
ren. Demnach werden die ursprünglich höhenverstellten Druck
körper 60, 61 des Druckelements 58 derart zurückgezogen, daß
Unterseiten 75, 76 der Druckbalken 62, 63 in einer Ebene mit
Oberseiten 77 der Vorsprünge 74 liegen. Darauffolgend werden
ausschließlich die Vertiefungen 73 über die Zuführleitungen 65
gesteuert über die Ventile 66 mit Füllmaterial gefüllt, das
über die Pumpen 68 den Vorratsbehältern 67 entnommen wird.
Hierbei kann jede Zuführleitung 65 mit einem gesonderten Vor
ratsbehälter 67 verbunden sein, der eine Betonsuspension ande
rer Farbe und/oder anderer Zusammensetzung enthält. Es ist je
doch auch denkbar, daß mehrere Zuführleitungen 65 an einem Vor
ratsbehälter 67 angeschlossen sind. Beim Fallen der Vertiefun
gen 73 werden die zur Bildung derselben dienenden Druckbalken
63 kontinuierlich hochgefahren, und zwar analog zur zunehmenden
Befüllung der Vertiefungen 73 mit Füllmaterial.
Anschließend an das Füllen der Vertiefungen 73 mit den Beton
suspensionen, wenn nämlich die Unterseiten 75, 76 aller Druck
balken 62, 63 etwa in einer Ebene liegen (Fig. 3), werden die
Ventile 66 geschlossen und das gesamte Druckelement 58 aus der
Form 70 herausbewegt. Ein Verdichten der in die Vertiefungen 73
eingefüllten Betonsuspension entfällt. Ebenso kann bei diesem
Verfahren eine Nachbearbeitung der Oberflächen der Platten,
beispielsweise durch Schleifen, entfallen. Vorzugsweise wird
aber nach dem Aushärten der Betonsuspension der Rohling durch
z. B. Fräsen, Schleifen oder Auswaschen nachbearbeitet. Eben
falls ist es denkbar, den so gebildeten Rohling im frischen Zu
stand auszuwaschen.
Das gesamte Verfahren kann natürlich auch dann durchgeführt
werden, wenn als Füllmaterial ein üblicher Vorsatzbeton verwen
det wird. Hierbei muß lediglich beachtet werden, daß Unterbeton
und Vorsatzbeton nacheinander nur mit Zwischenrüttelung einge
füllt werden dürfen. Darauffolgend muß ein Fertigverdichten mit
dem Druckelement erfolgt.
Bezugszeichenliste
20 Brett
21 Form
22 Seitenwandung
23 Seitenwandung
24 Weitenwandung
25 Raum
26 Druckelement
27 Druckkörper
28 Druckkörper
29 Druckbalken
30 Druckbalken
31 Material
32 Grundkörper
33 Oberseite
34 Vertiefungen
35 Vorsprünge
36 Unterseite
37 Unterseite
38 Oberseite
39 Hohlraum
40 Füllmaterial
41 Rohling
42 Schleifeinrichtung
43 Oberseite
44 Platte
45 Oberseite
46 Platte
47 Oberseite
48 Platte
49 Platte
50 Oberseite
51 Oberseite
52 Platte
53 Platte
54 Platte
55 Oberseiten
56 Oberseiten
57 Oberseiten
58 Druckelement
59 Grundkörper
60 Druckkörper
61 Druckkörper
62 Druckbalken
63 Druckbalken
64 Bohrung
65 Zuführleitung
66 Ventil
67 Vorratsbehälter
68 Pumpe
69 Brett
70 Form
71 Betonmischer
72 Füllwagen
73 Vertiefung
74 Vorsprung
75 Unterseite
76 Unterseite
77 Oberseite
21 Form
22 Seitenwandung
23 Seitenwandung
24 Weitenwandung
25 Raum
26 Druckelement
27 Druckkörper
28 Druckkörper
29 Druckbalken
30 Druckbalken
31 Material
32 Grundkörper
33 Oberseite
34 Vertiefungen
35 Vorsprünge
36 Unterseite
37 Unterseite
38 Oberseite
39 Hohlraum
40 Füllmaterial
41 Rohling
42 Schleifeinrichtung
43 Oberseite
44 Platte
45 Oberseite
46 Platte
47 Oberseite
48 Platte
49 Platte
50 Oberseite
51 Oberseite
52 Platte
53 Platte
54 Platte
55 Oberseiten
56 Oberseiten
57 Oberseiten
58 Druckelement
59 Grundkörper
60 Druckkörper
61 Druckkörper
62 Druckbalken
63 Druckbalken
64 Bohrung
65 Zuführleitung
66 Ventil
67 Vorratsbehälter
68 Pumpe
69 Brett
70 Form
71 Betonmischer
72 Füllwagen
73 Vertiefung
74 Vorsprung
75 Unterseite
76 Unterseite
77 Oberseite
Claims (22)
1. Verfahren zur Herstellung von Formlingen, insbesondere
Pflastersteinen oder Platten, dadurch gekennzeichnet, daß in
einer Form (21, 70) ein Grundkörper (32, 59) aus vorzugsweise
Beton derart vorgeformt wird, daß derselbe an mindestens einer
Seite Vertiefungen (34, 73) und/oder Vorsprünge (35, 74) auf
weist, und daß anschließend mindestens die Vertiefungen (34,
73) mit mindestens einem Füllmaterial anderer Beschaffenheit
und/oder Zusammensetzung ausgefüllt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Vertiefungen (34, 73) und/oder Vorsprünge (35, 74) auf
einer Oberseite (33) des Grundkörpers (32, 59) in denselben
eingebracht werden.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
hierzu ein Druckelement (26, 58) aus mindestens zwei relativ
verstellbaren Druckkörpern (27, 28; 60, 61) in die vorzugsweise
mit einem Unterbeton gefüllte Form (21, 70) hineinbewegt wird
und hierbei der Grundkörper (32, 59) vorgeformt wird.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß nach dem Vorformen des Grundkörpers
(32, 59) ein gegenüber einem ersten Druckkörper (27, 60)
parallel verschobener zweiter Druckkörper (28, 61) des
Druckelements (26, 58) derart relativ verstellt wird, daß
Unterkanten (36, 37; 75, 76) beider Druckkörper (27, 28; 60,
61) in einer Ebene auf Höhe einer Oberseite (38, 77) der Vor
sprünge (35, 74) liegen.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß
darauffolgend das gesamte Druckelement (26) aus der Form (21)
herausbewegt wird.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß ein beim Vorformen des Grundkörpers
(32) in der Form (21) gebildeter Hohlraum (39) mit einem
Füllmaterial (40) derart gefüllt wird, daß eine gesamte
Oberseite (33) des Grundkörpers (32) mit dem Füllmaterial (40)
bedeckt ist.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß als Füllmaterial andersfarbiger
Vorsatzbeton, Betonsuspension oder kunstharzgebundener Beton
verwendet wird.
8. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß der Grundkörper (32) mit den auf
gefüllten Vertiefungen (34) und/oder Vorsprüngen (35) darauf
folgend zu einem Rohling (41) fertigverdichtet wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß
hierzu das Druckelement (26) mit den in einer Ebene liegenden
Unterseiten (36, 37) der Druckkörper (27, 28) in die Form (21)
hineinbewegt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet,
daß der Rohling (41) durch insbesondere Fräsen, Schleifen
und/oder Auswaschen derart nachbearbeitet wird, daß Oberseiten
(38) der Vorsprünge (35) des Grundkörpers (32) freigelegt
werden.
11. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die Vertiefungen (73) derart mit
mehreren unterschiedlichen Füllmaterialien, insbesondere
Betonsuspensionen, gefüllt werden, daß mindestens eine Vertie
fung (73) ein gegenüber anderen Vertiefungen (73) anders
farbiges Füllmaterial aufweist, wobei jede Vertiefung (73) nur
mit einem Füllmaterial gefüllt wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß
hierzu die Füllmaterialien, insbesondere Betonsuspensionen, den
jeweiligen Vertiefungen (73) durch im ersten Druckkörper (63)
angeordnete, vorzugsweise über Ventile (66) verschließbare
Bohrungen (64) zugeführt werden.
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeich
net, daß anschließend das gesamte Druckelement (58) aus der
Form (70) herausbewegt wird.
14. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 11 bis
13, dadurch gekennzeichnet, daß ein derart gebildeter Rohling
durch Auswaschen oder dergleichen nachbearbeitet wird.
15. Vorrichtung zur Herstellung von Formlingen, insbesondere
zur Durchführung des Verfahrens nach einem oder mehreren der
Ansprüche 1 bis 14, gekennzeichnet durch ein Druckelement (58)
aus mindestens zwei relativ zueinander verstellbaren Druck
körpern (60, 61), wobei mindestens einem Druckkörper (61) min
destens ein Zufuhrmittel für Füllmaterial zugeordnet ist.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß
die Druckkörper (60, 61) zueinander höhenverstellbar aus
gebildet sind.
17. Vorrichtung nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Zuführleitungen (65) als flexible Schläuche
ausgebildet sind und an Vorratsbehälter (67) für Füllmaterial
angeschlossen sind.
18. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 15 bis
17, dadurch gekennzeichnet, daß die Zuführleitungen (65) mit
einem Ventil (66) verschließbar sind.
19. Formling, insbesondere Pflasterstein oder Platte aus Be
ton oder betonhaltigem Material, gekennzeichnet durch einen
Grundkörper (32, 59), der mindestens auf einer Seite Vertiefun
gen (34, 73) und/oder Vorsprünge (35, 74) aufweist, wobei die
Vertiefungen (34, 73) mit mindestens einem Füllmaterial anderer
Beschaffenheit und/oder Zusammensetzung gefüllt sind.
20. Formling nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß
die Oberseiten (38, 77) der Vorsprünge (35, 74) und des Füll
materials in einer Ebene liegen.
21. Formling nach Anspruch 19 oder 20, dadurch gekennzeich
net, daß der Grundkörper (32, 59) und das oder jedes Füllmate
rial andersfarbig ausgebildet sind.
22. Formling nach einem oder mehreren der Ansprüche 19 bis
21, dadurch gekennzeichnet, daß der Grundkörper (32, 59) aus
Unterbeton besteht und das oder jedes Füllmaterial als Vor
satzbeton, Betonsuspension und/oder kunstharzgebundener Beton
ausgebildet ist.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995122435 DE19522435A1 (de) | 1995-06-21 | 1995-06-21 | Formling sowie Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines Formlings |
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| DE1995122435 DE19522435A1 (de) | 1995-06-21 | 1995-06-21 | Formling sowie Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines Formlings |
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