DE19500803A1 - Vorrichtung zur qualitativen und quantitativen Erfassung organischer Wasserinhaltsstoffe - Google Patents
Vorrichtung zur qualitativen und quantitativen Erfassung organischer WasserinhaltsstoffeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur qualitativen
und quantitativen Erfassung organischer Wasserinhalts
stoffe mit einem Dünnfilmreaktor, in dem durch eine pho
tochemische Strahlungsquelle, vorzugsweise durch einen
UV-Strahler aus einer mit Reinstwasser geförderten, ange
säuerten Wasserprobe, gasförmige und flüssige photochemi
sche Reaktionsprodukte gebildet werden und bei der ferner
dem Dünnfilmreaktor eine Reinigungseinheit zur Reinigung
des zur Förderung benötigten Reinstwassers und/oder zur
Reinigung der dem Dünnfilmreaktor zugeleiteten Ansäue
rungsflüssigkeit vorgeschaltet sind, wobei ferner zur in
direkten Messung der einzelnen Wasserinhaltsstoffe UV-
und/oder IR-Detektoren zur Bestimmung der gebildeten pho
tochemischen Reaktionsprodukte in Verbindung mit dem
Flüssigkeits- und Gasauslaß des Dünnfilmreaktors vorgese
hen sind.
Die Herstellung des Reinstwassers besitzt zur Erzeugung
der sogenannten Grundlinie der Messung bei der Überwa
chung von Trinkwasseraufbereitungsanlagen, bei der Abwas
serüberwachung und in der Meerwasseranalyse aber auch für
industrielle Anwendungen, beispielsweise bei der Chip-
Herstellung für Computer, große Bedeutung. Die extreme
Reinigung des Förderwassers der Probe und gegebenenfalls
auch der Ansäuerungsflüssigkeit ist bei diesen Anlagen
deshalb erforderlich, weil sich störende Fremdbestand
teile als Rauschpegel dem Meßergebnis überlagern und die
Empfindlichkeit der Messung herabsetzen.
Dabei gewinnen besonders solche Analysesysteme Bedeutung,
welche im Gegensatz zu singulären Analyseverfahren eine
kontinuierliche Bestimmung der Wasserinhaltsstoffe ermög
lichen. Eine Vorrichtung der eingangs beschriebenen Art
ist in der Veröffentlichung Stefan A. Huber und Fritz H.
Frimmel "Flow Injection Analysis of Organic and Inorganic
Carbon in the Low-ppb Range" in der Zeitschrift
"Analytical Chemistry" 1991, 63, 2122-2130, beschrieben.
Das dort angegebene Meßsystem ermöglicht die direkte und
kontinuierliche Bestimmung von organischem Kohlenstoff
und anorganischem Kohlenstoff im niedrigen µg/l Bereich.
In dieser Anlage wird in einem UV-Batch-Reaktor gereinig
tes Reinstwasser zur Förderung der in das Reinstwasser
eingetragenen Wasserprobe in einen Dünnfilmreaktor ange
wendet. Ein weiterer UV-Batch-Reaktor dient zur Reinigung
der Ansäuerungsflüssigkeit, die ebenfalls in den Dünn
filmreaktor eingeleitet wird. In diesem Dünnfilmreaktor
werden durch eine UV-Strahlungsquelle gasförmige und
flüssige photochemische Reaktionsprodukte gebildet, aus
denen mit Hilfe von UV- und IR-Detektoren durch eine Da
tenverarbeitungseinheit die gewünschten Wasserinhalts
stoffe quantitativ ermittelt werden können.
Die zur Erzeugung des zur Probenförderung erforderlichen
Reinstwassers und der Ansäuerungsflüssigkeit verwendeten
Batchreaktoren sind Apparaturen von erheblichen Abmessun
gen und beträchtlichem Kostenaufwand.
Die Erfindung geht daher von der Aufgabenstellung aus,
den gesamten Anlagenaufbau wesentlich verkleinert und da
mit kostengünstiger zu gestalten und außerdem eine ent
scheidende Verkürzung der Durchlaufzeit innerhalb der
Meßanlage zu erreichen.
Das Kennzeichnende der Erfindung wird darin gesehen, daß
die Reinigungseinheit mindestens einen Rohrreaktor ent
hält, welcher durch ein dünnes Rohr aus UV-durchlässigem
Material zur Aufnahme der zu reinigenden Flüssigkeit ge
bildet wird, und daß dieses Rohr innerhalb des
Entladungsraumes des UV-Strahlers angeordnet ist. Eine
zweckmäßige Weiterbildung kann dabei so aufgebaut sein,
daß eine Ummantelung vorgesehen ist, welche den Raum um
den Rohrreaktor und UV-Strahler umschließt. Eine solche
Vorrichtung bietet hinsichtlich der Durchlaufzeit wesent
liche Vorteile und ermöglicht eine Verkürzung des
Probendurchlaufs von etwa 30 Stunden bei der eingangs be
schriebenen vorbekannten Vorrichtung auf etwa eine Minute
bei der erfindungsgemäßen Ausbildung. Außerdem wird durch
den deutlich höheren Energieeintrag aus der UV-Strah
lungsquelle ein höherer Wirkungsgrad der Anlage erreicht.
Es kann dabei zweckmäßig sein, daß in der Ummantelung
mindestens zwei Rohrreaktoren in Form von längserstreck
ten dünnen Rohren zentral in Längsabschnitten des rohr
förmigen UV-Strahlers angeordnet sind. Ein weiterer Vor
teil läßt sich gegebenenfalls dadurch erreichen, daß der
Rohrreaktor aus hochreinem Quarzglas (Kieselglas) besteht
und in die rohrförmige Glaswandung des UV-Strahlers ein
geschmolzen ist. Eine solche Anordnung vermeidet Strah
lungsverluste der UV-Strahlung und gewährleistet eine op
timale Ausnutzung der Strahlungsquelle.
Die Ummantelung kann gegebenenfalls abgeschlossen, bevor
zugt jedoch durchströmbar ausgebildet sein. Dadurch kann
der durch den Ummantelungsbehälter gebildete Raum zusätz
lich zur Bestrahlung fluider Medien verwendet werden.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform können in der Um
mantelung zwei Rohrreaktoren zur Reinigung des Förderwas
sers der Wasserprobe und der Ansäuerungsflüssigkeit in
den beiden parallelen Schenkeln eines U-förmig abgewin
kelten UV-Strahlers angeordnet sein. Der im Ummantelungs
behälter vorhandene Raum wird vorteilhaft zur Reinigung
des im Verfahrensablauf benötigten inerten Gases, insbe
sondere Stickstoff verwendet.
Das Rohr eines solchen zur Reinigung von Förderwasser und
Ansäuerungsflüssigkeit verwendeten Rohrreaktors weist
zweckmäßig eine lichte Weite unterhalb von 5 mm auf. Bei
einem Rohrreaktor aus Quarzrohr wird eine Wandstärke von
unterhalb von 3 mm bevorzugt.
Die Länge des in den UV-Strahler eingebetteten und von
diesem bestrahlten Rohrabschnitts liegt zweckmäßig unter
halb von 100 cm.
Zur weiteren Verbesserung der Vorrichtung kann vorgesehen
sein, daß in die Zuleitung der Wasserprobe zum Dünnfilm
reaktor eine mit einem Bypass überbrückbare chromatogra
phische Säule einschaltbar ist.
Obwohl in Verbindung mit der aus mindestens einem Rohrre
aktor bestehenden Reinigungseinheit verschieden aufge
baute Dünnfilmreaktoren zur Bildung der zu bestimmenden
Reaktionsprodukte verwendet werden können, erscheint die
Anwendung eines Dünnfilmreaktors vom Gräntzeltyp mit an
der Gefäßinnenwand anliegenden, drehbaren Wisch- und Ver
teilerelementen (DE-PS 25 15 604) besonders zweckmäßig.
Durch die Kombination eines solchen Dünnfilmreaktors vom
Gräntzeltyp mit einer die beschriebenen Rohrreaktoren
enthaltenden Reinigungseinheit wird eine Vorrichtung zur
qualitativen und quantitativen Erfassung organischer Was
serinhaltsstoffe geschaffen, welche eine kontinuierliche
Messung der einzelnen Inhaltsstoffe mit hoher Genauigkeit
ermöglicht.
Die Oxidation erfolgt dabei zweckmäßig in einem offenen
Dünnfilmreaktor, d. h. Druck, Temperatur und Volumen im
Reaktor verändern sich nicht. Zur Oxidation ist zweck
mäßig ein UV-Niederdruckstrahler in Verbindung mit einem
Rohrreaktor aus hochreinem Quarzglas vorgesehen. Dadurch
ist es möglich, für die Bestrahlung die kurzwellige Dop
pellinie bei 185 nm zu nutzen. Dies ergibt ein höheres
Oxidationspotential gegenüber konventionellen Oxidations
mitteln. Auf die externe Zugabe eines Oxidationsmittels
kann deshalb unter Umständen verzichtet werden. Die Oxi
dation erfolgt rasch, da im Dünnfilmreaktor wenige Milli
liter der Lösung auf einer relativ großen Fläche aufge
tragen werden. Dies bedeutet Vorteile für die Oxidation,
für die Austreibung des Kohlendioxids und für die Nach
weisstärke. Zwischen dem UV-Strahler und der zu analysie
renden Flüssigkeit besteht kein direkter Kontakt. Damit
wird die Erblindung für den UV-Strahler ausgeschlossen.
Der Dünnfilmreaktor reinigt sich selbst, wodurch eine
Verunreinigung in der Regel ausgeschlossen werden kann.
Partikel stören den Betrieb daher nicht. Die maximal zu
erfassende Partikelgröße von 100 µm wird erfaßt. Damit
kann sowohl der gelöste organisch gebundene Kohlenstoff
(DOC) als auch der gesamte organisch gebundene Kohlen
stoff (TOC) bestimmt werden.
Im Dünnfilmreaktor werden der anorganisch gebundene
Kohlenstoff (TIC, DIC) und der organisch gebundene Koh
lenstoff (TOC, DOC) getrennt. Dadurch entfällt ein
Probenvorbehandlungsschritt. Beide Spezies lassen sich
simultan bestimmen. Gesamtphosphor P und Gesamtstickstoff
N können ebenfalls mit der Messung erfaßt werden. Im
Reaktorausgang liegt der Gesamtphosphor P als Orthophos
phat in leicht saurer Lösung vor. Der Gesamtstickstoff N
liegt im Reaktorausgang wahrscheinlich als Nitrat vor.
Das Nitrat kann durch einen UV-Detektor bei 210 nm direkt
bestimmt werden, der Gesamtphosphor nach entsprechender
Kopplungsreaktion.
In die Zuleitung der Wasserprobe zum Dünnfilmreaktor kann
gegebenenfalls zweckmäßig ein UV-Detektor eingeschaltet
sein, welcher die Stoffe in der Originalprobe erfaßt, die
im UV-Bereich absorbierende, delokalisierte Elektronensy
steme enthalten.
Eine weitere Verbesserung läßt sich unter Umständen da
durch erzielen, daß in die Zuleitung der Wasserprobe zum
Dünnfilmreaktor ein Fluoreszenz-Detektor eingeschaltet
ist.
Die Vorrichtung kann im einzelnen je nach ihrem Verwen
dungszweck mit verschiedenen Komponenten aufgebaut sein.
In der Zeichnung sind Ausführungsformen der Vorrichtung
zur qualitativen und quantitativen Erfassung organischer
Wasserinhaltsstoffe schematisch dargestellt; es zeigen:
Fig. 1 Eine Reinstwasserüberwachungsanlage,
Fig. 2 eine Abwasserüberwachungsanlage,
Fig. 3 eine Überwachungsanlage zur Überwachung der
Trinkwasseraufbereitung,
Fig. 4 eine Überwachungsanlage zur Überwachung der Art
und Menge organischer Inhaltsstoffe im Meerwas
ser,
Fig. 5 eine Anlage zur Analytik von hydrophilen orga
nischen Wasserinhaltsstoffen allgemein,
Fig. 6 einen Längsschnitt durch eine Anordnung mit
zwei Rohrreaktoren,
Fig. 7 einen Querschnitt durch diese Anordnung längs
der Linie VI-VI in Fig. 6.
In der in Fig. 1 dargestellten Anlage zur Reinstwasser
überwachung können TOC und TIC bestimmt werden. Eine
Probe 1 steht mit einem Einsatzschieber 5 in Verbindung,
welcher diese Probe in eine Reinstwasserströmung aus dem
Behälter 2 einträgt. Die Reinstwasserströmung aus dem Be
hälter 2 wird in einem Rohrreaktor 6 gereinigt. Ein wei
terer Rohrreaktor 7 dient zur Reinigung der aus dem Be
hälter 3 zuströmenden Ansäuerungsflüssigkeit mit pH-Wert
2. Aus dem Vorratsbehälter 4 wird Stickstoff abgegeben,
im gemeinsamen Ummantelungsbehälter 26 der Rohrreaktoren
6, 7 durch die dort vorhandene UV-Strahlung zusätzlich
gereinigt und zusammen mit der die Probe enthaltenden
Reinstwasserströmung und mit der Ansäuerungsflüssigkeit
einem Dünnfilmreaktor 8 zugeführt. Dieser Dünnfilmreaktor
8 ist vorzugsweise entsprechend der in der deutschen Pa
tentschrift 25 15 604 dargestellten Ausführungsform als
Gräntzeltyp aufgebaut. Die unter dem Einfluß der UV-
Strahlung im Dünnfilmreaktor 8 gebildeten photochemischen
Reaktionsprodukte werden mit Hilfe eines IR-Detektors 9
mit einem Meßbereich von 0 bis 10 ppm CO₂ und mit einem
weiteren IR-Detektor 10 im gleichen Meßbereich bestimmt.
Eine Anlage zur Abwasserüberwachung ist in Fig. 2 darge
stellt. Die nicht näher erläuterten Teile entsprechen
denen der Fig. 1. In die Probenzuleitung vor dem Dünn
filmreaktor 8 ist ein UV-Detektor 11 eingeschaltet. Aus
dem Ablauf des Dünnfilmreaktors werden Stickstoff und
Phosphor mit UV-Detektoren 12,13 bestimmt. Die Anlage er
faßt die Parameter UV, TOC, N und P.
Die Anlage nach Fig. 3 dient zur Überwachung der Trink
wasseraufbereitung. Eine optimale Trinkwasseraufbereitung
erfordert genaue Informationen über die Qualität des Roh
wassers, insbesondere dort, wo Oberflächenwasser und an
gereichertes Uferfiltrat aufbereitet werden. Dem Dünn
filmreaktor 8 ist ein durch eine Überbrückungsleitung 14
überbrückbares chromatographisches Trennsystem 15 vorge
schaltet. Erfaßt werden die Parameter UV und DOC. An che
mischen Substanzgruppen können über das spezifische chro
matographische Trennsystem 15, Fe/Al-Hydroxide, Humin
stoffe, Polysacharide und gegebenenfalls auch Proteine
(Peptide, Aminosäuren) summarisch erfaßt und näherungs
weise quantifiziert werden.
Die in Fig. 4 dargestellte Anlage zur Bestimmung der Art
und Menge organischer Inhaltsstoffe in Meerwasser ent
spricht in ihrem Aufbau der Anordnung nach Fig. 2, wobei
jedoch zusätzlich in die Probenzuleitung zum Dünnfilmre
aktor 8 ein chromatographisches Trennsystem 15 einge
schaltet ist. Ferner ist am Dünnfilmreaktor 8 zusätzlich
zum IR-Detektor 9 ein weiterer IR-Detektor 16 vorgesehen.
Erfaßt werden die Parameter UV, DOC, DIC, P und N. Mit
Hilfe der chromatographischen Trennung werden zusätzlich
die chemischen Substanzklassen Huminstoffe, Polysacharide
und gegebenenfalls auch Proteine (Peptide, Aminosäuren)
summarisch erfaßt.
Bei der in Fig. 5 gezeigten Anlage handelt es sich um
eine Forschungsanlage für die Grundlagenforschung und
alle angewandten Forschungsgebiete, die sich mit der Ana
lytik von hydrophilen organischen Wasserinhaltsstoffen
befassen. Die chromatographische Säule 15 ist durch die
Überbrückungsleitung 14 überbrückbar. Aus dem Auslaß des
Dünnfilmreaktors 8 werden Phosphor, Stickstoff und zu
sätzlich Metalle bestimmt. Erfaßt werden unter Umgehung
der chromatographischen Säule 15 die Parameter TOC, POC
(partikulärer Anteil), DOC, HOC (hydrophiler Anteil), UV-
VIS, Fluoreszenz - mit Hilfe eines zusätzlichen Fluores
zenz-Detektors 17 -, TIC, DIC, P und N. Im chromatogra
phischen Betrieb können neben den chemischen Substanz
klassen Fe/Al-Hydroxide, Huminstoffe, Polysacharide und
Proteine (Aminosäuren) auch die Bindungsformen von N, P
und den Metallen bestimmt werden.
Die Auswertung der Meßdaten erfolgt bei sämtlichen Anla
gen mit Hilfe einer digitalen Recheneinheit.
Ein Ausführungsbeispiel einer zur Reinigung des Förder
wassers und der Ansäuerungsflüssigkeit vorteilhaft ver
wendbaren Rohrreaktoranordnung mit zwei Rohrreaktoren ist
in den Fig. 6 und 7 dargestellt. Diese zeigen einen
Ummantelungsbehälter 18, welcher einen Einlaß 19 und
einen Auslaß 20 aufweist. Im Inneren des Ummantelungsbe
hälters 18 befindet sich ein U-förmig abgebogener Queck
silber-Niederdruckstrahler 21, mit zwei rohrförmigen, pa
rallelen Schenkeln 22, 23. Zentral in den beiden längser
streckten Schenkeln 22, 23 ist jeweils als Rohrreaktor
ein dünnes Rohr 24, 25 aus hochreinem Quarzglas
(Wandstärke kleiner als 1,5 mm, lichte Weite kleiner als
5 mm) angeordnet, welche von den zu bestrahlenden Flüs
sigkeiten, nämlich vom Förderwasser und von der An
säuerungsflüssigkeit, durchströmt werden.
Der Ummantelungsbehälter 18 aus Weichglas ist mit den
dünnen Rohren 24, 25 stirnseitig verschmolzen, und ebenso
besteht eine Schmelzverbindung zwischen dem Sockel des
Quecksilber-Niederdruckstrahlers 21 an der Stirnseite des
Ummantelungsbehälters 18.
Durch den Einlaß 19 kann gegebenenfalls zweckmäßig ein im
Verfahren benötigtes Inertgas, vorzugsweise Stickstoff,
eingeleitet werden, welches an dem Auslaß 20 des Ummante
lungsbehälters 18 wieder abgezogen und in hochreinem Zu
stand in den Dünnfilmreaktor eingeleitet wird.
In der praktischen Anwendung sind verschiedenartige Ge
staltungen der Rohrreaktoranordnung möglich und gegebe
nenfalls zweckmäßig. So können beispielsweise für das
Förderwasser, die Ansäuerungsflüssigkeit und den Stick
stoff drei räumlich trennte Rohrreaktoren mit jeweils zu
geordneten UV-Strahlern angewendet werden. Wesentlich für
die sichere Wirkung bleibt jedoch für alle Ausführungs
formen die Voraussetzung, daß der Rohrreaktor durch ein
dünnes Rohr aus UV-durchlässigem Material zur Aufnahme
der die oxidierbaren Anteile enthaltenden Flüssigkeit ge
bildet wird und daß dieses Rohr innerhalb des Entla
dungsraumes des UV-Strahlers, d. h. im unmittelbaren Ein
wirkungsbereich einer Gasentladung, angeordnet ist.
Anstelle der häufig gebrauchten Bezeichnung "Quarzglas"
ist zweckmäßiger "Silikatanhydridglas" zu setzen.
Claims (14)
1. Vorrichtung zur qualitativen und quantitativen Erfas
sung organischer Wasserinhaltsstoffe mit einem Dünn
filmreaktor, in dem durch eine photochemische Strah
lungsquelle, vorzugsweise durch einen UV-Strahler aus
einer mit Reinstwasser geförderten, angesäuerten Was
serprobe, gasförmige und flüssige photochemische
Reaktionsprodukte gebildet werden und bei der ferner
dem Dünnfilmreaktor eine Reinigungseinheit zur Reini
gung des zur Förderung benötigten Reinstwassers
und/oder zur Reinigung der dem Dünnfilmreaktor zuge
leiteten Ansäuerungsflüssigkeit vorgeschaltet sind,
wobei ferner zur indirekten Messung der einzelnen
Wasserinhaltsstoffe UV- und/oder IR-Detektoren zur
Bestimmung der gebildeten photochemischen Reaktions
produkte in Verbindung mit dem Flüssigkeits- und Gas
auslaß des Dünnfilmreaktors vorgesehen sind, dadurch
gekennzeichnet, daß die Reinigungseinheit mindestens
einen Rohrreaktor (6, 7) enthält, welcher durch ein
dünnes Rohr aus UV-durchlässigem Material zur Auf
nahme der zu reinigenden Flüssigkeit gebildet wird,
und daß dieses Rohr innerhalb des Entladungsraumes
des UV-Strahlers angeordnet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß eine Ummantelung (26) vorgesehen ist, welche den
Raum um den Rohrreaktor und UV-Strahler umschließt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß in der Ummantelung mindestens zwei Rohrreaktoren
(6, 7) in Form von längserstreckten dünnen Rohren zen
tral in Längsabschnitten des rohrförmigen UV-Strah
lers angeordnet sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Rohrreaktor (6, 7) aus hochreinem Quarzglas
besteht und in die rohrförmige Glaswandung des UV-
Strahlers eingeschmolzen ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Ummantelung (26) durchströmbar ausgebildet
ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß in der Ummantelung (26) zwei Rohrreaktoren (6, 7)
in den beiden parallelen Schenkeln eines U-förmig ab
gewinkelten UV-Strahlers angeordnet sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß in der gemeinsamen Ummantelung (26) ein Rohrreak
tor (6) zur Reinigung des Reinstwassers und ein wei
terer Rohrreaktor (7) zur Reinigung der Ansäuerungs
flüssigkeit vorgesehen sind und daß der durchström
bare Raum innerhalb der Ummantelung (26) zur Reini
gung des Stickstoffs bestimmt ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Dünnfilmreaktor als Gräntzel-Typ mit an der
Gefäßinnenwand anliegenden, drehbaren Wisch- und Ver
teilerelementen ausgebildet ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Rohr des Rohrreaktors (6, 7) eine lichte Weite
unterhalb von 5 mm aufweist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet,
daß das Quarzrohr des Rohrreaktors (6, 7) eine Wand
stärke von unterhalb 3 mm aufweist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Länge des in den UV-Strahler eingebetteten
und von diesem bestrahlten Rohrabschnitts unterhalb
von 100 cm liegt.
12. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß in die Zuleitung der Wasserprobe zum Dünnfilmre
aktor (8) eine mit einem Bypass (14) überbrückbare
chromatographische Säule (15) einschaltbar ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet,
daß in die Zuleitung der Wasserprobe zum Dünnfilmre
aktor (8) ein UV-Detektor (11) eingeschaltet ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet,
daß in die Zuleitung der Wasserprobe zum Dünnfilmre
aktor (8) ein Fluoreszenzdetektor (17) eingeschaltet
ist.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19500803A DE19500803A1 (de) | 1994-05-25 | 1995-01-13 | Vorrichtung zur qualitativen und quantitativen Erfassung organischer Wasserinhaltsstoffe |
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Publications (1)
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Family Applications After (1)
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