DE1801561B2 - Verfahren zur herstellung von werkstuecken aus metallfasern enthaltenden zementmoertel - Google Patents
Verfahren zur herstellung von werkstuecken aus metallfasern enthaltenden zementmoertelInfo
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Description
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von Werkstücken aus Zementmörtel, in
den zur Verstärkung mit Messing überzogene, geradlinige Stahlfaserkurzschnitte eingelagert sind.
Aus der in Zement Kalk-Gips 20 (1967) auf den S. 120 bis 122 veröffentlichten Arbeit »Korrosion
von Nichteisenmetallen in Beton« ist es bekannt, daß Kupfer und seine Legierungen im allgemeinen im
Beton unbeschädigt bleiben. Dieser Artikel konnte dem Fachmann aber keinen Hinweis darauf geben,
daß beim Eh.:rag<.n von 'Jt Messing überzogenen
Drähten in Zementmörtel oder Beton eine Verbesserung in den mechanischen Eigenschaften erreicht
wi d, wobei die Messingschicht sich ganz offensichtlich als Haftvermittler günstig auf das Gesamtergebnis
auswirkt.
Die schweizerische Patentschrift 356 581 beschreibt die Herstellung einor zusammengesetzten
Masse aus einem festen thermisch isolierenden Bindemittel mit darin verteilten Metallfaden, bei der
wenigstens zum Teil eine thermische und elektrische Leitfähigkeit erreicht wird. Auch diese Schrift gibt
keinen Hinweis darauf, wie durch einfaches Zumischen von Stahlfasern zu den trockenen Bestandteilen
eines Zementmörtels, bei den aus solchem Mörtel hergestellten Werkstücken die mechanischen
Eigenschaften beachtlich verbessert werden.
Durch die deutsche Patentschrift 842 778 ist bekannt, Verbundmassen, wie schüellbindenden Zement,
Zementmörtel, Gips, Ton u. dgl., durch darin eingelagerte Metall- oder Eisenspäne bzw. schraubenförmig
gewundene Drahtelemente zu verstärken. Dabei ist es schwierig, diese unregelmäßig geformten
bzw. gedrehten Metallkörper gleichmäßig in der Verbundmasse zu verteilen und zusammen mit dieser
in die gewünschte Form zu bringen, so daß ein daraus hergestellter Formling eine in allen Richtungen
gleichmäßige erhöhte Festigkeit besitzt.
So ist es z. B. bei der Herstellung von Formkörpem mit eingelagerten schraubenförmigen Drahtelementen gemäß dem Verfahren der deutschen Patentschrift 842778 notwendig, dies entweder einzeln in
die Form hineinfallen zu lassen oder in zusammenhängendem Strom, gegebenenfalls mit Hilfe eines
Luft- oder Wasserstromes in diese einzutragen. Erst dann wird die Verbundmasse in die Form gegossen,
wobei sie sämtliche Drahtelemente einbettet. Es ist also nicht möglich, die Verbundmasse mit der aus
spiraligen Drahtelementen bestehenden Verstärkungseinlage vor der Verformung durch Vermischen zu
vereinigen und dann zusammen mit dieser in die Form einzutragen, weil die spiraligen Drahtelemente
sich dabei zu einem zusammenhängenden Gebilde verhaken, das sich weder in eine Form eintragen
läßt noch sich darin nach allen Richtungen hin gleichmäßig verteilt.
Das erfmdungsgemäße Verfahren vermeidet alle diese Schwierigkeiten und liefert darüber hinaus einen
Werkstoff von hervorragenden Festigkeitseigenschäften, der sich irn nicht verfestigten Zustand in
jede beliebige Form bringen läßt. Die neue Verfahrensweise ist dadurch gekennzeichnet, daß zur
Herstellung von Werkstücken aus Zementmörtel mit
darin gleichmäßig verteilten Metallfasern als Ver-
Stärkung in eine trockene Zement/Sand-Mischuna mit Messing überzogene geradlinige Stahlfaserkurzschnitte
von 0,15 mm Durchmesser und einer Länge von 5 bis 15 mm in einer Menge vun 2,5 bis ]0°<Ό,
bezogen auf die Gesamtmenge, zugemischt werden
und das nach der anschließenden Zugabe von Wasser erhaltene Zementmörtel/Stahlfasergemisch in
Form gegossen wird.
Überraschenderweise wurde gefunden, daß Werkstoffe aus metallfaserverstärktem Zementmörtel mit
hervorragenden Festigkeitseigenschaften, insbesondere hoher Biege- und Druckfestigkeit, auch mit
geradlinigen Stahlfaserkurzschnitten verstärkt sein können, wenn diese stofflich und in ihren Maßen
und Mengen den gemäß der Erfindung als Verstärkungseinlage verwendeten Metalldrahtelementen entsprechen.
Die wechselseitige Verhakung schraubenförmig ausgebildeter Drahtelemente unter Bildung
eines zusammenhängenden matratzenähnlichen Verbandes ist also nicht zwingend für das Zustandekommen
guter Festigkeitseigenschaften, wie die Prüfungsergebnisse zeigen.
Probekörper nach der DIN-Vorschrift Nr. 1164 mit den Maßen 4 · 4 · 16 cm wurden auf Druck- und
Biegefestigkeit geprüft. Die Ergebnisse sind in nachstehender Tabelle zusammengestellt.
Die Biegefestigkeit von Platten aus Verbundmassen, wie schnellHindendem Zement, Zementmörtel,
Gips, Ton u. dgl., die durch schraubenförmige Drahtelemente in matratzenähnlichem Verband gemaß
der deutschen Patentschrift 842 778 verstärkt sind, erreicht dagegen nur Werte zwischen 150 und
450 kg/cm2, je nach Zugfestigkeit der Elemente und der Güte der Verbundmasse.
Bei einer beispielsweisen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens hat der Zementmörtel
folgende Zusammensetzung:
400 g Zement,
900 g Normsand grob,
450 g Normsand fein,
270 g Wasser.
900 g Normsand grob,
450 g Normsand fein,
270 g Wasser.
Der Stahlfasergehalt der Mischung wird prozentual auf die Gesamtmenge bezogen und vom Anteil
des Grobsandes gewichtsmäßig abgezogen.
Die Mörtelherstellung erfoigt wie üblich. Jeweils unter gutem Mischen werden zunächst Zement und
Normsand fein zusammengegeben und darauf Normsand grob hinzugefügt. Dann werden die Stahlfaserkurzschnitte
in die Masse eingemischt und schließlich das Wasser zugegeben und der Mörtel innig vermengt.
Um eine gute Verteilung des Stahlfaserkurzschnittes in die Verbundmasse zu erzielen, bedarf es
außer guten Mischens keiner besonderen Maßnahme wie bei dem Verfahren gemäß der deutschen Patentschrift
842 778. Gegenüber dem Verfahren dieser Patentschrift bietet das Verfahren gemäß der Erfindung
den erheblichen Vorteil, daß die Stahlfaserkurzschnitte unmittelbar in den Zementmörtel eingerührt,
darin gleichmäßig verteilt und zusammen in diesem in jede beliebige Form gegossen werden können.
Das durch die deutsche Patentschrift 842 778 geschaffene Vorurteil, daß mit Metalleinlagen verstärkte
Verbundmassen mit hohen Festigkekseigenschaften nur dann erhalten werden, wenn die Verstärkungseinlage
einen zusammenhängenden matrat-
zenähnlichen Verband bildet, wird durch die Erfindung beseitigt. Der durch die Erfindung erzielte
technische Fortschritt besteht somit in einer Verfahrensverbesserung und einer damit errei:hten erheblichen
Steigerung der Festigkeitseigenschaften der
ίο Verfahrensprodukte.
| D'm Zementmörtel | Länge der |
| zugesetzte | Stahlfaser |
| Stahlfasermenge | kurzschnitte |
| (Vo) | (mm) |
| 0 | |
| (ohne Stahlfaser | |
| zusatz) | |
| 2 | 5 |
| 2 | 10 |
| 2 | 15 |
| 2,6 | 5 |
| 2,6 | 10 |
| 2,6 | 15 |
| 3 | 5 |
| 3 | 10 |
| 3 | 15 |
| 6,5 | |
| 6,5 | 10 |
| 6,5 | 15 |
| 10 | 5 |
| 10 | 10 |
| 10 | 15 |
Biegezugfestigkeit (kp/cmä)
260
270
273
260
275
275
337
322
328
358
349
429
495
362
510
408 Verstärkung
(7o)
(7o)
4
5
0
6
6
5
0
6
6
30
24
26
38
34
65
90
39
96
57
24
26
38
34
65
90
39
96
57
Druckfestigkeit (.kp/cm2)
Verstärkung
406
520
495
534
531
540
601
579
581
560
593
519
549
498
675
534
30
24
34
33
35
50
45
45
40
48
30
37
25
69
34
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zur Herstellung von Werkstücken aus 7~mentmörtel mit darin gleichmäßig verteilten Metallfasern als Verstärkung, .durch gekennzeichnet, daß einer trockenen Zement/ Sand-Mischung mit Messing überzogene geradlinige Stahlfaserkurzschnitte von 0,15 mm Durchmesser und einer Länge von 5 bis 15 mm in einer Menge von 2,5 bis 10 %, bezogen auf die Gesamtmenge, zugemischt werden und das nach der anschließenden Zugabe von Wasser erhaltene Zementmörtel-Stahlfasergemisch in Formen gesossen wird.
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