DE19501909C2 - Cabrio-Fahrzeug mit einem selbsttätig auslösenden Überrollschutz - Google Patents
Cabrio-Fahrzeug mit einem selbsttätig auslösenden ÜberrollschutzInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Cabrio-Fahrzeug gemäß dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1.
Bei Cabrio-Fahrzeugen besteht vom Aufbauprinzip her die Gefahr,
daß bei geöffnetem Verdeck im Falle eines unfallbedingten Roll
over die Fahrzeuginsassen von der Dachseite her ungeschützt
sind. Daher sind Fahrzeuge mit fest eingebautem Überrollbügel
bekannt geworden, die jedoch zwangsläufig nicht das von vielen
Cabriofahrern geschätzte "Freiheitsgefühl" aufkommen lassen. Aus
diesem Grunde wurden - siehe die Patentliteratur der interna
tionalen Klasse B60R 21/13 - viele Lösungen geschaffen, bei
denen der Überrollschutz nur bei drohendem Rollover (diese Ge
fahr wird mittels eines Sensors erfaßt) aus einer Ruhestellung,
in der er im Fahrzeugaufbau gleichsam abgelegt ist, in eine
Arbeitsstellung aufgestellt wird, in der ein querverlaufender
Bestandteil des Überrollschutzes höher als die Köpfe der Fahr
zeuginsassen verläuft. So beschreiben die EP 0 309 686 B1 und
die EP 0 362 524 B1 Überrollbügel, die schwenkbar gelagert sind,
einschließlich dazu geeigneter Auslöse- und Bewegungsvorrich
tungen, während aus der DE-OS 15 55 955, 63C 70, eine ebenfalls
als Überrollbügel zu bezeichnende Dachverstärkung bekannt ist,
die bei einem drohenden Überrollvorgang senkrecht nach oben
verschoben wird. Aus der US-PS 2 997 337 ist auch eine Faltdach
konstruktion bekannt, die einen senkrecht bewegbaren Heckschei
benrahmen enthält; dieser Rahmen wird zugleich mit dem Ablegen
bzw. Aufstellen des gesamten Faltdaches bewegt. Ob dieser Rahmen
zugleich so dimensioniert und abgestützt ist, daß er einen wirk
samen Überrollschutz für Fahrzeuginsassen bildet, kann dahinge
stellt bleiben (in der Schrift findet sich kein diesbezüglicher
Hinweis), da zumindest ein vorderer Faltdachbereich beim Auf
stellen, d. h. Schließen des Dachs, relativ weit über die Höhe
des geschlossenen Dachs verschwenkt wird und demgemäß keine
Möglichkeit besteht, durch Herstellen eines geschlossenen Dachs
bei drohendem Überschlag einen Überrollschutz zu schaffen.
Soweit im Stand der Technik das Verhältnis von Faltverdeck und
Überrollbügel angesprochen ist (DE-PS 38 26 788), wird darauf
hingewiesen, daß sich in bestimmten Bewegungszuständen beide
gleichsam im Wege stehen können, und die Antriebsvorrichtungen
für Überrollbügel und Faltverdeck werden entsprechend aufeinan
der abgestimmt.
Insbesondere der zuletzt angeführte Stand der Technik läßt er
kennen, daß die bekannten Lösungen des Problems des Insassen
schutzes bei drohenden Überschlägen ihres Fahrzeugs über den er
heblichen Aufwand infolge getrennter Antriebe für Faltverdeck
und Überrollbügel hinaus prinzipielle Probleme aufwerfen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein gattungsgemäßes
Cabrio-Fahrzeug zu schaffen, bei dem zur Gewinnung eines Über
rollschutzes ein zusätzlicher Überrollbügel mit getrenntem An
trieb vermieden ist.
Die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe besteht in den kenn
zeichnenden Merkmalen des Hauptanspruchs, vorteilhafte Ausbil
dungen der Erfindung beschreiben die Unteransprüche.
Die Erfindung nutzt also in vorteilhafter Weise den hinteren Be
reich des Faltverdecks mit seinen Rahmenteilen und seitlichen
Gelenkführungen sowie seinen Antrieb zur Gewinnung eines Über
rollschutzes aus, der bei Fahren mit offenem Fahrzeug, also im
Fahrzeugaufbau abgelegtem Faltverdeck, zwangsläufig abgelegt
bzw. in seine Ruhestellung bewegt ist, dagegen bei drohendem
Überschlag des Fahrzeugs in seine Arbeitsstellung geschwenkt
ist. Diese Heranziehung des hinteren Verdeckbereichs mit seinen
Rahmen und Stützen als Überrollschutz wird jedoch erst dadurch
ermöglicht, daß bei drohendem Überschlag des Fahrzeugs die
Schwenkverbindung dieses hinteren Rahmenbereichs zu den mittle
ren und vorderen Verdeckrahmenteilen unterbrochen wird. Der für
das Aufstellen des Überrollschutzes zur Verfügung stehende Zeit
raum von 1 bis 2 Sekunden reicht zum Aufstellen des hinteren
Verdeckbereichs aus, nicht jedoch zum Bewegen des gesamten Falt
verdecks in seine Schließstellung, und zwar insbesondere deshalb
nicht, weil, wie bereits oben ausgeführt, übliche Faltverdeck
konstruktionen bei der Schließbewegung mit ihren vorderen Be
reichen relativ weit nach oben reichende Schwenkbewegungen aus
führen. Derartige Schwenkbewegungen werden bei der Erfindung
bewußt durch Unterbrechen der entsprechenden Zwangsschwenkver
bindungen vermieden, und zwar vor der Aufstellung des hinteren
Verdeckbereichs, so daß insoweit eine Entfaltung des Verdecks
beim Hochschwenken des hinteren Verdeckbereichs in seine Ar
beitsstellung als Überrollschutz ausgeschlossen ist.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im folgenden anhand
der Zeichnung erläutert, deren Fig. 1 in Seitenansicht die
Ruhelage der später den Überrollschutz bildenden Bestandteile
des Verdecks bzw. seiner Steuerung zeigt, während Fig. 2 (in
anderem Maßstab) die "harten" Verdeckbestandteile in ihrer Lage
bei geschlossenem Verdeck wiedergibt. Fig. 3 schließlich zeigt
die Verhältnisse im Überrollfall.
Betrachtet man zunächst Fig. 1, die sich auf Teile auf nur
einer Fahrzeugseite bezieht (auf der anderen Fahrzeugseite
wiederholt sich die Konstruktion), so gibt der Pfeil 1 die
normale Fahrtrichtung des Fahrzeugs an. An die fahrzeugfeste
Trägerplatte 2 ist demgemäß in Richtung schräg nach hinten
weisend eine Hauptschwenkarmanordnung 3 um Schwenkachsen 4 und 5
schwenkbar angelenkt, die die dreiarmige Hauptsäule 6 und den
etwas gekrümmten Hauptführungshebel 7 enthält; dieser steht über
den Zwischenhebel 8 in Mitnahmeschwenkverbindung mit der drei
armigen Hauptsäule 6. Diese ist außer bei 4 an der Trägerplatte
2 mit einem anderen ihrer Arme bei 9 an dem Antrieb 10 - seine
Betätigungsrichtung ist durch den Pfeil 11 symbolisiert - ange
lenkt und steht mit einem dritten Arm bei 12 und 13 in Schwenk
verbindung mit hinteren Dachrahmenseitenteilen 14 und 15. Wie
Fig. 2 zeigt, stehen mit den Teilen 14 und 15 weitere, als
mittlere und vordere Rahmenseitenteile zu bezeichnende Hebel
anordnungen 16 und 17 in Zwangsschwenkverbindung; während sich
zwischen den auf den beiden Fahrzeugseiten verlaufenden drei
armigen Hauptsäulen 6 der hintere Dachquerträger 18 erstreckt,
verlaufen zwischen den entsprechenden weiteren Seitenrahmen
teilen 16 und 7 mittlere bzw. vordere Dachquerträger, von denen
in Fig. 2 nur der mit 19 bezeichnete erkennbar ist.
Von besonderer Bedeutung für die Erfindung ist das Schwenklager
20 zwischen dem Hauptführungshebel 7 und dem Seitenrahmenteil
15, das beim Aufstellen des Verdecks, ausgelöst letztlich durch
Verschwenken der dreiarmigen Hauptsäule 6 in Fig. 1 im Sinne
des Pfeils 21, eine vorgegebene Schwenkbewegung des eigentlichen
Dachrahmens erzwingt. Diese Schwenkbewegung hat über die aus
Fig. 2 ersichtlichen weiteren starren Bestandteile des Verdecks
ein Entfalten desselben und dabei ein Verschwenken des vorderen
Verdeckendes zeitweilig über die Ebene des geschlossenen Ver
decks hinaus zur Folge, bis schließlich die Verdeckvorderkante
abgesenkt und am Windschutzscheibenrahmen des Fahrzeugs in be
kannter Weise arretiert wird.
Eine derartige Schwenkbewegung des Verdecks bis in seine voll
ständig geschlossene Lage muß im Falle eines drohenden Über
schlags des Fahrzeugs im Cabriobetrieb vermieden werden, wenn
man das Verdeck selbst mit seinen starren Bestandteilen und sei
nen seitlichen Gelenkführungen, im wesentlich gebildet durch
die Teile 2, 6, 7 und 18, zugleich als Überrollschutz ausnutzen
will.
Daher sind erfindungsgemäß Mittel vorgesehen, die bei Erfassung
eines drohenden Rollover durch einen entsprechenden, an sich
bekannten Sensor beispielsweise durch Herausschlagen eines
Lagerbolzens des Schwenklagers 20 die Zwangsschwenkverbindung
zwischen der Gelenkführung 3 und den mittleren und vorderen
Rahmenseitenteilen 14, 15, 16 und 17 aufheben, so daß die Auf
stellschwenkbewegung der Gelenkführung 3 aus ihrer Ruhestellung
gemäß Fig. 1 in ihre Arbeitsstellung in Fig. 2 kein Entfalten
des Verdecks zur Folge hat. Eine andere Möglichkeit besteht
darin, im Hauptführungshebel 7 Sprengschrauben 22 oder der
gleichen vorzusehen, die, ausgelöst durch Signale des defi
nierten Sensors, bei einem drohenden Rollover den Hauptführungs
hebel 7 unterbrechen, so daß wiederum kein das Entfalten des
Verdecks bewirkendes Moment in das Teil 15 eingeleitet wird.
Die Verhältnisse nach Auslösung bei einem drohenden Fahrzeug
überschlag zeigt Fig. 3: Die Teile 6 und 7 befinden sich in
derselben aufgestellten Lage wie im Falle eines geschlossenen
Verdecks gemäß Fig. 2. Durch Zerstörung des Schwenklagers 20,
in Fig. 3 angedeutet durch Aufspaltung des Lagers in getrennte
Bestandteile 20a und 20b, ist jedoch die Entfaltung des Verdecks
vermieden, so daß die dargestellte Konfiguration Fahrzeuginsas
sen lediglich gegen durch den Pfeil 23 angedeutete Belastungen
bei Dachlage des Fahrzeugs analog einem üblichen Überrollbügel
schützt.
Verständlicherweise müssen insbesondere die Teile 6 und 18 nebst
ihren Lagerungen am Fahrzeugaufbau entsprechend robust ausgelegt
sein.
Ein weiterer Vorteil der Erfindung ist darin zu sehen, daß sie
nicht nur mit einem einzigen Antrieb 10 sowohl für das Aufstel
len bzw. Schließen und Ablegen des Faltverdecks und die Auslö
sung des Überrollschutzes auskommt, sondern daß sie auch weitge
hende Freiheit hinsichtlich der Ausbildung des Antriebs 10 gibt.
In der Regel wird man den Antrieb 10 hydraulisch oder pneumatisch
ausführen; die Auslösung erfolgt elektrisch.
Ein Zurückschwenken der Konfiguration nach Fig. 3 in die Ruhe
stellung gemäß Fig. 1 kann durch Beibehalt des Druckmittel
drucks in der Betätigungsvorrichtung 10 und/oder, wie in Fig. 3
angenommen, durch Lage des Schwerpunkts der Hebel und des An
griffspunkts der Belastung 23 vor der Schwenkverbindung 4 ver
hindert werden. Verständlicherweise sind auch zusätzliche mecha
nische Verriegelungen denkbar.
Mit der Erfindung ist demgemäß ein gattungsgemäßes Cabrio-Fahr
zeug mit Überrollschutz geschaffen, dessen Aufwand minimiert ist
und bei dem infolge Fehlens unterschiedlicher Teile für Verdeck
und Überrollschutz keine Rücksicht auf die Bewegungsabläufe der
beiden genommen zu werden braucht.
Claims (4)
1. Cabrio-Fahrzeug mit einem Überrollschutz und einem Faltver
deck, das mittels seitlicher Gelenkführungen und eines An
triebs zwischen einer Ablagestellung im Fahrzeugaufbau und
einer Schließstellung bewegbar ist, mit einer sensorisch
aktivierbaren Auslösevorrichtung zum Bewegen des Überroll
schutzes aus einer Ruhestellung im Fahrzeugaufbau in eine
Arbeitsstellung, in der der Überrollschutz aufgestellt ist,
wobei die seitlichen Gelenkführungen, ausgehend von fahrzeug
festen seitlichen Trägerplatten, mit dem Antrieb in Verbin
dung stehende Hauptschwenkarme mit zumindest einem sich in
Querrichtung erstreckenden hinteren Dachquerträger und mit
den Hauptschwenkarmen in Zwangsschwenkverbindung stehende,
ebenfalls mit Dachquerträgern bestückte mittlere und vordere
Dachseitenrahmenteile enthalten, dadurch gekennzeichnet, daß
der Antrieb (10) einen sensorisch aktivierten Bestandteil der
Auslösevorrichtung bildet, die zur Ausnutzung der Haupt
schwenkarme (3) nebst hinterem Dachquerträger (18) als Über
rollschutz ferner Mittel zum Unterbrechen der Zwangsschwenk
verbindungen zwischen den Hauptschwenkarmen (7) einerseits
und den mittleren und vorderen Seitenrahmenteilen (14, 15,
16, 17) andererseits enthalten.
2. Fahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Hauptschwenkarme (3) je Fahrzeugseite eine dreiarmige Haupt
säule (6), deren Arme in Schwenkverbindung mit der Tragplatte
(2), dem Antrieb (10) und zumindest einem mittleren Seiten
rahmenteil (15) stehen, und einen Hauptführungshebel (7) ent
halten, der sich zwischen Schwenklagern (4, 20) an der Trag
platte (2) und dem mittleren Seitenrahmenteil (15) erstreckt
sowie in Mitnahmeverbindung (8) mit der Hauptsäule (6) steht,
und daß Mittel zur Zerstörung des Schwenklagers (20) am mitt
leren Seitenrahmenteil (15) vorgesehen sind.
3. Fahrzeug nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß Mittel
zum Herausdrücken eines Schwenkbolzens vorgesehen sind.
4. Fahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Hauptschwenkarme (3) je Fahrzeugseite eine dreiarmige Haupt
säule (6), deren Arme in Schwenkverbindung mit der Tragplatte
(2), dem Antrieb (10) und zumindest einem mittleren Seiten
rahmenteil (15) stehen, und einen Hauptführungshebel (7) ent
halten, der sich zwischen Schwenklagern (4, 20) an der Trag
platte (2) und dem mittleren Seitenrahmenteil (15) erstreckt
sowie in Mitnahmeverbindung (7) mit der Hauptsäule (6) steht,
und daß Mittel (22) zur sprengungsartigen Unterbrechung des
Hauptführungshebels (7) vorgesehen sind.
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1995
- 1995-01-23 DE DE19501909A patent/DE19501909C2/de not_active Expired - Fee Related
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| DE19501909A1 (de) | 1995-08-10 |
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