DE187418C - - Google Patents
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 187418 KLASSE 42 c. GRUPPE
Firma CARL ZEISS in JENA.
Der von A. Beck in der Zeitschrift für
Instrumentenkundei887 beschriebene »Tripelspiegel«
ist ein System von drei ebenen Spiegeln, die nacheinander vom Licht getroffen
werden. Ein Sonderfall ist der »Zentralspiegel«, bei dem die drei Ebenen aufeinander
senkrecht stehen. Der Zentralspiegel hat die Eigenschaft, Licht wieder in der gleichen
Richtung zurückzusenden.
ίο Anwendungen dieses Zentralspiegels sind in
der englischen Patentschrift 21856 vom Jahre 1903 von H. Grub b behandelt worden, u.. a.
ist auch die Anwendung des Zentralspiegels für Entfernungsmessungen erwähnt worden.
Hierbei wird dieser Zentralspiegel lediglich als leuchtendes Objekt am Ziel benutzt, während
bei dem vorliegenden Verfahren zum Messen von Entfernungen zwar ebenfalls als
Objekt am Ziel ein Tripelspiegel benutzt wird, der aber kein Zentralspiegel sein darf,
damit er nicht nur als leuchtendes Objekt, sondern zugleich als Träger eines der Elemente
zur Entfernungsbestimmung Verwendung finden kann. Die Winkel zwischen einem einfallenden Lichtbüschel und dessen zurückkehrenden
Teilbüscheln oder zwischen diesen selbst fungieren nämlich als Konvergenzwinkel.
Sind diese Winkel bekannt, so ist es nur noch nötig, am Beobachtungsort den linearen Abstand eines Büschels von einem
anderen Büschel und die Neigung dieser Linie zu einem der Büschel zu bestimmen, um
in bekannter Weise die Entfernung des Tripelspiegels vom Beobachtungsort zu gewinnen.
Nimmt man, wie im folgenden stets, die Standlinie, d. h. die Verbindungslinie der
beiden Büschel, gleich geneigt — wegen der Kleinheit des Konvergenzwinkels also nahezu
senkrecht — zu beiden Büscheln, so ergibt sich die gesuchte Entfernung zwischen
Tripelspiegel und Standlinie als Quotient aus Büschelabstand (genauer Büschelabstand am
Beobachtungsort plus oder minus Büschelabstand am Spiegel). und Konvergenzwinkel
zwischen den Büscheln.
Die Messung der Büschelabstände kann auf verschiedene Weise ausgeführt werden; insbesondere
kann die Lage der Lichtquerschnitte sowohl objektiv wie subjektiv bestimmt werden.
Die objektive Bestimmung (durch einen Auffangschirm ο. dgl.) kann man nur bei hinreichend
großer Beleuchtungsstärke anwenden, die subjektive auch bei geringer Helligkeit.
Die subjektive Messung kann sowohl mit freiem wie mit bewaffnetem Auge geschehen.
Man bewegt sich in der Richtung des Büschelabstandes, oder man bewegt nur die Eintrittsöffnung· des Beobachtungsinstrumentes
in dieser Richtung, und bestimmt entweder die Ränder des Lichtquerschnittes aus dem Aufleuchten des Tripelspiegels oder —
bei mäßig ausgedehnter Lichtquelle — die Mitte als die Stelle maximaler Helligkeit.
Eine andere Art der subjektiven Messung besteht darin, daß man die Lichtquelle durch ein
optisches System mit genügender Öffnung und großer Brennweite abbildet, das Auge an
den Ort des Bildes des Spiegels bringt und den Querschnitt des Lichtbüschels betrachtet.
Da nur die Standlinie mit der Entfernung veränderlich, nämlich ihr.proportional ist, der
Konvergenzwinkel aber von der Entfernung unabhängig ist, so ist auch die Genauigkeit
des neuen Meßverfahrens, wenigstens solange man nur die geometrischen Eigenschaften der
Büschel betrachtet, von der Entfernung unabhängig.
Wie bereits A. Beck festgestellt hat, entstehen aus einem Strahl, der auf den Schnittpunkt
der drei Spiegelflächen, den »Mittelpunkt« des Tripelspiegels, fällt sechs Teilstrahlen,
für deren Lage folgendes gilt. Dreht man den einfallenden Strahl um jede von drei
»Drehachsen«, die durch den Spiegelmittelpunkt gehend eine mit den Winkeln des Tripelspiegels veränderliche Lage haben, in
beiderlei Sinne durch einen Winkel, der ebenfalls von diesen Winkeln abhängt und
»DrehungsgTÖße« heißen mag, so nimmt er die Lagen der sechs zurückkehrenden Teilstrahlen
an. Jeder Drehachse entsprechen also zwei Strahlen, die symmetrisch zu der durch den einfallenden Strahl und die Drehachse
gehenden Ebene liegen. Ist die Drehungsgröße klein, so liegen die beiden einer Drehachse zugehörigen Strählen mit
dem einfallenden Strahl nahezu in einer Ebene, und der einfallende Strahl halbiert den Winkel
zwischen den beiden Teilstrahlen: Angenähert liegen also die sechs Teilstrahlen paarweise
in drei Ebenen, die sich im einfallenden Strahl schneiden, und paarweise symmetrisch
zum einfallenden Strahl. Es genügt demnach, anstatt den Abstand zweier paariger Teilstrahlen
den halb so großen Abstand des einen oder anderen Teilstrahles vom einfallenden Strahl zu messen.
Für einen beliebigen einfallenden Strahl, der nicht durch den Mittelpunkt des Tripelspiegeis
geht, findet man die Lage der sechs Teilstrahlen auf Grund der Überlegung, daß
einem einfallenden Parallelstrahlenbüschel wieder sechs austretende Parallelstrahlenbüschel
entsprechen müssen. Die Richtungen der Teilstrahlen eines nicht durch den Mittelpunkt
gehenden Strahles sind deshalb dieselben wie für den Mittelpunktsstrahl. Zur vollständigen Bestimmung der Lage der sechs
Teilstrahlen hat man also nur noch nötig, für jeden Teilstrahl einen Punkt zu bestimmen,
durch den er hindurchgehen muß. Diese sechs Punkte ergeben sich z. B., wenn man zu einem
Punkt auf dem einfallenden Strahl die dem Tripelspiegel entsprechenden sechs Bildpunkte
sucht. Sie lassen sich am einfachsten bestimmen, wenn man durch den Punkt auf dem
einfallenden Strahl und den Spiegelmittelpunkt eine Gerade zieht und zu dieser als zu
einem einfallenden Hilfsstrahl die sechs Teilstrahlen konstruiert. Die verlangten Bildpunkte
liegen auf diesen Hilfsteilstrahlen in der gleichen Entfernung vom Mittelpunkt des
Tripelspiegels wie der Objektpunkt.
Die Kenntnis einer einzigen Konstanten des Tripelspiegels, z. B. eines einzigen Spiegelwinkels,
genügt, um aus den Büschelbeobachtungen seine übrigen Konstanten und seine Entfernung zu bestimmen, wenn nur der
Büschelabstand am Beobachtungsort groß ist geg-enüber dem Büschelabstand am Spiegel.
Unter den Konstanten des Tripelspiegels sind dabei zu verstehen erstens die KonstruktionskonstanteiT,
nämlich die drei Spieg'elwinkel, und zweitens drei voneinander unabhängige
Orientierung'skonstanten, z. B. zwei zur Be-Stimmung der Richtung einer Spiegelkante
nötige unabhängige Winkel und einer der Winkel einer anderen Kante. Neben einer solchen Spiegelkonstanten muß allerdings bekannt
sein, zu welchen Drehachsen die benutzten Büschel gehören. Indes wird man durch jede über die unbedingt notwendige
Zahl von Messungen hinausgehende unabhängige Messung über die Zuordnung der Büschel zu den Drehachsen unterrichtet. Da
man, auch wenn alle sechs Büschel meßbar vorhanden sind, unbedingt eine Winkelgröße
des Tripelspiegels kennen muß, um die Entfernung zu bestimmen, kann man, falls
diese Größe eine Konstruktionskonstante ist, meistens sämtliche Konstanten dieser Art als
bekannt voraussetzen. Andererseits aber kann es ein Interesse haben, mit nur einer unabhängig
von der Messung bekannten Größe die Entfernung zu bestimmen, nämlich wenn diese als konstant vorausgesetzte Größe eine Orientierungskonstante
des Spiegels ist, z. B. die Neigung einer seiner Drehachsen zum einfallenden Büschel.
Für den an erster Stelle erwähnten Fall, daß sämtliche Konstruktionskonstanten des
Tripelspiegels bekannt. sind, mag, da er verhältnismäßig einfach und zugleich praktisch
wichtig ist, noch angegeben werden, wie viel und welche Messungen an den Büscheln zur
Entfernungsbestimmung vorzunehmen sind. Selbstverständlich muß mindestens ein Büschelabstand gemessen werden, der direkt oder
. indirekt als S.tandlinie zu dienen hat. Da die ■ Konvergenzwinkel der Büschel von der Lage
des einfallenden Büschels zu den Drehachsen abhängen und diese Lage mindestens zwei
Bestimmungsstücke erfordert, sind außer dem Büschelabstand mindestens noch zwei Winkel
zu messen, und zwar zwei Winkel, die nur auf die gegenseitige Lage der Büschel Bezug
haben, wobei jeder Winkel durch ein Streckenverhältnis ersetzt werden kann. Das Minimum
von drei Messungen kann dann dreierlei Ausführungsformen annehmen. Es können nämlieh
gemessen werden
a) drei Büschelabstände, z. B. die aller drei Büschelpaare;
b) ein Büschelabstand und zwei beliebige Winkel, z. B. der Büschelabstand eines Paares
und zwei Winkel zwischen den Ebenen der drei Büschelpaare;
c) zwei Büschelabstände und ein beliebiger Winkel, z. B. die Büschelabstände zweier
Paare und der Winkel zwischen den Ebenen dieser beiden Büschelpaare.
Da nicht sämtliche Bestimmungsstücke der relativen Lage der Büschel, sondern nur drei
voneinander unabhängige zu messen sind, brauchen auch nur drei Büschel der Messungzugänglich
zu sein. Da ferner nach dem oben gesagten das einfallende Büschel in der Mitte zwischen den beiden Büscheln eines Büschelpaares
liegt, kann man ohne weiteres ein TeiliDÜschel
durch jenes ersetzen und mit nur zwei der Messung zugänglichen, nicht dem gleichen
Büschelpaar angehörigen Büscheln die Entfernung bestimmen.
Daß man bei Kenntnis der Zuordnung der Drehachsen zu den Büschelpaaren nur drei
Büschel braucht — mit Zuhilfenahme des einfallenden Büschels bezw. des Ortes der Lichtquelle
sogar nur zwei, nicht dem gleichen Paar angehörige — ist von Wert, wenn der
Raum am Beobachtungsort beschränkt ist, und ferner, wenn infolge von Verschmelzung
nicht sämtliche Büschel getrennt auftreten. Sind nur vier Büschel vorhanden, so ist die
Unsicherheit darüber, welches Drehachsenpaar in Betracht kommt, verschwunden, denn
es gibt dann überhaupt nur zwei Drehachsen. Füllt man den Tripelspiegel mit einem
brechenden Mittel aus, das außerdem von einer ebenen Durchgangsfläche begrenzt ist,
z. B. mit einem Glastetraeder, das ihn aber auch vollständig ersetzen kann, so bleiben die
Bedingungen1 der Entfernungsmessung nicht ganz ungeändert. Aber man hat gleichwohl
bei Kenntnis der Konstruktion des Tetraeders in der Lage der austretenden Büschel genügend
Bestimmungsstücke, um seine Orientierung' gegen den Beobachter zu bestimmen.
Sehr einfach, und ähnlich wie im Falle des aus drei spiegelnden Ebenen zusammengesetzten
Systems, des eigentlichen Tripenspiegels, gestalten sich die Bestimmungen, wenn
das einfallende und die austretenden Büschel ungefähr senkrecht auf die Durchgangsfläche
treffen. Die Konvergenzwinkel, die dem Tripelspiegel entsprechen würden, ändern sich
dann nur im Verhältnis des Brechungsexponenten des Tetraeders.
Die Orientierung des Tripelspiegel gegen den Beobachter wird, abweichend von der
bisherigen Voraussetzung, meist nicht beliebig, sondern dem Beobachter ganz oder
teilweise bekannt sein oder gar willkürlich von ihm gewählt werden können. In allen
solchen Fällen wird man die Entfernungsbestimmung einfacher gestalten können. Kann
der Beobachter bezw. der Tripelspiegel sich nur in einer Ebene bewegen, in der der Tripelspiegel
bezw. der Beobachter sich ebenfalls
So befindet, so läßt sich der Konvergenzwinkel
eines Büschelpaares vollständig unabhängig machen von der Lage des einfallenden Büschels
zum Tripelspiegel, so daß sich die Entfernung ohne weiteres aus dem Büschelabstande dieses
Paares ergibt. Es ist dies streng dann erreicht, wenn eine der Drehachsen senkrecht
zu der obigen Ebene liegt. Wenn sich dann auch Spiegel und Beobachter nicht beide in
der Bewegungsebene befänden, sondern das einfallende Büschel nach der einen oder anderen
Seite bis zu 8° von dieser Ebene abwiche, also innerhalb eines Bereiches von i6°,
so würde die Entfernung höchstens um 1 Prozent gefälscht, und zwar vergrößert erscheinen,
der Maximalfehler also 0,5 Prozent betragen.' Übrigens braucht beim Tripelspiegel
nicht unbedingt eine Drehachse senkrecht zur Bewegungsebene zu liegen, um die Entfernungsbestimmung einfach zu gestalten.
Denn liegt sie z. B. geneigt zum Horizont, der die Bewegungsebene sein möge, so wird zwar
der Konvergenzwinkel des Büschelpaares von dem; Azimut des Beobachtungsortes abhängen;
seine Projektion auf den Horizont aber wird vom Azimut unabhängig und nur von der
Neigung der Drehachse zum Horizont abhängig sein.
Beim Tetraeder wird man zweckmäßig die Durchgangsfläche senkrecht zur Bewegungsebene
legen.
Als Grenzfälle für die Lage der Drehachsen beim Tetraeder sind die beiden zu betrachten,
daß eine senkrecht zur Bewegungsebene liegt bezw. daß eine in der Bewearunp'sebene liest.
Liegt eine Drehachse senkrecht zur Bewegungsebene und parallel zur Durchgangsfläche, so wird beim Austritt des dieser Achse
zugehörigen Büschelpaares in die Luft eine von dem Einfallswinkel abhängige Divergenzsteigerung
stattfinden, und man benötigt die Neigung des einfallenden Büschels gegen die Durchgangsfläche, um die Entfernung zu bestimmen'.
Wie man aber leicht findet, beträgt für einen Brechungsexponenten 1,5 innerhalb
eines Bereiches von 400 um den senkrechten Einfall die Unsicherheit der Messung noch
nicht 4 Prozent und innerhalb eines Bereiches von 500 noch nicht 6 Prozent, so daß der
Maximalfehler für diese beiden Bereiche 2 bezw. 3 Prozent nicht übersteigt. Bestimmt no
man durch Zuhilfenahme einer weiteren Messung näherungsweise den Winkel zwischen
Durchgangsebene und einfallendem Büschel, so können diese Beträge natürlich ohne weiteres auf ein geringeres Maß herabgedrückt
werden.
' Liegt andererseits eine Drehachse in der Bewegungsebene, zu der die Durchgangsfläche senkrecht steht, so findet zwar eine konstante,
nur von· dem Brechungsindex abhängige Divergenzsteigerung· des Büschelpaares
beim Austritt in die Luft statt. Aber man muß zur Entfernungsbestimmung den Winkel zwischen dem einfallenden Büschel
und der Drehachse kennen, da der Konvergenzwinkel des betreffenden Büschelpaares
(bei kleiner Drehungsgröße) dem Sinus dieses Winkels proportional ist. Würde man noch
eine zweite Drehachse streng oder annähernd in die Bewegungebene legen, und würde man
den Winkel der beiden Drehachsen kennen, so könnte man aus ihm, der Drehungsgröße und
dem Brechungsexponenten Entfernung und
ίο Azimut finden. Besser — und zwar vor allem
in bezug auf die Lichtstärke — ist die Kombination einer zur Bewegungsebene senkrechten
und einer in ihr liegenden Drehachse. Wenn der Brechungsexponent und die Neigung
der Durchgangsfläche zu der in der Bewegungsebene liegenden Drehachse bekannt sind, liefert nämlich das Verhältnis der
Büschelabstände in sehr einfacher Weise den Einfallswinkel. Dabei ist es im Prinzip gleicligültig,
ob die beiden Drehachsen zu demselben ober ob sie zu verschiedenen Tetraedern
gehören. Gehören sie dem gleichen Tetraeder an, so hat man den Vorzug, daß für die Bestimmung
der Richtung die infolge ihrer Kleinheit, schwer meßbare Drehungsgröße
nicht bekannt zu sein braucht, während bei Benutzung zweier verschiedener Tetraeder
das Verhältnis der Drehungsgrößen bekannt sein muß. Andererseits aber kann es wegen
der Lichtstärke von Vorteil sein, zwei verschiedene Tetraeder zu benutzen, da man im
Zusammenlegen der Büschelpaare weniger beschränkt ist. Handelt es sich um solche Fälle,
in denen das Tetraeder jederzeit willkürlich zu dem Beobachter orientiert werden kann,
indem es z. B. von einer Person getragen, wird, so kann man mit Hilfe einer Visiervorrichtung
der Durchgangsfläche die einfachste Lage geben, nämlich diejenige senkrecht zum einfallenden Büschel. Es tritt dann bei geringer
Drehungsgröße des Spiegels nur eine Divergenzsteigerung im Verhältnis des Brechungsexponenten
des Tetraeders ein.
Bei Benutzung einer ausgedehnten Lichtes fläche, wie sie von einem Linsensystem oder
einem Reflektor, ja schon von dem Krater einer größeren Bogenlampe dargeboten wird,
sind die Büschel nicht scharf begrenzt, wenn auch die wirksamen Flächen des Tripelspiegels
vollkommen eben sind. Vielmehr nimmt die Intensität eines jeden Teilbüschels nach dem
Rande des Querschnittes zu allmählich ab.
Diese allmähliche Abnahme, die bereits aus der Annahme geradliniger Ausbreitung des
Lichtes folgt, kann man, wenn sich die Lichtquelle, wie gewöhnlich der Fall sein
wird, am Beobachtungsort befindet, dadurch vermeiden, daß man mit dem Spiegelsystem
ein Sammelsystem verbindet, dessen Brennweite gleich der Entfernung des Spiegelsystems
ist. Bei Benutzung eines Tetraeders besteht das Sammelsystem zweckmäßig mit
ihm aus einem Stück, d. h. die Durchgangsfläche des Tetraeders ist schwach konvex.
Man erhält dann am Beobachtungsort so viel Abbildungen der Lichtquelle als Büschel vorhanden
sind. Eine solche Verbesserung des Büschelquerschnittes kann nur da angewendet werden, wo die zu messenden Entfernungen
von der Brennweite wenig abweichen, also z. B. wenn der 'Tripelspiegel in Bewegung ist
und der Beobachter ihm folgend gerade die Entfernung gleich der Brennweite einzuhalten
sucht. Die größere Weichheit der Konturen und die wachsende Größe des Querschnittes
der Büschel würde ihm dann bereits andeuten, daß er nicht die verlangte Entfernung- hat.
Die Entscheidung, ob seine Entfernung zu groß oder zu klein ist, würde ihm wiederum
der Büschelabstand liefern.
Zu der geometrischen Verbreiterung des Büschelquerschnittes kommt weiter noch seine
Ausdehnung durch die von der Begrenzung der Büschelaustrittsöffnungen bewirkte Diffraktion.
Diese Beugungswirkungen lassen sich durch geeignete Mittel mildern, z. B. indem man in jener Begrenzung die gerade
Linie vermeidet. Man mag zu diesem Zweck die Büschelfelder auf den drei Spiegelflächen
abrunden, z. B. durch Zudecken oder Mattieren ihrer Randteile.
Da durch die Zerspaltung d'es eintretenden Büschels in sechs austretende die Lichtenergie
ebenfalls verteilt wird, so ist es erwünscht, einige der Büschel zu vereinigen und dadurch
ihre Intensität zu vermehren. Fällt eine Drehachse des Tripelspiegels mit einer anderen
zusammen, so verschmelzen zwei Büschelpaare in eins und es bleiben nur noch vier
Büschel übrig. Fällt auch die dritte Drehachse mit der aus der ersten und zweiten gebildeten
Doppelachse zu einer dreifachen zusammen, so sind nur noch zwei Büschel vorhanden,
von denen jedes durch Zusammenfallen von drei Büscheln entstanden ist.
Strenges Zusammenfallen aller sechs Büschel in eins entspricht dem Übergang des Tripelspiegels
in einen Zentralspiegel und macht das vorliegende Verfahren der Entfernungsmessung'
unanwendbar, nicht aber annähern- no des Zusammenfallen, z. B. Ineinandergreifen
der Büschelquerschnitte am Beobachtungsort. Die drei brauchbaren, Fälle, daß man sechs,
vier, zwei Büschel (drei, zwei, eine Drehachsen) hat, beruhen auf der Konstruktion
des Tripelspiegels mit null, eins, zwei rechten Winkeln.
Ist nur ein Winkel ein rechter, sind also zwei Drehachsen, eine einfache und eine
Doppelachse, vorhanden, so hängt es von den beiden übrigen Winkeln ab, wie diese Drehachsen
zueinander liegen. Da die Drehungsgröße von derselben Größenordnung ist wie der Überschuß des größten Winkels über 900,
~ und da meistens ein geringer Betrag der Drehungsgröße erwünscht ist, sollen im folgenden
die beiden Winkel wenig von 900 verschieden vorausgesetzt werden. Die beiden
Achsen liegen dann näherungsweise in der dem rechten Winkel gegenüberliegenden Spiegelebene.
Die beiden Grenzfälle bestehen darin7, daß die beiden Drehachsen mit einer
Spiegelkante zusammenfallen, also eine dreifache Achse vorhanden ist, und andererseits,
daß sie einen rechten Winkel miteinander bilden und dabei gegen die Spiegelkante
gleiche, aber entgegengesetzte Neigung haben. Sind die Winkel beide größer oder, beide
kleiner als 900, so liegt die Doppelachse außerhalb des Spiegels. Ist der eine größer, der
andere kleiner als 90°, so liegt die Doppelachse innerhalb.
Bei senkrechter Lage der beiden Drehachsen zueinander gestaltet sich die Entfernungsmessung
besonders einfach. Legt man diejenige (einfache oder Doppel-)Drehachse,
die außerhab des Spiegels liegt, senkrecht zur Bewegungsebene, so liegt die andere in der
letzteren; die der ersteren entsprechenden Büschel geben beim Tripelspiegel unmittelbar
die Entfernung, beim Tetraeder, wie oben erwähnt, in einfacher Verbindung mit denen
der anderen Drehachse.
Hat das Spiegelsystem eine dreifache Achse und liefert dementsprechend nur zwei Büschel,
so wird man die Spiegelkante, die die Drehachse bildet, um. möglichste Helligkeit zu erzielen,
so legen, daß die durch den Spiegelmittelpunkt gehende Würfeldiagonale in die Bewegungsebene fällt.
Hat man ein Tetraeder mit dreifacher Drehachse, so legt man am einfachsten die. Durchgangsfläche
senkrecht zur Bewegungsebene und auch zur Projektion der die Drehachse bildenden Kante auf diese Ebene. Bei dieser
Anordnung ist die Entfernung des Tetraeders und der Winkel, den das einfallende Büschel
mit der Durchgangsfläche bildet, leicht aus zwei gemessenen Größen, z. B. dem Büschelabstand
und der Neigung zwischen Büschelebene und Bewegungsebene, zu bestimmen. Solange das einfallende Büschel ungefähr
senkrecht auf die Durchgangsfläche trifft, genügt wiederum näherungsweise eine der
Messungen, nämlich der Büschelabstand oder seine Projektion auf die Bewegungsebene.
Aus dem bisherigen geht hervor, daß im all-
Aus dem bisherigen geht hervor, daß im all-
r gemeinen aus den Messungen, die erforderlieh
sind, um die Entfernung des Tripelspiegel zu bestimmen, auch noch seine Orientierung
gegen den Beobachter festgestellt werden kann. So läßt sich mit der Entfernungsbestimmung
eine Richtungsbestimmung verbinden. Ist der Standort des Tripelspiegeis
und seine absolute Orientierung bekannt, so ergibt sich aus solcher doppelten Bestimmung ohne Hilfe des Kompasses die
Lage des Beobachtungsortes. Umgekehrt kann man unter denselben Voraussetzungen
die Orientierung des Tripelspiegel gegen den Beobachter unter Benutzung des Kompasses
gewinnen und aus ihr und den an Zahl entsprechend verminderten Büschelbeobachtungen
die Entfernung des Tripelspiegel bestimmen.
Claims (5)
1. Verfahren zum Messen von Entfernungen mit Tripelspiegel am Ziel, dadurch
gekennzeichnet, daß man einen Tripelspiegel (oder ein entsprechendes Tetraeder) benutzt, der kein Zentralspiegel ist,
diesem Tripelspiegel Licht aus der Richtung zusendet, in der der Beobachtungsort
'liegt, und an diesem Ort mindestens einen Abstand zwischen den zurückkehrenden
Teilbüscheln oder zwischen diesen und dem einfallenden Büschel mißt, woraus
sich in Verbindung mit einer oder mehreren Konstanten des Tripelspiegels bezw.
Tetraeders dessen Entfernung ergibt.
2. Tripelspiegel oder Tetraeder zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch
i, dadurch gekennzeichnet, daß unter den drei Spiegelwinkeln ein rechter
ist oder zwei rechte sind, damit zwei bezw. alle drei Büschelpaare zusammenfallen.
3. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Tripelspiegel oder das Tetraeder so angeordnet wird, daß eine Drehachse senkrecht zur Bewegungsebene und dadurch
ein Büschelpaar in dieser Ebene liegt.
4. Tripelspiegel oder Tetraeder zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch
I, dadurch gekennzeichnet, daß durch rundliche Begrenzung der wirksamen Spiegelflächen die Austrittsöffnungen
der Büschel abgerundet sind.
5. Tripelspiegel oder Tetraeder zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch
I, dadurch gekennzeichnet, daß eine Sammellinse vorgeschaltet oder das Tetraeder
mit einer konvexen Durchgangsfläche ausgestattet ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| AT32834D AT32834B (de) | 1905-12-23 | 1906-01-26 | Einrichtung zum Messen von Entfernungen. |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE187418C true DE187418C (de) |
Family
ID=451114
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1905187418D Expired - Lifetime DE187418C (de) | 1905-12-23 | 1905-12-23 |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE187418C (de) |
-
1905
- 1905-12-23 DE DE1905187418D patent/DE187418C/de not_active Expired - Lifetime
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