DE19502610C2 - Verfahren zur Begrenzung von aus Undichtigkeiten in einem Rohrsystem unzulässig austretender Fluidmengen - Google Patents
Verfahren zur Begrenzung von aus Undichtigkeiten in einem Rohrsystem unzulässig austretender FluidmengenInfo
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Description
Es ist nie ganz auszuschließen, daß Gas- oder Flüssigkeitsleitungen undicht werden (Durchrosten,
Bersten durch großen Druck, Porosität, Vereisung usw.). Dabei können erhebliche Schäden
entstehen, besonders dann, wenn der Vorfall längere Zeit unbemerkt bleibt, so daß größer Gas- bzw.
Flüssigkeitsmengen austreten können. So sind beispielsweise Wasserschäden in
Privathaushalten, aber auch in Produktionsbetrieben keine Seltenheit.
Nach dem Stand der Technik ist eine Schankanlage bekannt (DE 43 17 946 A1), bei der eine
gewünschte Dosiermenge voreingestellt werden kann. Dabei werden die Signale eines im
Rohrleitungssystems eingebauten Durchfluß-Anzeigegerätes einer Steuer- und Auswerteelektronik,
die mit einem Durchflußmengen-Zählglied versehen ist, zugeführt.
Bei der Öffnung des Handventils wird das Durchflußmengen-Zählglied gestartet. Bei Erreichen der
voreingestellten Dosiermenge wirkt die Steuerung auf ein Verschluß-Glied ein. Ein Schließen des
Handventils setzt die Restdosiermenge auf Null.
Ferner ist nach dem Stand der Technik bekannt (DE 35 35 429 A1), daß Durchfluß-Verschlußglieder
in einer Austragsleitung eines Fluids zeitgesteuert eingesetzt werden können.
Eine Verwendung dieser Maßnahmen zur Begrenzung von aus Undichtigkeiten in einem Rohrsystem
unzulässig austretender Fluidmengen ist dabei jeweils nicht angesprochen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Schäden durch unzulässig ausgetretene Fluidmengen
erheblich zu begrenzen.
Die Aufgabe wird durch die Verfahren mit den jeweiligen Merkmalen nach den Patentansprüchen 1
bis 3 gelöst.
Bei der Betrachtung des zeitlichen Ablaufs der Wasserentnahme zum Beispiel eines Haushaltes (siehe
Darstellung 2 und Darstellung 3) kann festgestellt werden, daß Wasser nicht kontinuierlich
entnommen wird, sondern immer in Intervallen. Hierbei folgen Zeitintervallen ohne Wasserentnahme
Intervalle mit Wasserentnahme. Dabei ist die maximale Dauer des Intervalls der Wasserentnahme und
die maximale Menge der Wasserentnahme abhängig von den spezifischen Gegebenheiten der an die
Wasserleitung angeschlossenen Verbraucher aber auch vom individuellen Verhalten des
Verbrauchers. Üblicherweise wird eine einmal festgelegte Maximaldauer und Maximalmenge der
Wasserentnahme nicht oder nur selten überschreiten.
Diese Eigenart macht sich die Erfindung zunutze.
Mit Hilfe eines Durchflußwächters kann die maximale Durchflußzeit oder maximale Durchflußmenge
entsprechend den festgestellten Durchflußintervallen eingestellt werden, so daß eine längere
Durchflußzeit oder größere Durchflußmenge verhindert wird. Verhindert wird gleichfalls ein
Dauerdurchfluß, beispielsweise bei porösen oder nur geringfügig undichten Rohrsystemen.
Selbstverständlich kann eine gewünschte Dauerentnahme durch Ausschalten des Zeitgliedes
(beziehungsweise Durchflußmengen-Zählgliedes) ermöglicht werden.
In der Zeichnung ist in Darstellung 1 der Durchflußwächter schematisch dargestellt. In die Zuleitung
4 eines Rohrleitungssystems ist ein Durchfluß-Anzeigegerät 1 eingefügt, dessen Ja/Nein-Signale
und, wenn benötigt, Durchflußmengen-Signale über eine Verbindung 5 einer Steuerung 2
zugeleitet werden. Die Steuerung 2 weist ein einstellbares Zeitglied und/oder ein einstellbares
Durchflußmengen-Zählglied auf, das entsprechend den zuvor ermittelten Durchfluß-Intervallen 6
auf eine maximale Durchflußzeit und/oder maximale Durchflußmenge eingestellt werden kann. Die
Steuerung 2 wirkt über eine Leitung 7 auf ein ebenfalls in die Zuleitung 4 eingefügtes
Durchfluß-Verschlußglied 3, das nach Ablauf der maximalen Durchlaufzeit und/oder maximalen
Durchlaufmenge die Zuleitung 4 verschließt.
Das Verhalten des Durchflußwächters nach der Erfindung soll am Beispiel der Überwachung des
Wasserdurchflusses eines Haushaltes dargelegt werden:
Wie aus der Darstellung 2 hervorgeht, erfolgt zu verschiedenen Zeiten in verschieden großen
Zeitintervallen eine Wasserentnahme, wobei beispielsweise der Wasserzulauf zum Füllen einer
Badewanne die größte Wasserentnahmezeit darstellt. Auf einen etwas größeren als diesen Wert,
beispielsweise zehn Minuten, wird das Zeitglied der Steuerung 2 eingestellt. Wird Wasser aus dem
Rohrleitungssystem entnommen, läuft das Zeitglied an, wirkt aber erst dann über die Steuerung 2
auf das Verschlußglied 3 ein, wenn die zuvor eingestellte Zeit überschritten wird. Endet der
Durchfluß innerhalb dieser eingestellten Zeit, stellt sich das Zeitglied wieder auf Null zurück, so daß
das nächste Intervall wieder eine Wasserentnahme über die gleiche eingestellte Zeit zuläßt. Soll,
beispielsweise zum Sprengen eines Gartens, diese Zeit überschritten werden, so genügt vor Ablauf
des jeweilig eingestellten Zeitintervalls eine kurze Unterbrechung des Durchflusses, um damit wieder
ein gleich großes Durchflußintervall zuzulassen. Wichtig ist, daß auch bei geringsten Undichtigkeiten
ein weiterer Durchfluß und damit ein ansonsten kaum feststellbarer Schaden verhindert wird, da auch
dieser geringe Durchfluß nach Ablauf der eingestellten Entnahmezeit geschlossen wird.
Wie aus der Darstellung 3 hervorgeht, erfolgt zu verschiedenen Zeiten in verschieden großen
Zeitintervallen eine Wasserentnahme mit unterschiedlichen Wassermengen, wobei beispielsweise der
Wasserzulauf zum Füllen einer Badewanne und der gleichzeitige Wasserzulauf der Dusche die größte
Wasserentnahmemenge innerhalb eines Wasserentnahmeintervalls darstellt. Auf einen etwas größeren
als diesen Wert, beispielsweise 100 Liter, wird das Durchflußmengen-Zählglied der Steuerung 2
eingestellt. Wird Wasser aus dem Rohrleitungssystem 4 entnommen, läuft das Durchflußmengen-
Zählglied an, wirkt aber erst dann über die Steuerung 2 auf das Verschlußglied 3 ein, wenn die
zuvor eingestellte Wasserentnahmemenge überschritten wird. Bleibt der Durchfluß unter dieser
eingestellten Wassermenge, stellt sich das Durchflußmengen-Zählglied wieder auf Null zurück, so daß
das nächste Wasserentnahmeintervall wieder eine Wasserentnahme über die gleiche Menge zuläßt.
Soll beispielsweise zum Sprengen eines Gartens diese Menge überschritten werden, so genügt zur
Unterbrechung des Wasserentnahmeintervalls eine kurze Unterbrechung des Durchflusses, um damit
wieder eine gleich große Durchflußmenge zuzulassen.
Entsprechend der Anwendungsbeispiele für Variation 1 und 2 stellt Variation 3 eine Verknüpfung
dar. Dabei wird sowohl die maximale Wasserentnahmezeit als auch gleichzeitig die maximale
Wasserentnahmemenge überwacht. Beim Überschreiten eines dieser beiden Maximalwerte wirkt die
Steuerung 2 auf das Verschlußglied 3 ein. Die bei einem Rohrleitungsschaden austretende
Wassermenge wird dabei entweder vom Zeitglied (wenn wenig Wasser pro Zeiteinheit austritt) oder
vom Durchflußmengen-Zählglied (wenn viel Wasser pro Zeiteinheit austritt) begrenzt. Der durch
Wasseraustritt entstehende Schaden wird dadurch im Vergleich zu Variation 1 und 2 nochmals
minimiert.
Claims (3)
1. Verfahren zur Begrenzung von aus Undichtigkeiten in einem Rohrsystem unzulässig
austretender Fluidmengen, bei dem
- - ein Durchfluß-Anzeigegerät (1) mit einem "Strömung vorhanden"-Signal ein einstellbares Zeitglied in einer Steuereinheit (2) startet,
- - das Durchfluß-Anzeigegerät (1) mit einem "Keine Strömung vorhanden"-Signal das Zeitmeßglied zurücksetzt, und
- - die Steuereinheit (2) bei Überschreitung einer vorgegebenen maximalen Durchflußdauer am Zeitmeßglied ein Durchfluß-Verschlußglied (3) sperrt.
2. Verfahren zur Begrenzung von aus Undichtigkeiten in einem Rohrsystem unzulässig
austretender Fluidmengen, bei dem
- - ein Durchfluß-Anzeigegerät (1) mit einem "Strömung vorhanden"-Signal ein einstellbares Durchflußmengen-Zählglied in einer Steuereinheit (2) startet und mit einem Durchflußmengen-Signal beaufschlagt,
- - das Durchfluß-Anzeigegerät (1) mit einem "keine Strömung vorhanden"-Signal das Zählglied zurücksetzt, und
- - die Steuereinheit (2) bei Überschreitung einer vorgegebenen maximalen Durchflußmenge am Zählglied ein Durchfluß-Verschlußglied (3) sperrt.
3. Verfahren zur Begrenzung von aus Undichtigkeiten in einem Rohrsystem unzulässig
austretender Fluidmengen, bei dem
- - ein Durchfluß-Anzeigegerät (1) mit einem "Strömung vorhanden"-Signal ein einstellbares Zeitglied und ein einstellbares Durchflußmengen-Zählglied in einer Steuereinheit (2) startet sowie das Durchflußmengen-Zählglied mit einem Durchflußmengen-Signal beaufschlagt,
- - das Durchfluß-Anzeigegerät (1) mit einem "Keine Strömung vorhanden"-Signal Zeit- und Zählglied zurücksetzt, und
- - die Steuereinheit (2) bei Überschreiten einer vorgegebenen maximalen Durchflußdauer am Zeitglied oder Durchflußmenge am Zählglied ein Durchfluß- Verschlußglied (3) sperrt.
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