DE1940168A1 - Verfahren zur Herstellung von Schwefeltrioxid - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von SchwefeltrioxidInfo
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Description
Baaisehe Anilin- & Soda-Fabrik AG 1940168
Unser Zeichen: o.Z. 26 312 Kl/Ot. .
6700 Iiudwigshafen, 5.8» 1969
Verfahren zur Herstellung von Schwefeltrioxid
Die Herstellung von Schwefeltrioxid erfolgt in technischem '
Maßstab durch Umsetzung von Schwefeldioxid mit überschüssigem
Sauerstoff in Gegenwart von Katalysatoren gemäß der Gleichung
SO9 + 1/2O9
S0,-21,9 kcal.
Diese Reaktion ist exotherm und außerdem stark temperaturabhängig.
Als Katalysator wird heute fast ausschließlich Vanadin-Kontaktmasse
angewandt, die die früher üblichenteuren und gegen Kontaktgifte
sehr empfindlichen Platin-Katalysatoren abgelöst hat. Die katalytische Umsetzung erfolgt in mehreren ruhenden Schichten.
Die Schwefeldioxid-haltigen Gase treten bei den heute üblichen Verfahren mit einer Konzentration von 8 bis 10 Vol.% SOp und mit
einer Temperatur von etwa 45O0C in die erste Kontaktmasseschicht
ein und werden dort zu etwa 60 # umgesetzt, wobei die Temperatur
auf 6201 bis 63O0C ansteigt. Ein höherer Umsatz ist wegen der Temperaturabhängigkeit des S02/S0,-Gleichgewichts nicht möglich.
Die Gase müssen daher zunächst wieder auf z.B. 45O0C abgekühlt
werden. Hierfür sind umfangreiche Wärmeaustauscher erforderlich.
Nach der Abkühlung durchströme! die Gase die zweite Kontaktmasseschicht, in der unter Erwärmung auf etwa 55O0C eine Umsatzsteigerung auf über 85 $>
erfolgen kann. Nach Abkühlung in einem weiteren WärmeauetauschersysteiD auf z.B. 4200C erfolgt in einer dritten Kontaktmasseschicht eine Umsatzsteigerung auf z.B. etwa
96 ^, wobei itioeh eine geringe Temperaturerhöhung von etwa 300C
eintritt, dlje in einem dritten Wärmeaustauschersystem veraich- ·
tet wird, sodaß die Gase schließlich mit wiederum 4200C in die
vierte und letzte Kontaktmasseschicht eintreten, in der ein dem Temperaturgleichgewicht nahekommender Endumsatz von über 98 $>
erreicht wird.
I«.let leiäht'eiasüethtn, 06 ditacr Arbeitsweise beträchtlich®
-2 -
-2 - .■■■■■.,.: O.Z-. 26 31.2
Investierungskosten und eine genaue Überwachung erfordert, um
den gewünschten Endumsatz zu erreichen. Insbesondere muß bei der ·
Konstruktion des Ofens darauf geachtet werden, daß das zwischen- '
zeitliche Herausführen der Gase und ihre Wiedereinführung so erfolgt,
daß die gleichmäßige Strömung der Gase über den Querschnitt und durch die verschiedenen Kontaktmasseschichten nicht
beeinträchtigt wird, da sonst die möglichen Endumsätze nicht erzielt werden.
Anstelle der indirekten Kühlung in Wärmeaustauschern kann zwischen
den einzelnen Kontaktmasseschichten auch eine direkte
Kühlung durch Zugabe von. kalten Gasen, z.B. kalter Luft, erfolgen.
Abgesehen davon, daß eine einwandfreie Vermischung von großen
Mengen heißer Gase mit kleinen Mengen kalter Gase ein besonderes technisches Problem bildet, führt diese Maßnahme zu einer
Volumenvermehrung, die erhöhte Kosten in der anschließenden SO,-Absorptionsanlage und gegebenenfalls auch in der Lufttrocknungsanlage bedingt. Damit wird ein großer Teil der Einsparung
durch zumindest teilweisen Wegfall der Wärmeaustauscher wieder
aufgezehrt.
In letzter Zeit wurde ein bereits früher beschriebenes Verfahrensprinzip wieder aufgegriffen und in die Praxis umgesetzt. Bei die~
sem sogenannten Doppelkatalyse-Verfahren werden die Gase schon
nach Passieren der dritten Kontaktmasseschieht bei einem Umsatz
von etwa 90 bis 93 $> einer Zwischenabsorption zugeführt. Durch
die mit dieser Maßnahme verbundene Verschiebung des SOp/SO~-
Gleichgewichts bzw. des Og/SOg-Verhältnisses gelingt es, die
Restgase nach Wiederaufheizen in einer vierten Kontaktmasseschicht
zu 98 io umzusetzen, so daß der Gesamtumsatz 99»8 # beträgt. Dieses Verfahren hat im Hinblick auf die Erfordernisse
bezüglich der Reinhaltung der Luft große Bedeutung erlangt und
ist durch die bessere Ausbeute trotz höherer Investierungen auch wirtschaftlich vertretbar. Es ändert aber nichts an der Tatsache,
daß die Umsetzung des Schwefeldioxids zu Schwefeltrioxid aufwendig
ist und an den Konstrukteur und Betreiber des Sontaktofens
besondere Anforderungen stellt.
Es ist ferner auoh bekannt, die Umsetzung von Schwefeldioxid mit
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- 3 - O.Z. 26 312 -
Sauerstoff an fluidisierten Kontakten vorzunehmen. Anstelle von
Schwefeldioxid kann auch Schwefel eingesetzt werden, wobei das
intermediär durch Verbrennung des elementaren Schwefels gebildete Schwefeldioxid durch den im Überschuß vorhandenen Sauerstoff
zu Schwefeltrioxid umgesetzt wird. Die Umsetzung wird bei Temperaturen
von etwa 320 bis 59O0C durchgeführt. Die Regelung der Temperatur
in der Wirbelschicht erfolgt durch eine Kreislaufführung
der Katalysatormassen, indem die Masse außerhalb der Wirbelschicht
gekühlt und die gekühlte Katalysatormasse wieder mit Luft in die Wirbelschicht zurückgeführt wird. Bei den normalerweise angewandten
Temperaturen von etwa 4200C werden auch bei diesem Verfahren
nur die üblichen Umsätze von'98 bis 98,5 # erzielt. Bei
niedrigeren und höheren Temperaturen werden geringe Umsätze erhalten,
da die Aktivität des Katalysators bei niedrigeren Tempe-ratüren
nachläßt bzw. bei höheren Temperaturen das Gleichgewicht der Umsetzung in ungünstiger Richtung verschoben wird.
Der vorliegenden Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, die Umsetzung
von Schwefel oder Schwefeldioxid mit Sauerstoff in einer mit diesen Gasen in auf- und abwirbelnder Bewegung gehaltenen Schicht
aus Katalysatoren für die Oxydation,von Schwefeldioxid zu Schwefeltrioxid bei erhöhten Temperaturen und unter Abführung der bei
der Umsetzung erzeugten Wärme so zu gestalten, daß man höhere
Umsätze von 99 # und darüber erzielen kann.
Es wurde gefunden, daß diese Aufgabe dadurch gelöst werden kann,
wenn man durch indirekte Kühlung in der Wirbelschicht die Tempe-?
ratur am Gaseingang der Wirbelschicht auf 480 bis 65O0C und die
Temperatur am Gasausgang der Wirbelschicht auf 350 bis 4200C
hält.
Überraschenderweise gelingt es durch die erfindungsgemäße Arbeitsweise,höhere
Umsätze gegenüber der bekannten Arbeitsweise, bei der innerhalb der Wirbelschicht eine gleichmäßige Temperatur eingehalten wird, zu erzielen, obwohl bei dem erfindungsgemäßen
Verfahren Temperaturen angewandt werden, die teils höher und teils tiefer als die für die Umsetzung normalerweise optimalen1
Temperaturen liegen, Wahröciieinlicli findet bei der erfindung'sge-
-. 26 312
mäßen Arbeitsweise einhinreichend großer latalysatorausiaiisch -.'
in - vertikaler Ri clitinig statt „Auf «lisse Weise gelangen Anteil©. des
Katalysators, äi© bei "den niedrigeren "Temperaturen des obe-~
ren -Seiles "d®r Wirbelschicht ihre katalytisch.® Aktivität verloren
hsbtn, ia den, unteren und heißeren Seil äer Wirbelschicht-s
um dort reaktiviert su werden=
Die erfindungsgemäße Einhaltung der Senperatursn in der Wirbelschicht
erfolgt auf einfach® Weise durch geeignete Anordnung öer
lühleleaente« 3Es ist-zur Einhaltung des Temperaturgradienten
zweckmäßig j etwa 20 "bis 40 $£ der insgesamt erforderlichen Kühlflächen im mittleren Drittel der Wirbelschicht und 80 bis 60 $
im oberen Drittel der Wirbelschicht anzuordnen» -Während im :nit©~
ren Drittel der Wirbelschicht keine Kühlung-erfolgt.
Zur Erzielung besonders hoher Umsätze ist es zweckn5äßig} am fegeingang
der Wirbelschicht, d.h. etwa im unteren Drittel,' eine
Temperatur von 500 bis 61O0O einzustellen und am Gasausgang5
ä«h. etwa Im oberen Drittel eine Temperatur von 360 Ms 4-000C
■einzuhalten».'.
Bei de3?/ünis©tznng von: Schwefeldioxid-haltigen Grasen,'■ z.B. Rost»
gasen mit einem /SOp-G-ehalt von 8 bis 12 Td.^? werden diese mit
einer Temperatur von 200 bis 35O0C in die Wirbelschicht eingeführte
Im Palle der-Umsetzung von Schwefel kann dieser"in fester
loiw9 "aber auch flüssig oder gasförmig in die Wirbelschicht eingeführt wer denv". " - - .
AIa ■ Katalysatoren varweiidet man-bekannte'--Tänadinkatalysatoren;,
. öie_ zwookmäßig"- in ©inar Körnung- τση 0,1 bis 3 ram vorliegen.
■In eiiiOEä WSelse]iio!itres.ictor;Bit; -eineia JJiiroliiBeEses? von 2 960
und eiiiGv SMhQ von 11 000- as« "befinden eicli 10 n* -'Gineg'Tan
katalyp^törs ffiit einer Iförßimg" von O5-S I)Is 2 IK6 Ιϊι den Wirlsel-ak'fe'or
sind Kühlroliro bü; eiser Fläclie -von" ins/gesa^at 21 et" Gin
BA© ORIGiIMAL
- 5 -■·■■ - O.Z. 26 312
gebaut, die mit Kreislaufwasser beschickt werden5 das verdampft·
wird (Sattdampf temperatur 2490O) ·Die Kühlelemente sind so an-
'2 ' ' ' geordnet, daß sich insgesamt etwa 7 m im mittleren Drittel und
der Rest ±m oberen Drittel der im aufgewirbelten Zustand insgesamt
4 000 mm höhen Wirbelschicht befinden. Der untere Teil der Wirbelschicht wird nicht gekühlt« Stündlich werden 7 600 ar
eines Schwefelverbrennungsgases mit einem Gehalt von 9 VoX^ SO«
und'einer Temperatur von 4000C in den Reaktor eingeführt.
Hierbei stellt sich im unteren Teil der Wirbelschicht eine Temperatur
von etwa 580 bis 6100O ein, während die Temperatur im
oberen Teil etwa 56O0G beträgt. Der Umsatz beträgt 99s6 ^.
Beispiel.2 -
Ein wie in Beispiel T beschriebener Wirbelreaktor weist Kühl-
2 elemente mit einer wirksamen Fläche von insgesamt 50 m auf,
■ 2 ■·"■'■ die so angeordnet sind9 daß etwa 17 m im mittleren Drittel
und der Rest im oberen Drittel der Wirbelschicht angeordnet,
sind* : ■;
Stündlich werden in den Reaktor 7 600 m Luft mit einer Temperatur
von 2000C und 1 000 kg ©lementarer Schwefel in flüssiger
Porm ia den Reaktor' eingeführt« Unter sonst gleichen Bedingungen
wie in Beispiel 1 (Temperatur, Katalysator) erhält man eine»
Umsatz von 99,6 $>.
/- - ■■■■"■■■■■ . ■ ■
Claims (2)
1. Verfahren zur Herstellung von Schwefeltrioxid durch Umsetzung*
von Schwefeldioxid und/oder Schwefel mit Sauerstoff oder
Sauerstoff-haltigen Gasen in einer mit diesen Gasen in auf-
und abwirbelnder Bewegung gehaltenen Schicht aus Katalysatoren für die Oxydation von Schwefeldioxid zu Schwefeltrioxid
bei erhöhten Temperaturen unter Abführung der bei der umsetzung erzeugten Wärme, dadurch gekennzeichnet, daß mandurch
indirekte Kühlung die Temperatur am Gaseingang der ^ Wirbelschicht auf 480 bis 65O0C und die Temperatur am Gas-"
ausgang der Wirbelschicht auf 350 bis 4200O hält..
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man
die Temperatur am Gaseingang der Wirbelschicht auf 500 bis
6100C hält. :
5» Verfahren nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
daß man die Temperatur am Gasausgang der Wirbelschicht auf
bis 400° C hält.
Badische Anilin- & Soda-labrik AG
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