DE19501192A1 - Verfahren zum Betrieb einer Brennkraftmaschine und Brennkraftmaschine - Google Patents
Verfahren zum Betrieb einer Brennkraftmaschine und BrennkraftmaschineInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb einer Brenn
kraftmaschine nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 und eine Brennkraft
maschine nach dem Oberbegriff des Anspruchs 2 zur Durchführung dieses
Verfahrens.
Kreiskolbenmotoren sind bekannt, deren Kolben in einer tro
choidisch-zylindrischen Kammer eines Rotorgehäuses umläuft, wobei die
zwischen dem Drehkolben und der Kammer verbleibenden, etwa sichelförmi
gen Zwischenräume als Brennkammern dienen. Diese mit normalem Kraftstoff
betriebenen Motoren sind in ihrem Wirkungsgrad relativ schlecht und be
sitzen schwierig zu beseitigende Abdichtungsprobleme zwischen Kolben und
Rotorgehäuse.
Ferner ist es bekannt, in Unterwasserfahrzeugen bei Unterwas
serfahrt Dieselmotoren mit sauerstoffangereicherter Luft bzw. Sauer
stoff zu betreiben, allerdings wird hier das Oxidationsmittel dem Motor
gasförmig zugeführt und dient nur als zeitweiser Ersatz der ansonsten
zur Verbrennung verwendeten Luft.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren und eine Brenn
kraftmaschine nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 bzw. 2 zu schaffen,
bei denen der Wirkungsgrad erheblich verbessert und die Brennkraftma
schine konstruktionsmäßig einfach ausgebildet ist.
Diese Aufgabe wird entsprechend dem kennzeichnenden Teil des
Anspruchs 1 bzw. 2 gelöst.
Die Verwendung von flüssigem Sauerstoff als Oxidationsmittel
bei der Verbrennung des Kraftstoffs führt dazu, daß einerseits eine ex
plosionsartige Vergasung des flüssigen Sauerstoffs, die mit einer Volu
menexpansion auf das 854fache stattfindet, und andererseits eine schon
bei niedrigem Druck selbstzündende, explosionsartige Verbrennung des
Kraftstoffs genutzt wird, so daß sich ein erheblich verbesserter Wir
kungs- und Nutzungsgrad für die Rückstoßvorgänge ergibt. Da kein Stick
stoff mit dem Oxidationsmittel in den Brennraum eingeführt wird, entste
hen bei der Verbrennung auch keine Stickoxide. Praktisch entstehen durch
die Verbrennung nur Kohlendioxid und Wasser, so daß das Verfahren sehr
umweltfreundlich ist. Als Kraftstoff kommt Benzin, Dieselöl oder auch
biologisch als Dieselölersatz erzeugter Kraftstoff, gegebenenfalls auch
gasförmiger Brennstoff infrage, d. h. es handelt sich um einen "Alles
brenner".
Das Verfahren läßt sich bei Brennkraftmaschinen wie Hubkolben
motoren ebenso wie Rotationsmotoren verwenden. Bei letzteren lassen sich
besondere Vorteile erzielen, indem die Brennkammern, die aufgrund der
bei diesem Verfahren stattfindenden großen Volumenexpansion relativ
klein ausgebildet sein können, in Rotorflügeln angeordnet werden, wobei
die Abgase in den dem jeweiligen Rotorflügel nachfolgenden Hohlraum zwi
schen zwei Motorflügeln wie bei einem Raketenantrieb unter Rückstoßaus
übung eintreten und von dort durch die Rotation des Rotors ausgeschoben
werden. Dies bedeutet, daß in diesem Fall das Raketenprinzip für kon
trollierte Verbrennungsvorgänge in einem Rotationsmotor Verwendung fin
det. Eine Abdichtung zwischen Drehkolben und Rotorgehäuse wird hierdurch
unnötig.
Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind der nachfolgenden
Beschreibung und den Unteransprüchen zu entnehmen.
Die Erfindung wird nachstehend anhand eines in den beigefügten
Abbildungen dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Fig. 1 zeigt eine Ausführungsform eines Rotationsraketenmotors
schematisiert und hälftig im Axialschnitt.
Fig. 2 zeigt schematisiert einen Radialschnitt des Motors von
Fig. 1.
Der dargestellte Rotationsraketenmotor umfaßt ein Rotorgehäuse
1 mit einer kreiszylindrischen Kammer 2 und einen Deckel 3, der mit dem
Rotorgehäuse 1 über umlaufende Flansche verschraubt ist.
In der zylindrischen Kammer 2 ist ein Rotor 4 drehbar gela
gert, der mit einer Abtriebswelle 5 verbunden ist, die durch den Deckel
3 nach außen führt. Der Rotor 4 besitzt mehrere, im dargestellten Aus
führungsbeispiel drei, in gleichmäßigem Abstand zueinander angeordnete,
sich radial auswärts erstreckende Flügel 6, die mit Spiel zur Innenwand
der Kammer 2 enden und zwischen denen sich jeweils ein Hohlraum 7 befin
det. Die Flügel 6 besitzen benachbart zu ihren Enden jeweils eine Brenn
kammer 8, die über eine insbesondere lavaldüsenartige Öffnung 9 mit dem
in Drehrichtung (Pfeil 10) nachfolgenden Hohlraum 7 verbunden ist.
Die zentrale Zufuhr von Flüssigsauerstoff und Kraftstoff er
folgt über einen mit dem Rotorgehäuse 1 fest verbundenen Zuteiler 11,
der koaxial zur Drehachse des Rotors 4 angeordnet ist und bis etwa zu
dessen Mitte reicht. Der Zuteiler 11 besitzt einen mittleren, wärmeiso
lierten Kanal 12 für Flüssigsauerstoff und einen diesen ringförmig umge
benden Kanal 13 für Kraftstoff. In den Flügeln 6 ist jeweils eine Lei
tung 14 bzw. 15 für Flüssigsauerstoff bzw. Kraftstoff zu den jeweiligen
Brennkammern 8 geführt, wobei die Leitungen 14, 15 zum Zuteiler 11 hin
offen sind. Letzterer ist am Außenumfang mit entsprechenden Zuteilöff
nungen 16, 17 versehen, so daß im Betrieb der jeweiligen Brennkammer 8
in einem vorbestimmten Zeitraum eine vorbestimmte Menge an Flüssigsauer
stoff und Kraftstoff zugeführt wird. - Die Leitungen 14 für Flüssigsau
erstoff sind zweckmäßigerweise wärmeisoliert.
Die Kammer 2 weist am Umfang entsprechend der Anzahl der Flü
gel 6 gleichmäßig verteilt Abgasauslaßöffnungen 18 auf, die über einen
Abgassammelkanal 19 mit einer Abgasabführleitung 20 verbunden sind.
Das Rotorgehäuse 1 und der Deckel 3 sind zweckmäßigerweise mit
Kühlwasserräumen 21 versehen. Eine Kühlung des Rotors 4 kann über die
Abtriebswelle 5 erfolgen, über die Kühlmittel in die bis auf den Brenn
kammerbereich hohlen Flügel 6 des Rotors 4 geführt werden kann. Auch der
Bereich des Zuführstutzens 11 wird zweckmäßigerweise durch das Kühlmit
tel gekühlt.
Gegebenenfalls kann der Rotor 4 aus Keramikmaterial bestehen
oder damit beschichtet sein. Auch die Innenwand der Kammer 2 des Rotor
gehäuses 1 kann mit keramischem Material beschichtet sein.
Der Rotationsraketenmotor kann derart betrieben werden, daß
der Kraftstoff und der Flüssigsauerstoff allen Brennkammern 8 gleichzei
tig zugeführt und nach Selbstzündung verbrannt wird. Der Betrieb kann
aber auch so erfolgen, daß den Brennkammern 8 entgegen der Drehrichtung
10 aufeinanderfolgend jeweils der zur Verbrennung notwendige Kraftstoff
und Flüssigsauerstoff zugeführt wird. Die Dosierung, etwa die Anordnung
und Länge der Zuteilöffnungen 16, 17 in Umfangsrichtung, ist entspre
chend der gewünschten Betriebsweise einzurichten.
Wenn der Kraftstoff in (wenigstens) einer Brennkammer 8 eines
Flügels 6 in der in Fig. 2 dargestellten Position zündet, tritt eine
entsprechende Expansion zusätzlich zu der Verdampfungsexpansion des
flüssigen Sauerstoffs auf. Die entstehenden Abgase treten durch die dü
senartige Öffnung 9 in den dem Flügel 6 nachfolgenden Hohlraum 7 unter
Beschleunigung des Rotors 4 in Drehrichtung aus. Durch das Drehen des
Rotors 4 werden die Abgase aus dem Hohlraum 7 über die benachbarte Abga
sauslaßöffnung 18 ausgeschoben. Aufgrunddessen benötigt man keine Dich
tung zwischen Rotor 4 und Rotorgehäuse 1, vielmehr kann zwischen diesen
ein relativ großes Spiel vorhanden sein, ohne daß dies den Betrieb be
einträchtigt.
Ferner werden hierdurch sehr kleinvolumige Brennkammern 8 bei
sehr großvolumigen Hohlräumen 7 ermöglicht. So ist das Volumenverhältnis
von Hohlraum 7 zu Brennkammer 8 allgemein < 100 : 1, vorzugsweise im Be
reich 1000 : 1.
Claims (8)
1. Verfahren zum Betrieb einer Brennkraftmaschine, bei der we
nigstens einer Brennkammer getrennt und dosiert Kraftstoff und Sauer
stoff zugeführt werden, die in der Brennkammer verbrannt werden, wobei
die dabei stattfindende Volumenexpansion zum Antrieb einer Abtriebswelle
verwendet wird, dadurch gekennzeichnet, daß der Sauerstoff
als Flüssigsauerstoff der Brennkammer zugeführt wird.
2. Brennkraftmaschine mit einem eine zylindrische Kammer (2)
aufweisenden Rotorgehäuse (1), einem mit einer Abtriebswelle (5) verbun
denen, in der Kammer (2) umlaufenden Rotor (4) sowie mit wenigstens ei
ner Brennkammer (8) sowie einer Kraftstoffzuführung (13, 15) und einer
Oxidationsmittelzuführung (12, 14) hierfür und einer Abgasabführleitung
(20), zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß der Rotor (4) mehrere, umfangsmäßig
gleichmäßig verteilte, radiale Flügel (6) aufweist, wobei jeder Flügel
(6) benachbart zu seinem radial äußeren Ende eine mit der Kraftstoffzu
führung (13, 15) und der als Flüssigsauerstoffzuführung ausgebildeten
Oxidationsmittelzuführung (12, 14) verbindbare Brennkammer (8) trägt,
die über eine düsenartige Öffnung (9) mit dem nachfolgenden, zwischen
zwei Flügeln (6) in der Kammer (2) gebildeten Hohlraum (7) verbunden
st, wobei die kreiszylindrische Kammer (2) am Umfang entsprechend der
Anzahl der Flügel (6) gleichmäßig verteilt mit der Abgasabführleitung
(20) verbundene Abgasauslaßöffnungen (18) aufweist.
3. Brennkraftmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die düsenartigen Öffnungen (9) lavaldüsenartige Öffnungen sind.
4. Brennkraftmaschine nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Rotor (4) einen axialen Zuteiler (11) für die Kraft
stoff- und Flüssigsauerstoffzuführung zu den Brennkammern (8) aufweist.
5. Brennkraftmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Flüssigsauerstoffleitung (12, 14) im axialen Zuteiler (11) und
gegebenenfalls in den Flügeln (6) bis zur Brennkammer (8) kälteisoliert
ist.
6. Brennkraftmaschine nach einem der Ansprüche 2 bis 5, da
durch gekennzeichnet, daß Kraftstoff- und Flüssigsauerstoffdosierung
derart ausgebildet ist, daß sämtliche Brennkammern (8) gleichzeitig ver
sorgt werden.
7. Brennkraftmaschine nach einem der Ansprüche 2 bis 5, da
durch gekennzeichnet, daß Kraftstoff- und Flüssigsauerstoffdosierung
derart ausgebildet ist, daß die Brennkammern (8) gegenläufig zur Dreh
richtung (10) des Rotors (4) nacheinander versorgt werden.
8. Brennkraftmaschine nach einem der Ansprüche 2 bis 7, da
durch gekennzeichnet, daß das Volumenverhältnis von Hohlraum (7) zu
Brennkammer (8) < 100 : 1 ist.
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|---|---|---|---|
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| FR2817910A1 (fr) * | 2000-12-12 | 2002-06-14 | Noel Gil | Moteur rotatif, a explosions, a travail lateral, a cylindre tournant et a compresseur trois fois plus grand que le propulseur |
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- 1995-01-17 DE DE19501192A patent/DE19501192C2/de not_active Expired - Fee Related
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
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