DE1719363B - Verfahren zur Behandlung von natürlichem und/oder synthetischem Fasermaterial zur Verbesserung von Rutschsicherheit, Mattglanz und/oder Widerstand gegen Trockenverschmutzung - Google Patents
Verfahren zur Behandlung von natürlichem und/oder synthetischem Fasermaterial zur Verbesserung von Rutschsicherheit, Mattglanz und/oder Widerstand gegen TrockenverschmutzungInfo
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Description
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein
Verfahren zur Behandlung von Fasermaterial, insbesondere von Geweben oder Teppichen, wodurch
gleitfcste und mattierende Eigenschaften und/oder Widerstandsfähigkeit gegen Trockenverschmutzung
erzielt wird.
Das erfindungsgemäße Verfahren zur Behandlung von natürlichem und/oder synthetischem Fasermaterial
mittels wäßriger Polysüoxanemuls.ionen zur Verbesserung von Rutschsicherheit, Mattglanz und/oder
Widerstand gegen Trockenverschmutzung durch Auftragen kolloidaler Suspensionen von festen Silsesquioxanen
und anschließendes Trocknen des Fasermatcrials ist dadurch gekennzeichnet, daß als Silsesquioxane
solche aus Einheiten der allgemeinen Formel
RSiO372
worin 5 bis 100% aer Reste R substituierte Kohlenwasserstoffreste
mit 1 bis 7 C-Atomen, deren Substitucnten Amino-, Mercapto-, Hydroxyl-, Epoxy-, Acrylat-,
Cyano- oder Carboxylgruppen sind, und bis zu 95% der Reste R einwertige, gegebenenfalls halo-Senierte
Kohlenwasserstoffreste mit 1 bis 7 C-Atomen bedeuten, mit Teilchengrößen im Bereich von 10 bis
1000 A, verwendet werden.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann zur Behandlung von beliebigem Fasermaterial natürlichei oder
synthetischer Herkunft verwendet werden, wobei <ik
verschiedenen erfindungsgemäß verwendbaren SiI-sesquioxanc
ähnlich wie bei den bekannten Behandlungsmethoden für einige der Fasermaterialien besser
geeignet sind, als für andere. Nichtsdestoweniger wird jedoch durch die Behandlung gemäß dem erfindungsgemäßen
Verfahren eine Verbesserung der Gleitfcstigkeil.
Mattierung und/oder Widerstandsfähigkeit gegen Trockenverschmutzung bei allen Fasermaterialien
erzielt. Fasermaterialien, die erfindungsgemäß behandelt werden können sind z. B. solche aus Wolle,
Jute, Flachs, Asbest, Baumwolle, Reyon, Nylon. Acrylatcn, Polyacrylnitril, Polyvinylidenchlorid, Polyestern,
Celluloseacetat, Glas und Gemische hiervon.
Wie bereits ausgeführt, erfolgt die erfindungsgemäße
Behandlung des Fasermaterials mit einer kolloidalen Suspension aus festen Silsesquioxan:n der angegebenen
Art. Unter »festen« Silscsquiojanen ist zu verstehen, daß diese weder gasförmig, noch flüssig sind.
Zur Erzielung der besten Ergebnisse sollte nach Verdampfen der kolloidalen Suspension das niedergeschlagene
Silscsquioxan ein leicht verreibbarer oder spröder Feststoff sein, wobei das erst ere bevorzugt ist.
Selbstverständlich können gegebenenfalls auch Gemische und Mischpolymerisate der Silsesquioxane
verwendet werden. Die durchschnittliche Teilchen- größe derselben muß in dem angegebenen Bereich
liegen; Teilchengrößen von IO bis 400 A sind jedoch bevorzugt.
Die Reste R der Silsesquioxane können beliebige Alkyl-, Alkenyl-, Alkinyl-, Cycloalkjl-, Aryl-, Alkaryl-
oder Aralkylreste sein, die Substituenten der genannten Art und je Rest nicht mehr als 7 C-Atome enthalten.
Außerdem können bis zu 95% der Reste R beliebige Alkyl-, Alkenyl-, Alkinyl-, Cycloalkyl-, Aryl-, Alkaryl-
oder Aralkylreste oder halogenierte Derivate hiervon sein. Spezielle Beispiele hierfür sinci Methyl-, Äthyl-,
Propyi-, Butyl-, Amyl-, Hexyl-, Heptyl-, Vinyl-, Allyl-,
Hexenyl-, Propargyl-, Cyclohexyl-, Phenyl-, ToIyI-,
Benzyl-, Chlormethyl-, 3,3,3-Trifluorpropyl-, Dichlorphenyl-,
Aminopropyl-,
H2NCH2CH2NH(CRj)3- Aminobutyl-H2NCH2CH2NHCH2CH(CH3)Ch2-
Mercaptopropyl-, Mercaptoäthyl Hydroxypropyl-,
O
CH2 — CHCH2O(CH-S)3-
CH2 = CHCOO(CH2)3-CH2
= C(CH3)COO(CH,)3-
Cyanopropyl-, Cyanoäthyl-, Carboxyäthyl·· und Carboxyphenylreste. Selbstverständlich sollten die Substituenten
an den Kohlenwassers':offresten weder mit Wasser, noch im Fall von Mischpolymerisaten miteinander
reagieren. Wenn ein einziges Silsesquioxan verwendet wird, ist der Mercaptopropylrest als Rest R
bevorzugt. Wenn andere Reste R als der Mercaptopropylrest verwendet werden, sind solche Silsesquioxane
bevorzugt, die mit Methylsilsesquioxanen im Gewichtsverhältnis von 5 bis 30:70 bis 95 mischpolymerisiert
worden sind, d. h. 5 bis 30 Gewichtsprozent der RSiO3VEinheiten sind solche, worin R
einen substituierten, aber keinen halogenierten Kohlenwasserstoffrest bedeutet und 70 bis 95 Gewichtsprozent
sind CH3SiO3(2-Einheiien.
Die bei der erfindungsgemäßen Behandlung eingesetzten kolloidalen Suspensionen werden durch
Zugabe von Silanen der Formel RSi(OR")3 worin R"
Alkylreste mit 1 bis 4 C-Atomen (d. h. Methyl-, Äthyl-, Isopropyl- oder Butylreste) oder Reste der Formeln
Il
-CH2CH2OH -CH2CH2OCH3 -CCH3
oder
-CH2CH2OC2H5
bedeutet, unter Bewegung zu einem Gemisch aus Wasser und oberflächenaktiven Mitteln, unter sauren
oder basischen Bedingungen, hergestellt. Das bei der Silsesquioxinherstellung verwendete oberflächenaktive
Mittel muß entweder anionischer oder kationischer Natur sein. Die besten Ergebnisse im Zusammenhang
mit der erfindungsgemäßen Behandlung werden jedoch im allgemeinen mit kationischen Suspensionen erhalten.
Gegebenenfalls kann die Suspension auch nach der Herstellung neutralisiert werden. Die eingesetzte
Silanmenge sollte weniger als etwa 10%. bezogen auf das Gesamtgewicht von Silan + Wasser + oberflächenaktivem
Mittel, betragen, obwohl auch bis zu etwa 35 Gewichtsprozent Silan verwendet werden
können, wenn dieses zu einem Gemisch aus Wasser und oberflächenaktivem Mittel mit einer Geschwindigkeit
von weniger als 1 Mol Silan pro Stunde zugegeben wird. Einzelheiten über die Herstellung von kolloidalen
Suspensionen von Silsesquioxanen werden in der französischen Patentschrift 1 460 203 beschrieben.
Die kolloidalen Suspensionen können auf das Fasermaterial in beliebiger Weise aufgetragen werden.
Die Fasern können beispielsweise eingetaucht oder durch die Suspension gezogen werden oder die
Suspension kann aufgestrichen, gebürstet oder ge-
sprüht werden. Die bevorzugte Methode besteht gegenwärtig darin, die Suspension auf das Material
iiufzusprühen, beispielsweise mittels eines Aerosols.
Eine weitere Möglichkeit für die Aufbringung der kolloidalen Suspensionen besteht darin, dieselben in
ein Reinigungsmittel einzuarbeiten. Das ist besonders dann von Vorteil, wenn die Suspension auf Vorleger
oder Teppiche aufgetragen werden soll, die in Wohnoder Büroräumen ihren festen Platz haben. Hierbei
kann in einem Arbeitsgang die Reinigung und die
Ausrüstung gegen Trockenverschmutzung erreicht werden. Die besten Ergebnisse werden jedoch üblicherweise
dann erhalten, wenn der Teppich zuerst gereinigt und dann das Silsesquioxan aufgetragen wird.
Wie oben erwähnt, kann die kolloidale Suspension auf das Material durch den Verbraucher aufgetragen
v. erden. Di." kolloidale Suspension kann jedoch beispielsweise aach am Herstellungsort der Gewebe oder
Teppiche aufgebracht werden. Ferner ist es möglich, «.lic kolloidale Suspension auf die Garne vor deren Verarbeitung
zu dem ausgerüsteten Endprodukt aufzubringen.
Allgemein ausgedrückt ist es vorteilhaft, die Silsesquioxane
auf das Filtermaterial in solchen Mengen aufzutragen, daß pro 0.09 m2 0,1 bis 1.5 g Silsesquioxanfeststoffe
vorhanden sind. Die besten Ergebnisse werden erzielt, wenn die aufgetragene Menge"im Bereich
von 0,3 Jis 0,6 g/0,09 m2 liegt. Größere Mengen können aufgebracht worden, -edoch rechtfertigen die
erzielten Vorteile nicht d^e damit verbundenen Kostensteigerungen.
Auch wenn die ' ilsesquioxane zusammen mit einem Reinigungsmittel verwendet werden,
beispielsweise einem Vorleger- oder Teppichreinigungsmittcl, ist es vorteilhaft, daß pro 0.09 m2 mindestens
0,4 g aufgetragen werden. Die Konzentration der Silscsquioxanc in der kolloidalen Suspension ist nicht
entscheidend und für das Verfahren von untergeordneter Bedeutung.
Nach dem Aufbringen der kolloidalen Suspension wird das Fa.scrmatcrial durch beliebige geeignete Maßnahmen
getrocknet. Die einfachste Art des Trocknens besteht beispielsweise: darin, das behandelte Fa.scrmatcrial
der Luft auszusetzen, wobei das Wasser verdunstet. Der Trocken Vorgang kann selbstverständlich
durch Darübcrblasen von Luft oder einem anderen geeigneten Gas, insbesondere einem erhitzten Gas beschleunigt
werden. Das Trocknen kann auch dadurch bewerkstelligt werden, daß das behandelte Material
durch einen Ofen gezogen wird. Weiterhin können auch andere bekannte Maßnahmen zum Trocknen
des Materials angewendet werden.
ίο Der in diesem Beispiel verwendete synthetische
Schmutz wurde wie folgt hergestellt: 748 g Torfmoos mit einer Korngröße von etwa 0,5 mm (30 mesh),
109 g Calciumcarbonat, 21g Siliciumdioxid, 21g
Zement, 21 g Kaolin, 5 g Ofenruß und 1 g rotes Eisenoxid wurden in einem Eimer von Hand vermischt.
Dann wurde dieses Gemisch in zwei Glasschalen gegeben und 2 Stunden in einem Ofen bei 100° C getrocknet.
Anschließend wurde das Gemisch 2 Stunden in einer Kugelmühle vermählen, wobei nach der ersten
Stunde 11 g Mineralöl zugegeben wurden.
Die Behandlung wurde mi·, drei verschiedenen Teppichsorten vorgenommen. Der erste war ein blaßgrüner Florteppich aus verzwirnter Wolle, mit einer
Haardecke von 1,6 cm; der zweite war ein hellgelber Florteppich aus Acrylatfasern mit einer Haardecke
von 1.3 cm und der dritte war ein blaß-teefarbener Schlingenteppich aus Nylon mit einer Haardecke von
0,96 cm.
Auf jeweils die Hälfte eines 15,24 χ 15,24 cm großen
Stückes dieser Teppiche wurden (2,81 kg/cm2) verschiedene
Silsesquioxansuspensionen gesprüht, mit einem Silsesquioxanfeststoffgehalt von 0,34%. Die
Feststoffaufnahme je 0.84 m2 betrug 3,6 g.
Nach der Behandlung wurden die Proben 60 Minuten bei 100 C getrocknet w,d dann 30 Minuten in
einer Trommel von 114 1 Fassungsvermögen bewegt,
die 20% des oben beschriebenen synthetischen Schmutzes und 25 Gummistopfen Nr. 7 enthielt.
Nachdem die Proben in dieser Weise verschmutzt worden waren, wurden sie sorgfältig mit einem Staubsauger
gereinigt. Dann wurde die behandelte Seite gegen die unbehandelte Seite mittels eines photoelektrischen
Reflektometers beurteilt. Die Wirksamkeit der Behandlung wurde unter Verwendung der folgenden
Formel und der Reflexionscrgcbnisse ermittelt:
Behandelt (verschmutzt) Unbehandclt (verschmutzt) Unbehandelt (nicht verschmutzt) Unbcliandelt (verschmutzt)
100 = Beurteilung
Jc höher der Zahlcnwcrt für die Beurteilung, um so 50 dung von Mischpolymerisaten wurde das Gewichts
besser war die Behandlung. In der folgenden Tabelle üind die Ergebnisse für die verschiedenen Teppichsorten
mit verschiedenen Silscsquioxan-homo- und -mischpolymcrisatcn zusammengestellt. Bei Vcrvven-
H2NCH2CH2NH(CH2)3SiO3,2
H2NCH2CH2NH(CH2KSiO-, 2
CH,SiOV2
CH,SiOV2
H2NCH2CH2NH(CH2).,SiO.V2
CH3SiO-V2
CH3SiO-V2
verhältnis der substituierten Kohlcnwassersloffcinheitcn
zu den Monomcthylcinhcitcn angegeben. Ferner wurde der Typ der Suspension angegeben.
Nylon
|
Gcsvichts-
vefhältnis der Einheilen |
Suspensionstyp |
| -- | kationisch |
| 30/70 | kationisch |
| 15 85 | kationisch |
| 5 95 | kitt ionisch |
| Teppichsorten und ί | Acryl |
| Wolle | 7 |
| — | 85 |
| 23 | 73 |
| 54 | 61 |
| 52 |
62
64
64
| 5 | 1 7 | 19 363 | T | 6 | Acryl | Beurteilung | |
| 7 | |||||||
| Silscsquioxiin-Einheiiienl | Fortsetzung | Suspensionsiyp | 31 | ||||
| Probe | 99 | ||||||
| H1NCH1CH1NH(CH1J3SiO371 CH3Si0;/2 |
neutralisiert kationisch |
65 | |||||
| E | H2NCH2CH1NH(CH1J3SiO371 CH3SiO372 |
neutralisiert kationisch |
Teppichsorten und | 47 | |||
| F | HS(CH2J3SiO372 | kationisch | Wolle | 64 | |||
| G | HS(CH1J3SiO371 CH3SiO372 |
kationisch | 2 | ||||
| H | HS(CH2)3Si0372 CH3SiO212 |
kationisch | 42 | Nylon | |||
| I | HS(CH1J3SiO371 CH3SiO372 |
kationisch | 61 | 9 | |||
| J | 57 | 40 | |||||
| Gewichts- verhiiltnis der |
62 | 73 | |||||
| Einheiten | 63 | 59 | |||||
| 30/70 | 62 | ||||||
| 15/85 | 55 | ||||||
| — | |||||||
| 30/70 | |||||||
| 15/85 | |||||||
| 5/95 | |||||||
Eine Serie von 5x5 cm großen weißen Baumwollgewebestücken
wurde mit verschiedenen Silsesquicxansuipensionen
abgesättigt und dann in einem Ofen hei 54°C getrocknet. Die behandelten Baumwollgewebestücke
und ein unbehandeltes Gewebestück wurden dann an der Innenseite einer Trommel von
7,57 1 Fassungsvermögen berestigt, die einige Steinchen lind etwas Schmutz enthielt, und 30 Minuten in der
Trommel bewegt. Anschließend wurden die Proben herausgenommen, der lose haftende Schmutz abgebürstet
und die Proben subjektiv nach einer Skala von ! bis 4 beurteilt. Hierbei bedeutete 1: gut, 4:
schlecht und die Vergleichsprobe (unbehandelteProbe)
wurde mit 3 beurteilt. Die Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle zusammengestellt; die verwendeten
Silsesquioxane, das Gewichtsverhältnis der substituierten Kohlenwasserstoffeinheiten zu den M0110-methyleinheiten
in den Mischpolymerisaten und der Typ der Suspension wurde gleichfalls angegeben. Aiie
Suspensionen wurden vor Gebrauch neutralisiert, mit Ausnahme von F und G.
Probe
A
B
C
D
E
F
G
H
I
B
C
D
E
F
G
H
I
Silscsquioxan-Einhcitlen)
HS(CH2)3SiO3/2
CH3Si O3/2
HS(CH2)3Si03/2
CH3SiO372
HS(CH2)3Si03/2
CH3Si03/2
HS(CH,)3Si03,2
CH3SiC)372
HS(CH2J3SiO372
CH3SiO372
H2NCH2CH2NH(CH2)3SiO3,2
CH3SiO372
H2CH2CH,NH(CH2),Si03/2
CH3SiO372"
CH2 = C(CH3)COO(CHj)3SiO372
CH3SiO372
CH2 = C(CH3)COO(CH2J3SiO372
CH3SiO372
CH2 — CHCH2O(CH2J3SiO172
CH3SiO371
CH, — CHCH2 O(CH2)3SiO372
CH3SiO372
| Gewichtsverhältnis der Einheiten |
Suspensionstyp |
| 5/95 | kationisch |
| 5/95 | anionisch |
| 10/90 | anionisch |
| 20/80 | anionisch |
| 30/70 | anionisch |
| 5/95 | anionisch |
| jO/70 | kationisch |
| 5/95 | anionisch |
| 30 '70 | anionisch |
| 5/95 | anionisch |
| 30/70 | anionisch |
Beurteilung
1 1 I 1
2 1 3 2 4
In den folgenden Beispielen wurden Suspensionen aus verschiedenen Silsesquioxanen als Aerosol mit
einem Feststoffgehalt von 0,375% auf jeweils die Hälfte eines 45,7 χ 45,7 cm großen Teppichstückes
versprüht, so daß die Oberflächenbeschichtung 0,17 g
je 0,09 m2 des Teppichs betrug.
Anschließend wurden die Teppichstücke auf 50,8 χ 50,8 cm großen Holzstücken befestigt und in den
Laboratoriumsgang gelegt. Nach mehreren Tagen bis mehreren Wochen wurden die Proben regelmäßig
staubgesaugt und hinsichtlich ihres Widerstands gegen Verschmutzung beurteilt. Die Proben wurden von
der besten (1) bis zur schlechtesten (höchste Nummer
der Proben) eingestuft. Bei allen Proben zeigten die behandelten Teile des Teppichs einen besseren Widerstand
gt^en Verschmutzung als die unbehandelten Teile. Die Ergebnisse sind in Tabellenform an die folgenden
Beispiele angefügt.
In diesem Beispiel wurde ein Teppich aus Nylongewebe
verwendet, und alle Suspensionen mit Ausnahme von A und B wurden vor Gebrauch neutralisiert.
Die verwendeten Silsesquioxane sind in der folgenden Tabelle identifiziert.
Probe
A
B
C
D
B
C
D
H2NCH2CH2NH(CH2)3SiO3;2
CH3SiO3,;,
H3NCH2CH2NH(CH2)3SiO3/2
CH3SiO3,,
HS(CH2)3Si03/2
CH3Si03,2
CH3Si03,2
HS(CHj)3SiO30
CH3SiO3,,
CH3SiO3,,
HS(CH2)3Si03/2
CH3Si03/2
CH3Si03/2
HS(CH2)3SiO3,2
CH3Si03/2
CH3Si03/2
/°\
CH2 — CHCH2O(CH2)3SiO3/2
CH2 — CHCH2O(CH2)3SiO3/2
CH3SiO3,2
Gewichtsverhältnis
der Einheiten
30/70
5/95
5/95
20/80
10/90
5/95
5/95
30/70
30/70
kationisch
anionisch
anionisch
anionisch
anionisch
anionisch
anionisch
Einstufung
1 2 3 4 5 6
Be i spi e I 4
In diesem Beispiel wurde ein Teppich aus Wolle verwendet und alle Suspensionen wurden vor Gebraud
neutralisiert:
| Probe | Silsesquioxan-Einheiten |
GewichtsverhäHnis
der Einheiten |
Suspensionstyp | Einsutfung |
| A B |
HS(CH2)3Si03/2 CH3SiO372 HS(CH2)3Si03/2 CH3Si03/2 |
5/95 5/95 |
kationisch anionisch |
1 2 |
In diesem Beispiel wurde ein Teppich aus Acrylatfasern verwendet und alle Suspensionen, mit Ausnahm
von A. wurden vor Gebrauch neutralisiert.
| Probe | Silsesquioxan-Einheiten | Gew-ichtsverhältnis der Einheiten |
Suspensionstyp | Einstufung |
| A B C |
H2NCH2CH2NH(CH2)3SiO3/2 CH3Si03/2 HS(CH2)3Si03/2 CH3Si03/2 HS(CH2I3SiO3,, CH3SiO3/2 |
30/70 5/95 5/95 |
kationisch kationisch anionisch |
1 2 3 |
In diesem Beispiel wurde ein Teppich aus Acrylfasern
verwendet, und keine der Suspensionen wurde vor Gebrauch neutralisiert. Alle Suspension:!! waren
kationisch und enthielten Mischpolymerisate aus
H2NCH2CH2NH(CH2)3SiO3a-
und CH3SiO3/2-Einheiten,
und CH3SiO3/2-Einheiten,
in folgendem Gewichtsverhältnis: A 10/90, B 20/80, C 5/95 und D 30/70. A war die beste und die testlichen
Proben wurden etwa gleich eingestuft.
Beispiel 6 wurde wiederholt, mit der Ausnahme, daß ein Nylonteppich verwendet wurde. In diesem
Fall wurde B als beste Probe eingestuft, D als zweite, A als dritte und C als vierte.
Beispiel 6 wurde wiederholt, mit der Ausnahme, daß
ein Wollteppich verwendet wurde. In diesem Fall wurde A als beste Probe eingestuft, D als zweite, B als
dritte und C als vierte.
Claims (1)
1. Verfahren zur Behandlung von natürlichem und/oder synthetischem Fasermaterial mittels wäßriger
Polysiloxansuspensionen zur Verbesserung von Rutschsicherheit, Mattglanz und/od'sr Widerstand
gegen Trockenverschmutzung durch Auftragen kolloidaler Suspensionen von festen Silsesquioxanen
und anschließendes Trocknen ties Fasermaterials, dadurch gekennzeichnet,
daß man als Silsesquioxane solche aus Einheiten der allgemeinen Formel
RSiO3/2
worin 5 bis 100% der Reste R substituierte Kohlenwasserstoffreste
mit 1 bis 7 C-Atomen, deren Substituenten Amino-, Mercapto-, Hydroxyl-, Epoxy-,
Acrylat-, Cyano- oder Carboxylgruppen sind, und bis zu 95% der Reste R einwertige, gegebenenfalls
halogenierte Kohlenwasserstoffreste mit I bis 7 C-Atomen bedeuten, mit Teilchengrößen im
Bereich von 10 bis 1000 A, verwendet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als Silsesquioxane solche verwendet,
worin R einen Mercaptopropylrest bedeutet.
.1. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als Silsesquioxane Mischpolymerisate
aus
CH3Si03/2- and HS(CH2)3Si03 2-Einheiten
verwendet.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß man als Silsesquioxane Mischpolymerisate aus
CH3Si03,2- und H2NCH2CH2NH(CH2)3SiO3/2-Einheiten
verwendet.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß man Silsesquioxane mit Teilchengrößen im Bereich von 10 bis 400 A verwendet.
6. Verfahren nach Anspruch 1 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß man als Silsesquioxane Mischpolymerisate
aus 70 bis 95 Gewichtsprozent
CH3Si03/2-Einheiten
und 5 bis 30 Gewichtsprozent
und 5 bis 30 Gewichtsprozent
HS(CH2)3Si03/2-Einheiten
verwendet.
7. Verfahren nach Anspruch 1 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß man als Silsesquioxane Mischpolymerisate
aus 70 bis 95 Gewichtsprozent
CH3Si O3/2-Einheiten
und 5 bis 30 Gewichtsprozent
und 5 bis 30 Gewichtsprozent
H2NCH2CH2NH(CH2)3SiO3/2-Einheiten
verwendet.
verwendet.
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