DE19508633C1 - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung farbiger Kurzstapelfasergarne aus Baumwolle und/oder Synthetics - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung farbiger Kurzstapelfasergarne aus Baumwolle und/oder SyntheticsInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich zunächst auf ein Verfahren
zur Herstellung farbiger Kurzstapelfasergarne aus Baumwolle
und/oder Synthetics.
Farbige Kurzstapelfasergarne, namentlich Baumwollgarne
werden in der Praxis hauptsächlich auf zweierlei Arten er
zeugt:
- a) Rohbaumwolle wird in der Flocke gefärbt (Flockefärbung) und nach Erzeugung des Vorgespinstes, der Flyerlunte, ausgesponnen. Diese frühest mögliche Färbung ist zugleich Grundlage für den kürzesten Herstellungsprozeß für farbige Baumwollgarne überhaupt, da er die geringste Anzahl von Arbeitsgängen erfordert. Allerdings lohnt sich dieser Prozeß wirtschaftlich erst ab Partiegrößen von etwa 10 t Baumwolle. Deshalb sind die Anwendungsgebiete für Baumwollgarne aus derart gefärbter Baumwolle recht be schränkt, weil solch große Garnmengen derselben Farbe nur äußerst selten benötigt werden.
- b) Durch Färben des gesponnenen Rohgarns auf Kreuzspu len (Kreuzspulenfärbung), vereinzelt auch auf Kettbäumen. In der Partiegröße ist die Kreuzspulenfärbung sehr flexibel und eignet sich ebenso zur labormäßigen Herstellung von ca. 1 kg Garn wie auch zur produktionsrelevanten Herstellung ab ca. 12 kg. Diese Art der Herstellung farbiger Baumwollgarne macht jedoch mehrfaches Umspulen erforderlich. Üblicher weise werden rohweiße Garne mit fester Wicklung auf Papp hülsen angeliefert. Auf Spulmaschinen werden diese zu zy lindrischen oder konischen Färbespulen umgespult. Danach erfolgt die Kreuzspulenfärbung, und anschließend muß die Färbespule wieder zurück auf Papphülsen umgespult werden. Unter diesen zahlreichen Behandlungen leidet verständli cherweise die Qualität des Endproduktes.
Wegen der wirtschaftlich günstigen Flexibilität dieses
Verfahrens ist es jedoch das bis heute am weitesten ver
breitete Verfahren zur Erzeugung farbiger Kurzstapelfaser
garne aus Baumwolle, synthetischen Fasern oder zur Herstel
lung farbiger Baumwollmischgarne.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein kosten
günstiges Verfahren anzugeben, mit dem sich qualitativ sehr
hochwertige farbige Kurzstapelfasergarne in wirtschaft
lichen Partiegrößen erzeugen lassen.
Die Lösung dieser Aufgabe besteht in den Merkmalen des
Anspruchs 1, demnach also in einem Verfahren zur Herstel
lung farbiger Kurzstapelfasergarne aus Baumwolle und/oder
Synthetics durch Färben des Vorgespinstes, und zwar derart,
daß das Vorgespinst mit leichter Drehung als Flyerlunte
zu einem Vorgarnkörper mit gleichmäßiger Wickeldichte auf
eine gelochte Färbehülse gewickelt wird, der auf der Färbehülse
befindliche Vorgarnkörper gefärbt und anschließend die so
gefärbte Flyerlunte unmittelbar der Spinnmaschine vorgelegt wird.
In formaler Übereinstimmung mit der eingangs unter a)
erwähnten Flockefärbung erfolgt die Färbung der Baumwolle
vor deren Ausspinnung, jedoch nicht in der Flocke, sondern
durch Färben des mitleichter Drehung auf eine Färbespule
(Flyerspule) gewickelten Vorgarns (Flyergarn). Der Spinn
maschine wird die gefärbte Flyerlunte unmittelbar vorge
legt, d. h. der letzte Bearbeitungsvorgang vor dem Ausspin
nen ist das Färben bzw. eine sich dem Färben üblicherweise
anschließende Nachbehandlung.
Aus dem neuen Verfahren entsprechend der resultiert
eine Vielzahl von Vorteilen:
Das häufige Umspulen wie bei der unter b) erwähnten Kreuzspulenfärbung ist nicht mehr erforderlich. Vermieden wird das Umspulen auf Färbewicklung und das Zurückspulen nach dem Färben auf feste Wicklung.
Das häufige Umspulen wie bei der unter b) erwähnten Kreuzspulenfärbung ist nicht mehr erforderlich. Vermieden wird das Umspulen auf Färbewicklung und das Zurückspulen nach dem Färben auf feste Wicklung.
Baumwollgarne lassen sich in kleinen Partiegrößen be
ziehen und dementsprechend problemlos und vor allem auch
rationell verarbeiten. Da das Färben (unmittelbar) vor dem
Ausspinnen des Garns geschieht, erfolgt beim Spinnen eine
Durchmischung der gefärbten Baumwollfasern, woraus eine
verbesserte Farbtonegalität des Garnmaterials resultiert.
Bei der Herstellung von Coregarnen oder sog. "Weichen
Coregarnen" (z. B. Baumwollgarnen mit einer elastischen Syn
thetic-Seele) besteht der erhebliche weitere Vorteil, daß
die elastische Seele erst nach dem Färben der Flyerlunte
dem Spinnprozeß zugeführt wird. Es hat sich gezeigt, daß
Elastizitätsdifferenzen, wie sie bei der Kreuzspulenfärbung
unumgänglich sind, nicht mehr auftreten.
Völlig überraschend erwies sich bei einem Vergleich
eines nach der bekannten Kreuzspulenfärbung hergestellten
farbigen Coregarnes mit dem entsprechenden, jedoch nach dem
erfindungsgemäßen Verfahren erzeugten, daß die Garnwerte
des letzteren (IPI-Werte (Dickst. Dünnst. Nissen) und
Uster-CV%) der ausgesponnenen, gefärbten Flyerlunte
tatsächlich besser sind als die Rohgarnwerte des Coregarns
selbst. Eine Erklärung für diesen unerwartet positiven
Effekt wird noch gesucht.
Der auch der Erfindung anhaftende wesentliche Gedanke
das Garn vor dem Ausspinnen zu färben, ist als solcher
nicht neu. So hat beispielsweise PEHLKE bereits vor 25 Jah
ren auf einem Podiumsgespräch anläßlich des vom 7. bis 9.
Mai 1970 veranstalteten 27. Deutschen Färbertages Köln
(vgl. DE-Z Textil-Industrie 72 (1970), Heft 9, S. 690-692)
mehr beiläufig aus der Sicht des Betriebs, der Fasergarne
herstellt und eine eigene Färberei besitzt, die Frage, in
welcher Aufmachungsform man Garne aus Wolle, Mischgarne und
Garne aus Hochbauschfasern zweckmäßig färbe, dahingehend
beantwortet, man solle nicht das Garn, sondern das Vorge
spinst, und zwar den Kammzug, färben.
Das Färben des Kammzugs ist bei der Herstellung von
farbigen Wollgarnen oder anderen Langstapelfasergarnen ein
seit langem praktiziertes Färbeverfahren. Dabei wird der zu
sog. "Bumps" geformte Kammzug im Färbeapparat gefärbt. Die
ses Färbeverfahren zur Herstellung farbiger Langstapelfa
sergarne ist aber nicht mit dem Färben von Baumwollgarnen
und diesen ähnlichen anderen Kurzstapelfasergarnen ver
gleichbar, da diese völlig andere Herstellungsprozesse und
Stationen vom Roh- zum Fertigerzeugnis durchlaufen. Die op
timale Färbung von Wolle hängt wesentlich ab von der Erfah
rung und von dem Geschick, wie man den gefärbten Kammzug in
zahlreichen Bearbeitungsstufen vermischt und weiterverar
beitet, bis das letztlich den Finisseur verlassende Erzeug
nis auf die Vorgarnspule gewickelt und diese schließlich
der Spinnmaschine vorgelegt werden kann.
Eine - indes nicht taugliche - Übertragung des Gedan
kens auf die Herstellung von farbigen Baumwollgarnen, Baum
wollmischgarnen oder Kurzstapelfasersynthetics würde bedeu
ten, den - in etwa, wenn überhaupt mit dem Kammzug ver
gleichbaren - aus den einzelnen, freigelegten Fasern auf
der Karde erzeugten Vlies oder Flor zu färben. Wirtschaft
lich sinnvolle Verfahren, dies ausführen zu können, sind
indes nicht geläufig und wohl auch mit herkömmlichen Färbe
trägersystemen nicht praktikabel.
Die Erfindung zeichnet sich demgegenüber vor allem da
durch aus, daß die Färbung in einem zwar frühen Produkti
onsstadium erfolgt, jedoch - und im Unterschied zur Woll
kammzugfärbung - in einem bereits für das Färben hinrei
chend stabilisierten Zustand des Vorgarns, nämlich mit Dre
hung versehen und auf eine Hülse gespult, die - und vor al
lem auch das ist neu - zugleich Färbehülse ist. Anderer
seits wird - wiederum im Unterschied zur Wollkammzugfärbung
- nicht das bereits gefärbte Vorgarn auf die der Spinnma
schine vorzulegende Spule gewickelt, sondern der aus der
rohweißen Flyerlunte gewickelte Vorgarnkörper wird unmit
telbar vor dem Ausspinnen gefärbt.
Weder das übliche Verfahren zur Herstellung gefärbter
Wollkammgarne bzw. anderer Langstapelfasergarne noch das
erwähnte Podiumsgespräch waren bislang in der Lage, ein
derart einfaches kostengünstiges, rationelles Verfahren zur
Erzeugung qualitativ besonders hochwertiger Kurzstapelfa
sergarne anzuregen, wie es die vorliegende Erfindung be
reitstellt. Hervorzuheben ist, daß das Färben nach dem er
findungsgemäßen Verfahren praktisch keine zusätzlichen Ar
beitsschritte und Maschinenstationen erforderlich macht und
daß der auf die Färbehülse gewickelte Vorgarnkörper in her
kömmlichen Färbeapparaten gefärbt werden kann, wie sie üb
licherweise zur Kreuzspulenfärbung verwendet werden.
Weitere, vorteilhafte Ausgestaltungen des Verfahrens
sind Gegenstand der Ansprüche 2 bis 4.
Eine Färbehülse zur Durchführung des Verfahrens ist in
Anspruch 5 angegeben. Diese erste Ausführungsform ist da
durch gekennzeichnet, daß der Innendurchmesser der Färbe
hülse mit geringem Untermaß derart auf den Außendurchmesser
einer herkömmlichen Flyerhülse abgestimmt ist, daß die Fär
behülse Reib- oder Klemmschluß mit der Flyerhülse eingeht.
Das Vorgespinst kann bei der - wie ansonsten üblichen
Flyerspulenerzeugung auch und folglich ohne Mehraufwand im
Betriebsablauf - statt auf eine herkömmliche Flyerhülse auf
eine solche, zum Durchtritt der Flotte im Färbeapparat ge
lochte Färbehülse gewickelt werden. Diese wird dann zur
Vorlage an der Spinnmaschine lediglich auf eine übliche
Flyerhülse aufgesteckt und von der Färbehülse aus das Garn
ausgesponnen.
Eine Färbehülse alternativer Gestaltung zur Durchfüh
rung des Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, daß die
Färbehülse zugleich als Flyerhülse - also als Flyerfärbe
hülse - ausgebildet ist, wobei sowohl der Konus an dem
einen Ende der Flyerfärbehülse als auch die Drehmitnahme
mittel zum Bewickeln der Flyerfärbehülse im Flyer als ge
sonderte Teile ausgebildet sowie mit einem zylindrischen
Hülsenkörper lösbar kuppelbar sind. Diese Flyerfärbehülse
kann - ohne die beiden "Kopfstücke" als Färbehülse verwen
det werden und mit den angeschlossenen Kopfstücken als
Flyerhülse üblicher Verwendung und Handhabung dienen.
Es ist in diesem Zusammenhang zweckmäßig, wenn ent
sprechend weiterer Ausgestaltung die jeweilige lösbare
Kupplung als schraubengangförmige oder bajonettartige
Schraubkupplung ausgebildet ist.
Von besonderer Bedeutung ist eine weitere Ausgestal
tung der Färbehülse bzw. des Hülsenkörpers der Flyerfärbe
hülse, die bei einem aus einem zylindrischen Zentralab
schnitt (11a) und endseitig daran anschließenden konischen
bzw. kegelstumpfförmigen Wickelenden (11b) des Vorgarnkör
pers dadurch gekennzeichnet ist, daß die Manteldurchbrüche
in der Färbehülse (Perforation) bzw. im zylindrischen Hül
senkörper der Flyerfärbehülse nur im Überdeckungsbereich
des zylindrischen Vorgarnkörper-Abschnitts angeordnet sind.
Hierdurch wird vermieden, daß die im Färbeapparat unter
Druck auf den Vorgarnkörper einwirkende Flotte diesen in
den empfindlichen Konusbereichen deformieren oder zerstören
kann, und es wird eine sehr gleichmäßige Durchfärbung des
Materials gewährleistet.
Die Baumwollieferung (rohweiß) erfolgt also auf spezi
ell für die erfindungsgemäße Färbung des Flyergarns be
stimmten Färbehülsen, deren Hauptzweck darin besteht, den
Vorgarnkörper für den Färbeprozeß im Färbeapparat optimal
bereitzustellen. Dabei gelangen die beiden beschriebenen
Färbehülsen-Ausführungen zur Vorlage des gefärbten Vorgarn
körpers zum Ausspinnen an der Spinnmaschine, namentlich ei
ner Ringspinnmaschine. Die auf der Spinnmaschine gefertig
ten farbigen Kopse werden letztlich noch, wie üblich, auf
einer Spulmaschine auf Papphülsen gespult.
Bei der Flyergarnproduktion ist vor allem auf gleich
mäßige Wickeldichte zu achten sowie auch auf eine bestimmte
Vorgarndrehung, die sich insbesondere im Bereich von 50 bis
55 Tpm als besonders vorteilhaft herausgestellt hat. Dies
optimiert sowohl den Färbeprozeß als auch die Verspinnbar
keit des Flyergarns.
In den Zeichnungen sind die beiden unterschiedlichen
Färbehülsenausführungen veranschaulicht. Es zeigen:
Fig. 1 eine gelochte Färbehülse mit darauf befindlichem
Vorgarnkörper,
Fig. 2 die Färbehülse allein,
Fig. 3 eine herkömmliche Flyerhülse zur Vorlage des Vor
garns an der Spinnmaschine,
Fig. 4 einen Vorgarnkörper mit einer Flyerfärbehülse,
Fig. 5 die komplette, mehrteilige Flyerfärbehülse und
Fig. 6 die Flyerfärbehülse mit ihren gesondert dargestell
ten Einzelteilen.
Entsprechend Fig. 1 ist auf eine zylindrische Färbe
hülse 10 ein Kurzstapelfaser-Vorgarn mit geringer Drehung
zu einem Vorgarnkörper 11 aufgewickelt. Es wird dabei Wert
darauf gelegt, daß der Vorgarnkörper 11 eine möglichst kon
stante Wickeldichte aufweist. Der Wicklungstyp entspricht
dem einer Flyerspulenwicklung, bei der in der Regel eine
"Parallelwicklung" vorliegt mit geschlossen parallel auf
die Hülse gewickelter Flyerlunte.
Die Färbehülse 10 weist, wie es auch für Färbehülsen
bei der Kreuzspulenfärbung üblich ist, eine Vielzahl von
Manteldurchbrüchen 12 auf, damit im Färbeapparat die in das
Innere der Hülse 10 eingeleitete Flotte durch den Vorgarn
körper 11 gedrückt werden kann.
Der dargestellte Vorgarnkörper 11 gliedert sich im üb
rigen in einen zylindrischen Wickelabschnitt 11a und zwei
konische bzw. kegelstumpfförmige Endabschnitte 11b. Es hat
sich zur Schonung der Konusenden 11b des Vorgarnkörpers 11
als vorteilhaft erwiesen, die Manteldurchbrüche 12 der Fär
behülse 10 nur innerhalb des vom zylindrischen Vorgarnkör
per-Abschnitts 11a überdeckten Bereich anzuordnen.
Entsprechend Fig. 2 weist die Färbehülse einen Innen
durchmesser d auf, der geringfügig kleiner ist als der Au
ßendurchmesser D einer in Fig. 3 dargestellten, herkömmli
chen Flyerhülse 13. Damit wird erreicht, daß die Färbehülse
10 mit Reib- bzw. Klemmschluß auf die Flyerhülse 13 aufge
steckt und auch wieder abgenommen werden kann, wobei zwi
schen den Hülsen 10 und 13 Drehmitnahme gewährleistet ist.
Verglichen mit der Anordnung einer herkömmlichen, mit
Vorgarnkörper versehenen Flyerhülse stellt also die Färbe
hülse gewissermaßen einen Adapter dar, mit dessen Hilfe der
Vorgarnkörper 11 der Ringspinnmaschine auf der Flyerhülse
vorgelegt werden kann. Zugleich ist der Adapter, wie be
schrieben, die Färbehülse, mit der der Vorgarnkörper in
einen herkömmlichen Färbeapparat gefärbt werden kann.
Im übrigen zeigt Fig. 3 noch den üblichen Aufnahme
konus 13a zur Aufhängung der Flyerspule am Spinnmaschinen
gatter und ferner die formschlüssig wirkenden Drehmitnahme
mittel 13b, die erforderlich sind für den Drehantrieb beim
Bewickeln des Flyerhülsenkörpers 13 mit der Flyerlunte auf
dem Flyer.
Fig. 4 zeigt eine andere Ausführung für den Träger des
Vorgarnkörpers 11 in Form einer kombinierten Flyerfärbe
hülse 14. Diese umfaßt einen zentralen, zylindrischen Hül
senkörper, die eigentliche Färbehülse 10′, die sich von der
anhand der Fig. 1 und 2 beschriebenen im wesentlichen nur
dadurch unterscheidet, daß an ihren Enden Kupplungsmittel
15 zum lösbaren Anschluß eines gesonderten Kopfstücks 16
für den Konus 13a und eines gesonderten Kopfstücks 17 mit
den Drehmitnahmemitteln 13b einer Flyerhülse vorgesehen
sind.
Die Kupplungsmittel 15 bestehen vorzugsweise aus je
weils einer Gewindepaarung, so daß die drei Teile 10′, 16
und 17 zu einer Flyerfärbehülse 14 zusammengeschraubt wer
den können (Fig. 4 und 5), sich jedoch auch so zerlegen
lassen, daß allein die Färbehülse 10′ nutzbar ist.
Der Hersteller des Vorgarns kann bei der Ausführung
nach Fig. 1 und 2 den Vorgarnkörper 11 auf die Färbehülse
10, bei der zweiten Ausführung auf die spezielle gelochte
Hülse 10′ wickeln. In diesem Fall werden dann nach dem Fär
ben des Vorgarnkörpers 11 die beiden Kopfstücke 16 und 17
mit der Färbehülse 10 zu der in Fig. 5 dargestellten Flyer
färbehülse 14 vereinigt, die nunmehr nach Aufbau und Funk
tion einer herkömmlichen Flyerhülse gleicht.
Claims (9)
1. Verfahren zur Herstellung farbiger Kurzstapelfaser
garne aus Baumwolle und/oder Synthetics durch Färben des
Vorgespinstes, dadurch gekennzeichnet, daß das Vorgespinst mit
leichter Drehung als Flyerlunte zu einem Vorgarnkörper mit
gleichmäßiger Wickeldichte auf eine gelochte Färbehülse
gewickelt wird, der auf der Färbehülse befindliche Vorgarnkörper
gefärbt und anschließend die so gefärbte Flyerlunte unmittel
bar der Spinnmaschine vorgelegt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß dem Vorgespinst beim Wickeln auf die Färbehülse
eine geringe Drehung von etwa 40 bis 60, vorzugsweise 50
bis 55 Tpm erteilt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Vorgespinst auf eine besondere Färbe
hülse gespult wird, die man nach dem Färben des Vorgarnkörpers auf
eine herkömmliche Flyerhülse aufgesteckt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Vorgespinst unmittelbar auf eine ge
lochte Flyerhülse als Färbehülse gewickelt wird.
5. Färbehülse zur Durchführung des Verfahrens nach einem der An
sprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Innendurch
messer (d) der Färbehülse (10) mit geringem Untermaß derart
auf den Außendurchmesser (D) einer herkömmlichen Flyerhülse
(13) abgestimmt ist, daß die Färbehülse (10) einen Reib- oder
Klemmschluß mit der Flyerhülse (13) eingeht.
6. Färbehülse zur Durchführung des Verfahrens nach An
spruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Färbehülse
(10) zugleich als Flyerhülse (13) ausgebildet ist (Flyer
färbehülse (14)).
7. Färbehülse nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet,
daß sowohl der Konus (13a) an dem einen Ende der Flyerfär
behülse (14) als auch die Drehmitnahmemittel zum Bewickeln
der Flyerfärbehülse (14) als gesonderte Teile (16, 17) so
wie mit einem zylindrischen Hülsenkörper (10′) lösbar kup
pelbar sind.
8. Färbehülse nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet,
daß die jeweilige lösbare Kupplung (15) als schraubengang
förmige oder bajonettartige Schraubkupplung ausgebildet
ist.
9. Färbehülse nach einem der Ansprüche 5 bis 8, da
durch gekennzeichnet, daß bei einem aus einem zylindrischen
Zentralabschnitt (11a) und endseitig daran anschließenden
konischen bzw. kegelstumpfförmigen Wickelenden (11b) die
Metalldurchbrüche (12) in der Färbehülse (10) bzw. im zy
lindrischen Hülsenkörper (10′) der Flyerfärbehülse (14) nur
im Überdeckungsbereich des zylindrischen Vorgarnkörper-Ab
schnitts (11a) angeordnet sind.
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