DE1769983C - Verfahren zum Verbessern der Eigenschaften von mit basischen Metallsalzen gegerbten Fellen oder Häuten - Google Patents
Verfahren zum Verbessern der Eigenschaften von mit basischen Metallsalzen gegerbten Fellen oder HäutenInfo
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Description
lf 769
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Vorfahren
zum Verbessern der Eigenschaften von mit basischen Metallsalzen gegeibten Fellen oder Häuten
durch Nachbehandeln mit einem wasserlöslichen SaU einer Polycarbonsäure in einer Menge von mindestens S
1 Gewichtsprozent, bezogen auf das Ledergewicht, und gegebenenfalls zusätzliches Behandeln der mit den
Salzen einer Polycarbonsäure nachbehandelten Felle oder Häute mit einem mehrwertigen Metallsalz.
Üblicherweise werden Häute und Felle, nachdem sie gewaschen und mit Kalk behandelt worden sind, um
etwa noch vorhandene Haare zu entfernen, mit einem basischen Chrom- oder Aluminiumsalz gegerbt und
häufig einer Nachbehandlung unterworfen, um die Ledereigenschaften zu verbessern, So erhält man durch
Lickern in Gegenwart von mehrbasischen organischen Säuren oder deren Salzen Chromleder mit gutem Stand,
guter Fülle und feinem Narben und bei Zusatz von Carboxylgruppen enthaltenden Polymerisaten oder
deren Sal/en I eder mit verbesserter Narbenfestigkeit, »o
Farbe, Fülle und Geschmeidigkeit werden gleichzeitig durch eine Nachbehandlung mit wasserlöslichen
Salzen von Dicarbonsäuremonoestem verbessert, die auch der Gerblösung zugesetzt werden können.
Wasserundurchlässige und dabei poröse und weiche Leder werden durch Imprägnieren mit alkyl- oder
alkenylsubstituierter Bernsteinsäure und ihren Halbestern bzw. deren wasserlöslichen Salzen erhalten. Bei
einem anderen Verfahren zur Verbesserung der Wasserfestigkeit werden lipophile Reste enthaltende drei- und
mehrbasisc'ie organische Säuren und deren Salze verwendet
und das Leder noch mit einem handelsüblichen Chromgerbstoff nachgegerbt. Durch diese bekannte
Behandlung wird der Wasserdurchlässigkeitsquotient im Vergleich zu normal gegerbtem Ledern teilweise um
mehr als 100% verbessert und das normale Wasseraufnahmevermögen zum Teil bis auf die Hälfte herabgesetzt.
Es hat sich nun überraschend gezeigt, daß durch Nachbehandeln mit Salzen einer zweibasisclien Carbonsäurc,
deren Carboxylgruppen durch eine Kette von 7 bis 36 C-Atomen verbunden sind und gegebenenfalls
Nachgerben mit einem mehrwertigen Metallsalz die Wasserpenetrationszeit gegenüber normal gegerbten
Ledern um das Fünf- bis Zehnfache und noch mehr verlängert werden kann und dabei leder mit
gröikrer Fülle und verbesserter Biegsamkeit erhalten
werden.
Das eingangs angegebene Verfahren /um Verbessern der Eigenschaften von mit basischen Metallsalzen
gegerbten Fellen oder Häuten durch Nachbehandeln mit einem wasserlöslichem Salz einer Polycarbonsäure
ist daher erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, daß man für die Nachbehandlung als SaI/ einer Polycarbonsäure
das Salz einer /weibasischen Carbonsäure verwendet, deren Carboxylgruppen durch eine Kette
von 7 bis 36 C-Atomen verbunden sind.
Wenn erforderlich, können die Rohleder nach dem (jerben mit dem basischen Salz eines mehrwertigen
Metalls neutralisiert werden, /.. B. mit einer schwach alkalischen Verbindung wie Natriumbicarbonat.
Das erfind u ngsgemäße Verfahren kann auf Felle und Häute angewandt werden, die /um (icrben /. IJ.
durch Waschen und llehaiuleln mit Alkali entsprechend
vorbehandelt oder wie Schafs- und ZiegenblüUen
bereits, /; H. pllan/licli, vorgegerbt worden sind, und
eiiüiet sich auLierJiir diese auch für /. H. Kinderhäute
odei Schaffelle.
Gegerbt wird allgemein mit mineralsauren basischen Salzen von Metallen, die in der Wertigkeitsstufe 3
oder mehr auftreten, z. B. mit Chrom-, Aluminium-, Zirkonium- oder Cersalzcn; bevorzugt werden die
Sulfate, Besonders gute Ergebnisse werden bei Verwendung von basischem Chromsulfat erzielt, das z. B.
durch Versetzen einer Chromsulfat- oder Chromalaunlösung mit Natriumcarbonat hergestellt werden kann.
Die Menge des eingesetzten Gerbsalzes wird ajs Metalloxid berechnet. Im allgemeinen reichen bis zu
etwa 3,5 Gewichtsprozent, bezogen auf das Blößengewicht, aus. Besonders gute Ergebnisse wurden mit
1,5 bis 3,0 Gewichtsprozent Metalloxid, bezogen auf das Blößengewicht, erzielt.
Die dem anzuwendenden Salz zugrundeliegende zweibasische organische Säure, in der die Carboxylgruppen
durch eine Kette von 7 bis 36 C-Atomen miteinander verbunden sind, kann eine aliphatische oder
aromatische Dicarbonsäure sein, insbesondere eine langkettige aliphatische Säure mit 7 bis 36 C-Atomen.
Sehr gute Ergebnisse werden mit Salzen von gesättigten Dicarbonsäuren mit 12 oder 19 C-Atomen sowie von
ungesättigten Dicarbonsäuren, wie Dioieinsäure und Dilinolsäure, erzielt. Es wurde festgestellt, daß Salze
von ungesättigten aliphatischen Carbonsäuren ein Leder mit verminderter Biegsamkeit, aber verbesserter
SchwciUfestigkeit ergeben. Salze von längerkettigen Säuren bewirken häufig verbesserte Biegsamkeit,
Schweißfestigkeit und Wasserfestigkeit.
Vorzugsweise werden wasserlösliche Salze, insbesondere Alkali- oder Ammoniumsalze oder Salze einer
organischen Base, z. B. eines Amins, verwendet. Ausgezeichnete Ergebnisse wurden bei Verwendung von
Ammoniumsalzen der /weibasischen organischen Säuren erzielt.
Die Menge des verwendeten Salzes der zweibasischen organischen Säure beträgt nicht weniger als
1 Gewichtsprozent, bezogen auf das Leder, vorzugsweise 2 bis IO Gewichtsprozent, z. B. 5 Gewichtsprozent.
In vielen Fällen hat es sich als vorteilhaft erwiesen, die Behandking in Gegenwart eines wasserlöslichen
oder mit Wasser mischbaren Alkohols vorzunehmen. Hierfür geeignete Alkohole sind z. B. Benzylalkohol
und Cyclohexanol.
Nach dem Behandeln mit dem Salz der zweibasischen organischen Säure kann das nachbehandelte
Material noch mit einem Salz eines mehrwertigen Metalls nachbehandelt werden, z. B. mit dem ursprünglich
verwendeten basischen Gerbsalz oder mit einem anderen Salz. Sehr gute Ergebnisse werden mit einem
neutralen Kupfer-, Zink- oder Nickelsalz, insbesondere mit einem Sulfat, er/ielt. Diese zusätzliche Behandlung
trägt zu einer weiteren Zunahme der Substanz bei und bewirkt bessere hydrophobe Eigenschaften des Endproduktes.
Das basische oder neutrale Salz wird dabei im allgemeinen in einer Menge von 1,0 bis 3 Gewichtsprozent
(berechnet als Metalloxid), bezogen auf das Ledergewicht, eingesetzt.
Zweibasische organische Säuren, deren Säuregruppen durch eine Kette von 7 bis 36 C-Atomen miteinander
verbunden sind, bilden im allgemeinen keine wasserlöslichen basischen Salze mit mehrwertigen
Metallen; deshalb werden die Felle, oder Häute vorzugsweise nacheinander in wäürige Lösung des Gerbsalzes
und des dicarbonsäuren Salzes eingehängt, und zwar ausreichend lang, damit die Reaktion stattfinden
kann. Die Zeit betrüg! im allgemeinen 2 bis 24 Stunden.
CiegebenenfalN können die Lösungen bewegt oder
gerührt werden. Die Reaktionen verlaufen im allgemeinen
bei Raumtemperatur mit annehmbarer Geschwindigkeit, es können aber auch erhöhte Tempera'
türen, ζ. B. bis zu etwa 5O0C angewendet werden. Vorzugsweise
werden die Felle und Häute nach jeder BehandlungsstufemitWasser
gewaschen und abgequetscht.
Nach der erfindungsgemäßen Behandlung kann das Leder ζ. B. mit einer Erdölfraktion entfettet und auf
beliebig übliche Weise zugerichtet, z, B, gefettet und gefärbt werden; allerdings hatte sich häufig gezeigt,
daß die übliche Fettung entfallen oder zumindestens in ihrem Umfang stark eingeschränkt werden kann.
Die Erfindung wird an Hand der folgenden Beispiele näher erläutert.
Zunächst wurde eine Ziegenblöße mit einer Lösung von basischem Chlorsulfat bis zu einer Schrumpftemperatur
von 90 bis 100" C behandelt, das gegerbte Material 24 Stunden altern gelassen und durch Waschen
von den niehtgebundenen Stoffen befreit.
Das Rohleder wurde mit Natriumbicarbonal bis zum Umschlagpunkt von ßromkresolgrün neutralisiert
und mit einer n/1-Natriumsebacatlösung behandelt.
Die Gesamtmenge an eingesetztem Sebacat betrug 10 Gewichtsprozent, bezogen auf das Blößengewicht.
Nach beendeter Reaktion wurde das Material frei von überschüssigem Reaktionsmittel gewaschen und
zu einem hydrophilen Chevreau-Rohleder getrocknet oder mit weiterem basischem Chromsulfat zu einem
hydrophoben Leder mit großer Fülle weiterbehandelt. Es zeigt sich, daß bei dem anschließenden Zurichten
des Leders die übliche Fettung häufig unterlassen oder zumindest in ihrem Umfang wesentlich eingeschränkt
werden konnte.
Es wurde zunächst eine Blöße mit einer Lösung enthaltend 33% basisches Chromsulfat, bezogen auf
das Blößengewicht (entsprechend 1,5 Gewichtsprozent Cr2O3), bis zu einer Schrumpftemperatur von
90 bis 100 C behandelt. Das gegerbte Material wurde 24 Stunden altern gelassen, von nicht gebundenen
Salzen freigewaschen und mit 0,75 Gewichtsprozent Natriumbicarbonat, bezogen auf das Leder, neutralisiert.
Zu der erschöpfenden Brühe wurden (bezogen auf das Leder) 5 Gewichtsprozent Ammoniumsalz
der Dioleinsäure gegeben und das Rohleder in der Brühe in einer Gerbtrommel bis zum Gleichgewicht
laufen gelassen. Das behandelte Leder wurde wiederum frei von nicht gebundenem Salz gewaschen und mit
1 Gewichtsprozent Cr./);, in Form eines basischen Chromsulfates (33 Gewichtsprozent) 3 Stunden nachgechromt.
Nach dem Ruhenlassen über Nacht wurde das Leder mit Natriumbicarbonat bis zum Umschlagpunkt
von Bromkresolgrün neutralisiert, gespült, gefärbt, leicht gefettet, in Form gebracht und getrocknet.
Bei spiel 3
Eine Haut oder Blöße wurde wie im Heispiel 2
beschrieben chromgegerbt und dann mit 5 bis 10 Gewichtsprozent SaI/. der geradkettigen C,u-Dicarbonsäure
in Gegenwart von 3 bis 5 Gewichtsprozent Benzylalkohol oder Cyclohexanol behandelt. Nach
dieser Behandlung wurde nachgechromt und wie im tleisnid 2 beschrieben, weiterbehandelt.
Es wurde die dynamische Wasserpenetrationszeit
von erfindungsgemäß nachbehandeltem Rohleder entsprechend der Pnüfvorschriften SLP 22 (IUP U)) der
Internationalen Vereinigung der Lederhersteller (International Union of Leather Chemists Societies) bestimmt
und mit den entsprechenden Werten von nicht nachbehandeltem, lediglich chromgegerbtem
Rohleder verglichen.
Die Versuche wurden mit chromgegerbten Schaffellen durchgeführt, die einmal mit ln-Natriumsebacatlösung
und das anderemal mit einer Sgewichtsprozentigen
Lösung des Ammoniumsalzes der Dioleinsäure und drittens mit einem Ammoniumsalz
einer geradkettigen C|9-Dicarbonsäure nachbehandelt worden waren. Die Versuche wurden jeweils auf den
gegenüberliegenden Hälften der Schaffelle durchgeführt.
Ergebnisse
1. Natriumsebacat (C10)
2. Ammoniumsalz der
Dioleinsäure (C38) ..
Dioleinsäure (C38) ..
3. Salz einer geradkettiwn C19-Dicarbonsäure
Dynamische Wasserpenetrationszeit (Minuten)
erfindungsgemäß
nachbehandelt
85 j 210
mehr als 480
mehr als 480
mehr als 300
Vergleich unbehandelt
17
40
40
10 10
Während bei dem lediglich chromgegerbten, aber nicht nachbehandelten Leder die Wasserpenetrationszeit
zwischen 10 und 40 Minuten schwankt, liegt sie bei dem erfindungsgemäß nachbehandelten Rohleder
bei 85 bis über 480 Minuten, d. h. also bei etwa l'/a
bis 8 Stunden. Im einzelnen lehrt der Vergleich, daß die Penetrationszeit in drei von vier Fällen um mehr
als das lOfache und im vierten Fall immerhin auch noch um das 5fache verlängert worden ist. Dies entspricht
einer Verbesserung um 500 bis über 3000 °/„. In der deutschen Auslegeschrift 1 046 252, die als
nächstliegender Stand der Technik anzusehen ist, wird angegeben, daß durch die dort vorgesehene Behandlung
der Wasserdurchlässigkeitsquotient im Vergleich zu üblichem gegerbtem Leder teilweise um
100u/0 und mehr verbessert wird. Verglichen damit
wird mit dem erfindungsgemäßen Verfahren eine wesentliche Verbesserung bewirkt.
Claims (4)
1. Verfahren /um Verbessern der Eigenschaften von mit basischen Metallsalzen gegerbten Fellen
oder Häuten durch Nachbehandeln mit einem wasserlöslichem Salz einer Polycarbonsäure in
einer Menge von mindestens I Gewichtsprozent, bezogen auf das Ledergewicht, und gegebenenfalls
zusätzliches Behandeln der mit den Salzen einer Polycarbonsäure nachbehandelten Felle oder
Häute mit einem mehrwertigen Metallsalz, d adurch
gekennzeichnet, daß man für
die Nachbehandlung als Salz einer Polycarbonsäure das SaI/. einer zweibasischen Carbonsäure
verwendet, deren Carboxylgruppen durch eine Kette von 7 bis 36 C-Atomen verbunden sind.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß man das Salz von Azelainsäure,
Sebacinsäure oder einer geradkettigen Dicarbonsäure mit 12 oder 19 Kohlenstoffatomen verwendet.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man das Salz von Dilinolsäure S
oder Dioleinsäure verwendet.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man die zusätzliche Behandlung der nachbehandelten Felle oder Häute ansta
mit dem ursprünglich verwendeten Gerbsalz mit einem neutralen Kupfer-, Zink- oder Niekelsalz
durchführt.
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