DE19504300A1 - Gewebe - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Gewebe, umfassend Bindekett
fäden, Spannkettfäden, Schußfäden und Polfäden oder einen Teil
davon, in dem Bindekettfäden einander paarweise kreuzen zum
Bilden einer Reihe von Öffnungen, und in dem wenigstens zwei
Schußfäden durch wenigstens einige der Öffnungen hindurchgehen.
Die DE-PS 6 10 168 offenbart eine Zweischußwebart bzw. -bindung
für Flor- bzw. Plüschgewebe, bei der in aufeinanderfolgenden
Zyklen zwei Schußfäden gleichzeitig in das Obergewebe einge
führt werden und dann zwei Schußfäden gleichzeitig in das
Untergewebe eingeführt werden. Die Bindung besteht aus einem
Spannkettfaden und zwei Bindekettfäden für das Grundgewebe, dem
eingebundenen toten Polfaden und dem abgebundenen aktiven Pol
für das Unter- bzw. das Obergewebe. Zum Weben dieses Florgewe
bes werden in einer Webrietlücke Polfäden, in Abhängigkeit von
der Anzahl der Faden- oder Farbsysteme, sowie zwei Spannkett
fäden (einen für das Untergewebe OW und einen für das Oberge
webe BW) und vier Bindekettfäden (zwei für das Untergewebe OW
und zwei für das Obergewebe BW) hindurchgeführt.
Das nach Auftrennen von Obergewebe und Untergewebe erhaltene
Gewebe weist ein Polaussehen ähnlich dem in Fig. 1 gezeigten
auf. Gleich neben einem ersten Spannkettfaden sind zwei Binde
kettfäden angeordnet. Es folgt dann die abgebundene Polnoppe
und die eingebundene Polkette. Die gleiche Reihenfolge findet
sich dann für die Spannketten, die Bindeketten usw. In dem Fall
einer ersten Polnoppe sehen wir, daß die Basis der U-förmigen
Polnoppe durch den zu ihr in der unteren Stellung auf der
Rückseite des Gewebes nächsten linken Bindekettfaden nach
rechts gedrückt ist, während die aufrechten Schenkel der U-förmigen
Polnoppe durch die eingebundenen Polkettfäden gegen
die mehr links an der Polseite liegenden oberen Bindekettfäden
gedrückt sind. Dies bedeutet, daß die Polnoppenschenkel nach
links orientiert sind. Bei der folgenden Polnoppe in der Kett
richtung ist dieses Phänomen umgekehrt, mit dem Ergebnis, daß
die Polnoppenschenkel nach rechts orientiert sind. Rekapitulie
rend kann gesagt werden, daß der zweite Bindekettfaden als
erstes die Noppe an der Rückseite nach rechts drückt und an der
nächsten Noppe in der Kettrichtung die Schenkel an der Polseite
nach rechts drückt. Dies bedeutet, daß die Polnoppenschenkel
mit ihren Enden letztenendes nicht mehr in einer ordentlichen
Reihe liegen. Die Farblinien in dem Teppich weisen einen Zick
zackeffekt auf. Dieser Zickzackeffekt ist um so deutlicher,
falls die Rietstellung (bzw. Rietlückendichte), und folglich
die Kettstellung (bzw. Kettfadendichte), relativ niedrig ist:
z. B. kleiner als 350/m, und wenn dickere Garne für einen
Teppich mit geringeren Polkettfeinheiten (bzw. Polkettfaden
dichte) verwendet werden.
Um diesen Nachteil zu überwinden, wird gemäß der Erfindung eine
zweite Spannkette in das jeweilige Gewebe (z. B. Untergewebe
und Obergewebe) eingeführt.
Das Gewebe nach der Erfindung, das Bindekettfäden, Spannkett
fäden, Schußfäden und Polfäden oder einen Teil davon umfaßt, in
welchem die Bindekettfäden zum Bilden einer Reihe von Öffnungen
einander paarweise kreuzen, und in welchem wenigstens zwei
Schußfäden durch wenigstens einige der Öffnungen hindurchgehen,
ist dadurch gekennzeichnet, daß das Gewebe wenigstens zwei
Spannkettfäden für jedes Paar einander kreuzender Bindekett
fäden aufweist.
Gemäß einer Ausführungsform eines Gewebes nach der Erfindung
erstrecken sich wenigstens zwei Spannkettfäden zwischen zwei
benachbarten Paaren von Bindekettfäden oder pro Rietlücke.
Gemäß einer Besonderheit dieser bevorzugten Ausführungsform
erstrecken sich zwischen zwei benachbarten Paaren von Binde
kettfäden oder pro Rietlücke die folgenden Fäden:
- - ein einem ersten Paar von Bindekettfäden am nächsten lie gender erster Spannkettfaden;
- - ein zu dem zweiten Paar von Bindekettfäden am nächsten liegender zweiter Spannkettfaden;
- - Polfäden oder Teile davon, die zwischen dem ersten und dem zweiten Spannkettfaden abgebunden oder eingebunden sind.
Zwischen zwei benachbarten Paaren von Bindekettfäden oder pro
Rietlücke erstrecken sich bevorzugt die folgenden Fäden:
- - ein ein erstes Paar von Bindekettfäden berührender, ins besondere streifend berührender erster Spannkettfaden;
- - ein das zweite Paar von Bindekettfäden berührender, ins besondere streifend berührender zweiter Spannkettfaden; und
- - Polfäden oder Teile davon, die zwischen dem ersten und dem zweiten Spannkettfaden abgebunden oder eingebunden sind.
Die Erfindung bezieht sich auch auf eine Struktur bestehend aus
einem Obergewebe und einem Untergewebe, die durch Polfäden
miteinander verbunden sind, und in der das Obergewebe und/oder
das Untergewebe ein Gewebe nach der Erfindung ist.
Die Erfindung bezieht sich auch auf ein Verfahren zur Herstel
lung des erfindungsgemäßen Gewebes bzw. der erfindungsgemäßen
Struktur.
Weitere Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich
aus der folgenden Beschreibung unter Bezugnahme auf die anhän
genden Zeichnungen.
In den Zeichnungen zeigt
Fig. 1 perspektivisch einen Teil eines Gewebes nach der DE-
PS 6 10 168; und
Fig. 2 perspektivisch einen Teil eines Gewebes nach der
Erfindung.
Fig. 1 zeigt einen Teil eines Gewebes nach der DE-PS 6 10 168
oder der BE 092 00 324. Das Gewebe wird erhalten durch Trennen
einer Struktur, die mittels einer Zweischußwebart für Florge
webe erzeugt wird. In aufeinanderfolgenden Zyklen werden zwei
Schußfäden 6, 7 gleichzeitig in das Obergewebe eingeführt, und
es werden dann zwei Schußfäden 6, 7 gleichzeitig in das Unter
gewebe eingeführt.
Die Bindung besteht aus einem Spannfaden 9 und zwei Bindekett
fäden 3, 4.
In diesem Gewebe kreuzen sich die Bindekettfäden paarweise, um
Öffnungen 49, 50, 51 zu bilden, durch welche zwei Schußfäden 6,
7 hindurchgehen. In diesem Gewebe liegt nur ein Spannkettfaden
9 pro Paar einander kreuzender Bindekettfäden 3, 4 vor.
Pro Rietlücke oder zwischen zwei benachbarten Paaren 20, 21 von
Bindekettfäden 3, 4 erstrecken sich die folgenden Fäden:
- - ein Teil 11 eines Polfadens;
- - zwei eingebundene Polfäden 12, 13; und
- - ein die Bindekettfäden eines Paares berührender, insbeson dere streifend berührender Spannkettfaden 9.
Fig. 2 zeigt ein Gewebe nach der Erfindung, das sich in der
gezeigten Ausführungsform zusammensetzt aus:
- - einander paarweise kreuzende Bindekettfäden 3, 4;
- - Spannkettfäden 9, 10;
- - Schußfäden 6, 7, die durch die von den einander kreuzenden Bindekettfäden 3, 4 gebildeten Öffnungen 49, 50, 51 hin durchgehen; und
- - Polkettfäden 11, 12, 13 oder Teile davon (der Polkettfaden 11 ist abgebunden, während die Polkettfäden 12, 13 einge bunden sind).
Das Gewebe weist zwei Spannkettfäden 9, 10 pro Paar von ein
ander kreuzenden Bindekettfäden 3, 4 auf.
Die Kettfäden sind in jeder Rietöffnung in der folgenden Rei
henfolge hindurchgeführt: alle Polfäden 11, 12, 13 . . . , von
denen nur jene gezeigt sind, die einen Pol bilden oder in das
Untergewebe eingebunden sind, Spannkettfaden 9, das Paar von
Bindekettfäden 3, 4 und dann der Spannkettfaden 10, während das
Paar von Bindekettfäden 3, 4 sich stets zwischen den Spannkett
fäden 9 und 10 kreuzt.
Wie aus Fig. 2 ersichtlich, erstreckt sich jedes Paar von
Bindekettfäden 3, 4 zwischen zwei benachbarten Spannkettfäden
9, 10 und berührt die Spannkettfäden 9, 10.
In dem gezeigten Fall erstreckt sich ein Polkettfaden oder
erstrecken sich mehrere Polkettfäden 11, 12, 13 oder Teile
davon zwischen zwei benachbarten Spannkettfäden 9, 10, wobei
die letzteren die Polkettfäden berühren.
Die Querschnitte der Spannkettfäden 9, 10 (senkrecht zu der
Längsrichtung von benachbarten Spannkettfäden) sind voneinander
in der Längsrichtung der Schußfäden oder in einer Richtung
parallel zu einer z. B. die Unterschußfäden 6 enthaltenden
Ebene getrennt.
Zusammenfassend betrifft die Erfindung ein Gewebe, das Binde
kettfäden, Spannkettfäden, Schußfäden und Polfäden oder einen
Teil davon umfaßt, in welchem Bindekettfäden zum Bilden einer
Reihe von Öffnungen einander paarweise kreuzen, und in welchem
wenigstens zwei Schußfäden durch wenigstens einige der Öff
nungen hindurchgehen, dadurch gekennzeichnet, daß das Gewebe
wenigstens zwei Spannkettfäden für jedes Paar einander kreuzen
der Bindekettfäden aufweist, und daß jedes Paar von Bindekett
fäden sich zwischen zwei benachbarten Spannkettfäden erstreckt.
Claims (8)
1. Gewebe, das Bindekettfäden (3, 4), Spannkettfäden
(9, 10), Schußfäden (6, 7) und Polfäden (11, 12, 13)
oder einen Teil davon umfaßt, in welchem Bindekett
fäden (3, 4) einander paarweise kreuzen zum Bilden
einer Reihe von Öffnungen (49, 50, 51), und in wel
chem wenigstens zwei Schußfäden durch wenigstens
einige der Öffnungen hindurchgehen,
dadurch gekennzeichnet, daß das Gewebe wenigstens
zwei Spannkettfäden für jedes Paar einander kreuzen
der Bindekettfäden (3, 4) aufweist, und daß jedes
Paar von Bindekettfäden (3, 4) sich zwischen zwei
benachbarten Spannkettfäden (9, 10) erstreckt.
2. Gewebe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
ein Polfaden oder mehrere Polfäden (11, 12, 13) oder
Teile davon sich zwischen zwei benachbarten oder
aufeinanderfolgenden Spannkettfäden (9, 10) er
strecken.
3. Gewebe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß die Querschnitte von zwei benachbarten
Spannkettfäden (9, 10) voneinander in der Längsrich
tung der Schußfäden oder in einer Richtung parallel
zu einer Schußfäden enthaltenen Ebene getrennt sind.
4. Gewebe nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß sich zwischen zwei be
nachbarten Paaren von Bindekettfäden (20, 21) die
folgenden Fäden erstrecken:
- - ein einem ersten Paar von Bindekettfäden (20) am nächsten liegender erster Spannkettfaden (10);
- - ein zu dem zweiten Paar von Bindekettfäden (21) am nächsten liegender zweiter Spannkettfaden (9);
- - Polfäden oder Teile davon (11, 12, 13), die zwischen dem ersten und dem zweiten Spannkett faden (9, 10) abgebunden oder eingebunden sind.
5. Gewebe nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß
die Kettfäden sich in der folgenden Reihenfolge
erstrecken:
- - die Polkettfäden (11, 12, 13) oder ein Teil davon;
- - ein erster Spannkettfaden (9);
- - ein Paar von Bindekettfäden (3,4);
- - ein zweiter Spannkettfaden (10);
wobei das Paar von Bindekettfäden vom ersten und vom
zweiten Spannkettfaden berührt, insbesondere strei
fend berührt wird.
6. Struktur, umfassend ein Obergewebe und ein Unterge
webe, die durch Polfäden miteinander verbunden sind,
dadurch gekennzeichnet, daß das Obergewebe und/oder
das Untergewebe ein Gewebe nach einem der Ansprüche
1 bis 5 ist.
7. Verfahren zur Herstellung eines Zweischuß-Doppel
stückgewebes aus einem Untergewebe mit einem Oberge
webe, jeweils umfassend Bindekettfäden, Spannkett
fäden, Schußfäden und Polkettfäden, wobei Bindekett
fäden einander paarweise kreuzen zur Bildung einer
Reihe von Öffnungen, von denen wenigstens einige
jeweils von wenigstens zwei Schußfäden durchquert
werden, dadurch gekennzeichnet, daß beidseits des
sich kreuzenden Bindekettpaares jeweils ein Spann
kettfaden unmittelbar anschließend eingewebt wird.
Applications Claiming Priority (2)
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