DE19505866C2 - Verfahren zur Herstellung von Wicklungen für elektrische Maschinen sowie elektrische Maschinen mit Wicklungen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Wicklungen für elektrische Maschinen sowie elektrische Maschinen mit WicklungenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von
Wicklungen für elektrische Maschinen mit den Merkmalen des
Oberbegriffs des Anspruches 1 sowie elektrische Maschinen mit
den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruches 4.
Das Erzeugen von Wicklungen ist ein sehr aufwendiger und
langwieriger Vorgang, wobei insbesondere bei den Rotorwick
lungen aufgrund der vielen in oder auf den Grundkörper des
Rotors ein- bzw. aufgebrachten Wicklungselemente und deren
Fertigungs- bzw. Montagetoleranzen Vibrations- und Schwin
gungsprobleme ergeben können. Selbst mit den Zeit- und Ar
beitsaufwand weiter anhebender Nachbearbeitung können diese
Probleme bei herkömmlich gefertigten Wicklungen nicht besei
tigt werden.
Als besonderer Anwendungsfall seien Asynchronmotoren, ob als
Aussenläufer oder Innenläufer ausgeführt, genannt, deren
Kurzschlusswicklung aus im wesentlichen in Längsrichtung ver
laufenden Stäben in Nuten des Rotorgehäuses bzw. auf der Ro
torwelle und je einem die Stäbe miteinander verbindenden, d. h.
kurzschliessenden, und koaxialen Ring an jedem Ende der
Stabanordnung besteht. Als Material für die Stäbe und Kurz
schlussringe wird vorzugsweise Kupfer gewählt und gemäss der
herkömmlichen Fertigungsmethode werden die Stäbe und die Rin
ge separat hergestellt, entsprechend vorbereitet, die Stäbe
dann in die vorgefertigten und allenfalls nachgearbeiteten
Nuten des Rotorgehäuses bzw. der Rotorwelle eingesetzt, axial
gesichert, z. B. verstemmt und mit den danach angesetzten
Ringen verlötet. Trotz bester Vorbereitung der Stäbe und
Nachbearbeitung der Nuten bleiben stellenweise Zwischenräume
zwischen Nuten und Stäben bzw. auch dem Rotorgehäuse bzw. der
Rotorwelle und den Kurzschlussringen, die insbesondere bei
schnelllaufenden Maschinen zu großen Vibrations- und Schwin
gungsproblemen führen können.
Die DE-PS 237 847 beschreibt einen Rotor für elektrische Ma
schinen mit Kurzschlusswicklung, bei welchem diese ganz oder
teilweise durch Giessen, beispielsweise aus Kupfer, herge
stellt sind. Die Endplatten des Rotors sind zugleich als
Gussform für lediglich die Kurzschlussringe verwendet.
In der DE-OS 19 12 003 ist ein Verfahren der eingangs genann
ten Art zur Herstellung gegossener oder gesinterter Käfig
wicklungen vorgestellt, bei welchem die Wicklung am Rotor hö
her als es den Zähnen der Maschine entspricht gegossen wer
den. Der Rotor ist so von einer dichten Schicht aus leitendem
Material auf der gesamten Mantelfläche umgeben, die beibehal
ten wird, da eine Schutzschicht um den Rotor hergestellt wer
den soll.
Der Gegenstand der AT-PS 265 420 ist ein Verfahren zur Her
stellung eines Käfigläufers, bei dem die Wicklung ohne die
Kurzschlussringe auf einem vorgewärmten Maschinenteil gegos
sen wird.
In der EP-OS 0 024 575 schließlich ist die Herstellung von
Kurzschlussläuferkäfigen durch Eintauchen der vorgefertigten
und im Maschinenteil eingesetzten Stäbe in eine Metallschmel
ze beschrieben, wobei nach dem Erstarren der Schmelze der
Kurzschlussring ausgebildet wird. Der Maschinenteil selbst
bildet keinen Teil der Gussform.
Es war das Ziel der vorliegenden Erfindung, ein einfaches und
unkompliziertes Herstellungsverfahren für die Wicklungen von
elektrischen Maschinen anzugeben, bei welchem die oben ange
gebenen Nachteile vermieden werden und Wicklungen hergestellt
werden könne, die ohne Zwischenräume dicht an den Wandungen
der Nuten anliegen und damit Schwingungs- und Vibrationsprob
leme vermeiden.
Ein weiteres Ziel der Erfindung waren mit geringerem Aufwand
herstellbare elektrische Maschinen mit Wicklungen, bei wel
chen die Wicklungen derart ausgeführt sein sollten, dass
Schwingungs- und Vibrationsprobleme sicher vermieden sind.
Das erste Ziel wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des
Anspruches 1 erreicht. Beim Giessen der Wicklungsabschnitte
an den Maschinenteil werden dessen zum Aufnehmen der Wick
lungsabschnitte bestimmte Ausnehmungen, welche dadurch zumin
dest einen Teil der Oberfläche der Gussform für die Wick
lungsabschnitte bilden, vollständig ausgefüllt, gleichgültig
ob es sich nun um unbearbeitete oder nachgearbeitete Oberflä
chen handelt. Somit werden Zwischenräume vermieden, Ferti
gungstoleranzen ausgeglichen und damit ist ein sicherer Sitz
der Wicklungsabschnitte gewährleistet. Durch diesen sicheren
Sitz sind aber auch zu Vibrationen und unerwünschten Schwin
gungen führende Bewegungen der Wicklungsabschnitte gegenein
ander und gegenüber der Maschine unterbunden. Dies ist spe
ziell für die oft sehr schnell laufenden Rotoren und bei Ma
schinen mit Anspeisung aus Elementen der Leistungselektronik,
insbesondere Umrichteranspeisung, von besonderer Bedeutung.
Aufgrund der durch den Guss erfolgenden Ausfüllung aller
Oberflächenstrukturen, beispielsweise bei einem Massivstahl-
bzw. Stahlgussrotor ohne weitere Bearbeitung der inneren
Oberfläche, sind auch bei diesen Rotortypen die Vibrations-
und Schwingungsproblem ohne aufwendige Nachbearbeitung der
Rotoroberflächen vermeidbar. Damit lassen sich der Ferti
gungsaufwand und die Gesamtkosten erheblich senken.
Gemäss des erfindungsgemäßen Verfahrens werden die die Wick
lungsabschnitte höher bzw. dicker gegossen als es der ge
wünschten Höhe bzw. Dicke entspricht und werden sie nach dem
Gießvorgang nachbearbeitet, vorzugsweise durch Kaltverfor
mung, vorzugsweise durch Walzen. Dabei sind noch Reserven für
die genaue Ausführung der Wicklungsabschnitte vorhanden und
es kann allenfalls die gesamte Oberfläche der Wicklung und
des sie tragenden Maschinenteiles exakt auf die gleichen ge
wünschten Masse gebracht werden. Weiters kann vorgesehen
sein, dass die Wicklungsabschnitte nach dem Gießvorgang ge
meinsam mit dem sie tragenden Maschinenteil nachbearbeitet
werden.
Die im vorigen Absatz beschriebene Maßnahme hat noch den zu
sätzlichen Vorteil, dass dadurch eine vorteilhafte Nachbear
beitung durch Kaltverformung, vorzugsweise durch Walzen, der
gegossenen Wicklungsabschnitte möglich wird, um die allen
falls durch die Schrumpfung beim Erkalten des gegossenen Ma
terials entstandenen Luftspalte und Hohlräume zwischen Rotor
und Wicklung zu beseitigen.
Nach der Kaltverformung oder alternativ dazu kann eine weite
re Nachbearbeitung, vorzugsweise durch Drehen, die gegossenen
Wicklungsabschnitte auf die Höhe der Zähne der Maschine, vor
zugsweise des Rotors, bringen.
Das oben beschriebene Verfahren wird vorteilhafterweise unter
Verwendung einer Gussform zur Herstellung von Wicklungen für
elektrische Maschinen durchgeführt, bei welcher zumindest ein
Teil der Wandung durch zumindest einen Teil der elektrischen
Maschine, vorzugsweise durch zumindest einen Teil des Rotors,
insbesondere durch dessen Nuten, gebildet ist. Damit kann der
Aufwand gesenkt und Produktionszeit gespart werden, da die
Wicklungsabschnitte sofort am dafür vorgesehenen Platz durch
relativ einfache Verfahrensschritte - verglichen etwa mit dem
händischen Einsetzen von Stäben, deren Verstemmen, Verbinden
mit beispielsweise zwei Kurzschlussringen an jedem Ende, usw.
- hergestellt werden und auch die bei Massivstahl- bzw.
Stahlgussmaschinenteilen erforderliche Vorbearbeitung ohne
Nachteile unterbleiben kann.
Vorteilhafterweise besteht an jeder Stelle zwischen dem Ma
schinenteil und der übrigen Wandung der Gussform ein Abstand,
wodurch mehr Material als unbedingt erforderlich eingebracht
und dessen Nachbearbeitung auf die exakt erforderlichen Di
mensionen ermöglicht wird.
Das eingangs genannte zweite Ziel der Erfindung wird unter
Erzielung der im Zusammenhang mit dem Herstellungsverfahren
bereits erläuterten technischen Effekte und Vorteile durch
eine elektrische Maschine mit den Merkmalen des Anspruches 4
erreicht.
Wenn erfindungsgemäß der die gegossene Wicklung bzw. den ge
gossenen Wicklungsabschnitt tragende Teil, vorzugsweise der
Rotor, als Massivstahl- bzw.
Stahlgußteil ausgeführt ist, ist dadurch eine beim Gießen gegenüber den hohen
Temperaturen unempfindliche und damit geringen Aufwand erfordernde Konstruktion
gegeben.
Andererseits kann gemäß einer anderen Variante der Erfindung der zumindest eine der
Wicklungen tragende Teil, vorzugsweise der Rotor, als geblechter Teil ausgeführt und die
außerhalb des geblechten Bereiches liegenden Wicklungsabschnitte angegossen sein, wobei
vorzugsweise die innerhalb des geblechten Bereiches liegenden Wicklungsabschnitte
vorgefertigt sind. Diese Konstruktionsart führt zu besseren magnetischen Eigenschaften
der elektrischen Maschine, wobei gegenüber herkömmlichen geblechten Maschinen durch
den Guß von zumindest Teilen der Wicklung bereits deutliche Verbesserungen im
Vibrations- und Schwingungsverhalten zu erzielen sind. Vorteilhafterweise sind dabei die
im wesentlichen in Längsrichtung der Maschine verlaufenden Wicklungsabschnitte
vorgefertigt und in Nuten der Maschine eingelegt, wonach die Wicklungsabschnitte (die
Kurzschlußringe) gegossen werden, welche die sich in Längsrichtung erstreckenden
Wicklungsabschnitte verbinden. Diese Variante betrifft speziell herkömmliche geblechte
Maschinen, deren lackisolierte Bleche nicht die hohen Temperaturen aushalten, wie sie
beim Eingießen des Wicklungsmaterials auftreten. Das heiße eingegossenen Material -
beispielsweise Kupfer mit einem Schmelzpunkt von 1089°C - kommt mit der
Lackisolierung nicht in Berührung und diese bleibt daher unversehrt. Im Bereich der
Verbindung der gegossenen und der vorgefertigten Abschnitte sowie der gegossenen
Abschnitte der Wicklung allein wird trotzdem ein spielfreies Anliegen der Wicklung und
damit eine wesentliche Verbesserung des Vibrations- und Schwingungsverhaltens der
Maschine erzielt.
Die im vorigen Absatz als sich in Längsrichtung der Maschine erstreckend definierten
Abschnitte können genau achsparallel orientiert sein oder auch einen gewissen Winkel mit
der Längsachse einschließen, d. h. geschrägt sein. Bei herkömmlicher Herstellungstechnik
mit vorgefertigten Stäben als in Längsrichtung verlaufende Wicklungsabschnitte stellt die
geschrägte Ausführung eine sehr aufwendig anzufertigende Variante dar, hauptsächlich
wegen des schrägen Überstandes der Stäbe, der einen Lötspalt veränderlicher Breite
ergeben würde und daher unter zusätzlichem Aufwand entfernt werden muß. Beim Gießen
treten diese Nachteile nicht auf, sodaß es sich ganz besonders für Maschinen mit
geschrägten Wicklungsabschnitten eignet.
Wenn gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung der zumindest eine der Wicklungen
tragende Teil, vorzugsweise der Rotor, als geblechter Teil aus hochtemperaturfest
beschichteten, vorzugsweise emaillierten oder posphatierten Blechen ausgeführt ist und
zumindest die außerhalb des geblechten Bereiches liegenden Wicklungsabschnitte
angegossen sind, ist eine gegenüber hohen Temperaturen weniger empfindliche
Konstruktion gegeben. Bei ebenfalls besseren magnetischen Eigenschaften als bei
Massivstahlmaschinenteilen können die gegossenen Wicklungsabschnitte vermehrt bzw.
vergrößert und damit auch das Vibrations- und Schwingungsverhalten noch mehr
verbessert werden.
Bei den aus hochtemperaturfest beschichteten Blechen hergestellten Maschinenteilen und
Maschinenteilen in Massivstahlausführung kann aufgrund von deren hoher
Temperaturbeständigkeit vorteilhafterweise sogar die gesamte Wicklung einstückig als
Gußteil ausgeführt sein, womit beste magnetische Eigenschaften mit optimalem
Vibrations- und Schwingungsverhalten kombiniert ist. Gemäß einer weiteren
erfindungsgemäßen Variante ist vorgesehen, daß sowohl die im wesentlichen in
Längsrichtung verlaufenden Wicklungsabschnitte und die diese verbindenden
Wicklungsabschnitte gegossen werden, vorzugsweise in einem Gießvorgang. Dabei ergibt
sich eine einstückige Wicklung, deren gesamte Kontaktfläche mit dem die Wicklung
tragenden Maschinenteil, vornehmlich dem Rotor, spielfrei und alle Toleranzen und
Oberflächenstrukturen ausgleichend kongruent ausgebildet ist. Damit kann durch diese
Verfahrensvariante eine Maschine hergestellt werden, bei der jegliche Vibrations- und
Schwingungsprobleme unterbunden sind. Beispielsweise können sowohl bei Massivstahl-
als auch Stahlgußmaschinenteilen ohne Nachbearbeitung, etwa für die Nuten von Rotoren,
der Fertigungsaufwand gesenkt und damit Zeit und Kosten gespart - bei Guß der gesamten
Rotorwicklung ist eine Kostenreduktion für die Wicklung bis zu 50 bis 60% möglich -
werden. Auch bei geblechten Maschinen aus beispielsweise emaillierten oder
phosphatierten Blechen, die Temperaturen wesentlich höhere Temperaturen als lackierte
Bleche aushalten, ist diese Verfahrensvariante mit den gleichen Effekten und Vorteilen
anwendbar.
Vorzugsweise handelt es sich bei der erfindungsgemäßen Maschine um einen
Elektromotor, insbesondere einen Asynchronmotor, bei dem zur Verbesserung des
Schwingungs- und Vibrationsverhaltens die Rotorwicklung zumindest teilweise gegossen
ist. Besonders vorteilhaft wirkt sich dies bei einem Außenläufer-Asynchronmotor mit
gegossener Kurzschlußwicklung aus, dessen Kurzschlußwicklung sehr schnell um den
innenliegenden Stator rotiert.
In der nachfolgenden Beschreibung sollen unter Bezugnahme auf die beigefügten
schematischen Zeichnungsfiguren vorteilhafte Ausführungsbeispiele für erfindungsgemäße
elektrische Maschinen näher erläutert werden, wobei die
Fig. 1 einen Querschnitt durch ein Rotorgehäuse eines Außenläufermotors zeigt,
Fig. 2 einen Längsschnitt durch das Gehäuse der Fig. 1 entlang der Linie A-A, jedoch
mit eingesetzter Wicklung zeigt,
Fig. 3 ein Detail der inneren Oberfläche eines Rotors entsprechend einem Querschnitt
entlang der Linie B-B der Fig. 2 ist,
Fig. 4 ist ein Detail entsprechend Fig. 3 bei einer anderen Rotorvariante darstellt, Fig. 5a
einen Innenrotor mit eingesetzter Wicklung darstellt, wobei verschiedene Varianten
in einer Zeichnung vereint dargestellt sind,
Fig. 5b ein Detail am äußeren Ende der Kurzschlußwicklung des Rotors der Fig. 5a zeigt,
Fig. 6 ein Detail des Rotors der Fig. 5a entsprechend einem Querschnitt entlang der Linie
C-C der Fig. 5a ist,
Fig. 7 ein Querschnitt entsprechend der Fig. 6, aber bei einer etwas anderen
Rotorkonstruktion ist,
Fig. 8a und 8b jeweils eine Draufsicht von innen auf eine Hälfte eines Außenläuferrotors
mit achsparallelen bzw. geschrägten gegossenen Wicklungsabschnitten und
Fig. 9a und 9b jeweils eine Draufsicht auf einen Innenläuferrotor, ebenfalls mit
achsparallelen bzw. geschrägten gegossenen Wicklungsabschnitten zeigen.
Fig. 1 zeigt den prinzipiellen Aufbau eines Außenläuferrotor-Gehäuses 1, wobei an der
inneren Oberfläche die Zähne 2 und Nuten 3 erkennbar sind. In die Nuten 3 zwischen den
in gleichen Abständen entlang des inneren Umfanges des Gehäuses 1 vorgesehenen
Zähnen 1 werden die im wesentlichen in Längsrichtung verlaufenden Wicklungsabschnitte
der vorzugsweise aus Kupfer bestehenden Wicklung, bei Asynchronmotoren der
Kurzschlußwicklung, eingesetzt.
Diese im wesentlichen in Längsrichtung verlaufenden Wicklungsabschnitte sind in Fig. 2
dargestellt und mit 4 bezeichnet. An beiden Enden ist jeder der im wesentlichen in
Längsrichtung verlaufenden Wicklungsabschnitte 4 durch sich entlang des inneren
Umfanges des Gehäuses 1 erstreckenden Wicklungsabschnitten 5 mit zumindest einem
anderen, bei Asynchronmotoren zur Bildung der Kurzschlußwicklung mit allen anderen
im wesentlichen in Längsrichtung verlaufenden Wicklungsabschnitten verbunden. In
letzerem Fall bilden die Wicklungsabschnitte 5 die beiden Kurzschlußringe des Rotors. Im
weiteren Verlauf der Beschreibung soll die Erfindung anhand des bevorzugten
Ausführungsbeispieles eines Asynchronmotors erläutert werden, wobei dies aber keinerlei
Einschränkung bedeuten soll und die Erfindung auf beliebige elektrische Maschinen mit
Wicklungen anwendbar ist.
Im oberen Teil der Fig. 2 ist die Schnittebene innerhalb einer der Nuten 3 geführt, sodaß
die durch das Gießen der Kurzschlußwicklung erzielte einstückige Ausführung der im
wesentlichen in Längsrichtung verlaufenden Wicklungsabschnitte 4 mit den
anschließenden Kurzschlussringen 5 deutlich erkennbar ist. Im
unteren Teil der Fig. 2 liegt die Schnittebene in Höhe eines
Zahnes 2, wobei erkennbar ist, dass die Dicke der Wicklungs
abschnitte 4 und der Kurzschlussringe 5 vorzugsweise der Höhe
der Zähne 2 entsprechen. Dies kann durch geeignete Ausbildung
der Gussform oder durch Nachbearbeitung der Innenseite des
Rotors, beispielsweise durch Abdrehen auf die gewünschten Di
mensionen, erfolgen.
Aus der Fig. 3 ist zu erkennen, dass das Material der Wick
lungsabschnitte 4 die Nuten 3 zur Gänze ausfüllt und auch in
die unteren Ecken vollständig eindringt. Ein derartig voll
ständiges Ausfüllen der Nuten ist bei im wesentlichen die Nu
tenform der Fig. 4 aufweisenden nachbearbeiteten Massivstahl-
oder Stahlgussrotoren selbst bei genauester Ausführung der
Rotoren und der eingesetzten im wesentlichen in Längsrichtung
verlaufenden Stäbe kaum bzw. nur mit grösstem und wirtschaft
lich nicht vertretbarem Aufwand zu erreichen. Damit können
sich die Stäbe bei herkömmlichen Rotorkonstruktionen immer in
den Nuten bewegen und insbesondere bei schneller Rotation zu
unerwünschten und sogar gefährlichen Schwingungen oder Vibra
tionen führen. Bei der erfindungsgemässen vollständigen Aus
füllung der Nuten 3 durch die Wicklungsabschnitte 4 sind die
se Effekte unterbunden.
Auch geblechte Rotoren werden eine Querschnittsausbildung
entsprechend der Fig. 3 aufweisen. Selbst bei Einlegen von
vorgefertigten Stäben als achsparallele Wicklungsabschnitte,
um die Isolierung zwischen den Blechen nicht durch die hohen,
beim Giessen der Wicklungen auftretenden Temperaturen zu be
schädigen, kann das Schwingungs- und Vibrationsverhalten
durch Angiessen der Kurzschlussringe 5 an die Stäbe und opti
males Anlegen dieser Ringe 5 an die innere Oberfläche des Ro
torgehäuses 1 verbessert und die Fertigung vereinfacht wer
den.
Geblechte Rotoren aus phosphatierten oder emaillierten Ble
chen können sogar vollständig gegossene, d. h. einstückige
Wicklungen enthalten, da die genannten Bleche durch ihre O
berflächenbehandlung gegeneinander isoliert sind, und diese
Isolierung höhere Temperaturen unbeschadet übersteht.
Selbst bei unbearbeiteten Stahlgußrotoren kann durch das Gießen der
Wicklungsabschnitte 4 ohne großen Aufwand ein vollständiges Ausfüllen der relativ
unregelmäßig ausgebildeten Nuten 3 durch die Wicklungsabschnitte 4 erzielt werden. Eine
derartig spielfreie Einpassung der Wicklung in den Rotor ist mit herkömmlichen
Verfahren ohne langwierige und aufwendige Nachbearbeitung nicht möglich. Die Fig. 4
zeigt ein Detail entsprechend der Fig. 3 und stellt die noch nicht nachbearbeitete
Innenseite eines unbearbeiteten Stahlgußrotors mit eingegossenen Wicklungsabschnitten 4
dar. Die Zähne 2 und allenfalls auch die Wicklungsabschnitte 4 werden vorzugsweise
noch auf die Höhe der Linie E abgedreht.
Da das eingegossene Material für die Wicklungsabschnitte beim Erkalten schrumpft,
können allenfalls Luftspalte im unteren Bereich der Nuten 3 bzw. zwischen dem
Kurzschlußring 5 und dem Rotor 2, 6 entstehen. Diese werden vorteilhafterweise durch
eine Kaltverformung des gegossenen Materials, vorzugsweise in zumindest einem
Walzvorgang, allenfalls mehreren Umdrehungen des Rotors in Kontakt mit einer Walze,
beseitigt.
Wie in den Fig. 5 bis 7 ersichtlich ist, kann das erfindungsgemäße Verfahren und die
erfindungsgemäße Konstruktion auch für Innenläuferrotoren angewendet werden.
In Fig. 5a ist ein Längsschnitt durch einen erfindungsgemäß aufgebauten Innenläuferrotor
dargestellt, wobei unterschiedliche Varianten bezüglich der genauen Anordnung der
Wicklungsabschnitte und bezüglich der Ausgestaltung des Kurzschlußringes in einer
Zeichnung vereint sind. Mit 4 sind wieder die im wesentlichen in Längsrichtung
verlaufenden Abschnitte der Kurzschlußwicklung und mit 5 der Kurzschlußring
bezeichnet, wobei bei herkömmlich geblechten Maschinen die Wicklungsabschnitte 4
wiederum auch aus vorgefertigten Stäben bestehen könnten. Die Wicklung sitzt auf einem
Massivstahl- oder Stahlgußteil 6, welcher Teil 6 seinerseits auf einer Welle 7 befestigt
oder mit entsprechenden Wellenstummeln versehen ist. Mit 8 sind vorteilhafterweise
vorgesehene Flügel zur Belüftung und Kühlung der Maschine bezeichnet.
Wie in Fig. 5a links dargestellt, kann sich der Kurzschlußring 5 radial etwas in Richtung
auf die Welle 7 hin erstreckend oder, wie in Fig. 5a rechts gezeigt, mit seinem inneren
Umfang mit dem inneren Ende der Nuten 3 fluchtend ausgeführt sein. Zur Verstärkung
kann der Stahlteil 6, wie im Detail der Fig. 5b dargestellt ist, axial verlängert sein und
den Kurzschlußring 5 in Form eines Schrumpfringes 11 umfassen.
Die Nuten 3 des Innenrotors können nach außen hin offen oder als halboffene Nuten
ausgeführt sein, wobei in letzterem Fall zum Halten der Wicklungsabschnitte 4 die Zähne
2 nach beiden Seiten auskragende Abschnitte 9 (siehe Fig. 6) aufweisen, welche die
Nutöffnung außen begrenzen. Beim Gießen, vorzugsweise in Form eines Schleudergußes,
wird bei dieser Ausführungsform die Nutöffnung durch Aufbringen einer Bandage
abgedeckt.
Anstelle der offenen Nuten 3 können jedoch auch die in Fig. 5a unten und in Fig. 7
dargestellten, entlang des äußeren Umfanges des Stahlteiles 6 verteilten, im wesentlichen
in Längsrichtung verlaufenden Bohrungen 10 zum Aufnehmen der Wicklungsabschnitte 4
vorgesehen sein.
Auch für den Innenläuferrotor ist die Ausführung des die Wicklung aufnehmenden
Teiles 6 als geblechter Teil möglich, wobei die weiter oben bereits in Zusammenhang mit
geblechten Außenläuferrotoren dargelegten Ausführungen sinngemäß gelten.
Das Gießen der Wicklungen oder zumindest von Abschnitten dieser Wicklungen ist
besonders vorteilhaft, wenn Maschinen mit geschrägten Wicklungsabschnitten hergestellt
werden sollen, wo die schräg überstehenden Enden der herkömmlichen, vorgefertigten
Stäbe einen hohen zusätzlichen Aufwand bei der Fertigung darstellen. Erfindungsgemäß
können Außenläuferrotoren mit sowohl im wesentlichen genau achsparallelen, sich in
Längsrichtung erstreckenden Wicklungsabschnitten - entsprechend der Fig. 8a - als auch
geschrägte Ausführungen - entsprechend der Fig. 8b - einfacher und rascher hergestellt
werden. Selbstverständlich gilt dies ebenso für Innenläuferrotoren, bei denen ebenfalls
Wicklungen mit im wesentlichen genau in Längsrichtung verlaufenden Abschnitten -
gemäß der Fig. 9a - und geschrägte Rotoren - gemäß Fig. 9b - gleichermaßen einfacher
und rascher als mit der herkömmlichen Fertigungstechnik hergestellt werden können.
Ergänzend sei noch darauf hingewiesen, daß gegossenes Kupfer aufgrund der für das
Gießen notwendigen bzw. vorteilhaften Zusatzstoffe eine geringere Leitfähigkeit als
Elektrolytkupfer, beispielsweise für vorgefertigte Stäbe als achsparallele
Wicklungsabschnitte oder Kurzschlußringe, hat. Dieser Nachteil kann aber leicht durch
entsprechende Querschnittsvergrößerung für die gegossenen Wicklungsabschnitte
wettgemacht werden, sodaß die Vorteile bezüglich der weniger aufwendigen Fertigung
mit Einsparungen bis zu 60% der Kosten für die Rotorwicklungsfertigung pro Maschine
und bezüglich des wesentlich verbesserten Schwingungs- und Vibrationsverhaltens bei
weitem überwiegen.
Claims (8)
1. Verfahren zur Herstellung von Wicklungen für elektrische
Maschinen, bei welchem zumindest einige Wicklungsabschnitte
(4, 5) gegossen werden und zumindest ein Teil der Gussform
durch einen die Wicklung aufnehmenden Rotor (6) oder Teile
des Rotors gebildet ist, wobei die Wicklungsabschnitte (4)
höher gegossen werden als ihre Höhe im Betrieb ist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Wicklungsabschnitte (4) nach
dem Gießvorgang durch Kaltverformung in die Nuten des Rotors
(6) auf die gewünschte Höhe hineingepresst werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
die Wicklungsabschnitte nach dem Giessvorgang durch Walzen in
die Nuten (3) des Rotors (6) auf die gewünschte Höhe hinein
gepresst werden.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass
die kaltverformten Wicklungsabschnitte durch Drehen auf die
Höhe der Zähne (2) der Maschine, vorzugsweise des Rotors, ge
bracht werden.
4. Elektrische Maschine mit durch das Verfahren nach Patent
anspruch 1 hergestellten Wicklungen, wobei zumindest ein Teil
der Wicklungen, vorzugsweise der Rotorwicklung, gegossen ist,
dadurch gekennzeichnet, dass der oder jeder gegossene Wick
lungsabschnitt, vorzugsweise durch Walzen, kaltverformt ist.
5. Elektrische Maschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeich
net, dass der die gegossene und kaltverformte Wicklung oder
der gegossene und kaltverformte Wicklungsabschnitt (4, 5)
durch Drehen nachbearbeitet ist.
6. Elektrische Maschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeich
net, dass der zumindest eine Wicklung (4, 5) tragende Rotor
(6) oder ein Teil desselben, als geblechter Teil ausgeführt
ist und die außerhalb des geblechten Bereiches liegenden
Wicklungsabschnitte (5) angegossen sind, wobei vorzugsweise
die innerhalb des geblechten Bereiches liegenden Wicklungsab
schnitte (4) vorgefertigt sind.
7. Elektrische Maschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeich
net, dass der zumindest eine der Wicklungen (4, 5) tragende
Teil (1, 6), vorzugsweise der Rotor, als geblechter Teil aus
hochtemperaturfest beschichteten, emaillierten oder pospha
tierten Blechen ausgeführt ist und zumindest die ausserhalb
des geblechten Bereiches liegenden Wicklungsabschnitte (5)
angegossen sind.
8. Elektrische Maschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeich
net, dass die gesamte Wicklung einstückig als Gussteil (4, 5)
ausgeführt ist.
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