DE19512885A1 - Drosselklappenstutzen - Google Patents
DrosselklappenstutzenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Drosselklappenstutzen mit einer in einem Gehäuse
schwenkbar angeordneten Drosselklappe.
Drosselklappenstutzen der vorstehenden Art sind zur Regelung der Ansaugluft
von Ottomotoren in Kraftfahrzeugen allgemein bekannt.
Solche Drosselklappenstutzen sollen möglichst weitgehend dicht schließen und
gleichfalls aber aus der Schließstellung heraus wieder leichtgängig zu öffnen
sein. Dies erfordert eine hohe Durchmessergenauigkeit und Rundheit des
Gehäuses des Drosselklappenstutzens und der Drosselklappe.
Um diese Fertigungsgenauigkeit zu vermeiden, ist es bekannt, zur
Verminderung des Leckluftdurchsatzes eine in der Mantelfläche der
Drosselklappe umlaufende Nut vorzusehen, in der ein federnder Ring
eingesetzt wird.
Es ist auch bekannt, im Randbereich der Drosselklappe eine Federmanschette
anzuordnen, die mit zwei aus dem Drosselklappenrand herausbewegbaren
Bogenstücken gegen eine Stellfläche des Gehäuses des Drosselklappenstut
zens anliegt.
Derartige Lösungen sind kompliziert im Aufbau und erfordern deshalb einen
hohen Fertigungsaufwand. Die zur Abdichtung der Drosselklappe gegenüber
dem Gehäuse vorgesehenen federnden Ringe oder Federmanschetten sind
nicht in der Lage, Abweichungen in der Rundheit des Gehäuses des Drossel
klappenstutzens auszugleichen, da die Umfangsfläche der Dichtelemente nicht
veränderbar ist.
Das führt in Schließstellung der Drosselklappe zu hohen Leckluftwerten, wäh
rend bei Öffnung der Drosselklappe aus der Schließstellung eine unkontrollierte
Verwirbelung der Luftströmung auftritt. Die undefinierte Veränderung des Luft
durchtrittsquerschnitts im Moment der Öffnung der Drosselklappe aus der
Schließstellung bewirkt damit eine sprunghafte Änderung der den Luftdurchsatz
beschreibenden Drehwinkel-Luftmassen-Kennlinie.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Drosselklappenstutzen der
eingangs genannten Art zu schaffen, bei dem mit einfachen Mitteln, ohne
großen Fertigungsaufwand und ohne Einhaltung hoher Fertigungstoleranzen
an der Drosselklappe und dem Gehäuse des Drosselklappenstutzens hohe
Leckluftwerte vermieden werden und eine ausreichende und zuverlässige
Abdichtung der Drosselklappe gegenüber dem Gehäuse des Drosselklappen
stutzens erreicht wird.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der zur Anlage an das
Gehäuse des Drosselklappenstutzens gelangende, radial umlaufende Randbe
reich der Drosselklappe mit einer plastisch und/oder elastisch verformbaren,
etwa radial hervorstehenden Dichtlippe versehen ist, die in Schließstellung der
Drosselklappe an der Innenwand des Gehäuses in Anlage ist.
Eine Dichtheit der Drosselklappe gegenüber dem Gehäuse in Schließstellung
ist dadurch gegeben, daß beim Verschwenken der Drosselklappe in
Schließstellung die etwa radial hervorstehende Dichtlippe durch
Druckbeaufschlagung gegen die Innwand des Gehäuses des
Drosselklappenstutzens in jenen Bereichen plastisch verformt wird, wo die
Drosselklappe in deren Schließstellung an der Innenwand des Gehäuses derart
zur Anlage kommt, daß die Streckgrenze des Werkstoffs der Dichtlippe
überschritten wird und die Dichtlippe in dieser Form verharrt.
In den Bereichen der an der Drosselklappe etwa radial hervorstehenden Dicht
lippe, wo in Schließstellung der Drosselklappe diese mit der Innenwand des
Gehäuses zur Anlage kommt, ohne daß die Streckgrenze des Werkstoffs der
Dichtlippe erreicht wird, erfolgt eine elastische Verformung der Dichtlippe.
Der radial umlaufende Randbereich der Drosselklappe besitzt damit eine in
Schließstellung der Drosselklappe zur Innenkontur des Gehäuses des Dros
selklappenstutzens etwa parallele Außenkontur.
Sowohl die plastisch als auch die elastisch verformten Bereiche der Dichtlippe
dichten somit die Drosselklappe in deren Schließstellung gegenüber dem
Gehäuse des Drosselklappenstutzens zuverlässig ab, wodurch die Leckluft
mengen auf ein Minimum reduziert werden.
Aufgrund der vorgeprägten Konturen des radial umlaufenden Randbereichs der
Drosselklappe ist auch ein leichtes Öffnen der Drosselklappe möglich, wonach
gleichfalls weitere Schließvorgänge ohne größeren Anpreßdruck vollziehbar
sind.
In vorteilhafter Weise ist die Dichtlippe jeweils in dem entgegen der Schließrich
tung einer Drosselklappenhälfte weisenden Endbereich des radial umlaufenden
Randbereichs der Drosselklappe angeordnet.
Durch diese Anordnung der Dichtlippe wird eine Verringerung der Beeinflus
sung der laminaren Strömungseigenschaften erreicht, wobei die Verwirbelung
der Luftströmung beim Schließen der Drosselklappe kontrolliert verläuft.
Die Anordnung der Dichtlippe in dem genannten Endbereich des radial umlau
fenden Randbereichs der Drosselklappe hat weiterhin den Vorteil, daß bis zu
diesem Endbereich der Schließvorgang der Drosselklappe ohne wesentlich
zusätzlichen Anpreßdruck erfolgt und erst bei Anlage der Dichtlippe an der
Innenwand des Gehäuses unter geringem Anpreßdruck die Drosselklappe in
Schließstellung gelangt.
Dadurch ist bei Öffnung der Drosselklappe eine gute Dosierbarkeit des Luft
durchtrittsquerschnitts möglich, wobei unerwünschte Veränderungen in der
Drehwinkel-Luftmassen-Kennlinie vermieden werden. Diese Anordnung der
Dichtlippe vermeidet ein durch Verwindung der Dichtlippe verursachtes Fest
klemmen der Drosselklappe in ihrer Schließstellung.
Bei einer durch einen Spritzvorgang hergestellten Drosselklappe ist es vorteil
haft, wenn die Dichtlippe ein Formtrenngrat ist.
Dieser Formtrenngrat entsteht beim Spritzvorgang, indem die Formtrennung
der beiden Drosselklappenhälften in jeweils entgegengesetzter Richtung
erfolgt. Die Nutzung des Formtrenngrats als Dichtlippe hat den Vorteil, daß für
die Anbringung der Dichtlippe keine aufwendigen Werkzeuge und Fertigungs
verfahren erforderlich sind, da der Formtrenngrat beim Spritzvorgang ohnehin
entsteht. Die zumeist abgerundet zum Endbereich des radial umlaufenden
Randbereichs der Drosselklappe verlaufende Form des Formtrenngrats ist
besonders vorteilhaft für eine definierte Anlage der Drosselklappe an die
Innenwand des Gehäuses beim Schließvorgang sowie für die Gewährleistung
kontrollierter Strömungsverhältnisse bei Öffnung der Drosselklappe. Der
schmale radial auslaufende Endbereich des Formtrenngrats ist besonders gut
für eine plastische und/oder elastische Verformbarkeit geeignet, da hierzu kein
großer Anpreßdruck der Drosselklappe gegen die Innenwand des Gehäuses
erforderlich ist.
In vorteilhafter Weise kann die Drosselklappe in ihrer Schließstellung zur
rechtwinkligen Querschnittsebene des Drosselklappenstutzens geneigt sein
und einen dieser geneigten Querschnittsebene entsprechende ovale Umfangs
kontur besitzen.
Bei einer derartig ausgebildeten Drosselklappe ist beim Verschwenken dersel
ben in ihre Schließstellung kein hoher Anpreßdruck erforderlich und die Dros
selklappe ist wieder leichtgängig zu öffnen, wobei einem Verklemmen der
Drosselklappe in Schließstellung entgegengewirkt wird.
Zum Erreichen eines guten Reibverhaltens ist es vorteilhaft, wenn der radial
umlaufende Randbereich der Drosselklappe aus einem zusammen mit dem
Werkstoff des Gehäuses einen niedrigen Reibkoeffizient aufweisenden Material
besteht. Das verhindert zusätzlich ein mögliches Verklemmen der Drossel
klappe in Schließstellung.
Besonders vorteilhaft für ein gutes Reibverhalten ist es, wenn der radial umlau
fende Randbereich der Drosselklappe aus einem Kunststoff mit Gleitmittelein
lagerungen besteht.
Der radial umlaufende Randbereich der Drosselklappe hat eine hohe Stabilität
bei gleichzeitig gutem Reibverhalten, wenn dieser aus einem glasfaserverstärk
ten Kunststoff mit Kohlenstoff-Einlagerungen besteht.
Für die Nutzung des Formtrenngrates der durch einen Spritzvorgang hergestell
ten Drosselklappe als Dichtlippe ist es von Vorteil, wenn die Drosselklappe aus
dem einen zusammen mit dem Werkstoff des Gehäuses einen niedrigen Reib
koeffizient aufweisenden Material besteht, um ein zusätzlich gutes Reibverhal
ten zu erreichen.
Zur Vermeidung zu großer elastischer Formabweichungen und Abweichungen
in der Drehwinkel-Luftmassen-Kennlinie der Drosselklappe ist es vorteilhaft,
wenn die Drosselklappe an ihrem umlaufenden Randbereich aus einem Ring
gebildet ist, der aus dem zusammen mit dem Werkstoff des Gehäuses einen
niedrigen Reibkoeffizient aufweisenden Material besteht. Hierbei ist der
Formtrenngrat als plastisch und/oder elastisch verformbare Dichtlippe nutzbar.
Die Erfindung wird nachfolgend an Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es
zeigen:
Fig. 1 einen Schnitt durch einen Drosselklappenstutzen,
Fig. 2 einen radial umlaufenden Randbereich einer Drosselklappe aus Fig. 1,
Fig. 3 eine weitere Ausführungsform des radial umlaufenden Randbereichs der
Drosselklappe aus Fig. 1.
In Fig. 1 ist ein Gehäuse 1 dargestellt, durch welches quer hindurch eine Dros
selklappenwelle 2 führt, die eine Drosselklappe 3 trägt. Die Drosselklappe 3
weist an ihrem zur Anlage an das Gehäuse 1 gelangenden, radial umlaufenden
Randbereich eine plastisch und/oder elastisch verformbare, radial hervorste
hende Dichtlippe 4 auf, wie aus Fig. 2 ersichtlich ist. Die Dichtlippe 4 ist ein
Formtrenngrat der durch einen Spritzvorgang hergestellten Drosselklappe 3.
Durch Formtrennung beider Hälften der Drosselklappe 3 in jeweils entgegenge
setzter Richtung ist der Formtrenngrat vorteilhaft jeweils dem entgegen der
Schließrichtung einer Hälfte der Drosselklappe 3 weisenden Ende des radial
umlaufenden Randbereichs der Drosselklappe 3 angeordnet.
Der Formtrenngrat wird in Schließstellung der Drosselklappe 3 an der Innen
wand des Gehäuses 1 in Anlage gebracht, wobei eine plastische und/oder
elastische Verformung des Formtrenngrates erfolgt.
Durch schräge Ausbildung der radial umlaufenden Umfangsfläche der Drossel
klappe 3 ist diese in ihrer Schließstellung zur rechtwinkligen Querschnittsebene
des Drosselklappenstutzens geneigt.
Das Gehäuse 1 besteht, wie allgemein üblich, aus Aluminium. Die Drossel
klappe 3 besteht aus einem glasfaserverstärkten Kunststoff mit Kohlenstoff-Ein
lagerungen oder einem anderen Werkstoff mit einem geringeren Reibkoeffi
zient gegenüber dem Aluminium des Gehäuses 1.
Entsprechend Fig. 3 ist die Drosselklappe 3 an ihrem radial umlaufenden
Randbereich aus einem Ring 5 gebildet, wobei jeweils an dem entgegen der
Schließstellung einer Hälfte der Drosselklappe 3 weisenden Ende des radial
umlaufenden Randbereichs der Drosselklappe 3 die Dichtlippe 4 als Form
trenngrat angeordnet ist.
Claims (10)
1. Drosselklappenstutzen mit einer in einem Gehäuse schwenkbar ange
ordneten Drosselklappe, dadurch gekennzeichnet, daß der zur Anlage
an das Gehäuse (1) des Drosselklappenstutzens gelangende, radial
umlaufende Randbereich der Drosselklappe (3) mit einer plastisch
und/oder elastisch verformbaren, etwa radial hervorstehenden Dichtlippe
(4) versehen ist, die in Schließstellung der Drosselklappe (3) an der
Innenwand des Gehäuses (1) in Anlage ist.
2. Drosselklappenstutzen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Dichtlippe (4) jeweils in dem entgegen der Schließrichtung einer
Drosselklappenhälfte weisenden Endbereich des radial umlaufenden
Randbereichs der Drosselklappe (3) angeordnet ist.
3. Drosselklappenstutzen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtlippe (4) ein Formtrenngrat der
durch einen Spritzvorgang hergestellten Drosselklappe (3) ist.
4. Drosselklappenstutzen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Drosselklappe (3) in ihrer Schließstel
lung zur rechtwinkligen Querschnittsebene des Drosselklappenstutzens
geneigt ist und einen dieser geneigten Querschnittsebene entspre
chende ovale Umfangskontur besitzt.
5. Drosselklappenstutzen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der radial umlaufende Randbereich der
Drosselklappe (3) eine in Schließstellung der Drosselklappe (3) zur
Innenkontur des Gehäuses (1) des Drosselklappenstutzens etwa paral
lele Außenkontur besitzt.
6. Drosselklappenstutzen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der radial umlaufende Randbereich der
Drosselklappe (3) aus einem zusammen mit dem Werkstoff des Gehäu
ses (1) einen niedrigen Reibkoeffizient aufweisenden Material besteht.
7. Drosselklappenstutzen nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß
der radial umlaufende Randbereich der Drosselklappe (3) aus einem
Kunststoff mit Gleitmitteleinlagerungen besteht.
8. Drosselklappenstutzen nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß
der radial umlaufende Randbereich der Drosselklappe (3) aus einem
glasfaserverstärkten Kunststoff mit Kohlenstoff-Einlagerungen besteht.
9. Drosselklappenstutzen nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Drosselklappe (3) aus dem einen zusammen mit
dem Werkstoff des Gehäuses (1) einen niedrigen Reibkoeffizient aufwei
senden Material besteht.
10. Drosselklappenstutzen nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Drosselklappe (3) an ihrem radial umlaufenden
Randbereich aus einem Ring (5) gebildet ist, der aus dem zusammen mit
dem Werkstoff des Gehäuses (1) einen niedrigen Reibkoeffizient aufwei
senden Material besteht.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995112885 DE19512885A1 (de) | 1995-04-06 | 1995-04-06 | Drosselklappenstutzen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995112885 DE19512885A1 (de) | 1995-04-06 | 1995-04-06 | Drosselklappenstutzen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19512885A1 true DE19512885A1 (de) | 1996-10-10 |
Family
ID=7758933
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1995112885 Withdrawn DE19512885A1 (de) | 1995-04-06 | 1995-04-06 | Drosselklappenstutzen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19512885A1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19732342A1 (de) * | 1997-07-28 | 1999-02-18 | Mannesmann Vdo Ag | Drosselklappenstutzen |
| DE10050393A1 (de) * | 2000-10-12 | 2002-04-18 | Siemens Ag | Drosselklappenstutzen |
-
1995
- 1995-04-06 DE DE1995112885 patent/DE19512885A1/de not_active Withdrawn
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19732342A1 (de) * | 1997-07-28 | 1999-02-18 | Mannesmann Vdo Ag | Drosselklappenstutzen |
| DE19732342C2 (de) * | 1997-07-28 | 1999-07-15 | Mannesmann Vdo Ag | Drosselklappenstutzen |
| DE10050393A1 (de) * | 2000-10-12 | 2002-04-18 | Siemens Ag | Drosselklappenstutzen |
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