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| Klebeformplatte |
| zur Herstellung von Kabelbäumen |
| Jilebeformplatte |
| Die Erfindung beschäftigt sich mit einem zur Herstel- |
| lung der Kabelbäume für elektrische Geräte. Elektrische Geräte, |
| insbesondere solche, die in geschlossenen Behältern oder Gestel- |
len oder Einschüben untergebracht sind, müssen insbesondere in der Fernmeldetechnik
mit einer ausserordentlich grossen Anzahl von sogenannten Schaltdrähten verbunden
werden. Diese Schaltdrähte werden an entsprechende Lötfahnen oder Klemmschrauben
angelötet bzw. verschraubt und führen dann zu anderen derart ausgebildeten Kontaktstellen
oder zu Kontaktteilen, durch die die Verbindung aus diesem Geräteteil heraus, z.
B. durch Steckverbindungen oder dergleichen, bewerkstelligt wird.
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Die in solchen Gehäusen enthaltenen elektrischen Geräteteile, wie
z. B. Relais, Kleintransformatoren, Drehwähler, Impulsgeber, Drosselspule und vieles
andere mehr werden in der modernen Vermittlungstechnik in verhältnismässig grossen
Stückzahlen gebraucht, und es kommt auch häufig vor, dass eine ganze Anzahl gleichartiger
Geräteteile nebeneinander angeordnet sind. Solche Geräte werden aus Gründen der
Raumersparnis ausserordentlich gedrängt mit Geräteteilen ausgefüllt, so dass man
die Verbindungsleitungen zu sogenannten Kabelbäumen zusammengefasst hat, durch die
weniger Raum beansprucht wird, als wenn man die Verbindungsleitungen ungeordnet
verlegt.
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Es kommt aber auch noch der wichtige Gesichtspunkt hinzu, dass die
Verdrahtung eines solchen Gerätes die Übersichtlichkeit und die günstige Reparaturmöglichkeit
nicht beeinträchtigen darf. Da für solche Verdrahtungszwecke aber verschiedenartig
gekennzeichnete isolierte Schaltdrähte zur Verfügung stehen, so ist die Identifizierung
der einzelnen Leitungen trotz ihrer Zusammenfassung in Kabelbäumen mit ihren Abzweigungen
einwandfrei möglich.
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Um die Herstellung solcher Kabelbäume möglichst rationell zu gestalten,
werden diese nach Verdrahtungsplänen für sich vollständig fertig hergestellt. In
bekannter Weise bedient man sich dafür einer Holztafel, in die entsprechend dem
Verdrahtungsplan an bestimmten Stellen einzelne Nägel eingeschlagen werden, die
die daraufhin um die Nägel in eckenbildender Weise herumgezogenen Schaltdrähte in
ihrer meist vielfältig verzweigten Lage festhalten. Meist werden die Schaltdrähte
von einem ifielfachstecker oder einer Vielfachsteckleiste oder dergleichen ausgehend
im Gerät als Kabelbaum zu den Geräteteilen geführt. An einem solchen z. B. mit einer
V'ielfachkontaktleiste versehenen Geräteteil löst sich die herangeführte Drahtgruppe
in Einzeldrähte derart auf, dass die etwa parallel zur Kontaktleiste geführte Drahtgruppe
bei jedem Kontakt einen Draht zum Kontakt abzweigt und sich dadurch verjüngt, bis
der letzte Draht auch seinen Kontakt erreicht hat.
| Die Vorfertigung solcher Kabelbäume macht es notwendig, dass
der |
| - es notwendig, dass der |
Kabelbaum mit all seinen Abzweigungen bis zum letzten abgezweigten Draht hin in
seiner auf der Holztafel einmal bestimmten Form sowohl beim Transport als auch nach
der Einlegung in das Gerät vollständig erhalten bleibt. Man bedient sich hierzu
des Verfahrens, den Kabelbaum durch einen Faden fest zu verschnüren, d. h. man umschlingt
den Kabelbaum z. B. vom dicken Ende des Kabelbaumes anfangend, verknotet die Schlinge
fest und schneidet den Faden ab und wiederholt in den erforderlichen Abständen dieses
Verfahren bis zur äussersten Verzweigung. Es ist auch bekannt, diese Ver-
| schnürung des Kabelbaums mit einem durchlaufenden Faden vorzu- |
| nehmen etwa in der Art, dass nach Verknotung der Schlinge der |
Faden dem Kabelbaum entlang ur nächsten Schlinge geführt wird usw.
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Durch dieses bekannte Verfahren der Verschnürung der Kabelbäume mittels
eines Fadens werden die Schaltdrähte im Kabelbaum fest verpackt und der Kabelbaum
und seine Verzweigungen nehmen etwa einen runden Querschnitt an. Auf diese bekannte
Weise werden die Verdrahtungen übersichtlich und raumsparend in fernmeldetechnischen
Geräten hergestellt und angeordnet.
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Da jedes Gerät eine andere Führung des Kabelbaumes erfordert, so müssen
die in die Kabelformplatten aus Holz eingeschlagenen Nägel bei der Herstellung eines
völlig oder teilweise anders geformten Kabelbaumes entsprechend versetzt werden,
wenn ein Kabelbaum anderer Form hergestellt werden soll.
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Während früher die Isolation der Schaltdrähte verhältnismässig sehr
wenig druckempfindlich war und bei der Verschnürung des Kabelbaumes keine Beschädigung
der Isolation entstand, haben sich bei den neuerdings sich einführenden Schaltdrähten
mit reiner thermoplastischer Kunststoffisolation Schwierigkeiten derart ergeben,
dass an den Stellen der Zusammenschnürung des Kabelbaumes die thermoplastische Isolation
durchgedrückt wird und die elektrische Sicherheit dadurch in unzulässiger Weise
bis zur Kurzschlussbildung herabgesetzt wird. Um diesem Übelstand abzuhelfen, hat
man versucht, die Verschnürung mittels eines Fadens durch ein Verkleben der Schaltdrähte
noch auf dem Kabelformbrett zu beseitigen. Man bedient sich dafür eines Lösungsmittels,
das die Oberfläche der thermoplastischen Isolation anlösen und beim Trocknen die
Isolation oberflächlich zum Anhaften bringen sollte. Hierbei war es jedoch schwierig,
das Lösungsmittel so zu dosieren, dass sich im Innern des Kabelbaumes keine Lösungsmittelnester
bildeten,
| die die Isolation völlig zum Aufquellen bringen. Gerade das
Aus- |
trocknen dieser zum Klebrigmachen der Isolationsoberfläche dienenden Lösungsmittel
brachte manche Schwierigkeiten mit sich, die dazu beitrugen, dass man sich auch
heute noch des Verfahrens der Verschnürung der Kabelbäume bedient, weil es sich
als verlässlich erwiesen hat. Insbesondere bei elektrischen Geräten, die in Anlagen
verwendet werden, deren absolute Funktionssicherheit z. B. aus dem Grunde gewährleistet
werden muss, weil bei Störungen der elektrischen Anlage Menschenleben in Gefahr
geraten, bedient man sich nach wie vor der Verschnürung derartiger Kabelbäume. Solche
funktionssichere Anlagen werden z. B. in der Eisenbahnsignaltechnik und Bordgeräten
der Flugzeuge benötigt.
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Dieses übliche Verfahren der Herstellung von Kabelbäumen auf hölzernen
Kabelformbrettern mit Eckpunkte bildenden eingeschlagenen Nägeln, und der Verschnürung
des Kabelbaums ist aber verhältnismässig immer noch sehr umständlich, zeitraubend
und auch ungenau.
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Ausserdem aber lassen sich die Kabelbäume in Geräten mit ganz besonders
gedrängter Bauart nicht so ausführen, dass ihr Querschnitt den-vorhandenen Raum
möglichst vollständig oder günstig ausnutzt. ßs ist bei manchen gedrängt gebauten
Geräten notwendig, die Kabelbäume ganz oder stellenweise nicht mit rundem Querschnitt,
sondern mit sehr flachem und hochkant stehendem Querschnitt auszuführen, bei dem
nicht nur die Eckenbildung sehr exakt erhalten bleiben muss, sondern deren Endverzweigungen,
d. h. die letzten Einzelendigungen der Drähte, z. B. an den Lötfahnen, lagemässig
sehr genau bestimmt und auch bei der Verlötung erhalten bleiben müssen. Hierzu lassen
sich aber die eckenbildenden Nägel in Holzplatten nicht mehr verwenden, weil sie
nicht mit der nötigen Genauigkeit angeordnet werden können und auch noch eine Verdrehung
der Endigungen in eine zur Formplatte rechtwinklige Lage erst nach Abnahme des Kabelbaumes
von der Formplatte möglich ist und die Ungenuigkeit vergrößert.
| Zur Beseitigung all dieser Mängel schlägt die Erfindung daher |
| eine Klebe-Formplatte mit Zubehör zur Herstellung von elektri- |
schen Kabelbäumen mit an sich bekannten Ader-Führungsstiften und Ader-Durohführungslöchern
vor, die dadurch gekennzeichnet sein soll, daß die Platte aus unporösem hartem Material,
insbesondere aus Metall, besteht und sich aus mehreren Einzelplatten zusammensetzt,
die in einem vorteilhafterweise um eine horizontale und/oder vertikale Achse schwenkbaren
Metallrahmen oder dergleichen, z. B. in einem Winkeleisenrahmen, zweckmässig mit
ihren längeren Kanten zusammengelegt und mit ihren kürzeren Kanten an dem Metallrahmen
lösbar befestigt sind und Teile des Kabelbaumes tragen, die einzelnen oder Gruppen
von Bauteilen zugeordnet sind und/oder die Klebe-Formplatte zum Zwecke der dreidimensionalen
Formung des Kabelbaumes mit Durchführungslöchern zum Hindurchstecken der abzuwinkelnden
Anschlussenden der Adern, insbesondere der Einzeladern, versehen ist. Ferner gibt
die Erfindung ein Verfahren zu rationellen Herstellung von derartigen aus Einzeladern
zusammengeklebten Kabelbäumen an, insbesondere unter Verwendung der erfindungsgemässen
Klebe-Formplatte mit ihrem Zubehör, das dadurch gekennzeichnet sein soll, dass für
einzelne Kabelbäume, vorteilhafterweise für grosse Stückzahlen bei nur teilweise
notwendiger Abänderung der bestehenden Schaltung auch nur die entsprechende die
Abänderung enthaltende Einzelplatte gegen eine der geänderten Schaltung entsprechende
Einzelplatte gleicher Abmessung ausgetauscht wird.
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Die Erfindung ist weiter ausgestaltet dadurch, dass die letzten einzeldrähtigen
Verzweigungen des Kabelbaumes, die also an die Lötfahnen und dergleichen angelötet
werden sollen und hierfür zur genauen räumlichen Lage vom Verlauf der letzten Gruppenverzweigung
genau rechtwinklig abgebogen werden müssen, bei der Formgebung auf der Metallplatte
durch rechtwinklig zur Plattenoberfläche angebrachte kleine Löcher hindurchgesteckt
werden. Die einzelnen Schaltdrähte werden also von einem Ausgangspunkt auf der metallenen
Formplatte, an dem sie festgelegt sind, um die erforderlichen
| eckenbildenden Stifte herumgeführt, um schliesslich zuletzt
durch |
| ein Loch in der Platte hindurchgesteckt und auf der Rückseite |
durch die Kraft der Hand strammgezogen und in entsprechender Länge abgeschnitten
zu werden. Hierdurch bildet sich durch die Kante dieses Loches am Draht eine genau
rechtwinklige Ecke, die der rechtwinklig erfolgenden Abzweigung eines Einzeldrahtes
von einem Gruppenzweig entspricht. Auf diese Weise lassen sich die zu Lötfahnenleisten
führenden Einzeldrähte dem Abstand der Lötfahnen entsprechend genau rechtwinklig
von der Gruppenverzweigung abführen, rund Zweifel über die Zuordnung der Endigungen
zu den Lötösen können beim lötenden Personal garnicht mehr auftreten. Die in der
Formplatte festsitzenden Stifte gestatten auch, die einzelnen Drähte so fest anzuziehen,
dass die praktisch auf ihrem ganzen Wege geradlinig verlaufen und der Kabelbaum
mit seinen Verzweigungen auf diese Weise so dicht gepackt werden kann, wie dies
nach dem Holzbrettverfahren nicht möglich ist.
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Durch die Verwendung von in ihrer Lage genau und festsitzender Stifte
in der Metallplatte ist es nun auch möglich, dem Kabelbaum einen besonderen, dem
zur Verfügung stehenden Raum im Gerät angepassten Querschnitt zu geben. Zu diesem
Zweck wird dem eckenbildenden Stift ein zweiter Stift in einem gewissen kleinen
Abstand zugeordnet, der die Ausdehnung des Kabelbaumes in der Plattenebene begrenzt,
so dass sich der Kabelbaum durch Aufschichtung der Drähte nacheinander im wesentlichen
senkrecht zur Plattenebene aufbaut. Man erhält einen flachen, hochkant stehenden
Querschnitt des Kabelbaumes, der auch durch sehr enge Spalte zwischen den Geräteteilen
geführt werden kann und zweckmässig eine etwa rechteckige Form besitzt und dadurch
den Raum gut ausnutzt. Solche die Querschnittsform bestimmenden Stifte können natürlich
nicht nur an Kabelbaumecken, sondern auch an dessen gerade verlaufenden Teilen angeordnet
werden.
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Solche sehr schmalen etwa leistenartigen Kabelbäume lassen sich nun
aber aus den schon obenerwähnten Gründen durch Verschnürung
| nicht in geeigneter Weise formen, weil sie sofort eine etwa |
runde Querschnittsform annehmen würden.
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Die flache Form des geklebten Kabelbaumes begünstigt nun aber auch
die Verdunstung von Lösemitteln, da die Oberfläche des Kabelbaumes im Verhältnis
zum Querschnitt grösser ist, aber auch die trockene Luft in den Kabelbaum nur wenig
einzudringen braucht, um auch. seinen Kern zu erreichen.
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Wenn der aus Drähten mit Kunststoffisolation auf der Formplatte aufgebaute
Kabelbaum in seiner Form fixiert werden soll, so wird er entspechend einer weiteren
Ausgestaltung des Verfahrens nicht mit einem Lösungsmittel, sondern mit einem Kunststoffkleber
befeuchtet. Dieser Kleber enthält ausser einem Lösungsmittel einen gelösten Kunststoff,
insbesondere der gleichen oder ähnlichen Art, aus der die Isolation besteht, so
dass der zwischen den Schaltdrähten eingebrachte Kleber die Oberfläche der Schaltdrähte
praktisch nicht mehr anlöst, sondern in den Zwischenräumen und Zwickeln zwischen
den Schaltdrähten eine Kunststoffschicht auflegt, die nach dem Verdampfen des Lösungsmittels
erhärtet und den Kabelbaum zu einem in sich starren Gebilde umwandelt.
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Das Auftragen des Klebers auf den Kabelbaum geschieht noch auf der
metallenen Formplatte. Da derartige Kabelbäume meistenteils aber eine flache senkrecht
auf der Formplatte stehenden Querschnitt haben, so ist die Formplatte an einer Anzahl
Stellen entlang des Kabelbaumes-oder seiner Verzweigungen, dort wo er auf der Formplatte
aufliegt, mit Ausnehmungen in Form von runden oder langen Löchern versehen, die
sich unter dem Kabelbaum entlangziehen. Diese Löcher dienen der Auftragung des Klebers
auch von der Formplattenrückseite her, damit der Kabelbaum auch von unten durch
Klebstoff einwandfrei verfestigt werden kann und er nicht von unten her bei der
Montage aufspaltet.
| Die Klebe-Formplatte oder der Metallrahmen, in dem sie befestigt |
| ist, kann auch um eine horizontale oder vertikale Achse geschwenkt |
werden, um das Klebemittel ohne besondere Umstände und unter Berücksichtigung der
durch das Eigengewicht bedingtenFlußrichtung, von oben nach unten, auch durch die
ausnehmungen in der Formplatte einwandfrei auftragen zu können.
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Wenn es erforderlich ist, die Querschnittsform des Kabelbaumes an
bestimmten Stellen genau aufrecht zu erhalten, an denen Begrenzungsstifte in der
Formplatte nicht angebracht sind, so können entsprechende Klammern vor dem Auftragen
des Klebstoffes am Kabelbaum angebracht werden, die nach Erhärten des Klebers wieder
entfernt werden.
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Die Bemühungen, derartige Kabelbäume mit Lösungsmitteln zu kleben,haben
@ängel mit sich gebracht, die schon oben angeführt worden sind.
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Diese mängel sind unter anderem in'der ungenügenden Dosierung des
aufzutragenden Lösungsmittels begründet. Wenn auch nicht ein reines Lösungsmittel,
sondern ein gelöster Kunststoff als Kleber verwendet werden soll, so hängt doch
der gute Erfolg des Verfahrens auch von der sorgfältigen Dosierung des Klebers ab.
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Bekannt ist der Auftrag eines Klebers nit ilfe eines Pinsels, der
aber eine Dosierung nicht gestattet, da der frisch eingetauchte Pinsel an einer
Stelle viel mehr Kleber. aufbringt als an einer anderen. Um die verhältnismässig
lang gestreckten Kabelbäume, die z. B. Längen von 1 m und mehr haben können, in
einem Zuge gleichmässig mit Kleber zu bestreichen, ist auch eine ebenso gleichmässige
Zufuhr des Klebers zum Pinsel erforderlich. Das verfahrensgemässe Aufstreichen des
Klebers auf den Kabelbaum und seinen Verzweigungen geschieht daher mit Hilfe eines
Pinsels, der in der unteren Öffnung eines Klebstoffbehälters angebracht
| ist, aus dem der Kleber durch sein Eigengewicht fortlaufend |
| gleichmässig nach unten zum Pinsel fliessen kann. Zwischen
Be- |
hälter und Pinsel ist ein einstellbares Ventil angeordnet, das den Durchlauf des
Klebers dosieren und auch verschliessen kann.
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Mit Hilfe der erfindungsgemässen Klebe-Formplatte und des Verfahrens
gelingt es, Schaltdrähte mit Kunststoffisolation auch mit besonders verlegungsgünstigen
Querschnitten, wie z. B. sehr breit, aber sehr flach, ohne die Isolation zu beschädigen,
besonders formstarr und insbesondere bei den Einzeldrahtendungen formgetreu aufzubauen
und Änderungen an Teilen der Verdrahtung durch Austauschung auch nur von Teilen
der zusammengesetzten Formtafel zu genügen. Zur Herstellung des vollständig fertigen
Kabelbaums wird gegenüber dem bekannten Verschnürungsverfahren eine Arbeitszeitersparnis
von etwa 50% erzielt.
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An Hand der Figuren soll die Erfindung näher erläutert werden.
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Die Figur 1 zeigt einen Rahmen 1, z. B. aus Winkeleisen, hinter dessen
in der Zeichenebene liegenden Schenkel eine Leiste 2, z. B. ein Flacheisen, angebracht
ist, auf dem die bei 3 liegenden Einzelplatten, die zusammen die Klebe-Formplatte
bilden, angeordnet sind. Diese Einzelplatten werden mit Hilfe der Verschraubungen
4 an den Gewindelöchern 5 befestigt. Dem Aufbau des Kabelbaumes steht die Gesamtzahl
der Einzelplatten zur Verfügung, d. h. der Kabelbaum kann sich über die gesamte
Fläche der nebeneinander liegenden Einzelplatten erstrecken. Die Grösse der Einzelplatten
richtet sich im allgemeinen nach der Große der einzelnen Bauteile oder der Bauteilgruppen.
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Wie in Figur 2 gezeigt ist, lassen sich die Einzelplatten durch Lösen
der Verschraubung aus der Gesamtformplatte herausnehmen und durch andere gleichgrosse
Einzelplatten ersetzen. Dies ist von grosser Bedeutung, wenn z. B. für einen Sonderzweck
vorübergehend an der Schaltung Änderungen vorgenommen werden müssen.
| Auf dieser Klebeformplatte werden nun in an sich bekannter
Wei- |
| se die erforderlichen Führungsstifte angeordnet, um die die |
Einzeladern geführt werden, um so eine Vielzahl von sehr verzweiten Adern zu einem
Kabelbaum aufzubauen.
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Die besonders wichtige Bildung eines sehr schmalen Kabelbaumquerschnitts
wird entsprechend den Figuren 3 und 4 durch besondere Formungsstifte vorgenommen.
Diese Stifte können entsprechend Figur 3 bei 6 und 7 einander gegenüberstehen und
den Kabelbaum 8 seitlich sehr eng begrenzen. Die Formungsstifte können aber gemäss
Figur 4 auch um einen halben Formstift abstand gegeneinander versetzt sein. Die
Formungsstifte 10 und 12 sind gegenüber den Formungsstiften 9 und 11 um einen halben
Abstand voneinander versetzt angeordnet. Die Formungsstifte wie auch die Aderführungsstifte
müssen zur Erzielung einer auf der Formplatte 3 rechtwinklig stehenden Flanke des
Kabelbaumes ebenfalls genau rechtwinklig in der Platte befestigt werden, was mit
Hilfe einer genauen Einpassung in eine Bohrung oder mit Hilfe eines Gewindes ermöglicht
ist.
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Diese Verschraubung der Aderführunz und auch der Formungsstifte ist
aber auch deshalb von Bedeutung, weil die Formplatte unterhalb des Kabelbaumes und
seiner Verästelungen mit Durchbrechungen versehen ist, durch welche der Kabelbaum
von der Rückseite der Formplatte mit Klebemitteln bestrichen wird. Zwischen den
in Figur 3 und 4 bei 13 gezeigten Durchbrechungen in Form von runden Löchern bleibt
nur ein verhältnismässig schmaler Steg bestehen, der zur genauen Festhaltung der
Formungsstifte nicht nur die metallene Formplatte 3, sondern auch die definierte
Befestigung der Stifte bedingt. Die Fig. 5 zeigt die unterhalb des Kabelbaumes angeordneten
Löcher 13 mit den Formungsstiften, ZoB.
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6 und 7, auf der Formplatte 3'perspektivisch von oben unter Fortlassung
des Kabelbaumes. Die Figur 6 dagegen zeigt diese Lochreihe in der Formplatte 3 von
unten. Der Kabelbaum 8 verläuft
über der Lochreihe und wird durch
die Formungsstifte, die bei 6 und 7 durch die Bohrung in der Platte erkennbar sind,
gehalten und geformt.
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Die Schwierigkeiten, die sich bei der an sich bekannten Verklebung
der Einzeladern in Kabelbäumen ergeben haben, würden es verhindern, dass die Klebeformplatte
schon allein ein mit grossem Vorteil zu verwendendes Arbeitsgerät darstellte, da
die Zuführung des Klebmittels nicht befriedigend gelöst worden war. Abgesehen von
den bereits erwähnten Durchbrechungen der Formplatte, die der Heranführung des Klebmittels
an den Kabelbaum auch auf der unteren Seite gestatten, ist die zügige und kontinuierliche
Zufuhr des Klebemittels von besonders grosser Wichtigkeit. Das an sich bekannte
Verfahren, das Klebmittel mit einem Pinsel aufzutragen und den Pinsel wiederholt
durch Eintauchen in das Klebemittel aufzufüllen, führt sehr leicht zu der bekannten
Bildung von Losemittelnestern innerhalb der Adern. Es war daher notwendig, den Klebemittelaufstrich
so zu gestalten, dass verhältnismässig schnell und zügig die oberen Schichten der
Adern in einer gleichmässigen und dosierten Weise mit dem Klebemittel benetzt werden.
Es gelingt dies mit Hilfe einer Klebstoffauftragseinrichtung wie z. B. einem Pinsel
oder einer Düse, die durch einen mit regelbarem Ventil versehenen Klebstoffzuführungskanal
mit einem Klebstoffbehälter verbunden und fest vereinigt ist, der in Arbeitsstellung
vorteilhafterweise über ihr liegt.
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Die Figur 7 zeigt einen derartigen Pinsel, der zur Verhütung der Austrocknung
der Borsten 14 in einem Ständer 18 ruht. Der Pinsel 14 ist an der Verlängerung 19
angebracht und innerhalb eines Klebmittelbehälters 17 angeordnet. Die Verlängerung
wird am anderen Teil des Behälters in dem Kanal 15 geführt und besitzt bei 16 einen
Ventilverschluss, der zusammen mit dem entsprechenden zum Behälter 17 gehörenden
Ventil den Zufluss des Klebmittels aus dem Behälter 17 über den Kanal 15, das Ventil
16 zum Pinsel 14 hin gestattet und die Zuflussmenge auch zu Dosieren geeignet ist.
| Der Behälter 17 ist an seinem oberen Ende durch eine kleine |
runde Scheibe verschlossen, in der sich die Verlängerung mit dem Pinsel über ein
Gewinde 20 abstützt. Bei 21 trägt die Verlängerung eine Rändelung, an der durch
Hand die Verlängerung mit dem Pinsel gedreht und koaxial so verschoben werden kann,
dass sich das Ventil 16 in der gewünschten Weise öffnet oder schliesst. Da sich
das Klebemittel vom Behälter 17 aus in Arbeitsstellung oberhalb des Pinsels befindet,
so kann es während des Klebevorganges gleichmäßig und fortlaufend zu dem Pinsel
14
| herabfliessen, durch den die Verteilung auf dem Kabelbaum ohne |
Unterbrechung erfolgen kann. Durch Schwenken der Formplatte z. B. um eine horizontale
Achse wird das Klebemittel durch die Ausnehmungen auch auf die Kabelbaumunterseite
abgetragen.
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Die Verschraubung der Einzelplatten der Klebe-Formplatte erfolgt zweckmässig
derart, dass die Schmalseitenlänge der Einzelplatten wie auch der Abstand, der die
Einzelplatten mit der Schmalseite auf dem Rahmen festhaltenden Schrauben gleich
dem ganzzahligen Vielfachen einer festzulegenden kleinsten Länge sindo Bei Berücksichtigung
dieser Regel ergibt sich eine gute Austauschbarkeit und einfache Befestigung von
Einzelplatten verschiedener Breite. So ist es zB mögliche bei einer festgelegten
kleinsten Teilungslänge von 3 cm Plattenbreiten von 6, 9, 12, 15 cm usw. zu verwenden
und diese Platten ohne Schwierigkeit in ebenfalls im Abstand von 3 cm in jedoch
um eine halbe Teilungslänge versetzten Gewindelöchern zu verschrauben. Durch diese
Uassnahme wird die Vorfertigung derartiger Platten und deren Lagerhaltung sehr vereinfacht,
so dass lediglich die notwendige Stifte und Löcher in der Platte am urt ihrer Verwendung
angebracht werden müssen.
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Für die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens, solche Kabelbäume herzustellen,
ist es sehr wichtig, dass der Kabelbaum auf der Formplatte nicht nur wie bisher
bekannt, teilweise fertig ge-
| stellt wird, sondern dass er erst dann von der Formplatte abge- |
| nommen wird, wenn er in jeder Weise zum Einlöten in das betref- |
fende Gerät vorbereitet ist. Der Kabelbaum muss also nicht nur in an sich bekannter
Weise gebogen und entsprechend einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung im Querschnitt
geformt sein, sondern er muss über die Biegungen auf der Plattenfläche hinaus auch
dreidimensional verformt sein, was insbesondere hinsichtlich der für die Lötverbindung
durch Abisolieren vorzubereitenden Anschlussenden der Einzeladern gilt. Diese Anschlussenden
der Einzeladern werden daher rechtwinklig zur Plattenfläche nach unten gebogen und
in sogenannte Drahtlöcher gesteckt, mit denen die Formplatte überall dort versehen
ist, wo derartige Anschlussenden senkrecht zur Plattenebene nach unten geführt werden
müssen.
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Das Verfahren, derartige Drahtlöcher anzuwenden, hat zunächst den
grossen vorteil, dass die erste Abbiegung der Ader sehr scharfkantig ausfällt, so
dass auch bei Reihen von Drahtlöchern, die mit sehr geringem Abstand von z. B. nur
3 oder 4 mm voneinander angeordnet sind, die scharfkantige Abbiegung des Drahtanschlussendes
ein genaues Kennzeichen dafür abgibt, welchenLötfahnen diese Anschlussenden zugeordnet
sind.
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Bei der ausserordentlichen Vielzahl der in modernen nachrichtentechnischen
Geräten benötigten Anschlussenden, es können z. B. mehrere hundert sein, ist die
Sicherheit der räumlichen Zuordnung dieser Ansohlussenden zu den Lötfahnen von grösster
Wichtigkeit, um eine übersichtliche und fehlerfreie Verdrahtung zu erzielen. Derartige
scharfkantige Abbiegungen der Anschlussenden waren bisher nicht bekannt, da derartige
Kabelbaum-Verästelungen nach dem Abbindeverfahren hergestellt wurden, bei dem die
erste Abbiegung des Anschlussendes durch eine Fadenverknotung bestimmt wurde. Die
Lage dieser Fadenverknotung la nicht zwangsläufig fest, da sie von der manuellen
Geschicklichkeit abhing.
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Die erwünschte scharfkantige Abbiegung der. der konnte den Fadenknoten
leicht verschieben und den Zuordnungspunkt daher in seiner Genauigkeit beeinträchtigen.
| 'Jer Fortfall der verschnürung des Kabelbaums und seiner Veräste- |
| lungen durch die Anwendung der Verklebung bringt nicht nur
die |
sehr grossen Ersparnisse an i. montagezeit für den Kabelbaum, sondern vergrößert
auch die Lagesicherheit der Einzeladern, insbesondere für die Abbiegungen der Anschlussenden,
denn die Verklebung der ßinzeladern erfolgt bis zur letzten Abbiegestelle, nämlich
wenn das Anschlussende durch das Drahtloch nach unten geführt wird. Diese nach unten
geführten Anschlussenden müssen dann in üblicher Weise auf richtige Länge geschnitten
werden. wie.. entfernung der Isolation von dem Leiter erfolgt zwar in üblicher Weise
durch Abisolierzangen, doch wird die dabei auftretende Zugwirkung auf das Anschlussende
nicht mehr durch einen
| Knoten eines Badens aufgefangen, sondern durch die Kante des |
| jr htloches, durch das die Ader hindurchgesteckt ist. Gleich- |
| gültig ob die Abisolation vor oder nach dem Verkleben vorgenom- |
men wird, so wird die Lage der Abbiegung des Anschlussendes dadurch nicht verändert.
Es gelingt auf diese Weise, den Kabelbaum auf der einmal mit Aderführungs-und Formungsstiften,
Drahtlöchern und'. usnehmungen in Rundlochform für die Zuführung des Klebemittels
auch von der Unterseite des Kabelbaumes her versehenen @lebe-Formplatte den Kabelbaum
vollständig fertigzustellen und ihn einbaufertig aus der Klebe-Formplatte herauszuheben.
n Figur 9 wird ein Ausführungsbeispiel einer solchen Klebe-Formplatte gezeigt. Es
sind hier in einem nicht gezeichneten Rahmen die Einzelplatten 3 von I bis VIII
nebeneinander angeordnet und mit Schrauben bei 4 im Rahmen befestigt. Durch die
kleinen reise 14 sind die Drahtlöcher angedeutet, durch die das Ende einer zu verlegenden
Ader zunächst hindurchgesteckt wird. bei 15 liegen die Führungsstifte, um die die
Ader herumgebogen wird, um ihr eine andere Richtung zu geben. Bei 16 sind die Formungsstifte
eingesetzt, die die Aufgabe haben, den Kabelbaum für Geräte mit eng angeordneten
Bauteilen besonders schmal zu gestalten. Es gelingt z. B. hierdurch, einen Kabelbaum
mit
| rund 100 Einzeladern ohne weiteres mit einem formstarren Quer- |
| schnitt von 5 mm Breite herzustellen. Um die Übersicht bei
der |
Herstellung solcher Kabelbäume zu vergrössern, hat es sich als zweckmässig herausgestellt,
die Verlegerichtung der äusseren Verästelungen des Kabelbaumes auf der Formplatte
durch farbige Linien zu markieren. Diese richtungweisenden Linien sind in der Abbildungaei
17 ebenfalls eingezeichnet.
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Figur 9 lässt erkennen, dass die Einzelplatten 1 bis VIII jeweils
bestimmten elektrischen Bauteilgruppen zugeordnet sind. Figur 10 zeigt nun im wesentlichen
einen Abschnitt derselben Formplatte, jedoch ist durch eine Änderung der Schaltung
der untere Teil der Einzelplatte IV bei 14 verändert worden. Gemäss der Erfindung
kann also die geänderte Platte IV ohne weiteres an die Stelle der alten Einzelplatte
IV in den Rahmen eingesetzt werden. Figur 11 schliesslich zeigt auschnittsweise
einen Ersatz der Einzelplatten VI bis VIII durch eine entsprechend grössere die
Fläche der früheren Einzelplatten VI bis VIII überdeckende neue Platte bei 19.
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Bei Bedarf lassen sich die alten Einzelplatten VI bis VIII ohne
| weiteres wieder verwenden. |