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DE1950967A1 - Verfahren zum Nachformieren von Elektrolydtkondensatoren - Google Patents

Verfahren zum Nachformieren von Elektrolydtkondensatoren

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Publication number
DE1950967A1
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Authority
DE
Germany
Prior art keywords
capacitor
reforming
electrolyte
anode
discharge
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DE19691950967
Other languages
English (en)
Inventor
Jean-Marie Barthe
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Koninklijke Philips NV
Original Assignee
Philips Gloeilampenfabrieken NV
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Philips Gloeilampenfabrieken NV filed Critical Philips Gloeilampenfabrieken NV
Publication of DE1950967A1 publication Critical patent/DE1950967A1/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • HELECTRICITY
    • H01ELECTRIC ELEMENTS
    • H01GCAPACITORS; CAPACITORS, RECTIFIERS, DETECTORS, SWITCHING DEVICES, LIGHT-SENSITIVE OR TEMPERATURE-SENSITIVE DEVICES OF THE ELECTROLYTIC TYPE
    • H01G9/00Electrolytic capacitors, rectifiers, detectors, switching devices, light-sensitive or temperature-sensitive devices; Processes of their manufacture
    • H01G9/0029Processes of manufacture
    • H01G9/0032Processes of manufacture formation of the dielectric layer

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Power Engineering (AREA)
  • Manufacturing & Machinery (AREA)
  • Microelectronics & Electronic Packaging (AREA)
  • Motor And Converter Starters (AREA)
  • Fixed Capacitors And Capacitor Manufacturing Machines (AREA)

Description

PHN.3882 dJo/Sp.
Pi'·nlcnwoit
Anrnsidör: NXi1IiUi1G1 GLOEiLAMPENFABRIEKEN
Akte: PHU-3882
Anmeldung vom: 8β10ο69
"Verfahren zum Nachformieren von Elektrolytkondensatoren".
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Nachformieren eines Elektrolytkondensators, wobei ein Kondensator mit mindestens einer Kathode und mindestens einer aus hauthildendem Metall mit einer dieläctrisehen Oxydhaut versehenen Anode, zwischen welcher Kathode und Anode der Betriebselektrolyt vorhanden ist, über einen Vorschaltwiderstand mit einer Gleichspannungsquelle verbunden wird und der Kondensator sich auflädt«
Bekanntlich wird die positive Elektrode oder Anode von Elektrolytkondensatoren aus einem metallenen,
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: —Sw- "'■■-■■"'" ■ '■■■"■
z.B. Aluminiumband hergestellt, auf dem bei dem sogenannten Formierungsvorgang in einem Elektrolyt, der weiter unten Formierungselektrolyt genannt wird, durch Anodisierung eine Oxydhaut von Al 0„ mit geeigneten Eigenschaften angebracht wird. Bei diesem Formierungsvorgang lassen sich verschiedene Strukturen der Oxydhaut erzielen, d.h. eine d* -Struktur, bei der die erhaltene Schicht kristallinisch und dicht ist und sehr gute Eigenschaften als Dielektrikum aufweist und eine V" -Struktur, die porös und daher als Dielektrikum nicht brauchbar ist. Eine
Y -Strukturschicht spielt jedoch eine nützliche Rolle auf der Oberfläche eines Aluminiumbands, das als Anode verwendet werden soll, nämlich die der mechanischen Abschirmung der sehr dünnen sk -Strukturschicht, die unter der Y -Strukturschicht auf dem Metall gebildet- wird.Die äusserst dünne Dielektrikumschicht der <s( -Struktur ±s± besonders zerbrechlich, so dass eine verhältnismässig dicke iT-Strukturschicht auf der <* -Strukturschicht eine brauchbare Abschirmung· fur die. c( -Strukturschicht ergiiit, die eine Dicke von z.B. 5/1000 ,um bei einem Kondensator mit einer Betriebsspannung von 3 V und von etwa 0,5 /ura bei einem Kondensator für 300 V aufweist.
Üblicherweise werden Metalle wie Aluminium, bei denen durch Anodisierung eine dielektrische Oxyd— haut gebildet werden kann, als "hautbildend" bezeichnet.
Din negative Elektrode oder Kathode des Kondensators wird tatsächlich durch den Imprägnierungselektrolyt
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des Kondensators gebildet, welcher Elektrolyt weiter unten mit Betriebselektrolyt angedeutet wird und durch die poröse Y -Strukturschicht mit der a£ -Strukturschicht auf dem Aluminiumband in Berührung gelangt, das die Anode bildet und mit der positiven Anschlussklemme des Kondensators verbunden ist. Das häufig als Kathode betrachtete zweite Aluminiumband im Kondensator ist somit vielmehr eine Kathodenverbindung, die das Potential der negativen Anschlussklemme des Kondensators auf den Betriebselektrolyt überträgt. Da eine sehr dünne Aluminiumoxydschicht auf der Oberfläche eines Aluminiumgegenstandes praktisch unvermeidlich ist, weist der Kontakt zwischen dem Kathodenanschluss und dem Betriebselektrolyt keine reine ohmische Natur auf und er enthält eine kapazitive Komponente, deren Einfluss unter bestimmten Verhältnissen merkbar werden kann.
Es ist weiterhin bekannt, dass bei der üblichsten Bauart von Elektrolytkondensatoren der Betriebselektrolyt zwischen den Elektroden durch Trennelernente festgehalten wird, die aus je einem oder mehreren aufeinander gelegten "Bändern z.B. aus porösem Papier bestehen.
Für die Herstellung eines Kondensators werden im allgemeinen ein Anodenband und ein Kathodenband zu einem kompakten Zylinder zusammengewickelt unter Zwischenfügung eines oder mehrerer Trennelemente einer schwammigen Struktur. Diese Stufe des Herstellungsvorgangs wird gewöhnlich die "Wicklung" des Kondensators genannt. Nach
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dieser Stufe werden die porösen Trennelemente mit einem
Betriebselektrolyt imprägniert, dessen Zusammensetzung häufig von der des vorerwähnten Formierungselektrolyts verschieden ist«
Während des Wickeins des Kondensators bilden sich infolge der zwangsläufigen Krümmungen des Anodenbandes und der Reibung zwischen diesem und den Trennelementen in der Strukturschicht Störstellen wie sehr feine Risse und mikroskopisch kleine Kratzer, wodurch der Zusammenhang dieser Kristallschicht unterbrochen wird, wodurch der Betriebselektrolyt elektrisch mit Oberflächenteilen der Anode in Berührung ist, die nicht mit einer geeigneten, dielektrischen Schicht infolge der Beschädigungen überzogen sind,
Wird ein Elektrolytkondensator, nachdem Elektrolyt imprägniert worden ist, an eine Spannungsquelle angeschlossen so tritt ein Leckstrom besonders hohen Wertes auf, was sich durch die vorerwähnten Wirkungen erklären lässt. Der Leckstrom kann auch durch einen anderen Schaden verursacht werden, nämlich dadurch, dass die Verbindung im Kondensator zwischen der Anode und der positiven Anschlussklemme und dem die Anode bildenden Band nicht vollkommen anodisiert 1st. Dies kann.auch zutreffen an den Rändern des Anodenbands, wenn dieses durch Abschneiden von einer grösseren, anodisierten Oberfläche erhalten ist.
Um einen Elektrolytkondensator in dieser Herst el lungastufe brauchbar zu machen, in der bereits Betriebselektrolyt zwischen Anode und Kathode vorgesehen und gegebenenfalls bereits eine Hülle mit Anschlüssen angebracht
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ist, wird der Kondensator einer Ergänzungsbehandlung unterworfen, die im allgemeinen als "Nachformierung" bezeichnet wird und die bezweckt, den Zusammenhang der Oxydhaut als Aluminiumdielektrikum auf der Anodenoberfläche wiederherzustellen oder zu vervollkommen, so dass der Wert des Leckstroms auf einen akzeptabelen Pegel herabgemindert wirde
Die Nachformierung umfasst gewöhnlich den Anschluss des zu behandelnden Kondensators an eine Gleichspannung. Während der Behandlung wird manchmal die Spannung schrittweise erhöht, anfangend mit einer niedrigen Spannung und endend mit dem Spitzenwert der Betriebsspannung des betreffenden Kondensatortyps. Der durch den Kondensator zu führende Ladestrom wird gewöhnlich durch einen in Reihe mit den Kondensatoren angebrachten Vorschaltwiderstand beschränkt.
Bekanntlich liegt die zum Erzielen einer Nachformierung guter Qualität erforderliche Zeitspanne gewöhnlich zwischen 24 und 48 Stunden, welche als sehr lang zu betrachtende Zeitspanne auf die im allgemeinen sehr verschiedenen Zusammensetzungen des beim Anodisieren des Anodenbandes verwendeten Formierungselektrolyts und des beim Imprägnieren verwendeten Betriebselektrolyts zurückzuführen ist. Diese erforderliche lange Zeitspanne der Nachformierung bringt mit sich, dass zum Sicherstellen eines glatten Verlaufs bei der Reihenherstellung von Kondensatoren umfang- ■ reiche Mittel in Betrieb genommen werden müssen, was bedenklich ist.
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Die Erfindung bezweckt, die Nachformierungszeit beträchtlich zu kürzen und ermöglicht dies durch ein Verfahren, das dadurch gekennzeichnet" ist, dass der Nachformierungsvorgang mindestens einmal und vorzugsweise mehrere Male durch Abschaltung der erwähnten Gleichspannungsquelle unterbrochen wird, wobei parallel zum Kondensator ein elektrischer Entladewiderstand geschaltet wird, Über den der Kondensator sich wenigstens teilweise entlädt, in der Weise, dass eine beim vorhergehenden Aufladen des Kondensators auftretende Polarisierung der Anode durch die erwähnte Entladung ausreichend zunichtegemacht wird.
Eine einfachere Ausführungsform des Verfahrens nach der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Abschalten der Quelle der erwähnte Vorschaltwiderstand während der Entladung als der erwähnte zum Kondensator parallel geschaltete Entladewiderstand benu-tzt wird.
Die Erfindung betrifft ferner einen Elektrolytkondensator, dessen Nachformierung durch ein Verfahren nach der Erfindung durchgeführt wurden ist.
Die Erfindung wird beispielsweise an Hand der Zeichnung näher erläutert, in der die Pig. I und 2 zeigen:
Fig. 1- das Prinzipschaltbild einer Nachformierungsvorrichtung, mittels der das Verfahren nach der Erfindung durchgeführt werden kann,
Fig. 2 eine Vereinfachung des Prinzipschaltbildes nach Fig. 1.
In Fig. 1 bezeichnet 11 einen Kondensator oder
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eine Anzahl parallel geschalteter, identischer Kondensator ren, bei denen die liachf ormierungsbehandlung durchgeführt wird. Der Kondensator 11 hat eine positive Anschlussklemme 12 und eine negative Anschlussklemme 13· Eine regelbare Gleichspannungsquelle 14 mit einer negativen Anschlussklemme 15 und einer positiven Anschlussklemme -16 dient zum Aufladen des Kondensators 11. Die negative Klemme 15 der Quelle 14 ist mit der negativen Klemme 13 des Kondensators 11 und mit einer Erdklemme 17 verbunden, während ein Kontrollvoltmeter 18 an die Klemmen der Quelle 14 angeschlossen ist» Die positive Klemme 16 der QueXle 14 ist mit einem festen Kontaktpunkt I9 eines einpoligen Umschalters 20 über die Reihenschaltung eines regelbaren Widerstands 21 und eines Milliamperemeters 22 verbunden. Ein zweiter, fester Kontaktpunkt 23 des einpoligen Umschalters 20 ist mit einem zweiten regelbaren Widerstand 24 verbunden, der andererseits mit der negativen Klemme I3 des Kondensators 11 verbunden ist. Ein bewegbares Kontaktglied 25 des Umschalters 20, das zwischen den festen Kontaktpunkten 19 und 23 umschaltbar ist, ist mit der positiven Klemme des Kondensators 11 verbunden. Die Lage des beu'egbaren Glieds 25 wird durch ein Antriebswerk 26 bestimmt, das mit dem UraschaXter 20 gekuppelt und in Fig. 1 schematisch durch die Antriebsverbindung 27 angegeben ist. Das Antriebswerk 2.6 treibt das bewegbare Glied 25 in der Weise an, dass das Glied 25 in aufeinanderfolgenden Zyklen abwechselnd mit dem Kontaktpunkt 19 und dem Kontaktpunkt 23 verbunden wird,
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Das Antriebswerk 26 ist vorzugsweise derart konstruiert, dass die Kontaktzeit mit Punkt X$ und die Kontaktzeit mit punkt 23 unabhängig voneinander eingestellt werden können, zu welchem Zweck es mit einer nicht dargestellten, doppelwirkenden Uhr ausgerüstet ist. .
Bei einer anderen, nicht dargestellten Ausführungsform ist das automatische "Getriebe 26 derart ausgebildet, dass die vorerwähnten Umschaltungen entsprechend einem Programm einstellbarer Kontaktzeiten vollführt werden, deren geeignete Werte versuäasweise bestimmt werden.
Die Wirkungsweise und die Inbetriebsnahme der
Vorrichtung, deren Prinzip in Fig. 1 schematisch veranschaulicht ist, sind wie folgt. Die von der Quelle Xk gelieferte und durch das voltmeter 18 gemessene Gleichspannung wird auf einen Wert eingestellt, der abhängig ist von der zulässigen Betriebsspannung des Kondensators 11. So bald der bewegbare Kontakt 20 dem Kondensator 11 Spannung zuführt, wird der Ladestrom dieses Kondensators oder einer Parallelschaltung von Kondensatoren durch den regelbaren Widerstand 21 beschränkt, wobei der Wert dieses Ladestroms am Mnssgcrä.t 22 abgelesen werden kann. Am Anfang einer Zeitspanne, während der der Kondensator 11 Spannung empfängt, deutet das Messgerät 22.den Ladestrom an, während gegen Ende dieser Zeitspanne der Leckstrom dieses Kondensators bei einer Spannung am Kondensator angegeben wird, die gleich der Spannung der Quelle Xk abzüglich des Spannungsabfalles über dem Widerstand 21 ist. Sobald der bewegbare Kontakt 25 mit dem feststehenden Kontaktpunkt 23 in Berührung kommt unter
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der Wirkung der Antriebsverbindung 27 entlädt sich der Kondensator 11 über den Widerstand 2k, dessen Wert den Entladestromwert dieses Kondensators beschränkt. Dann fängt ein neuer Nachformierungszyklus an sobald das automatische Getriebe 26 über die Verbindung 27 den bewegbare Kontakt 25 gegen den Kontaktpunkt 19 drückt.
Je nach dem Typ des Kondensators können sich~ während der Nachformierung die Zeiten der Spannungszufuhr z.B zwischen 2 und 15 Minuten ändern, wobei günstige Entladezeiten zwischen ■§- und 4 Minuten liegen. Die erwähnten Zeiten sind jedoch nicht als Grenzwerte zur Verwendung des Verfahrens nach der Erfindung gemeint.
In Fig. 2, die eine Abart der"in Fig. 1 dargestellten Vorrichtung zeigt, sind entsprechende Elemente mit den gleichen Bezugsziffern bezeichnet.
Die in dieser Figur schematisch dargestellte
Vorrichtung unterscheidet sich von der Vorrichtung nach Fig. 1 nur dadurch, dass die regelbaren Widerstände 21 und 2.h weggelassen und durch einen einzigen regelbaren Widerstand 28 ersetzt sind, der den bewegbaren Kontakt 25 des Umschalters 20 mit der positiven Anschlussklemme 12 des Kondensators Il vorbindet". Hi «* posii i ve Aiusrlilussk l.oinmo 16 tlor Quelle \h ist direkt mit dem Messgerät 22 und der feststehende Punkt 23 des Umschalters 20 ist direkt mit der negativen Anschlussklemme 13 des Kondensators 11 verbunden.
Bei dieser vereinfachten Vorrichtung ist es nicht mehr möglich, die Lade- und Entladestromwertβ des Kondensators 11 unabhängig voneinander einzustellen. Dies hat den Vorteil, dass ein Einzelteil der Vorrichtung erspart wird.
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Beim Prüfen des Verfahrens zur Nachformierung * von Elektrolytkondensatoren nach der Erfindung hat Anmelderin überraschenderweise gefunden, dass dieses Verfahren, das wegen der aufeinanderfolgenden Aufladungen und Entladungen während der Behandlung des Kondensators als "dynamisch" bezeichnet werden könnte, es ermöglicht, den Leckstrom des elektrolytischen Kondensators erheblich schneller zu erniedrigen als bei den üblichen Nachformierungsverfahren, die vielmehr statisch sind trotz der dabei üblichen stufenartigen Erhöhung der Spannung während der Nachformierung sbehändlung. - . ■
Anmelderin hat weiterhin gefunden, dass das Verfahren nach der Erfindung ermöglicht, die Anzahl der Spannungserhöhungsstufen im Vergleich zu dem üblichen, statischen Verfahren zu verringern und z.B. am Anfang der Behandlung die Spannung dor Quelle \k auf die übliclio Betriebs spannung der Kondensatoren Hinzustellen, wobei nach einer ilehandiungszoi t , bt-i der ein Leokwt 1*0111 wert entsprechend der üblichen Betriebsspannung erzielt wird, die Behandlung durch eine Roihe von Aufladungen und Entladungen bei der Spitzenspannung des betreffenden Kondensators beendet wird, so dass die höchste verwendete Spannung in nur zwei Stufen erreicht wird»
Der Grund der sehr grossen, von dem Verfahren nach der Erfindung herbeigeführten Fortschrittes im Ver- · gleich zu dem üblichen Verfahren zur Nachformierung vpn Elektrolytkondensatoren ist bisher noch nicht unzweideutig
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erklärt worden, aber die nachfolgenden Betrachtungen dürften zu einem besseren "Verständnis führen.
Die im Betrieb von Elektrolytkondensatoren auftretenden Erscheinungen sind sehr verwickelt} die Erfindung gründet sich daher weder auf die nachfolgende Auseinandersetzung noch auf Werkhypothesen, die zum Verständnis der Mechanismen vorausgesetzt sind, die bei dem Nachbe— handlungsvorgang des Verfahrens nach der Erfindung eine Rolle spielen.
Sobald ein Gleichstrom durch einen Elektrolyt fliesst, tragen die Bewegungen von zwei Arten von Ladungsträgern zum Gesamtstrom bei d.h. die Anionen und Kationen des Mediums oder von in einem Medium gelösten Teilchen, deren elektrolytische. .Zersetzung dem betreffenden Medium die Eigenschaften eines Elektrolyts erteilt.
Wenn der .verwendete Elektrolyt wenigstens teilweise aus Wasser besteht reagieren die Anionen und Kationen wenn sie nicht mit den Elektroden nach Entladung an den Anoden bzw. Kathoden reagieren, gewöhnlich mit den vorhandenen Wassermolekülen, um wieder ihren Ursprungsstoff zu liefern. Diese 'sekundären Reaktionen lösen endgültig bei der Anode Sauerstoff und bei der Kathode Wasserstoff aus, wobei der Vorgang sich vollzieht alsob das Wasser im Elektrolyt elektrolysiert wird. Während der Oxydation von Aluminium durch Anodisierung lösen sich auf diese Weise Sauerstoffatome an der Anode aus, die sich mit Aluminiumatomen zur Bildung einer Oxydhaut von Al O auf der Oberfläche der
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Aluminiumanode vereinigen. Sobald die Alujniniumoxydmolekule auf der Anodenoberfläche eine ununterbrochene Schicht bilden, bilden sie eine Schranke vor dem direkten Kontakt zwischen Aluminium und Elektrolyt, wobei in der Aluminiumoxydschicht ein elektrisches Feld auftritt. In Abhängigkeit von dem Wert der an der Anode gegen die Kathode und den Elek trolyt angelegten Gleichspannung tritt infolge der geringen Dicke in der Alumin iumojcyd s chi cht leicht eine elektrische Feldstärke von 5·10 V/cm auf. Unterhalb dieses Wertes der elektrischen Feldstärke verhält sich die Aluminiumoxydhaut wie ein verhältnismässig guter Isolator und Dielektrikum; oberhalb dieses Wertes der elektrischen Feldstärke wird das Aluminiumoxyd ein Leiter infolge von Mechanismen, über deren Art die Meinungen von Spezialisten noch -verschieden sind. Nach einigen Autoren ist die Leitfähigkeit der Schicht auf die Verschiebung von Aluminiumionen Al zurückzuführen, die durch das Aluminiumoxyd hin unter der Wirkung des Feldes den Anoden entzogen sind. Diese Ionen sollen sich beim Verlassen der Schicht mit den Sauerstoffanionen des Klekt.rolyts (oder mit den durch sekundäre Reaktion von Anionen des Elektrolyts mit dem Wasser ausgelösten Sauerstoffionon) vereinigen, so dass die Oxydhaut bis zur erwünschten Dicke anwächst (das absolute Maximum liegt bei etwa 0,7 bis 0,8 /um)
Infolge der Abnahme der Feldstärke in der Schicht wird die Leitfähigkeit sehr gering, wobei alles sich vollzieht alsob die Aluminiumionen sich nicht mehr durch das Aluminiumoxyd bewegenund alscbdie Leitfähigkeit der Schicht
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der Tatsache zu verdanken ist, dass die übrigen Elektronen der Anionen durch das in der Schicht vorhandene Feld angezogen werden und sie durch die erwähnte Schicht hingegen bis sie die Anode erreichen. Die den sekundären Reaktionen zwischen den Anionen des gelösten Stoffes und den Wassermolekülen entstammenden Sauerstoffatome sind geneigt, die Anoden langsam mit einer Abdeekschicht mikroskopisch kleiner Blasen zu umhüllen und zwar je langsamer umso schwächer der verbleibende Leckstrom wird.
In der Nähe der Kathode führen die Leitungsmechanismen durch Ionen endgültig zur Bildung mikroskopisch kleiner Wasserstoffblasen.
Andere sekundäre Erscheinungen können ebenso auftreten und eilige Beobachtungen beim Studieren der Formierung einer Aluminiumoxydschicht führen zu der Meinung, dass Ionen negativer Ladung, O-Ionen oder Anionen des Elektrolyts wegen des Vorhandenseins der mikroskopisch kleinen Blasen die Aluminiumoxydschicht nicht erreichen können und dass sie auf diese Blasen eine negative ladung übertragen, ohne dass diese. Blasen strikt genommen ionisiert seien.
Ein vergleichbarer Mechanismus tritt in entsprechender Weise an der Oberfläche der Kathode auf und zwar umsomehr, da ein erheblicher Potentialunterschied zwischen dem Metall der Kathode und dem Elektrolyt fehlt, wobei wahrscheinlich Blasen bei der Kathode positiv aufgeladen werden. Die elektrostatischen Anzugskräfte suchen, die so gebildeten mikroskopischen Blasen an der Oberfläche der Elektrode zurückzuhalten.
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Das Resultat dieser sekundären Erscheinungen ist, dass die Elektroden des Kondensators "polarisiert" werden; die Elektroden sind nicht mehr über ihre ganze Oberfläche in engem Kontakt mit dem Elektrolyt.
Dies hat zur Folge, dass die Behandlung zum Vervollkommen der auf der Anode gebildeten oder· wiederhergestellten dielektrischen Oxydschicht sich nicht mehr an allen Punkten der Anodenoberfläche fortsetzen kann und dass der erwähnte Mechanismus ohne Zweifel durch die Unbeweglichkeit des Elektrolyts infolge der Verwendung poröser Trennelemente zwischen den Elektroden begünstigt ■wird.
Sobald die angelegte Spannung am Ende einer Periode, während der der Kondensator Spannung führt, während der Nachformierung unterbrochen wird und der Kondensator sich über einen an den Anschlussklemmen angebrachten Widerstand entladen kann, wird die Richtung des Stroms und des im Elektrolyt vorhandenen elektrischen. Feldes umgekehrt .
Eine der zunächst möglichen Folgen ist, dass die negativ und positiv aufgeladenen Gasblasen an der Oberfläche-Aiuminiumoxydhaut bzw. an der Kathodenoberfläche elektrostatisch dazu getrieben werden, sich von den zugehörenden Elektroden zu lösen und sich in dem mit Elektrolyt imprägnierten, porösen Trennelement zu bewegen. Die elektrostatischen Anzugskräfte, welche die Gasblasen an '. den Elektroden festzuhalten suchen, sind dann in umgekehr-
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Claims (2)

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    ter Richtung wirksam und entfernen diese Blasen zum Elektrolyt.
    Wenn am Ende der Entladung die elektrische Feldstärke im Elektrolyt den Nullpunkt erreicht hat, können die mikroskopisch kleinen, im stillstehenden Elektrolyt ausgestreuten Blasen sich durch Diffusion leicht weiter streuen.
    Es tritt der Gedanke hervor, dass der Mechanismus, durch den das dynamische Verfahren der Nachformierung von Elektrolytkondensatoren nach der Erfindung eine erheblich schnellere Nachformierung erreicht werden kann, während die Qualität wenigstens gleich der bei dem üblichen statischen Verfahren ist, im wesentlichen auf die Depolarisierung der Elektroden des Kondensators zurückzuführen ist, die aus den eingefügten Entladungsperioden in Perioden der Spannungszufuhr an den Kondensator resultiert. PATENTANSPRÜCHE: . ...
    '1J Verfahren zur Nachformierung eines Elektrolytkondensators, wobei ein Kondensator mit mindestens einer Kathode und mindestens einer aus hautbildendem Metall und mit einer dielektrischen Oxydhaut versehenen Anode, zwischen welcher Kathode* und Anode der Betriebselektrolyt vorhanden ist, durch einen Vorschaltwiderstand mit einer Gleichspannungsquelle verbunden wird, wobei der Kondensator sich auflädt, dadurch gekennzeichnet, dass der Nachformierungsvorgang mindestens einmal, vorzugsweise mehrere Male durch Abschal-. tung der erwähnten Gleichspannungsquelle unterbrochen wird, wobei parallel zum Kondensator ein elektrischer Entladewi-
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    original.
    ■;■■ Ab '"" 1950367 ■'.
    derstanä geschaltet wird, über den der Kondensator sich wenigstens teilweise entlädt in der Weise,, dass eine bei der vorhergehenden Aufladung des Kondensators auftretende Polarisierung der Anode durch die erwähnte Entladung ausreichend zunichte gemacht wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Abschalten der Quelle der erwähnte Vor— schaltwiderstand während der erwähnten Entladung als der erwähnte, dem Kondensator parallel geschaltete Entladewiderstand benutzt wird. , S1. Elektrolytkondensator, dessen Nachformierung durch eines der vorerwähnten Verfahren durchgeführt worden ist. .' ·.;■■■■
    OBiGiNAL.INSPECTED
DE19691950967 1968-10-10 1969-10-09 Verfahren zum Nachformieren von Elektrolydtkondensatoren Pending DE1950967A1 (de)

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DE102008060546B3 (de) * 2008-12-04 2010-04-01 Imp Gmbh Verfahren zum Nachformieren von Elektrolytkondensatoren

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ITMI20101979A1 (it) * 2010-10-26 2012-04-27 Facon Europ Srl Processo di post-formazione nella produzione di condensatori elettrolitici per l'avviamento dei motori elettrici in corrente alternata monofase
ITVA20120017A1 (it) * 2012-06-15 2013-12-16 Meco Srl Processo di post formazione in corrente continua nella produzione di condensatori elettrolitici per avviamento di motori elettrici monofase in corrente alternata

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