DE19520115A1 - Verfahren zum Bestimmen der Rollage eines rollenden Flugobjektes - Google Patents
Verfahren zum Bestimmen der Rollage eines rollenden FlugobjektesInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bestimmen der
Rollage eines rollenden Flugobjektes, insbesondere zur
Lenkung eines/r ballistisch fliegenden Projektils/Rakete
mit Rollausgleich.
Bei ballistisch fliegenden Projektilen/Raketen aber auch
bei anderen Flugobjekten ist die Bestimmung der Rollage von
entscheidender Bedeutung, sofern eine nachträgliche Lenkung
dieser Flugobjekte während der Mission erfolgen soll.
Insbesondere gilt dies für die Lenkung von ballistisch
fliegenden Projektilen/Raketen, bei denen die Möglichkeit
einer Flugbahnkorrektur vorgesehen ist, wie beispielsweise
in der P 44 01 315.9 beschrieben wird.
Im vorliegenden Fall handelt es sich vorwiegend um
Flugobjekte, deren Drehbewegung um die Rollachse besonders
ausgeprägt ist. Die Drehbewegungen um die anderen
Körperachsen (Nick- und Gierbewegung) sind im Vergleich
dazu gering. Dabei wird vorausgesetzt, daß zumindest eine
Richtungsreferenz, wie die Richtung des Geschwindigkeits
vektors des Flugobjektes z. B. durch Messung bekannt ist.
Ferner werden Flugobjekte mit quasi stabiler, d. h., langsam
veränderlicher Rollfrequenz betrachtet, da nur für diese
Bewegungsart mit dem hier vorgestellten Verfahren eine
gesicherte Bestimmung der Rollage nicht nur zu einzelnen
Zeitpunkten möglich ist.
Bislang werden Rollagen mittels Lagereferenzkreisel oder
anderen Trägheitsreferenzsystemen ermittelt. Diese
Vorrichtungen bzw. Systeme sind mechanische/optronische
Präzisionsgeräte und daher entsprechend teuer.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein
Verfahren der oben genannten Art zu entwickeln, mittels
welchem eine relativ genaue Bestimmung der Rollage des
Flugobjektes erfolgt und welches einen nur geringen Aufwand
voraussetzt.
Zur Lösung dieser Aufgabe führt, daß eine Feldstärke des
Erdmagnetfeldes insbesondere ein Feldstärkevektor zur
Bestimmung der Rollage des Flugobjektes verwendet wird.
Dieses Verfahren soll zur Lenkung eines/r ballistisch
fliegenden Projektils/Rakete mit Rollausgleich eingesetzt
werden. Ein Feldstärkevektor des Erdmagnetfeldes wird als
Richtungsreferenz genutzt.
Ein Magnetfeldsensor mißt die Komponente des
Erdmagnetfeldes vorzugsweise in radialer Richtung zum/r
Projektil/Rakete. Dabei zeigt sich in Abhängigkeit der
Rollage ein alternierender, sinusartiger Verlauf einer
gemessenen Intensität, dessen Minima und Maxima anzeigen,
daß die Meßrichtung dem Verlauf des Erdmagnetfeldes am
nächsten ist. Aus dem zeitlichen Abstand der Maxima/Minima
wird die Rollfrequenz bestimmt.
Der Ort des Magnetfeldsensors ist zugleich Bezugspunkt für
die Rollage.
Die Rollachse des folgsamen Flugobjektes wird durch den
Geschwindigkeitsvektor angenähert. Die Richtung des
Geschwindigkeitsvektors ist bekannt, da er entweder als
Sollverlauf noch während der Missionsplanung festgelegt und
in einem Auswerterechner gespeichert oder während des
Fluges z. B. mit NAVSTAR-GPS gemessen wird.
Eine weitere Möglichkeit der Referenzierung für die Rollage
ergibt sich aus der Vermessung des/r fliegenden
Projektils/Rakete durch Radar oder Laser. Da die
Bestrahlung des/r Projektils/Rakete aus einer bekannten und
festlegbaren Richtung geschieht, kann damit die Richtung
des Erdmagnetfeldes der Rollage des/r Projektils/Rakete
zugeordnet werden. Auf die Richtung des Geschwindigkeits
vektors kann in diesem Fall verzichtet werden.
Die Orientierung des Feldstärkevektors ist in einem vorab
definierten Bezugssystem bekannt und in einem
Auswerterechner gespeichert.
Aus der Orientierung von Richtungsreferenz (z. B. Geschwin
digkeitsvektor) und Feldstärkevektor läßt sich die Rollage
des/r Projektils/Rakete für die Zeitpunkte der maximalen
bzw. minimalen Intensität berechnen. Zwischen diesen
Zeitpunkten wird die Rollage mit der ermittelten
Rollfrequenz vorausbestimmt. Durch Berücksichtigung der
Systemtotzeit, d. h., der für die Auswertung erforderliche
Zeit, wird die Genauigkeit der Rollagebestimmung zusätzlich
gesteigert.
Im Rahmen der Erfindung liegt selbstverständlich auch, daß
mehrere Magnetfeldsensoren verwendet werden, wodurch eine
genauere Bestimmung der Rollage möglich wird.
Der Fall, daß die Flugbahn des/r Projektils/Rakete auf
einer Feldlinie des Erdmagnetfeldes liegt, kann
insbesondere bei ballistisch fliegenden Flugkörpern als
singulärer Ausnahmefall gesehen werden. In diesem
Ausnahmefall ist eine Bestimmung der Rollage mit diesem
Verfahren nicht möglich, da trotz Rollbewegung keine
Feldstärkeänderungen quer zur Flugbahn auftreten. Dieser
Ausnahmefall kann durch eine entsprechende Missionsplanung
vermieden werden. Tritt er dennoch ein, so wird er vom
Verfahren automatisch erkannt.
Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung
ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter
Ausführungsbeispiele sowie anhand der Zeichnung; diese
zeigt in
Fig. 1 eine schematische Darstellung der Beziehung
zwischen einem Flugkörper und dem Erdmagnetfeld;
Fig. 2 eine diagrammartige Darstellung des
erfindungsgemäßen Verfahrens zum Bestimmen der Rollage
eines Flugobjektes.
Gemäß Fig. 1 ist schematisch ein Flugobjekt 1 mit einem
Magnetfeldsensor 2 und einer Meßachse 3 dargestellt. Dieses
Flugobjekt hat einen Geschwindigkeitsvektor 4 und eine
Rollachse 5. Der Pfeil w stellt den Rollwinkel des
Flugobjektes 1 gegenüber einer vertikalen Referenzachse
(VRA) 6 dar. Strichpunktiert ist eine Feldlinie 7 des
Erdmagnetfeldes mit einem Feldstärkevektor 8 eingezeichnet.
Anhand des Feldstärkevektors 8 erfolgt die Bestimmung der
Rollage des Flugobjektes 1, wobei der
Geschwindigkeitsvektor 4 des Flugobjektes bekannt ist.
Die Funktionsweise der vorliegenden Verfahrens ist
folgende:
Infolge der Rollbewegung des Flugobjektes 1 sensiert der Magnetfeldsensor 2 bezüglich seiner Meßachse 3 einen alternierenden, sinusartigen Verlauf der Intensität des Magnetfeldes. Dieser Verlauf ist in Fig. 2 als Funktion über der Zeit t dargestellt.
Infolge der Rollbewegung des Flugobjektes 1 sensiert der Magnetfeldsensor 2 bezüglich seiner Meßachse 3 einen alternierenden, sinusartigen Verlauf der Intensität des Magnetfeldes. Dieser Verlauf ist in Fig. 2 als Funktion über der Zeit t dargestellt.
Entscheidend für die Auswertung ist allein der qualitative
Verlauf eines Meßsignals 9 mit seinen ausgeprägten Maxima
und Minima, sowie den zu diesem Maxima/Minima gehörenden
Zeitpunkten 10.
Ein zeitlicher Abstand Tp zweier Maxima bzw. zweier Minima
ist die Dauer für eine Rollumdrehung des/r
Projektils/Rakete. Daraus wird die Rollfrequenz bestimmt.
Die Geschwindigkeit des Flugobjektes 1 wird unabhängig von
dem vorliegenden Verfahren bestimmt. Dies geschieht
beispielsweise über NAVSTAR-GPS (Global Positioning
System), mit dessen Hilfe Positionswerte des/r
Projektils/Rakete und auch Geschwindigkeit ermittelt
werden.
Neben Position und Geschwindigkeit des Flugobjektes 1 ist
auch die Richtung der VRA 6 in einem vorher definierten
Bezugssystem bekannt. Das Verfahren nutzt den
Geschwindigkeitsvektor 4 als Näherung für die Rollachse 5
des Flugobjektes 1.
Rollachse 5, VRA 6 und Feldstärkevektor 8 lassen die
Bestimmung der Rollage eines Referenzpunktes, bspw. Ort des
Magnetfeldsensors 2, zum Zeitpunkt, in dem die Meßachse 3
mit der Feldlinie 7 maximal übereinstimmt, zu. Zwischen
diesen Zeitpunkten wird der Rollwinkel w vorausberechnet
und zwar aus Rollfrequenz und Zeitspanne nach der letzten
Referenzmessung.
Claims (9)
1. Verfahren zum Bestimmen der Rollage eines rollenden
Flugobjektes, insbesondere zur Lenkung eines/r ballistisch
fliegenden Projektils/Rakete mit Rollausgleich,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Feldstärke des Erdmagnetfeldes insbesondere ein
Feldstärkevektor zur Bestimmung der Rollage des
Flugobjektes verwendet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Feldstärkevektor als Richtungsreferenz benutzt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß wenigstens ein Magnetfeldsensor des
Flugobjektes an zumindest einem bestimmten Ort an dem
Flugobjekt die Feldstärke des Erdmagnetfeldes und damit den
Feldstärkevektor ermittelt.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
der Ort des Magnetfeldsensors als Bezugspunkt zur
Ermittlung der Rollage verwendet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, dadurch
gekennzeichnet, daß, bedingt durch die Drehung des
Flugobjektes um seine Rollachse, abhängig von seiner
Rollage durch den Magnetfeldsensor alternierende Inten
sitäten eines Meßsignals als Minima und Maxima über die
Zeit und damit über einen Rollwinkel ermittelt werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 5 dadurch
gekennzeichnet, daß die Feldstärke und damit der
Feldstärkevektor von dem Magnetfeldsensor radial zur
Rollachse des Flugobjektes ermittelt wird.
7. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß der Geschwindigkeitsvektor
des/r Projektils/Rakete gemessen und als Referenz für die
Rollagebestimmung verwendet wird.
8. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß der Geschwindigkeitsvektor
des/r Projektils/Rakete als Funktion oder in Form einer
Tabelle im Auswerterechner gespeichert, zeitrichtig
berechnet und als Referenz für die Rollagebestimmung
verwendet wird.
9. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß das Flugobjekt durch Radar
und/oder aus einer bekannten und festlegbaren Richtung
bestrahlt wird, und damit die Richtung des Erdmagnetfeldes
der Rollage des/r Projektils/Rakete zugeordnet wird.
Priority Applications (5)
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Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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Publications (1)
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Family Applications (2)
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Family Applications After (1)
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