DE19515734A1 - Verfahren zur Herstellung von Holzfasern - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von HolzfasernInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von
Faserplatten aus Holzfasern, bei dem zerkleinerte Holzpartikel
als Hackschnitzel einer Behandlung mit Sattdampf unter Druck-
und Temperaturbeaufschlagung zur Reduzierung der Bindekraft
der holzeigenen Bindemittel unterworfen werden, die derart be
handelten Hackschnitzel in einer Mühle zur Gewinnung der Holz
fasern zerkleinert werden, das Sattdampf-Fasergemisch unter
Trocknung und Zumischung eines leimartigen Bindemittels einem
ersten Abscheider oder einer Abscheidergruppe zur Trennung der
Holzfasern vom gasförmigen Fördermedium zugeführt wird und die
abgeschiedenen Holzfasern gegebenenfalls unter erneuter Zu
mischung eines gasförmigen Fördermediums und Durchführung
weiterer Verfahrensschritte wie Bunkerung, Sichtung und/oder
Abscheidung der Holzfasern aus dem Fördermedium in einem zwei
ten Abscheider zur Herstellung der Faserplatten einer Form-
und Pressenstraße zugeführt werden.
Im Gegensatz zu Preßspanplatten weisen verleimte Faserplatten
aus Holzfasern wesentlich bessere Festigkeitswerte, größere
Homogenität und eine verbesserte Bearbeitbarkeit auf.
Nach dem Stand der Technik werden die Holzfasern zur Herstel
lung der Faserplatten derart gewonnen, daß Rohholz in einem
Hacker zu sogenannten Hackschnitzeln zerkleinert wird.
Diese Hackschnitzel werden, eventuell nach einer Vorwärmung,
anschließend einer Sattdampf-Behandlung unterworfen, wobei der
Sattdampf einen Druck zwischen etwa 7 und 10 bar und eine
Temperatur von etwa 140 bis 170° C aufweist. Durch diesen
Dämpfungsprozeß werden die natürlichen holzeigenen Bindemittel
wie Harze oder Lignin plastifiziert, wodurch ihre Bindungs
kraft reduziert wird. Gleichzeitig werden die eingebundenen
Holzfasern bei diesem Dämpfungsprozeß erweicht.
Nach dieser Vorbehandlung werden die Hackschnitzel in einer
unter Sattdampf stehenden Mühle zerfasert und die eigentlichen
Fasern in Form von dünnen und feinen Fäden gewonnen.
Das Sattdampf-Fasergemisch wird anschließend über Rohrleitun
gen in einen sogenannten Stromtrockner eingeblasen, wo, gege
benenfalls unter Reduzierung des Behandlungsdruckes, flüssiger
Leim eingespritzt wird und der Naßdampf mit heißer Luft von
zum Beispiel 170°C vermischt wird.
Durch die Aufnahme der Dampfbestandteile des Naßdampfes kühlt
sich die zugemischte Luft unter Trocknung der Holzfasern rela
tiv stark ab, wobei sich ein Dampf-Luftgemisch mit etwa 40°
relativer Luftfeuchtigkeit und einem Taupunkt von ca. 50°C
einstellt.
Dieses gegenüber dem Naßdampf vergleichsweise trockene Gemisch
wird anschließend einem oder mehreren Zyklonen zur Abscheidung
der gewonnenen Holzfasern zugeführt. Im Abscheider wird die
warme Luft nach außen abgeblasen, während die schwereren Fa
sern unten ausgetragen werden.
Die auf diese Art und Weise gewonnenen Fasern können nun,
gegebenenfalls unter Durchführung weiterer Verfahrensschritte,
einer Form- und Pressenstraße zugeführt werden, in der die
Faserplatten unter Aushärtung des Leimes hergestellt werden.
Als weitere Behandlungsschritte für die Holzfasern kommen
beispielsweise ihre Bunkerung, eine Sichtung mit Hilfe eines
Windsichters und eine erneute Abscheidung in einem nach dem
Sichter angeordneten Abscheider in Frage.
Aufgrund des erforderlichen hohen Volumenstromes an Heißluft
ist der bekannte Herstellungsprozeß sehr energieaufwendig,
zumal die als Fördermedium dienende Luft nach dem ersten Ab
scheider als Abluft ins Freie geblasen wird, wobei hier gege
benenfalls die Notwendigkeit besteht, staubförmige oder gifti
ge Bestandteile der Abluft mit Hilfe von aufwendigen Filter
anlagen herauszufiltern.
Bei diesem Verfahren kühlt sich das Abgas so stark ab, daß
eine Energieausnutzung des verbleibenden Wärmeinhaltes in den
meisten Fällen nicht mehr sinnvoll ist.
Aus diesem Grunde müssen bei dem beschriebenen Herstellungs
prozeß zusätzliche Energiequellen vorgesehen werden, die zum
Beispiel für die Vorwärmung der Hackschnitzel oder die Vorwär
mung der Sichterluft sorgen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein gattungsgemäßes
Herstellungsverfahren zu schaffen, bei dem der Energiever
brauch vermindert ist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß dem
Sattdampf-Fasergemisch zur Trocknung und Förderung Heißdampf
zugemischt wird.
Im Sinne dieser Patentanmeldung wird als Sattdampf bzw. Naß
dampf oder gesättigter Dampf ein Dampfzustand entsprechend dem
Naßdampfgebiet der bekannten Dampftafeln bezeichnet. Als Heiß
dampf bzw. überhitzter Dampf wird ungesättigter Dampf bezeich
net, der zur Aufnahme weiteren Dampfes in der Lage ist und an
das Naßdampfgebiet angrenzt.
Durch die erfindungsgemäße Maßnahme kann zunächst auf die
Zuführung von trockener Heißluft zum Sattdampf-Fasergemisch
verzichtet werden, da der nunmehr zugemischte nicht gesättigte
Heißdampf zu einer Trocknung des Sattdampf-Fasergemisches in
der Lage ist und auch den Transport des Gemisches in den Rohr
leitungen übernehmen kann.
Da der nunmehr entstehende Heißdampf unter Druck steht, ist es
erforderlich, den ersten Abscheider als druckfesten Zyklon
auszubilden. Diesem Zyklon wird nach Trennung der Fasern vom
dampfförmigen Fördermedium der überhitzte Dampf entnommen und
einem Verteiler zugeführt, von wo aus er energiesparend unter
schiedlichen Nutzungen zugeführt werden kann.
Die Menge und die Zustandsgrößen des gemäß Patentanspruchs 1
zugeführten Heißdampfes ist vorzugsweise so gewählt, daß der
zunächst vorliegende Sattdampf vollständig in den Heißdampf
zustand überführt wird.
Aufgrund der Überführung des bisher offenen Prozesses in einen
geschlossenen Kreislauf entstehen auf diese Weise keine Ab
gasmengen nach dem ersten Abscheider mehr, die aufwendig und
unter Energieverlust gereinigt werden müssen. Vielmehr wird
aus der Verteilerkammer ein Großteil des Heißdampfes unter
erneuter Überhitzung in einem Wärmetauscher mittels eines
Ventilators dem Sattdampf-Fasergemisch zugeführt, wo er unter
Trocknung des entsprechenden Gemisches auch dessen Förderung
übernimmt.
Aufgrund der im Wärmetauscher zugeführten Energie kann ein
weiterer Teilvolumenstrom des Heißdampfes erfindungsgemäß zum
Beispiel zur Vorwärmung der Hackschnitzel entnommen werden, so
daß sich auch hier eine entsprechende Energieeinsparung er
gibt. Ein weiterer Teilvolumenstrom kann, falls erforderlich,
zur Vorwärmung der Sichterluft entnommen werden oder der Sich
terluft direkt zugemischt werden, wobei der Feuchtigkeits
gehalt der Luft im Sichter ansteigt, so daß die zu sichtenden
Fasern heißer werden und die Verarbeitungszeiten in der Pres
senstraße entsprechend verkürzt sind.
Die restliche, eventuell noch vorhandene überschüssige Energie
kann in einem weiteren Teilstrom zur Brauchwassererwärmung,
Gebäudeheizung oder für sonstige Heizzwecke verwendet werden.
Die Erfindung wird anhand eines schematischen Prozeßschau
bildes beispielsweise veranschaulicht.
Zur Erzeugung von Holzfasern zur Herstellung von Faserplatten
wird zunächst Rohholz in einem Hacker 1 zerkleinert und die
erzeugten Hackschnitzel einem Autoklaven 2 zugeführt. Im Inne
ren des Autoklaven 2 erfolgt eine satzweise Behandlung der
Hackschnitzel mit Sattdampf bei einem Druck von ca. 8 bar und
einer Temperatur von ca. 150°C. Durch die Dampfbehandlung
werden die holzeigenen Bindemittel plastifiziert und die Holz
fasern erweicht.
Nach der Dämpfung der Hackschnitzel werden diese einer eben
falls unter Sattdampf stehenden Mühle 3 zugeführt, in der die
erweichten Schnitzel mit Hilfe von geeigneten Mahlaggregaten
zerfasert und die feinen Holzfasern freigelegt werden.
Das unter Druck stehende Sattdampf-Holzfasergemisch wird an
schließend über eine Rohrleitung 4 einem als Zyklon arbeiten
den ersten Abscheider 5 zugeführt, wo die Holzfasern vom För
dermedium getrennt werden.
Zuvor kann mittels einer Zuleitung 6 hinter der Mühle 3 flüs
siger Leim in die Rohrleitung 4 eingemischt werden, der die im
Sattdampf geförderten Holzfasern ummantelt und über eine Zu
führung 7 mit Hilfe eines Ventilators 8 in die Rohrleitung 4
überhitzter Dampf eingeblasen, der zur Überhitzung einen Wär
metauscher 9 durchlaufen hat.
Die Zustandsgrößen des zugeführten Heißdampfes und dessen
Menge werden so gewählt, daß der Sattdampf unter Trocknung der
Holzschnitzel im überhitzten Heißdampf umgewandelt wird.
Der überhitzte Heißdampf, der gleichzeitig mit den leimumman
telten Holzfasern dem ersten Abscheider 5 zugeführt wird,
verläßt diesen in immer noch überhitztem Zustand und gelangt
in eine Verteilerkammer 10, wo mehrere Teilvolumenströme ent
nommen werden können. Der größte Teilvolumenstrom I wird dem
bereits erwähnten Wärmetauscher 9 zugeführt, dort hoch über
hitzt und, wie bereits beschrieben, mittels des Ventilators 8
in die Rohrleitung 4 eingeblasen.
Ein zweiter Teilvolumenstrom II wird über eine Rohrleitung 11
dem Hacker 1 zugeführt und dient zur Vorwärmung der Hack
schnitzel.
Das im ersten Abscheider 5 abgeschiedene Fasermaterial wird
anschließend an einen Windsichter 12 übergeben, in dem gröbere
Holzbestandteile oder Leimklumpen abgetrennt werden und als
sogenanntes Schwergut aus dem Prozeß entfernt werden.
Die zur Windsichtung erforderliche Luft wird mittels eines
Ventilators 13 einem Wärmetauscher 14 zugeführt, wobei der
Wärmetauscher 14 mittels eines dritten Teilvolumenstromes III,
der der Verteilerkammer 10 entnommen wird, mit Wärme zur Luft
vorwärmung versorgt wird. Ein vierter Teilvolumenstrom IV wird
direkt der in den Windsichter 12 eingeblasenen erwärmten Luft
zugeführt und dient zur Anhebung der Luftfeuchtigkeit im Wind
sichter 12. Aus diesem Grunde kann die Temperatur der gesich
teten Holzfasern erhöht werden.
Nach Durchlaufen des Windsichters 12 wird das Luft-Holzfaser-
Gemisch mittels eines Ventilators 15 einem zweiten Abscheider
16 zugeführt, den die erwärmte Luft als Abluft verläßt, wäh
rend die abgetrennten Holzfasern als Nutzgut entnommen und
ihrer weiteren Verarbeitung in einer Form- und Pressenstraße
zugeführt werden können.
Ein weiterer Teilvolumenstrom V kann bei entsprechender Ener
gieführung des Prozesses der Verteilerkammer 10 entnommen
werden und beispielsweise zur Hallenheizung oder Brauchwasser
erhitzung verwendet werden.
Ein oder mehrere der mit römischen Ziffern bezeichneten Teil
volumenströme können bei dem beschriebenen Verfahren einem
nicht dargestellten Naßwäscher zugeführt werden, wo sich an
reichernde Verunreinigungen entfernt werden können.
Mit dem oben beschriebenen Verfahren sind gegenüber dem be
kannten Stand der Technik Energieeinsparungen von überschlägig
50 Prozent möglich.
Bezugszeichenliste
1 Hacker
2 Autoklav
3 Mühle
4 Rohrleitung
5 erster Abscheider
6 Zuleitung
7 Zuführung
8 Ventilator
9 Wärmetauscher
10 Verteilerkammer
11 Rohrleitung
12 Windsichter
13 Ventilator
14 Wärmetauscher
15 Ventilator
16 zweiter Abscheider
2 Autoklav
3 Mühle
4 Rohrleitung
5 erster Abscheider
6 Zuleitung
7 Zuführung
8 Ventilator
9 Wärmetauscher
10 Verteilerkammer
11 Rohrleitung
12 Windsichter
13 Ventilator
14 Wärmetauscher
15 Ventilator
16 zweiter Abscheider
Claims (7)
1. Verfahren zur Herstellung von Faserplatten aus Holzfasern,
bei dem zerkleinerte Holzpartikel als Hackschnitzel einer
Behandlung mit Sattdampf unter Druck- und Temperaturbeauf
schlagung zur Reduzierung der Bindekraft der holzeigenen
Bindemittel unterworfen werden, die derart behandelten
Hackschnitzel in einer Mühle zur Gewinnung der Holzfasern
zerkleinert werden, das Sattdampf-Fasergemisch unter
Trocknung und Zumischung eines leimartigen Bindemittels
einem ersten Abscheider oder einer Abscheidergruppe zur
Trennung der Holzfasern vom gasförmigen Fördermedium zu
geführt wird und die abgeschiedenen Holzfasern gegebenen
falls unter erneuter Zumischung eines gasförmigen Förder
mediums und Durchführung weiterer Verfahrensschritte wie
Bunkerung, Sichtung und/oder Abscheidung der Holzfasern
aus dem Fördermedium in einen zweiten Abscheider zur Her
stellung der Faserplatten einer Form- und Pressenstraße
zugeführt werden, dadurch gekenn
zeichnet, daß dem Sattdampf-Fasergemisch zur Trock
nung und Förderung Heißdampf zugemischt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Sattdampf durch die Heißdampf-
Zumischung in den Heißdampf-Zustand überführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Heißdampf nach dem ersten
Abscheider (5) einer Verteilerkammer (10) zugeführt wird,
der zumindest ein Teilvolumenstrom I zur Rückführung in
das Sattdampf-Fasergemisch entnommen wird, wobei der Teil
volumenstrom I in einem Wärmetauscher (9) überhitzt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Verteilerkammer (10) ein Teilvo
lumenstrom II des Heißdampfes zur Vorwärmung der Hack
schnitzel entnommen wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 oder 4, da
durch gekennzeichnet, daß der Vertei
lerkammer (10) ein Teilvolumenstrom III des Heißdampfes
zur Vorwärmung der Sichterluft entnommen wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 5, da
durch gekennzeichnet, daß der Vertei
lerkammer (10) ein Teilvolumenstrom IV des Heißdampfes zur
Zumischung zur Sichterluft entnommen wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 6, da
durch gekennzeichnet, daß der Vertei
lerkammer (10) ein Teilvolumenstrom V des Heißdampfes zur
Brauchwassererwärmung oder Gebäudeheizung entnommen oder
sonstigen Wärmetauschern zugeführt wird.
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