DE19509802C1 - Verfahren zur Fixierung der Lunte vor Streckwerken an Spinnmaschinen und Luntenstoppvorrichtung - Google Patents
Verfahren zur Fixierung der Lunte vor Streckwerken an Spinnmaschinen und LuntenstoppvorrichtungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Fixierung der
Lunte vor Streckwerken an Spinnmaschinen bei Unterbre
chung des Spinnvorganges, wobei die Lunte an einer
Klemmstelle gegen eine ortsfeste Klemmfläche gepreßt
wird und die Förderung der Lunte zum Streckwerk ge
stoppt wird.
Die Erfindung bezieht sich auch auf eine Luntenstopp
vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
Verfahren der eingangs definierten Art sind bisher im
Zusammenhang mit Luntenstoppvorrichtungen beschrieben
und praktisch ausgeführt worden.
Den in großer Zahl bekannten Luntenstoppvorrichtungen
ist ein Verfahren gemeinsam.
Danach ist das Klemmen der Lunte stets mit dem Abheben
einer Walze eines, die Lunte fördernden Walzenpaares
verbunden.
Es gibt auch Vorrichtungen, bei denen im Falle eines
Fadenbruches, im Zusammenhang mit dem Festhalten der
Lunte, der Antrieb des Walzenpaares, das die Lunte
fördert, vom Antrieb gelöst wird.
Vorrichtungen mit den genannten Grundkonzeptionen
werden durch die DE 36 06 609 A1, DE 43 27 877 C1 und
DE 41 37 800 A1 dokumentiert.
Die DE 36 06 609 A1 beschreibt eine Vorrichtung, bei der
bei Signalisierung eines Fadenbruches ein Sperrglied
mit keilförmiger Klemmfläche die Lunte gegen die
kraftschlüssig an der Unterwalze gehaltene Oberwalze
preßt. Das Sperrglied stützt sich dabei auf dem Umfang
der Unterwalze ab und hebt die Oberwalze gegen die
Kraft der Belastungselemente aus dem Wirkungsbereich
der Unterwalze.
Gleichzeitig wird die Oberwalze durch die Reibung am
Sperrglied gebremst. Die Lunte bleibt zwischen der
abgebremsten Oberwalze und dem Sperrglied ortsfest
geklemmt.
Bei diesem Vorgang wird die Lunte zwischen der jetzt
ortsfesten Klemmstelle und dem folgenden Walzenpaar des
Streckwerkes, das weiter in Arbeitsposition verbleibt,
zerrissen. Die Enden des ortsfest geklemmten Faserbar
tes der Lunte verbleiben im Bereich des Klemmspaltes
der Einzugswalzen.
Beim Beginn des folgenden Spinnvorganges wird das
Sperrglied zurückgezogen. Die Lunte ist sofort wieder
im Klemmspalt des Einzugswalzenpaares.
Eine solche Verfahrensweise hat mehrere entscheidende
Nachteile. Durch das unbedingt notwendige Abheben der
Oberwalzen, die überwiegend paarweise durch einen
Druckarm belastet werden, sind bei jedem Fadenbruch
stets zwei Spinnstellen stillzusetzen.
Wegen der hohen Anpreßkräfte der Oberwalze gegenüber
der Unterwalze ist es unumgehbar, daß sich das Sperr
glied gegen die Oberfläche der Unterwalze abstützt.
Der Belastungsdruck gegen die Oberwalze bleibt erhalten
und bestimmt den Grad der Gleitreibung zwischen Sperr
glied und Unterwalze. Bei längeren Stillstandszeiten
erwärmt sich Sperrglied und Unterwalze,- der Verschleiß
der Walzenelemente ist hoch.
Es hat Bemühungen gegeben, diese Gleitreibung durch
Einsatz von Kugellagern zu reduzieren. Aus Kostengrün
den und aus Gründen des zur Verfügung stehenden Raumes
scheiterten jedoch alle diese Versuche.
Mit der DE 43 27 877 C1 wird eine Belastungsvorrichtung in
Zusammenwirken mit Klemmelementen für die Lunte be
schrieben. Bei dieser Vorrichtung ist jeder einzelnen
Oberwalze eine Belastungsvorrichtung zugeordnet.
Die Klemmelemente für die Lunte, die in der Bewegungs
bahn der Lunte vor und hinter der Oberwalze angeordnet
sind, sind Steuerelementen unterworfen, die der Ober
walze und den Klemmelementen gemeinsam sind.
Beim Feststellen eines Fadenbruches werden die Lunten
klemmelemente gegen ortsfeste Klemmflächen gepreßt
Gleichzeitig erfolgt bei dieser Bewegung das Abheben
der einzelnen Oberwalzen über Zahnstangen und Zahn
räder.
Die dafür notwendige Kraft wird durch eine vorgespannte
Feder aufgebracht. Bei Fadenbruch wird die Vorspannung
durch das Lösen einer Sperre freigegeben. Die Lunte
wird geklemmt und die Oberwalze abgehoben.
Eine solche Vorrichtung ist sehr teuer. Sie besteht aus
sehr vielen Einzelelementen, die aufgrund des Platzan
gebotes an jeder Spinnstelle sehr kompliziert in der
Form sind und den aufzubringenden Kräften nicht im
notwendigen Maß angepaßt werden können.
Die Lebensdauer solcher Vorrichtungen ist begrenzt.
Es ist nicht mit Sicherheit zu gewährleisten, daß die
Oberwalze, die für den Spinnvorgang erforderliche
Anpreßkraft an die angetriebene Unterwalze aufbringt.
Fehler im Verzug sind nicht auszuschließen.
Durch die DE 41 37 800 A1 wird eine Luntensperrvorrichtung
für das Einzugswalzenpaar vorgeschlagen, bei der die
Einzugsunterwalze durch einen Anschlag an einem Schalt
element von ihrem Antrieb gelöst wird.
Auch bei der dort dargestellten, platzsparenden Ausfüh
rung ist der Raum- und Kostenaufwand pro Spinnstelle
sehr erheblich.
Die Zahl der mechanischen Ausfälle durch Verschmutzung
ist sehr hoch. Die Wartung dieser Elemente ist zeit-
und kostenaufwendig.
Es ist das Ziel der Erfindung, die geschilderten Mängel
zu beseitigen.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Verfahren
zum Klemmen der Lunte und zum Unterbrechen der Lunten
zuführung zu schaffen,
- - das einfach und zuverlässig realisierbar ist,
- - das das Stillsetzen benachbarter Spinnstellen vermeidet,
- - das auch das Anspinnen in automatisierbarer Weise gestattet und
- - das mit einer einfachen, zuverlässig arbeitenden Luntenstoppvorrichtung zu realisieren ist.
Die Aufgabe der Erfindung besteht auch darin, eine
einfache Luntenstoppvorrichtung vorzuschlagen,
- - mit der das erfindungsgemäße Verfahren zuverlässig realisierbar ist,
- - die mit geringem Raumbedarf an einer Position unter gebracht werden kann, an der sie die Bedienung der Spinnstellen nicht behindert, und
- - die ein Minimum bewegter, einfacher Teile besitzt.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch das in Anspruch
1 definierte Verfahren gelöst.
Das erfindungsgemäße Verfahren geht davon aus, den
Fördervorgang für die Lunte dadurch zu beenden, daß die
Fasern des geklemmten und abgerissenen Faserbartes aus
dem Klemmspalt des Einzugswalzenpaares gezogen werden,
in definierter Stellung nahe diesem Spalt positioniert
bleiben und bei Beginn des Spinnvorganges augenblick
lich wieder in den Klemmspalt zurückgeführt und geför
dert werden.
Die Einzugswalzen verbleiben ständig in Arbeitsposi
tion. Das Abheben der Oberwalzen gegen die hohen
Belastungskräfte entfällt.
Damit wird auch das Stillsetzen der benachbarten Spinn
stelle vermieden, die mit der abzuschaltenden Spinn
stelle gemeinsame Belastungselemente besitzt.
Das Einführen der durch die Einzugswalzen zugeführten
Lunte in die nachfolgenden Streckwerkswalzen kann dann
automatisiert erfolgen, ohne das Luntenende mit der
Hand oder mit zusätzlichen mechanischen Elementen zu
manipulieren.
Mit dem Verfahren nach Anspruch 2 verbleibt auch die
geklemmte Lunte mit ihrem Faserbart in der Zuführebene.
Das Wiedereinführen des Faserbartes ist problemlos und
kann mit hoher Sicherheit in einem automatischen Prozeß
ausgeführt werden.
Diese Variante des Verfahrens eignet sich in besonderer
Weise für das Spinnen von Baumwolle, deren Stapellänge
etwa zwischen 30 und 65 mm schwankt.
Das Verfahren nach Anspruch 3 ist insbesondere dann
zweckmäßig, wenn sehr langstapelige Fasern zu verspin
nen sind, bei denen der Abstand zwischen der Klemmstel
le und dem Klemmspalt der Einzugswalzen sehr groß wird.
Die Fasern der Lunte lassen sich über diese Länge nicht
mehr definiert schiebend in den Klemmspalt führen.
Die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach
Anspruch 4 ist an einem Ort positioniert, der weder die
Bedienung des Streckwerkes noch dessen Aufbau in ir
gendeiner Weise behindert.
Die Ausführung der Vorrichtung nach Anspruch 5 hat den
entscheidenden Vorteil des einfachen Aufbaues bei
extrem niedrigen Herstellungskosten und einer hohen
Zuverlässigkeit hinsichtlich ihrer Funktion.
Die Blattfeder übernimmt mit der, während der Klemmpha
se gespeicherten Energie das Zurückschieben der Lunte
in den Klemmspalt der Einzugswalzen.
Die Zahl der zu bewegenden Elemente ist auf ein Minimum
reduziert. Sie beschränkt sich auf ein weitgehend
universelles Stellglied und eine besonders gestaltete,
einfache Blattfeder.
Mit der in Anspruch 6 definierten Form und Einspannung
der Blattfeder werden optimale Bewegungsformen für
Stellglied und Klemmkante der Blattfeder bei ausrei
chend großem Rückzugsweg möglich.
Durch die Gestaltung nach Anspruch 7 vermeidet man
einen zusätzlichen Einlauftrichter.
Mit dem Gestaltungselement nach Anspruch 8 sorgt man
einerseits für eine exakte Lage der Blattfeder in der
Ruhe- oder Ausgangsposition und andererseits für eine
immer ausreichend große Kraft der Blattfeder für das
Zurückschieben der Lunte.
Die Einstellvorrichtungen für den Grundkörper der
Luntenstoppvorrichtung gegenüber dem Klemmspalt der
Einzugswalzen, nach Anspruch 9, ermöglicht die problem
lose Einstellung der Vorrichtung auf die mittlere
Stapellänge des zu verarbeitenden Luntenmaterials.
Die Vorrichtung nach Anspruch 10 eignet sich insbeson
dere für die Verarbeitung von Fasermaterialien mit
großer Stapellänge. Die Ablenkelemente, die den Faser
bart aus dem Klemmspalt der Einzugswalze ziehen, können
sehr nahe am Einzugswalzenpaar positioniert werden. Sie
können mit hoher Sicherheit die Faserenden des langen
Faserbartes in den Klemmspalt des Einzugswalzenpaares
absichern. Bildet man sie als gesteuerte Klemme aus,
dann ist das sichere Rückführen auch bei sehr großer
Faserlänge möglich.
Mit dem Einsatz von Spannmitteln für den Faserbart nach
Anspruch 11 kann man auf gesteuerte Führungselemente
verzichten.
Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbei
spiel näher erläutert werden. In den dazugehörigen
Zeichnungen zeigen,
Fig. 1 eine schematische Gesamtansicht eines
Streckwerkes einer Spinnmaschine mit der
erfindungsgemäßen Luntenstoppvorrichtung,
Fig. 2 eine vergrößerte, schematisierte
Darstellung der Luntenstoppvorrichtung
nach Fig. 1,
Fig. 3 eine Führung für den Faserbart mit
pneumatischen Spannmitteln,
Fig. 4 eine Führung für den Faserbart mit
mechanischen Spannmitteln und
Fig. 5 eine Führung für den Faserbart mit
Ablenkelementen zwischen Klemmvorrichtung
und Einzugswalzenpaar.
Das in Fig. 1 dargestellte Streckwerk kann an Spinnma
schinen unterschiedlicher Bauformen eingesetzt werden.
Die Lage des Streckwerkes zur Horizontalen spielt für
die darzustellende Luntenstoppvorrichtung keine Rolle.
Es ist auch möglich die Lunte von unten nach oben zu
führen.
Die Darstellung in Fig. 1 zeigt eine horizontale
Streckwerksanordnung.
Die Funktion der Streckwerkswalzen 42, 43, 44 soll hier
nicht weiter beschrieben werden. Sie sind allgemein
bekannt und sind in ihrer Ausführung nicht vom Gegen
stand der Erfindung abhängig.
Die Klemmvorrichtung 2 der Luntenstoppvorrichtung
befindet sich am hinteren Ende des Streckwerkes 4.
Sie besteht aus einem Grundkörper 21, der am Träger des
Streckwerkes 4 parallel zur Laufrichtung der Lunte 1
einstellbar befestigt ist.
Der Grundkörper 21 besitzt eine, sich in Laufrichtung
der Lunte 1 verengende trichterförmige Ausnehmung.
Die in Fig. 1 und 2 dargestellte obere Begrenzung
dieses Trichters bildet die feste Klemmfläche 211 für
die Luntenstoppvorrichtung.
Die bewegliche Klemmfläche der Luntenstoppvorrichtung
wird durch die Klemmkante 231 einer gebogenen Blattfe
der 23 gebildet, die im unteren Bereich des Grundkör
pers 21 ihre Einspannstelle 233 hat.
Im Kopfbereich ist die Blattfeder 23 leicht zur festen
Klemmfläche 211 hin geneigt und bildet die Klemmkante
231. Diesem Kopfabschnitt folgt ein Abschnitt der
Blattfeder, der sich allmählich von der mittleren Lun
tenführungsbahn entfernt.
Dieser Abschnitt geht im unteren Bereich in einen zur
Luntenlaufrichtung stark geneigten Abschnitt 232 über,
an den ein Stellglied 3, 31, das hier vertikal beweglich
ist, gleitend angreift.
Das Stellglied 3 ist hier als pneumatisches Stellglied
mit einem Stellkolben 31 ausgebildet, dessen Kopf am
geneigten Abschnitt 232 der Blattfeder 23 angreift.
Der Stellkolben 31 wird über einen Druckraum gesteuert,
dessen Ventile diesen Druckraum entweder mit einer
Druckleitung oder mit der umliegenden Atmosphäre ver
binden (nicht dargestellt).
Die Ventile werden zweckmäßig durch entsprechende
elektromagnetische Schaltmittel 32 betätigt, wenn über
Sensoren oder andere Programmimpulse entsprechende
Befehle für einen Luntenstopp angezeigt werden.
Die hier beschriebene Vorrichtung nimmt während des
Spinnprozesses eine Position ein, bei der der Stellkol
ben 31 zurückgezogen ist. Die Blattfeder 23 liegt durch
ihre eigene Vorspannung an einem Anschlag 28 im Abstand
von der Luntenführungsebene.
Beim Auslösen eines Stoppsignales wird der Stellkolben
31 augenblicklich mit einer Druckleitung 311 verbunden.
Der Stellkolben 31 drückt von hinten auf die Blattfeder
23 im geneigten Abschnitt.
Die Klemmkante 231 der Blattfeder - Position 23′ - wird
dabei durch den Stellkolben (Pos. 31′) gegen die Lunte 1
und gegen die feste Klemmfläche 211 des Grundkörpers 21
gepreßt. Die Klemmung der Lunte 1 ist vollzogen.
Bei der weiteren Bewegung des Stellkolbens 31 (in
Pos. 31′′ ) gleitet die Klemmkante 231 am Kopf der Blatt
feder - Position 23′′ - an der festen Klemmfläche 211
mit dem eingeklemmten Luntenbart 11 gegen die Zuführ
richtung der Lunte 1.
Den Bewegungsraum des eingeklemmten Luntenbartes 11
bezeichnen wir als Klemmstelle 20.
Die Lunte 1 wird durch den beschriebenen Klemmvorgang
bei weiter laufendem und weiter in Klemmposition be
findlichen Einzugswalzen 41 zerrissen. Das mit dem
Streckwerk 4 verbundene Ende läuft durch die Streck
werkswalzen 42, 43, 44 hindurch und wird entweder ver
sponnen oder durch eine entsprechende, bekannte Saug
vorrichtung entfernt.
Der an der Luntenstoppvorrichtung geklemmte Faserbart
11 wird dabei von allen Fasern befreit, die an der
Klemmstelle 20 nicht ausreichend fest gehalten werden
und noch in den Klemmspalt 411 der Einzugswalzen 41
ragen.
Durch die in der zweiten Phase des Klemmvorganges
erfolgte Rückzugsbewegung werden die ausreichend fest
geklemmten Fasern des Faserbartes 11 so weit aus dem
Klemmspalt 411 gezogen, daß ein zufälliges Herausziehen
von Fasern aus dem Klemmspalt 411 der Einzugswalzen 41
vermieden wird.
Mit dieser Maßnahme beugt man vor, daß sich Einzelfa
sern auf dem Umfang von Einzugswalzen 41, vorzugsweise
der Oberwalze, sammeln und dann zu Wickelbildungen
führen.
Die Förderung der Lunte 1 ist zuverlässig unterbrochen.
Die Klemmvorrichtung 2 bleibt bis zum Beginn der Faden
bruchbeseitigung in dieser Position (23′′).
Bevor der Fadenbruch behoben wird, wird über ein ent
sprechendes elektrisches Signal der Druckraum hinter
dem Stellkolben 31 über eine Öffnung 312 alternativ mit
der Atmosphäre verbunden und gegenüber der Druckleitung
311 verschlossen.
Bei diesem Vorgang bewegt sich der Kopf der Blattfeder
23 mit seiner Klemmkante 231 zunächst unter Aufrechter
haltung der Klemmung an der festen Klemmfläche 211
entlang in Richtung des Klemmspaltes 411 der Einzugs
walzen 41 (bis in Position 23′).
Die aus dem Führungsspalt hervorstehenden Enden des
Luntenbartes 11 werden so in den Klemmspalt 411 der
Einzugswalzen 41 geführt.
In der letzten Phase dieser Bewegung hebt sich die
Klemmkante 231 der Blattfeder 23 von der festen Klemm
fläche 211 und der Lunte 1 ab und legt sich unter
Vorspannung wieder an den Anschlag 28 an (Position 23).
Die Einzugswalzen 41 fördern die Lunte in Verbindung
mit entsprechenden Führungsmitteln zum nächsten Walzen
paar 42 des Streckwerkes 4 und führen den Luntenbart 11
mit der folgenden Lunte bis zu den Ausgangswalzen 44
des Streckwerkes 4.
Dort wird das von der Spule herangeführte Fadenende
in an sich bekannter Weise mit dem Luntenbart 11 verbun
den und der Spinnprozeß wird fortgesetzt.
Die Blattfeder 23 und die Klemmfläche 211 bilden
gleichzeitig den Einlauftrichter 27 für die Lunte 1.
Für die Verarbeitung von Baumwolle erfüllt die in den
Fig. 1 und 2 dargestellte Vorrichtung den angegebenen
Zweck sehr gut.
Soll ein Fasermaterial versponnen werden, das eine
erheblich längere Stapellänge der Fasern aufweist, dann
ist der Faserbart 11′, insbesondere beim Rückführen in
den Klemmspalt 411 der Einzugswalzen 41, zusätzlich zu
stützen.
Sind die Fasern an sich sehr stabil, reicht es aus,
zwischen der Klemmvorrichtung 2 und dem Klemmspalt 411
einen zusätzlichen oder längeren Stützkanal 221 vorzu
sehen.
Für den Fall der Verarbeitung von Lunten aus sehr
dünnen und langen Einzelfasern wird die Vorrichtung
nach Fig. 3 empfohlen. Ein durch die Düse 222 aufge
brachter sanfter Luftstrom spannt den Faserbart 11′ und
hält ihn im Führungskanal 221.
Alternativ anwendbar ist die Vorrichtung nach Fig. 4.
Die Funktion der Führung und des Spannens des Faserbar
tes 11′ übernimmt hier das Stützriemchen 223, das der
Bewegung der unteren Einzugswalze 41 folgt.
Die Enden des Faserbartes 11′ liegen hier durch ihr
Eigengewicht auf dem oberen Trum des Stützriemchens 223
auf und werden durch die Reibung stets in Richtung des
Klemmspaltes 411 gehalten bzw. gezogen.
Die Klemmkante 231 der Blattfeder 23 führt den Lunten
bart 11′ wieder zum Klemmspalt 411 zurück. Dabei unter
stützt die Reibung am Stützriemchen 223 diesen Einführ
vorgang.
Eine weitere Ausführungsform der Luntenstoppvorrichtung
wird in Fig. 3 gezeigt. Die hier dargestellte Vorrich
tung besitzt im wesentlichen den gleichen Aufbau und
die gleiche Wirkungsweise, wie die in Fig. 1 und 2
dargestellte Vorrichtung.
Der einzige Unterschied besteht darin, daß bei dieser
Vorrichtung zwischen dem Führungsspalt des Grundkörpers
21 der Klemmvorrichtung 2 und dem Klemmspalt 411 der
Einzugswalzen 41 zusätzliche Führungsmittel, das Ab
lenkelement 25, mit Rückzugsfunktion für den Faserbart
11′ vorgesehen sind.
Diese Ablenk- oder Führungselemente 25 dienen dazu, bei
Beginn des Stoppvorganges die Enden des Faserbartes 11′
zuverlässig aus dem Klemmspalt 411 der Einzugswalzen 41
herauszuziehen und so den Fördervorgang abzubrechen.
Beim erneuten Beginn des Spinnvorganges ist im vorderen
Bereich des Faserbartes 11 eine ausreichende Stabilität
der Einzelfasern vorhanden, die ausreicht, den Faser
bart in den Klemmspalt 411 der Einzugswalzen 41 zurück
zuführen.
Bei dieser Ausführung ist es nicht zwingend notwendig,
die Klemmstelle 20 des Faserbartes 11 - wie oben be
schrieben - zurückzuziehen. Es reicht hier aus, einen
lagestabilen, schaltbaren Klemmbacken 26 vorzusehen.
Das Wiedereinführen des Faserbartes in den Klemmspalt
der Einzugswalzen kann mit beiden beschriebenen Vor
richtungen mit hoher Sicherheit ohne manuelle Unter
stützung dadurch gewährleistet werden, daß ein Taster
für das Ein- und Ausschalten der Luntenstoppvorrichtung
mehrfach betätigt wird und so der Faserbart schritt
weise dem Einzugswalzenpaar angenähert und übergeben
wird.
Claims (12)
1. Verfahren zur Fixierung der Lunte vor Streckwerken
an Spinnmaschinen bei Unterbrechung des Spinnvorganges,
wobei
- - die Lunte an einer Klemmstelle gegen eine ortsfeste Klemmfläche gepreßt wird und
- - die Förderung der Lunte zum Streckwerk gestoppt wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Lunte (1) an einer Klemmstelle (20) im Abstand (X) der mittleren Stapellänge der Luntenfasern vor dem Klemmspalt (411) des Einzugswalzenpaares (41) geklemmt wird,
daß die Lunte (1) unter Wirkung des Zuges der Einzugs walzen (41) zwischen der Klemmstelle (20) und dem Klemmspalt (411) der Einzugswalzen getrennt wird,
daß die an der Klemmstelle (20) geklemmten Fasern des Luntenbartes (11) aus dem Bereich des Klemmspaltes (411) der Einzugswalzen gezogen werden und
daß der Luntenbart (11) in Vorbereitung des folgenden Spinnvorganges in den Bereich des Klemmspaltes (411) der Einzugswalzen zurückgeführt wird.
daß die Lunte (1) an einer Klemmstelle (20) im Abstand (X) der mittleren Stapellänge der Luntenfasern vor dem Klemmspalt (411) des Einzugswalzenpaares (41) geklemmt wird,
daß die Lunte (1) unter Wirkung des Zuges der Einzugs walzen (41) zwischen der Klemmstelle (20) und dem Klemmspalt (411) der Einzugswalzen getrennt wird,
daß die an der Klemmstelle (20) geklemmten Fasern des Luntenbartes (11) aus dem Bereich des Klemmspaltes (411) der Einzugswalzen gezogen werden und
daß der Luntenbart (11) in Vorbereitung des folgenden Spinnvorganges in den Bereich des Klemmspaltes (411) der Einzugswalzen zurückgeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der geklemmte Faserbart (11) der Lunte
- - beim Beginn des Stoppvorganges mit seiner Klemmstelle (20) um einen Betrag von dem Klemmspalt (411) der Einzugswalzen zurück und
- - zum Ende des Stoppvorganges durch Verschiebung seiner Klemmstelle (20) mit seinen freien Faserenden in den Klemmspalt (411) der Einzugs walzen vorbewegt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Lunte (1) im Abstand vor dem Klemmspalt (411)
der Einzugswalzen lagestabil geklemmt wird,
daß der zwischen der Klemmstelle (20) der Lunte (1) und dem Klemmspalt (411) der Einzugswalzen mit Hilfe von Führungselementen (25) quer zur Bewegungs richtung der Lunte (1) ausgelenkt wird und
daß der abgetrennte Faserbart (11) beim Einleiten des nachfolgenden Spinnvorganges durch die Führungs elemente (25) in den Klemmspalt (411) der Einzugs walzen zurückgeführt wird.
daß der zwischen der Klemmstelle (20) der Lunte (1) und dem Klemmspalt (411) der Einzugswalzen mit Hilfe von Führungselementen (25) quer zur Bewegungs richtung der Lunte (1) ausgelenkt wird und
daß der abgetrennte Faserbart (11) beim Einleiten des nachfolgenden Spinnvorganges durch die Führungs elemente (25) in den Klemmspalt (411) der Einzugs walzen zurückgeführt wird.
4. Luntenstoppvorrichtung mit im wesentlichen lage
stabilen, gegeneinander bewegbaren Klemmflächen und mit
Mitteln zum Unterbrechen der Luntenförderung zum
Streckwerk, zur Durchführung des Verfahrens nach
Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die die Klemmstelle (20) bildende Klemmvorrichtung, enthaltend eine Klemmfläche (211) und eine beweg liche Klemmkante (231), in einem Abstand (X) von 35 bis 65 mm vor dem Klemmspalt (411) der Einzugswalzen (41) angeordnet ist und
daß mindestens die Klemmkante (231) von dem Klemmspalt (411) der Einzugswalzen (41) weg bewegbar ist.
daß die die Klemmstelle (20) bildende Klemmvorrichtung, enthaltend eine Klemmfläche (211) und eine beweg liche Klemmkante (231), in einem Abstand (X) von 35 bis 65 mm vor dem Klemmspalt (411) der Einzugswalzen (41) angeordnet ist und
daß mindestens die Klemmkante (231) von dem Klemmspalt (411) der Einzugswalzen (41) weg bewegbar ist.
5. Luntenstoppvorrichtung nach Anspruch 4, dadurch
gekennzeichnet,
daß die Klemmfläche (211) ortsfest und etwa parallel zur Luntenbewegungsrichtung angeordnet ist,
daß der bewegliche Teil der Klemme (23) mit einer Klemmkante (231) versehen ist,
daß die Klemmkante (231) das vordere Ende einer einseitig eingespannten Blattfeder (23) ist,
daß der Blattfeder (23) ein Stellglied (3) zugeordnet ist, das auf die Blattfeder (23) in einem Bereich zwischen der Klemmkante (231) und der Einspann stelle (233) der Blattfeder mit je einer Kraftkomponente gegen die Klemmfläche (211) und gegen die Bewegungsrichtung der Lunte (1) einwirkt.
daß die Klemmfläche (211) ortsfest und etwa parallel zur Luntenbewegungsrichtung angeordnet ist,
daß der bewegliche Teil der Klemme (23) mit einer Klemmkante (231) versehen ist,
daß die Klemmkante (231) das vordere Ende einer einseitig eingespannten Blattfeder (23) ist,
daß der Blattfeder (23) ein Stellglied (3) zugeordnet ist, das auf die Blattfeder (23) in einem Bereich zwischen der Klemmkante (231) und der Einspann stelle (233) der Blattfeder mit je einer Kraftkomponente gegen die Klemmfläche (211) und gegen die Bewegungsrichtung der Lunte (1) einwirkt.
6. Luntenstoppvorrichtung nach Anspruch 4 und 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Klemmfläche (211) und die Einspannstelle (233) auf Ebenen ausgerichtet sind, die einander im Winkel kreuzen und
daß das Stellglied (3) auf einen zur Klemmfläche (211) geneigten Abschnitt (232) der Blattfeder (23) einwirkt.
daß die Klemmfläche (211) und die Einspannstelle (233) auf Ebenen ausgerichtet sind, die einander im Winkel kreuzen und
daß das Stellglied (3) auf einen zur Klemmfläche (211) geneigten Abschnitt (232) der Blattfeder (23) einwirkt.
7. Luntenstoppvorrichtung nach Anspruch 4 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die gegen die Zuführrichtung der Lunte (1)
gerichtete Verlängerung der Klemmfläche (211) und
der der Klemmkante (231) benachbarte Schaft
abschnitt der Blattfeder (23) einen gegen die
Bewegungsrichtung der Lunte (1) geöffneten spitzen
Winkel bilden, dessen Freiraum der Einlauftrichter
(27) für die Lunte (1) ist.
8. Luntenstoppvorrichtung nach Anspruch 4 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Kopfabschnitt der Blattfeder (23) in seiner
Ausgangsposition an einem, gegen die Klemmfläche
(211) gerichteten Anschlag (28) unter Vorspannung
anliegt.
9. Luntenstoppvorrichtung nach Anspruch 4 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Abstand (X) zwischen dem Klemmspalt (411)
des Einzugswalzenpaares (41) und der Klemmstelle
(20) der Klemmvorrichtung (2) einstellbar ist.
10. Luntenstoppvorrichtung zur Durchführung des
Verfahrens nach Anspruch 1 und 3 sowie nach den Vor
richtungsansprüchen 4 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß die Klemmstelle (20) etwa im Abstand (X) zwischen 30 mm und 60 mm vor dem Klemmspalt (411) der Einzugswalzen (41) angeordnet ist und
daß zwischen der Klemmvorrichtung (2) und dem Einzugswalzenpaar (41), Führungselemente für den Luntenbart vorgesehen sind, die quer zur Lunten führungsebene bewegbar sind.
daß die Klemmstelle (20) etwa im Abstand (X) zwischen 30 mm und 60 mm vor dem Klemmspalt (411) der Einzugswalzen (41) angeordnet ist und
daß zwischen der Klemmvorrichtung (2) und dem Einzugswalzenpaar (41), Führungselemente für den Luntenbart vorgesehen sind, die quer zur Lunten führungsebene bewegbar sind.
11. Luntenstoppvorrichtung nach Anspruch 4 bis 10
dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen der Klemmvorrichtung (2) und dem
Klemmspalt (411) der Einzugswalzen (41) in Richtung
des Klemmspaltes (411) wirksame Spannmittel
(222; 223) für den Faserbart (11) angeordnet sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995109802 DE19509802C1 (de) | 1995-03-21 | 1995-03-21 | Verfahren zur Fixierung der Lunte vor Streckwerken an Spinnmaschinen und Luntenstoppvorrichtung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995109802 DE19509802C1 (de) | 1995-03-21 | 1995-03-21 | Verfahren zur Fixierung der Lunte vor Streckwerken an Spinnmaschinen und Luntenstoppvorrichtung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19509802C1 true DE19509802C1 (de) | 1996-04-11 |
Family
ID=7757015
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1995109802 Expired - Lifetime DE19509802C1 (de) | 1995-03-21 | 1995-03-21 | Verfahren zur Fixierung der Lunte vor Streckwerken an Spinnmaschinen und Luntenstoppvorrichtung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19509802C1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CN102648082A (zh) * | 2009-07-17 | 2012-08-22 | 科里奥利合成技术公司 | 包括具有热调节系统的挠性压紧辊的纤维施加机 |
Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3606609A1 (de) * | 1986-02-28 | 1987-09-03 | Zinser Textilmaschinen Gmbh | Luntenstopp-vorrichtung am streckwerk einer spinnmaschine |
| DE4137800A1 (de) * | 1991-11-16 | 1993-05-19 | Schurr Stahlecker & Grill | Streckwerk fuer eine spinnmaschine |
| DE4327877C1 (de) * | 1993-08-19 | 1994-08-04 | Skf Textilmasch Komponenten | Stoppvorrichtung |
-
1995
- 1995-03-21 DE DE1995109802 patent/DE19509802C1/de not_active Expired - Lifetime
Patent Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE3606609A1 (de) * | 1986-02-28 | 1987-09-03 | Zinser Textilmaschinen Gmbh | Luntenstopp-vorrichtung am streckwerk einer spinnmaschine |
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CN102648082A (zh) * | 2009-07-17 | 2012-08-22 | 科里奥利合成技术公司 | 包括具有热调节系统的挠性压紧辊的纤维施加机 |
| CN102648082B (zh) * | 2009-07-17 | 2014-08-13 | 科里奥利合成技术公司 | 包括具有热调节系统的挠性压紧辊的纤维施加机 |
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