DE19519695C1 - Ventil für Kraftfahrzeug-Bremsanlagen, insbesondere Betriebsbremsventil oder Anhängersteuerventil - Google Patents
Ventil für Kraftfahrzeug-Bremsanlagen, insbesondere Betriebsbremsventil oder AnhängersteuerventilInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Ventil für Kraftfahrzeug-
Bremsanlagen, insbesondere Betriebsbremsventil oder Anhänger
steuerventil, mit einem in einer zylindrischen Bohrung in einem
Gehäuse verschiebbar geführten Kolben, dem mindestens eine
Dichtung in Form eines O-Rings zugeordnet ist, die eine steuer
druckseitige Wirkfläche oder eine abströmseitige Wiegefläche
begrenzt. Das Ventil kann grundsätzlich als Relaisventil einer
seits oder auch als Ventil durchsteuernder Bauart ausgebildet
sein. Die Erfindung ist bei einer Vielzahl von Ventilen insbe
sondere in Verbindung mit Kraftfahrzeug-Bremsanlagen, aber auch
beispielsweise bei Steuerungsanlagen einsetzbar, und zwar immer
dann, wenn es darauf ankommt, steuerdruckseitige Wirkflächen
und/oder abströmseitige Wiegeflächen ohne große Umrüstarbeiten
und mit minimalem Aufwand zu verändern. Die Erfindung kann ohne
weiteres bei einem Ventil auch in mehrfacher Weise Anwendung
finden, also beispielsweise steuerdruckseitig und abströmseitig.
Ein Ventil der eingangs beschriebenen Art ist aus der DE 25 48
973 B1 bekannt. Diese Druckschrift zeigt und beschreibt eine Zwei
kreisbremsanlage mit lastabhängiger Regelung für Kraftfahrzeuge
und einem Betriebsbremsventil als wesentlichen Bestandteil der
Zweikreisbremsanlage. Der pneumatische Teil des Betriebsbrems
ventils besitzt einen als Relaiskolben ausgebildeten Kolben, der
mit einem im Gehäuse federnd aufgehängten Doppelventilkörper
nach Relaisart zusammenwirkt. Der Kolben besitzt anströmseitig
zwei Wirkflächen. Die innere Wirkfläche wird von dem ausge
steuerten Bremsdruck des ersten Bremskreises beaufschlagt. Die
zweite anströmseitige Wirkfläche in Form einer Kreisringfläche
wird durch den über einen automatisch lastabhängigen Bremskraft
regler modulierten ausgesteuerten Bremsdruck des ersten Brems
kreises beaufschlagt. Dieser modulierte Bremsdruck ist gleich
oder kleiner als der ausgesteuerte Bremsdruck des ersten Brems
kreises. Der Kolben ist auch wiegekammerseitig unterteilt,
jedoch besitzt er im Anschluß an die abströmseitige Wiegekammer
nur eine einzige, in ihrer Größe nicht veränderbare Wiegefläche.
Anströmseitig ist ein Einsatz und ein Distanzring vorgesehen,
die die Dichtung des Kolbens umgeben. Der Einsatz wird gehäuse
fest eingebaut. Er besitzt auf seiner dem Distanzring zugekehr
ten inneren Oberfläche eine Nut, in der eine Dichtung ortsfest
gelagert ist. Der Innendurchmesser dieser Dichtung und damit der
Außendurchmesser des Distanzrings legen eine zylindrische Trenn
ebene fest, die zwischen Distanzring und Einsatz gebildet ist.
Die Einheit aus Distanzring und Einsatz ist unter Beibehaltung
des Kolbens gegen eine andere Einheit aus Distanzring und Ein
satz austauschbar, bei denen die Trennebene auf einem abweichen
den Radius vorgesehen ist. So kann über den Austausch dieser
Einheit Einfluß auf die Größe der anströmseitigen Wirkflächen
genommen werden, wobei das Gehäuse des Ventils und die übrigen
Teile einschließlich des Kolbens beibehalten bleiben. Es muß
also lediglich die Einheit aus Distanzring und Einsatz neu
gefertigt und dann ausgetauscht werden. Wenn auf die beiden
anströmseitigen Wirkflächen gleichzeitig gleich große Steuer
drücke einwirken, läßt sich zwar durch den Austausch der Einheit
aus Distanzring und Einsatz das Verhältnis der anströmseitigen
Wirkflächen zueinander verändern, jedoch nicht die auf den
Steuerkolben anströmseitig einwirkende resultierende Kraft, die
zum Öffnen des Doppelventilkörpers einwirkt.
Aus der DE 30 32 097 A1 ist ein Anhängerbremsventil bekannt,
welches über die Bremsleitung zum Anhänger ansteuerbar ist.
Dieses Anhängerbremsventil ist zweikreisig aussteuernd ausge
bildet. Der dem zweiten Aussteuerkreis zugeordnete Kolben ist
als Stufenkolben ausgebildet und besitzt anströmseitig zwei
voneinander getrennte Wirkflächen. Der Kolben ist von einem
Einsatz umgeben, der eine Lauffläche für eine Dichtung des
Kolbens bildet. Auch hier ist der Einsatz ortsfest im Gehäuse
gelagert. Die Einheit aus Kolben und Einsatz ist im Gehäuse des
Anhängerbremsventils austauschbar vorgesehen, um durch die
Änderung des Durchmessers der Lauffläche am Einsatz ein anderes
Kräfteverhältnis zwischen den Bremskreisen wählen zu können. Der
Herstellungs- und Austauschaufwand ist hier jedoch bereits
vergrößert, weil u. a. der gesamte Kolben ausgetauscht werden
muß. Vorteilhaft kann allerdings das Kräfteverhältnis bzw. das
Flächenverhältnis in einem vergleichsweise größeren Bereich
geändert werden.
Aus der DE 28 25 559 C2 ist ein Zweikreis-Bremsventil bekannt,
dessen dem zweiten Kreis zugeordneter Steuerkolben anströmseitig
als gestufter Kolben ausgebildet ist und eine Mehrzahl von Nuten
auf unterschiedlichen Durchmessern zur wahlweisen Aufnahme von
mehreren Dichtungen trägt. Die Nuten werden wahlweise mit Dich
tungen belegt, wobei andere Nuten frei von Dichtungen bleiben.
Auf diese Weise ist es möglich, das Flächenverhältnis der
anströmseitigen beiden Wirkflächen zueinander zu verändern, was
nur dann Sinn macht, wenn auf den beiden jeweils gebildeten
anströmseitigen Wirkflächen unterschiedliche Steuerdrücke zur
Einwirkung gelangen, insbesondere der erste ausgesteuerte
Bremsdruck des ersten Bremskreises auf der einen Wirkfläche und
der modulierte ausgesteuerte Bremsdruck des ersten Bremskreises
auf der zweiten Wirkfläche. Eine einzelne anströmseitige Wirk
fläche kann für sich allein, also ohne zwangsläufige Veränderung
der Größe der zweiten anströmseitigen Wirkfläche, nicht verän
dert werden. Weiterhin ist nachteilig, daß der gestufte Kolben
eine relativ große Bauhöhe erfordert, die die Gesamtbauhöhe des
Bremsventils vergrößert. Vorteilhaft aber ist, daß nur Dichtun
gen ausgetauscht werden müssen, wenn das anströmseitige Flächen
verhältnis geändert werden soll. Dieser Aufwand ist gering.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Ventil der
eingangs beschriebenen Art derart weiterzubilden, daß eine
steuerdruckseitige Wirkfläche oder eine abströmseitige Wiege
fläche mit geringem Umrüstaufwand hinsichtlich der Größe der
Fläche veränderbar ist.
Erfindungsgemäß wird dies bei einem Ventil der eingangs
beschriebenen Art dadurch erreicht, daß der Dichtung bzw. den
Dichtungen zwei wahlweise nutzbare Laufflächen zugeordnet sind,
wobei die eine Lauffläche mit dem Innendurchmesser eines O-Rings
oder die andere Lauffläche mit dem Außendurchmesser eines
O-Rings zusammenarbeitet, daß ein Stützring vorgesehen ist, der im
wesentlichen die Breite des O-Rings bzw. der O-Ringe überbrückt,
und daß Abstützmittel für die wahlweise Kupplung des Stützrings,
und damit der Dichtung oder der Dichtungen, am Kolben oder an
der zylindrischen Bohrung des Gehäuses vorgesehen sind.
Die Erfindung geht damit von dem Gedanken aus, mehrere wahlweise
nutzbare Durchmesser in Verbindung mit Laufflächen für die
Realisierung der unterschiedlichen großen Wirkflächen heranzu
ziehen. Die besondere Bedeutung liegt in der geringen Umrüst
arbeit. Es muß in der Regel nur ein einziger Sicherungsring
eingesetzt oder entfernt werden. Dies gilt jedenfalls dann, wenn
die Druckverhältnisse vor und hinter der Dichtung eindeutig
festgelegt sind, dergestalt, daß der höhere Druck immer an
gleicher Stelle in der betreffenden Steuerkammer auftritt. Wenn
mit unterschiedlich hohen, auch wechselnden Drücken gerechnet
werden muß, ist es sinnvoll, die gleichen Verhältnisse bezüglich
der beiden möglichen Wirkrichtungen zu wählen. In diesem Falle
müssen in der Regel zwei Sicherungsringe eingesetzt bzw. ausge
tauscht werden, um die Wirkflächenveränderung herbeizuführen.
Der Stützring ist auf jeden Fall ein bewegliches Teil, welches
durch den Sicherungsring ortsfest am Gehäuse festgelegt oder
aber beweglich mit dem Kolben freigegeben wird. Statt eines
Sicherungsrings kann dann auch eine Stufe am Kolben als
Abstützmittel Verwendung finden. Die Erfindung läßt sich an
Ventilen beliebiger Art, und zwar sowohl bei Ventilen nach
Relaisbauart wie auch in durchsteuernder Bauart einsetzen. Oft
ist es möglich, die Erfindung an einem Ventil nicht nur einmal,
sondern auch mehrmals zu verwirklichen, um damit die Anzahl der
möglichen Wirkflächen noch zu erhöhen.
Gewisse Bedeutung kommt dem Merkmal zu, daß der Stützring und
die Abstützmittel auf der Seite der Dichtung vorgesehen sein
müssen, auf der der vergleichsweise niedrigere Druck herrscht.
Damit werden eindeutige Verhältnisse an der Dichtung und somit
auch hinsichtlich des bestimmenden Durchmessers für die Wirk
fläche geschaffen.
Die Abstützmittel können aus einer Stufe am Kolben oder an der
zylindrischen Bohrung des Gehäuses oder auch aus Sicherungs
ringen bestehen, die mit dem Kolben oder dem Gehäuse verbindbar
sind. Für viele Anwendungsfälle reicht es aus, wenn bezüglich
einer Steuerkammer wahlweise zwei unterschiedlich große
Wirkflächen verwirklicht werden können. In einer besonderen
Ausführungsform ist es jedoch möglich, die Anzahl der möglichen
unterschiedlich großen Wirkflächen noch zu vergrößern und drei
nutzbare Wirkflächen zu schaffen, die mit geringem Umrüstaufwand
wahlweise nutzbar sind. Dies ist dann der Fall, wenn für den mit
einer Dichtung in Form eines O-Rings versehenen Kolben ein im
wesentlichen zylindrischer Distanzring vorgesehen ist, der eine
erste Lauffläche für die Dichtung des Kolbens bildet, wobei der
Distanzring von einer zweiten Dichtung in Form eines O-Rings und
einem Stützring umgeben ist. Dabei sind Abstützmittel für die
wahlweise Freigabe oder Verbindung des Stützrings alleine oder
des Stützrings und des Distanzrings gemeinsam am Kolben oder an
der zylindrischen Bohrung des Gehäuses vorgesehen. Sicherlich
erhöht sich durch die Verwendung des Distanzrings die Anzahl der
Teile. Der Distanzring stellt jedoch ein Teil dar, welches
selbst im Ventil nicht ausgetauscht wird, sondern dort ver
bleibt. Auch hier wird nur der Sicherungsring bzw. zwei unter
schiedlich bemessene Sicherungsringe gegeneinander ausgetauscht.
So können die Abstützmittel aus zwei wahlweise in eine Nut im
Gehäuse einsetzbaren Sicherungsringen bestehen, die einen
gemeinsamen Außendurchmesser aufweisen und sich lediglich im
Innendurchmesser unterscheiden.
Die Dichtung des Kolbens kann auch auf beiden Seiten von je
einem Stützring eingeschlossen sein, wobei dann je zwei Siche
rungsringe für die wahlweise Festlegung der Dichtung am Kolben
oder am Gehäuse vorgesehen sind. Eine andere Möglichkeit besteht
darin, einen gemeinsamen Stützring vorzusehen und diesem zwei
zugeordnete Dichtungen zuzuordnen, wobei dann immer nur der
Innendurchmesser der einen Dichtung und der Außendurchmesser der
anderen Dichtung jeweils mit einer Lauffläche zusammenarbeiten.
Die Erfindung wird anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele
weiter beschrieben und erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 die für die Erfindung prinzipiell wichtigen Teile
eines ersten Ausführungsbeispiels mit vergleichsweise
kleiner Wirkfläche,
Fig. 2 das Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1, jedoch umge
rüstet auf eine vergleichsweise größere Wirkfläche,
Fig. 3 ein weiteres Ausführungsbeispiel mit vergleichsweise
größerer Wirkfläche,
Fig. 4 das Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 3, umgerüstet auf
eine kleinere Wirkfläche,
Fig. 5 ein weiteres Ausführungsbeispiel mit vergleichsweise
größerer Wirkfläche,
Fig. 6 das Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 5, umgerüstet auf
eine kleinere Wirkfläche,
Fig. 7 ein weiteres Ausführungsbeispiel mit vergleichsweise
größerer Wirkfläche,
Fig. 8 das Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 7, umgerüstet auf
eine kleinere Wirkfläche,
Fig. 9 einen Schnitt durch ein Betriebsbremsventil mit
Anwendung der Erfindung auf der Anströmseite des
Kolbens,
Fig. 10 einen Druckuntersetzer oder auch ein zweikreisig
ansteuerbares Relaisventil mit Anwendung einer
besonderen Ausführungsform der Erfindung mit einer
mittelgroßen anströmseitigen Wirkfläche,
Fig. 11 das Ventil gemäß Fig. 10, umgerüstet auf eine
vergleichsweise vergrößerte anströmseitige Wirkfläche,
Fig. 12 das Ventil gemäß Fig. 10, umgerüstet auf eine
vergleichsweise kleinere anströmseitige Wirkfläche,
Fig. 13 ein Ventil ähnlich demjenigen in Fig. 10, jedoch mit
anströmseitiger und abströmseitiger Anwendung der
Erfindung und
Fig. 14 das Ventil gemäß Fig. 13 mit anströmseitig und
abströmseitig geänderten Wirkflächen, also einem
geänderten Übersetzungsverhältnis.
Bei dem Ausführungsbeispiel der Fig. 1 und 2 ist ein Kolben
1 in einem Gehäuse 2 eines Ventiles in der üblichen Art und
Weise verschiebbar geführt. Kolben 1 und Gehäuse 2 sind rota
tionssymmetrisch zu einer gemeinsamen Mittellinie 3 ausgebildet.
Dem Kolben 1 bzw. dem Gehäuse 2 ist eine Dichtung 4 in Form
eines O-Rings zugeordnet. Weiterhin ist ein Stützring 5 vorge
sehen, der im wesentlichen die Breite der Dichtung 4 überbrückt.
Im Gehäuse 2 ist eine Nut 6 vorgesehen, in die gemäß Fig. 1 ein
Sicherungsring 7 eingesetzt ist, der zur Umrüstung herausnehmbar
ist (Fig. 2). Auch die Dichtung 4, der Stützring 5, die Nut 6
und der Sicherungsring 7 sind rotationssymmetrisch zu der
Mittellinie 3 ausgebildet und angeordnet. Zwischen dem Kolben 1
und dem Gehäuse 2 ist eine erste Steuerkammer 8 und eine zweite
Steuerkammer 9 gebildet. Die erste Steuerkammer 8 begrenzt eine
kreisförmige Wirkfläche. Die Steuerkammer 9 begrenzt eine
kreisringförmige Wirkfläche. Der Kolben 1 weist eine Stufe 10
auf, die als Abstützung für den Stützring 5 dient, wenn der
Sicherungsring 7 nicht in die Nut 6 eingesetzt ist (Fig. 2).
Zur Vereinfachung der Erläuterung der Wirkungsweise sei zunächst
angenommen, daß in der ersten Steuerkammer 8 bei entsprechender
Einsteuerung ein pneumatischer Steuerdruck wirksam wird, der
größer als der Atmosphärendruck ist. Die Steuerkammer 9 möge mit
der Atmosphäre verbunden sein. Wenn der Sicherungsring 7 in die
Nut 6 eingesetzt ist, wie dies Fig. 1 zeigt, wird eine ver
gleichsweise kleine Wirkfläche auf seiten der Steuerkammer 8
genutzt, die durch den Durchmesser 11 entsprechend dem
Innendurchmesser der Dichtung 4 begrenzt ist. Die Einheit aus
Dichtung 4, Stützring 5 und Sicherungsring 7 ist damit gleichsam
auf der Seite des Gehäuses 2 festgelegt, so daß die Lauffläche
12 des Kolbens 1 mit dem Innendurchmesser der Dichtung 4
zusammenarbeitet. Soll der Kolben 1 bezüglich der Steuerkammer
8 auf eine vergleichsweise größere Wirkfläche umgerüstet werden,
so ist es lediglich erforderlich, den Sicherungsring 7 aus der
Nut 6 zu entfernen bzw. das Ventil ohne Verwendung des Siche
rungsrings 7 zu montieren, wie dies Fig. 2 zeigt. In diesem
Falle wird die der Steuerkammer 8 zugeordnete Wirkfläche des
Kolbens 1 von dem Durchmesser 13 festgelegt bzw. bestimmt, und
die Lauffläche 14 am Gehäuse 2 arbeitet mit dem Außendurchmesser
der Dichtung 4 zusammen. Hinsichtlich der Steuerkammer 8 wird
also ohne Sicherungsring 7 (Fig. 2) eine größere Wirkfläche an
dem Kolben 1 verwirklicht als bei eingesetztem Sicherungsring 7
(Fig. 1) mit der vergleichsweise kleineren Wirkfläche.
Die gleichen Verhältnisse ergeben sich dann, wenn in der Steuer
kammer 9 ein zweiter Steuerdruck eingesteuert wird und dieser
Steuerdruck höher als der atmosphärische Druck, jedoch kleiner
oder allenfalls gleich dem Steuerdruck in der ersten Steuer
kammer 8 ist. Es versteht sich, daß die beiden anströmseitig am
Kolben 1 verwirklichten Steuerdrücke in den Steuerkammern 8 und
9 immer gleichzeitig oder im wesentlichen gleichzeitig auftreten
bzw. eingesteuert werden, wie dies bei einem zweikreisig
ansteuerbaren Ventil üblicherweise der Fall ist. Es können also
auch in diesem Anwendungsfall wahlweise zwei unterschiedlich
große Wirkflächen entsprechend den Durchmessern 11 oder 13
hinsichtlich der Steuerkammer 8 genutzt werden.
Lediglich für den weiteren Anwendungsfall, bei welchem in der
zweiten Steuerkammer 9 ein höherer Steuerdruck als in der ersten
Steuerkammer 8 auftreten möge, ergibt sich eine andere Wirkungs
weise, die aber im speziellen Anwendungsfall durchaus nicht als
nachteilig betrachtet werden muß. Wenn zunächst der Sicherungs
ring 7 eingesetzt ist, wie dies Fig. 1 zeigt, ist die Dichtung
4 auf seiten des Gehäuses 2 festgelegt, und die Wirkfläche des
Kolbens 1 bezüglich der Steuerkammer 8 wird durch den Durch
messer 11 bestimmt. Auch ein vergleichsweise höherer auftreten
der Steuerdruck in der zweiten Steuerkammer 9 kann hieran nichts
ändern. Ist jedoch die Umrüstung gemäß Fig. 2 erfolgt, also der
Sicherungsring 7 aus der Nut 6 entfernt, so wird die der
Steuerkammer 8 zugeordnete Wirkfläche durch den Durchmesser 13
bestimmt, soweit und solange in der zweiten Steuerkammer 9 kein
höherer Steuerdruck als in der Steuerkammer 8 auftritt. Tritt
aber dieser höhere Steuerdruck in der zweiten Steuerkammer 9 zu
dem vergleichsweise einwirkenden niedrigeren Steuerdruck in der
Steuerkammer 8 hinzu, dann erfolgt plötzlich eine Umschaltung
der anströmseitigen Wirkfläche der Steuerkammer 8 von dem
Durchmesser 13 auf den Durchmesser 11. Die Dichtung 4 wird sich
an eine Stufe 15 am Gehäuse 2 anlegen. Verschwindet der höhere
Steuerdruck in der zweiten Steuerkammer 9 und wirkt der Steuer
druck in der Steuerkammer 8 weiterhin ein, so erfolgt hinsicht
lich der der Steuerkammer 8 zugeordneten Wirkfläche wiederum
eine Umschaltung auf den vergleichsweise größeren Durchmesser
13.
In den Fig. 3 und 4 ist eine zweite Ausführungsform darge
stellt, bei der sich der Kolben 1 relativ zu dem Gehäuse 2 in
der gleichen Relativlage befindet, wie bei dem Ausführungsbei
spiel der Fig. 1 und 2. Der Stützring 5 und die Abstützmittel
sind hier jedoch - relativ zur Dichtung 4 - auf der anderen
Seite, also der ersten Steuerkammer 8 zugekehrt angeordnet. Das
Gehäuse 2 besitzt hier eine Nut 6, in die ein Sicherungsring 7
(Fig. 4) einsetzbar ist. Aber auch der Kolben 1 besitzt eine
Nut 16, in die wahlweise zu dem Sicherungsring 7 ein Sicherungs
ring 17 einsetzbar ist (Fig. 3).
Wenn die Montage bzw. Umrüstung so getroffen ist, wie dies Fig.
3 zeigt, also mit eingesetztem Sicherungsring 17 und entferntem
Sicherungsring 7, wird die Dichtung 4 gleichsam mit dem Kolben
1 verbunden, und der Wirkdurchmesser der Steuerkammer 8 bestimmt
sich gemäß dem Durchmesser 13 der Lauffläche 14. Dabei ist es
gleichgültig, in welchem Verhältnis die Steuerdrücke in den
Steuerkammern 8 und 9 zueinander stehen, ob der eine Steuerdruck
höher ist als der andere oder umgekehrt oder ob in der Steuer
kammer 9 der atmosphärische Druck wirkt.
Wenn das Ventil der Fig. 3 und 4 gemäß der Darstellung von
Fig. 4 umgerüstet ist, also der Sicherungsring 7 in die Nut 6
eingesetzt ist, während der Sicherungsring 17 aus der Nut 16
entfernt ist, richtet sich die Wirkungsweise danach, in welchem
Verhältnis die Drücke in den Steuerkammern 8 und 9 zueinander
stehen. Ist der Druck in der Steuerkammer 9 höher als in der
Steuerkammer 8, dann besitzt der Kolben 1 hinsichtlich seiner
Steuerkammer 8 eine Wirkfläche, die sich aus dem kleineren
Durchmesser 11 und der Lauffläche 12 bestimmt. Gleichzeitig wird
die der Steuerkammer 9 zugeordnete anströmseitige Wirkfläche an
dem Kolben 1 durch Verkleinerung des wirksamen Durchmessers der
Dichtung 4 vergrößert.
Bei der Ausführungsform der Fig. 5 und 6 ist auf beiden
Seiten der Dichtung 4 - in Richtung der Mittellinie 3 gesehen -
zunächst einmal der Stützring 5 auf der einen Seite und ein
weiterer Stützring 18 auf der anderen Seite angeordnet, so daß
die Dichtung 4 zwischen den beiden Stützringen 5 und 18 festge
legt ist. Das Gehäuse 2 besitzt die Nut 6 zur Aufnahme des
Sicherungsrings 7. Gegenüberliegend besitzt der Kolben 1 eine
Nut 16 zur wahlweisen Aufnahme eines Sicherungsrings 17. Auch
bezüglich des Stützrings 18 besitzt das Gehäuse 2 eine Nut 19
zur wahlweisen Aufnahme eines Sicherungsrings 20. Gegenüberlie
gend besitzt der Kolben 1 eine Nut 21 zur wahlweisen Aufnahme
eines Sicherungsrings 22. Wie ein Vergleich der Fig. 5 und 6
zeigt, werden entweder die beiden Sicherungsringe 17 und 22 oder
aber die beiden Sicherungsringe 7 und 20 montiert. Bei Montage
der Sicherungsringe 17 und 22 (Fig. 5) wird die Dichtung 4
gleichsam am Kolben 1 festgelegt, und bezüglich der Steuerkammer
8 ergibt sich eine vergleichsweise große Wirkfläche gemäß dem
Durchmesser 13 der Lauffläche 14. Da die Dichtung 4 von den
Stützringen 5 und 18 zusammengepreßt gehalten wird, ist es
gleichgültig, ob bei Einsteuerung von Steuerdrücken in der
Steuerkammer 8 oder in der Steuerkammer 9 der jeweils höhere
Steuerdruck einwirkt. Wenn es sich bei dem Kolben 1 um einen
Stufenkolben handelt und sowohl die Steuerkammer 8 wie auch die
Steuerkammer 9 anströmseitig auf der gleichen Seite einwirkend
vorgesehen sind, ergeben sich freilich hinsichtlich der auf den
Kolben 1 ausgeübten Kraft unterschiedliche Ergebnisse.
Wenn die Umrüstung dagegen so erfolgt ist, wie dies Fig. 6
zeigt, nämlich mit montierten Sicherungsringen 7 und 20 und
entfernten Sicherungsringen 17 und 22, dann wird die Dichtung 4
gleichsam zwischen den Stützringen 5 und 18 eingeklemmt und auf
der Seite des Gehäuses 2 festgelegt. Die den Steuerkammern 8 und
9 zugeordneten Wirkflächen des Kolbens 1 bestimmen sich nach dem
Durchmesser 11 der Lauffläche 12.
Bei der Ausführungsform der Fig. 7 und 8 ist die Dichtung 4
gleichsam doppelt angeordnet oder in die Dichtungen 23 und 24
aufgeteilt vorgesehen. Es ist ein gemeinsamer Stützring 25 vor
gesehen, der beide Dichtungen 23 und 24 aufnimmt. Die Anordnung
der Nuten und der Stützringe ist ähnlich wie bei dem Ausfüh
rungsbeispiel der Fig. 5 und 6.
Wenn die Teile so montiert werden, wie dies Fig. 7 zeigt, also
mit eingesetzten Sicherungsringen 17 und 22 und entfernten
Sicherungsringen 7 und 20, wird der Stützring 25 gleichsam
Bestandteil des Kolbens 1, und die Dichtung 24 bestimmt mit
ihrem Außendurchmesser den Durchmesser 13 der Lauffläche 14, und
zwar sowohl hinsichtlich der Wirkfläche, die der Steuerkammer 8
zugeordnet ist, wie auch der Wirkfläche, die der Steuerkammer 9
zugeordnet ist.
Wird dagegen die Montage oder Umrüstung des Ventiles so durchge
führt, wie dies Fig. 8 zeigt, also mit eingesetzten Sicherungs
ringen 7 und 20 und entfernten Sicherungsringen 17 und 22, dann
wird der Stützring 25 mit den beiden Dichtungen 23 und 24
gleichsam auf der Seite des Gehäuses 2 festgesetzt, so daß der
Innendurchmesser der Dichtung 23 in Verbindung mit dem Kolben 1
wirksam wird und die Lauffläche 12 entsprechend dem Durchmesser
11 bestimmend wird. Dies gilt sowohl für die Wirkfläche des
Kolbens 1, die der Steuerkammer 8 zugeordnet ist, wie auch für
die Wirkfläche des Kolbens 1, die der Steuerkammer 9 zugeordnet
ist. Die Höhe der Steuerdrücke in den Steuerkammern 8 und 9 kann
in beliebigem Verhältnis zueinander stehen.
Die Fig. 9 zeigt die Anwendung der Erfindung in einer besonde
ren Ausführungsform bei einem zweikreisig wirkenden Betriebs
bremsventil. Der generelle Aufbau und die Wirkungsweise eines
solchen zweikreisig wirkenden Betriebsbremsventils ist dem
Fachmann an sich bekannt. Insoweit kann auch auf Fig. 3 der DE-
C-25 48 973 verwiesen werden. Der hier in dem Gehäuse 2 einge
setzte Kolben 1 besitzt anströmseitig zwei Wirkflächen, von
denen die innere vom ausgesteuerten Bremsdruck des ersten
Kreises beaufschlagbar ist. Die äußere Wirkfläche wird dagegen
über einen ALB-Regler modifizierten Bremsdruck des ausgesteuer
ten Druckes des ersten Kreises beaufschlagt. Der Steuerdruck in
der Steuerkammer 8 ist immer größer oder gleich groß wie der
Steuerdruck in der Steuerkammer 9. Der Kolben 1 besitzt nicht
nur die Dichtung 4, sondern diese umgebend einen Distanzring 26,
eine weitere Dichtung 27, einen zugehörigen Stützring 28 sowie
einen Sicherungsring 29, der in eine Nut 30 im Gehäuse einsetz
bar ist. Der Sicherungsring 29 besitzt radial gesehen eine ver
größerte Breite, so daß er zur ortsfesten Lagerung des Stütz
rings 28 mit der Dichtung 27 und des Distanzrings 26 geeignet
ist. Es kann ein zweiter Sicherungsring vorgesehen sein, der
einen vergleichsweise vergrößerten Innendurchmesser besitzt und
damit ähnlich ausgebildet ist, wie der entsprechende Sicherungs
ring bei dem Ausführungsbeispiel der Fig. 10, mit dem also
wahlweise nur der Stützring 28, nicht aber der Distanzring 26
festlegbar ist. Diese Möglichkeit wird jedoch in Verbindung mit
den Fig. 10 bis 12 beschrieben. Anhand von Fig. 9 soll nur
gezeigt werden, daß die der Steuerkammer 8 zugeordnete Wirk
fläche durch Verwendung des Sicherungsrings 29 relativ klein
bemessen ist. Sie wird durch den äußeren Durchmesser 31 der
Dichtung 4 in Verbindung mit einer Lauffläche 32 an dem Distanz
ring 26 bestimmt. Gleichzeitig wird damit auch die Wirkfläche
der zweiten Steuerkammer 9 festgelegt, die sich als Kreisring
fläche zwischen dem äußeren Durchmesser der Dichtung 33 und dem
Durchmesser 31 ergibt.
Im Gegensatz zu den Ausführungsformen der Fig. 1 bis 8 zeigt
die spezielle Ausführungsform der Fig. 9 unter zusätzlicher
Verwendung des Distanzrings 26 eine Möglichkeit auf, die der
Steuerkammer 8 zugeordnete Wirkfläche des Kolbens 1 wahlweise in
drei verschiedenen Größen festzulegen. Zur genaueren Beschrei
bung dieser drei Möglichkeiten wird auf die Ausführungsbeispiele
der nachfolgenden Fig. 10 bis 12 verwiesen.
Obwohl auch anhand der Fig. 9 nur die Anwendung der Erfindung
auf der Anströmseite des Kolbens 1 verdeutlicht ist und im
übrigen die Erfindung nur im Bereich der Dichtung 4 Anwendung
findet, ist bereits jetzt erkennbar, daß die Erfindung auch
zusätzlich oder alleine im Bereich der Dichtung 33 angewendet
werden könnte, also ebenfalls noch auf der Anströmseite des
Kolbens. Der Kolben 1 oder ein aus anderen Gründen geteilter
weiterer Kolben 34 ist üblicherweise mit einer Dichtung 35
versehen, die einer Wiegekammer 36 zugeordnet ist. Es ist leicht
vorstellbar, daß die Erfindung auch im Bereich der Dichtung 35,
also auf der Seite der Wiegekammer 36 verwirklicht werden kann.
Bei mehrfacher Verwendung der,Erfindung ergeben sich natürlich
die entsprechenden Möglichkeiten, die Wirkflächen sowohl
anströmseitig wie auch abströmseitig wahlweise zu verändern und
in ein bestimmtes Verhältnis zueinander zu bringen.
Um die besondere Ausführungsform, die anhand der Fig. 9 bereits
unter Einsatz des Distanzringes 26 diskutiert wurde, weiter zu
verdeutlichen und zu beschreiben, wird auf das Ausführungsbei
spiel der Fig. 10 bis 12 verwiesen. Dieses dort dargestellte
Ventil kann zunächst als ein Druckübersetzer angesehen werden,
und zwar in Relaisbauart. Das Gehäuse 2 des Ventils weist einen
Anschluß 37 auf, der zur Realisierung des Druckübersetzers mit
der Atmosphäre verbunden ist, so daß auf der zweiten kreisring
förmigen anströmseitigen Wirkfläche des Kolbens 1 immer der
Atmosphärendruck einwirkt und insoweit die diesbezügliche Wirk
fläche dieser "Steuerkammer 9" ohne Einfluß ist.
Entscheidend oder bestimmend für den Druckübersetzer ist die
jeweilige Wirkfläche, die der Steuerkammer 8 zugeordnet ist, die
über einen Anschluß 38 bei Einsteuerung des Steuerdruckes beauf
schlagt wird.
Der Kolben 1 weist auch hier die Dichtung 4 auf. Dem Kolben ist
diesbezüglich der Distanzring 26 zugeordnet, sowie der Dichtring
27 und der Stützring 28. Bezüglich des Stützrings 28 kommt ein
Sicherungsring 39 wahlweise zum Einsatz (Fig. 10), der nur den
Stützring 28, nicht aber den Distanzring 26 abstützt. Damit wird
die der Steuerkammer 8 zugekehrte anströmseitige Wirkfläche des
Kolbens 1 durch den Durchmesser 40 bestimmt, der dem Innendurch
messer der Dichtung 27 entspricht, wobei die zugehörige Lauf
fläche 41 an dem Außendurchmesser des Distanzrings 26 verwirk
licht wird. Die kreisförmige Wirkfläche des Kolbens 1 besitzt
damit (Fig. 10) eine mittlere Größe.
Soll diese Wirkfläche der Steuerkammer 8 vergrößert werden, so
ist es lediglich erforderlich, den Sicherungsring 39 zu entfer
nen, wie dies Fig. 11 zeigt. Bestimmend für die Größe der der
Steuerkammer 8 zugeordneten Wirkfläche wird sodann ein Durch
messer 42 bis zum Außendurchmesser der Dichtung 27, der mit
einer Lauffläche 43 am Gehäuse 2 zusammenarbeitet.
Soll dagegen die der Steuerkammer 8 zugeordnete Wirkfläche des
Kolbens 1 verkleinert werden, so wird der Sicherungsring 39
(Fig. 10) aus seiner Nut entfernt und stattdessen ein Siche
rungsring 29 eingesetzt, wie dies Fig. 12 zeigt. Dieser
Sicherungsring stützt - ebenso wie bei der Ausführungsform der
Fig. 9 - sowohl den Distanzring 26 wie auch den Stützring 28
ab. Damit wird für die Wirkfläche des Kolbens 1, die der
Steuerkammer 8 zugekehrt ist, der Durchmesser 44 bestimmend, der
durch den Außendurchmesser der Dichtung 4 festgelegt ist, der
mit der Lauffläche 32 am Innendurchmesser des Distanzrings 26
zusammenarbeitet. Man erkennt durch Vergleich der Fig. 10 bis
12, daß insoweit auf der Anströmseite des Kolbens 1 drei
unterschiedlich große Wirkflächen entsprechend den Durchmessern
40, 42 und 44 wahlweise verwirklicht werden können, wobei nur
jeweils ein einziges Teil herausgenommen oder durch ein anderes
Teil ersetzt werden muß. Eine Umrüstung ist daher denkbar
einfach.
Das Ventil gemäß den Fig. 10 bis 12 kann als Druckuntersetzer
mit drei wahlweise nutzbaren Übersetzungsverhältnissen angesehen
werden, wobei die Dichtung 33 die Wirkfläche des Kolbens auf der
Abströmseite, also auf der Seite der Wiegekammer 36 bestimmt, so
daß diese Wirkfläche konstant ist. Stellt man sich aber zusätz
lich vor, daß die Erfindung ein zweites Mal im Bereich der Dich
tung 33 angewendet werden könnte, so könnte bei entsprechender
Ausbildung, beispielsweise durch Anwendung des Ausführungsbei
spiels der Fig. 5 und 6 im Bereich der Dichtung 33 auch
abströmseitig am Kolben 1 eine zweifache Variationsmöglichkeit
realisiert werden, so daß dann ein Druckübersetzer entsteht, der
bereits wahlweise auf sechs unterschiedliche Übersetzungsver
hältnisse umrüstbar ist. Wird im Bereich der Dichtung 33 nicht
das Ausführungsbeispiel der Fig. 5 und 6 realisiert, sondern
zusätzlich das Ausführungsbeispiel unter Anwendung des Distanz
ringes 26, dann entstehen auch auf der Seite der Wiegekammer 36
drei wahlweise nutzbare unterschiedliche Wirkflächen, so daß ein
solcher Druckübersetzer wahlweise auf neun verschiedene Über
setzungsverhältnisse umrüstbar ist.
Das in den Fig. 10 bis 12 dargestellte Ventil kann aber auch
als ein beispielsweise zweikreisig ansteuerbares Relaisventil
angesehen werden, wobei dann freilich der Anschluß 37, der zur
zweiten Steuerkammer 9 führt, nicht an die Atmosphäre, sondern
an eine weitere Steuerleitung angeschlossen ist. Ein solches
zweikreisig ansteuerbares Relaisventil kann beispielsweise von
einem zweikreisig aussteuernden Betriebsbremsventil angesteuert
werden. Auch dabei ergeben sich die verschiedenen aufgezeigten
Umrüstmöglichkeiten, um unterschiedlich große Wirkflächen zu
realisieren. Die der Steuerkammer 9 dann zugeordnete zweite
anströmseitige Wirkfläche ist dann in den in den Fig. 10 bis
12 dargestellten Umrüstbeispielen konstant, d. h. sie wird durch
eine Umrüstung nicht beeinflußt und wird immer durch die
Durchmesserdifferenz 45 bestimmt. Dies gilt immer unter der
Voraussetzung, daß die Erfindung nicht auch im Bereich der
Dichtung 33 angewendet wird.
Die Ausführungsform eines Ventils gemäß den Fig. 13 und 14
baut auf der Ausführungsform gemäß Fig. 10 auf. Es soll ver
deutlicht werden, daß die Erfindung nicht nur auf der Anström
seite des Kolbens 1, sondern auch auf der Seite der Wiegekammer
36 verwirklicht werden kann. Bei der Ausführungsform gemäß Fig.
13 wird anströmseitig das Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1
verwirklicht, während abströmseitig das Ausführungsbeispiel der
Fig. 3 Anwendung findet. Eine der mehreren gegebenen Umrüst
möglichkeiten der Ausführungsform gemäß Fig. 13 ist dann in
Fig. 14 dargestellt, wobei anströmseitig die Verhältnisse
entstehen, wie sie in Fig. 2 dargestellt sind, und abström
seitig die Verhältnisse gemäß Fig. 4 realisiert sind.
Obwohl die Erfindung nur anhand von Relaisventilen oder solchen
Ventilen, die unter Relaiswirkung arbeiten, dargestellt und
beschrieben worden ist, ist es für einen Fachmann leicht
vorstellbar, daß die Erfindung auch bei sog. durchsteuernden
Ventilen anwendbar ist. Ausgehend von der Darstellung der Fig.
10 wäre hierzu lediglich der Doppelventilkörper in umgekehrter
Anordnung im Kolben 1 auf zuhängen, der dann mit einem gehäuse
festen Auslaßsitz zusammenarbeitet und nach dem Schließen des
Auslaßsitzes den am Kolben 1 realisierten Einlaßsitz öffnet. Auf
diese Weise kann ein durchsteuerndes Ventil realisiert werden.
Claims (7)
1. Ventil für Kraftfahrzeugbremsanlagen, insbesondere Betriebs
bremsventil oder Anhängersteuerventil, mit einem in einer zylin
drischen Bohrung in einem Gehäuse (2) verschiebbar geführten
Kolben (1), dem mindestens eine Dichtung (4) in Form eines
O-Rings zugeordnet ist, die eine steuerdruckseitige Wirkfläche
oder eine abströmseitige Wiegefläche begrenzt, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Dichtung (4) bzw. den Dichtungen (23, 24; 4,
27) zwei wahlweise nutzbare Laufflächen (12, 14; 32, 41, 43)
zugeordnet sind, wobei die eine Lauffläche (12, 41) mit dem
Innendurchmesser eines O-Rings oder die andere Lauffläche (14;
32; 43) mit dem Außendurchmesser eines O-Rings zusammenarbeitet,
daß ein Stützring (5; 5, 18; 25; 28) vorgesehen ist, der im
wesentlichen die Breite des O-Rings bzw. der O-Ringe überbrückt,
und daß Abstützmittel (7, 10; 7, 17; 7, 17, 20, 22; 29, 39) für
die wahlweise Kupplung des Stützrings (5; 5, 18; 25; 28), und
damit der Dichtung oder der Dichtungen, am Kolben (1) oder an
der zylindrischen Bohrung des Gehäuses (2) vorgesehen sind.
2. Ventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Stützring (5) und die Abstützmittel auf der Seite der Dichtung
(4) vorgesehen sind, auf der der vergleichsweise niedere Druck
herrscht.
3. Ventil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die Abstützmittel aus einer Stufe (10) am Kolben (1) oder an der
zylindrischen Bohrung des Gehäuses (2) oder aus Sicherungsringen
(7, 17, 20, 22) bestehen, die mit dem Kolben (1) oder dem
Gehäuse (2) verbindbar sind.
4. Ventil nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß für den mit einer Dichtung (4) in
Form eines O-Rings versehenen Kolben (1) ein im wesentlichen
zylindrischer Distanzring (26) vorgesehen ist, der eine erste
Lauffläche (32) für die Dichtung (4) des Kolbens (1) bildet, daß
der Distanzring (26) von einer zweiten Dichtung (27) in Form
eines O-Rings und einem Stützring (28) umgeben ist, und daß
Abstützmittel (29, 39) für die wahlweise Freigabe oder Verbin
dung des Stützrings (28) allein oder des Stützrings (28) und des
Distanzrings (26) gemeinsam am Kolben (1) oder an der zylin
drischen Bohrung des Gehäuses (2) vorgesehen sind.
5. Ventil nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
Abstützmittel aus zwei wahlweise in eine Nut im Gehäuse (2)
einsetzbaren Sicherungsringen (29, 39) bestehen.
6. Ventil nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtung (4) des Kolbens (1) auf
beiden Seiten von je einem Stützring (5, 18) eingeschlossen ist
und daß je zwei Sicherungsringe (7, 20; 17, 22) für die wahl
weise Festlegung der Dichtung (4) am Kolben (1) oder am Gehäuse
(2) vorgesehen sind.
7. Ventil nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß ein gemeinsamer Stützring (25) und
zwei diesem zugeordnete Dichtungen (23, 24) vorgesehen sind und
daß je zwei Sicherungsringe (7, 20; 17, 22) für die wahlweise
Festlegung der Dichtung (4) am Kolben (1) oder am Gehäuse (2)
vorgesehen sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995119695 DE19519695C1 (de) | 1995-05-30 | 1995-05-30 | Ventil für Kraftfahrzeug-Bremsanlagen, insbesondere Betriebsbremsventil oder Anhängersteuerventil |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995119695 DE19519695C1 (de) | 1995-05-30 | 1995-05-30 | Ventil für Kraftfahrzeug-Bremsanlagen, insbesondere Betriebsbremsventil oder Anhängersteuerventil |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19519695C1 true DE19519695C1 (de) | 1996-05-23 |
Family
ID=7763158
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1995119695 Expired - Fee Related DE19519695C1 (de) | 1995-05-30 | 1995-05-30 | Ventil für Kraftfahrzeug-Bremsanlagen, insbesondere Betriebsbremsventil oder Anhängersteuerventil |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19519695C1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102014011047A1 (de) * | 2014-07-23 | 2016-01-28 | Wabco Gmbh | Pneumatisches Zwei-Kreis-Regelventil |
Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE2548973B1 (de) * | 1975-11-03 | 1976-12-09 | Wabco Westinghouse Gmbh | Zweikreisbremsanlage mit lastabhaengiger Regelung fuer Kraftfahrzeuge |
| DE3032097A1 (de) * | 1980-08-26 | 1982-04-08 | Berg Europa Gmbh, 6909 Walldorf | Anhaenger-bremsventil |
| DE2825559C2 (de) * | 1978-06-10 | 1985-07-04 | Robert Bosch Gmbh, 7000 Stuttgart | Zweikreis-Bremsventil |
-
1995
- 1995-05-30 DE DE1995119695 patent/DE19519695C1/de not_active Expired - Fee Related
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| D1 | Grant (no unexamined application published) patent law 81 | ||
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