DE19505076C2 - Verfahren zum vakuumdichten Verschließen eines metallischen Rohres, nach dem Verfahren verschlossenes Rohr sowie Verwendung des Rohres - Google Patents
Verfahren zum vakuumdichten Verschließen eines metallischen Rohres, nach dem Verfahren verschlossenes Rohr sowie Verwendung des RohresInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum vakuumdichten Ver
schließen eines in ein evakuiertes Volumen mündenden metalli
schen Rohres aufweisend den Verfahrensschritt, daß das Rohr
durch ein Kaltverformungsverfahren derart verformt wird, daß
der Durchlaßquerschnitt des Rohres im Bereich der Verformung
gleich Null ist und eine Kaltpreßverschweißung im Bereich der
Verformung auftritt. Weiterhin betrifft die Erfindung ein nach
dem Verfahren verschlossenes Rohr sowie eine bevorzugte Verwendung.
Ein bekanntes Verfahren ist bei Karlheinz Lochner et al.,
"Verbesserung des Vakuums in Isoliergefäßen aus Glas", Vakuum
in der Praxis, 1994, Nr. 3, Seite 182, VCH Verlagsges. mbH,
Weinheim 1994, beschrieben. Wird das Verfahren der eingangs
genannten Art verwendet, um den Pumpstutzen eines zu evakuie
renden Hohlraumes zu verschließen, so bietet dies gemäß der
genannten Druckschrift im Vergleich zu anderen Verfahren,
z. B. dem Abschmelzen eines gläsernen Pumpstutzens, den Vor
teil, daß der im Zuge des Verschließens in dem Hohlraum auf
tretende Druckanstieg vergleichsweise gering ist, da keine Aus
gasungen auftreten.
Versuche bei der Röntgenröhrenherstellung haben dennoch ge
zeigt, daß bei Röntgenröhren, deren Pumpstutzen nach einem
Verfahren der eingangs genannten Art verschlossen wird, un
mittelbar im Anschluß an den Verschlußvorgang ein Druckan
stieg auftritt.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der
eingangs genannten Art anzugeben, bei dem der im Anschluß an
das Verschließen eines evakuierten Raumes auftretende Druck
anstieg möglichst gering ist. Weiterhin soll ein Rohr angegeben
werden, welches besondere Eigenschaften aufweist
und eine bevorzugte Verwendung gestattet.
Nach der Erfindung wird diese Aufgabe gelöst durch ein Ver
fahren zum vakuumdichten Verschließen eines metallischen Roh
res, aufweisend die Verfahrensschritte:
- a) Vorverformen des Rohres in einer solchen Richtung, daß sich lokal ein Durchlaßquerschnitt ergibt, der im Ver gleich zu dem des unverformten Rohres geringer ist, und
- b) Endverformen des Rohres durch ein Kaltverformungsverfah ren im Bereich der Verformung und in Richtung des Vorverfor mens derart, daß der Durchlaßquerschnitt gleich Null ist und eine Kaltpreßverschweißung auftritt.
Versuche haben gezeigt, daß der Druckanstieg im Vergleich zum
Stand der Technik geringer ist, wenn das Rohr nach dem erfin
dungsgemäßen Verfahren verschlossen wird.
Es wird vermutet, daß in das Material des Rohres eindiffun
dierte bzw. eingelagerte Gasmoleküle infolge der beim Verfor
men des Rohres auftretenden Gefügeveränderungen frei werden.
Dies würde bedeuten, daß in einem evakuierten Raum, der durch
eine Kaltpreßverschweißung im Bereich des Rohres verschlossen
wird, unweigerlich ein Druckanstieg infolge der frei werden
den Gasmoleküle auftritt. Dieser Druckanstieg ist im Falle
des erfindungsgemäßen Verfahrens geringer, da das Rohr be
reits vorverformt ist und somit zum Verschließen des Rohres
bzw. des evakuierten Raumes eine geringfügige Verformung des Roh
res im Zuge der Endverformung ausreicht und eine entsprechend
geringe Anzahl von Gasmolekülen frei wird. Die im Zuge der
Vorverformung des Rohres frei werdenden Gasmoleküle können
sich selbstverständlich nicht im Sinne eines Druckanstieges
auswirken.
Als weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens ist
eine höhere Standzeit der zum Endverformen des Rohres dienen
den Formwerkzeuge zu nennen. Als zusätzlicher Vorteil ist zu
nennen, daß dann, wenn das Rohr durch Schweißen oder Löten
mit einem ein zu evakuierendes Volumen aufweisenden Gegen
stand verbunden wird, der Abstand der verformten bzw. zu ver
formenden Stelle des Rohres von der Lötnaht geringer als im
Falle herkömmlicher Verfahren sein kann, ohne daß es zu unzu
lässigen Beanspruchungen der Schweiß- bzw. Lötnaht kommen
kann, sofern das Rohr in bereits vorverformtem Zustand mit
dem Gegenstand verbunden wird. Bei Röntgenröhren bietet dies
den Vorteil, daß das die Röntgenröhre üblicherweise umgebende
Schutzgehäuse kompakter sein kann.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist der zusätzliche
Verfahrensschritt vorgesehen, daß sich an die Vorverformung
eine Wärmebehandlung des Rohres im Sinne der Erzeugung einer
guten Kaltverformbarkeit des Materials des Rohres zumindest
in dem vorverformten Bereich anschließt. Hierdurch wird zum
einen sichergestellt, daß die Endverformung mit geringen Ver
formungskräften möglich ist, was sich günstig im Sinne der
Standzeit der Umformwerkzeuge auswirkt. Es kommt hinzu, daß
sich infolge der guten Verformbarkeit des Materials des Roh
res in dem verformten Bereich die beim Endverformen des Roh
res auftretenden Verformungen im wesentlichen auf den bereits
vorverformten Bereich beschränken, so daß der Abstand zu
einer eventuellen Schweiß- oder Lötnaht weiter verringert
werden kann. Außerdem führt die Wärmebehandlung zu einer Ver
ringerung der in dem Material des Rohres vorhandenen Gasmole
küle, so daß der im Zusammenhang mit dem Endverformen auftre
tende Druckanstieg in einem evakuierten Raum nochmals gerin
ger ist.
Unter Umständen kann auf die sich an die Vorverformung an
schließende Wärmebehandlung verzichtet werden, wenn die Vor
verformung des Rohres durch ein Warmverformungsverfahren er
folgt.
Gemäß einer Variante der Erfindung erfolgt die Endverformung
in einem solchen Maße, daß das Rohr im Bereich der Verformung
durchtrennt wird. Es sind also keine zusätzlichen Verfahrens
schritte zum Abtrennen des jenseits der Verformung befind
lichen Teiles des Rohres erforderlich.
Zumindest die Vor- oder die Endverformung erfolgt zwischen
den einander gegenüberliegenden, parallel zueinander verlau
fenden, balligen Umformkanten zweier Umformstempel.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist der Verfahrens
schritt vorgesehen, daß das Rohr in vorverformten Zustand mit
einem das evakuierte Volumen umschließenden Gegenstand ver
lötet oder verschweißt wird. Das nach dem Verschließen des
Rohres an den Gegenstand verbleibende Rohrstück kann dann be
sonders kurz sein.
Gemäß einer anderen Ausführungsform der Erfindung besteht ein
durch das erfindungsgemäße Verfahren verschlossene Rohr aus
Kupfer, Aluminium, Nickel, einer Kupfer, Nickel oder Alumi
nium enthaltenden Legierung oder aus Edelstahl.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird das
Rohr als Pumpstutzen am Vakuumgehäuse einer Röntgenröhre
verwendet. Auch hier kann das nach dem Verschließen des Rohres
an dem Vakuumgehäuse verbleibende Rohrstück besonders kurz
sein, wenn es in bereits vorverformtem Zustand mit dem
Vakuumgehäuse verlötet oder verschweißt wird.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand der beigefügten Zeich
nungen erläutert, in denen der Herstellungsprozeß eines
Gegenstandes, nämlich einer Röntgenröhre, dargestellt ist,
der ein evakuiertes Volumen aufweist, in das ein nach dem
erfindungsgemäßen Verfahren verschlossenes Rohr, nämlich der
Pumpstutzen der Röntgenröhre, mündet. Es zeigen:
Fig. 1 den mit dem Pumpstutzen versehenen Teil des Vakuumge
häuses einer Röntgenröhre im Längsschnitt,
Fig. 2 den in Fig. 1 dargestellten Bereich der Röntgenröhre
in einem teilweisen Querschnitt,
Fig. 3 den in das Vakuumgehäuse der Röntgenröhre gemäß den
Fig. 1 und 2 eingelöteten Pumpstutzen während seiner
Herstellung im Längsschnitt,
Fig. 4 einen Schnitt gemäß Linie IV-IV in Fig. 3,
Fig. 5 in zu der Fig. 1 analoger Darstellung die Röntgen
röhre während des Verschließens des Pumpstutzens,
Fig. 6 in zu der Fig. 2 analoger Darstellung die Röntgen
röhre mit verschlossenem Pumpstutzen, und
Fig. 7 den Schnitt gemäß Linie VII-VII in Fig. 6.
Gemäß den Fig. 1 und 2 besteht das Vakuumgehäuse 1 der in
diesen Figuren teilweise dargestellten Röntgenröhre im Be
reich des als Pumpstutzen ausgebildeten Rohres 2 aus einem zylindrischen Rohrab
schnitt 1a, in den ein kreisscheibenförmiger Boden 1b vaku
umdicht eingelötet oder eingeschweißt ist (Naht 3).
Der Rohrabschnitt 1a weist eine Öffnung auf, in die der
Pumpstutzen 2 eingepaßt ist, der mit dem Rohrabschnitt 1a
vakuumdicht verlötet oder verschweißt ist (Naht 4).
Der Pumpstutzen 2, der im Falle des beschriebenen Ausfüh
rungsbeispieles an sich die Gestalt eines zylindrischen Roh
res hat, weist eine Vorverformung 5 auf, die in einer solchen
Richtung erfolgt ist, daß sich lokal ein Durchlaßquerschnitt
q (siehe Fig. 4) ergibt, der im Vergleich zum Durchlaßquer
schnitt des unverformten Rohres 2 geringer ist.
Die Vorverformung 5 wird gemäß den Fig. 3 und 4 mittels
zweier Stempel 6a und 6b hergestellt. Die Stempel 6a und 6b
weisen einander gegenüberliegende, parallel zueinander ver
laufende, ballige Umformkanten 7a, 7b auf, so daß die Vorver
formung 5 die Gestalt einer beidseitigen Eindellung des
Pumpstutzens 2 hat.
Das Vorverformen kann bei Raumtemperatur durch Kaltverformung
oder bei erwärmtem Pumpstutzen 2 durch Warmverformung erfol
gen.
In beiden Fällen ist es zweckmäßig, wenn sich an die Herstel
lung der Vorverformung 5 eine Wärmebehandlung des Pumpstut
zens 2 im Sinne der Erzeugung einer guten Kaltverformbarkeit
des Materials des Pumpstutzens 2 zumindest im Bereich der
Vorverformung 5 anschließt. Die Art der Wärmebehandlung hängt
von dem Material des Pumpstutzens 2 ab. Als Materialien eig
nen sich Kupfer, Aluminium, Nickel, Legierungen, die
Aluminium, Kupfer oder Nickel enthalten, oder Edelstahl. Wenn
die Vorverformung 5 des Pumpstutzens 2 durch Warmverformung
erfolgt, kann die Wärmebehandlung unter Umständen entfallen.
Nach Herstellung der Vorverformung 5 und einer sich eventuell
anschließenden Wärmebehandlung wird der Pumpstutzen 2 in der
in den Fig. 1 und 2 dargestellten Weise in das Vakuumgehäuse
1 eingelötet bzw. eingeschweißt.
Im Anschluß hieran wird die Röntgenröhre über den Pumpstutzen
2 mit einer Vakuumpumpe verbunden und in an sich bekannter
Weise aufgeheizt und evakuiert.
Zum vakuumdichten Verschließen des Pumpstutzens 2 und damit
des Vakuumgehäuses 1 wird der Pumpstutzen 2 im Bereich der
Vorverformung 5 endverformt, und zwar derart, daß der Durch
laßquerschnitt gleich Null ist und eine Kaltpreßverschweißung
10 entsteht (siehe Fig. 7).
Auch das Endverformen erfolgt gemäß Fig. 5 mittels zweier
Umformstempel 8a, 8b, und zwar zwischen deren einander gegen
überliegenden, parallel zueinander verlaufenden, balligen
Umformkanten 9a und 9b.
Das Endverformen erfolgt in der aus den Fig. 6 und 7 ersicht
lichen Weise in einem solchen Maße, daß der Pumpstutzen 2
nicht nur vakuumdicht verschlossen wird, sondern der, von der
Röntgenröhre aus gesehen, jenseits der Verformungsstelle lie
gende, nach dem Verschließen der Röntgenröhre überflüssige
Teil des Pumpstutzens 2 abgetrennt wird.
Die Ausrichtung der Umformkanten 9a und 9b der Umformstempel
8a und 8b entspricht, wie aus Fig. 5 einerseits und Fig. 3
und 4 andererseits ersichtlich ist, wenigstens im wesent
lichen der der Umformkanten 6a und 6b der Umformstempel 7a
und 7b, so daß Vor- und Endverformen wenigstens im wesent
lichen in der gleichen Richtung erfolgen.
Als wesentlichste Vorteile der Erfindung sind zu nennen, daß
- a) durch das Vorverformen des Pumpstutzens 2 der im Zuge des vakuumdichten Verschließens auftretende Druckanstieg im Vergleich zum Stand der Technik geringer ist, und
- b) die Länge a (siehe Fig. 6) des an dem Vakuumgehäuse 1 verbleibenden Teiles des Pumpstutzens 2 und damit der Ab stand der verformten Stelle des Pumpstutzens 2 von der Naht 4 geringer als beim Stand der Technik sein kann, da der Pumpstutzen 2 bereits in vorverformten Zustand mit dem Vakuumgehäuse 1 verbunden wird.
Die Erfindung wird vorstehend am Beispiel einer Röntgenröhre
erläutert. Sie ist jedoch auch bei anderen Gegenständen und
überall dort einsetzbar, wo metallische Rohre vakuumdicht zu
verschließen sind.
Claims (8)
1. Verfahren zum vakuumdichten Verschließen eines in ein eva
kuiertes Volumen mündenden metallischen Rohres (2), aufwei
send die Verfahrensschritte
- a) Vorverformen des Rohres (2) in einer solchen Richtung, daß sich lokal ein Durchlaßquerschnitt (q) ergibt, der im Ver gleich zu dem des unverformten Rohres (2) geringer ist, und
- b) Endverformen des Rohres (2) durch ein Kaltverformungsver fahren im Bereich der Vorverformung (5) und in Richtung des Vorverformens derart, daß der Durchlaßquerschnitt (q) gleich Null ist und eine Kaltpreßverschweißung (10) auftritt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, aufweisend den zusätzlichen
Verfahrensschritt einer sich an das Vorverformen anschließen
den Wärmebehandlung des Rohres (2) im Sinne der Erzeugung
einer guten Kaltverformbarkeit des Materials des Rohres (2)
zumindest im Bereich der Vorverformung (5).
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, bei welchem das Vorver
formen durch ein Warmverformungsverfahren erfolgt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
bei welchem das Endverformen in einem solchen Maße erfolgt,
daß das Rohr (2) durchtrennt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
bei welchem zumindest das Vor- oder das Endverformen zwischen
den einander gegenüberliegenden, parallel zueinander verlau
fenden, balligen Umformkanten (7a, 7b; 9a, 9b) zweier Um
formstempel (6a, 6b; 8a, 8b) erfolgt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, aufweisend den
Verfahrensschritt, daß das Rohr (2) in vorverformtem Zustand
mit einem das evakuierte Volumen umschließenden Gegenstand
verlötet oder verschweißt wird.
7. Rohr (2), welches durch ein Verfahren nach einem der An
sprüche 1 bis 6 verschlossen ist und aus Kupfer, aus Alumi
nium, aus Nickel, aus einer Kupfer, Aluminium oder Nickel
enthaltenden Legierung oder aus Edelstahl besteht.
8. Verwendung des Rohres nach Anspruch 7 als Pumpstutzen an dem
Vakuumgehäuse (1) einer Röntgenröhre.
Priority Applications (1)
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| DE19505076A DE19505076C2 (de) | 1995-02-15 | 1995-02-15 | Verfahren zum vakuumdichten Verschließen eines metallischen Rohres, nach dem Verfahren verschlossenes Rohr sowie Verwendung des Rohres |
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Publications (2)
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| DE19505076A1 DE19505076A1 (de) | 1996-09-05 |
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1995
- 1995-02-15 DE DE19505076A patent/DE19505076C2/de not_active Expired - Fee Related
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