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DE1720649A1 - Verfahren zur Herstellung von Acrylnitrilpfropfpolymerisaten - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Acrylnitrilpfropfpolymerisaten

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Publication number
DE1720649A1
DE1720649A1 DE19671720649 DE1720649A DE1720649A1 DE 1720649 A1 DE1720649 A1 DE 1720649A1 DE 19671720649 DE19671720649 DE 19671720649 DE 1720649 A DE1720649 A DE 1720649A DE 1720649 A1 DE1720649 A1 DE 1720649A1
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DE
Germany
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acrylonitrile
graft
mono
alkenyloxy
polyalkylene glycol
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DE19671720649
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DE1720649C3 (de
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Guenther Dr Nischk
Heinrich Dr Rinkler
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Bayer AG
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Bayer AG
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Publication date
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08FMACROMOLECULAR COMPOUNDS OBTAINED BY REACTIONS ONLY INVOLVING CARBON-TO-CARBON UNSATURATED BONDS
    • C08F283/00Macromolecular compounds obtained by polymerising monomers on to polymers provided for in subclass C08G
    • C08F283/06Macromolecular compounds obtained by polymerising monomers on to polymers provided for in subclass C08G on to polyethers, polyoxymethylenes or polyacetals

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Polymers & Plastics (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Graft Or Block Polymers (AREA)
  • Macromonomer-Based Addition Polymer (AREA)

Description

FARBENFABRIKEN BAYERAG1720649
P 17 20 649.4 - 44 LEVERKUSEN-B«yerwerk
Patent-Abteilung Sdt/As
Verfahren zur Herstellung von Acrylnitrilpfropfpolymerisaten
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von Acrylnitrilpfropfpolymerisaten, die eine gute Affinität für basische Farbstoffe besitzen, durch Pfropfung von Acrylnitril - gegebenenfalls in Gegenwart weiterer copolymerisierbarer Monomeren - auf Mono-ß-alkenyloxy-polyalkylenglykolsulfoalkyläther.
Aus Acrylnitrilhomopolymeren und Mischpolymerisaten mit neutralen Comonomeren hergestellte Fäden und Garne besitzen eine für die Praxis ungenügende Farbstoffaffinität. Demzufolge können sie nur sehr schlecht mit basischen und sauren Farbstoffen angefärbt werden.
Es ist bekannt, daß Monomere, die eine Allylstruktur besitzen, z.B. Allyl- oder Methallylsulfonate, sich mit Acrylnitril nur mit schlechten Ausbeuten copolymerisieren lassen und nur zu einem Bruchteil im Polymerisat eingebaut werden.
Es ist weiterhin bekannt, Acrylnitril allein oder in Verbindung mit weiteren Monomeren auf Polyalkylenoxide, z.B. Polyäthylenoxid oder Polypropylenoxid, zu pfropfen. Es entstehen Polymerisate, bei denen die Anfärbbarkeit nicht wesentlich erhöht ist.
Es wurde nun ein Verfahren zur Hera teilung von Acrylnitrilpfropf polymerisaten von mindestens 50 °ß> AcryLni trilgehal fc gele A 10 717 - 1 -
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funden, die eine besonders gute Anfärbbarkeit für basische Farbstoffe zeigen und eine hervorragende Thermostahilität besitzen, wenn man Acrylnitril, gegebenenfalls zusammen mit weiteren Comonomeren in wäßrigem Medium, in Lösungsmitteln oder Wasserlösungsmittelgemischsn auf lineare oder verzweigte Mono-ß-alkenyloxy-polyalkyl-en-glykolsulfoalkyläthern, vorzugsweise vom Molgewicht 300 bis 5 000, in Gegenwart von radikalbildenden Katalysatoren polymerisiert. Dabei ist der Pfropffungsgrad von Acrylnitril, das heißt der Quotient von entstandenem Pfropfpolymerisat zum gesamten neugebildeten Polymerisat, bei den Mono-ß-alkenyloxy-polyalkylenglykolsulfoalkyläther/iim Vergleich zu Polyalkylenglykolen bzw. deren Ätheralkylensulfonsäuren erhöht.
Die Mono-ß-alkenyloxy-polyalkylenglykol-sulfoalkyläther können durch Umsetzung von Mono-ß-alkenyloxy-polyalkylenglykolen mit aliphatischen SuItonen hergestellt werden, wobei die Glykole durch Oxalkylierung von ungesättigten aliphatischen Alkoholen erhalten werden. Die verfahrensgemäß eingesetzten Pfropfsubstrate entsprechen der allgemeinen Formel
A £ CH2-(0-CH2-CH)x-0-(CH2)y-S03H7n
worin A ein aliphatisch ungesättigter organischer Rest, R Wasserstoff oder eine Alkylgruppe, χ eine ganze Zahl von 3 bis 120, y eine ganze Zahl von 2 bis 6 und η 1 bis 5 bedeuten.
Beispielsweise folgende Verbindungen - vorzugsweise vom Molgewicht 300 bis 5 000 - können eingesetzt Werdens
CH2=CH-CH2-(0-CH2-CH2)χ-0-(CH2)3-SO3 CH9=CH-CH9-(O-CH9-CH)-O-(CH9U-SO^h
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CH3
CH2=C-CH2-(0-CH2-CH)χ
)^-S O
CH5-CH=CH-CH2-(0-CH2-CH2)x-0-(CH2)3-S05H
CH3-CH=CH-CH2-(0-CH2-CH)x-O-(CH2)5-
CH,
CH=CH-CH2-(0-CH2-CH2)x-0-(CH2)3-S03H
CH-CH2-(0-CH2-CH2)χ-0-(CH2 J3-SO3H CH-CH2-(0-CH2-CH2)x-0-(CH2)3-SO3H
CH9=CH-CH9-0-CH9-C/"CH9-(0-CH9-CH9) -O-(CH9),-
CH2-(0-CH2-CH2)χ-Ο-(CH2)5-SO3H CH3-CH2-C-CH2-(0-CH2-CH2)χ-Ο-(CH2J3-SO3H
CH2-O-CH2-CH=CH2
CH2-O-CH2-CH=CH2
CH-(O-CH2-CH2)X-O-(CH2)3-SO CH2-(O-CH2-CH2)X-O-(CH2)3-SO3H
CH2-(0-CH2-CH2)χ-0-(CH2)3-SO3H
H9C=C
2 I
CH2-(0-CH2-CH2)χ-0-(CH2)3-SO3H
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χ = ganze Zahl von 3 bis 120.
Die Menge der im Reaktionsmedium gelösten Mono-ß-alkenyloxy-polyalkylenglykol-sulfoalkyläther richtet sich nach dem Verwendungszweck, ist aber auch von der Polymerisationsart und den verwendeten Katalysatoren des aufgepfropften Acrylnitrils abhängig. Bei der Polymerisation des Acrylnitrils in wäßrigem Medium werden in der Regel Katalysatorsysteme verwendet (z.B. Persulfat/Bisulfit), die kationische Farbstoffe bindende Endgruppen liefern.
Beabsichtigt man, die Pfropfpolymerisate für die Herstellung von Pasern und Fäden zu verwenden, so genügen bereits 2 bis 10 Gewichtsprozent der sulfierten Mono-ß-alkenyloxypolyalkylenoxide, um die in der Praxis allgemein erforderliche Anfärbbarkeit zu erzielen. TJm besondere Effekte zu erzielen, wie z.B. eine besonders starke Erhöhung der Hydrophilie bzw. des Quellvermögens der Pfropfpolymerisate, können, bis 30 Gewichtsprozent der Pfropfgrundlage verwendet werden.
Bei der Pfropfpolymerisation von Acrylnitril in organischen Lösungsmitteln, z.B. Dimethylformamid oder Dimethylsulfoxid, werden,um eine gute Anfärbbarkeit zu erzielen, 5 bis 15 Gewichtsprozent der Mono-ß-alkenyloxy-polyarylenglykol-sulfoalkyläther als Pfropfgrundlage benötigt, da die bei der Pfropfung des Acrylnitrils vorzugsweise verwendeten Katalysatoren keine zusätzlichen sauren Endgruppen liefern, wie es bei der wäßrigen Polymerisation der Fall ist.
Vorzugsweise wird die Pfropfpolymerisation von Acrylnitril auf Mono-ß-alkenyloxy-polyarylenglykol-sulfoalkyläther in Gegenwart von weiteren copolymerisierbaren ungesättigten Verbindung gen vorgenommen. Solche Verbindungen sind unter anderem Acrylsäure- und Methacrylsäureester, Vinylester wie Vinylacetat, Styrol und seine neutralen Derivate, Vinylchlorid, Vinyliden-
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Chlorid, Vinylbromide, Acryl- und Methacrylamide, Vinylketone oder Vinylidencyanid. Es können durch Pfropfpolymerisation eines dritten Comonomeren, wie z.B. Acrylsäuremethylester, Methylmethacrylat oder Vinylacetat, die Löslichkeit der Polymerisate wesentlich erhöht und die färberischen Eigenschaften der Faser weiter verbessert werden. Der Gehalt der erwähnten Comonomeren im Polymerisat kann 2 bis 20 $, vorzugsweise 5 bis 7 % betragen. Um neben der guten färberischen Eigenschaft die Entflammbarkeit und Brennbarkeit der Paser herabzusetzen, können 20 bis 40 Gewichtsprozent Vinylidenchlorid als Pfropfkomponente eingesetzt werden.
Die wäßrige Polymerisation und Pfropfung erfolgt vorzugsweise mit Hilfe von wasserlöslichen radikalbildenden Katalysatoren oder Katalysatorsystemen. Als solche können anorganische oder organische Perverbindungen, weiterhin Azoverbindungen eingesetzt werden. Bevorzugt werden jedoch Redoxsysteme, insbesondere auf Basis von Perverbindungen und Schwefelverbindungen niedriger Oxydationsstufen. Als Perverbindungen werden im Redoxsystem vorzugsweise die wasserlöslichen Salze der Peroxydischwefelsäure, wie z.B. Kalium-, Natrium- oder Ammoniumpersulfat, benutzt. Als Reduktionskomponenten werden z.B. Schwefeldioxid, Alkalihydrosulfite, Alkalipyrosulfite und Alkalithiosulfate eingesetzt.
Die Katalysatoren werden in Mengen von 0,5 bis 5 #, bezogen auf das Gesamtgewicht der Monomeren, eingesetzt. Das Verhältnis zwischen Oxydations- und Reduktionsmittel im Redoxsystem liegt vorzugsweise zwischen 1 : 2 und 1 : 10. Die Polymerisation der ungesättigten Verbindungen erfolgt dabei nach bekannten kontinuierlichen oder diskontinuierlichen Verfahren. Das verwendete entsalzte Vrasser beträgt etwa die 5- bis 10-fache Menge der eingesetzten Komponenten. Die Reaktionstemperatur richtet sich nach der Art des Katalysators und der eingesetzten Monomeren. Sie kann zwischen 20 und 900C liegen, vorzugsweise werden Polymerisation und Pfropfung zwischen 40 und 65 C
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durchgeführt. ic:
Man verfährt im allgemeinen so, daß man die Mono-ß-alkenyl-' polyalkylenglykol-sulfoalkyläther im wäßrigen Medium löst, auf die Polymerisationetemperatur erhitzt und beim pH-Wert zwischen 1-6, vorzugsweise^ 1-4·, das Monomere oder das Gemisch' mehrerer aufzupfropfender Monomerer mit dem Katalysator auf einmal oder allmählich zugibt, oder den Katalysator bzw. das Katalysatorgemisch nachträglich einbringt. Die anfallenden Pfropfpolymerisate werden von der flüssigen Phase durch Pil» tration oder Zentrifugieren getrennt, mit entsalztem Wasser gewaschen und unter vermindertem Druck oder im Heißluftstrom getrocknet.
Bei der Durchführung der Pfropfpolymerisation in organischen Lösungsmitteln, wie z.B. Dimethylformamid, kann der Anteil von Mono-ß-alkenyloxy-polyalkylenglykol-sulfoalkyläther und aufzupfropfendem Acrylnitril zu dem Lösungsmittel mengenmäßig bis etwa 25 Gewichtsprozent erreichen. Wenn man die Pfropfung von Acrylnitril zusätzlich mit weiteren Comonomeren, z.B. mit 5 bis 8 Gewichtsprozent Acrylsäuremethylester durchführt, so läßt sich der Anteil von Pfropfgrundlage und Monomeren bis 50 Gewichtsprozent, vorzugsweise 25 bis 35 Gewichtsprozent, des Dimethylformamidβ steigern, ohne daß eine Gelierung oder Trübung der Lösung während oder nach Beendigung der Pfropfpolymerisation auftritt. Aufgrund der schlechten Lösungseigenschaften liegen die Konzentration der Pfropfkomponenten bei anderen Lösungsmitteln wie Dimethylacetamid, Dirnethylsulfoxid oder Äthylencarbonat um etwa 5 bis 10 Gewichtsprozent niedriger als beim Dimethylformamid.
Zur Auslösung von Polymerisation und Pfropfung können in den verwendeten Lösungsmitteln lösliche, radikalbildende Katalysatorsysteme eingesetzt werden. Solche Katalysatoren sind z.B. Azoverbindungen wie Azoisobutyronitril, anorganische
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Peroxide wie Ammoniumpersulfat, ferner organische Hydroperoxide, Ketoperoxide, Acylperoxide oder Perester, vorzugsweise werden auch bei niedrigeren Temperaturen wirksame Redoxsysteme verwendet. Diese können aus den oben erwähnten organischen Peroxiden zusammen mit reduzierenden Verbindungen, wie z.B. Sulfinsäurederivate, bestehen. Wirksame Reduktionskomponenten' auf SuIfinsäurebasis sind Alkali- oder Aminosulfone von Sulfinsäuren, SuIfinsäureester und Amide, ferner Φ-Aminosulfone oder Formamidinsulfinsäure. Bei diesen Redoxsystemen ist die Anwesenheit einer starken Säure, wie z.B. Schwefelsäure oder aromatische Sulfonsäure, notwendig, bzw· unter Umständen vorteilhaft. Das Reaktionsgemisch enthält in der Regel bis zu 3 der erwähnten Katalysatoren. Bei Redoxsystemen liegt das Molverhältnis zwischen Peroxid und Sulfinsäurederivat zwischen 1 : 0,2 und 1 t 4- Die Säure kann bis zu einem vierfachen molaren Überschuß zum Sulfinsäurederivat eingesetzt werden.
Die -Pfropfung von Acrylnitril und weiterer Comonomeren suf Mono-ß-alkenyloxy-polyalkylenglykol-sulfoalkyläther kann auch im Lösungsmittel/Wassergemisch durchgeführt werden. Die Polymerisationstemperatur kann - abhängig von den verwendeten Katalysatoren bzw. dem Lösungsmittel - in einem weiten Bereich zwischen 0 und 1000C gewählt werden. Vorzugsweise wird die Pfropfpolymerisation zwischen 25 und 65°C durchgeführt. Nach Erreichen der gewünschten PfropfUmsatz- bzw. Lösungskonzentration wird die Pfropfpolymerisation durch Zugabe eines bekannten Inhibitors unterbrochen. Anschließend kann die Lösung direkt oder nach Entfernen der nicht umgesetzten Monomeren, z.B. in einem Dünnschichtverdampfer unter vermindertem Druck, nach bekannten Trocken- oder Naßspinnverfahren versponnen werden. Die so gewonnenen Spinnlösungen sind farblos oder nur geringfügig gelblich verfärbt,klar und gelfrei, wodurch eine leichte unproblematische Weiterverarbeitung gewährleistet ist. Durch Eingießen der viskosen Polymerlösung unter gutem Rühren in Y/asser oder ein Waaser/Methanol-Gemisch (z.B. mit einem Ultraturrax), läßt sich das Pfropfpolymerisat auch in
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fester Form gewinnen«
Die in den verfahrensgemäß hergestellten Pfropfpolymerisaten enthaltenden 3ulfonsäuregruppeη verleihen den Polymerisaten eine außerordentlich gute Anfärbbarkeit mit basischen Farbstoffen. Die erfindungsgemäßen Pfropfpolymerisate besitzen außerdem eine wesentlich gesteigerte Hydrophilie gegenüber reinem Polyacrylnitril oder Miechpolymerieaten von-Acrylnitril. Lösungen der Pfropfpolymerisate, z.B. in Dimethylformamid oder Dirnethylsulfoxid, besitzen eine gute Thermostabilität, sind klar und gelfrei und können ohne Schwierigkeiten versponnen werden.
Im folgenden wird beispielsweise die Herstellung von Allyloxy-polyäthylenglykol-sulfopropyläther angegebeni
In 58 Teile Allylalkohol und 1 Teil Kaiiumhydroxid wird bei zunächst 950C Äthylenoxid eingeleitet. Dabei findet Oxäthylierung des Allylalkohol statt, wobei man die Temperatur langsam bis 13O0C ansteigen läßt. Nach Erreichen des gewünschten Molgewichts unterbricht man die Oxäthylierung, setzt ' 122 Teile Propansulton-1,3 zu und erhitzt 15 bis 24 Stunden auf 60 bis 1000C, wobei sich der Allyloxypolyäthylenglykolsulfopropyläther bildet.
Beispiel 1
In 4 000 Teilen entsalztem Wasser werden 30 Teile Allyloxypolyäthylenglykol-sulfopropyläther
CH2=CH-CH2-(0-CH2-CH2)x-0-(CH2)3-S03H χ = 13 bis H
(Molgewicht~800) unter Rühren gelöst. In die Lösung werden anschließend 285 Teile Acrylnitril und 15 Teile Acrylsäure-
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methylester eingetragen. Bei 50 bis 550C wird durch Zugabe von 2,1 Teilen Kaiiumpersulfat und 6,3 Teilen Natriummetabisulfit die Pfropfpolymerisation gestartet. Es wird 4 bis 5 Stunden bei 55 bis 6O0C unter Stickstoffatmosphäre polymerisiert. Das anfallende Pfropfpolymerisat wird abfiltriert, mit entsalztem Wasser gut ausgewaschen und bei 50 C im Vakuumtrockenschrank getrocknet.
Ausbeute: 281 Teile (85 #)
K-Wert (nach Pikentscher, Cellulosechemie Jj5, S. 58, (1932)): 82,
Beispiel 2
Im Lösungsmittelgemisch von 252,2 Teilen Dimethylformamid und 7,8 Teilen Wasser werden 131,6 Teile Acrylnitril, 8,4 Teile Acrylsäuremethylester und 14 Teile Allyloxypolyäthylenglykolsulfopropyläther (Molgewicht^800) bei 35 bis 4O0C unter Rühren gelöst. Es werden 1 Teil konzentrierte Schwefelsäure zugesetzt und die Polymerisation mit 1,2 Teilen Toluolsulfinamid und 2 Teilen Mono-tert.butylmaleinat (50 folge Paste in Dimethylphthalat) gestartet. Nach 16 Stunden Polymerisationszeit bei 35 bis 4O0C wird die helle, hochviskose Lösung mit dem gleichen Volumen Dimethylformamid verdünnt, das Pfropfpolymerisat mit Wasser ausgefällt und im Ultraturrax zerkleinert. Nach dem gründlichen Auswaschen mit entsalztem Wasser wird das Pfropfpolymerisat im Vakuumtrockenschrank bei 50 C getrocknet. Ausbeute: 136 Teile (88 %) K-Wert: 85,
Beispiel 3
In 2 000 Teilen entsalztem Wasser werden 7,5 Teile Buten-2-dioxy-1,4-bis-polyäthylenglykol-sulfopropyläther
CH-CH2-(0-CH2-CH2)x-0-(CH2)5-SO5H CH-CH2-(O-CH2-CH2)X-O-
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(Molgewicht 1 570) unter Rühren gelöst. In die Lösung werden 142,5 Teile Acrylnitril und 7,5 Teile Acrylsäuremethylester eingetragen. Die Temperatur der Reaktionsmischung wird auf 50 C gebracht und die Pfropfpolymerisation mit durch Zugabe von 1 Teil Kaliumpersulfat und 4 Teilen Natriummetabisulfit gestartet. Es wird 4 bis 5 Stunden bei 55 bis 600C polymerisiert (Stickstoffatmosphäre) . Das anfallende Pfropfpolymerisat wird abfiltriert, mit Wasser salzfrei gewaschen und bei 500C im Vakuumtrockenschrank getrocknet. Ausbeute: 137 Teile (87 #)
K-Wert: 86.
Die durch Pfropfreaktion im Polymerisat eingebauten Sulfonsäuregruppen wurden durch potentiometrische Titration in Dimethylformamidlösung derart bestimmt, daß 1 g Polymerisat in 100 ml Dimethylformamid mit einem Mischbett-Ionenaustauscher und anschließend mit einem stark sauren Ionenaustauscher behandelt wurde und dann mit n/100 methanolischer Kalilauge titriert wurde.
Als Meßgerät diente ein pH-Meter der Firma Knick, Typ 52 (Kalomel-Glaselektrode).
Die Meßwerte sind als Milliäquivalent saure Gruppen/1000 g Polymerisat in nachfolgender Tabelle aufgeführt. Außerdem läßt sich die erhöhte Anfärbbarkeit der Pfropfpolymerisate dadurch nachweisen, daß man die daraus hergestellten Filme mit basischen Farbstoffen anfärbt. Die Filme werden aus einer 15 #igen Dimethylformamidlösung in ca. 50/U Schichtdicke hergestellt, lösungsmittelfrei gewaschen und mit Astrazonblau B (Color Index 2nd. Ed., Bd. Ill, Nr. 42140) in einem Färbebad der Zusammensetzung
100,0 ml Astrazonblau-B-Lösung ( 1 g/l) 2,0 ml Essigsäure (30 g/l)
0,3 ml Natriumacetat (40 g/l)
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eine Stunde bei Kochtemperatur gefärbt. Die quantitative Bestimmung der aufgenommenen Farbstoffmenge wird so durchgeführt, daß die gefärbten Filme in Dimethylformamid, das 1 g Schwefelsäure pro Liter enthält, gelöst werden. Mit Hilfe eines Fotometers und einer Eichkurve werden die g aufgenommene Farbstoffmenge/g Film bestimmt ( Wellenlänge 620 mit ). Als Vergleich wurde ein Acrylnitrilhomopolymerisat (K-Wert 86) verwendet. Zur Prüfung der Verfärbungsneigung der Pfropfpolymerisate wurden 5$ige Lösungen in Dimethylformamid hergestellt, die bei Anwesenheit von Luft bei 8o°C getempert wurden. Die Extintionswerte der Lösungen wurden nach 20 Stunden mittels eines Elektrophotometers ( Typ BFK Photometer DS 1 der Firma Kipp und Zonen) bei einer Wellenlänge von 470 m# (Küvettenlänge 1 cm, Vergleichslösung reines Dimethylformamid) bestimmt.
Pfropf
poly
merisat
Beispiel
Nr.
mVal saure Gruppen g Farbstoff Temperwert
Extinktion
470 mu
1 1000 g Pm g Film 0,069
2 118,3 2,82 0,061
3 97,0 2,20 , 0,071
Vergleich 71,5 1,64 . 0,072
23,0 0,25 .
. ΙΟ"2
ίο-2
ΙΟ"2
ΙΟ"2
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Claims (6)

Patentansprüche
1. Verfahren zur Herstellung von gut anfärbbaren Acrylnitrilpolymeri8aten von mindestens 50 $ Acrylnitrilgehalt durch Pfropfpolymerisation von Acrylnitril, dadurch gekennzeichnet, daß man Acrylnitril, gegebenenfalls in Gegenwart anderer co- ; polymerisierbarer Monomeren, auf lineare oder verzweigte
, Mono-ß-alkenyloxy-polyalkylenglykol-sulfoalkyläther in Gegenwart von radikalbildenden Katalysatoren polymerisiert.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man, als weiterescopolymerisierbares Monomeres Acrylsäuremethylester verwendet.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Gewichtsverhältnis von Mono-ß-alkenyloxy-polyalkylenglykoleulfoalkyläther als Pfropfgrundlage zu den aufzupfropfenden Monomeren 2 : 98 bis 50 ι 50 beträgt.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Pfropfung in wäßrigem Medium bei pH-Wert 1 bis 6 in Gegenwart eines Redoxkatalysatorsystemes auf Basis Persulfat und Schwefelverbindungen niederer Oxydationsstufen durchgeführt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Pfropfpolymerisation in Dirnethylformamidlösung in Gegenwart von radikalischen Katalysatoren, die im Reaktionsmedium löslich sind, durchgeführt wird.
6. Acrylnitrilpfropfpolymerisat, enthaltend mindestens 50 $> polymerisiertes Acrylnitril und gegebenenfalls 2 bis 40 £ eines weiteren copolymerisierten Monomeren aus der Gruppe der Acryl- und Vinylverbindungen r sowie als Pfropfgrundlage 2 bie 15 £ eines Mono-ß-alkenyloxy-polyalkylenglykol-sulfoalkyläther s der allgemeinen Formel
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Noua Unterer; wi^^
A /CH2 - (0-CH2 - CH)x - 0 - (CH2)y -
worin A ein aliphatischer ungesättigter Rest, R Wasserstoff oder eine Methylgruppe, x eine ganze Zahl von 3 bis 120, y eine ganze Zahl von 2 bis 6 und η 1 bis 5 bedeuten, und der ein Molgewicht im Bereich von 300 bis 5000 aufweist, wobei das Pfropfpolymerisat einen K-Wert (nach Fikentscher, Cellulosechemie 13, S. .58 (1932)) im Bereich von 70 bis 110 aufweist.
,098-2771176
DE1720649A 1967-04-24 1967-04-24 Verfahren zur Herstellung von Acrylnitrilpfropfpoly merisaten Granted DE1720649B2 (de)

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DE1720649B2 DE1720649B2 (de) 1974-08-08
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