DE19509268A1 - Vorrichtung zur Vermessung und zum Training von Kräften und/oder Beweglichkeiten von Mensch oder Tier - Google Patents
Vorrichtung zur Vermessung und zum Training von Kräften und/oder Beweglichkeiten von Mensch oder TierInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Vermessung und
zum Training von Kräften und/oder Beweglichkeiten von
Mensch oder Tier.
Solche Vorrichtungen werden beispielsweise benötigt, um die
Entwicklung einzelner Muskeln oder Muskelpartien bzw. der
Beweglichkeit der entsprechenden Körperteile möglichst
exakt zu steuern. Dies kann etwa im Leistungssport von
Bedeutung sein, um einen Trainingsfortschritt zu überprü
fen, aber auch bei medizinischen Rehabilitationsprozessen.
Vergleichbare Anwendungen sind auch für Rennpferde etc.
denkbar.
Die genannten Verwendungsmöglichkeiten betreffen die Ent
wicklung von Muskeln bzw. der Beweglichkeit von Körpertei
len. Hierzu müssen deren Leistungsfähigkeit bzw. die Kräf
te, welche sie aufbringen können, über einen längeren Zeit
raum immer wieder gemessen werden. Dabei ist es von großer
Bedeutung, vergleichbare Meßwerte zu erhalten, was in der
Praxis bisher kaum möglich war.
Die vorliegende Erfindung hat das Ziel, eine Vorrichtung
zur Vermessung und zum Training von Kräften und/oder Be
weglichkeiten von Mensch oder Tier zur Verfügung zu stel
len, welche vor allem für die genannten Anwendungen besser
geeignet ist.
Sie erreicht dieses Ziel mit dem Gegenstand des Anspruchs 1,
also durch eine Vorrichtung zur Vermessung und zum Training
von Kräften und/oder Beweglichkeiten von Mensch oder Tier,
welche Mittel zur Kraft- und/oder Beweglichkeitsmessung mit
vorgegebenen Angriffsmitteln und Positionierungsmittel zur
reproduzierbaren Einstellung der Relativlage von Körper
teilen und Angriffsmitteln aufweist.
Auf diese Weise wird die Lage der betroffenen Körperteile
relativ zu den entsprechenden Angriffsmitteln während der
einzelnen Messungen oder Übungen grundsätzlich reproduzier
bar. Infolgedessen kann sie immer wieder gleich eingestellt
werden. Im Ergebnis können dadurch die einzelnen Kraftmes
sungen oder Übungen unter gleichen oder zumindest unter
ähnlichen Bedingungen durchgeführt werden. Die Meßergeb
nisse werden somit vergleichbar und damit den an sie ge
stellten Anforderungen in der gewünschten Präzision ge
recht. Nach einer Einstellung der Kopplung Mensch-Maschine
können beispielsweise nacheinander Kräfte an den "Symme
trieantrieben", also etwa am rechten und am linken Knie,
und auch in verschiedenen Wirkrichtungen, z. B. Knie strek
ken oder beugen, gemessen werden.
In einer bevorzugten Ausführungsform sind die Angriffsmit
tel und die Mittel zur Kraftmessung als Kraftaufnahmeplat
ten bzw. Druckmeßdosen ausgebildet (Anspruch 2). Dies ist
insbesondere dann von Vorteil, wenn die Position der be
troffenen Körperteile während der Messung nicht verändert
werden soll, wie es bei isometrischen Übungen der Fall ist.
Hier kann aus dem Druck, welchen ein betroffenes Körperteil
in einer vorgegebenen Positionierung auf eine Kraftaufnah
meplatte ausübt, auf die zugrundeliegenden Kräfte geschlos
sen werden, welche die entsprechenden Muskeln oder Muskel
partien aufbringen. Die Verwendung von Kraftmeßdosen hat
auch den Vorteil, daß auf Standardelemente zurückgegriffen
werden kann.
Bevorzugt sind die Mittel zur Positionierung und/oder
Kraft- und/oder Beweglichkeitsmessung mit Magnetbremsen
ausgestattet (Anspruch 3). Magnetbremsen erlauben eine fle
xiblere Positionierung der Mittel zur Kraft- und/oder Be
weglichkeitsmessung bzw. der entsprechenden Körperteile.
Dies ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn (auch) Messun
gen an bewegten Körperteilen vorgenommen werden sollen.
Gleiches gilt für Körperteile mit einem großen Aktionsradi
us, etwa die Extremitäten, insbesondere die menschlichen
Arme oder Teile davon. Gemessen werden jeweils die Kräfte,
welche der Proband mittels einzelner Muskeln oder Muskel
partien gegen den Bremswiderstand aufbringt. Zu diesem
Zweck kann die jeweilige Magnetbremse die Kräfte auf einen
Meßgeber übertragen. Darüberhinaus sind solche Mittel zur
Kraft- und/oder Beweglichkeitsmessung vorteilhaft, wenn
etwa zusätzlich der Beweglichkeitsbereich der Extremitäten
oder die Drehbeweglichkeit der Wirbelsäule ermittelt werden
sollen.
Bevorzugt umfassen die Positionierungsmittel einen räumlich
verstellbaren Liegesessel zur Aufnahme eines Probanden
(Anspruch 4). Dies ermöglicht für viele Anwendungen eine
besonders einfache und zugleich exakte Positionierung des
Probanden.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform sind als
Angriffsmittel Handgriffe vorgesehen. Dabei sind die Hand
griffe an je einem Skelett-artigen Gestänge fest oder ver
stellbar gelagert. Die Skelett-artigen Gestänge sind zur
flexiblen räumlichen Positionierung der Handgriffe ausge
bildet (Anspruch 5). Eine solche Anordnung ermöglicht eine
besonders flexible und vielfältige Verwendung des Geräts.
Beispielsweise kann es in gleicher Weise für bewegte, iso
metrische und erzwungene Übungen oder Bewegungen ausgelegt
sein. Insbesondere sind Messungen der Drehbeweglichkeit im
Oberkörperbereich möglich. Mit Hilfe derartiger Skelett
artiger bzw. Exo-Skelett-artiger Elemente ist eine optimale
Anpassung der Vorrichtung an die Anthropometrie des Pro
banden möglich, was hochreproduzierbare Meßbedingungen
sichert.
Vorzugsweise ist wenigstens ein Positionierungsmittel mit
Antriebsmitteln ausgerüstet (Anspruch 6). Auf diese Weise
läßt sich die Einstellung gewünschter Relativpositionen von
Körperteilen und Mitteln zur Kraftmessung besonders einfach
und zeitsparend erledigen. Zusätzlich wird es möglich, etwa
ein Beweglichkeitstraining für die betroffenen Körperteile
durchzuführen oder die Belastbarkeit der entsprechenden
Muskeln unter erzwungenen und genau definierten Bewegungen
zu messen.
Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weisen die
Positionierungsmittel Positionsmeßmittel zur Messung von
Relativpositionen von wenigstens einem Körperteil und einem
Angriffsmittel auf (Anspruch 7). Dies ermöglicht eine be
sonders unkomplizierte Handhabung der erfindungsgemäßen
Vorrichtung.
Eine weitere bevorzugte Ausführungsform ist mit Mitteln zur
Datenverarbeitung, einschließlich Mitteln zur Eingabe,
Speicherung und Ausgabe von Meß- und trainingsrelevanten
Daten ausgerüstet (Anspruch 8). Auf diese Weise wird es
möglich, etwa die gewonnenen Meßdaten unmittelbar weiterzu
verarbeiten oder in der jeweils gewünschten Weise auf zube
reiten. Dies wiederum ermöglicht einen besonders effektiven
und zeitsparenden Einsatz der Erfindung. Beispielsweise
können die benötigten Patientendaten so vor Ort leicht
eingegeben oder abgerufen, im Bedarfsfalle korrigiert oder
erweitert, und/oder die dazugehörigen Meßdaten ohne beson
deren Aufwand weiterverarbeitet, aufbereitet oder verwaltet
werden.
Vorzugsweise sind dabei gängige Datenübertragungsmittel
zwischen Mitteln zur Kraft- und/oder Beweglichkeitsmessung
und/oder Positionsmeßmitteln und Mitteln zur Datenverarbei
tung vorgesehen, welche die Verwaltung und Bearbeitung der
Meßdaten weiter vereinfachen. Insbesondere entfällt ein
gesonderter Arbeitsgang zur Erfassung der Meßdaten. Zusätz
lich entsteht beispielsweise die Möglichkeit der Verwendung
eines Biofeedbackverfahrens (vgl. EP-A-94 113 968.5). Der
Proband kann so etwa einen vorgegebenen Belastungsablauf
genau nachvollziehen.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform sind die
Datenverarbeitungsmittel und die Antriebsmittel für einen
Austausch von Steuersignalen und Meßdaten ausgelegt (An
spruch 9). Dies ermöglicht eine beinahe vollständige Auto
matisierung der erfindungsgemäßen Vorrichtung. Beispiels
weise könnte sie nun derart ausgelegt werden, daß der Pro
band lediglich seinen Namen in eine Datenverarbeitungsanla
ge eingeben muß, um die - zuvor gespeicherte - entsprechende
Geräteeinstellung abzurufen, die erforderlichen Messungen
durchzuführen und die Meßdaten auszuwerten und weiter zu
verarbeiten bzw. zu verwalten. Auch wäre etwa im Rahmen
eines Beweglichkeitstrainings eine unmittelbare Reaktion
der Vorrichtung auf die jeweils vorhandene Leistungsfähig
keit der betroffenen Muskeln denkbar.
Vorzugsweise werden bei einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
Drehpositionierungsmittel verwendet bei welchen drehbare
Teile über eine Permanentmagnetbremse in gewünschten Posi
tionen fixierbar sind, die Permanentmagnetbremse mit Mit
teln zur Kraftmessung verbunden ist und Mittel zur Minimie
rung der Reibung bei der Übertragung von Kräften auf die
Mittel zur Kraftmessung vorgesehen sind (Anspruch 10). Dies
ermöglicht insbesondere bei Messungen an den Extremitäten
besonders unkomplizierte und sichere Messungen.
Im folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbei
spielen und der beigefügten schematischen Zeichnung noch
näher erläutert. In der Zeichnung ist:
Fig. 1 eine perspektivische Darstellung einer Meßvor
richtung mit einem Liegesessel in einer Einstel
lung für sitzende Probanden;
Fig. 2 eine perspektivische Darstellung der Meßvorrich
tung aus Fig. 1 in einer Einstellung für liegende
Probanden;
Fig. 3 ein Aufriß des Liegesessels;
Fig. 4 eine Seitenansicht des Meßbereichs der Vorrich
tung aus Fig. 1;
Fig. 5 eine Draufsicht auf den Meßbereich aus Fig. 1;
Fig. 6 eine teilweise Frontansicht des Meßbereichs aus
Fig. 1 mit Kraftaufnahmeplatten;
Fig. 7 eine perspektivische Darstellung einer Meßvor
richtung für stehende Probanden;
Fig. 8 eine teilweise Seitenansicht der Meßvorrichtung
aus Fig. 7;
Fig. 9 eine Draufsicht auf die Meßvorrichtung aus Fig. 7;
Fig. 10 ein Querschnitt durch eine Kraftaufnahmeplatte
mit einer Kraftmeßdose und dazugehörigen Positio
nierungsmitteln;
Fig. 11 ein Aufriß einer Meßvorrichtung für den
Oberkörperbereich stehender Probanden;
Fig. 12 eine teilweise Frontansicht der Meßvorrichtung
aus Fig. 11;
Fig. 13 eine Draufsicht auf die Meßvorrichtung aus Fig.
11;
Fig. 14 eine Seitenansicht der Meßvorrichtung aus Fig. 11;
Fig. 15 ein Drehpositionierungsmittel mit Mitteln zur
Kraft- und/oder Beweglichkeitsmessung mit einer
Magnetbremse in einem teilweisen Längsschnitt
und
Fig. 16 einen Querschnitt des Drehpositionierungsmittels
aus Fig. 15.
In der folgenden Figurenbeschreibung wird auf Raumrichtun
gen X, Y und Z Bezug genommen, welche auch in den einzelnen
Figuren eingezeichnet sind. Sie entsprechen den zueinander
senkrechten Achsen eines kartesischen Koordinatensystems.
In diesem Koordinatensystem liegen die beschriebenen Aus
führungsbeispiele immer in gleicher Weise so, daß die X-
Achse der Längsrichtung, die Y-Achse der Querrichtung und
die Z-Achse der Höhenrichtung der Geräte entspricht.
Die Fig. 1 bis 6 zeigen eine erfindungsgemäße Vorrich
tung zur Vermessung und zum Training von Kräften, welche
ein sitzender oder ein liegender Proband mit seinen Beinen
(oder zumindest Teilen davon) aufbringt.
Für einen Meßvorgang nimmt der Proband auf einem Liegeses
sel 10 Platz (vgl. Fig. 1-3). Über erste Positionierungs
mittel 12 wird die gewünschte Stellung einer Rückenlehne 14
des Liegesessels 10 eingestellt. Beispielsweise können die
Messungen aufrecht sitzend (vgl. Fig. 1) oder liegend (vgl.
Fig. 2) durchgeführt werden. Auch besteht die Möglichkeit,
die Rückenlehne 14 in einzeln verstellbare Abschnitte zu
untergliedern (angedeutet in Fig. 2, Bezugszeichen 15). Die
Höhe einer Sitzfläche 16 über einem Geräteboden 18 wird
mittels zweiter Positionierungsmittel 20 der Größe des
Probanden angepaßt. Durch verschiedene Frontpartien 22, 24,
26, 27 oder 28 kann der vordere Abschluß der Sitzfläche 16
den jeweils gewünschten Ausbildungsformen entsprechend
variiert werden. Die Frontpartien 22, 24, 26, 27 oder 28
können dabei beispielsweise mittels Steckbolzen 30, 32
aufgesteckt werden (vgl. v.a. Fig. 3). Zusätzlich können
Armlehnen, Anschnallmittel etc. (nicht dargestellt) vor
gesehen sein. Schließlich ist es möglich, den gesamten
Liegesessel 10 in X-Richtung zu verschieben. Zu diesem
Zweck ist der Sessel 10 auf Laufschienen 34 und 36 gelagert
und mit entsprechenden dritten Positionierungsmitteln
(nicht dargestellt) ausgestattet.
Die Knie des Probanden werden - unabhängig von dessen eher
liegenden oder sitzenden Gesamthaltung - nach unten abgewin
kelt zwischen je zwei Angriffsflächen 40 und 42 bzw. 44 und
46 plaziert (vgl. v.a. Fig. 4 bis 6). Dies erfolgt durch
eine Verschiebung des Sessels in X-Richtung entsprechend
der Länge der Oberschenkel des Probanden. Sodann werden auf
beiden Seiten der Knie die Angriffsflächen 40 und 42 bzw.
44 und 46 in eine gewünschte Position gebracht. Beispiels
weise können sie dabei das Knie von beiden Seiten gleich
zeitig berühren oder einzwängen. Diese Positionierung wird
im vorliegenden Ausführungsbeispiel durch vierte Positio
nierungsmittel 50 bzw. 56 vorgenommen, durch welche die
Angriffsflächen 40 bzw. 46 in Y-Richtung verschoben werden
können. Die Angriffsflächen 42 und 44 sind hingegen an
einer Mittelwand 52 starr befestigt.
Die Füße des Probanden werden auf Angriffsflächen 60 bzw.
62 plaziert (vgl. Fig. 5 und 6, in Fig. 1 bis 3 nicht ein
gezeichnet). Zusätzlich oder als eine Alternative können
Angriffsmittel 60 bzw. 62 (vgl. Fig. 4) vorgesehen sein,
welche oberhalb der Füße angeordnet sind, so daß auch nach
oben ausgeübte Kräfte gemessen werden können.
Desweiteren werden Angriffsmittel 70 bzw. 72 auf der Ober
seite der Knie plaziert (vgl. Fig. 6). Diese können durch
fünfte Positionierungsmittel 80 bzw. 82 in Y- und in Z-
Richtung verschoben und so der Lage und den Ausmaßen der
Knie angepaßt werden.
Die Vorrichtung kann also mittels der Angriffsflächen
40, 70, 42 bzw. 44, 72, 46 den äußeren Abmessungen der Knie
exakt angepaßt werden und weist insofern Exo-Skelett-artige
Eigenschaften auf. Dies wiederum sichert hochreproduzier
bare Meßbedingungen.
Die gesamte Anordnung von Kniemeßmitteln 40, 42, 44, 46, 70
und 72 kann ferner über sechste Positionierungsmittel 90 in
der Höhe (Z-Richtung) und über siebte Positionierungsmittel
92 in X-Richtung verschoben werden. Sie wird im folgenden
anhand von Fig. 6 noch detaillierter beschrieben.
Die Anordnung von Kniemeßmitteln (vgl. v.a. Fig. 6) umfaßt
sechs Angriffsflächen 40, 42, 44, 46, 70 und 72, welche als
Kraftaufnahmeplatten ausgebildet sind. Für die Kraftmessung
an den Knien sind pro Knie drei Kraftaufnahmeplatten 40, 70
und 42 an Wandabschnitten 51, 54 und 52 und bzw. Kraftauf
nahmeplatten 44, 72 und 46 an Wandabschnitten 52, 55 und 53
U-förmig angeordnet. In dieser Formation erlauben sie die
Messung von Kräften, wenn die Knie aufeinander zu (nach
innen, Kraftaufnahmeplatten 42 bzw. 44), voneinander weg
(nach außen, Kraftaufnahmeplatten 40 bzw. 46), oder in eine
weitere Richtung (Kraftaufnahmeplatten 70 bzw. 72) gepreßt
werden. Im Ausführungsbeispiel der Fig. 1 bis 5 ist die
gesamte Anordnung derart plaziert, daß sich die Kraftauf
nahmeplatten 70 und 72 oberhalb der Knie befinden und dem
zufolge als weitere Richtung die Richtung nach oben (Z-
Richtung) in Betracht kommt. Die dargestellte Anordnung von
Angriffsflächen bzw. Kniemeßmitteln 40, 42, 44, 46, 70 und
72 kann aber auch in anderen Ausführungsbeispielen anders
plaziert werden oder aber über Positionierungsmittel (nicht
eingezeichnet) verdrehbar gelagert sein.
Alle aufgeführten Positionierungsmittel können von Hand
und/oder über Antriebsmittel (nicht dargestellt) verstell
bar sein. Als Antriebsmittel können beispielsweise Elek
tromotoren oder hydraulische Systeme Verwendung finden.
Diese können jeweils vor Ort, d. h. beispielsweise über
Regler an den einzelnen Geräten gesteuert werden. Besonders
vorteilhaft ist aber auch eine Gesamtsteuerung über eine
zentrale Datenverarbeitungsanlage, welche über Kabel oder
über Funk mit den Antriebsmitteln in Verbindung steht.
Letztere Variante ist bevorzugt derart ausgelegt, daß die
Eingabe des Namens oder einer Nummer für den Probanden
ausreicht, um die gesamte Meßvorrichtung mittels gespei
cherter Daten passend einzustellen. Eine solche Datenver
arbeitungsanlage könnte auch zur unmittelbaren Auswertung
der Meßdaten, zur Umwandlung von Meßdaten in Steuersignale
oder zu sonstigen Zwecken, wie etwa für ein Biofeedbackver
fahren (vgl. EP-A-94 113 968.5), ausgebildet sein.
Ferner sind Tablare 94 und 96 vorgesehen. Auf ihnen sind
beispielsweise eine Datenverarbeitungsanlage, ein Monitor
und eine Tastatur (nicht dargestellt) positioniert. Dabei
ist die Datenverarbeitungsanlage beispielsweise für die oben
beschriebenen Einsatzmöglichkeiten ausgelegt. Auch ist es
möglich, die Tablare 94 und 96 mit räumlichen Positionie
rungsmitteln zu versehen. Im vorliegenden Ausführungsbei
spiel werden sie in der Höhe (Z-Richtung) gemeinsam mit der
gesamten Anordnung von Kniemeßmitteln 40, 42, 44, 46, 70
und 72 über die sechsten Positionierungsmittel 90 in der
Höhe verstellt. Zusätzlich sind erste Drehpositionierungs
mittel 98 vorgesehen.
Die Fig. 7 bis 9 zeigen eine erfindungsgemäße Vorrich
tung für die Messung von Kräften und das Training der ent
sprechenden Merkmalpartien, welche ein stehender Proband
mit seinen Beinen (bzw. mit Teilen seiner Beine) aufbringt.
In diesem Ausführungsbeispiel wird eine reproduzierbare
Körperhaltung des Probanden insbesondere durch eine halb
kreisförmige Armauflage 100, eine Rückenlehne 102 und eine
Mittelwand 104 gewährleistet. Die Armauflage 100 und die
Rückenlehne 102 können über ein gemeinsames achtes Positio
nierungsmittel 110 in der Höhe (Z-Richtung) verstellt wer
den. Die Mittelwand 104 ist ebenfalls höhenverstellbar. Sie
kann durch neunte Positionierungsmittel 112 der Beinlänge
des Probanden angepaßt werden.
Damit ein Proband die Vorrichtung für einen Meßvorgang
betreten kann, wird zunächst die Rückenlehne 102 nach außen
(Richtung A) geschwenkt. Sie ist zu diesem Zweck über einen
Schwenkarm 120 an einem zweiten Drehpositionierungsmittel
122 befestigt, welches um eine Achse 124 verdreht werden
kann. Sodann wird die Mittelwand 104 in der Höhe (Z-Rich
tung) passend eingestellt. Sobald der Proband die Vorrich
tung betreten und je ein Bein rechts bzw. links der Mittel
wand 104 positioniert hat, wird die Rückenlehne 102 ent
gegen der Richtung A zurückgeschwenkt, bis sie etwa par
allel zur Y-Richtung liegt. Gleichzeitig oder zeitlich
versetzt wird die Höhe (Z-Richtung) der Armauflage 100 und
der Rückenlehne 102 über die gemeinsamen achten Positionie
rungsmittel 110 der Größe des Probanden angepaßt. Um eine
feste Plazierung der Arme des Probanden auf der Armauflage
zu gewährleisten ist ferner ein gebogener Handgriff 126
vorgesehen.
Die Meßvorrichtung sieht vier Angriffsflächen 130, 132, 134
und 136 für den Kniebereich vor, nämlich zwei äußere (130
bzw. 136) und zwei für die Vorderseite der Knie (132 bzw.
134). Diese sind als Kraftaufnahmeplatten ausgebildet.
Die Kraftaufnahmeplatten 132 und 134 sind starr fixiert,
während die Kraftaufnahmeplatten 130 und 136 über zehnte
Positionierungsmittel 140 und 142 in Y-Richtung verschoben
werden können. Die Relativposition des Probanden gegenüber
den Kraftaufnahmeplatten 130, 132, 134 und 136 wird bei
spielsweise folgendermaßen eingestellt: zunächst wird die
(zur Y-Achse parallele) Rückenlehne 102 in X-Richtung über
elfte Positionierungsmittel 144 derart verschoben, daß die
Knie des aufrecht stehenden Probanden in unmittelbare Nähe
der vorderen Kraftaufnahmeplatten 132 und 134 gezwungen
werden. Der Oberkörper des Probanden wird dabei von der
Armauflage 100 abgestützt. Im Anschluß werden die Knie des
Probanden über die zehnten Positionierungsmittel 140 und
142 gegen die zwischen den Knien befindliche Mittelwand
104 in Y-Richtung fixiert. Zusätzlich können Schnallen
(nicht eingezeichnet) vorgesehen sein, um mit den Knien
nach hinten (in X-Richtung) ausgeübte Zugkräfte zu messen.
Weiterhin sind auch in Fig. 7 bis 9 Tablare 160 und 162,
sowie eine Halterung 164 für eine Datenverarbeitungsanlage,
einen Monitor und eine Tastatur vorgesehen. Sie können über
zwölfte Positionierungsmittel 146 in der Höhe verstellt oder
verdreht werden. Die Datenverarbeitungsanlage kann wiederum
für die oben genannten Anwendungen ausgelegt sein. Ferner
kann auch diese Vorrichtung für alle oben beschriebenen
Funktionen ausgelegt sein. Insbesondere können die Positio
nierungsmittel 110, 112, 122, 140, 142, 144 und/oder 146
mit beliebigen Antriebsmitteln ausgestattet sein.
Schließlich können als Fußunterlage Gewichtsmeßplatten 101,
103 vorgesehen sein. Mit ihrer Hilfe kann eine eventuell
aus einer unsymmetrischen Gleichgewichtsverteilung des
Probanden resultierende unterschiedliche Belastung seiner
Füße und damit auch der Platten 101, 103 gemessen werden.
Hieraus kann beispielsweise eine Haltungsschwäche erkannt
und danach wegtrainiert werden. Die Gewichtsmeßplatte kön
nen abgesehen von ihrer Oberfläche ähnlich wie die im An
schluß beschriebene Kraftmeßdose aufgebaut sein.
Fig. 10 zeigt eine Kraftaufnahmeplatte mit einer Kraftmeß
dose und dazugehörigen Positionierungsmitteln. Sie eignet
sich für die Messung von Kräften, welche längs der Richtung
B ausgeübt werden.
Die Kraftaufnahmeplatte besteht aus einem vorderen Pol
sterteller 170 und einem hinteren festen, beispielsweise
hölzernen Teil 172, welche fest oder lösbar miteinander
verbunden sein können. Als Verbindungsmittel kommen bei
spielsweise Klebemittel oder ein Klettverschluß in Be
tracht. Im Zentrum des hinteren festen Teils 172 ist eine
Sechskantmutter 174 fest angeordnet, mittels welcher die
gesamte Kraftaufnahmeplatte an einem Gewindestift 176 lös
bar angebracht werden kann. Dabei durchsetzt der Gewinde
stift 176 eine erste Montageplatte 178 sowie eine Druck
scheibe 180 und ist mit einem Kraftsensor 182 fest verbun
den. Dieser wiederum ist auf einer zweiten Montageplatte
184 fest angeordnet und als Fertigbauteil vom Typ 8524, 5
kN der Fa. Burster in D-76587 Gernsbach erhältlich.
Sowohl der Kraftsensor 182 als auch die zweite Montageplat
te 184 liegen innerhalb einer Kraftmeßdose. Die Seitenwand
der Kraftmeßdose wird von einer ringförmigen Abdeckhülse
186 gebildet, welche über eine Flanschplatte 188 beispiels
weise mit einer Gerätewand 190 verbunden ist. Den vorderen
Abschluß der Kraftmeßdose bildet die erste Montageplatte
178 bzw. die Kraftaufnahmeplatte.
Die Positionierung der Kraftaufnahmeplatte kann parallel
zur B-Richtung wie folgt durchgeführt werden: über ein
Handrad 191 (oder über ein entsprechend angeordnetes An
triebsmittel) wird eine Spindel 192 gedreht. Infolgedessen
bewegt sich eine Spindelmutter 193 parallel zur B-Richtung,
welche mit der zweiten Montageplatte 184 fest verbunden
ist. Dabei verhindert ein Sicherungsstift 194, welcher mit
der zweiten Montageplatte 184 ebenfalls fest verbunden ist
und von einer Führungsbohrung 195 in einer hohlen Geräte
wand 190 geführt wird, daß die beweglichen Teile der Meßdo
se in Drehbewegungen versetzt werden.
Um ferner bei einer relativ flachen Meßdose relativ weite
Verstellungen der Kraftaufnahmeplatte entgegen der B-Rich
tung zu ermöglichen und zugleich eine rundum geschlossene
Dose zu behalten, ist ein Teleskop-artiges System vorgese
hen. Zu diesem Zweck befindet sich im Inneren der runden
Abdeckhülse 186 ein konzentrischer Schutzring 196, welcher
die Funktion der Abdeckhülse 186 übernimmt, wenn die erste
Montageplatte 178 aus der Abdeckhülse 186 herausgedreht
wird. Sofern ein extremer Verstellungsspielraum erwünscht
ist, können noch weitere konzentrische Schutzringe vorgese
hen sein. Ein übermäßiges Herausdrehen der Kraftaufnahme
platte wird schließlich durch einen Anschlag 197 verhin
dert.
Fig. 11 bis 14 zeigen eine erfindungsgemäße Meßvorrichtung
für stehende oder sitzende Probanden. Sie dient der Ver
messung und/oder dem Training von Muskelpartien im Arm-
Schulter- und Rumpf-Bereich, sowie der Beweglichkeit bzw.
Drehbeweglichkeit des Oberkörpers, der Wirbelsäule und der
Arme, insbesondere der Oberarme. Zusätzlich ist sie für
Messungen und/oder Training unter erzwungenen Bewegungen
ausgelegt. Alle Messungen können in gleicher Weise im Ste
hen oder im Sitzen vorgenommen werden, wie in Fig. 11 ange
deutet wird. Aus Gründen der Übersichtlichkeit wird im
folgenden jedoch nur die Ausführungsform für stehende Pro
banden beschrieben. Eine ähnliche Vorrichtung könnte
schließlich auch für Messungen der Beweglichkeit des Unter
körpers ausgestaltet sein.
Während eines Meßvorgangs steht der Proband auf einer Un
terlage 200 (in der X-Y-Ebene) mit dem Rücken zu einer
höhenverstellbaren Rückenlehne 202 (vgl. v.a. Fig. 11, 12
und 14) und mit dem Kopf unterhalb von einem Querbalken
216. Die Haltung des Probanden wird dabei durch eine Mit
telplatte 220 zwischen seinen Beinen stabilisiert. Zur
Vorbereitung des Meßvorgangs wird beispielsweise zunächst
die Mittelplatte 220 zusammen mit der Rückenlehne 202 an
die Beinlänge des Probanden in der Höhe (Z-Richtung) ange
paßt. Zu diesem Zweck sind dreizehnte Positionierungsmittel
222 vorgesehen. Sodann werden die Rückenlehne 202 und/oder
die Mittelplatte 220 durch vierzehnte Positionierungsmittel
224 bzw. 226 in X-Richtung in eine gewünschte Position ge
bracht. Dabei kann beispielsweise der Bauchumfang des Pro
banden berücksichtigt werden. Im Anschluß oder gleichzeitig
wird die Position des Querbalkens 216 in der Z-Richtung
durch fünfzehnte Positionierungsmittel 231 derart an die
Körpergröße des Probanden angepaßt, daß er aufrecht unter
dem Querbalken 216 stehen kann und ein gewünschter Zwi
schenraum zwischen dem Querbalken 216 und dem Kopf des
Probanden gewahrt wird. Gleichzeitig oder zeitlich versetzt
kann sich der Proband in die Meßposition begeben, d. h. sich
mit dem Rücken zur Rückenlehne 202 aufstellen.
Die Messungen erfolgen über eine Skelett-artige Konstruk
tion. Diese besteht aus je einem Gestänge für den rechten
und den linken Arm des Probanden, welche symmetrisch zu
einer Mittelachse 230 an dem Querbalken 216 angeordnet sind
(vgl. v.a. Fig. 11 und 12). Jedes Gestänge besteht aus
einem Handgriff 204 bzw. 206, einem Ausleger 208 bzw. 210
und einem gebogenen Schwenkarm 212 bzw. 214. Während eines
Meßvorgangs befinden sich der Kopf des Probanden, wie oben
beschrieben, unterhalb des Querbalkens 216, seine Schultern
innerhalb der Bogen der Schwenkarme 212 bzw. 214 und seine
Hände an den Handgriffen 204 bzw. 206.
Die Anpassung der Skelett-artigen Konstruktion an den Pro
banden wird beispielsweise wie folgt durchgeführt: zunächst
werden die gebogenen Schwenkarme 212 und 214 entlang dem
Querbalken 216 in Y-Richtung verschoben, um sie der Schul
terbreite des Probanden entsprechend anzuordnen. Zu diesem
Zweck sind sechzehnte Positionierungsmittel 232 bzw. 234
für eine lineare Verschiebung vorgesehen. Sodann werden die
gebogenen Schwenkarme 212 bzw. 214 in eine gewünschte Stel
lung verdreht. Dies erfolgt über dritte Drehpositionie
rungsmittel 236 bzw. 238, durch welche sie an ihren oberen
(in Z-Richtung) Enden mit den linearen sechzehnten Posi
tionierungsmitteln 232 bzw. 234 verbunden sind. Die Schwenk
arme können somit in Y-Richtung seitlich verschoben und um
eine zur X-Y-Ebene senkrechten Achse verdreht werden. Ihre
unteren Enden können so beispielsweise neben oder hinter
den Schultern des Probanden positioniert werden.
An den unteren Enden der gebogenen Schwenkarme 212 bzw. 214
sind über vierte Drehpositionierungsmittel 240 bzw. 242 die
Ausleger 208 bzw. 210 drehbar angebracht. Sie drehen sich
jeweils um eine Achse, welche in der X-Y-Ebene liegt. Diese
Achsen sind somit senkrecht zu den Drehachsen der dritten
Drehpositionierungsmittel 236 bzw. 238 an den oberen Enden
der gebogenen Schwenkarme 212 bzw. 214 angeordnet. Auf
diese Weise ist es möglich, die Ausleger 208 und 210 pas
send für jede beliebige Stellung der (gestreckten) Arme des
Probanden zu positionieren. Die Höheneinstellung des Quer
balken 216 sollte dabei in der Weise erfolgen, daß sich die
unteren Enden der gebogenen Schwenkarme 212 bzw. 214 auf
der Höhe der Schultern des Probanden befinden.
Aus den bisher vorgenommenen Einstellungen ergibt sich also
die folgende Situation: der Proband steht auf der Unterlage
200 mit dem Rücken zu der Rückenlehne 202 und der Mittel
platte 220 zwischen seinen Beinen. Der Querbalken 216 be
findet sich oberhalb des Kopfes des Probanden. Die unteren
Enden der gebogenen Schwenkarme 212 und 214 sind auf der
Höhe der Schultern des Probanden beispielsweise rechts bzw.
links neben seinen Schultern angeordnet. Die Ausleger 208
und 210 sind beispielsweise parallel zur X-Richtung einge
stellt, d. h. der Proband steht mit gerade nach vorne ausge
streckten Armen da.
Als letzte Einstellung müssen nun noch die Handgriffe 204
und 206 so plaziert werden, daß der Proband sie mit ausge
streckten Armen ergreifen kann. Zu diesem Zweck sind sie
über lineare siebzehnte Positionierungsmittel 244 bzw. 246
mit den Auslegern 208 bzw. 210 verbunden. Sie können also
längs der Ausleger 208 bzw. 210 verschoben werden. Die
Handgriffe 204 und 206 dienen in diesem Ausführungsbeispiel
als alleinige Angriffsmittel. Im Gegensatz zu den oben
beschriebenen Kraftaufnahmeplatten können hier also mehrere
Kraftmeßmittel pro Angriffsmittel, beispielsweise an allen
Gelenken der Gestänge, vorgesehen sein.
Die Flexibilität der beschriebenen Ausführungsform kann
noch beträchtlich erweitert werden, wenn der Querbalken 216
über fünfte Drehpositionierungsmittel 248 drehbar angeord
net ist. Auf diese Weise ist es möglich, das gesamte Ske
lett um die Mittelachse 230 zu verdrehen.
Die beschriebene Konstruktion ermöglicht sehr flexible
Einstellungen für Messungen aller Art im Bereich des Ober
körpers. Beispielsweise kann sie für isometrische Übungen
ausgelegt sein. Zu diesem Zweck sind die dritten, vierten
und/oder fünften Drehpositionierungsmittel 236, 238, 240,
242, 248 mit stufenlos arretierbaren Magnetbremsen ausgerü
stet. In diesem Fall können die Positionierungsmittel 236,
238, 240, 242 und/oder 248 zugleich der Messung von Kräften
dienen. Gemessen werden dabei die Kräfte, welche ein Pro
band gegen die Magnetwiderstände aufbringt. (Im folgenden
sind Drehpositionierungsmittel, welche zugleich der Messung
von Kräften dienen durch einen Apostroph gekennzeichnet.)
Statt dessen oder zusätzlich können die genannten Positio
nierungsmittel 236, 238, 240, 242 und/oder 248 auch derart
mit Antriebsmitteln ausgerüstet sein, daß Messungen unter
erzwungenen Bewegungen und/oder ein Beweglichkeitstraining
möglich sind. Mit anderen Worten, die Antriebsmittel können
die Ausleger 208, 210, Schwenkarme 212, 214, Handgriffe
204, 206, allgemein die Angriffsflächen, in vorgegebener
Weise, etwa periodisch schwenken, drehen, allgemein bewe
gen, wobei den an den bewegten Angriffsflächen anliegenden
Körperteilen des Probanden entsprechende Bewegungen aufge
zwungen werden.
Ferner ist die Verwendung einer Datenverarbeitungsanlage
mit den oben beschriebenen Anwendungen auch hier uneinge
schränkt möglich.
Fig. 14 zeigt diese Meßvorrichtung in einer Seitenansicht.
Darin sind Tablare 250 und 252 zu erkennen, auf welchen
eine Datenverarbeitungsanlage 254 mit einem Monitor 256
bzw. für eine Tastatur 258 angeordnet ist. Die Tablare sind
über ein Gestänge 260 und sechste Drehpositionierungsmittel
262 mit der Unterlage 200 verbunden. Sie können um eine zur
X-Y-Ebene senkrechte Achse verdreht werden.
In Fig. 13 sind noch Stützen 264 dargestellt, welche die
gesamte Vorrichtung insbesondere bei Drehbeweglich
keitsübungen stabilisieren.
Fig. 15 zeigt beispielhaft einen teilweisen Längsschnitt
des vierten Drehpositionierungsmittels 242 (vgl. z. B. Fig.
12) in einer vergrößerten Darstellung. Es enthält sowohl
Mittel zur Drehpositionierung als auch Mittel zur Kraftmes
sung. Ferner sind die Enden des Schwenkarms 214 und des
Auslegers 210 teilweise zu erkennen, welche mit dem Drehpo
sitionierungsmittel 242 verbunden sind. Das Drehpositionie
rungsmittel 242 ist dabei starr an dem Schwenkarm 214 befe
stigt und ermöglicht Drehungen des Auslegers 210 um eine
Achse 270. Es ist für isometrische Übungen ausgelegt. Für
dynamische Übungen müßten verschiedene der unten beschrie
benen Bauteile durch einen Elektromotor ersetzt werden.
Der Ausleger 210 ist an der vorderen Seite (in der Darstel
lung links) einer zylindrischen Ankernabe 272 unter anderem
durch Zylinderschrauben 274, 276 festgeschraubt. Die Anker
nabe 272 ist im Längsschnitt T-förmig, d. h. sie hat in
ihrem vorderen Bereich einen großen und in ihrem hinteren
Bereich einen kleinen Außendurchmesser. Ihr Innendurchmes
ser ist hingegen im wesentlichen gleichbleibend.
Die Innenwand der Ankernabe 272 ist über erste Rillenkugel
lager 278, 280 drehbar und konzentrisch um eine zylindri
sche Hohlwelle 282 angeordnet. Sie kann somit um die Mit
telachse 270 der Hohlwelle 282 verdreht werden. Die Rillen
kugellager 278, 280 werden dabei durch Sicherungsringe und
Distanzhülsen (keine Bezugszeichen) längs der Achse 270
fixiert.
Im folgenden wird der Begriff "konzentrisch" ohne weitere
Bezugnahme für alle kreisförmigen bzw. zylindrischen Bau
teile verwendet, deren Mittelachse mit der Achse 270 zu
sammenfällt.
Desweiteren ist in einer konzentrischen Aussparung im vor
deren Bereich der Ankernabe 272 ein ringförmiger Mitnehmer
284 konzentrisch so angeordnet, daß seine freie Oberfläche
bündig mit der vorderen Oberfläche der Ankernabe 272 ab
schließt. Er ist mit der Ankernabe 272 über Zylinderschrau
ben 286 (u. a.) fest verbunden. Sein Außendurchmesser ist
kleiner als der Außendurchmesser des vorderen Bereichs der
Ankernabe 272 und größer als der Innendurchmesser der An
kernabe 272.
Der Mitnehmer 284 ist im Längsschnitt ebenfalls T-förmig.
Sein hinteres Ende liegt reibungsfrei im Inneren der Hohl
welle 282. An diesem hinteren Ende ist über Schraub-, Nut-
und Federmittel 288 eine konzentrische Welle 290 starr
befestigt, welche gleichfalls im Inneren der Hohlwelle 282
liegt. Die radiale Fixierung der Welle 290 erfolgt im vor
deren Bereich durch die ersten Rillenkugellager 278, 280
über den Umweg aus Ankernabe 272 und Mitnehmer 284. Letzte
re bilden einen Greifarm, welcher aus dem Inneren der Hohl
welle 282 um deren vorderes Ende herum greift und von außen
über die ersten Rillenkugellager 278, 280 die Außenober
fläche der Hohlwelle 282 konzentrisch umfaßt. Der hintere
Bereich der Welle 290 wird hingegen einfach durch zweite
Rillenkugellager 292 radial fixiert, welche zwischen der
Innenwand der Hohlwelle 282 und der Welle 290 bündig an
geordnet sind. Die Hohlwelle 282 ist schließlich starr mit
einer Fundamentplatte 294 und diese wiederum starr mit dem
Schwenkarm 214 verbunden.
Mit den bisher dargestellten Bauteilen sind also beliebige
Drehungen des Auslegers 210 um die Achse 270 möglich. Dabei
wird jeweils die Ankernabe 272, der Mitnehmer 284 und die
Welle 290 mitgedreht, während die Hohlwelle 282, die Funda
mentplatte 294 und der Schwenkarm 214 unbewegt bleiben. Die
Welle 290 liegt im Inneren der Hohlwelle 282, während die
Ankernabe 272 sie von außen umfaßt. Die starre Hohlwelle
282 wird somit von drehbaren Teilen von innen und von außen
umgeben. Die drehbaren Teile sind dabei über erste und
zweite Rillenkugellager 278, 280; 292 radial gegen die
Hohlwelle 282 fixiert. Für eine Fixierung der drehbaren
Teile in einer gewünschten Position und somit für eine
reproduzierbare Positionierung des Auslegers 210 sind wei
tere Bauteile vorgesehen, welche im folgenden beschrieben
werden.
Zunächst ist an der Ankernabe 272 ein ringförmiger Perma
nentmagnet 296 konzentrisch angebracht. Dieser bildet zu
sammen mit einem ringförmigen, konzentrischen Elektromagne
ten 298 eine Permanentmagnetbremse, wie sie beispielsweise
als Fertigbauteil vom Typ 14.118.14.2.0.3 von Fa. Lenze in
D-31763 Hameln erhältlich ist. Eine derartige Permanentma
gnetbremse läßt zwei Einstellungen zu.
Zum einen besteht die Möglichkeit, daß am Elektromagneten
298 Strom anliegt. Dies hat zur Folge, daß zwischen dem
Elektromagneten 298 und dem Permanentmagneten 296 ein Lüft
spalt 300 entsteht, d. h. die beiden Magneten stoßen sich
ab. Um dies zu ermöglichen, ist der Permanentmagnet 296
über Federmittel 302 an der Ankernabe 272 befestigt. Die
Federmittel 302 können aus einem federnden konzentrischen
Ring bestehen. Dieser ist an mehreren, symmetrisch verteil
ten Stellen mittels Nieten 304 etc. an dem Permanentmagne
ten 296 angenietet. An anderen, ebenfalls zueinander sym
metrisch liegenden Stellen ist er durchbohrt. Hinter den
Bohrlöchern befinden sich Aussparungen im Permanentmagneten
296, welche je einen Schraubkopf 306 aufnehmen. Dabei ist
der Durchmesser des Schraubkopfes 306 jeweils größer als
die Bohrung, so daß der Schraubkopf 306 in der Aussparung
im Permanentmagneten 296 fixiert ist. An der vorderen Seite
des Schraubkopfes 306 ist ein Gewindebolzen 308 ausgebil
det, welcher jeweils mit einer Gewindebohrung 310 in der
Ankernabe 272 verschraubt ist. Auf diese Weise kann der
Permanentmagnet 296 seine Position längs der Achse 270 im
Rahmen der Elastizität des Federrings derart verändern, daß
der Luftspalt 300 geöffnet oder geschlossen werden kann.
Fig. 15 stellt die Situation mit geöffnetem Luftspalt 300
dar. Dabei ist der Federring 302 entspannt. Schaltet man
nun den Strom am Elektromagneten 298 wieder ab, so bestehen
Anziehungskräfte zwischen dem Permanentmagneten 296 und dem
Elektromagneten 298. Der Luftspalt 300 wird infolgedessen
geschlossen. Der Federring 302 steht dabei unter elasti
scher Spannung. Aufgrund der Oberflächenreibung zwischen
dem Permanentmagneten 296 und dem Elektromagneten 298 sind
die drehbaren Teile in dieser Situation im wesentlichen
starr fixiert.
Die bisher dargestellten Bauteile des Drehpositionierungs
mittels 242 ermöglichen also eine beliebige Drehpositionie
rung des Auslegers 210 bei Verdrehungen um die Achse 270.
Sofern der Elektromagnet 298 unter Strom steht, kann diese
Positionierung verändert werden. Sobald der Strom abge
stellt wird, ist die Positionierung fest. Weitere Bauteile
zur Kraftmessung werden im folgenden beschrieben.
Kraftmessungen erfolgen in diesem Ausführungsbeispiel nur
dann, wenn die beweglichen Teile fest positioniert sind.
Für Kraftmessungen unter bewegten Auslegern etc. müßten
etwa die gegen einen Elektromotor ausgeübten Kräfte gemes
sen werden.
Bei einer festen Positionierung stehen im vorliegenden
Ausführungsbeispiel der Permanentmagnet 296 und der abge
schaltete Elektromagnet 298 aufgrund von Anziehungskräften
und daraus resultierenden Reibungskräften fest miteinander
im Eingriff. Der Elektromagnet 298 ist aber andererseits
dauerhaft mit einer zylindrischen und konzentrischen Ma
gnetnabe 312 verbunden. Diese Magnetnabe 312 umgibt konzen
trisch den hinteren Bereich der Hohlwelle 282. Zwischen der
Innenoberfläche der Magnetnabe 312 und der Hohlwelle 282
sind dritte Rillenkugellager 314, 316 bündig angeordnet, so
daß zwischen der Innenoberfläche der Magnetnabe 312 und der
Außenoberfläche der Hohlwelle 282 beinahe keine Reibung
entstehen kann. Dies ist für das im folgenden dargestellte
eigentliche Kraftmeßsystem von Bedeutung.
Die Magnetnabe 312 ist auf ihrer rechten und auf ihrer
linken Seite jeweils mit einem Widerlager 318, 320 starr
verbunden (vgl. Fig. 16, die Verbindungsmittel sind nicht
dargestellt). Unterhalb von jedem Widerlager 318, 320 ist
je ein Stützlager 324, 322 angeordnet, welches mit der
Fundamentplatte 294 fest verbunden ist. Zwischen je einem
Widerlager 318 bzw. 320 und dem dazugehörigen Stützlager
324 bzw. 322 ist jeweils ein Kraftsensor 326 bzw. 328 an
geordnet. Derartige Kraftsensoren sind als Fertigbauteil
vom Typ 8415, 5 kN von Fa. Burster in D-76587 Gernsbach
erhältlich.
Die Kraftmessung wird nun folgendermaßen durchgeführt: ein
Proband übt auf den Ausleger 210 eine Kraft in einer der
beiden möglichen Drehrichtungen aus, nachdem die bewegli
chen Teile durch die Permanentmagnetbremse fixiert sind. Da
dabei der Permanentmagnet 296 und der Elektromagnet 298 in
Eingriff stehen, wird das Drehmoment auf die Magnetnabe 312
übertragen. Diese ist jedoch mit den Widerlagern 320 und
318 fest verbunden. Infolgedessen wird das Drehmoment als
Druckkraft je nach Drehrichtung auf den ersten Kraftsensor
326 oder den zweiten Kraftsensor 328 übertragen. Diese
lassen gemeinsam mit den Stützlagern 322, 324 jeweils nur
eine Mikrobewegung aller nunmehr zusammenhängenden und an
sich beweglichen Bauteile zu. Die dritten Rillenkugellager
314, 316 verhindern dabei, daß Kräfte durch Reibung ver
loren gehen.
Weiterhin ist das Drehpositionierungsmittel mit den folgen
den Bauteilen ausgestattet.
Fig. 15 zeigt teilweise ein Gegengewicht 330, welches über
einen Gegenausleger 332, einen Koppelflansch 334 und Befe
stigungsmittel 336 mit der Welle 290 starr verbunden ist.
Dabei ist das Gegengewicht so bemessen und angeordnet, daß
es die Gewichtskraft des Auslegers 210 ausgleicht. Auf
diese Weise wird gewährleistet, daß die Kraftmessungen
nicht vom Eigengewicht des Auslegers 210 beeinflußt werden.
An dem Gegenausleger 332 sind ferner Fixiermittel 338 ange
bracht. Sie dienen der Fixierung - und damit außer-Kraft
setzung - des gesamten Drehpositionierungsmittels 242 in
bestimmten Stellungen. Dies kann für Messungen vorteilhaft
sein, für welche an dieser Stelle des Skelett-artigen Ge
stänges lediglich eine starr gebogene Stelle benötigt wird.
Desweiteren sind in Fig. 15 noch Gehäuseteile 340, 342,
344, 346, 348, 350, 352 zu erkennen.
Als Positionsmeßmittel dient ein inkrementaler Dreh- bzw.
Impulsgeber 354, welcher über ein Reibrad 358 und einen
Rundring 356 mit der Koppelflansch 334 verbunden ist. Der
Impulsgeber ist als Fertigbauteil vom Typ MOM 20 der Fa.
Megatron in D-85640 Putzbrunn erhältlich und mit einer
Leiterkarte 360 verbunden.
In den einzelnen Figuren wurden Antriebsmittel für die
Positionierungsmittel, Positionsmeßmittel, Datenübertra
gungsmittel, Mittel zur Umwandlung von eingegebenen oder
gemessenen Daten in Steuersignale für Antriebsmittel oder
Mittel zur Kraftmessung, Kabel etc. aus Gründen der Über
sichtlichkeit nicht dargestellt oder nicht bezeichnet.
Ergänzend sei noch darauf verwiesen, daß die erwähnten
Mittel zur Umwandlung von Daten in Steuersignale in einen
Universalrechner integriert sein können. Ferner können die
Positionsmeßmittel in Antriebsmitteln integriert sein,
oder, für eine manuelle Handhabung, zusätzlich oder statt
dessen als Meßgeräte oder geeignete integrierte Skalen
ausgebildet sein.
Claims (10)
1. Vorrichtung zur Vermessung und zum Training von Kräf
ten und/oder Beweglichkeiten von Mensch oder Tier,
welche
- a) Mittel zur Kraft- und/oder Beweglichkeitsmessung mit vorgegebenen Angriffsmitteln (40, 42, 44, 46, 60, 62, 60′, 62′, 70, 72; 130, 132, 134, 136; 204; 206); und
- b) Positionierungsmittel (12, 20, 50, 56, 80, 82, 90, 92; 110, 112, 122, 140, 142, 144, 146; 222, 224, 226, 231, 232, 234, 236, 238, 240, 242, 244, 246, 248) zur reproduzier baren Einstellung der Relativlage von Körpertei len und Angriffsmitteln (40, 42, 44, 46, 60, 62, 60′, 62′, 70, 72; 130, 132, 134, 136; 204; 206) aufweist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei welcher die Angriffs
mittel (40, 42, 44, 46, 60, 62, 60′, 62′, 70, 72;
130, 132, 134, 136) als Kraftaufnahmeplatten und die
Mittel zur Kraftmessung als Kraftmeßdosen ausgebildet
sind.
3. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei
welcher die Mittel zur Positionierung und/oder zur
Kraft- und/oder Beweglichkeitsmessung Magnetbremsen
aufweisen.
4. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei
welcher die Positionierungsmittel einen räumlich ver
stellbaren Liegesessel (10) zur Aufnahme eines Proban
den umfassen.
5. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei
welcher
- a) als Angriffsmittel Handgriffe (204, 206) vorgese hen sind;
- b) die Handgriffe (204, 206) an je einem Skelett-ar tigen Gestänge (208, 212, 216; 210, 214, 216) fest oder verstellbar gelagert sind; und
- c) die Skelett-artigen Gestänge (208, 212, 216; 210, 214, 216) zur flexiblen räumlichen Positionie rung der Handgriffe (204, 206) ausgebildet sind.
6. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei
welcher wenigstens ein Positionierungsmittel
(12, 20, 50, 56, 80, 82, 90, 92; 110, 112, 122, 140,
142, 144, 146; 222, 224, 226, 231, 232, 234, 236, 238,
240, 242, 244, 246, 248) mit Antriebsmitteln ausgerüstet
ist.
7. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei
welcher die Positionierungsmittel (12, 20, 50, 56,
80, 82, 90, 92; 110, 112, 122, 140, 142, 144, 146; 222, 224, 226,
231, 232, 234, 236, 238, 240, 242, 244, 246, 248) Positions
meßmittel zur Messung von Relativpositionen von wenig
stens einem Körperteil und einem Angriffsmittel
(40, 42, 44, 46, 60, 62, 60′, 62′, 70, 72; 130, 132, 134, 136;
204; 206) aufweisen.
8. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche mit
Mitteln zur Datenverarbeitung (254, 256, 258), ein
schießlich Mitteln zur Eingabe (258), Speicherung und
Ausgabe von meß- und trainingsrelevanten Daten (256).
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, bei welcher die Datenver
arbeitungsmittel (254, 256, 258), die Antriebsmittel
und/oder die Meßmittel für einen Austausch von Steuer-
oder Meßdaten ausgelegt sind.
10. Drehpositionierungsmittel für eine Vorrichtung nach
einem der vorstehenden Ansprüche, bei welchem
- a) drehbare Teile (272, 284, 290, 330, 332, 334) über eine Permanentmagnetbremse (296, 298) in gewünschten Positionen fixierbar sind;
- b) die Permanentmagnetbremse (296, 298) mit Mitteln zur Kraftmessung (318, 320, 322, 324, 326, 328) verbunden ist; und
- c) Mittel (314, 316) zur Minimierung der Reibung bei der Übertragung von Kräften auf die Mittel zur Kraftmessung (318, 320, 322, 324, 326, 328) vor gesehen sind.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
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