DE19517570A1 - Oberflächenverarbeitungsverfahren und damit hergestelltes Werkstück - Google Patents
Oberflächenverarbeitungsverfahren und damit hergestelltes WerkstückInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bearbeiten einer
Werkstückoberfläche.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einem Werkstück
eine ästhetisch ansprechende Oberflächengestaltung zu
geben. Diese Aufgabe wird gelöst durch die Merkmale des
Anspruchs 1.
Beim erfindungsgemäßen Verfahren wird Werkstoff mittels
eines Gas-, Flüssigkeits- oder Partikelstrahls örtlich
begrenzt aus einer Oberfläche eines Werkstücks
herausgetrennt. Als Flüssigkeit eignet sich u. a. Wasser.
Dem Gas- oder Flüssigkeitsstrahl können Partikel
beispielsweise aus Metall, Kunststoff oder Stein zugesetzt
sein. Insbesondere kommt ein Sandstrahl, also einem
Luftstrahl zugesetzte Steinpartikel bei der Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Anwendung. Es kann
auch ein reiner Partikelstrahl verwendet werden. Der Strahl
kann kontinuierlich oder auch diskontinuierlich mit
zeitlich sich ändernder Stärke und Volumen oder auch
gepulst sein.
Es entstehen Ausnehmungen verschiedener Tiefe und mit
unregelmäßiger Oberflächenstruktur. Vorzugsweise wird der
Strahl linienförmig entlang unregelmäßiger Linien über die
Oberfläche des Werkstücks geführt, wodurch Furchen in der
Oberfläche des Werkstücks gebildet werden. Es läßt sich ein
unregelmäßiges Linienmuster ausbilden. Zwischen den Furchen
bleibt die ursprüngliche Werkstückoberfläche bestehen. Der
Strahl kann von Hand oder maschinell über die Werkstück
oberfläche geführt werden. Durch Einsatz programm- oder
mechanisch gesteuerter Werkzeugmaschinen lassen sich die
Muster wiederholen.
Neben diversen Materialien wie Metall und Kunststoff können
Werkstücke aus Holz mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens
bearbeitet werden. Die Maserung von Holz gibt der
Oberfläche der Ausnehmungen ein optisches Muster. Ein
besonderer optischer Effekt entsteht durch Bearbeitung
eines aus mehreren Schichten zusammengesetzten Werkstücks,
da die Schichten in den Ausnehmungen aus der Oberfläche des
Werkstücks sichtbar werden. Der optische Effekt verstärkt
sich durch verschieden farbige Schichten, beispielsweise
durch ein aus unterschiedlich eingefärbten Kunststoffen
zusammengesetztes Werkstück.
Auch die Bearbeitung von schichtverleimtem Holz, beispiels
weise sog. Multiplex (schichtverleimtes Birkenholz) mittels
des erfindungsgemäßen Verfahrens ergibt eine optisch sehr
ansprechende Oberflächengestaltung, da die verschiedenen
Holzschichten mit ihrer unterschiedlichen Maserung,
Orientierung und Färbung in den Ausnehmungen der
Werkstückoberfläche sichtbar werden.
Durch Verwendung farbiger Kleber oder farbigen Leims in
einer oder in verschiedenen Farben zur Herstellung des
Schichtwerkstoffs, der mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
bearbeitet wird, lassen sich zusätzliche Farbeffekte
erzielen.
Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich nicht nur für
ebene, sondern für beliebig geformte Oberflächen.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der
Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher
erläutert. Die Figur zeigt die Bearbeitung eines Werkstücks
mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens einschließlich
eines bearbeiteten Oberflächenabschnitts.
Im dargestellten Beispiel wird ein Werkstück 10 aus sog.
Multiplex (schichtverleimtes Birkenholz) mittels des
erfindungsgemäßen Verfahrens bearbeitet. Eine Düse 12, die
an einem Handhabungsrohr 14 angebracht ist, wird über das
Werkstück 10 geführt, so daß ein aus der Düse 12
austretender Strahl auf das Werkstück 10 auftrifft. Die
Düse 12 ist über einen Schlauch 17 und das an diesen
Schlauch 16 angeschlossene Handhabungsrohr 14 an ein an
sich bekanntes nicht dargestelltes Sandstrahlgebläse
angeschlossen. Aus der Düse 12 tritt ein mit Steinpartikeln
versetzter Druckluftstrahl (Sandstrahl) aus.
Der Sandstrahl 16 trennt Werkstoff aus der Oberfläche des
Werkstücks 10 heraus, es entstehen Ausnehmungen. Durch das
Bewegen der Strahldüse 12 über das Werkstück 10 bilden
diese Ausnehmungen Furchen 20, die im dargestellten
Ausführungsbeispiel ein unregelmäßiges Linienmuster bilden.
(Die Bewegung der Düse 12 über das Werkstücke 10 ist mit
dem Pfeil F angedeutet.) An Furchenwandungen 22, die
aufgrund des erfindungsgemäßen Verfahrens eine Oberflächen
struktur aufweisen, werden mehrere Holzschichten des
Multiplex-Werkstücks 10 sichtbar, es ergibt sich eine
ästhetisch ansprechende Oberflächengestaltung des
Werkstücks 10.
Durch eine längere Verweildauer der Düse 12 an einer Stelle
bzw. eine langsame Fortbewegungsgeschwindigkeit der
Strahldüse 12 über das Werkstück 10 lassen sich tiefe
Furchen 20 herstellen. Vorzugsweise ist die Düse 12
senkrecht zum Werkstück 10 stehend ausgerichtet. Durch
einen kleinen Abstand der Düse 12 vom Werkstück 10 von
beispielsweise 10 mm lassen sich tiefe Furchen 20 mit
steilen Wänden 22 fertigen. Wird der Düsenabstand
vergrößert auf beispielsweise 25 mm, entstehen breite,
flache Furchen 20. Durch die Wahl unterschiedlicher
Partikelkörnungen des Sandstrahls 16 lassen sich
unterschiedlich feine bzw. grobe Oberflächenstrukturen der
Furchenwände 22 erzielen.
Der Düsendurchmesser beträgt beispielsweise 4,5 mm, der
Druck der Luft für den Sandstrahl 16 beispielsweise 3,5
bar.
Mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens lassen sich
beispielsweise Bilder- und Spiegelrahmen aus
schichtverleimtem Holz, oder beispielsweise auch
Treppengeländer aus Massivholz herstellen. Durch mit
farbigem Leim schichtverleimtes Holz entsteht ein besonderer
Farbeffekt.
Ebenso wie das dargestellte, ebene Werkstück 10 lassen sich
auch Werkstücke mit beliebig geformter Oberfläche mit dem
erfindungsgemäßen Verfahren bearbeiten.
Claims (10)
1. Verfahren zum Bearbeiten einer Werkstückoberfläche,
dadurch gekennzeichnet, daß mittels eines auf die
Werkstückoberfläche gerichteten Strahls (16) örtlich
Werkstoff abgetragen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Strahl (16) linienförmig, insbesondere entlang eines
Linienmusters, über die Werkstückoberfläche geführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß der Strahl (16) Partikel enthält.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß das Werkstück (10) aus Holz besteht.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Werkstück (10) ein
Schichtwerkstoff ist.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
die Werkstoffschichten miteinander verklebt oder verleimt
sind.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß
die Werkstoffschichten verbindender Kleber oder Leim farbig
ist.
8. Werkstück, dadurch gekennzeichnet, daß seine Oberfläche
durch ein Strahlverfahren gefertigte Ausnehmungen aufweist.
9. Werkstück nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß
die Ausnehmungen linienförmig sind, insbesondere ein
Linienmuster bilden.
10. Werkstück nach Anspruch 8 oder 9, dadurch
gekennzeichnet, daß das Werkstück (10) ein Schichtwerkstoff
ist.
Priority Applications (1)
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Publications (1)
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19517570A1 (de) |
Cited By (4)
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| DE10302594A1 (de) * | 2003-01-22 | 2004-07-29 | Oellerich, Jörn | Verfahren zur Vorbereitung von Oberflächen kohlenstofffaserverstärkter Kunststoffe für die Weiterverarbeitung zu tragenden Strukturteilen |
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1995
- 1995-05-12 DE DE1995117570 patent/DE19517570A1/de not_active Ceased
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