Die Erfindung betrifft einen Gassack und ein Verfahren zu
seiner Faltung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
In Airbagmodulen sind Gassäcke in ihrer Ruhelage im Bereich
eines Gasgenerators in einem gefalteten Zustand angeordnet.
Dabei kommt es unter anderem darauf an, die Faltung und die
Ablage im Bereich des Gasgenerators so vorzunehmen, daß
sich der Gassack nach dem Zünden des Gasgenerators leicht
entfaltet und ungehindert und schnell mit dem Gas füllen
kann.
Bekannt ist die sogenannte Leporello-Faltung. Dabei wird
der ausgebreitete Gassack, ausgehend von einer zentralen
(gedachten) Mittelinie zu beiden Seiten dieser Linie ziehhar
monikaartig in Falten gelegt, so daß ein länglicher, in
etwa rechteckiger Streifen entsteht. Anschließend wird
dieser Streifen auch in seiner Längsrichtung nochmals
mehrfach gefaltet, indem die Enden über den mittleren
Bereich gelegt werden, bzw. indem die Enden eingerollt wer
den. Ein Beispiel zeigt die EP 06 14 786 A1.
Der Nachteil dieser Faltung besteht darin, daß nach Zündung
des Gasgenerators und bei dem dabei im Zentrum des Gas
sackes entstehenden Gasdruck die äußeren durch Querfalten
gelegten Falten die Entfaltung der Längsfalten behindern
und daß sich zunächst die zuletzt eingeschlagenen Querfal
ten, die vor allem in den äußeren Bereichen von dem im
Zentrum entstehenden Gasdruck zunächst nur schlecht er
reicht werden, zuerst entfalten, bevor auch eine Entfaltung
der beim Zusammenlegen des Gassackes zuerst gefalteten
Längsfalten stattfinden kann.
Weiterhin besteht der Nachteil, daß die so gefalteten
Gassäcke zumindest teilweise noch von Hand gefaltet werden
müssen.
Aus der DE 41 38 645 A1 ist ein Airbag bekannt, der zunächst
in Zickzack-Form in eine Vielzahl von längsgerichteten
Faltbahnen an gegenüberliegenden Seitenbereichen des Air
bags gefaltet wird. Dann wird der Airbag in Zickzack-Form
in eine Vielzahl von quergerichteten Faltbahnen vom rückwär
tigen Ende des Airbags außerhalb des Aufnahmeraumes zum
vorderen Ende des Airbags gefaltet.
Weiterhin ist aus der DE 43 43 026 A1 ein Airbag bekannt, der
zunächst von den Seiten her nach innen eingeschlagen wird.
Anschließend werden die Mitten der eingeschlagenen Teile
nach außen gezogen. Der so vorgefaltete Airbag wird quer zu
der ersten Faltungsrichtung nochmals gefaltet.
Auch bei diesen Faltungsarten besteht der Nachteil, daß sie
sich nur mit hohem Aufwand maschinell falten lassen und daß
sich die Falten überschneiden, wodurch sie sich bei der
Entfaltung gegenseitig behindern.
Es ist aus der DE 44 22 276 A1 auch bekannt, den Gassack entlang von Hauptfaltlini
en zu falten, die zumindest zu einem Teil entlang geschlos
sener Bahnen um ein gedachtes Zentrum auf dem im wesentli
chen leeren, ausgebreiteten Luftsack herum verlaufen. Damit
ergibt sich von einem gedachten Zentrum des ausgebreiteten
Gassackes ausgehend, eine Art konzentrische Zickzack- bzw.
Ziehharmonikafaltung. Bevorzugt bilden die Hauptfaltlinien
konzentrische Kreise oder Ellipsen.
Bei dem so gefalteten Gassack ist ein Übereinanderfalten
einzelner Abschnitte des Gassackes nicht mehr erforderlich.
Vielmehr wird durch eine Raffung des Gassackes das kompakte
Zusammenlegen des Gassackes möglich. Der so gefaltete
Gassack kann sich nach dem Zünden des Gasgenerators schnell
und ungehindert in alle Richtungen entfalten und das Falten
kann auch weitgehend automatisch durchgeführt werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einer geradli
nigen ziehharmonikaartigen Faltung eines Gassackes eine
schnellere Entfaltung nach Zünden des Gasgenerator und eine
Automatisierung der Faltung zu erreichen.
Erfindungsgemäß wird das gemäß den kennzeichnenden Merkma
len des Anspruchs 1 erreicht.
Bei einem Gassack für ein Airbagmodul mit im Bereich eines
Gasgenerators im Ruhezustand ziehharmonikaartig gefaltetem
Gassack ist das durch die Ziehharmonikafaltung gebildete
Gassackpaket zusätzlich mindestens einmal in einer Ebene
abgebogen, die senkrecht zu den Faltflächen und parallel zu
den Faltkanten verläuft.
Dabei ist das Gassackpaket, ausgehend von zwei bezüg
lich des Gasgenerators gegenüberliegenden Abschnitten,
insbesondere mehrfach in Richtung der Enden des Gassackpa
ketes gefaltet.
In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Gassackpaket
mehrfach so gefaltet, daß in der zweiten Faltrichtung
ebenfalls eine Ziehharmonikafaltung vorliegt.
Ein derart gefalteter Gassack läßt sich in gleicher Weise
leicht entfalten, wie ein Gassack, der entsprechend der
oben genannten Raffaltung konzentrisch gefaltet ist, da kein
Abschnitt des Gassackes über den anderen gefaltet ist.
Diese Faltung ist besonders vorteilhaft bei einem
Fahrer-Airbagmodul anwendbar, bei dem der Gassack um einen
topfförmigen Gasgenerator herum gefaltet ist, wobei die
Höhe des gefalteten Gassackpaketes etwa der Höhe des Gasge
nerators entspricht. Auch in dieser Ausführungsform ergeben
sich die gleichen Vorteile wie bei einem Gassack mit konzen
trischer Raffaltung.
In einer Ausführungsform für einen Fahrerairbag ist der Gas
sack seitlich des Gasgenerators abgebogen. Die dabei ent
stehenden Streifen des parallel gefalteten Gassackpaketes
sind im Bereich der Speichen des Lenkrades untergebracht.
In einer Ausführungsform, bei der ein Rohrgasgenerator
innerhalb oder unterhalb des Gassackes angeordnet ist, ist
der Gassack im wesentlichen parallel zur Längsachse des
Rohrgasgenerators gefaltet. Die über die Enden des Rohrgas
generators hinausragenden Streifen des gefalteten Gas
sackes sind in entgegengesetzten Richtungen abgebogen und
liegen an den mittleren Abschnitten bzw. am Mittelteil des
Gassackes an.
In einer Ausführungsform, bei der der Gassack asymmetrisch
bezüglich eines Rohrgasgenerators angeordnet ist, steht der
im wesentlichen parallel zur Längsachse des Rohrgasgenera
tors gefaltete Gassack nur an einem Ende des Rohrgasgenera
tors über und der überstehende Streifen liegt einseitig am
Rohrgasgenerator an. Auch in diesem Fall ist der Rohrgasge
nerator innerhalb oder unterhalb des Gassackes angeordnet.
Die erfindungsgemäße Faltung wird in der Weise realisiert,
daß der Gassack in einem ersten Schritt in gerade, zumin
dest annähernd parallele Falten gelegt wird und daß das so
entstandene Gassackpaket anschließend von seinem mittleren
Bereich ausgehend zum Ende der Falten hin in einer Ebene,
die senkrecht zu den Faltflächen und parallel zu den Falt
kanten verläuft, zusätzlich mindestens einmal abgebogen
wird. Bevorzugt wird das Gassackpaket in dieser Ebene
ebenfalls ziehharmonikaartig gefaltet.
Bei der bevorzugten Anwendung der Faltung für einen Fah
rer-Airbagmodul wird der Gassack beidseitig eines topfförmi
gen Gasgenerators in einem ersten Schritt in geraden,
parallelen Falten in Richtung des Gasgenerators gefaltet.
In einem zweiten Schritt werden die am Gasgenerator überste
henden Bereiche des Gassackes zu einem Paket verdichtet,
die anschließend ziehharmonikaartig an den Gasgenerator her
angefaltet werden.
In einer Ausführungsform wird bei einem Airbag, bei dem ein
Rohrgasgenerator innerhalb oder oberhalb eines Gassackes
angeordnet ist, der Gassack zunächst im wesentlichen paral
lel zur Längsachse des Rohrgasgenerators gefaltet. Anschlie
ßend werden die über die Enden des Rohrgasgenerators ragen
den Streifen des gefalteten Gassackes in entgegengesetzte
Richtungen abgebogen und an die mittleren Abschnitte bzw.
an das Mittelteil des Gassackes angelegt.
In einer weiteren Ausführungsform wird bei einem Airbag,
bei dem ein Rohrgasgenerator asymmetrisch innerhalb oder
unterhalb des Gassackes angeordnet ist, der Gassack im
wesentlichen parallel zur Längsachse des Rohrgasgenerators
gefaltet und der über ein Ende des Rohrgasgenerators
ragende Streifen des gefalteten Gassackes wird an den Rohr
gasgenerator angelegt.
Die Erfindung soll in Ausführungsbeispielen anhand von
Zeichnungen näher erläutert werden. Es zeigen:
Fig. 1 die Draufsicht auf einen ausgebreiteten
Gassack mit darunter liegendem Gasgenerator
in Topfform;
Fig. 2 den Gassack nach Fig. 1 im parallel
gefalteten Zustand mit darunter liegendem
Gasgenerator;
Fig. 3 einen Schnitt A -A durch den nach Fig. 2 bzw.
Fig. 4 gefalteten Gassack;
Fig. 4 einen an seinen Enden weiter parallel
gefalteten Gassack nach Fig. 2;
Fig. 5 bis 7 Faltschritte für das zusätzliche ziehharmoni
kaartige Falten des Gassackpaketes;
Fig. 8 die Anordnung eines nach Fig. 5 gefalteten
Gassackes in einem Lenkrad;
Fig. 9 einen gefalteten Gassack mit innen liegendem
Rohrgasgenerator;
Fig. 9a eine Variante des Ausführungsbeispiels der
Fig. 9
Fig. 10 einen über einem Gasgenerator angeordneten
gefalteten Gassack.
In der Fig. 1 ist schematisch ein Gasgenerator 1 darge
stellt, an dem ein Gassack 2 befestigt ist, der im
ausgebreiteten Zustand dargestellt ist. In dieser Darstel
lung sind die parallel liegenden Faltkanten angedeutet,
entlang derer der Gassack in einer ersten Phase gefaltet
wird. Es sind als geschlossene Linien dargestellte obere
Faltkanten 3 sowie als gestrichelte Linien dargestellte
untere Faltkanten 4 erkennbar, wobei sich oben und unten
auf den Gasgenerator 1 bezieht (Fig. 4). Die Faltkanten
sind im ausgebreiteten Zustand des Gassackes noch nicht
vorhanden. Die Darstellung der Fig. 1 soll zeigen, an
welchen Stellen bei der Faltung die Faltkanten liegen.
In einem ersten Arbeitsgang wird der Gassack 2 beidseitig
des Gasgenerators 1 ziehharmonikaartig gefaltet, wie es aus
den Fig. 2 und 4 ersichtlich ist. Die Faltkanten 3, 4
und damit auch die Faltflächen 5 liegen in der ersten Falt
phase (Fig. 3) parallel. Die Höhe der Faltflächen 5 ent
spricht der Höhe des Gasgenerators 1.
In dem sich anschließenden Schritt werden die Abschnitte
des gefalteten Gassackes, die neben dem Gasgenerator 1
liegen, weiter gegeneinander gedrückt, so daß das in der
Fig. 4 dargestellte gefaltete Gassackpaket 6 entsteht.
In den Fig. 5 bis 7 ist die weitere Faltung des Gassack
paketes 6 dargestellt. Wie in der Fig. 5 dargestellt, wird
das Gassackpaket 6 zunächst auf gegenüberliegenden Seiten
des Gasgenerators 1 in einer Ebene abgebogen, die senkrecht
zu den Faltflächen 5 und parallel zu den Faltkanten 3, 4
verläuft. Anschließend wird das Gassackpaket in dieser
Ebene nochmals in entgegengesetzter Richtung umgebogen, wie
es aus der Fig. 6 ersichtlich ist. Schließlich werden die
Enden 7 des Gassackpaketes 6 in dieser Ebene nochmals in
entgegengesetzter Richtung abgebogen, wie es aus der Fig. 7
ersichtlich ist, so daß auch das Gassackpaket ziehharmoni
kaartig gefaltet ist. Anschließend wird dieses Paket in
Richtung auf den Gasgenerator weiter zusammengedrückt, so
daß es im Lenkrad eines Kraftfahrzeuges verstaut werden
kann.
Da bei dieser Art der Faltung keine Teile des Gassackes
übereinander gefaltet werden, kann sich dieser nach Zündung
des Gasgenerators leicht entfalten, ohne daß sich Abschnit
te des Gassackes gegenseitig beim Entfalten behindern.
In der Fig. 8 ist dargestellt, wie ein nach Fig. 5 gefalte
ter Gassack in einem Lenkrad 8 eines Kraftfahrzeuges unter
gebracht ist. Der in senkrechten Falten stehende Gassack
wird seitlich abgebogen und die stehenbleibenden länglichen
Streifen 9 des Gassackpaketes werden in platzsparender
Weise neben dem Gasgenerator im Bereich der Speichen 10 des
Lenkrades 8 untergebracht.
Ein derart gefaltetes und abgebogenes Gassackpaket kann
auch in anderen Bauteilen im Fahrzeuginnenraum unterge
bracht werden, z. B. in einer Sitzlehne oder Türverkleidung
als Seitenairbag oder in der Armaturentafel als Beifah
rerairbag.
In der Fig. 9 ist die Anwendung in Verbindung mit einem
zylindrischen Rohrgenerator 11 dargestellt, der im Gassack
angeordnet ist. In dieser Ausführungsform wird der Gassack
zunächst parallel zur Längsachse des Rohrgasgenerators 11
gefaltet. Anschließend werden dann die über die Enden des
Rohrgasgenerators stehenden Streifen 12 umgebogen und an
die im Bereich des Rohrgasgenerators verlaufenden Abschnit
te 13 des Gassackes gelegt. Da auch bei dieser Anwendung
keine Teile des Gassackes übereinander gefaltet werden,
kann sich dieser nach Zündung des Gasgenerators und Aus
tritt des Gases aus den Gasaustrittsöffnungen 14 leicht
entfalten, ohne daß sich Abschnitte des Gassackes gegensei
tig beim Entfalten behindern.
Auch im Ausführungsbeispiel der Fig. 9a ist wie in der Fig.
9 ein zylindrischer Rohrgasgenerator 11 dargestellt, der im
Gassack angeordnet ist. Abweichend zur Fig. 9 ist jedoch
der Gassack stark asymmetrisch bzw. befindet sich der Gasge
nerator 11 nicht im Flächenschwerpunkt des Gassackes. Diese
Ausführungsform ist insbesondere als Seitenairbag geeignet.
Der Gassack wird hier ebenfalls zunächst parallel zur
Längsachse des Rohrgasgenerators gefaltet. Der Gassack
überragt den Rohrgasgenerator nur an einem Ende. Dieser
überstehende Abschnitt 15 wird dann umgebogen und an den
Rohrgasgenerator angelegt.
Beim Ausführungsbeispiel der Fig. 10, bei dem der Gasgenera
tor (nicht dargestellt) unterhalb des Gassackes vorgesehen
ist, erfolgt zunächst ebenfalls eine parallele Faltung des
Gassackpaketes. Anschließend werden an beiden Enden Strei
fen 16 in entgegengesetzter Richtung umgebogen und an das
Mittelteil 17 angelegt.
Wie die Ausführungsbeispiele zeigen, kann das beanspruchte
Faltverfahren für alle bekannten Generatorformen sowie für
Airbagmodule mit innenliegendem Rohrgasgenerator angewendet
werden. Weiterhin ist es auch für Airbagmodule mit in den
Gassack hineinragendem Diffusor verwendbar.