DE19516872A1 - Gerät zur Rettung von Personen in Lawinen - Google Patents
Gerät zur Rettung von Personen in LawinenInfo
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Classifications
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Description
Die Erfindung betrifft ein Gerät zur Rettung von
Personen in Lawinen mit wenigstens einem über eine
körpernahe Verbindung mit dem Benutzer verbindbaren
zerreißfesten Ballon, der im Rettungseinsatz mittels
Druckgas aufgeblasen wird, so daß er wie ein Auf
triebskörper seinen Benutzer an der Lawinenoberfläche
hält, und mit einem Füllgerät zum Anschließen des
Ballons an wenigstens einen Druckgasbehälter, welches
eine Vorrichtung zum Öffnen des Behälters umfaßt und
mit einer Füllöffnung des Ballons verbunden ist.
Bei einem bekannten Gerät dieser Art, welches u. a. in
der deutschen Patentschrift P 3237060 beschrieben ist
und welches sich seit vielen Jahren im Einsatz be
währt hat, kommt ein Rettungsrucksack mit zwei
Kammern zur Anwendung; in einer äußeren Kammer ist
ein Ballon mit einem Fassungsvermögen von ca. 150 l
eingefaltet; in einer Innenkammer befindet sich ein
an eine Füllöffnung des Ballons angeschlossener Gas
generator, in dessen Gehäuse zwei Druckgasflaschen
eingeschraubt sind, die den Ballon unter Zuhilfenahme
einer Venturidrüse mit einem Gas-Luft-Gemisch füllen.
Das Venturi-Prinzip bringt es mit sich, daß das Fül
len einige Sekunden in Anspruch nimmt. Diese Tatsache
kann unter ungünstigen Umständen, z. B. wenn der Bal
lon von seinem Benutzer zu spät ausgelöst wurde, so
daß er bereits von der Lawine erfaßt wird, bevor er
vollständig aufgeblasen ist, zu einem geringeren Auf
trieb und damit zu einer Gefährdung des Rettungs
erfolgs führen. Überdies ist ein nach dem Venturi-
Prinzip funktionierender Gasgenerator technisch auf
wendig und voluminös.
Demgegenüber besteht ein Wunsch der Benutzer und der
einschlägigen Rettungsorganisationen nach einem ver
besserten Gerät, welches sich problemlos, auch zu
sätzlich zu einem normalen Tourenrucksack, am Körper
tragen läßt und welches insbesondere ein rasches und
sicheres Füllen des Ballons ermöglicht.
Diesen Vorgaben wird erfindungsgemäß dadurch ent
sprochen, daß der Druckgasbehälter mit Füllgerät un
abhängig vom Ballon direkt mittels Befestigungs
elementen oder indirekt über am Körper zu tragende
Kleidungsstücke oder sonstige Gegenstände mit dem
Körper des Benutzers verbunden ist und daß das Füll
gerät für eine reine Gasfüllung über einen Druckkanal
mit der Füllöffnung des Ballons verbunden ist.
Mit diesem Vorschlag tritt die Idee eines Kompakt
geräts in den Hintergrund; statt dessen sollen eine
oder mehrere Druckgasbehälter an geeigneter Stelle
des Körpers des Benutzers untergebracht werden, und
zwar mit zugehörigem Füllgerät zum Füllen eines oder
mehrerer Ballone, wobei zwischen Füllgerät und Ballon
jeweils ein Druckkanal, z. B. in Form eines Hochdruck
schlauches vorgesehen ist. Nach Betätigen einer zen
tralen Auslösevorrichtung strömt das Gas dann als
reine Gasfüllung, bevorzugt aus Stickstoff in den
oder die Ballone. Dabei läßt sich die Zeit des Auf
füllvorgangs sehr einfach durch geeignete Wahl des
Querschnitts des Druckkanals optimieren.
Eine besonders zweckmäßige Ausführungsform sieht vor,
daß das Gerät wenigstens zwei Ballone und je Ballon
wenigstens einen Druckgasbehälter umfaßt, und daß
alle Öffnungsvorrichtungen über eine gemeinsame Aus
lösevorrichtung betätigbar sind. Was die Auslösevor
richtung betrifft, so eignet sich besonders gut eine
Vorrichtung mit einem Auslösemechanismus durch
Schlagbetätigung, welcher bevorzugt auf der Brust an
gebracht ist. Eine Auslösung durch Schlagbetätigung
auf einen zentralen Punkt ist besonders funktions
sicher. Sie läßt sich auch während eines Sturzvor
gangs durchführen, was beispielsweise für das Ziehen
einer Reißleine keineswegs sichergestellt ist.
Eine besonders bevorzugte Ausgestaltung einer derar
tigen durch Schlag zu betätigenden Auslösevorrichtung
kann ein Gehäuse umfassen, in welches eine flache,
mit einem Druckgas unter hohem Druck (z. B. 20 bar)
gefüllte Kapsel eingesetzt ist. Desweiteren weist das
Gehäuse einen von außen betätigbaren Knopf auf, der
mit einer Nadel verbunden ist, welche bei einem
Schlag auf den Knopf die Kapsel ansticht. Hierdurch
strömt das Druckgas schlagartig in das Gehäuse der
Auslösevorrichtung und über Verbindungsschläuche
weiter zu der Öffnungsvorrichtung bzw. den Öffnungs
vorrichtungen. Diese umfassen zweckmäßigerweise
Kolben, welche, von dem Druckgas der Auslöse-
Vorrichtung beaufschlagt, die Druckgasbehälter
öffnen.
Während es bei einer Ausführungsform mit mehreren
Druckgasflaschen zum Erzielen einer maximalen Be
wegungsfreiheit vorzuziehen ist, daß diese samt ihren
zugehörigen Füllgeräten getrennt am Körper befestigt
sind, kommt für eine Ausführungsform als an sich
bekanntes Rucksack-Rettungsgerät zweckmäßig ein
gemeinsames Füllgerät in Frage, an welchem sämtliche
Druckgasbehälter angeschlossen sind. Das Auslösen
erfolgt hier besonders einfach mittels einer zentra
len Auslösevorrichtung, welche mit dem gemeinsamen
Füllgerät verbunden ist, so daß beide
Druckgasflaschen gleichzeitig geöffnet und entleert
werden können, z. B. zum Befüllen eines einzigen
Ballons oder zweier Ballone.
Bei zwei Ballonen ist es zweckmäßig, daß beidseitig
auf dem außenseitigen Rückenteil des Benutzers je ein
Ballon dicht unterhalb der Schultern, jeweils in
einer Ballontasche eingefaltet befestigt ist. Diese
Ballontaschen können entweder als Seitentaschen eines
Rettungsrucksacks ausgebildet sein; sie können eben
sogut in Westentaschen innerhalb seitlicher Rücken
schlitze einer Weste eingefaltet sein; schließlich
können sie in Seitentaschen an den Holmen eines
Rückentraggestells innerhalb eines Schlitzes der
jeweiligen Seitentasche eingefaltet sein.
Durch diese Anordnung der Ballone ist sichergestellt,
daß sie im aufgeblasenen Zustand in Art zweier Air
bags seitlich am Rumpf hinter den Schultern und Armen
Platz finden. Dadurch wird erreicht, daß die Be
wegungsfreiheit eines Skifahrers bei aufgeblasenen
Ballonen nur unwesentlich eingeschränkt wird, d. h.
der Skifahrer kann fahrenderweise auch noch einen
Fluchtversuch unternehmen. Wird er von der Lawine
erfaßt, so ergibt die nahe Anbringung der beiden
Ballone am Körper stabile Auftriebskräfte. Die beiden
Ballone halten den Körper in seiner Schwimmstellung
auf der Lawinenoberfläche, wobei sie dessen Verdrehen
entgegenwirken. Sie schützen den Körper von beiden
Seiten insbesondere im Kopfbereich. Falls ein Ballon
verletzt wird und sich dadurch entleert, verbleibt
noch der prall gefüllte zweite Ballon, wodurch die
Sicherheit des Rettungserfolgs weiter erhöht wird.
Bevorzugt sind die Ballone so dimensioniert, daß sie
im aufgeblasenen Zustand jeweils eine in Richtung
parallel zur Körperlängsachse gestreckte Säulenform
aufweisen, wobei sich die Säulen zweckmäßigerweise
wenigstens bis in Kopfhöhe des Benutzers erstrecken.
Aus den vorstehenden Ausführungen ergibt sich, daß
eine Lösung mit zwei Ballonen, welche seitlich auf
dem Rücken angebracht sind, besonders vorteilhaft
ist. Sie ermöglicht nicht nur die Unterbringung bzw.
das Tragen eines normalen Rucksacks zwischen den
Ballonen; sie läßt sich auch mit einem Rückentrag
gestell besonders gut verwirklichen, nämlich derart,
daß je ein Ballon an einem von zwei seitlichen Längs
holmen eines Rückentraggestells befestigt oder - in
seinem eingefalteten Zustand - ganz oder teilweise in
den Längsholm integriert angeordnet bzw. darin unter
gebracht ist. Die Druckgasbehälter können dabei eben
falls in den Längsholmen des Rückentraggestells
untergebracht bzw. an diesen angeordnet sein. Bei
einer besonders bevorzugten Weiterbildung der Erfin
dung sind die Druckgasbehälter allerdings in einem
die beiden Längsholme miteinander verbindenden
unteren Querholm des Rückentraggestells unterge
bracht, wobei die beiden Druckgasflaschen zweck
mäßigerweise in unterschiedliche Richtungen (zu den
beiden außenliegenden Ballons hin) ausblasen. Das
Rückentraggestell mit den Ballonen kann sowohl als
isoliertes Rettungsgerät als auch als Basis für einen
Rucksack dienen. Im letztgenannten Fall können
speziell angefertigte Rucksäcke ohne eigene Trag
konstruktion am Rückentraggestell befestigt werden,
wobei verschiedene Rucksackgrößen denkbar sind.
Bei Verwendung einer Weste, in deren seitlichen
Rückenschlitze die beiden Ballone eingefaltet sind,
bietet sich zusätzlich die Ausgestaltung an, daß die
Weste mit einem Hosenteil versehen ist, welches
Außentaschen im Bereich der Oberschenkel zur Aufnahme
der Druckgasflaschen aufweisen kann. Das Hosenteil,
das zudem einen festen Sitz der Weste am Körper des
Benutzers sicherstellt, ist dabei bevorzugt als kurze
Hose ausgebildet, deren Hosenbeine längs der
Schenkelinnenseite für den bequemen Einstieg offen,
jedoch mit Verschlüssen versehen sein können.
Ergänzend hierzu oder auch alternativ zum Hosenteil
kann der feste Sitz der Weste am Körper des Benutzers
im Anwendungsfall des erfindungsgemäßen Geräts
dadurch sichergestellt sein, daß die Weste zumindest
im Bereich ihres Vorderteils aufblasbare Kammern auf
weist, welche in den Weg des Druckgases zum Befüllen
der Ballone eingeschaltet sind. Durch das Aufblasen
dieser Kammern mit dem zu den Ballonen strömenden
Druckgas erhält die Weste, gegebenenfalls einschließ
lich Hosenteil, einen festen Sitz am Körper des
Benutzers, so daß dieser zumindest nach Betätigung
des Auslösers nicht aus seiner Sicherheitskleidung
schlüpfen kann, auch wenn diese vor dem Aufblasen der
Kammern einen losen Sitz hat; die aufgeblasenen
Kammern bilden darüberhinaus nicht nur einen zusätz
lichen Auftriebskörper, sondern gewährleisten noch
einen zusätzlichen Schutz gegen Verletzungen.
Bei Westen, die im Sinne der vorstehenden Ausfüh
rungen ein Hosenteil nicht aufweisen, ist der bzw.
sind die Druckgasbehälter gemäß einer bevorzugten
Weiterbildung der Erfindung in einer "Gürteltasche"
untergebracht, welche ein verlängertes Rückenteil der
Weste bildet. Die Weste braucht im übrigen im Bereich
des Rückens lediglich Gurte oder dgl. aufzuweisen;
durch eine entsprechende "offene" Gestaltung wird ein
übermäßiges Schwitzen des Benutzers vermieden.
Es versteht sich von selbst, daß für die Ballone
Rückschlagventile im Bereich der Anschlüsse der
Druckkanäle zweckmäßig sind, durch welche die
Strömungsrichtung des Druckgases während des Füll
vorgangs sichergestellt und das Druckgas in den
Ballonen gehalten wird. Für die vorstehend erläu
terten aufblasbaren Kammern in der Bekleidung (Weste)
gilt dies nur eingeschränkt. Zwar können auch hier
Rückschlagventile vorgesehen sein, welche die Kammern
dauerhaft gefüllt halten. Besonders bevorzugt ist
jedoch vorgesehen, daß sich die Kammern in der
Bekleidung (Weste) durch ein Abblaseventil allmählich
kontrolliert entleeren, bspw. in ca. fünf Minuten.
Auf diese Weise reduziert sich bei einer Person, die
trotz Benutzung des Geräts von einer Lawine ver
schüttet wurde, der Druck auf den Brustkorb; und das
vordem von den aufgeblasenen Kammern ausgefüllte
Volumen steht dem Verschütteten für Atembewegungen
zur Verfügung.
Durch die Abkehr von dem bekannten Venturi-Prinzip
wird das rasche Befüllen der Ballone mittels eines
einfachen Füllgeräts möglich. Eine vorteilhafte Aus
führungsform besteht darin, daß dessen Öffnungs
vorrichtung für eine Druckgasflasche eine Nadel zum
Durchstechen ihres Verschlußplättchens aufweist, die
in einem Nadelhalter sitzt, welcher pneumatisch oder
mittels Federkraft relativ zu einem Führungskanal,
nach außen abgedichtet, betätigbar ist. Wird durch
eine geeignete Auslösevorrichtung eine Relativ
bewegung zwischen Nadelhalter und Führungskanal er
zeugt, so dringt die Nadelspitze durch das Verschluß
plättchen hindurch und das Druckgas kann in eine
Kammer ausströmen, von wo es über einen Druckkanal,
einen Druckschlauch oder dergleichen in den Ballon
gelangt. Dabei ist jeder Druckgasflasche ein Füll
gerät zugeordnet; alle Füllgeräte sind an eine zen
trale Auslösevorrichtung angeschlossen.
Eine zweckmäßige Variante besteht darin, daß die
Druckgasflasche mit einem Außengewinde ihres die
Öffnung bildenden Halsteils in einem den Führungs
kanal enthaltenden Gehäuseteil aufgenommen ist. Auf
diese Weise ist nicht nur sichergestellt, daß die
Nadel sehr nahe vor dem Verschlußplättchen positio
niert werden kann; auch das Auslösen kann besonders
einfach erfolgen, indem die Druckgasflasche mittels
Federkraft in einer Richtung gegen die Nadel vor
gespannt angeordnet ist, derart, daß bei Freigabe
einer Sperre durch Betätigung der Auslösevorrichtung
die Druckgasflasche mit ihrem Verschlußplättchen über
die Nadel geschlagen wird.
Als Druckgasbehälter eignen sich weniger gut durch
Fließpressen aus Stahl herstellte Flaschen, da diese
relativ schwer sind. Aus Gewichtsgründen besser ge
eignet sind Hockdruckschläuche aus Kunststoff oder
Gummi, wobei ein oder mehrere Hochdruckschläuche in
den Gürtel oder dergleichen auf dem Körper des Be
nutzers befestigten Gurtteilen eingearbeitet sein
können.
Besser geeignete Druckgasflaschen aus Leichtmetall
bestehen bevorzugt aus einer Aluminiumlegierung mit
hoher Zugfestigkeit, welche aus einem Gußrohling
spanabhebend hergestellt werden. Zur Verwirklichung
einer üblichen Flaschenform ist es dabei zweckmäßig,
daß die Druckgasflaschen zwei oder mehrteilig zu
sammengesetzt sind. Bei einer geeigneten Ausführung
ist vorgesehen, daß die Druckgasflaschen jeweils aus
einem die Flaschenöffnung aufweisenden inneren
Hülsenteil und einem über dessen der Flaschenöffnung
gegenüberliegendes offene Ende aufgeschraubten Über
wurfteil zusammengesetzt sind. Beim Zusammenschrauben
wird dabei so vorgegangen, daß beide Flaschenteile im
Gewindebereich miteinander verklebt werden, wobei die
endgültige Schraubstellung durch gleichzeitiges Kali
brieren des Hohlvolumens ermittelt wird. Auf diese
Weise kann eine Druckgasflasche mit sehr genau bemes
senem Inhalt hergestellt bzw. der Fülldruck der
Ballone hinreichend genau bei etwa 1,2 bar einge
stellt werden. Es kommen übliche Flaschengrößen etwa
mit 200 cm³ Inhalt je Ballon zur Anwendung, wobei für
eine Person durchschnittlichen Gewichts jeder der
beiden Ballone etwa mit 70 dm³ Gas gefüllt ist.
Im folgenden werden mehrere Ausführungsbeispiele der
Erfindung anhand der Zeichnung erläutert. Es zeigt
Fig. 1 einen Rettungsrucksack in der Seitenansicht
mit einem Füllgerät für zwei Druckgas
flaschen,
Fig. 2 den Rettungsrucksack gemäß Fig. 1 in der An
sicht auf den Rücken des Benutzers,
Fig. 3 eine Draufsicht auf einen Rettungsrucksack
gemäß den Fig. 1 und 2, jedoch mit zwei
seitlichen Ballonen,
Fig. 4 ein Füllgerät für einen Rettungsrucksack
gemäß den Fig. 1-3,
Fig. 5 einen Schnitt durch das Füllgerät gemäß Fig.
4,
Fig. 6 einen Schnitt durch eine erste Variante eines
Füllgeräts mit zwei Druckgasflaschen,
Fig. 7 einen Schnitt durch eine zweite Variante
eines Füllgeräts mit zwei Druckgasflaschen,
Fig. 8 ein Rückentraggestell mit seitlich angeordne
ten Druckgasflaschen,
Fig. 9 eine Rettungsweste in der Vorderansicht,
Fig. 10 die Rettungsweste gemäß Fig. 9, auf den
Rücken des Benutzers gesehen,
Fig. 11 eine andere Ausführungsform einer Rettungs
weste,
Fig. 12 eine Druckgasflasche in einem Köcher, mit
mechanischer Auslösung,
Fig. 13 eine Druckgasflasche in einem Köcher, mit
pneumatischer Auslösung und
Fig. 14 eine neuartige Druckgasflasche im Quer
schnitt.
Fig. 1 zeigt den Benutzer eines Rettungsrucksacks 1,
den dieser mittels seitlicher Traggurte 2, eines
Gürtels 3 und zweier Beingurte 4 an seinem Körper
lagegesichert trägt. An der Unterseite des Rucksacks 1
ist eine flache Gürteltasche 5 angenäht, welche als
Stauraum für zusätzliche Gegenstände dient. Der
eigentliche Rettungsrucksack 1 enthält ein Füllgerät
6 für zwei Druckgasflaschen 7 sowie den zusammen
gefalteten Ballon 8 innerhalb einer Rückwand 9 des
Rucksacks, welche mittels eines Klettverschlußbands
10 (Fig. 2), z. B. längs ihrer Oberkante, festgelegt
ist. Auf Brusthöhe des linken Trägergurtes 2 des
Benutzers ist ein Luftkissen 11 als Auslöser dar
gestellt, welches über einen Betätigungsschlauch 12
mit der Unterseite des Füllgeräts 6 verbunden ist.
Das Füllgerät 6 wiederum ist über einen kurzen Druck
kanal 13 mit dem Innenraum des Ballons 8, welcher
strichliert auch im aufgeblasenen Zustand dargestellt
ist, verbunden.
In Fig. 2 ist der Rettungsrucksack 1 gemäß Fig. 1
gegen den Rücken des Benutzers gesehen dargestellt.
Hier erkennt man, daß das Füllgerät 6 mit den beiden
Druckgasflaschen 7 auf einer Montageplatte 16, welche
in den Eckbereichen Ösen 14 aufweist, durch welche an
der Rucksackinnenwand befestigte Schlaufen 15 ge
fädelt sind, um die Montageplatte 16 festzulegen.
In der Darstellung gemäß Fig. 2 ist der Ballon als
solcher im gefalteten Zustand nicht dargestellt; man
erkennt jedoch die Mündung des Druckkanals 13 im
oberen Bereich des Füllgeräts 6.
In Fig. 3 ist der Rettungsrucksack 1 in der Drauf
sicht, jedoch in einer Variante mit zwei seitlichen
Ballonen 8 dargestellt. Die Ballone 8 sind seitlich
im Rucksack, d. h. hinter dessen Seitenwänden 18
zusammengefaltet untergebracht, wobei die Seitenwände
18 nicht näher dargestellte Längsschlitze aufweisen,
die wiederum mit Klettverschlußbändern gesichert
sind. Beim Aufblasen der Ballone 8 reißen diese
Schlitze ohne weiteres auf, so daß sich die Ballone 8
zur Seite hin entfalten können, bis sie prall gefüllt
sind, wie strichliert dargestellt. Die beiden Ballone
8 sind mittels seitlicher Druckkanäle 19 an das Füll
gerät 6 angeschlossen, welches wiederum mit einer
Auslösevorrichtung, wie schon zu den Fig. 1 und 2
beschrieben, betätigbar ist. An der Stelle der
Ballontasche für den großen Ballon 8 gemäß den
Fig. 1 und 2 befindet sich ein weiterer Stauraum 20,
welcher für kleineres Gepäck zur Verfügung steht.
In Fig. 4 ist noch einmal vergrößert die Montage
platte 16 mit den vier Ösen 14 in den Eckbereichen
dargestellt. Auf ihr ist das Füllgerät 6 montiert, in
dessen Oberseite zwei flaschenförmige Druckgasbehäl
ter 7 in entsprechende Gewindemuffen 21 eingeschraubt
sind. An dem Gehäuse des Füllgeräts 6 sind seitlich
die Druckkanäle 19 zu den seitlichen Ballonen 8 ange
schlossen. Mit strichlierten Linien ist in der Mitte
des oberen Gehäuseteils 40 des Füllgeräts 6 der
Druckkanal 13 für den alternativen Anschluß an einen
zentralen Ballon eingezeichnet.
Fig. 5 zeigt in Schnittdarstellung das Füllgerät
gemäß Fig. 4 mit seitlich angeschlossenen Druck
kanälen 19. Diese sind über Gehäusebohrungen 22 mit
einem Druckraum 23 verbunden, in welchen der
Führungskanal 24 für den Nadelhalter 25 mündet. Die
schräge Spitze der im Nadelhalter 25 befestigten
Nadel 26 steht dicht vor dem Verschlußplättchen 27
der entsprechenden Druckgasflasche 7, deren Hals 28
mittels eines Außengewindes in eine Dichtungsmuffe 39
eingeschraubt ist, welche wiederum in einer Gewinde
muffe 21 des Füllgeräts 6 sitzt. Die beiden Nadel
halter 25 sind mittels Ringdichtungen 29 gegen den
Führungskanal 26 abgedichtet, so daß das Druckgas
nach dem Anstechen der Druckgasflasche nicht nach
unten entweichen kann.
Das Öffnen der Druckgasflaschen 7 wird durch einen
Schlag auf das Luftkissen 11 ausgelöst, der sich
durch den Druckschlauch 12 fortpflanzt über eine
Leitungsverbindung im Gehäuse des Füllgeräts 6 in den
Druckraum 30 zweier Druckkolben 31, an welchen
jeweils ein Nadelhalter 25 ausgebildet ist. Eine
Druckwelle im Betätigungsschlauch 12 gelangt über ein
Rückschlagventil 32, eine zentrale Bohrung 33, eine
Querbohrung 34 und zwei Mündungsbohrungen 35 jeweils
in die Druckräume 30 der Druckkolben 31, die dadurch
innerhalb ihres jeweiligen Führungszylinders 36
beschleunigt werden, bis die Nadeln 26 die Verschluß
plättchen 27 durchstoßen. Jeder Nadelhalter 25
besitzt eine Mittelbohrung 37, welche sich durch die
hohlen Nadeln 26 fortsetzt. Dadurch wird durch das in
den Druckraum 30 austretende Druckgas die voll
ständige Hubbewegung der Nadel 26 sichergestellt. An
ihrer unteren Mündung ist die Mittelbohrung 37 durch
ein blättchenförmiges, nach unten durchgängiges Rück
schlagventil 17 abgedeckt.
Lediglich der Vollständigkeit halber sei noch er
wähnt, daß die Querbohrung 34, durch welche die
Öffnungsvorrichtungen beider Druckgasflaschen 7 mit
einander verbunden sind, am Ausgang aus dem Gehäuse
des Füllgeräts 6 mittels eines Kunststoffpropfens 38
abgedichtet ist.
Fig. 6 zeigt eine weitere Ausführungsform eines Füll
geräts 6, bei welchem der obere Gehäuseteil 40 des
Füllgeräts einschließlich des Anschlusses für die
beiden Druckgasflaschen 7 wie in Fig. 5 ausgebildet
ist, so daß es einer detaillierten Beschreibung ein
schließlich des Nadelhalters 25 mit Nadel 26 nicht
bedarf. Die beiden Nadelhalter 25 sind auf einer
gemeinsamen Basisplatte 41 montiert, welche mittels
einer Druckfeder 42 um einen mit der Basisplatte ver
bundenen mittleren Führungsbolzen 43 gegen einen den
mittleren Führungsbolzen 43 sperrenden Schieber 44
vorgespannt ist. Die Vorspannung wird erzeugt durch
Niederdrücken des Schiebers 44 gemäß Pfeil P1 mittels
einer Spannplatte 45, durch deren Öffnungen die
Druckgasflaschen 7 eingeschraubt werden, wobei sie
die Spannplatte 45 mit ihrem erweiteren Behälterteil
mitnehmen. Die Spannplatte 45 wird dabei durch seit
liche Druckfedern 46 abgestützt, die um seitliche
Führungsbolzen 47 gelegt sind und sich mit zunehmen
dem Eindrehen der Druckgasbehälter verkürzen. Beide
seitlichen Führungsbolzen 47 sind mit ihrem unteren
Ende jeweils auf einer Stützplatte 48 befestigt,
welche auf der Oberseite des Oberteils 40 des Füll
geräts 6 abgestützt ist. Wird die Sperre 44 mittels
einer Auslösevorrichtung durch Ziehen in Richtung des
Pfeils P2 entfernt, so streckt sich die Druckfeder 42
schlagartig, d. h. die Basisplatte 41 wird ent
sprechend nach oben geschlagen, wobei die beiden Ver
schlußplättchen 27 von den Nadelspitzen der Nadeln 26
durchstoßen werden.
Zum Auswechseln der entleerten Flaschen werden diese
aus den Dichtungsmuffen 39 ausgeschraubt, wobei die
Spannplatte 45 durch die Druckfedern 46 nach oben
getragen wird, bis die Druckgasflaschen 7 entfernt
sind bzw. die Spannplatte 45 an der Unterseite der
auf den seitlichen Führungsbolzen 47 aufgeschraubten
Gewindermuttern 49 zur Anlage kommt. Danach wird der
Schieber 44 wieder in Sperrstellung gebracht, wobei
sein inneres Ende in die Ringnut 50 des mittleren
Führungsbolzens 43 eintaucht. Beim Einschrauben neuer
Druckgasflaschen wird die Spannplatte 45 zusammen mit
dem Schieber 44 wieder nach unten bewegt, wobei die
Druckfedern 42, 46 sich erneut spannen und die Basis
platte 41 wieder in die in Fig. 6 gezeigte Ausgangs
stellung gebracht wird.
Unterschiedlich zur Ausführungsform nach Fig. 6
erfolgt in der Ausführungsform gemäß Fig. 7 das
Spannen der Basisplatte 41 nicht durch das Einschrau
ben der Druckgasflaschen 7, sondern mittels einer
gesonderten Spannvorrichtung. Auf dem oberen Ende des
mittleren Führungsbolzens 43 ist eine Umlenkrolle 51
abgestützt, um welche ein Spannseil 52 geschlungen
ist, dessen oberes Ende mit dem oberen Gehäuseteil 40
des Füllgeräts 6 verbunden ist und dessen unteres
Ende mit einem Spannring 53 versehen ist. Zieht man
am Spannring 53, so wird die Druckfeder 42 des Spann
bolzens 43 zwischen einem Endanschlag 54 des Spann
bolzens 43 und der Oberseite des oberen Gehäuseteils
40 verkürzt, bis das innere Ende der Sperre 44 in die
Sperrnut 50 des Spannbolzens 43 eintritt. Die Aus
lösung der beiden Öffnungsvorrichtungen erfolgt dann
wie bereits im Zusammenhang mit Fig. 6 beschrieben
durch Ziehen der Sperre 44 in seitlicher Richtung
gemäß Pfeil P3.
In Fig. 8 ist eine Variante eines Rettungsgeräts dar
gestellt, welches seinem grundsätzlichem Aufbau nach
der Ausführungsform gemäß Fig. 3 am nächsten kommt.
Statt eines rucksackförmigen Rettungsgeräts ist
dieses jedoch auf einem Rückentraggestell 56 auf
gebaut, bei welchem sowohl die beiden Druckgas
flaschen 7 als auch entsprechende Seitentaschen 55,
in welchen die seitlichen Ballone 8 eingefaltet sind,
im Bereich der vertikalen Holme 54 vorgesehen sind.
Beide Seitentaschen 55 besitzen vertikal verlaufende
Schlitze 57 mit Klettbandverschlüssen, durch welche
jeweils der Ballon 8 austritt, wenn er mit Gas
gefüllt wird. An einem derartigen Rückentraggestell
56 ist vorteilhaft, daß es im mittleren Bereich des
Rückens einen ausreichenden Platz zum Anbringen eines
Rucksacks zur Verfügung stellt, für dessen Befesti
gung die beiden oberen Ösen 58 im oberen Querholm 59
des Rückentraggestells 56 vorgesehen sind.
Bei dieser Ausführungsform des Rettungsgeräts sind
zwei getrennte Füllgeräte vorgesehen, welche jeweils
einer Druckgasflasche 7 zugeordnet sind. Beide Füll
geräte sind im Bereich des unteren Querholms 60 des
Rückentraggestells 56 mittels einer Verbindungs
leitung 61 verbunden, welche das gemeinsame Auslösen
der Öffnungsvorrichtungen der beiden Füllgeräte
sicherstellt. Im vorliegenden Fall kann es sich wie
schon zu den Fig. 1 bis 5 beschrieben um eine
Druckluftauslösevorrichtung mit Betätigungsschlauch
12 handeln, welcher an die Verbindungsleitung 61
angeschlossen ist.
Die Fig. 9 und 10 zeigen eine Rettungsweste 62, an
welche eine kurze Hose 63 angearbeitet ist. Im
Bereich der Oberschenkel besitzen die Hosenbeine
Außentaschen 64, in welchen Köcher 65 zur Aufnahme
der Druckgasflaschen eingesetzt sind. Diese Köcher 65
werden mit ihrem Einbauten zu Fig. 12 noch genauer
beschrieben. Die Beine der Hosenteile 63 sind auf der
Innenseite der Oberschenkel offen und mit Verschlüs
sen 66 versehen. Die Weste kann dadurch samt Hose
über die Schultern gelegt und anschließend kann das
Hosenteil im Bereich der Beine verschlossen werden,
so daß ein Ausziehen oder Nach-oben-Stülpen der Weste
im Ernstfall ausgeschlossen ist. Die Weste wird über
der Kleidung getragen; sie besitzt in der Mitte einen
Befestigungsknopf 67 und darunter verschiedene
Lüftungsschlitze 68. Zum Auslösen sind zwei Hand
griffe 69 im oberen Brustbereich vorgesehen, welche
durch Stoffklappen 70 abgedeckt sind, um ein unge
wolltes Auslösen zu vermeiden. Auf der Rückseite ist
die Weste 62 offen und mittels Zugverschlüssen 71 zu
sammengehalten. Seitlich hinter den Armen erkennt man
die Westentaschen 72 mit vertikalen Rückenschlitzen
73 längs Klettverschlußbändern, welche zum Ausfalten
der Ballone aufreißen. Im Rückenbereich der Weste 62
sind Auslösekabel 74 derart verlegt, daß bei Betäti
gung jedes der beiden Handgriffe 69 jeweils beide
Druckgasflaschen geöffnet werden, um je einen Ballon
8 aufzublasen. Zu diesem Zweck sind die Auslösekabel
74 zusammengeführt und im Bereich zwischen den Punk
ten A und B zu einem Kabel vereinigt. Dadurch ist
sichergestellt, daß beide Kabel beim Ziehen eines der
Handgriffe 69 verkürzt werden, so daß ein gleich
zeitiges Öffnen der Druckgasflaschen in den Köchern
65 erfolgen kann. Beide Köcher 65 sind über
Druckkanäle 75 mit den in den Westentaschen 72 unter
gebrachten Ballonen 8 verbunden.
Ein Köcher 65 zur Weste gemäß den Fig. 9 und 10
ist in Fig. 12 im Schnitt dargestellt. Er besteht aus
einem Zylinderteil 76, auf welchem ein Deckelteil 77
aufgeschraubt ist. Die Druckgasflasche 7 ist mit
ihrem die Flaschenöffnung 78 bildenden Halsteil 28 in
eine Muffendichtung 39 eingeschraubt, welche wiederum
in einer Gewindemuffe 21 eines Kolbenteils 79 auf
genommen ist. Ein Druckraum 23 mit der Nadel 26
befindet sich im Inneren des Kolbenteils 79. Der
Druckraum 23 ist an einen Druckgaskanal 22 an
geschlossen, der über einen Schlauchanschlußstutzen
80 und die Druckleitung 75 mit der Füllöffnung eines
Ballons 8 verbunden ist. Durch Ziehen am Auslösekabel
74 wird der Schieber 44 ausgerastet und der Kolben
teil 79 schlägt samt Druckgasflasche 7 nach unten
über die Nadel 26, welche durch das Verschluß
plättchen 27 der Druckgasflasche 7 hindurchdringt.
Diese Schlagbewegung der Druckgasflasche erfolgt
unter der Wirkung der zwischen deren oberem Ende und
dem Deckel 77 des Köchers vorgespannten Druckfeder
81. Durch einen Schlitz 96 in der Köcherwand ist
sichergestellt, daß der Schlauchanschlußstutzen 80
mit dem Kolbenteil 79 mitbewegt werden kann. Diese
kleine Hubbewegung wird durch den elastischen Druck
schlauch 75 ohne weiteres ausgeglichen.
Fig. 11 zeigt ebenfalls eine Rettungsweste ähnlich
der Ausführungsform gemäß den Fig. 9 und 10. Der
mittlere Verbindungsknopf 67 dient hier als Auslöse
mechanismus für eine Schlagauslösung der Öffnungsvor
richtung. Dieser Auslösemechanismus ist über seitlich
abzweigende Betätigungsschläuche 12 mit dem jeweili
gen Füllgerät verbunden, welches ähnlich den Fig.
9 und 10 in seitlichen Köchern 65 untergebracht ist.
Einzelheiten zu diesen Köchern bzw. deren Einbauten
werden weiter unten in Zusammenhang mit Fig. 13
beschrieben. Ein Druckgaskanal 82 führt von jedem der
beiden Köcher 65 zu den Ballonen 8, die in seitlichen
Westentaschen 72 eingefaltet untergebracht sind. Der
Druckgaskanal 82 ist an Druckkammern 83 angeschlos
sen, welche sowohl in die Hosenbeine als auch im
Brustbereich der Weste 65 eingearbeitet sind. Diese
Druckkammern 83, welche in Serie mit den Ballonen
aufgeblasen werden, dienen dazu, unmittelbar um den
Körper des Benutzers weitere Auftriebskörper zu
erzeugen, den Körper des Benutzers zusätzlich zu
polstern und außerdem dazu, einen sicheren Sitz der
Rettungsweste zu gewährleisten. Die Rettungsweste
kann daher bei normalem Gebrauch, also außerhalb des
Einsatz falls verhältnismäßig locker sitzen, so daß
sie den Benutzer in seinen Bewegungen nicht
behindert.
Bei dem Füllgerät gemäß Fig. 13 sind insgesamt drei
Druckfedern vorhanden, wobei auf die obere Druckfeder
81 auch verzichtet werden kann. An ihre Stelle tritt
dann allein die Schlagfeder 84, welche zwischen einem
gehäusefesten Ring 85 und einem mit dem Halsteil 28
der Druckgasflasche 7 verbundenen Kragenteil 86
zusammengespannt ist. Die Druckgasflasche 7 wird
gehalten mittels eines Halterings 87, der über einen
Sperrbolzen 88 in Verstellrichtung festgelegt ist.
Zwischen Haltering 87 und Gehäusering 85 ist eine
Rückstellfeder 89 zusammengespannt, deren Aufgabe
darin besteht, nach dem Auslösen des Sperrbolzens 88
den Haltering 87 wieder nach oben zu bewegen, so daß
der Sperrbolzen 88 erneut eingelegt werden kann. Die
Betätigung des Sperrbolzens 88 erfolgt durch
Schlagauslösung zur Betätigung des Schlagmechanismus
im Verbindungsknopf 67 der Weste 62. Dabei wird eine
Druckwelle in dem Betätigungsschlauch 12 erzeugt,
welche eine mit dem Sperrbolzen 88 verbundene Membran
90 gegen das Membrangehäuse 91 ausformt, so daß sie
die strichpunktierte Form 92 annimmt. Dabei wird das
innere Ende des Sperrbolzens 88 aus der entsprechen
den Bohrung des Halterings 87 herausgezogen und der
Haltering 87 freigegeben, so daß dieser zusammen mit
dem Druckgasbehälter 7 durch die Wirkung der Schlag
feder 84 nach unten geschlagen werden kann, wobei
wiederum die Nadel 26 das Verschlußplättchen 27
durchstößt. Das der Druckgasflasche 7 entströmende
Gas gelangt durch den Anschlußstutzen 93 in den
Druckgaskanal 82 (Fig. 11) und von dort über die
Druckkammer 83 der Weste 62 durch die Füllöffnung des
Ballons 8.
Fig. 14 zeigt eine speziell aus zwei Teilen angefer
tigte Druckgasflasche 7 aus einer Aluminium-Mangan-
Kupfer-Legierung, die sich durch eine besonders hohe
Druckfestigkeit von etwa 500 N/mm² auszeichnet. Nach
teilig an diesem Werkstoff ist, daß er sich nicht
durch Tiefziehen verformen läßt. Vielmehr müssen die
beiden Teile der Druckgasflasche, nämlich der Über
wurfteil 94 und der Hülsenteil 95 spanabhebend aus
entsprechenden Rohlingen hergestellt werden. In die
Gewindeverbindung zwischen den beiden Teilen wird
Klebstoff eingefüllt, welcher aushärtet, nachdem die
endgültige Schraubstellung durch laufendes Kalibrie
ren des Hohlvolumens zum Messen eines bestimmten
Volumenwerts erreicht ist. Das Gesamtgewicht der
Flasche für ein Füllvolumen von ca. 200 cm³ liegt bei
etwa 240 g und damit ca. 50% niedriger im Vergleich
zu volumensgleichen Druckgasflaschen aus Stahl.
Claims (33)
1. Gerät zur Rettung von Personen in Lawinen mit
wenigstens einem über eine körpernahe Verbindung
mit dem Benutzer verbindbaren zerreißfesten
Ballon (8), der im Rettungseinsatz mittels Druck
gas aufgeblasen wird, so daß er wie ein Auftriebs
körper seinen Benutzer an der Lawinenoberfläche
hält, und mit einem Füllgerät (6) zum Anschließen
des Ballons (8) an wenigstens einen Druckgas
behälter, welches eine Vorrichtung zum Öffnen des
Behälters umfaßt und mit einer Füllöffnung des
Ballons (8) verbunden ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Druckgasbehälter mit Füllgerät (6) unab
hängig vom Ballon direkt mittels Befestigungs
elementen oder indirekt über am Körper zu
tragende Kleidungsstücke oder sonstige Gegen
stände mit dem Körper des Benutzers verbunden ist
und daß das Füllgerät (6) für eine reine Gas
füllung über einen Druckkanal (13, 19, 75, 82)
mit der Füllöffnung des Ballons verbunden ist.
2. Gerät nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß es wenigstens zwei Ballone (8) und je Ballon
wenigstens einen Druckgasbehälter umfaßt und daß
alle Öffnungsvorrichtungen über eine gemeinsame
Auslösevorrichtung betätigbar sind.
3. Gerät nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß beide Druckgasbehälter an ein gemeinsames
Füllgerät (6) angeschlossen sind.
4. Gerät nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß beidseitig auf dem außenseitigen Rückenteil
des Benutzers je ein Ballon (8) dicht unterhalb
der Schultern jeweils in einer Ballontasche ein
gefaltet befestigt ist.
5. Gerät nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Ballone (8) im aufgeblasenen Zustand
jeweils eine in Richtung parallel zur Körper
längsachse gestreckte Säulenform aufweisen.
6. Gerät nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Ballone jeweils in Westentaschen (72)
innerhalb seitlicher Rückenschlitze (73) einer
Weste (62) eingefaltet sind.
7. Gerät nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Ballone (8) jeweils in einer Seitentasche
(55) an einem Rucksack oder Rückentraggestell
(56) innerhalb eines Schlitzes (57) der jewei
ligen Seitentasche (55) eingefaltet sind.
8. Gerät nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß sich die Ballone (8) im aufgeblasenen Zustand
wenigstens bis in Kopfhöhe des Benutzers
erstrecken.
9. Gerät nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Druckgasbehälter als Hochdruckschläuche
aus Kunststoff oder Gummi ausgebildet sind.
10. Gerät nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein oder mehrere Hochdruckschläuche in den
Gürtel oder dergleichen auf dem Körper des Benut
zers befestigten Gurtteilen eingearbeitet sind.
11. Gerät nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Druckgasbehälter und deren Füllgeräte (6)
oder ein gemeinsames Füllgerät auf einer am Kör
per, in einem Rucksack oder auf einem Rückentrag
gestell befestigten Tragplatte (16) montiert
sind, welche Ösen (14) zum Befestigen von Gurten
aufweist.
12. Gerät nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß als Druckbehälter Druckgasflaschen (7) aus
Leichtmetall vorgesehen sind.
13. Gerät nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Druckgasflaschen (7) aus einer Aluminium
legierung mit hoher Zugfestigkeit jeweils aus
einem Gußrohling spanabhebend hergestellt sind.
14. Gerät nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Druckgasflaschen (7) zwei- oder mehr
teilig zusammengesetzt sind.
15. Gerät nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Druckgasflaschen (7) jeweils aus einem
die Flaschenöffnung (78) aufweisenden inneren
Hülsenteil (95) und einem über dessen der
Flaschenöffnung gegenüberliegendes offenes Ende
aufgeschraubten Überwurfteil (94) zusammengesetzt
sind.
16. Gerät nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet,
daß beide Flaschenteile (94, 95) im Gewinde
bereich miteinander verklebt sind.
17. Gerät nach Anspruch 16,
dadurch gekennzeichnet,
daß die endgültige Schraubstellung durch gleich
zeitiges Kalibrieren des Hohlvolumens ermittelt
wird.
18. Gerät nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß je ein Ballon (8) mit zugehörigem Druckgas
behälter an einem von zwei seitlichen Längsholmen
(54) eines Rückentraggestells (56) befestigt oder
in diesen ganz oder teilweise integriert
angeordnet ist.
19. Gerät nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß je ein Ballon (8) an einem von zwei
seitlichen Längsholmen (54) eines
Rückentraggestells (56) befestigt oder in diesen
ganz oder teilweise integriert angeordnet ist,
wobei die den Ballonen zugeordneten
Druckgasbehälter in einem die beiden Längsholme
verbindenden Querholm des Rückentraggestells
untergebracht oder an diesem angeordnet sind.
20. Gerät nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Druckgasbehälter in einer Gürteltasche
untergebracht sind, die ein verlängertes
Rückenteil der Weste bildet.
21. Gerät nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Weste (62) mit einem Hosenteil (63) ver
sehen ist.
22. Gerät nach Anspruch 21,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Hosenteil (63) als kurze Hose ausgebildet
ist.
23. Gerät nach Anspruch 22,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Hosenbeine längs der Schenkelinnenseiten
offen, jedoch mit Verschlüssen (66) versehen
sind.
24. Gerät nach Anspruch 21,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Hosenteil (63) Außentaschen (64) im
Bereich der Oberschenkel zur Aufnahme je einer
Druckgasflasche (7) aufweist.
25. Gerät nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Druckgasflaschen (7) in länglichen, in
Taschen zu tragenden Köchern (65) mit Deckel
jeweils aus steifem Werkstoff aufgenommen sind.
26. Gerät nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Weste (62) zumindest im Bereich ihres
Vorderteils aufblasbare Kammern (83) aufweist,
welche in den Weg des Druckgases zum Befüllen der
Ballone (8) eingeschaltet sind.
27. Gerät nach Anspruch 26,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kammern mit Abblaseventilen verbunden
sind, welche ein kontrolliertes allmähliches
Ablassen des in den Kammern angesammelten
Druckgases bewirken.
28. Gerät nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Auslösevorrichtung mit einem Auslöser
(67) für Schlagbetätigung versehen ist.
29. Gerät nach Anspruch 28,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Auslöseeinrichtung ein Gehäuse umfaßt, in
welchem eine mit Druckgas gefüllte Kapsel
aufgenommen ist.
30. Gerät nach Anspruch 29,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Auslösevorrichtung einen Knopf aufweist,
welcher auf eine gegen die Kapsel gerichtete
Nadel wirkt.
31. Füllgerät nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß dessen Öffnungsvorrichtung für eine Druck
gasflasche (7) eine Nadel (26) zum Durchstechen
ihres Verschlußplättchens (27) aufweist, die in
einem Nadelhalter (25) sitzt, welcher pneumatisch
oder mittels Federkraft relativ zu einem
Führungskanal (24), nach außen abgedichtet,
betätigbar ist.
32. Füllgerät nach Anspruch 31,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Druckgasflasche mit einem Außengewinde
ihres die Öffnung (78) bildenden Halsteils (28)
in einem den Führungskanal (24) enthaltenden Ge
häuseteil (40) aufgenommen ist.
33. Füllgerät nach Anspruch 31,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Druckgasflasche (7) mittels Federkraft in
einer Richtung gegen die Nadel (26) vorgespannt
angeordnet ist, derart, daß bei Freigabe einer
Sperre (44) durch Betätigung der Auslösevor
richtung die Druckgasflasche mit ihrem Verschluß
plättchen (27) über die Nadel (26) geschlagen
wird.
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