DE1794C - Verbesserungen und weitere Ausbildungen an Lüftungs-Vorrichtungen - Google Patents
Verbesserungen und weitere Ausbildungen an Lüftungs-VorrichtungenInfo
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Classifications
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- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
- F24—HEATING; RANGES; VENTILATING
- F24F—AIR-CONDITIONING; AIR-HUMIDIFICATION; VENTILATION; USE OF AIR CURRENTS FOR SCREENING
- F24F7/00—Ventilation
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Description
1878.
C-O
S ν . ♦·■-■*■ ν ν VK
WILHELM und FRANZ LÖNHOLDT in FRANKFURT a. M. Verbesserungen und weitere Ausbildungen an Lüftungsvorrichtungen,
Zusatz-Patent zu No. 34 vom 12, Juli 1877.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 20. Januar 1878 ab.
Längste Dauer: 11. Juli 1892.
Die in der Patentschrift No. 34 erläuterte »Lüftungsvorrichtung« haben die Erfinder
weiter ausgebildet und für die verschiedenen Zwecke der Ventilation in ihren Theilen und
in der allgemeinen Anordnung derselben verbessert.
Diese Verbesserungen bestehen im folgenden:
1. in einer Regulirvorrichtung für die zu den
Brennern tretende Luft;
2. in der eigenthümlichen Weise, die frische Luft in das Zimmer zu führen und gleichzeitig
mit Wasserdampf oder mit Dünsten von Desinfectionsmitteln zu beladen event, dieselbe durch
antiseptische Baumwolle zu filtriren;
3. in der Ausbildung des Apparates für verschiedene Zwecke, um ihn in einen vorhandenen
Ventilationskamin oder in einem neu zu erbauenden Hause ganz in die Wand zu' legen,
ferner als Tragsäule ausgebildet, um ihn mitten in dem zu ventilirenden Räume aufzustellen und
dabei seine innere Construction zu verdecken, ferner, um mit demselben gröfsere Ventilationsschachte auszurüsten.
I. Die Regulirvorrichtung für die zu den Brennern tretende Luft ist in Fig. 10
der beiliegenden Zeichnung dargestellt. Fig. 9 und 10 zeigen den, von dem uns patentirten
Apparat nur wenig verschiedenen Apparat in seiner jetzt von uns zur Anwendung kommenden
Form für Räume, wo derselbe einfach an die Wand gestellt wird. Die Heizkammer wird für
die gewöhnlichen Zwecke auf den Boden gelegt. Diese besitzt über einer Reihe von Löchern <z5
zum Zuführen der Verbrennungsluft einen Boden b, in welchem eine, durch einen ventilartigen
Trichter geschlossene Oeffnung sich befindet. Dieser Trichter kann mittelst einer Schraube a4
auf- und abgeschoben, somit die einströmende Luftmenge regulirt werden. Dieser Trichter ist
je nach der Form der Heizkammer kreisrund oder oval (Fig. 9a). Ueber demselben befindet
sich der oder die Argandbrenner. Diese Form des Trichters ist gewählt, um die Luft gleichmäfsig
nach allen Richtungen gegen die durch die strahlende Wärme erhitzten Heizbleche zu
leiten.
d% ist der Brenner, a1 die Heizflächen, a3
die hinter demselben in dem Boden befindlichen Löcher, um auch von hinten Luft an die Heizflächen
gelangen zu lassen. Die konischen Verjüngungen der Ventilationsröhre bei A2 und C1
machen wir nun mehr von hinten nach vorn gegen die Eintrittsöffnung D und E geneigt,
um durch den, die Bewegung der Luftsäule hervorbringenden heifsen Luftstrahl eine bessere,
saugende Wirkung hervorzubringen.
Π. Die Art und Weise, die frische Luft in die zu ventilirenden Räume einzuführen,
geschieht nach folgenden Grundsätzen:
Wenn man frische Luft in einen Raum einführt, so mufs man sie von Staub- und Schmutzheitlen
reinigen, ihr eine aufwärts strebende Richtung geben und jeden kalten Zug vermeiden.
Nach unserem Systeme führen wir die Luft durch verticale Röhren oder Kanäle über
eine Wasserfläche durch antiseptische Wattlagen in die Räume ein. Eine solche Röhre ist in
beiliegender Zeichnung, Fig. 11 und na dargestellt. Die Röhren sind über dem Zimmersockel
in die Räume eingesetzt und stehen an der Innenwand vertical in die Höhe. Die Austrittsöffnung
der frischen Luft befindet sich im Räume ca 1,50 m über dem Boden.
Die kräftige Luftzuströmung durch diese Röhre ist bedingt von der, durch den Gewichtsunterschied
zwischen Luftmassen von verschiedener Dichtigkeit hervorgerufenen Druckkraft, die auf
dem Temperaturunterschiede zwischen der im Räume befindlichen und der äufseren Luft beruht.
Da aber in der kalten Jahreszeit der Temperaturunterschied
immer am gröfsten ist, so ist die Zuströmungsgeschwmdigkeit dann am kräftigsten,
wenn wir uns am meisten in unseren Räumen aufhalten, dieselben am dichtesten verschliefsen,
kurz, wenn wir der frischen Luft am meisten bedürfen.
Unsere Zuströmungs- auch Zuführungsrohre sind aus vier Theilen zusammengesetzt (s. Fig. 11
und na der beiliegenden Zeichnung), e ist das in steigender Richtung in die Mauer eingesetzte
»Einmündungsrohr«, an dessen äufse-
rem Ende eine trichterförmige Erweiterung e1
eingeschoben, die nicht nur dazu dient, der atmosphärischen Luft eine gröfsere Eintrittsöffhung
zu bieten, sondern auch vor- und zurückschiebbar das Rohr in verschiedenen Mauerstärken
anwendbar macht.
e~ ist das verticale, in dem Räume an der
Wand aufgestellte Leitungsrohr, welches dazu dient, der Luft die verticale Strömungsrichtung
mitzutheilen, so dafs diese sich nicht gleich bei der AustrittsöfFmmg im Räume horizontal ausbreitet
und den Bewohnern. kalten Zug verursacht, sondern in die Höhe steigt, sich mit der
im oberen Theile des Raumes befindlichen warmen Luft mengt, ehe sie zu Boden fällt
und von den Insassen eingeathmet wird. Am unteren Ende des Leitungsrohres <?2 ist ein
Kniestück angebracht, welches das Einmündungsrohr e mit dem Leitungsrohr e3 verbindet.
Unter diesem Kniestück am unteren Ende des Leitungsrohres e2 ist ein Behälter in Syphonform
e3 angebracht, in welchem Wasser oder
auch Desinfectionsstoffe sich befinden, welche durch die im Boden des Syphons befindliche
Putzschraube i4 entfernt werden können.
Der obere Theil des Leitungsrohres e2 ist
mit einem Deckel e5 versehen; in demselben
befindet sich eine Lage antiseptischer Watte e°, durch welche die Luft strömt und filtrirt wird.
Die an dem Deckel angebrachte Klappe e7 dient zur vollständigen Schliefsung des Leitungsrohres.
Die Vortheile dieser Einrichtungen sind erstens, dafs die eintretende atmosphärische Luft fortwährend
über eine verdunstende Wasserfläche streicht und ihr, wenn trocken, der nöthige Feuchtigkeitsgehalt mitgetheilt wird; zweitens,
dafs die eintretende Luft durch die antiseptische Wattlage in den Raum treten mufs, wird also,
ehe sie sich in dem Räume ausbreiten kann, vollständig filtrirt, und drittens, dafs man z. B.
in Spitälern oder Krankenzimmern in Verbindung mit dem Wasser DesinfectionstofFe, z. B.
Carbolsäure, in den unteren Behälter schüttet und dadurch bewirkt, dafs die verdunstende
Carbolsäure sich erst mit der eintretenden Luft mengt, sich dann mit derselben im Räume vertheilt,
ohne in dem Maafse durch ihren Geruch lästig zu werden, wie dies der Fall, wenn man
sie im Räume herumsprengt.
Auf diese Weise wird der Desinfectionsstoff durch die regelmäfsige Luftzuführung aufs innigste
mit der in den Raum eintretenden reinen Luft vermengt und ganz gleichmäfsig in dem Räume
ausgebreitet.
Die Ausbildung des Apparates für verschiedene Zwecke ist in den Fig. i, 2, 3, 4, 5, 6,
7, 8, 8a dargestellt.
Fig. ι und 2 zeigen den Apparat in seiner einfachsten Form aus Blech hergestellt und an
einer Wand zum Ventiliren zweier übereinanderliegender Räume aufgestellt.
A der Heizapparat oder Heizkammer B, und F die über dem Boden der Räume befindlichen
vergitterten Luftaustrittsöffnungen; E und G
die unter der Decke iii den Ventilationskanal angebrachten Oefrhungen, welche mit einer
Schutzvorrichtung versehen, die so construirt ist, dafs einestheils die Luft an dieser Stelle
etwas zusammengedrängt, ihre Strömungsgeschwindigkeit und Saugkraft vermehrt wird, anderentheils
das Ausströmen der Luft in das Zimmer verhindert und eine Zusammenströmung der beiden Ströme in nahezu paralleler Richtung
bewirkt wird.
Die Oeffnungen E und G sind mit Schiebern
versehen und es können damit die Oeffnungen theilweise, sowie ganz verschlossen werden.
Fig. 3 und 4 zeigen die Anwendung unserer Ventilations - Apparate, wie solche in eingemauerten
Kanälen in die Wand eingesetzt werden. Die Construction der Heizkammer ist ganz analog mit der schon beschriebenen. Die
Austrittsöffnungen liegen in der Wandfläche und werden theils mit Gittern B und E, theils
unter der Decke mit schliefsbaren Jalousien und Klappen verdeckt. Die Austrittsöffnungen
sind alle unter einem Winkel von 45 ° in den Kanal geführt, um die in diesem hervorgebrachte
verticale Strömung nicht zu hemmen.
Zur Einengung der Röhre G', und um die Geschwindigkeit der emporgetriebenen Luft zu
vermehren und die saugende Wirkung zu sichern, dient eine von hinten nach vorn geneigte,
die ganze Breite des Kanals einnehmende Blechplatte. Dje Strömungsgeschwindigkeit der
Luft an der Stelle der Austrittsöffhung E ist so grofs, dafs man ein Hineinströmen in den
Raum durch die Austrittsöffnung F nicht zu befürchten
braucht.
Auch bei dieser Anwendung des Apparates ist der Ventilationskanal durch einen Saugeraufsatz
gekrönt, der, nach bekannten Principien construirt, bei Windstöfsen das Austreten der
Luft aus dem Kanal nicht nur nicht verhindert, sondern im Gegentheil den Zug befördert.
Fig. 5 und 6 und 6a zeigen den Apparat in seiner Ausbildung als Säule, um denselben mitten
in einen zu ventilirenden Raum stellen zu können. Hier bringen wir in der konischen Ausströmungsröhre
über dem Argandbrenner einen an drei Blechrippen befestigten umgekehrten kupfernen Kegel an, einestheils, um noch Heizfläche
zu gewinnen, anderentheils, um die heifse Luft durch eine ringförmige Oeffhung ausströmen
zu lassen. Die Ansaugung der Luft geschieht dann am ganzen Umfang der Säule in der Zone gerade über dem Ausströmungsrohr durch eine Reihe von Löchern, welche
durch Siebe bedeckt sein können.
Die Heizflächen sind in dem Querschnitt c d
dargestellt.
Schnitt α b zeigt eine Ansicht des Ausströmungsrohres
von oben.
Ueber dem Kapital der Säule befindet sich
die zweite Säugöffnung, entweder wie in Fig. 5 und 6 durch einen Seitenschieber regulirbar,
Claims (4)
1. In die Wand gelegt, wie Fig. 3 und 4.
2. Als Säule ausgebildet, wie Fig. 5, 6 und 6a. In diesem Falle die doppeltkonische Ausströmungsdüse
und die am ganzen Umfang angeordnete Lufteinströmung, ferner die oberhalb am ganzen Umfang angeordnete Einströmung
mit Ringschieber.
3. Zur Ventilation gröfserer Schachte für ganze Gebäude, wie in Fig. 7, 8 und 8a dargestellt.
4. Als Laterne zur gleichzeitigen Beleuchtung der zu ventilirenden Räume, Eishäuser, Magazine,
Corridors etc.
Alle . diese Modifikationen in Verbindung oder ohne Verbindung mit dem in Fig. 11 und na
dargestellten und oben beschriebenen Lufteinströmungsrohr mit Desinfection und Filtration
der Luft.
Hierzu I Blatt Zeichnungen.
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