-
"Vorrichtung zur Seilführung und-halterung bei einer Einschienen-Hängebahn"
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Seilführung und-halterung bei einer
Einschienen-Hängebahn, insbesondere für Grubenbetriebe, bei der im allgemeinen das
mit seinen Enden an der Laufkatze angeschlossene Zugseil am vorderen Ende der Schienenbahn
über eine Umlenkrolle und am hinteren Ende um einen Haspel, mittels dessen die Laufkatze
in beiden Richtungen über die Schienenbahn bewegt wird, geführt ist.
-
Da derartige Einschienen-Hängebahnen aus verhältnismäßig einfachen
Bauteilen bestehen und in kurzer Zeit aufgebaut und wieder abgebaut werden können,
haben sich diese Hängebahnen in letzter Zeit in Grubenbetrieben neben den anderen
Beförderungseinrichtungen sehr stark verbreitet.
-
Die Laufschienen lassen sich in den Strecken der Grubenbetriebe verhältnismäßig
leicht anordnen, da man zur Aufhängung dieser Schienen die Ausbaueisen oder dergleichen
des Streckenausbaues benutzen kann. Bei den bekannten Einschienen-Hängebahnen für
Grubenbetriebe erfolgt die Befestigung der Laufschienen meistens mit Hilfe von Ketten,
die mit klammerartigen Vorrichtungen einerseits an der Laufschiene selbst und andererseits
am Streckenausbau befestigt werden. Als Antriebsorgan für die Laufkatze
dient
ein Haspel, der am hinteren Ende der Schienenbahn aufgestellt wird und über den
ein Zugseil geführt ist, dessen Enden an der Laufkatze befestigt sind, wobei das
eine Seilende vom Haspel ausgehend über eine am vorderen Ende der Schienenbahn angeordnete
Umlenkrolle geführt ist. Auf diese Weise kann mit Hilfe des Haspels die Laufkatze
in beiden Richtungen über die gesamte Länge der Schienenbahn bewegt werden.
-
Da derartige Einschienen-Hängebahnen teilweise eine Streckenlänge
von mehr als 80 bis 100 m erreichen, läßt es sich nicht vermeiden, daß die von der
Laufkatze ausgehenden Seilenden und auch das Gegenseil, vielfach Leerseil genannt,
stark durchhängen, was soweit gehen kann, daß die Seile auf der Streckensohle aufliegen.
Um die Seile in einemmöglichst gleichbleibenden Abstand unterhalb der Laufschiene
zu halten, ist man bereits dazu übergegangen, Seilrollen anzuordnen, auf die sich
die durchhängenden Seile auflegen. Hiermit ist das Problem einer einwandfreien Seilführung
und-halterung aber noch nicht gelöst, da eine zuverlässige Ablage des Seiles auf
die Seilrollen nur dann gewährleistet ist, wenn diese Rollen in bezug auf die durchhängenden
Seilenden genau ausgerichtet sind. Eine beiderseitige Führung der beiden von der
Laufkatze ausgehenden Seilenden ist bei diesen Anordnungen deshalb nicht möglich,
weil an der Laufkatze eine Reserveseiltrommel angehängt ist, die infolge ihrer großen
Abmessungen die Anwendung von bügelartigen Seilrollenbefestigungen praktisch verhindert.
Hinzu kommt,
daß bei nicht geradlinigem Verlauf der Schienenbahn
außer den eigentlichen Tragrollen noch weitere Führungsrollen erforderlich sind,
die ein seitliches Abrutschen der Seile von den Tragrollen verhindern sollen. Hierdurch
wird aber die Gesamtanordnung der Seilführung derart kompliziert, daß sie in dieser
Form bisher praktisch nicht angewendet worden ist.
-
Die vorliegende Erfindung hat sich das Ziel gesetzt, eine Vorrichtung
zu schaffen, die sowohl eine einwandfreie Hal-
| ; tig zur |
| terung des Seiles gestattet als auch gleichzeitig zur |
Führung des Seiles beim Auftreten von Seitenkräften, insbesondere wenn die Schienenbahn
keinen geradlinigen Verlauf aufweist, dient. Diese Vorrichtung soll darüber hinaus
aus einfachen Bauteilen bestehen und an den Laufschienen der Hängebahn selbst zu
befestigen sein. Außerdem soll die Vorrichtung sowohl zur Führung der beiden von
der Laufkatze ausgehenden Seilenden als auch des Gegenseiles anwendbar sein.
-
Gemäß der Erfindung besteht eine derartige Vorrichtung im wesentlichen
aus einer unterhalb der Laufschiene anzuordnenden Traverse mit an dieser auf senkrecht
nach unten ragenden Bolzen befestigten, mit vorstehenden äußeren Spurkränzen nebeneinanderliegenden
Rollen, von denen die mittlere sowie eine äußere Rolle (Hauptrollen) etwa symmetrisch
zur Längsmittelebene der Laufschiene angeordnet
sind und zwischen
ihren Spurkränzen die an der Laufkatze befestigten Seilenden aufnehmen, während
die mittlere Hauptrolle und die andere äußere Rolle (Nebenrolle) das Gegenseil führen,
wobei der untere Spurkranz der äußeren Hauptrolle vorstehende, bis dicht an den
im Durchmesser kleineren Spurkranz der mittleren Rolle reichende Sternsegmente aufweist,
zwischen die die Stege einer an der Laufkatze in der Ebene der unteren Spurkränze
angeordneten Sprossenstange beim Vorbeifahren der Laufkatze eingreifen.
-
Nach einem weiteren Kennzeichen der Erfindung ist der untere Spurkranz
der mittleren Hauptrolle mit einem vorstehenden Ringansatz versehen, der einerseits
die entsprechend angeschrägten Enden der Sternsegmente der äußeren Hauptrolle übergreift
und sich andererseits bis dicht an den Spurkranz der Nebenrolle erstreckt.
-
Die Vorrichtung gemäß der Erfindung wird je nach der Länge der Schienenbahn
und nach dem zu erwartenden Durchhang der beiden Seile unmittelbar am unteren Flansch
der aus einem I-Profil bestehenden Laufschiene befestigt. Die beiden Seilenden,
die von der Laufkatze ausgehen, lassen sich ohne weiteres zwischen die beiden Hauptrollen
einführen, indem das Seil zwischen zwei Sternsegmente eingelegt und der Stern danach
soweit gedreht wird, bis das Seil auf der anderen Seite der beiden Rollen liegt.
Die
Sprossenstange wird zweckmäßigerweise auf einem mit der offenen
Seite nach oben liegenden U-förmigen Bügel befestigt, dessen Enden mit seitlich
vorstehenden Laschen der Laufkatze verschweißt werden. An diesem Tragbügel für die
Sprossenstange kann gleichzeitig die Halterung für die Reserveseiltrommel befestigt
sein.
-
Um auch das Gegenseil leicht einführen zu können, ohne daß die Nebenrolle
abgenommen werden muß, ist nach einem weiteren Merkmal der Erfindung am Umfang des
unteren Spurkranzes der Nebenrolle eine vorzugsweise schräg zur Drehachse verlaufende
Nut mit einem Öffnungsquerschnitt in der Stärke des Zugseiles vorgesehen. Es ist
jedoch auch möglich, die schräg verlaufende Nut mit einem kleineren Öffnungsquerschnitt
auszubilden und dafür in dem von stehenden Ansatz der mittleren Hauptrolle zusätzlich
eine Aussparung anzuordnen, wobei Nut und Aussparung in dekkungsgleicher Lage einen
freien Querschnitt haben, der wenig größer ist als der Seilquerschnitt.
-
Weiterhin können an den Innenseiten der oberen Spurkränze der Hauptrollen
auf einem gemeinsamen Kreisbogen - in der Ebene der beiden Drehachsen-liegende Ausbuchtungen
vorgesehen sein, die dazu dienen, den Durchtrittsquerschnitt zu vergrößeren, was
insbesondere für die bogenförmige Einführung des Seilendes in die Sprossenstange
| und von dort zur Reserveseiltrommel vorteilhaft ist. |
-
Von den Vorteilen, die die Vorrichtung gemäß der Erfindung mit sich
bringt, sind insbesondere zu nennen, daß beide Seilstränge entlang der Schienenbahn
in verhältnismäßig kurzem Abstand von der Laufschiene zuverlässig geführt werden,
daß die Vorrichtung wenig Platz beansprucht, und daß sie auch bei nicht geradlinigem
Verlauf der Hängebahn gleichermaßen anwendbar ist. heitere Einzelheiten der Vorrichtung
werden in der nachfolgenden Figurenbeschreibung anhand eines zeichnerisch dargestellten
Ausführungsbeispieles erläutert.
-
Auf den Zeichnungen zeigen : Fig. 1 eine Vorderansicht der Vorrichtung
zur Seilführung und-halterung mit einem Schnitt durch die mittlere Rolle, Fig. 2
eine Draufsicht der Vorrichtung und Fig. 3 eine Seitenansicht der Vorrichtung mit
einer durchbrochenen Darstellung der Laufkatze und der Sprossenstange im Bereich
der Rollen.
-
Bei der Darstellung in Figur 1 sind der Querschnitt der aus einem
I-Profil bestehenden Laufschiene mit 1, die beiden Seitenwangen der Laufkatze mit
2 und 3 und die Laufräder der Laufkatze mit 4 und 5 bezeichnet. Am unteren Flansch
der Laufschiene ist die Traverse 6 befewstigt,
die die Führungsrollen
7, 8 und 9 trägt, von denen die beiden Rollen, zwischen denen die von der Katze
ausgehenden Seilenden geführt sind, als Hauptrollen bezeichnet sind, während die
dritte Rolle, die in Verbindung mit der mittleren Rolle vorgesehen wird, wenn auch
eine Halterung und Führung des Gegenseiles erfolgen soll, als Nebenrolle bezeichnet
wird. Zur Lagerung der Rollen 7,8, 9 dienen Bolzen, die unmittelbar in Gewindebohrungen
der Traverse 6 eingeschraubt werden. Um einen möglichst leichten und reibungslosen
Lauf der Rollen sicherzustellen, sind die Rollen mit Kugellagern versehen.
-
Der untere Spurkranz der äußeren Hauptrolle 7 ist mit Sternsegmenten
10 ausgestattet, die über den Umfang des oberen Spurkranzes 11 hinausragen und bis
dicht an den Spurkranz 12 der mittleren Hauptrolle 8 heranreichen, der in seinem
Durchmesser kleiner ausgebildet ist als die beiden oberen Spurkränze 11,13. Um eine
teilweise Überdeckung des Spurkranzes 12 mit den Sterngsegmenten 10 zu erzielen,
sind die Sternsegmente an ihren oberen Enden angeschrägt, während der Spurkranz
12 einen entsprechenden ringförmigen Ansatz 14 aufweist.
-
Die Nebenrolle 9 ist mit einem unteren Spurkranz 15 versehen, der
in seinem Durchmesser so groß ausgebildet ist, daß er bis dicht an den ringförmigen
Ansatz 14 der mitt-
| leren Hauptrolle 8 reicht. Zur Einführung des Seiles 16 |
ist am Umfang des Spurkranzes 15 eine schräg zur Drehachse verlaufende
Nut 17 angeordnet, deren Öffnungsquerschnitt wenig größer ist als der Querschnitt
des Seiles 16. Bei einer abgewandelten Ausführungsform wird der'Öffnungsquerschnitt
der Nute 17 etwa auf die Hälfte verkleinert und zusätzlich in dem ringförmigen Ansatz
14 der Hauptrolle 8 eine Aussaparung 18 vorgesehen, die bei dekkungsgleicher Lage
mit der Nute zusammen mit dieser einen freien Querschnitt aufweisen, der gleichfalls
wenig größer ist als der Seilquerschnitt.
-
Die beiden Seilenden 19 und 20, die mit der Laufkatze fest verbunden
werden, sind, wie aus Figur 3 hervorgeht, bei der Anwendung der Vorrichtung gemäß
der Erfindung nicht unmittelbar am Gehäuse der Laufkatze, sondern an der Sprossenstange
21 befestigt. Die Sprossenstange 21 selbst wird zweckmäßigerweise von einem U-förmigen
Bügel 22 getragen, der mit seinen nach oben ragenden Schenkeln an seitlich vorstehenden
Laschen 23,24 des Laufkatzengehäuses angeschweißt wird. An dem Bügel 22 kann außerdem,
wie in Figur 1 angedeutet, die Halterung für die Reserveseiltrommel befestigt sein.
Das Seilende 20, das zur Reserveseiltrommel führt, ist in einem zulässigen Krümmungsradius,
gegebenenfalls unter Einschaltung einer rohrförmigen Einbettung, anstelle einer
Sprosse 25 durch die Sprossenstange 21 zur Reserveseiltrommel geführt. Um den Durchtrittsquerschnitt
zwischen den Rollen 7 und 8 für das Hindurch-
| führen des gebogenen Seiles in der Höhe zu vergrößeren, |
werden zweckmäßigerweise an den Innenseiten der oberen Spurkränze
der Rollen 7,8 vorzugsweise auf einem gemeinsamen Kreisbogen-in der Ebene der beiden
Drehachsenliegende Ausbuchtungen 26,27 vorgesehen.
-
Solange die Laufkatze sich außerhalb der Seilführungsvorrichtung befindet,
liegen die Seilstränge 16 einerseits und 19 bzw. 20 andererseits in den Öffnungen
zwischen den Rollen 7, 8 bzw. 8,9. Die allseitig geschlossenen Öffnungen stellen
dabei eine Führung der Seilstränge gegen Kräfte von allen Seiten dar. Wenn die Laufkatze
sich einer Seilführungsvorrichtung nähert, so erfolgt beim Auftreffen der ersten
Sprosse 25 auf ein Sternsegment 10 der Rolle 7 eine Drehung der Rolle und damit
ein ungehindertes Hindurchführen der Sprossenstange durch die Seilführungsvorrichtung.