DE1768084C3 - Platinkomplexe, Verfahren zu, ihrer Herstellung und ihre Verwendung - Google Patents
Platinkomplexe, Verfahren zu, ihrer Herstellung und ihre VerwendungInfo
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Description
in der R1 und R2 die oben angegebenen Bedeutungen
besitzen, umsetzt.
3. Verwendung der Produkte gemäß Anspruch 1 als Katalysatoren für die Addition von Organosiliciumverbindungen,
die Si — Η-Bindungen tragen; an Kohlenwasserstoffgruppen mit Kohlenstoff-Kohlenstoff-Mehrfachbindungen
aliphatischer oder alicyclischer Art.
30
35
Es wurden bereits Komplexe von Platin(II)-chlorid mit organischen Phosphorverbindungen beschrieben.
Diese Komplexe entsprechen der allgemeinen Formel
PtCl2 · [PA3J2
in der A einen Äthyl-, Propyl-, Butyl- oder Phenylrest bedeutet (Jensen, Z. Anorg. Chem. 229, 225
[1936]).
Aus der französischen Patentschrift 1 384 429 ist es bekannt, die Addition eines Polysiloxans mit Bindungen
Si — H mit einem Polysiloxan mit Alkenylgruppen mit Hilfe einer Verbindung der allgemeinen
Formel
PtCl2 · [PB3]2
in der das Symbol B einen Kohlenwasserstoffrest oder auch eine Alkoxy-, Cycloalkoxy- oder Phenyloxygruppe
bedeutet, zu katalysieren.
Die Erfindung betrifft nun Komplexe von Platin(II)-chlorid und organischen Aminophosphinen der allgemeinen
Formel ^
PtCI, -2P
in der R, und R7, die gleich cder voneinander verschieden
sein können, Methyl- oder Äthylreste be.
Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung der erfindungsgemäßen neuen Komplexe, das
dadurch gekennzeichnet ist, daß man Platin(II)-chlorj(J
mit einem organischen Aminophosphin der allgemeinen Formel
N
\
\
in der Rj und R2 die oben angegebenen Bedeutungen
besitzen, umsetzt. Diese organischen Triaminophosphine sind aus Phosphortricblorid und Am'tien leicht
zugängliche Produkte, deren Herstellung in der Literatur beschrieben ist, beispielsweise in dem Werk von
Houben-Weyl, »Methoden der Organischen Chemie«. Gewisse von ihnen, wie beispielsweise das
Tris-(dimethylamino)-phosphin, besitzen eine besonders vorteilhafte Verwendbarkeit.
Die Herstellung dieser Komplexe kann durchgeführt werden, indem das Platin(II)-chlorid in das Aminophosphin
eingerührt und das Gemisch dann erhitzt wird. Da die Reaktion in einer einfachen Addition
best tu, ist theoretisch ein Molekül Platin(II)-chlorid
je zwei Moleküle Aminophosphin erforderlich. In der Praxis ist es zu bevorzugen, mehr als zwei Moleküle
Aminophosphin zu verwenden. Das überschüssige Aminophosphin, das nicht reagiert hat, kann leicht
am Ende des Arbeitsgangs wiedergewonnen werden. Die Reaktion kann vorteilhafterweise in einem Verdünnungsmittel
durchgeführt werden. In dieser Hinsicht, eignen sich chlorierte Kohlenwasserstoffe, wie
beispielsweise Chloroform, Methylenchlorid und die Chloräthylene, besonders gut.
Die Temperatur, bei der die Reaktion durchgerührt wird, variiert im allgemeinen mit dem verwendeten
Aminophosphin. Sie liegt im allgemeinen zwischen 70 und I00°C. Die Reaktion ist häufig exotherm, so
daß es auch vorteilhaft ist, deren Ablauf zu steuern, beispielsweise, indem man das Platin(II)-chlorid nach und
nach in das gegebenenfalls verdünnte und auf die gewählte Temperatur gebrachte Aminophosphin einbringt.
Die Isolierung dfes Komplexes kann anschließend mit allen geeigneten Mitteln vorgenommen werden.
Die Erfindung betrifft ferner die Verwendung der neuen Komplexe als Katalysatoren für die Addition
von Organosiliciumverbindungen, die Si — H-Bindungen tragen an Kohlenwasserstoffgruppen mit
Kohlenstoff-Kohlenstoff-Mehrfachbindungen aliphatischer oder alicyclischer Art. Sie stellen besonders
geeignete Katalysatoren in Organopolysiloxanzusammensetzungen dar, die lagerbeständig bis zu Temperaturen
von der Größenordnung von 40 bis 45"C und
durch Erhitzen auf Temperaturen über 1000C vernetzbar sind und zumindest ein Organopolysiloxan
mit Si — Η-Bindungen und ein Organopolysiloxan mit Alkenylgruppen, beispielsweise Vinyl- und AlIyI-gruppen,
enthalten.
Bei einer Temperatur von 25 bis 300C können diese
Zusammensetzungen mehrere Monate vor ihrer Verwendung aufbewahrt werden.
Ein und dasselbe Organopolysiloxanmolekül kann gleichzeitig Bindungen Si — H und Alkenylreste auf-
weisen. Erfindungsgeroäß sind jecjoch insbesondere
Gemische von Organopolysiloxanen vorgesehen, in denen die Gruppen Si —H und die Alkenylreste an
verschiedenen Molekülen gebunden sind.
Unter den Organopolysiloxanen, die in den mit den erfindungsgemäßen neuen Komplexen vernetzbaren
Zusammensetzungen vorhanden sein können, kann man die folgenden nennen:
1. Cyclische Organopolysiloxane der allgemeinen Formel
2 _
in der das Symbol R für Kohlenwasserstoffreste steht,
z. B. Alkybreste mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen, gesättigte
alicyclische Reste mit 3 bis 6 Kohlenstoffatomen im Ring, Arylreste, besonders die Phenylreste,
durch niedrige Alkylreste substituierte Phenylreste, und die Aralkylreste, besonders die Phenylalkyireste,
wobei diese Reste durch Halogenatome, beispielsweise Chlor oder Fluor, oder durch funktioneile
Gruppen, beispielsweise Cyanogruppen, substituiert sein können. Das Symbol Y stellt ein Wasserstoffatom
oder einen Vinylrest dar, α bedeutet 0 oder 1, m 0 oder
eine ganze Zahl von höchstens 6 und η eine ganze
Zahl von 2 bis 8, wobei die Sjmme m + η 3 bis 8
betragen kann. Unier diesen cyclischen Organopolysiloxanen kann man als Beispiele 1,3,5,7-Tetramethylcyclotetrasiloxan,
1,3,5,7,9-Pentamethylcyclopentasiloxan, 1,3,5-T-iäthylcyclotrisiloxan, 1,3,5,7,9-Pentaäthylcy
clopentasiloxan, 1,3,5-Triphenylcyclotrisiloxan
und 1,3,5,7-Teijamethyl- i ,3,5,7- ,etravinylcyclotetrasiloxan
nennen.
2. Lineare Organopolysiloxaiw, die in Form von
ölen oder Kautschuken vorliegen können und zumindest zwei Siloxangruppierungen der allgemeinen
Formel
enthalten, wobei b 0,1 oder 2 darstellt und c 1 oder 2
bedeutet, die Summe b + c = 2 oder 3 ist, und R und Y die oben angegebenen Bedeutungen besitzen, und
Siloxangruppierungen der allgemeinen Formel
Si(R)dO4_d
Als Beispiel kann man die flüssigen Gemische von Organopolysiloxanen nennen, die in elastische Gele
überführbar sind und zumindest ein öl mit Vinylresten
und zumindest ein öl mit direkt an Siliciumatome gebundenen Wasserstoffatomen enthalten. Gemische
dieser Art sind in den französischen Patentschriften 1228 518, 1301874 und 1314 679 beschrieben.
Die maximal verwendete Menge an Katalysator ist nicht kritisch. In der Praxis eignen sich Mengenanteile in der Größenordnung von 10 bis 200 mg Platin je Gramm direkt an Silicium gebundenem Wasserstoff gut.
Die erfindungsgemäß verwendbaren neuen Kom-
Die maximal verwendete Menge an Katalysator ist nicht kritisch. In der Praxis eignen sich Mengenanteile in der Größenordnung von 10 bis 200 mg Platin je Gramm direkt an Silicium gebundenem Wasserstoff gut.
Die erfindungsgemäß verwendbaren neuen Kom-
,5 plexe sind besonders als Katalysatoren für lagerbeständige
Organopolysiloxanmassen geeignet. Es läßt sich zeigen, daß bei Verwendung der erfindungsgemäßen
Platinkomplexe selbst bei stark erhöhten Temperaturen, im Durchschnitt doppelt so lange
Reaktionszeiten erzielt werden, wie etwa bei Verwendung der aus der französischen Patentschrift
1 384 429 bekannten Platinkomplexe, wodurch die Lagerfähigkeit der Organopolysiloxanmassen stark
erhöht wird.
Die folgenden Beispiele erläutern die Erfindung.
Man bringt nach und nach innerhalb von 30 Minuten eine Suspension von 1,87 g Platin(II)-chlorid in
10 cm3 Trichlcräthylen in 25 cm3 zuvor auf 75° C
erhitztes Tris-(dimethylamino)-phosphin ein. Nach beendeter Zugabe des Platin(II)-chlorids erhitzt man
15 Minuten unter weiterem Rühren bei 750C und kühlt dann das Gemisch auf Zimmertemperatur ab.
Man fällt anschließend den gebildeten Komplex durch Zugabe von 10 cm3 Pen tan aus. Nach Abfiltrieren
wird der isolierte Komplex durch Auflösen in Trichloräthylen und anschließende*. Wiederausfällen mit
Pentan gereinigt.
Man isoliert so 3,19 g einei hellgelben Festsubstanz,
die bei 2060C schmilzt.
Elementaranalyse:
Berechnet
Berechnet
in der d 2 oder 3 darstellt und R die oben angegebene Bedeutung besitzt, enthalten.
3. Vernetzte Organopolysiloxane, die in Form von viskosen ölen oder hanartigen Feststoffen vorliegen
können. Diese Organopolysiloxane zeichnen sich durch das Vorhandensein von tetrafunktionellen oder
trifunktionellen Siloxangruppierungen, wie beispielsweise
RSiO3/2 °der YSiO372
worin R und Y die oben angegebenen Bedeutungen besitzen, zusammen mit mono- oder difunktionellen
Gruppierungen, wie beispielsweise die oben aufgezählten, aus.
Unter den linearen und vernetzten Organopolysiloxanen sind hauptsächlich diejenigen vorgesehen,
deren Mengenanteil an Siloxangruppierungen, die zumindest eine Bindung Si—Y enthalten, 50% der
Gesamtanzahl an Siloxangruppierungen nicht überctpiot
C 24,32, H 6,08, Cl 12,06%,
N 14,19, Pt32,94%;
N 14,19, Pt32,94%;
gefunden .... C 24,75, H 6,09, Cl 12,05 bis 12,17%, N 14,09 bis 14,07,Pt32,86bis32,93%.
Die Elementaranalyse erlaubt, dieser Verbindung die folgende Formel zuzuschreiben:
PtCl2 · 2 P[N(CH3)J3
Dieses Produkt ist in chlorierten Lösungsmitteln, wie beispielsweise Chloroform, Trichloräthylen und
Tetrachloräthan, löslich. In aromatischen Kohlenwasserstoffen, wie beispielsweise Benzol und Toluol,
in Dimethylformamid und Tetrahydrofuran ist es schwach löslich.
Man stellt einen Methylvinylpolysiloxankautschuk durch Copolymerisation eines Gemisches von 1000 g
Octamethylcyclotetrasiloxan, 2,3 g Tetramethyltetravinylcyclotctrasiloxan
und 0,75 g Tetradecamethylhexasiloxan (Kettenbeschränkungsmittel) her, wobei diese Copolymerisation durch 4stündiges Erhitzen
bei einer Temperatur von 1500C in Anwesenheit von
0,01 g Kaliumhydroxyd vorgenommen wird. Am
Schluß der Polymerisation neutralisiert man in der Wärme durch Zugabe von 10 g pyrogen gewonnener
Kieselsäure. Dieser Kautschuk besitzt eine Vinylgruppe je 500 Siliciumatome und eine Viskosität von
15 Millionen cP bei 25° C.
In 100 g dieses Kautschuks bringt man mit Hilfe eines Zweiwal2enmischers 45 g pyrogen gewonnene
Kieselsäure, die mit Octamethylcyclotetrasiloxan behandelt wurde, 1,75 g eines Dimethyl-(tetramethyläthylendioxyj-silans
der Formel
CH3
(CH3J2Si
O —C
CH3
CH3
CH3
CH3
12,4 g eines «,m-Dihydrogen-dimethylpolysiloxans der
durchschnittlichen Formel
H[Si(CH3J2O]60 Si(CHj)2H
mit einer Viskosität von 120 cSt bei 25° C und 0,25 cm3
einer aus 0,225 g gemäß Beispiel 1 hergestelltem Komplex und 25 cm3 Trichloräthylen erhaltenen Lösung
ein.
Ein Teil der erhaltenen Paste wird gelagert. Ein anderer Teil wird durch ISminutiges Erhitzen bei
125° C unter einem Druck von 150 kg/cm2 und anschließend
während 3 Stunden bei 1000C in einem belüfteten Ofen gehärtet. Schließlich unterzieht man
das erhaltene Elastomere einer zusätzlichen Härtung bei 250°C während 16 Stunden. Dieses Elastomere
besitzt die folgenden mechanischen Eigenschaften:
Sbore-Härte A 65
Bruchfestigkeit 92,5 kg/cm2
Reißfestigkeit 21 kg/cm
Dehnung 425%
Die gelagerte Probe hat nach 50 Tagen keine Änderung erfahren. Diese Probe wird dann in der oben
angegebenen Weise zu einem Elastomeren gehärtet. Das so erhaltene Elastomere weist die folgenden
mechanischen Eigenschaften auf:
Shore-Härte A 63
Bruchfestigkeit 86 kg/cm2
Reißfestigkeit 19 kg/cm
Dehnung 430%.
B e i s ρ i e 1 3
Man bringt nach und nach unter Rühren 0,49 g Platin(H)-chlorid in 5 cm3 «ris-(diäthylamino)-phosphin
bei Zimmertemperatur ein und erhitzt dann das Gemisch 45 Minuten bei 1 i0°C. Nach Abkühlen wird
das überschüssige Tris-(diäthylamino)-phosphin durch Destillation unter vermindertem Druck entfernt und
ücr Rückstand durch Umkristallisieren aus Pentan gereinigt.
Man isoliert so 0,98 g einer hellkastanienfarbenen Festsubstanz, die bei 210°C schmilzt. Die Elementaranalyse
ermöglicht, dieser Verbindung die folgende Formel zuzuschreiben:
PtCI2 · 2P[N(C2H5)2]3
Man erhält Ergebnisse, die denen von Beispiel 2 äquivalent sind, wenn man den Katalysator durch
1 cm3 einer aus 0,11 g dieser Verbindung und 25 cm3
Chloroform hergestellten Lösung ersetzt.
Claims (2)
- Patentansprüche;1, Komplexe von Platin(II)-chlorid und organischen Aminophosphinen der allgemeinen FormelPtCI,-2Pin der R1 und R2, die gleich oder voneinander verschieden sein können, Methyl- oder Äthylreste bedeuten.
- 2. Verfahren zur Herstellung der Produkte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man Platin(Il)-chlorid mit einem organischen Aminophosphin der allgemeinen FormelR.
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| C3 | Grant after two publication steps (3rd publication) | ||
| E77 | Valid patent as to the heymanns-index 1977 |