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Lippenstift Die bekannten Lippenstifte weisen einen zylindrischen
Farbmassenstift auf, der in einem Gehäuse entweder fest oder axial verschieb bar
gehalten ist und bei Nichtgebrauch mit einer Hülse abgedeckt wird. Obwohl diese
Lippenstifte millionenfach in Gebrauch sind, besitzen sie eine Reihe von Nachteilen,
die man bisher in Kauf genommen hat.
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Die Farbmasse muß eine gewisse Geschmeidigkeit, der Farbmassenstift
dagegen eine gewisse Festigkeit besitzen. Beide Forderungen lassen sich nur bis
zu einem bestimmten Grade miteinander vereinen. Bei einer zu starken Belastung können
die Farbmassenstifte leicht brechen. Aus diesem Grund werden sie mit einem relativ
großen Durchmesser ausgeführt. Dies hat aber wiederum zur Folge, daß sich Konturen
nur schlecht genau zeichnen lassen. Die Stärke des Farbauftrag hängt stark von dem
jeweiligen Auftragedruck ab.
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Grundsätzlich lassen sich mit einem Lippenstift keine plastischen
| oder flüssigen Farbmassen auftragen, wie man sie heutzutage
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fach aus medizinischen Gründen (Zusatz von Hautpflegeölen), zur Erzielung besonderer
Effekte (Lack-oder Seidenmatt-Aussehen), oder wegen der Maltechnik (Konturenziehen
mit Pinsel) verwendet.
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All diese Nachteile werden neuerungsgemäß durch einen Lippenstift
überwunden, der gekennzeichnet ist durch eine am Gehäuse frei drehbar angebrachte
Auftragekugel, deren Rückseite wenigstens während der Benutzung mit der Farbmasse
in Berührung gehalten ist.
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Mit Hilfe der Neuer. mg kann man die Farbmasse von den beim Anpressen
des Stiftes an die Lippe auftretenden Belastungen weitgehend befreien. Man kann
die Farbmasse bis unmittelbar an ihr vorderstes Ende so führen, daß nicht die geringste
Bruchgefahr besteht. Wenn die Kugel in dem Gehäuse fest gehalten ist, das bei der
Benutzung des Stiftes von der Hand geführt wird, gelangt der erwähnte Anpreßdruck
überhaupt nicht zur Farbmasse, während unabhängig davon die Farbmasse nur mit einer
geringen Kraft, wie sie zur Übertragung des Farbstoffes auf die Kugel erforderlich
ist, belastet wird. Dies hat zur Folge, daß man die bekannten Farbmassenstifte mit
wesentlich geringerem Durchmesser verwenden kann, die mit Hilfe einer entsprechend
bemessenen Kugel nicht nur das Bemalen der Lippe, sondern auch ein genaues Konturenzeichnen
gestatten. Man kann auch Farbmassen aus wesentlich weicherem Material als bisher
verwenden und-wenn die Kugel die vordere Öffnung des Gehäuses abschließt-auch plastische
oder flüssige Farbmassen mit den ihnen eigenen Vorteilen. Außerdem ist sichergestellt,
daß der Farbauftrag, unabhängig vom Anpreß-druck, immer gleichbleibt. Aus alledem
ergibt sich auch, daß der neuerungsgemäße Lippenstift sehr wirtschaftlich im Verbrauch
ist.
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Es sind bereits Geräte bekannt, die sich zur Übertragung einer Farbmasse
auf eine Unterlage einer Kugel bedienen, nämlich Kugelschreiber. Hierbei handelt
es sich aber nicht un die Lösung der eingangs beschriebenen Probleme. Auch betreffen
Kugelschreiber ein ganz anderes Fachgebiet. Nicht zuletzt ist eine einfache Übertragung
des Kugelschreiber-Prinzips auf Lippenstifte nicht möglich, weil ein Kugelschreiber
mit nach oben gerichteter Kugel, einer für den Lippenstift häufigen Benutzungshandlung,
gar nicht funktioniert. Es sind nämlich besondere Vorkehrungen notwendig, um eine
in beliebiger Lage benutzbare Kugel mit der Farbmasse
in Berührung
zu halten.
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Eine besonders einfache Vorkehrung ist in diesem Zusammenhang in einer
Vorrichtung zu sehen, die Farbmasse und Kugel relativ zueinander verschiebt. Durch
Betätigung dieser Vorrichtung kann man für die einwandfreie Übertragung der Farbmasse
auf die Kugel während der Benutzung garantieren. Die Verschiebevorrichtung erlaubt
es, den Farbmassenverbrauch auszugleichen und den Druck zwischen Farbmasse und Kugel
zu wählen.
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Bei einem Ausführungsbeispiel der Neuerung weist die Verschiebevorrichtung
einen die Farbmasse abstützenden und relativ zum Gehäuse beweglichen Kolben auf.
Dieser Kolben kann auf der der Kugel abgewandten Seite des Gehäuses geführt sein
und durch beliebige Mittel auf die Kugel zu bewegt werden. Z. B. kann der Kolben
im Gehäuse durch Verschrauben axial beweglich sein. Er kann allein durch Federkraft
verschoben werden. Bei einem genügend festen Reibungssitz genügt auch eine einfache
Verschiebung des Kolbens von Hand. Die Form des Kolbens ist beliebig. Er kann auf
der der Farbmasse zugewandten Seite eine glatte Druckfläche besitzen, er kann eine
Öffnung zur Aufnahme eines Farbmassenstiftes besitzen, er kann am Umfang eine Dichtung
tragen usw.
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Bei einer anderen Ausführungsform weist die Verschiebevorrichtung
seitlich am Gehäuse angebrachte Druckelemente auf, die eine Axialverschiebung der
Farbmasse bewirken. Es kann sich hierbei um durch die Gehäuseseitenwand greifende
Druckelemente handeln vorzugsweise werden die Druckelemente aber durch die ganz
oder teilweise elastische Gehäusewand selbst gebildet. Bei einer Farbmasse aus plastischem
oder flüssigem Material führt eine Betätigung der Druckelemente durch eine Volumenverkleinerung
im Gehäuseinnern von selbst zu einer Bewegung der Farbmasse in Richtung auf die
Kugel. Statt dessen kann man aber auch eine Übertragungsvorrichtung dazwischenschalten,
die z. B. aus einer Schrägfläche am Kolben oder einem Farbmassenstift, an der die
Druckelemente angreifen können, besteht.
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Bei einem weiteren Ausführungsbeispiel der Neuerung ist ein zweiteiliges
Gehäuse vorhanden, dessen Teil durch eine Feder axial auseinandergedrückt werden,
von denen der eine Teil die Kugel und der andere Teil die Farbmasse trägt. Hierbei
wird durch Anpressen des Lippenstiftes an die Lippe die Kontaktgabe zwischen Kugel
und Farbmasse hergestellt.
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Fast alle Ausführulgsbeispiele eig-nen sich in entsprechender Abwandlung
für die Verwendung sowohl fester bis weicher Farbmassenstifte als auch plastischer
oder flüssiger Farbmassen. Ist ein Farbstift verbraucht, kann man ihn einfach durch
einen neuen ersetzen. Ist eine Flüssigkeitsfüllung verbraucht, kann man entweder
das Gehäuse oder einen Behälter im Gehäuse erneut füllen oder aber eine Nachfüllpatrone
einsetzen, die vorzugsweise die Form eines weichen Behälters hat.
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In den meisten Fällen ist es empfehlenswert, wenn die Kugel die vordere
Öffnung des Gehäuses abschließt. Inellen Fällen läßt sich eine solche Abstimmung
zwischen dem Spiel der Kugel in ihrer Halterung und der Konsistenz der Farbmasse
erzielen, daß die Kugel leicht drehbar ist, aber trotzdem einen einwandfrei abdichtenden
Verschluß darstellt.
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Die Verwendung von festen Farbmassenstiften in Verbindung mit der
Verschiebevorrichtung macht es aber auch möglich, die Kugel in mehreren Armen frei
sichtbar zu halten, was nicht nur einen besonderen ästhetischen Effekt ergibt, sondern
auch gestattet, die einwandfreie Arbeitsweise der Kugel zu betrachten.
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Die Kugel kann aus den verschiedensten Materialien bestehen, z.
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B. Metall, Mattglas, gerauhten Kunststoff. Auch die Kugelhalterung
kann aus llietall oder Kunststoff bestehen.
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In manchen Fällen empfiehlt es sich, die Abdeckhülse mit einem Einsatz
aus weichem, möglichst saugfähigem Material, wie Schaumstoff oder dgl., im Bereich
der Kugel zu versehen. Auf diese Weise
wird einerseits die Kugel
geschützt und andererseits gesäubert.
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Weitere Merkmale der Neuerung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
mehrerer Ausführungsbeispiele im Zusammenhang mit der Zeichnung. Es zeigen : Fig.
1 einen Kugel-Lippenstift gemäß der Neuerung mit Abdeckhülse in räumlicher Darstellung,
Fig. 2 einen Längsschnitt durch einen Lippenstift mit verschraubbarem Innenkolben
und eingeschlossener Kugel, Fig. 3 in Seitenansicht eine freiliegende Kugel, Fig.
4 im Teillängsschnitt einen unter Federdruck stehenden Innenkolben, Fig. 5 im Teillängsschnitt
einen außen aufgeschraubten Kolben, Fig. 6 im Teillängsschnitt einen durch seitliches
Drücken zu betätigenden Innenkolben, Fig. 7 im Längsschnitt einen Lippenstift mit
Ersatzpatrone und Fig. 8 im Längsschnitt einen Lippenstift mit durch Federkraft
gespreiztem zweiteiligen Gehäuse.
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In Fig. 1 ist ein Kugel-Lippenstift dargestellt, der von außen
das
Gehäuse 1, die Kugel 2 mit ihrer Halterung 3 und eine Schraubevorrichtung 4 erkennen
läßt. Die Abdeckhülse 5 trägt in ihrer Spitze ein Schaumstoffstück 6t das die Kugel
2 schützt und säubert Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 ist auf das Gehäuse
11 die Halterung 13 mit der Kugel 12 aufgeschraubt. Die Schraubvorrichtung 14 betätigt
den Kolben 17 mit der Fassung für den Farbstift 18. Zu diesem Zweck trägt die Schraubvorrichtung
14 eine an ihrem oberen Rand 19 im Gehäuse 11 geführte und mit einem Schlitz 2o
versehene Hülse 21. Das Gehäuse 11 weist einen Gewindegang 22 auf. Der Kolben 17
trägt einen seitlichen Zapfen 23, der durch den Schlitz 2o in den Gewindegang 22
greift. Durch Drehen der Vorrichtung 14 kann in an sich bekannter Weise der Farbstift
18 nach oben geschraubt werden.
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Bei einer Benutzung des Lippenstiftes braucht man den Farbstift 18
nur soweit hochzuschrauben, daß er an der Kugel 12 anliegt. Die hierbei auf den
Stift wirkenden Kräfte sind gering. Die beim Aufpressen auf die Lippen auftretenden
Kräfte werden vollständig von der Kugel 12 aufgenommen und über das Gehäuse 11 abgeführt.
Der Farbauftrag durch die Kugel 12 ist sehr gleichmäßig, da die Farbaufnahmefähigkeit
der Kugel weitgehend druckunabhängig ist. Ist soviel Farbmasse verbraucht, daß die
Kugel 12 keine Farbmasse mehr überträgt, kann man durch einfaches Nachstellen den
Farbstift 18 wieder in Kontakt mit der Kugel bringen.
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In Fig. 3 ist auf das Gehäuse 31 eine Halterung 33 für die Kugel 32
aufgeschraubt, bei der lediglich vier Arme 39 an der Kugel anliegen. Auf diese \/eis
ist die Kugel 32 und auch der Farbstift 38 sichtbar. Man kann daher die Abnutzung
und die Nachstellung des Stiftes 38 beobachten.
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In Fig. 4 ist in das Gehäuse 41 ein Kolben 47 mit Farbstift 48 eingesetzt,
der mit Hilfe einer Feder 49 nach oben gegen die Kugel gedrückt wird. Man kann die
Federkraft so bemessen, daß zwar
die Anlage erfolgt, der Stift 48
aber nicht übermäßig beansprucht wird. Diese Ausführung ist besonders für kurze
Lippenstifte empfehlenswert.
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In Fig. 5 ist das Gehäuse 51 außen mit Gewinde versehen, auf das der
Außenkolben 57 aufgeschraubt ist. Durch Verschrauben des Kolbens 57 wird die hier
flüssige oder plastische Farbmasse 58 gegen die Kugel gedrückt. Zur vollständigen
Ausnutzung eines dikken, plastischen Farbstoffes ist es empfehlenswert, eine Luftzutrittsöffnung
55 mit einem Saugventil 56 vorzusehen. Man kann dann, wenn der Lippenstift mit der
Kugel nach unten gehalten wird, durch Losschrauben des Kolbens 57 etwas Luft ansaugen
und dieses Luftpolster durch Verschrauben des Kolbens in entgegengesetzter Richtung
unter Druck setzen, so daß die Paste'58 während des mahlvorganges mit der Kugel
in Berührung steht.
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In Fig. 6 ist in dem Gehäuse 61 der Kolben 67 mit dem Farbstift 68
vorgesehen. Der Kolben 67 besitzt eine relativ große Umfangsfläche und hält durch
Reibung an Ort und Stelle im Gehäuse 61. An der Unterseite ist der Kolben mit einem
kegelförmigen Fortsatz 69 versehen. Die Gehäusewände sind elastisch. Drückt man
die Gehäuseseitenwand in die gestrichelte Lage, so wird dadurch der Kolben 67 mit
dem Stift 68 nach oben gegen die Kugel geschoben. Wegen der Reibung zwischen Kolben
und Gehäusewand bleibt die so eingestellte Lage erhalten.
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In Fig. 7 ist wiederum ein Gehäuse 71 mit elastischen Seitenwänden
vorgesehen. Dieses ist auf die Halterung 73 für die Kugel 72 aufgesetzt. Die Halterung
73 ist auf den Kopf 75 einer im übrigen mit dünner Wand 76 ausgeführten Nachfüllpatrone
78 geschraubt, die mit flüssiger oder plastischer Farbmasse gefüllt ist. Zwischen
dem Kopf 75 und der Kugel 72 befindet sich ein Arbeitsraum 74, der über eine Drosselbohrung
79 mit dem Inneren der Patrone 78 in Verbindung steht. Diese Drosselbohrung kann
gegebenenfalls auch mit einem zum Raum 74 hin öffnenden Rückschlagventil versehen
sein.
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Drückt man die Seitenwände des Gehäuses 71 zusammen, gelangt Farbmasse
durch die Bohrung 79 in den Raum 74. Wegen der Drosselwirkung dieser Bohrung kann
die Yarbmasse nicht sofort aus dem Raum 74 wieder zurücklaufen, so daß sie auch
noch längere Zeit mit der Kugel 72 in Kontakt steht, nachdem der Druck auf die Seitenwände
des Gehäuses 71 aufgehört hat. Auch bei dieser Anordnung kann man ein Luftpolster
in der Patrone 78 schaffen, wenn man in der veranschaulichten Stellung Luft einsaugt,
dann den Lippenstift umdreht und nunmehr Farbe in den Raum 74 preßt.
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In Fig. 8 ist ein zweiteiliges Gehäuse mit den Teilen 81 und 83 vorgesehen.
Der Teil 83 trägt die Kugel 82. Der Teil 81 hält über eine Gewindeplatte 86 und
das Stützglied 87 den Farbstift 88.
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Die beiden Teile werden durch die Feder 89 auseinandergespreizt. denn
bei der Benutzung die Kugel 82 gegen die Lippen gepreßt wird, ergibt sich automatisch
der Kontakt zwischen Kugel 82 und Stift 88.
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Die veranschaulichten Ausführungsbeispiele können in vielerlei Hinsicht
abgewandelt werden, ohne vom Grundgedanken der Neuerung abzuweichen. So kann man
die Kugelhalterung nach Fig. 3 mit irgendeiner der Kolbenhalterungen für Farbstifte
kombinieren. Statt der Farbstifte in den Fig. 2,4 und 6 kann ohne große Abwandlung
auch eine Farbflüssigkeit oder-paste benutzt werden. Umgekehrt kann man auch in
Verbindung mit Fig. 5 einen Farbstift verwenden.
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Statt der eindrückbaren Seitenwände in den Fig. 6 und 7 kann man auch
in Durchbrüchen angebrachte Druckelemente vorsehen, die den gleichen Zweck erfüllen.
Es ist auch nicht notwendig, daß die Gehäusewände ringsum elastisch sind, es genügt
eine Verformbarkeit auf einer oder gegebenenfalls zwei Seiten. Die Außenform des
Gehäuses kann sich rein nach ästhetischen Gesichtspunkten richten, also zylindrisch,
quaderförmig, paraboloidförmig, ausgebaucht usw. sein. Auf die gleiche Weise lassen
sich auch andere/Make-up-oder Farbauftraggeräte ausbilden, bei denen die gleichen
Probleme vorherrschen, z. B. Augenbrauenstifte. kosmetische