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Verfahren zur Erzielung einer gleichrl,":riigen Fadenliefe-
rung
an allen Strick- oder ;-lirksysterlen von mehrsystemigen Rundstrick-
oder Wirkmaschinen oder an den Einzel-
systemen mehrerer getrennter
einsystemiger Rundstrick-oder Wirkmaschinen.
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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erzielung einer gleichmäßigen
Fadenlieferung.an allen Strick- oder Wirksystemen von mehrsystemigen Rundstrick-
oder Wirkmaschinen oder an den Einzelsystemen mehrerer getrennter einsystemiger
Rundstrick- oder Wirkmaschinen.
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Bei mehrsystemigen Rundstrick- oder Wirknaschinen haben bereits geringe
Ungleichmäßigkeiten im Fadenverbrauch an den einzelnen Systemen einen beträchtlichen
Einfluß auf die Warenqualität, wenn es darum geht, eine besonders gleichmäßige Ware
herzustellen, weil für das Auge im
einzelnen nicht mehr wahrnehmbare
und doch vorhandene Ungleichmäßigkeiten in der Ware, die durch an sich geringe Abweichungen
im Fadenverbrauch an den einzelnen Systemen entstehen, an dem ganzen Warenstuck
doch störend festzustellen sind. Eine entsprechende geometrische Einstellung der
maschenbildenden Organe garantiert nicht unbedingt einen gleichen Fadenverbrauch
bei gleicher Spannung, weil die Ilerstelltoleranzen der Nadeln etc. sowie die Fadenelastizität,
die Erwärmung der Maschine und das Schleudern der Nadeln miteinbezogen werden müssen.
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Aus der britischen Patentschrift 861 880 ist ein Verfahren bekannt,
bei dem der Faden den einzelnen Systemen jeweils durch eine in einem festen Verhältnis
zur Maschinendrehzahl angetriebene Liefervorrichtung zugeführt wird, die den Faden
schlupf los fördert. Auf der Fadenlaufweg zwischen dieser Liefervorrichtung und
den. Nadeln ist jeweils ein Fadenspannungsfühler angeordnet, der die Stellung der
Maschenabschlagteile entweder von Zeit zu Zeit oder kontinuierlich derart verändern
kann, daß die Fadenspannung auf dem abgetasteten Fadenlaufweg zumindest im wesentlichen
konstant gehalten wird. Die Liefervorrichtung besteht hierbei jeweils aus zwei konischen
Walzen, die längs ihrer Klemmlinie den dazwischen durchlaufenden Faden mitnehmen.
Zur Anpassung an unterschiedliche Musterungen kann der Faden durch eine Führungsöse
längs der Klemmlinie verschoben werden, wodurch die Liefergeschwindigkeit eine Änderung
erfährt. Fadenliefervorrichtungen, bei denen der Faden zwischen zwei Walzen oder
Zahnrädern hindurchläuft, sind jedoch für eine Reihe von feinen' sythetischen Garnarten
nicht erwünscht. Abgesehen davon ist die Regelgenauigkeit,
die@sich
mit diesem Verfahren erzielen läßt, beschränkt, wobei insbesondere nachteilig ist,
daß nicht ohne weiteres feststellbar ist, ob an den einzelnen Systemen tatsächlich
eine gleiche Fadenmenge verbraucht wird.
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Bei einem grundsätzlich ähnlichen aus der Praxis bekannten System
finden als Liefervorrichtungen mit konstanter Drehzahl angetriebene Fadenliefertrommeln
Verwendung, die von dem schlupflos geförderten Faden mehrfach umschlungen sind und
deren Durchmesser zur Veränderung der Fadenliefergeschwindigkeit von Hand verändert
werden kann. Die in Abhängigkeit von der abgetasteten Fadenspannung zwischen den
Liefervorrichtungen und den Nadeln verstellbaren ilaschenabschlagteile werden durch
pneumatische Stelleinrichtungen verstellt. Auch bei diesem System ist nicht ohne
weiteres ge;J,'ihrleistet, daß an den einzelnen Strickstellen genau gleiche Fadenmengen
verarbeitet werden, ereil keine laufende Kontrolle stattfindet. Auch ist es nicht
möglich, gleichzeitig an allen Strickstellen durch eine einzige SteuernaiDnah.-ie
die gelieferte Fadenmenge zu verändern, wie dies hC':ufig erwünscht ist. Es müssen
vielmehr von Fand die einzelnen Liefertrorcneln aufeinanderfolgend nachgestellt
und neu einreguliert werden.
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Eine dauernde Überwachung der Fadenliefergeschs:#indigrieit ist bei
einem anderen, beispielsweise aus der britischen Patentschrift 756 026 bekannten
Verfahren vorgesehen. Bei diesem Verfahren treibt der dem einzelnen Stricksystem
zugeführte Faden schlupflos ein kleines freilaufendes Rädchen an, dessen
Drehzahl in einen elektrischen
Messwert umgeförmt wird, welcher
als Istwert* mit einem vorgegebenen festen Sollwert verglichen wird, wobei dann
die sich ergebende Regelabweichung dazu benützt wird, um über einen Elektromotor;
beispielsweise die Stellung der Maschenabschlagteile so zu verändern, daß eine etwa
konstante Fadengeschwindigkeit eingehalten wird. Dieses Verfahren stellt jedoch
nicht die Veränderungen unterliegende Fadenspannung zwischen Liefervorrichtung und
Nadeln in Rechnung, so daß die Regelgenauigkeit sehr beschränkt ist. In einer einfacheren
Ausführungsform dieses Verfahrens, wie es in der britischen Patentschrift 757 483
beschrieben ist, wird das von dem jeweiligen Faden angetriebene Rädchen stroboskopisch
abgetastet, wobei die Blitzfrequenz des Stroboskops in Abhängigkeit von der Maschinendrehzahl
veränderbar ist. Die Nachstellung der Maschenabschlagteile an den einzelnen Stricksystemen
erfolgt hierbei von Hand entsprechend der Anzeige an den Rädchen der einzelnen Systeme.
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Von einer stroboskopischen Messung der Fadenliefergeschwindigkeit
an den einzelnen Strickstellen macht auch eine Vorrichtung nach der deutschen Patentschrift
624 640 Gebrauch, bei der die einzelnen Fäden ebenfdls kleine als Lochscheiben ausgebildete
Rädchen antreiben, die sich fortlaufend teilweise gegenseitig überdecken, und die
derart abgetastet werden, daß sich ein zur Steuerung der Abzugsschlösser geeigneter
elektrischen Messwert ergibt. Auch bei dieser Vorrichtung werden jedoch Veränderungen
der Fadenspannung nicht gemessen.
Schließlich sind beispielsweise
aus der deutschen Patentschrift 834 581 eine Reihe von Lösungen für Fadenvorschubgetriebe
für Strick- und Wirkriaschinen bekannt geworden, die derart aufgebaut sind, daß-ein
Lieferelemen4 in Gestalt eines Vorschubrades oder einer slalze durch eine Schlupfkupplung
angetrieben wird, deren Mitnahmewirkung durch einen fadenführenden Fühler gesteuert
oder erzielt wird. Diese Vorrichtungen arbeiten Jedoch sehr trüge, auch ist die
Fadenbelastung durch den :iechanisch wirrenden F übler verhältnisnäßig groß. Ab
eschen davon ist es aber auf diesem WeGe nicht möglich, eine genau konstante Fadenliefermenge
einzuregeln, während andererseits auch keine l115glichkeit besteht, absolut sicherzustellen,
daß an den einzelnen Strickstellen der Maschine genau gleiche Fadenmengen verarbeitet
werden.
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Ziel der Erfindung ist es, ein Verfahren der eingangs genannten Art
anzugeben und einen tleG zE. weisen, beeiner mehrsystemigen Maschine für huch ste
Anforderung an gleichmäßige Warenqualität an den einzelnen Strickstellen von Faden
her völlig gleichmäßige Bedingungen für die rlaschenbildung zu erzielen, die unabhängig
von Veränderungen des Garns, der Reibung an den Fadenleitstellen. oder an der Maschine
selbst sind. i:iernei soll gewährleistet sein, daß die Verhältnisse an den einzelnen
Systemen in einwandfreier Weise dauernd aneinander angeglichen sind, während andererseits
die i-lüGlichrieit offen stehen soll, durch eine einfache Regelmaßnahme die Fadenliefergeschwindigkeit
an allen Strickstellen gleichzeitig und gleichmäßig zu verändern, ohne daß dadurch
die gegenseitige Abgleichung beeinträchtigt wird. Dies gilt naturgemäß nicht nur
für mehrsystemige
Maschinen; sondern auch.für eine Anzahl von einsystemigen
Maschinen, die so gemeinsam..gesteuert werden können, daß sich überall eine völlig
gleichmäßige Warenqualität ergibt.
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Zur Lösung dieser Aufgabe ist das erfindungsgemäße Verfahren durch
die Kombination der Merkmale gekennzeichnet, daß an jedem Wirk- oder Stricksystem
die Geschwindigkeit des von einer eigenen in ihrer Umfangsgeschwindigkeit für sich
regelbaren Fadenlieferrolle gelieferten Fadens auf elektrischem Wege laufend gemessen
(Istwert) und mit einem allen Systemen gemeinsamen Sollwert verglichen wird und
in Abhängigkeit von diesem Sollwert/Istwert-Vergleich der Fadengeschwindigkeit durch
Veränderung der Stellung der Maschenabschlagteile an den einzelnen Systemen die
Fadenliefermengen auf gleiche Werte eingeregelt werden und jeder Faden mittels seiner
Lieferrolle nachgeordneter, einstellbarer Fadenspannungsfühler überwacht
wird, die Fadenspannungsänderungen in dem Bereich zwischen der jeweiligen
Fadenlieferrolle und dem Wirk- oder Stricksystem feststellen und elektrische Impulsgeber
steuern, die auf elektrischem Wege die Umfangsgeschwindigkeit der zugeordneten,
den Faden@schlupflos fördernden, Fadenlieferrolle auf konstante Fadenspannung regeln.
Das neue Verfahren gestattet, wie die Praxis gezeigt hat, eine äußerst feinfühlige
Regelung, wobei sichergestellt ist, daß die einzelnen Systeme hinsichtlich ihres
Fadenverbrauches immer einwandfrei aufeinander abgestimmt sind. Darüberhinaus kann
durch Veränderung des allen Systemen gemeinsam vorgegebenen Sollwerts auf einfache
Weise eine Änderung der Fadengeschwindigkeit
und damit der Fadenliefermenge
an allen Systemen erzielt werden, ohne daß dadurch .die gegenseitige Abgleichung
der einzelnen Systeme verloren ginge.
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Sehr einfache Verhältnisse ergeben sich, wenn die Fadengeschwindigkeit
an den einzelnen Wirk- oder Stricksystemen jeweils mittels einer an sich bekannten
durch eine Stroboskoplampe beleuchtbaren Stroboskopscheibe gemessen wird, die von
dem zwischen der Fadenspule und der zugeordneten Fadenlieferrolle ver-
| laufenden Faden angetrieben pst und deren Stroboskop- |
| lampe von einem allen Systemgemeinsamen elektrischen |
Impulsgeber (Taktzähler) gespeist wird.
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Die einstellbaren Fadenspannungsfühler der einzelnen Systeme werden
zweckmäßigerweise alle auf gleiche Fadenspannung eingestellt. Im übrigen kann die
Fadenliefermenge an den einzelnen Systemen auch durch eine Fadenmengenvergleichvorrichtung
unmittelbar bestimmt werden, während die Maschenabschlagteile in Abhängigkeit von
dem Messergebnis der FadenmenGenvergleichsvorrichtung von Fand oder selbsttätig
verstellt werden, derart, daß bei konstanter Fadenspannung ein konstanter Fadenmengenverbrauch
an allen Systemen erzielt wird. Auf dem Fadenlaufweg zwischen der Fadenspule und
der Lieferrolle kann in an sich bekannter Weise eine Fadenbremse vorgesehen werden,
die mit einem Padenspannungsmesser zusam.enarbeitet, der durch Steuerung der Fadenbremse
den Ausgleich von von der Fadenspule herrührenden Fadenspannungsspitzen bewirken
kann. Die selbsttätige Verstellung der Maschenabschlagteile kann schließlich mit
Hilfe zugeordneter elektrischer
Schrittmotoren vorgenommen werden.
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Das erfindungsgemäße Verfahren soll anhand von Ausführungsbeispielen
erfindungsgemäß eingerichteter Maschinen in der Zeichnung erläutert werden. In der
Zeichnung zeigen jeweils in perspektivischer Darstellung: Fig. 1 einen Ausschnitt
aus einer zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens eingerichteten mehrsystemigen
Rundstrickmaschine in einer schematischen Seitenansicht, Fig. 2 eine Fadenlieferrolle
der Maschine nach Fig. 1 im axialen Schnitt in einer Seitenansicht und in einem
anderen tiaßstab, Fig. 3 die Anordnung der Fadenlieferrollen an der Maschine nach
Fig. 1 in vereinfachter Darstellung unter Veranschaulichung der gemeinsamen-Antrieb
squelle, Fig. 4 eine Fadenspannungafühleinrichtung kombiniert mit einer elektrischen
Abstelleinrichtung der Maschine nach Fig. 1 und Fig. 5 ein elektrisches Schaltschema
zur Erläuterung der Wirkungsweise der in Fig. 1 dargestellten Naschinenteile.
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Das auf der Spule 1 (Fig. 1) gespeicherte Faden- oder Garnmaterial,
an dessen Stelle naturgemäß auch anderes bandförmiges Material treten könnte, läuft
über Umlenkrollen 2, 3 zu einer Fadenbremse 4. Von dort aus geht der Fadenlauf über
ein
elektrisch-optisches Anzeigegerät 5, das auf stroboskopischer Basis arbeitet, zu
einer Lieferrolle 6. Diese . Fadenlieferrolle 6, die eine glatte zylindrische Umfangsfläche
aufweist, wird in der aus'Fig. 1 ersichtlichen Weise mehrfach derart umschlungen,
daß praktisch kein Schlupf zwischen Umfangsfläche und Fadenschlingen auftritt. Sodann
gelangt der Faden über ein kombiniertes Fadenfühl- und Abstellaggregat 7 zur Strickstelle
8,
an der noch in vereinfachter Form eine elektrische Abschlagverstellung
9 angedeutet ist.
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Die Lieferrolle 6, die den Faden in Pfeilrichtung (Fig. 1) von der
Spule 1 abzieht, ist mittels einer regelbaren Schlupfkupplung mit einer Kraftquelle
verbunden, die z. B. durch einen in Fig. 1 und 3 schematisch dargestellten Riemen
10 gebildet ist, der längs des Maschinenumfanges in Umlauf gebracht wird.
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Analog dazu kann der Antrieb auch über andere behcrite hier anwendbare
Antriebselemente, etwa über einen Zahnriemen oder ein Reibrad, geschehen, oder es
kann jedes Element auch einzeln angetrieben werden, was in bestimmten Fällen besondere
Vorteile mit sich bringen kann.
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Der Aufbau der Lieferrolle 6 und der dieser zugeordneten Schlupfkupplung
sind insbesondere aus Fig. 2 zu entnehmen: An dem bei 24 in Fig. 2 dargestellten
Halter, der mit dem Haltering 27 in Fig. 1 an dem Maschinengestell mittels Schrauben
24 verbunden wird, ist eine hunle Achse 25 befestigt, in-deren Innenbohrung eine
Welle 11 mittels zweier Kugellager 12 verdreh-
bar, aber
asial unverschiebbar gelagert ist. Die Welle 13
trägt einen hülsenförmigen,
zylindrischen Mantel 13 aus
einem elektrisch leitenden riaterial,
der mit.einer Auflage
14, welche die Oberfläche der Lieferrolle bildet,
versehen
ist. Die Auflage 14 besteht aus einem Material, das einen
erhöhten Reibungskoeffizienten für den darumgeschlungenen
Faden ergibt, so daß kein Fadenschlupf zwischen der Umfangsfläche
der Lieferrolle und dem Faden auftreten kann. 31e kann aber auch
hochglanzpoliert sein, was unter Umständen-von Vorteil ist.
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Innerhalb des metallischen Mantels 13 der Lieferrolle
6 ist
eine koaxiale Erregerspule 15 angeordnet, die von einem aus
einem
magnetischen,gut leitenden Material, beispielsweise
i
Eisen, bestehenden
Mantel 16, der die Gestalt eines Forakörpers aufweist, in der aus Fig.
2 ersichtlichen Weise umschlossen ist. Der Mantel oder Formkörper
16 ist zweiteilig
ausgebildet, wobei die Stoßfugen zwischen den
beiden Teilen
16 bei 18 zu sehen sind. Auf. seiner dem hülaenfürmigen
Teil
13 zugewandten Umfangsfläche ist der Formkörper 16 nach
Art des Läufers eines Klauenpolmotors ausgeführt, was dadurch
zustande kommt, daß die Trennfuge 18 achlangenlinien- oder
zickzackförmig
gestaltet ist.
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Die beiden Teile des Formkörpers 16 sind auf einer Hohlwelle
19
befestigt, die ihrerseits mittels Nadellagern 20 auf der
feststehenden
hohlen Achse 25 gelagert ist. Die Hohlwelle 19
ist dabei mit einem
Schnurlaufrad 21 starr verbunden. Die #n den Formkörperteilen
16 sitzende ErregersRMle 15 ist, an zwei
Schleifringe
22 angeschlossen, denen Bürstenhalter 23 zu-
geordnet sind,'über
die die Stromzufuhr erfolgt. Die beiden
Schleifringe 22 sind isoliert
eingebaut oder aber das Schnur-
.laufrad 21 mit der Achse 19 ist völlig aus
einem isolierenden
Material hergestellt.
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Die Wirkungsweise dieser Vorrichtung ist wie folgte
Die
Hohlwelle 19 und damit die auf ihr sitzenüen, die Erreger-
spule
beinhaltenden Formkörperteile 16 werden von dem Riemen
10 (Fig,
i und 3) mit einer konstanten Drehzahl angetrieben,
die höher liegt als
die höchste, dem maximalen Fadenverbrauch
entsprechende Drehzahl. Die
von der ErreCerspule 15 erzeugten
Kraftlinien schließen sich Ober den
metallischen Nantel 13
der Förderrolle 6. Zufolge der Relativbewegung
zwischen dem
metallischen Mantel 13 und dem Feld werden in dem Mantel
13
Wirbelströme induziert, durch die eine Mitnahmewirkung
zwi-
schen dem umlaufenden Magnetsystem 15, 16 und dem Mantel
13
zustande kommt. Die Größe des Schlupfes und damit die Liefer-
geschwindigkeit
des Fadens ist durch eine entsprechende
Regelung der Erregerstromstärke
veränderlich. Der Erregerstrom
wird hierbei durch einen Fadenfühler 17
(Fig. 4), der am
Fadenfühl- und Abstellaggregat 7 vorgesehen ist,
geregelt,
man in einzelnen noch erläutert werden wird.
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Das Fadenfühl- und Abstellaggregat 7 (Fig.
4) ist auf einer
gemeinsamen Grundplatte 28 montiert, die auf
ihrer oberen
Hälfte den Fadenfühler 17 trägt. Dieser Fühler
besteht aus
einen zweiarmigen, um seinen Schwerpunkt verschwenkbaren
Hebel,
dessen Drehachse 30 in einem Lager der Grundplatte
28 leicht beweglich gelagert
ist. Eine Spiralblattfeder 29
ist in ihrem Herz fest mit der Drehachse
30 verbunden,
während das äußere Ende der Feder 29 an einem
Klotz 31 ver-
ankert ist, der mit einer Schraube 32 an einem auf der Grund-
platte
28 befestigten Halter 33 verstellbar befestigt ist.
Die Feder 29 wirkt als
Gegenkraft zu' dem in der in Fig. 4
ersichtlichen Weise über
die Rollen 34 geführten Faden, der
in Pfeilrichtung zur Strickstelle
abläuft und zufolge seiner
Spannung eine Verachwenkkraft
auf den zweiarmigen Iiebel aus-
übt. An der Drehachse 30 ist ein
Kontaktfinger 35 fest ange-
bracht, der eine federnde Kontaktzunge 36 eines
Ein- und
Ausschalters -43 mit einem nicht federnden Gegenkontakt 37
bei
stärker werdendem Fadenzug in Berührung bringen kann.
Läßt
der Fadenzug nach, so wird die Stromzufuhr über den
Schalter 43 unterbrochen.
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Auf der unteren Hältt e der Grundplatte 28 sitzt
ein elektri-
scher Absteller 46, dessen Kontaktzungen 38,und
38a bei-
spielsweise bei Fadenbruch
werden können.
Die Ausführung, Einstellung und Funktionsweise des
elektri-
schen Fadenbruchabstellers 46 sind ähnliah.wie
bei dem oben-
beschriebenen Fadenfühler 17:
Der durch Fadenösen 39
straff geführte Faden wird durch
eine Tastrolle 48 abgetastet, Je nach
der Vorapannung der
Spiralblattfeder 49, die in gleicher Weise wie
beim Faden-
fühler 17 eingestellt werden kann, erfolgt die Abstellung
der Maschine bei Nachlassen der Fadenspannung bzw, Bruch
des
Fadens, indem ein zugeordneter Kontaktauslöser 50 die
untere elastische
Kontaktzunge 38-gegen eine härtere, darüber
angebrachte
Kontaktzunge 38a drückt.
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Anstatt eines Fadenfühlers 17 kann auch ein durch die Faden-
spannung
geregeltes Potentiometer 26 (Fig. 3) verwendet
worden"
das den Erregerstrom der Spule 15 steuert.
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Anstelle der bei den Fadenfühlern 17 verwendeten kalibrierten
Federn 29 könnten auch Elektromagnete zur Erzeugung der
Gegenkraft herangezogen
werden, die sodann alle zentral ge-
regelt werden könnten.
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Das in Fig. 1 auf dem Haltering 27 für die Fadenlieferrollen
angebrachte elektrische Gerät 51 dient als gemeinsamer Impuls-
geber
für alle Anzeigegeräte 5, die, wie schon früher ange-
deutet, auf der
Grundlage der bekannten Strobonkope arbeiten.
Die Anzeigegeräte
verfügen über durchlöcherte Scheibenräder,
die vom Faden angetrieben sind,
Hierzu ist der Faden mit an-
nähernd 360o Umschlingung um die Fadenlaufrillen
dieser
Räder geführt, Hinter den mit der Fadengeschwindigkeit
ange-
triebenen Scheibenrädern sitzen Stroboskoplampen, die von
dem
zentralen Impulsgeber 51 Impulse erhalten, Unter Anwendung
des
bekannten Stroboskop-Effektes ist es möglich, durch Verändern des Maschenabschlages
an Jeder Strickstelle (System)
gleiche Fadengeschwindigkeit einzustellen.
Dies geschieht in
folgender Weises
Nachdem zuerst an
einer.Arbeitsstelle die richtige Maschenabscrlagstellung ermittelt, wurc% wird sodann
an derselben Arbeitsstelle durch Veränderung der Einstellung des Gerätes 51 die
Impulsfolge-der Stroboskoplampe so verändert, daß an der beobachteten Strickstelle
das Anzeigerad des Gerätes 5 stillzustehen scheint. Da die nun festgestellte Impulsfolge
allen Anzeige- bzw. Stroboskopgeräten 5 zugeführt wird, können sämtliche anderen
Strickstellen durch optische Beobachtung der zugehörigen Anzeigegeräte 5 auf Geiehlauf
gebracht werden, und zwar in der Weise, daß jeder Maschenabschlag von Hand einjustiert
wird,.bis das Scheibenrad des zugehörigen Anzeigegerätes 5 stillzustehen scheint.
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Nachdem die Fadengeschwindigkeit an der Maschine an allen Strickstellen
mit den oben erwähnten tlitteln auf Gleichlauf gebracht worden sind, kann von dieser
Grundeinstellung ("0"-Justierung) aus die weitere Regelung in Abhängigkeit von der
Steuerung durch die Fadenfühler 7 selbsttätig geschehen. -Diese automatische Regelung
geschieht wie folgt: Wenn die Strickmaschine eingeschaltet wird, d. h. wenn der
Antriebsmotor läuft und das Stricken beginnt, zieht ein Schaltschütz 40 (Fig. 5)
an und überbrückt mit seinen Kontakten 41 die Zuleitungen der Gleichstromquelle
42, so daß an den Klemmen des Ein-Aus-Schalters 43 Spannung liegt. Dieser Schalter
43 kann@durch seinen angebauten Fühlhebel 17 (Fig. 4), der die Fadenspannung abtastet,.
ausgelöst werden.
Heim Ansteigen der Fadenspannung wird der
Schalter 43
(Fig. 5) geachlossen, so daß die Erregerspule 15 der Lieperrolle
6 (Fig. 2) Strom erhält. Da die Spule zwangsläufig rotierend angetrieben wird, wird
durch die einsetzende Wirbeletromwirkung die gesondert gelagerte Liefertrommel
6
mitgenommen. Damit wird Faden zur Strickstelle geliefert.
Zur optischen
Kontrolle dient eine Lampe 44, die, da der Schalter 43 jeweils nur kurzzeitig
einschaltet, infolge ihrer Trägheit nur zu schwachem Glühen kommt. Diese Lampe
gestattet es somit, die Wirkungßweise der Wirbelstromkupplune auf
einfache Weise zu überprüfen.
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Läßt nun die Fadenspannung nach, so wirkt sich dies auf die Stellung
des Fühlhebela 17 am Schalter 41 aus, d. h. der Kontakt 36, 37
wird unterbrochen. Die Folge davon ist, da8 die Liefertrommel 6
der Fadenliefervorric.itung nicht mehr mitgenommen wird.
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Das stetige Wechselspiel zwischen Ein- und Ausschalten des Schalters
43 ergibt im Durchschnitt eine gleichmäßig ge-regelte Trommelgeschwindigkeit
und damit eine entsprechende
Regelung der Gesamtlieferung bzw,
der dem Stricksystem zu-
geteilten Fadenmenge, Die Fadenspannung reguliert
somit
selbsttätig die Fadenlieferung.
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Eine parallel zur Erreäerspule 15 geschaltete Diode 45 macht die
beim Öffnen des Schalters 43 auftretende Spannungs-
spitze unwirksam und
verhindert dadurch vorzeitigen Kontaktabbrand.
Tritt,
z. B. bei Fadenbruch, ein elektrischer Absteller .46 (Fig. 4)
in Tätigkeit, um die Maschine stillzusetzen, so fällt der Schaltschütz
40 ab, .während. das älrm nicht
dargestellten Bremsmagneten
der Maschine über die,Erregerleitungen 52 parallel geschaltete Relais
47 einfällt. Über
das Relais 47 wird gleichzeitig Gleichspannung an die Erregerspule
15 gelegt. Da nach der Stillsetzung der Maschine die sonst zwangsläufig angetriebene
Erregerspule 15 eben-
falls stillgesetzt wird, erirkt das Magnetfeld
der nunmehr stillstehenden Erregerspule auf den noch weiterlaufenden
Liefertrommelkörper 6 als Bremse, so daß die Fadenförderung
rasch beendet wird.
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Die Abschlagstellung kann, von der "0"-Justierung
ausgehend,
nach der Plus- und der Minus-Seite zu auch noch zentral von dem
Gerät 51 aus verstellt Werden, und zwar an allen Strickstellen gleichzeitig und
synchron. Zu diesem Zwecke sind an den einzelnen Strickstellen kleine Stellmotoren
9-(Fig. 1),
so,". Schrittmotoren, vorgesehen, die zusätzlich $u der Handverstellung
diese gesteuerte Abschlagverstellung gestatten. Das Regelsystem kann im übrigen
auch derart aufgebaut werden, dag auch zur Konstanthaltung der Fadenliefermenge
an den einzelnen Systemen die Stellmotoren 9 in den Regelkreis der
Liefertrommeln
6 eingefügt sind.
Damit wird erreicht, daß, wenn
ein System eine von der "O"-Justierung abweichende Fadengeschwindigkeit aufweist,
mit Hilfe der selbsttätig erfolgenden Verstellung der Abschlagteile die Masche so
verändert wird, daß der Fadenverbrauch wieder der vorgeschriebenen Geschwindigkeit
entspricht. Gleichzeitig hält der Spannungsfühler die Fadenspannung durch Regeleingriff
auf die Fadenlieferrolle die Fadenspannung konstant, so daß sich ein geschlossenes
Regelsystem ergibt, mit dessen Hilfe die bei den einzelnen Systemen herrschenden
Verhältnisse selbsttätig aufeinander abgeglichen werden, so daß sich auch vollständig
gleichmäßige Bedingungen ergeben. Während im Vorstehenden die Synchronisation der
Fadenlieferung an den einzelnen Strickstellen einer mehrsystemigen Maschine beschrieben
wurde, ist es naturgemäß auch ohne weiteres möglich, eine Reihe von getrennten einsystemigen
Maschinen in der angegebenen Weise zum Gleichlauf zu bringen. Unter der Voraussetzung
der Verwendung gleichen Garnes sowie der Erzeugung gleicher Warenart wird dadurch
eine gleichbleibende Stoffqualität über lange Zeiträume auf allen so synchronisierten
Maschinen gewährleistet.