DE19500368A1 - Mikroaktuator - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen Mikroaktuator für die Handhabung kleiner, in
ihrer Größe im Mikrobereich liegender Bauteile oder Werkzeuge.
Ein Mikroaktuator hat die Aufgabe, kleine Objekte zu bewegen, zu greifen,
zu positionieren, zu verbinden oder zu lösen.
Es sind zahlreiche Mikroaktuatoren bekannt, bei denen die Bewegung im
Raum durch makroskopische Bauelemente erfolgt. Diese bewirken eine
Bewegung im Mikrobereich in den drei Raumachsen. Dies geschieht bei
spielsweise durch Piezokristalle, die durch Anlegen eines Potentials eine
Längenänderung erfahren, die man zum Positionieren nutzt. Es sind jedoch
im Vergleich zum Objekt sehr große Bauelemente, so daß damit räumlich
beengte Arbeitsbereiche, beispielsweise im menschlichen Körper, nicht
erschlossen werden können.
Weiterhin sind Mikroaktuatoren bekannt, bei denen das aktive
Bewegungselement ein Bimetall ist, das durch gezielte Erhitzung aktiviert
werden kann. Ein mikromechanischer Manipulator dieser Art ist der
DE 38 41 557 A1 zu entnehmen. Diese Mikroaktuatoren haben zwar kleine
Abmessungen, es lassen sich jedoch komplexe Bewegungen nur schwer
realisieren.
Weiterhin sind Mikroaktuatoren bekannt, bei denen das aktive
Bewegungselement ein Piezokristall ist, das durch das Anlegen eines elektri
schen Potential aktiviert wird. Durch eine Kombination verschiedener
Kristalle zu einem Bauelement kann man auch komplexe Bewegungen
bewirken. Eine solche Einrichtung geht beispielsweise aus der DE 36 10 540 A1
hervor. Jedoch ist es den Piezokristallen eigen, daß sie nur eine geringe
Dehnung erlauben und daß somit die Bewegung des Aktuators im Vergleich
zu seiner Größe nur klein ist.
Allen diesen Mikroaktuatoren ist gemeinsam, daß sie aus vielen diskreten
Bauelementen aufgebaut sind und keine integralen Sensoren enthalten,
welche für die Handhabung von Bedeutung sind.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die oben erwähnten Nachteile der
bisherigen Lösungen zu vermeiden und Mikroaktuatoren vorzuschlagen,
welche neben ihrer Miniaturisierung Sensoren und Mittel zur
Signalübertragung aufweisen.
Die Lösung dieser Aufgabe besteht darin, daß druckbeaufschlagbare
Hohlfasern mit anisotropen elastischen und/oder elektrischen und/oder opti
schen Eigenschaften vorgeschlagen werden.
Weitere Merkmale der Erfindung sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
Wird der Hohlraum einer derartigen, nach der Erfindung gestalteten
Hohlfaser mit einem Druck beaufschlagt, so krümmt oder dreht sie sich, je
nach ihrer Auslegung. Fasern mit optischen Eigenschaften ermöglichen die
Erfassung der Dehnung an jeder gewünschten Stelle, die Fortleitung von
Signalen auf optischem Wege und weiterhin die Bildung von
Annäherungssensoren. Fasern mit piezoelektrischen Eigenschaften gestat
ten ebenfalls die Erfassung von Dehnungen. Elektrisch leitende Fasern
ermöglichen die Fortleitung von elektrischen Signalen. Mit mehrlumigen
Hohlfasern können ferner hydraulische Signale oder Energiepulse übertra
gen werden. Auch können durch diese Lumina Fluide wie beispielsweise
Kleber fortgeleitet und appliziert werden.
Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, daß
man mit dem Grundbauteil, der Hohlfaser mit anisotropen Eigenschaften, die
für einen Mikroaktuator wichtigen Funktionen, wie die
Übertragung von Kräften,
Übertragung von Biegemomenten,
Übertragung von Torsionsmomenten,
Bewegung eines Endpunktes in ein oder zwei Achsen,
Bewegung eines Endpunktes um die Längsachse,
Messung der Bewegung an charakteristischen Punkten,
Übertragung von Sensorsignalen,
Leitung von Fluiden,
in überraschender Weise alle in einem einzigen Bauelement realisieren kann. Durch die Integration vieler Funktionen kann erreicht werden, daß komplexe Bewegungen, wie sie im Makrobereich bei der Robotik auftreten, nach der Erfindung nunmehr auch im Mikrobereich durchgeführt werden können.
Übertragung von Torsionsmomenten,
Bewegung eines Endpunktes in ein oder zwei Achsen,
Bewegung eines Endpunktes um die Längsachse,
Messung der Bewegung an charakteristischen Punkten,
Übertragung von Sensorsignalen,
Leitung von Fluiden,
in überraschender Weise alle in einem einzigen Bauelement realisieren kann. Durch die Integration vieler Funktionen kann erreicht werden, daß komplexe Bewegungen, wie sie im Makrobereich bei der Robotik auftreten, nach der Erfindung nunmehr auch im Mikrobereich durchgeführt werden können.
Die Erfindung wird anhand der Zeichnung näher erläutert.
Hierbei zeigen
Fig. 1 einen Querschnitt durch einen Mikroaktuator in schematischer
und vergrößerter Darstellung;
Fig. 2 einen Teillängsschnitt durch einen Mikroaktuator zur
Veranschaulichung seiner Biegefunktion;
Fig. 3 einen Querschnitt durch eine weitere Ausführungsform eines
Mikroaktuators mit drei integrierten Hohlfasern in schemati
scher und vergrößerter Darstellung;
Fig. 4 eine noch andere Ausführungsform der Erfindung im
Querschnitt, in der Darstellung ähnlich wie Fig. 1;
Fig. 5 die Ausbildungsform eines Mikroaktuators mit Sensor im
Längsschnitt in schematischer Darstellung;
Fig. 6 zwei miteinander verknüpfte Lichtleitfasern, und
Fig. 7 eine noch andere Ausführungsform der Erfindung im
Querschnitt, in der Darstellung ähnlich wie Fig. 1.
Fig. 1 zeigt eine Ausbildung des Grundbauelementes, der Hohlfaser 1 mit
anisotropen elastischen und/oder elektrischen und/oder optischen
Eigenschaften. Die Wandung der Hohlfaser 1 hat einen niedrigen
Elastizitätsmodul und eine hohe Bruchdehnung, die so bemessen sind, daß
die Hohlfaser 1 sich beim Einwirken eines Druckes im Hohlraum 2 dehnen
kann. Jedoch wird die Dehnung der Hohlfaser 1 in axialer Richtung in einem
Bereich durch das zugsteife und biegeweiche Element 3 so behindert, daß
es zu einer Krümmung der Biegelinie der Hohlfaser 1 kommt. Die Dehnung
der Hohlfaser 1 in radialer Richtung wird durch die zugsteifen ringförmigen
oder schraubenfederförmigen Elemente 4 behindert.
Fig. 2 zeigt eine Seitenansicht der Hohlfaser 1 in drucklosem Zustand und
unter Einwirken eines Druckes, der zur gewünschten Krümmung führt. Die
Größe der Krümmung hängt von der Dehnung und damit vom Druck ab.
Dieser Druck wird vorzugsweise durch eine Flüssigkeit aufgebracht, kann
aber auch durch ein Gas bewirkt werden.
Fig. 3 zeigt eine weitere Ausbildung der Erfindung. Hier sind drei Hohlfasern
zu einem Element vereinigt um eine Krümmung in mehr als einer Achse zu
erreichen. Der Endpunkt überstreicht dabei eine Fläche, die einer
Kugelfläche nahekommt.
Fig. 4 zeigt eine weitere Ausbildung der Erfindung. Hier ist die Hohlfaser mit
Lichtleitfasern 5 ausgerüstet. Sie sind vorzugsweise schraubenförmig oder
parallel zur Hohlfaserlängsachse ganz an der Peripherie der Hohlfaser ange
bracht. Ihre Aufgabe ist die Fortleitung von Lichtsignalen, aber auch die
Funktion als Sensor.
Fig. 5 zeigt eine Ausbildung eines solchen Sensors. Die Lichtleitfaser 5 ist an
einer Stelle durchtrennt. Da die Faser ganz außen an der Hohlfaser ange
bracht ist, entfernen sich die Schnittflächen 6 und 7 bei einer Krümmung ein
wenig voneinander. An der Schnittfläche 6 wird das Licht ausgekoppelt, auf
der anderen Schnittfläche 7 wieder eingekoppelt. Das übertragene Licht wird
damit durch die Krümmung moduliert und letztere kann somit gemessen
werden. Die geschnittene Lichtleitfaser wirkt somit als Krümmungssensor.
Fig. 6 zeigt zwei Lichtleitfasern 5, die vorzugsweise dicht nebeneinander
angeordnet werden. Dadurch kann die Übertragung von Licht von einer
Lichtleitfaser zur daneben liegenden erreicht werden. Durch eine kurze
Wärmeeinwirkung, beispielsweise durch einen Laserstrahl, können die bei
den Enden der Lichtleitfasern zu einer Kugel 8 zusammengeschmolzen wer
den, die damit das Licht von einer zur anderen übertreten läßt. Eine solche
Umlenkung des Lichts ist für einen Krümmungssensor wichtig, wenn eine
Lichtleitfaser für die Hinleitung des Lichts und die danebenliegende für die
Rückleitung verwendet werden soll.
Die Faser 5 kann auch aus einem piezoelektrischem Material bestehen und
in der gezeichneten Anordnung eine Dehnung detektieren. In diesem Falle
erfolgt die Fortleitung der Signale durch elektrisch leitende parallel laufende
Fasern.
Fig. 4 zeigt eine weitere Ausbildung der Erfindung. Hier ist die Hohlfaser mit
kleinen Kanälen 9 und einer Lichtabsorptionsschicht 10 ausgerüstet. Die
kleinen Kanäle 9 dienen zur Fortleitung des Druckes, der an einer bestimm
ten Stelle der Hohlfaser auf den Hohlraum 2 wirken soll. Diese dafür erfor
derliche Verbindung mit dem Hohlraum 2 kann so geschaffen werden, daß
ein kurzer Laserimpuls 11 von außen auf die Lichtabsorptionsschicht 10
gerichtet wird, die durch die stärkere Lichtabsorption aufschmilzt und so die
Verbindung ermöglicht.
Claims (13)
1. Mikroaktuator für die Bewegung und Handhabung kleiner, in ihrer
Größe im Mikrobereich liegender Bauteile oder Werkzeuge gekenn
zeichnet durch druckbeaufschlagbare Hohlfasern (1) mit anisotro
pen elastischen und/oder elektrischen und/oder optischen
Eigenschaften.
2. Mikroaktuator nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß die
Hohlfaser (1) aus einem Material mit einem niedrigen
Elastizitätsmodul eine periphere Einlagerung (3) aus einem biege
weichen und dehnsteifem Material enthält, die im wesentlichen paral
lel zur Längsachse der Hohlfaser (1) verläuft.
3. Mikroaktuator nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Hohlfaser aus einem Material mit einem niedrigen
Elastizitätsmodul eine radiale Umhüllung (4) aus einem biegewei
chen und dehnsteifen Material aufweist.
4. Mikroaktuator nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
radiale Umhüllung (4) die Hohlfaser (1) umschlingt.
5. Mikroaktuator nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Umhüllung (4) aus diskreten Ringelementen besteht, so daß
die Hohlfaser (1) radial dehnsteif verstärkt ist, aber parallel zur
Längsachse der Hohlfaser (1) ganz oder partiell dehnweich bleibt.
6. Mikroaktuator nach einem der vorgenannten Ansprüche dadurch
gekennzeichnet, daß mehrere Hohlfasern (1) zu einer Hohlfaser mit
mehreren Lumina zusammengefaßt sind (Fig. 3).
7. Mikroaktuator nach einem der vorgenannten Ansprüche dadurch
gekennzeichnet, daß ein dehnsteifes Element die Hohlfaser (1)
schrauben- oder schraubenfederförmig umhüllt, so daß bei
Druckbelastung des Hohlraums der Hohlfaser eine Torsion derselben
erfolgt.
8. Mikroaktuator nach einem der vorgenannten Ansprüche dadurch
gekennzeichnet, daß für die Bildung von Sensoren oder die
Fortleitung von Signalen Lichtleiter (5) in die Hohlfaser integriert sind.
9. Mikroaktuator nach einem der vorgenannten Ansprüche dadurch
gekennzeichnet, daß für die Bildung von Sensoren oder für die
Fortleitung von Signalen elektrische Leiter in die Hohlfaser (1) inte
griert sind.
10. Mikroaktuator nach einem der vorgenannten Ansprüche dadurch
gekennzeichnet, daß für die Bildung von Dehnungssensoren piezo
elektrische Leiter in die Hohlfaser (1) integriert sind.
11. Mikroaktuator nach einem der vorgenannten Ansprüche dadurch
gekennzeichnet, daß Zuleitungen (9) für die Druckbeaufschlagung in
die Faser integriert sind.
12. Mikroaktuator nach einem der vorgenannten Ansprüche dadurch
gekennzeichnet, daß die Hohlfaser partiell durch eingelagerte
Farbstoffe (10) in ihrer Lichtabsorption verändert ist.
13. Mikroaktuator nach einem der vorgenannten Ansprüche dadurch
gekennzeichnet, daß als Basismaterial ein Thermoplast verwendet
wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995100368 DE19500368A1 (de) | 1995-01-09 | 1995-01-09 | Mikroaktuator |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995100368 DE19500368A1 (de) | 1995-01-09 | 1995-01-09 | Mikroaktuator |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19500368A1 true DE19500368A1 (de) | 1995-05-24 |
Family
ID=7751135
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1995100368 Ceased DE19500368A1 (de) | 1995-01-09 | 1995-01-09 | Mikroaktuator |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19500368A1 (de) |
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|---|---|---|---|
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