DE1767835B - Quintomycin A,B und D, deren Pentahydrochloride und Sulfate, Verfahren zu deren Herstellung und diese enthaltende Antibiotika - Google Patents
Quintomycin A,B und D, deren Pentahydrochloride und Sulfate, Verfahren zu deren Herstellung und diese enthaltende AntibiotikaInfo
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Description
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deren Pentahydrochloride und Sulfate.
2. Verfahren zur Herstellung eines Quintomycins nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
man Streptomyces lividus, hinterlegt unter der ATCC-Nr. 21 178, in üblicher Weise unter aeroben
Bedingungen bei einer Temperatur von etwa 20 bis 390C, vorzugsweise 25 bis 37° C, und einem
pH-Wert von etwa 6,6 bis 7,5, vorzugsweise 7.0 ± 0,3, in einem Medium kultiviert, welches eine
Kohlenstoffquelle und eine Stickstoffquelle und gegebenenfalls eine mineralische Substanz enthält,
und daß man anschließend das gebildete Quintomycin in an sich bekannter Weise durch Adsorbieren
an einem schwach sauren Kationenaustauscherharz, Carboxymethylcellulose oder Aktivkohle
und Eluieren mit einer wäßrigen Lösung saurer oder alkalischer Substanzen, insbesondere
wäßrige Lösungen von Säuren, sauren niederen aliphatischen Alkoholen oder saurem Aceton oder
Adsorbieren an einem stark basischen Anionenaustauscher und Eluieren mit Wasser oder durch
Lösungsmittelextraktion mit einem mit Wasser nicht mischbaren Alkohol aus der Kulturbrühe
gewinnt, in die einzelnen Quintomycine auftrennt und diese gegebenenfalls in an sich bekannter
Weise in das Pentahydrochlorid oder Sulfat überführt.
3. Antibiotikum, gekennzeichnet durch einen Gehalt an mindestens einer Verbindung gemäß
Anspruch 1.
Die Erfindung bezieht sich auf die antibiotischen Substanzen Quintomycin A, Quintomycin B und Quintomycin
D, deren Pentahydrochloride und Sulfate, auf Antibiotika mit einem Gehalt an mindestens einer
dieser Verbindungen und auf ein Verfahren zur Herstellung dieser Quintomycine. Quintomycine gehören
zur Aminocyclitgruppe und werden durch einen neuartigen Strahlenpilz des Bodens, Streptomyces lividus
oder seine Abart, erzeugt.
Der obige neue Pilz wurde niedergelegt unter der Bezeichnung »Stamm Nr. 2230-N,« beim Fermentation
Laboratory of Technical Institute, 2,5,4-chome, Inage-Higashi, Chibashi (Japan) mit der Hinterlegungsnummer
50 FLTI. Der gleiche Pilz wurde später unter dem Namen Streptomyces lividus bei der
American Type Culture Collection unter der Nummer ATCC 21 178 niedergelegt.
Die antibiotische Substanz wurde zuerst als »Substanz Nr. 2230« bezeichnet und später »Quintomycin«
bekannt.
Bei den erfindungsgemäßen antibiotischen Substanzen handelt es sich um Quintomycin A (O-a-D-mannopyranosyl(
1 —*4\ a- l - 2,6 - diamin ο - 2,6 - dideoxy - idopyranosyl(l—*3),
£-D-ribofuranosyl(l—»5), O-[a-D-2-amino-2-deoxyglucopyranosyl(l—♦4)]l,3-diamino-1,2,3-trideoxymyoinosit)
der Strukturformel
HO
H NH
H VH Hy H
O OH
Quintomycin B (O - α - D - mannopyranosyl (1 —»4),
H-1,- 2,6 - diamino - 2,6 - dideoxy - idopyranosyl( 1 —♦ 3).
β - D - ribofuranosyl( 1 —♦ 5), O - [α - D - 2 - amino - 2,3 - dideoxy-glucopyranosyl(l
—♦ 4)] 1,3 -diamino- 1,2,3-trideoxy-myoinosit
der Strukturformel
H / CH2NH2 \ H HOH2C
H NH2
X) OH
und QuintomycinD (O-α-l-2,6-diamino-2,6-dideoxy
- idopyranosyl( 1 —♦ 3), /J-D- ribofuranosy 1( 1 —► 5),
O-[a-D-2-amino-2,3-dideoxy-glucopyran osyl(l —»4fl-1,3-diamino-1,2,3-trideoxy-myoinosit)
der Strukturformel
CHjOH
OH
deren Pentahydrochloride und Sulfate.
Das Pentahydrochlorid von Quintomycin A, (Summenformel C29H55N5O19) besitzt eine spezifische Drehung
[α]? von + 59". Das Pentahydrochlorid von
Quintomycin B (Summenformel C29H55N5O18) besitzt
eine spezifische Drehung [a]l? von +50= und das
Pentahydrochlorid von Quintomycin D (Summenformel C2SH45N5Oi3) besitzt eine spezifische Drehung
[«]ϊ von +36°.
Die Hauptbestandteile der antibiotischen Substanz Quintomycin sind Quintomycin B und Quintomycin
A. Das erfindungsgemäße Quintomycin zeigt, wenn es diese Substanzen, insbesondere Quintomycin
B enthält, eine hohe biologische Wirksamkeit gegen Pseudomonas aeruginosa und ist gegen Warmblüter
außerordentlich wenig toxisch. Bekannte antibiotische Substanzen, welche gegen das obige Bakterium
hohe biologische Wirksamkeit besitzen, sind hinsichtlich der Toxizhät nicht befriedigend. Der erfindungsgemäß
verwendete Stamm Streptomyces lividus besitzt die folgenden mikrobiologischen Eigenschaften.
I. Morphologie
Streptomyces lividus n.s.p. zeigt zunächst auf synthetischen
Medien hellgrauen Wuchs, welcher all mählich dunkelblau bis schwarz wird. Die Produktion
eines löslichen Pigments ist nicht oder in sputiuher
Substanz vuihandcn. wobei ein heHrosa oder himbeerfarbenes,
lösliches Pigment gebildet wird. Die Lufthyphac sind kurz und unregelr.uiiii. verz^eigi
in einer einzigen Form. Die gebildeten bp^iurugi:
sind im allgemeinen gerade, jedoch in seltenen I aikn
sich schlängelnde Schleifen (Windungen bzw. Spiralen werden nicht gebildet). Drei bis zehn Sporen treten
am Ende eines Sporenträgers auf. Die Struktur der Sporen oberfläche, elektronenmikroskopisch beobachtet,
ist oval oder ellipsoid (0,2 χ 0,3 bis 0,5 α).
II. Eigenschaften der Kultur auf verschiedenen Medien
Synthetische Medien
Glycerin-Czapek-Agar
G: mäßig, hellgrau bis dunkelblau oder schwarz
A: mäßig, samtartige, hellgrau bis dunkelblai
oder schwarz
S: nichts, spärlich hellrosarot oder himbeerfarben
Giucose-Asparagin-Agar G: mäßig, cremefarben bi
dunkelblau oder holzkohlengrau
A: mäßig, samtartig, hell
grau bis dunkelblau S: nichts
Calciummalat-Asar
mäßig, weiß bis
schattenblau
sehr knapp, weiß ode
hellblau
nichts
Organische Medien
| Nähragar | G: gut, faltig feucht, gelb |
| lich braun oder | |
| schwarz | |
| A: knapp, hellgrau | |
| S: nichts | |
| Stärkeagar | G: gut, hellgrau bis |
| dunkelblau oder | |
| schwarz | |
| A: samtartig, weiß oder | |
| hellgrau | |
| S: nichts | |
| Kartoffelglucoseagar | G: mäßig, dunkelblau |
| oder dunkelgrau, in | |
| das Medium leicht | |
| eindringend | |
| A: knapp, hellgrau | |
| S: nichts, spärlich hell | |
| rosarot | |
| Peptonglucoseagar | G: gut, dunkelblau oder |
| dunkelgrau | |
| A: knapp, weiß oder grau | |
| S: ziegelrot | |
| Tyrosinagar | G: mäßig, blaßbraun bis |
| dunkelgrau | |
| A: schwach weiß | |
| S: nichts oder blaßbraun | |
| Gelatinestich | G: gut, weiß oder hellgrau |
| A: nichts | |
| S: nichts | |
| Lackmusmilch | G: mäßig, cremig auf |
| Oberfläche | |
| A: nichts | |
| S: keine Veränderung |
Bemerkung: G = Wuchs, A = Luftmycelium. S = lösliches Pigment.
III. Biochemische Eigenschaften
Reaktion
Chromogenbildung negativ
Tyrosinase negativ
Nitratreduktion positiv
Cellulosezersetzung negativ
Milchkoagulation negativ
Stärkehydrolyse positiv (stark)
Gelatineverflüssigung positiv (beträchtlich)
Müchpeptonisation positiv
IV. Die Nutzbarmachung von Kohlenstoffquellen
| Kohienstoflquelle | Nutzbarmachung |
| d-Xylose | — |
| 1-Arabinose | — |
| d-Glucose | + + |
| d-Galactose | + -f |
| d-Fructose | + |
| d-Lactose | — |
d-Maltose
Sucrose
d-Raffinose
Trehalose
1-Inosit
Sorbit
d-Mannit
Dextrin
Stärke
Rhamnose
Inulin
Dulcit
Glycerin
Natriumeitrat
Natriumacetat
Calciummalat
Bezüglich der in Bergeys Manual of Determinative Bacteriology, 7th Ed.. gegebenen Klassifizierung ist
angegeben, daß der neue Pilz (Fungus) der vorliegenden Erfindung dem S. gedanensis (s^ed.) in folgenden
Punkten gleicht: Psychrophilisches bis mesophilisches Wachstum; keine Erzeugung von löslichem
Pigment in organischen Medien; proteolytische Wirksamkeit stark; Wuchs auf synthetischen Medien
dunkel bis schwarz bis beinahe bläulichschwarz und ein weißes bis graues Reihenmycelium. S. ged. zeigt
jedoch im Kartoffelmedium einen cremefarbenen bis bräunlichen Wuchs und erzeugt kein Luftmycelium'und
lösliches Pigment, während S. lividus (S. liv.) einen dunkelgrauen oder grauschwarzen Wuchs mit
einem knappen Luftmycelium zeigt und gewöhnlich kein lösliches Pigment erzeugt, obwohl es, spärlich.
eine hellrosa Färbung zeigt. Auf Stärkemedium zeigt S. ged. einen gelben bis cremefarbigen Wuchs und
S. Hv. zeigt einen hellgrauen bis dunkelblauen oder schwarzen Wuchs. S. ged. erweist sich hinsichtlich
Milchpeptonisierung und Nitratreduktion als negativ,
während sich S. liv. in beiden Fäller, als positiv erweist.
Als Stamm, welcher psychrophiles bis mesophiles
Wachstum zeigt und in organischen Medien kein lösliches Pigment erzeugt/ existieren S. sriseolus
(S. gris.). welches auf synthetischen Medien mausgrauen Wuchs zeigt, ein weißes bis graues Luftmycelium
erzeugt und gerade Sporenträger bildet, und S. faciculus, welches ginsterförmige Sporenträger bildet.
Der Vergleich dieser beiden Stämme mit dem
erfindungsgemäßen S. Hv. zeigt das folgende. In Nähragar
zeigt S. gris. einen bräunlichen Wuchs mit glatter Oberfläche, erzeugt ein tiefmattgraues Luftmycelium
und erzeugt kein lösliches Pigment, während S. liv. einen faltigen, feuchten, gelblichbraunen Wuchs zeigt
und kein lösliches Pigment mit kaum einem Luftmycelium erzeugt. In Kartoffelmedium zeigt S. gris.
einen cremefarbigen bis schwarzen Wuchs, bildet ein Luftmycelium weißgrünlicher Färbung und erzeugt
ein braunes bis schwarzes lösliches Pigment, während
S. Hv. einen dunkelgrauen oder grauschwarzen Wuchs zeigt, ein kärgliches Luftmycelium bildet und kein
lösliches Pigment erzeugt, obwohl es, spärlich, eine hellrosa Färbung zeigt. In Gelatine gibt S. gris. ein
2730
»eibliches flockiges Häutschen und Sediment und bildet ein weißes Luftmycelium und schwachbraunes
Medium, während S. liv. einen weißen oder hellgrauen Wuchs zeigt, jedoch kein Luftmycelium und lösliches
Pigment erzeugt. In Milch zeigt S. gps. den Wuchs eines vollrosa Häutchens und langsames Koagulieren,
während S. Hv. als Creme auf der Oberfläche wächst und nicht koaguliert.
S. fasciculus (S. fase.) zeigt ein gutes, flechtenähnliches
Wachstum und bildet ein farbloses Luftmycelium, welches dunkelgrau pulvrig bzw. samtartig
bedeckt ist, während S. Hv. einen hellgrauen bis dunkelblauen oder schwarzen Wuchs zeigt und ein weißes
oder weißgraues Luftmycelium bildet, welches kurz und nicht so reichlich ist. In Milch erweist sich S. fase.
positiv sowohl hinsichtlich Koagulation als auch Peptonisiening
und zeigt einen guten Wuchs auf Cellulose, während sich S. Hv. in Milch nur hinsichtlich Peptonisierung
als positiv erweist und auf Cellulosemedium nicht wächst.
Bezüglich S.A. Waksman, »The Actionomycetes«, Bd. 2, zeigt ein Vergleich der charakteristischen
Eigenschaften der verschiedenen Streptomyces-R^ihen an, daß sich dort nichts befindet, was S. Hv.
angeht. S. intermedius, S. parvullus, S. craterifer (S. crat.) und S. cellulosae, welche zur, Cinereus-Reihe
gehören, können jedoch als dem S. Hv. ähnlich betrachtet werden insofern, als die Spiralbildung +
oder - ist, Melanin — ist ein Luftmycelium weiß bis grau ist.
In Nähragar zeigt S. crat. einen farblosen Wuchs und in Stärkeagar einen sich ausbreitenden, dünnen
und farblosen Wuchs und bildet kein Luftmycelium. In Kartoffelmedium zeigt S. crat. einen cremefarbigen
Wuchs und bildet ein weißes bis mausgraues Luftmycelium. Andererseits zeigt S. Hv. einen faltigen,
feuchten, gelblichbraunen, guten Wuchs in Nähragar. zeigt einen guten hellgrauen bis dunkelbraunen oder
schwarzen Wuchs in Stärkeagar, wobei es ein samtartiges, weißes oder hellgraues Luftmycelium bildet
und zeigt einen dunkelgrauen Wuchs in Kartoffelmedium.
S. cellulosae wächst gut auf Cellulose und koaguliert rasch Milch und zeigt in synthetischen Medien einen
gelben oder zitronengelben Wuchs. Dies sind die Punkte, welche es von S. Hv. unterscheiden.
S. parvullus unterscheidet sich von S. Hv. insoweit, als es Sporenträger bildet, welche sich zu langen,
geschlossenen Spiralen verdrallen, in synthetischen Medien einen gelben Wuchs zeigt, ein gelbes, lösliches
Pigment in Gelatine erzeugt, ein braunes, lösliches Pigment und ein reichliches, graues Luftmycemim
in Milch erzeugt und eine sehr langsame Peptonisierung zeigt
Der erfindungsgemäß verwendete Stamm S. Hv. unterscheidet sich auch von S. intermedius insofern,
als letzteres einen guten, olivengrünen Wuchs in Cellulose zeigt, in einem Kartoffelmedium einen braunen
bis grünlichbraunen, faltigen Wuchs zeigt und ein olivengrünes, lösliches Pigment bildet und in GeIatine
langsame Verflüssigung zeigt und ein grünlichbraunes, lösliches Pigment erzeugt
Mit Ausnahme von S. griseolus, S. cellulosae und S. parvulluF erzeugen die obenerwähnten bekannten
Stämme keine antibiotische Substanz.
Nunmehr sei Bezug genommen auf Fungi der Gattung Streptomyces, welche antibiotische Substanzen
erzeugen, die der Aminocyclitgruppe angehören. Gemäß Waksman zeigt S. fradiae ein dünnes, glattes,
farbloses, gelegentlich orangegelbes Substratwachstum auf synthetischen Medien und bildet ein Luftmycelium,
welches hellrosa, seemuschelrosa oder lachsfarbig ist. Dies unterscheidet es von S. Hv. Die
Klassifizierung nach Waksman gibt auch an, daß
S. albogriseolus auf Kartoffelmedium einen rosa bis rötlichpurpurnen Wuchs zeigt und die Sporenträger
Spiralen bilden. Folglich unterscheidet es sich von S. Hv., S. rimosus f. paromomycinus, S. chrestomyceticus,
S. kanamyceticus und S. pulveraceus. welche alle einen gelben oder cremefarbenen bis braunen Wuchs
zeigen und keinen dunkelgrauen bis dunkelblauen oder schwarzen Wuchs wie bei S. Hv. zeigen.
Demzufolge wurde der Quintomycin erzeugende Stamm als neuartiger Stamm identifiziert, welcher
der Gattung Streptomyces angehört.
Die Einzelheiten der mikrobiologischen Eigenschaften von Stämmen, welche der Gattung Streptomyces
angehören, die antibiotische Substanzen der Aminocyclit-Gruppe erzeugen, seien nachstehend
unter den Abschnitten I bis VI gezeigt. Die mikrobiologischen Eigenschaften von Stämmen, welche anderen
Gattungen angehören, die antibiotische Substanzen der Aminocyclit-Gruppe erzeugen, sind ebenfalls
angegeben, und zwar unter den Abschnitten I und VIII.
| Stamm | Streptomyces rimosus forma paromomycinus |
| Antagonistische Eigen schaften |
Paromomycin |
| Morphologie | Sporenträger bilden dichte Spiralbüschel; Luftmyce- Hum kurz und gerade selten spiralig |
| Glycorol-Asparagin- Agar |
G: cremefarbig, wird bei Alterung bräunlich bis orangebraun A: weiß S: nichts |
| Calciummalat-Agar | G: gelblichbraun A: weiß S: nichts |
| Nähragar | G: hellcremefarbig bis gelblichbraun A: nichts S: nichts |
| Stärkeagar | G: cremefarbig, mit tiefei braunem Zentrum A: nicht vorhanden bzw. weiß S: nichts |
| Kartoffelagar | G: flechtenartig, creme farben bis rötlichbrai A: weiß bis grau bis dunkelbraun S: gelblichbraun |
13
Fortsetzung 14
Stamm
Gelatine
Milch
Nitratreduktion
Cellulosezersetzung
Milchkoagulation
Milchpeptonisation
Stärkehydrolyse
Gelatineverflüssigung
Streptomycin rimosus forma paromomycinus
G: cremefarbig bis bräunlich
A: weiß S: nichts
G: schweres Oberflächenhäutchen, crernefarbig bis gelblich
A: grauweiß
positiv
negativ
negativ
positiv
positiv (begrenzt)
positiv (langsam)
| Stamm | Streptomyces kanamyceticus |
| Kartoffelagar | G: faltig, schwach gelb |
| lichbraun bis gelb | |
| A: knapp, weiß | |
| S: nichts | |
| Nitratreduktion | positiv |
| Milchkoagulation | zweifelhaft |
| Milchpeptonisation | zweifelhaft |
| Stärkehydrolyse | positiv |
| Gelatineverflüssigung | positiv |
III.
Stamm
Antagonistische Eigenschaften
Morphologie
II.
| Stamm | Streptomyces kanamyceticus |
| Antagonistische Eigen | Kanamycin |
| schaften | |
| Morphologie | Luftmycelium entwickelt |
| sich aus untertauchendem | |
| Mydelium auf einigen | |
| Medien und seine Ver | |
| zweigung ist nicht über | |
| mäßig und trägt die Spo | |
| renträger am Ende. Spi | |
| ralen und Windungen | |
| werden im allgemeinen | |
| nicht beobachtet. | |
| Glycerin-Czapek-Agar | G: farblos, später |
| zitronengelb | |
| A: weiß bis gelb, ge | |
| legentlich Seele grün | |
| lich oder schwach rosa | |
| Färbung | |
| S: gelegentlich schwach | |
| braun | |
| Glucose-Asparagin-Agar | G: farblos bis gelb mit |
| schwach rosaweiß | |
| A: knapp, weiß, schwach | |
| rosaweiß, gelblichweiß | |
| oder gelb | |
| S: gelegentlich schwach | |
| braun | |
| Calciummalat-Agar | G: gelb |
| A: weißgelb | |
| Nähragar | G: crernefarbig |
| A: nicht vorhanden bzw. | |
| weiß | |
| S: nichts |
Glucose-Asparagin-Agar
Malatglycerin-Agar
Nähragar
Nähragar
Stärkemedien
Kartoffelagar
" Gelatine
Lackmusmilch
Nitratreduktion
Cellulosezersetzung
Milchkoagulation
Mflchpeptoni«>tjon
Stärkehydrolyse
Neomycin
Sporenträger verzweigt einhülsig, gerade oder flexibel, aber keine
wirklichen Spiralen. Auf bestimmten Medien werden Spiralen gebildet.
G: eingeschränkter, glänzender, hautfarbener, flechtenartiger Rand
A: spät, seemuschelrosa
G: orange
A: seemuschelrosa
G: eingeschränkt gelblich, wird orangegelb bis hautfarben
A: nichts
S: nichts
G: sich ausbreitend,
farblos
A: seemuschelrosa
A: seemuschelrosa
G: eingeschränkt, orangefarben
A: weiß bis rosenrot oder rosa
S: nicht vorhanden oder schwarzbraun
G: dicht, cremefarben bis
bräunlich
A: weiß
S: nichts
A: weiß
S: nichts
G: cremefarbener Ring S: wird alkalisch
negativ
negativ
positiv
negativ
positiv
positiv (rasch)
positiv
positiv
-7 "7 Λ
15
IV.
16
| Stamm | Strcptomyccs aJbogriseolus |
| Antagonistische Eigen | Neomycin |
| schaften | |
| Morphologie | Sporenträger einhülsig ver |
| zweigt, erzeugt kurze | |
| kompakte Spiralen durch | |
| schnittlich 4 bis 6 Win | |
| dungen. Sporen kugelig | |
| oder oval, mit zahlreichen | |
| langen, feinen Haaren be | |
| deckt | |
| Nähragar | A: weiß bis aschgrau |
| Stärkeagar | A: weiß bis dunkelgrau |
| Milch | G: orangefarbener Ring |
| Nitratreduktion | positiv |
| Milchpeptonisation | positiv |
| Stärkehydrolyse | positiv |
| Gelatineverflüssigung | positiv |
V.
| Stamm | Stieptomyces pulveraceus |
| Antagonistische Eigen | Zygomycin (identisch mit |
| schaften | Paromomycin) |
| Morphologie | Luftmycelium entwickelt |
| sich im allgemeinen gut. | |
| Sporenträger bildet | |
| Spirale und Spore ist | |
| kugelig-ellipsoid. Spirale | |
| haftender Zustand | |
| Glycerin Czepak-Agar | G: farblos, später |
| schwachbraun | |
| A: pulverig hellgelblich- | |
| grau bis hellgrauoliv | |
| S: nichts | |
| Glucose-Asparagin-Agar | G: orange bis xanthin- |
| orange | |
| A: pulverig, hellgrauoliv | |
| S: nichts bzw. wird ocker- | |
| hautfarben | |
| Calciummalat-Agar | G: gelb, dringt ins |
| Medium ein | |
| A: nichts oder knapp. | |
| rauchgrau | |
| S: nichts | |
| Nähragar | G: farblos, faltig |
| A: nichts | |
| S: nichts | |
| Stärkeagar | G: farblos bis gelbocker, |
| dringt tief ins Medium | |
| ein | |
| A: knapp, hellgrauoliv | |
| S: nichts | |
| Tyrosinagar | G: farblos bis schwach |
| braun | |
| A: hellgrauoliv | |
| S: nichts |
| Stamm | Milch | Strcptomyces pulveraceus |
| G: farblos, Oberflächen | ||
| wachstum | ||
| Nitratreduktion | S: braun | |
| Cellulosezersetzung | positiv (stark) | |
| Milchkoagulation | negativ | |
| Milchpeptonisation | negativ | |
| Stärkehydrolyse | positiv | |
| Gelatineverflüssigung | positiv | |
| positiv |
| VI. | Stamm | Strcptomyces chrestomyceticos |
|
20 Antagonistische Eigen
schaften |
Aminosidin (identisch mit
Paromomycin) |
|
| Morphologie |
Luftmycelium gewöhnlich
fest, jedoch selten Haken oder Spiralen beobachtet |
|
| J Glucose-Asparagin-Agar |
G: gelb
A: nicht vorhanden |
|
|
Kartoffelglucose-Agar
30 |
G: farblos
A: knapp, weiß |
|
| Peptonglucose-Agar |
G: gut, weiß oder creme-
fji rhi ν |
|
| A: voll weiß | ||
|
35 Tyrosinase
Milchkoagulation Milchpeptonisation Stärkehydrolyse 40 Gelatineverflüssigung |
positiv
positiv negativ (neutral) positiv positiv |
VII.
Stamm
Antagonistische Eigenschaften
Glucose-Asparagin-Agar
6S Peplonglucose-Agar
Nitratreduktion
Gelatineverflüssigung
Gelatineverflüssigung
kein Luftmycelium, Kolonie aufsteigend, zusammengewundener reichlicher Wuchs, wachsartig,
kein diffundierbares Pigment. Oberfläche: terra cotta. Kehrseite: braun
rot. Mycelium lang, verzweigt, regelmäßig, ungeteilt, Durchmesser 0.5 a
Sporenträger einzeln. Sporen endständig getragen kugelig bis ellipsoid
Durchmesser 1.0 μ
G: annehmbar, pfirsich-
farben
G: gut. burgunderfarben
G: gut. burgunderfarben
positiv
positiv (schwach)
| Stamm | Micromonospora echinospora | Gentamicin |
| Antagonistische Eigen | ||
| schaften | kein Luftmvcelium, Kolonie aufsteigend, gekerbt- | |
| Morphologie | zusammengewundener, guter Wuchs, wachsartig, | |
| hell bernsteinfarbenes, diffundierbares Pigment. | ||
| Oberfläche: tief rotbraun. Kehrseite: braunrot. | ||
| Mycelium lang, verzweigt, regelmäßig, ungeteilt, | ||
| keine Sporen | ||
| G: mangelhaft | ||
| Glucose-Asparagin-Agar | G: gut, burgunderfarben | |
| Peptonglucose-Agar | variierend | |
| Nitratreduktion | positiv | |
| Gelatineverflüssigung |
Die Nutzbarmachung von Kohlenstoffquellen der obenerwähnten Fungi mit Ausnahme von (IV) sine
nachstehend gezeigt zusammen mit den ähnlichen Daten von S. lividus.
| Streptomyces | Sireptomyces | Sirepiomyces | Streptomyces | Strepiomyces | Streptomyces | Micro- | Micro- | |
| lividus | kanamy- ceticus |
fradiae | pulveraceus | rimosus f. | chresto- | monospora | monospora | |
| _ | + | + | ± | paromo- mycinus |
myceticus | purpurea | echinospora | |
| 1-Arabinose .... | — | — | — | + + | ± | _L | + | |
| Rhamnose | — | -f | + | |||||
| d-Xylose. ... | + + | + | -f- | + | ||||
| d-GIucose | + + | + | ± | + + . | + + | + | . + | + |
| d-Galactose .... | + | + | — | + | + -f | + | ± | ± |
| d-Fructose | — | — | — | + + | + + | + | ||
| d-Lactose | + | + | + + | + + | + | ± | 4- | |
| d-Maltose | + | |||||||
| Sucrose | + + | |||||||
| Trehalose | + | + + | + | + | + | |||
| d-Raffinose | -)- | + + | ||||||
| Dextrin | ||||||||
| Inulin | + | •f | + | |||||
| Stärke | + + | + | + | |||||
| Dulcit | + + | + | ||||||
| Glycerin | + + | + | ||||||
| 1-Inosit | + + | + | + + | |||||
| d-Mannit | + + | ± | — | + | + + | + | ||
| Sorbit | + + | + | ||||||
Die Quintomycine der Erfindung werden in der Weise hergestellt, daß man Streptomyces lividus, hinterlegt
unter der ATCC-Nr.21178, in üblicherweise unter
äroben Bedingungen bei einer Temperatur von 20 bis 39° C, vorzugsweise 25 bis 37=C, und einem
pH-Wert von 6,6 bis 7,5, vorzugsweise 7.0 ± 0,3. in einem Medium kultiviert, welches eine Kohlenstoffquelle
und eine StickstolTquelle und gegebenenfalls eine mineralische Substanz enthält, und daß man anschließend
das gebildete Quitomycin in an sich bekannter Weise durch Adsorbieren an einem schwachsauren Kationenaustauschharz, Carboxymethylcellulose
oder Aktivkohle und Eluieren mit einer wäßrigen Lösung saurer oder alkalischer Substanzen, insbe-
sondere wäßrige Lösungen von Säuren, sauren niederen aliphatischen Alkoholen oder saurem Aceton, oder
Adsorbieren an einem stark basischen Anionenaustauscher und Eluieren mit Wasser oder durch Lösungsmittelextraktion
mit einem mit Wasser nicht mischbaren Alkohol aus der Kulturbrühe gewinnt, in die einzelnen Quintomycine auftrennt und diese
gegebenenfalls in an sich bekannter Weise in das Pentahydrochlorid oder Sulfat überführt.
Als Kohlenstoff- und StickstofTquellen können verschiedene Substanzen verwendet werden, welche beim
Kultivieren bekannt sind. Beispiele der KohlenstofT-quelle
sind Stärke, Glucose, Glycerin, Maltose, Inosit, Fructose, Dextrin, Sucrose und Galactose. Als Stick-
itoffquelle sei Hefeextrakt, Polypepton, Trockenhefe,
Fleischextrakt, Maistränklauge, Sojabohnenmehl, anorganische
Nitrat und Ammoniumsalz erwähnt.
Beispiele für das Mineralsalz sind Natriumchlorid,
sekundäres Kaliumphosphat, Magnesiumsulfat, Eisensulfat,
Calciumchlorid, Calciumcarbonate Calciumhydroxyd, Eisenchlorid, Zinksulfat und Kobaltchlorid.
Das Kultivieren kann unter äroben Bedingungen sowohl in festem Kulturmedium als auch in flüssigem
Medium durchgeführt werden. Es ist bevorzugt, das Kultivieren unter äroben Bedingungen in flüssigem
Medium vorzunehmen. Beim Kultivieren in flüssigem Medium unter äroben Bedingungen können bekannte
Antischaummittel, wie flüssiges Paraffin, fettes öl und Siliconöl, verwendet werden.
Die Zeitspanne zum Kultivieren beträgt gewöhnlich mindestens 2 Tage. Beispielsweise dürfte ein Zeitraum
von 2 Tagen bis 2 Wochen, oder von 2 Tagen bis zu 1 Woche, ausreichen. Wenn gewünscht, ist ein längeres
Kultivieren möglich, jedoch nicht erforderlich. Wenn das Quintomycin in der Kulturbrühe in ausreichender
Menge gebildet ist, vorzugsweise wenn diese Menge fast ein Maximum erreicht, wird das
Kultivieren unterbrochen und das Quintomycin aus der Brühe gewonnen. Die Gewinnung kann entweder
durch eine Arbeitsweise bewirkt werden, bei welcher man die Brühe an einem Adsorptionsmittel adsorbiert
und dann durch eine geeignete Eluierflüssigkeit eluiert. oder durch eine Arbeitsweise, bei welcher man eine
Lösungsmittel-Extraktion unter Verwendung eines geeigneten Lösungsmittels vornimmt, wobei die erstere
Arbeitsweise bevorzugt ist. Wenn man die Arbeitsweise des Adsorbierens und Eluierens anwendet,
so fügt man der Kulturbrühe ein geeignetes Adsorptionsmittel hinzu, um das beabsichtigte Produkt, bei-
spielsweise unter Rühren, hinreichend zu adsorbieren und nach der Entfernung der Abfallbrühe mit Mycelium,
kann man das Adsorptionsmittel eluKren. Es
ist auch möglich, ein Adsorptionsmittel zu der Kulturbrühe hinzuzusetzen, aus welcher das Mycelium durch
geeignete Maßnahmen, wie Filtrieren und Abtrennung mittels Zentrifuge, entfernt worden ist, und die gleiche
Arbeitsweise anzuwenden, oder es wird eine solche Brühe, aus welcher das Mycelium entfernt worden
ist. durch eine mit einem geeigneten Adsorptionsmittel gepackte Kolonne geschickt und die Brühe dann der
gleichen Arbeitsweise unterworfen.
Zur Arbeitsweise des Adsorbierens kann man irgendein festes Adsorptionsmittel verwenden, welches
das gewünschte Produkt adsorbiert und von welchem es durch eine geeignete Eluierflüssigkeit
eluiert werden kann, doch ist die Verwendung von Kationenaustauschern bevorzugt. Besonders bevorzugt
ist die Verwendung schwachsaurer Kationenaustauscherharze. Spezifische Beispiele von Kationenaustauschern
unter den Handelsnamen sind »Amberlite IRC-50«, »Amberlite IRC-84«, Amberlite CG-50«
bekannt. Auch Carboxymethylcellulose ist brauchbar. Außerdem sind andere feste Adsorptionsmittel, wie
Cellulosepulver, Aktivkohle, Tonerdegel, Kieselsäuregel und Tonerde/Kieselsäuregel brauchbar.
Als Eluierflüssigkeit ist die Verwendung wäßriger Lösung von Säuren, wie anorganischen und organischen
Säuren, und wäßriger Lösungen alkalischer Stoffe, wie Ätzalkalien, Ammoniak oder Ammoniumsalze,
bevorzugt.
Zu solchen Säuren zählen Min^ralsäuren, wie Salzsäure.
Schwefelsäure, Phosphorsäure, und niedere ali-
phatische Säuren, wie Essigsäure und Ameisensäure. Es ist ratsam, daß diese Säuren in Form wäßriger
Lösungen verwendet werden, welche eine Konzentration von etwa 0,1 bis 1,0 η besitzen. Beispiele der
obenerwähnten alkalischen Stoffe sind Ätznatron, Ätzalkali, Ammoniak und Ammoniumformiat. Es ist
ratsam, diese alkalischen Stoffe in Konzentrationen von etwa 0,1 bis 3,0 η anzuwenden. Die Verwendung
von Miaeralsäuren oder wäßrigem Ammoniak ist zu empfehlen.
Der pH-Wert des erhaltenen Eluats wird, wenn gewünscht, auf einen Wert in der Nähe des Neutralpunktes
eingestellt, und durch Eindampfen der Lösung bei der niedrigstmöglichen Temperatur kann man das
Quintomycin als festes Pulver erhalten. Dabei kann man bekannte Maßnahme^, wie Gefriertrocknen oder
Sprühtrocknen, anwenden. Falls die Operation bei der niedrigstmöglichen Temperatur durchgeführt wird,
kann man auch ein Erhitzen unter vermindertem Druck anwenden. Oder man kann auch ein Vakuumtrocknen
unter Bedingungen anwenden, daß sich ein stabiles Salz, nie das Hydrochlorid oder Natriumsalz,
bildet. Ferner kann man das Quintomycin im Eluat in ein festes Pulver verwandeln, indem man das Eluat
mit einem geeigneten, Extraktionsmittel extrahiert und das Lösungsmittel bei der niedrigstmöglichen
Temperatur entfernt.
Wenn Aktivkohle als festes Adsorptionsmittel angewandt wird, so verwendet man eine wäßrige Lösung
der Säure als Eluierungsflüssigkeit. In diesem Fall kann man vorzugsweise, neben den oben aufgeführten
Säuren, Aceton und niedere aliphatische Alkohole, wie Methanol und Äthanol, benutzen, welche auf einen
pH-Wert von weniger als 5, vorzugsweise weniger als 4, eingestellt sind.
Wenn die Gewinnung des Quintomycins aus der Kulturbrühe durch Lösungsmittelextraktion erfolgt,
so verwendet man höhere Fettsäuren, wie Laurinsäure und Stearinsäure, als Hilfsmittel. Als Lösungsmittel
sind mit Wasser nicht mischbare aliphatische Alkohole brauchbar. Bevorzugte Alkohole sind beispielsweise
n- oder Isobutanol und Amylalkohol. Die Alkoholschicht wird durch Dekantieren oder
andere bekannte Maßnahmen abgetrennt, und der Alkohol wird bei der niedrigstmöglichen Temperatur
abgedampft. Von solchen Maßnahmen ist das Sprühtrocknen neben dem Erhitzen unter vermindertem
Druck mit Vorteil brauchbar.
Wie oben erwähnt, wird das erfindungsgemäße
Quintomycin vorzugsweise durch Adsorbieren und Eluieren oder durch Lösungsmittelextraktion gewonnen.
Doch solange das Quintomycin in der Kulturbrühe nicht wesentlich zerstört ist, kann man
irgendwelche Maßnahmen zum Abtrennen eines in einer flüssigen Brühe gelösten, festen Materials anwenden.
Die gewonnene neue antibiotische Substanz, Quintomycin, ist eine weiße bis weißgraue, feste Substanz
und kann in weitem Bereich als antibiotische Substanz angewandt werden, und zwar so, wie sie ist, oder,
wenn gewünscht, nach dem Reinigen durch wiederholte Anwendung der obenerwähnten Gewinnungsmaßnahmen. Wenn ferner gewünscht, kann das erhaltene
Quintomycin in vier antibiotische Substanzen getrennt werden. Diese antibiotischen Substanzen
werden Quintomycin A, Quintomycin B, Quintomycin C und Quintomycin D genannt. Quintomycin A,
Quintomycin B und Quintomycin D sind neue 5ud-
stanzen. Das erfindungsgemäße Quintomycin besteht
vorwiegend aus Quintomycin B.
Die Maßnahmen zum Trennen d^s Quintomycins
in diese vier Substanzen sei beschrieben.
Wenn das aus der Kulturbrühe abgetrennte Quintomycin
wieder in Wasser gelöst oder mit einer wäßrigen Lösung einer sauren oder einer alkalischen Substanz,
wie obenerwähnt, eluiert wird, kann man es durch Chromatographie in Quintomycin A, Quintomycin
B, Quintomycin C und Quintomycin D trennen, während man den pH-Wert der Eluierungsflüssigkeit,
mit oder ohne Einstellung, bei 6,2 bis 12 hält
Es sind sowohl kationische als auch anionische Austauscher brauchbar. Beispielsweise unter Verwendung
eines Kationenaustauschers, vorzugsweise eines schwachsauren kationischen Austauschers, wie
i>Amberlite IRC-50«, »Amberlite IRC-84«, »Amberlite
CG-50«, Carboxymethylcellulose und »CM-Sephadex«, als Kolonne, veranlaßt man eine wäßrige
Quintomycinlösung, welche auf einen pH-Wert von
6,2 bis 12 eingestellt ist, durch die Kolonne adsorbiert
zu werden, worauf ein Entwickeln folgt. Danach wird unter Verwendung von wäßrigem Ammoniak oder
einer wäßrigen Lösung von Ammoniumformiat als Eluierungsflüssigkeit, das Quintomycin nach der Neigungsmethode
oder der Stufenmethode getrennt
Gemäß der Neigungsmethode unter den im nachstehenden Beispiel 4 gegebenen Arbeitsbedingungen
wird Quintomycin A in den Abschnitten 45 ois 50, Quintomycin B in den Abschnitten 53 bis 58, Quintomycin
C in den Abschnitten 88 bis 90 und danach Quintomycin D eluiert. Gemäß der Stufenmethode
wird Quintomycin A zuerst mittels 0,1-n wäßrigem Ammoniak und dann Quintomycin B durch wäßriges
Ammoniak der gleichen Normalität eluiert. Quintomycin C wird durch 0,15-n wäßriges Ammoniak und
dann Quintomycin D durch 0,3-n wäßriges Ammoniak eluiert.
Es ist auch möglich, das Quintomycin durch Entwickeln einer wäßrigen Quintomycin-Lösung zu trennen,
und zwar unter Verwendung eines anionischen Austauschers, vorzugsweise eines stark basischen
Anionenaustauschers wie »Dowex 1 χ 2«, OH-Typ, »Amberlite 400« als Kolonne, und anschließendes
Eluieren mit Wasser, wobei nacheinander Quintomycin D, Quintomycin C, Quintomycin B und Quintomycin
A eluiert werden.
Jede der abgetrennten Komponenten kann weiter gereinigt werden durch Chromatographie unter Verwendung
von Aktivkohle, Aluminiumoxyd oder Cellulose als Kolonne, und Aceton oder niederem Alkohol,
angesäuert mit einer Mineralsäure, wie Salzsäure, Schwefelsäure und Salpetersäure oder einer niederen
aliphatischen Säure, wie Essigsäure, als Eluierungsflüssigkeit. Man kann auch durch Umwandeln in
das Pik rat oder Reineckesalz und dessen Umwandlung in ein reines anorganisches Salz durch Salzaustausch
reinigen.
Die neuen eriindungsgeirüöen Antibiotika besitzen
vorteilhafte Eigenschaften. Dies sei nachstehend eingehender dargelegt
2. Löslichkeit
Quintomycin A, Quintomycin B und Quintomycin D als freie Base, Peniahydrochlorid und Sulfat
5 sind löslich in Wasser, wäßriger Atzkali -Lösung, niederer aliphatischer Säure und Mineralsäure. Sie sind
als freie Base in Methylalkohol löslich, jedoch sehr schwer löslich oder unlöslich in C4- oder höheren aliphatischen
Alkoholen, Ketonen und Äthern.
3. Farbreaktion
,5 Quintomycin A, Quintomycin B und Quintomycin
D erweisen sich als positiv in der Molisch-Reaktion,
Elson-Morgan-Reaktion, Abderhalden-Reaktion (Ninhydrin-Reaktion) und Bile-Reaktion, zeigen eine
tiefpurpurne Färbung bei der Tollens-Reaktion (PhIo-
roglucinhydrochlorid) und erweisen sich als negativ
bei der Fehiing-Reaktion, Benedict-Reaktion, Biurqt-Reaktion,
Ehrlich-Reaktion und Sakaguchi-Reaktion.
Quintomycin A und Quintomycin B zeigen in der
Skatol-Reaktion eine Purpurfärbung, jedoch tut dies Quintomycin D nicht.
4. Stabilität
Quintomycin A, Quintomycin B und Quintomycin D sind als wäßrige, 1 n-Salzsäurelösung bei 30 Minuten
dauerndem Erhitzen auf 1000C instabil, jedoch
bei Raumtemperatur stabil. In 1 η wäßriger Natronlauge sind sie sowohl bei 30 Minuten dauerndem Erhitzen
auf 1000C als auch bei Raumtemperatur stabil.
5. Rf-Wert
Pi
Eigenschaften
Quintomycin A. Quintomycin B und Quinlomycin D sind basische Substanzen. Die freie Base, das
Pentahydrochlorid und das Sulfat jeder dieser Substanzen sind weiße, amorphe Pulver.
Der Rf-Wert, mittels Aluminiumoxyd-Dünnschicht-Chromatographie
bestimmt unter Verwendung einer oberen Schicht eines Lösungsmittelgemisches aus Chloroform/Methanol/17% - wäßrigem Ammoniak
(Volumenverhältnis 2:1:1) als Entwicklungsflüssig-
keit, beträgt 0,23 für Quintomycin A, 0,50 Tür Quintomycin B und 0,75 für Quintomycin D. Einige bekannte
antibiotische Substanzen besitzen, nach obiger Methode bestimmt, die folgenden Rf-Werte. Kanamycin
(Produkt von Streptomyces kanamyceticus)0,75, Paromomycin (Produkt von Streptomyces rimosus f. paromomycinus)
0,70, Neomycin (Produkt von Streptomyces fradiae oder Streptomyces albogriseolus) 0,74
und Gentamicin (Produkt von Micromonospora echinospora)
0,81.
Der Rf-Wert, mittels Papierchromatographie unter
Verwendung von Methanol/3%-wäßrige NaCl-Losung (Volumenverhältnis 2:1) als Entwicklungsflüssigkeit
und Toyo-Füterpapier Nr. 51 A (Produkt der Toyo Filter Papier Co., Ltd., Japan) bestimmt, beträgt
0,25 für Quintomycin A und 0,27 für Quintomycin B.
Die Rf-Werte einiger bekannter antibiotischer Substanzen, nach dieser Methode bestimmt, sind die
folgenden: Kanamycin 0,36, Paromomycin 0.31. Neomycin
0,20 und Gentamicin 0,53.
Andere Eigenschaften der erfindungsgemäßen antibiotischen Substanzen sind in der folgenden Tabelle
zusammen mit den Eigenschaften anderer bekannter antibiotischer Siihxf;in7pn apveiot
| Quintomycin A | Quintomycin B | Namt | der ahtibiotischen Substanz | Kanamycin A' | Kanamycin B | Kanamycin C | |
| S. lividus | S. lividus | Quintomycin C | Quintomycin D | S. kanamyce- ticus |
S. kanamyce- ticus |
S. kanamyce- ticus |
|
| Erzeugt durch | S. lividus | S. lividus | |||||
| Schmelzpunkt | (frei) 197 bis 203 | '(frei) 197 bis 203 | (frei) 263 bis 268 | (frei) 170 bis 190 | (frei) etwa 270 | ||
| (Fp.rc | (—HCl) 195 | (—HCl) 190 | (frei) 178 bis 184 | ||||
| (Zers.) | (-HCl)Ca]? = 59 (C = I1H1O) |
(-HCl)Ca]? = 50 (c = 1, H2O) |
(—HCl) 203 | (—HCl) 203 | (frei) Ca]? = 146 (c = 1,0, in H2SO4) |
(frei) Ca]? = 126 (c = 0,7, H2O) |
(frei) Ca]? = 126 (c = 1, H2O) |
| Γ,,π | C29H55N5O19 | C29H55N5O18 | (wie Paro- momycin) |
(-HCI)Ca]? = 36 (c = 0,5, H2O) |
C18H36N4O11 | C18H37N5O10 | C18H36N4O11 |
| 777,77 | 761,77 | C23H45N5O14 | C23H45N5O13 | 484,51 | 482,51 | 484,51 | |
| Summenformel | ber. C 44,77 H 7,07 N 9,01 |
ber. C 45,72 H 7,22 N 9,19 |
615,63 | 599,63 | ber. C 44,62 H 7,49 N 11,56 |
ber. C 44,80 H 7,51 N 14,52 |
ber. C 44,62 H 7,49 N 11,56 |
| Molekulargewicht (M.W.) |
gef. C 45,16 H 7,05 N 8,73 |
gef. C 46,23 H 7,70 N 9,14 |
(wie Paro- momycin) |
ber. C 46,07 H 7,56 N 11,68 |
|||
| Analyse (0Z.) | gef. C 46,40 H 7,59 N 11,33 |
||||||
| + | + | — | — | — | |||
| komponenten der Substanzen |
+ | + | (wie Paro- | — | + | — . | — |
| Mannose | + | + | momycin) | + | + | + | + |
| . Ribose | + | + | + | — | + | + | |
| Deoxystreptamin.. | + | + | + | — | + | ||
| Monoaminozucker | + | ||||||
| Diaminozucker ... | |||||||
OO CJl
25
26
Biol. Aktivität mcg/ml Staph. aureus 209 p
Staph. aureus Smith
Staph. citreus
Staph. albus
Bacillus subtilis
Bacillus cereus
Bacillus anthracis
Prot. vulgaris
Shigella flexneri
Pseud. aeruginosa
Mycobacterium 607
Mycobaceterium phlei .. Mycobacterium tuber...
Klebsiella pneumonia PCI-602
Mycobacterium 607-KM-R*)
Toxizität fur Mäuse LD50 mg/kg
Intravenös
Subkutan
*) Kanamycinresistenter Stamm.
Quintomycin A
1,56 1,56 3,12 0,8 0,2 1,56 0,4 3,12 6,25 100 0,8 0,8 12,5
6,25 100
357 1878
Quintomycin B
0,8
0,8
0,8
0,4
0,4
3,12
0,8
3,12
6.25
3,12
0.8
0,8
3,12
3,12 25
193 1210
|
Quinto-
mycin D |
Kanamycin A | Neomycin B |
Paramo-
mycin I |
Gentamycir
komplex |
| 0,4 | 0,8 | 0,4 | 0,1 | |
| 0,4 | 0,2 | 0,2 | 0,8 | 0,04 |
| 1.56 | 3,12 | 12,5 | 0,1 | |
| 0,1 | 0,8 | 0,4 | 0,1 | |
| 0,1 | 0.2 | 0,8 | 1,56 | 0,4 |
| 0,8 | 1,56 | 1,56 | 0,8 | 0,8 |
| 0,4 | 0,8 | 1,6 | 0,1 | |
| 1,56 | 12,5 | 6,25 | 6,25 | 1,56 |
| 3,12 | .6,25 | 6,25 | 6,25 | 3,12 |
| 3,12 | 25 | 12,5 | >100 | 0,8 |
| 0,4 | 1,56 | 0,8 | 1,56 | 1,56 |
| 0,4 | 1,56 | 3,12 | 0,4 | |
| 3,12 | 3,12 | 3,12 | ||
| 3,12· | 0,8 | 3,12 | 0,1 | |
| 25 | nicht aktiv |
50 | ||
| 190 | 374,2 | 14,5 | 90 | 72 |
| 534 | 2282 | 120 | 423 | 484 |
Quintomycin A
Quintomycin B
QuintomycinC
Quintomycin D
Kanamyd
Toxizität bei Mäusen, LD50 mg/kg
Intravenös
Intraperitoneal
Subkutan
Synonym
357
1878
190
374,2
2282
Paromomycin
| Neomycin A | Neomycin B | Name der antibiotischen Substanz | Paromomycin I | Paromomycin II | Genumicinkomplex | |
| S, fradiae S. albogriseolus |
S. fradiae S. albogriseolus |
Neomycin C | S. rimosus f. paromomycin us |
S. rimosus f. paromomyeinus |
Micromonospora echinospora Micromonospora purpurea |
|
| Erzeugt durch | (-H2SO4) 250-6 | S. fradiae S. albogriseolus |
C1:94 bis 100, C2:107 bis 124 |
|||
| Fp.°C(Zers.) | (-H2SO4) la]'»' = 123 (c = 0,7, HjO) |
(-H2SO4) [α]? = 58 (c = 0,5, H2O) |
(-HCl)Ca]" = 64 (c = 1, H2O) |
(-HCl)Ca]S1 = 78 | C1=Ca]!.5 = 158(H2O) C2ICa]? = 160(H2O) |
|
| [«1* | C12H26N4O6 | C23H46N0O13 | (-H2SO4) Cu] ο = 82 (c = 0,5, H2O) |
C23H45N5O14 | C23H45N5O14 | Cn-IeH34-S6N4O7 |
| 322,36 | 614,65 | C23H46N6O13 | 615,63 | 615,63 | ||
| Summenformel | ber. C 44,71 H 8,13 N 17,38 |
ber. C 44,94 H 7,52 N 13,67 |
614,65 | ber. C 44,87 H 7,37 N 11,38 |
ber. C 44,87 H 7,37 N 11,38 |
|
| Molekulargewicht... | ber. C 44,94 H 7,52 N 13,67 |
|||||
| Analyse (%) | — | — | — | — | — | |
| Komponenten der Substanz |
-|- | — | + | + | ||
| Mannose | -I- | + | + | + | + | |
| Ribose | — | — | + | + | + | + |
| Deoxystreptamin.. | + | + | — | + | + | — |
| Monoaminozucker | + | |||||
| Diaminozucker ... | 209 p | 0,8 | 0,8 | 0,8 | ||
| Biol. Wirksamkeit mcg/ml |
0.4 | 1,56 | 3,12 | |||
| Staph. aureus | η ά | 0,2 | 0,8 | |||
| S. citreus.... | ||||||
/ft
| Tabelle V | iiol. Wirksamkeit | Neo mycin A |
Name der antibioüschen Substanz | Neomycin B | Neomycin C | Paromomycin I | Paromo mycin II |
Cienta- micin- komplex |
| mcg/ml | . | |||||||
| Strept. faecalis | ||||||||
| Sarcina lutea | 12,5 | 25 | 6,25 | |||||
| Bacillus subtilis ... | 1,56 | 3,12 | 0,4 | |||||
| B. cereus | 0,8 | 0,4 | 0,4 | |||||
| B. anthracis | 1,56 | 0,8 | 0,8 | |||||
| Escherichia coli ... | 1,6 | 0,1 | ||||||
| Klebs. pneumoniae | 1,56 | 3,12 | 3,12 | |||||
| Prot. vulgaris | 6,25 | 3,12 | 0,8 | |||||
| Salmonella typhi.. | 6,25 | 6,25 | 1.56 | |||||
| Shigella flexneri ... | 6,25 | 3,12 | 0.8 | |||||
| Pseudo, aeruginosa | 6.25 | 6,25 | 3,12 | |||||
| Mycobacterium 607 | 12,5 | >100 | 0,8 | |||||
| M ohlei | 0,8 | 1,56 | ||||||
| Toxizität bei Mäusen | 3,12 | 0,4 | ||||||
| LD50 mg/kg | ||||||||
| Intravenös | ||||||||
| Intraperitoneal ... | 90 | 72 | ||||||
| Subkutan | 433 | |||||||
| Synonym | 220 | 423 | 484 | |||||
| Framycetin | StreDtothricin | Aminosidin | ||||||
| Streptothricin | *mß Il %* ^J l·^^ LAAA 1V41I -B1 |
Catenulin, | ||||||
| -Bn | Hydtoxymycin, | |||||||
| Zygomycin | ||||||||
Die Erfindung sei nunmehr nachstehend an Hand von Beispielen beschrieben.
Der Stamm Streptomyces lividus (Streptomyces Nr. 2230-N1) wird in einem sterilisierten und auf einen
pH-Wert von 7,0 eingestellten Medium fermentiert, welches aus 0,5% Stärke, 2,0% Sojabohnenmehl,
0,1% sekundärem Kaliumphosphat, 0,05% Magnesiumsulfat
und 0,3% Natriumchlorid besteht, und es wird etwa 50 Stunden bei 27° C vorkultiviert. Danach
werden 100 bis 150 cm3 der Vorkulturbrühe zu 101
des gleichen Kulturmediums zugesetzt, und man bewirkt das Kultivieren bei 27° C unter Rühren mit
einer Geschwindigkeit von 250 U/Min., während man sterilisierte Luft mil einer Geschwindigkeit von 101/
Min. hindurchleitet- In 40 Stunden beträgt der
pH^Wert der Kulturbrühe 7,2 bis 7,4 und die Produktion an Quintomycin- erreicht ein Maximum.
Die Kulturbrühe wird unter Verwendung eines Fiiterhilfsmittels
filtriert und ergibt 9,21 eines Kulturnitrats.
Die Filtrierbrühe wird 10 Minuten zusammen mit 300 cm3 »Amberüte IRC-50«-Harz (Typ H+) gerührt,
wobei die wirksamen Komponenten an das Harz vollständig adsorbiert werden. Man packt das
Harz in eine Kolonne und wäscht gründlich mit Wasser. Quintomycin wird durch Elixieren mit 04 n-Salzsäure
gewonnen. Die wirksamen Komponenten werden gesammelt and mit 10 η-Natronlauge neutralisiert,
um den pH-Wert auf 7,6 bis 7,8 einzustellen. Zum Zwecke der Reinigung adsorbiert man die Komponenten
an eine Kolonne, welche mit 10 g Aktivkohle gepackt ist; man wäscht mit 0,01%igem wäßrigem
Ammoniak und dann mit Wasser und eluiert mit 0,02 n-Salzsäure/Methanol (1:1). Das Methanol
wird durch Destillation unter vermindertem Druck entfernt. Darauffolgendes Gefriertrocknen ergibt das
Hydrochloridvon Quintomycin Aund Quintomycin B,
Quintomycin C und Qunitomycin D in einer Ausbeute von 1 g.
Der pH-Wert von 10 1 der gemäß Beispiel 1 hergestellten Kulturbrühe wurde auf 7,0 eingestellt, wor-
auf die Kulturbrühe zweimal mit 101 Isobutnaol,
das 5% Laurinsäure enthielt, extrahiert wurde. Die
Isobutanolschicht wurde in wäßriger Salzsäurelösung mit einem pH-Wert von 2,0 gelöst und mit Natriumhydroxyd
neutralisiert. Anschließend wurde unter
vermindertem Druck und durch Gefriertrocknung konzentriert Auf diese Weise wurden 200 g eines rohen
Pulvers eines Quintomycinkomplexes erhalten.
Eine Kulturbrühe, welche in gleicher Weise wie im Beispiel 1 erhalten wurde, wird durch »Amberiite-Harz
lRC-50«, Typ NH^, welches in eine Kolonne
gepackt ist, geschickt, und die wirksamen Komponenten
werden durch das Harz vollständig adsorbiert Man wäscht das Harz gründlich mit Wasser und eluiert
mit 10 η wäßrigem Ammoniak, um die wirksamen Komponenten abzutrennen. Diese wirksamen Kom-
2730
ponenten werden gesammelt und mit 2n-Salzsäure
behandelt, wobei man den pH-Wert auf 6 bis 7,8 einstellt.
Das Reinigen vollzieht man unter Befolgung der gleichen Arbeitsweise wie im Beispiel 1.
Der Stamm Streptomyces lividus wird in einem sterilisierten und auf einen pH-Wert von 6,8 eingestellten
Medium fermentiert, welches aus 0,5% Stärke, 0,05% Glucose, 2,0% Sojabohnenmehl, 0,2% Pepton,
0,05% Magnesiumsulfat, 0,1% sekundärem Kaliumphosphat und 0,3% Natriumchlorid besteht, und es
wird etwa 50 Stunden bei 35° C vorkultiviert. Danach werden 300 bis 400 cm3 der Vorkulturbrühe zu 101
des gleichen Mediums zugesetzt, und man bewirkt das Kultivieren bei 35° C unter Rühren mit einer Geschwindigkeit
von 200 U/Min., während man sterilisierte Luft mit einer Geschwindigkeit von 14 l/Min,
hindurchleitet. In 96 Stunden beträgt der pH-Wert der Kulturbrühe 7,8 bis 8,2, und die Quintomycin-Produktion
erreicht ein Maximum. Die Kulturbrühe wird 10 Minuten zusammen mit 100 cm3 eines schwachen,
sauren Ionenaustauschharzes, »Amberlite IRC-84«, Typ NH4 , verrührt, wobei die wirksamen Komponenten
durch das Harz vollständig adsorbiert werden. Nach dem Entfernen des Myceliums und der Abfallbrühe
durch fraktionierte Filtration, wird das Harz mit den adsorbierten, wirksamen Komponenten in
eine Kolonne gepackt und gründlich mit Wasser gewaschen, wonach ein Eluieren mit 2,0 η wäßrigem
Ammoniak folgt. Die wirksamen Komponenten werden gesammelt, und das Gemisch wird eingeengt.
Man adsorbiert sie an eine Kolonne der Größe 30 χ 2400 mm, welche mit einem schwachsauren
Kationenaustauscherharz zur Verwendung in der Chromatographie gepackt ist. Das Eluieren mit
0,1 η wäßrigem Ammoniak nach dem Eluieren einer Pigmentportion mit 0,08 η wäßrigem Ammoniak,
ergibt Quintomycin A, und Quintomycin B nach beendeter Elution des Quintomycins A. Das Eluieren
mit 0,15 η wäßrigem Ammoniak nach beendeter Elution von Quintomycin B führt zum Eluieren von
Quintomycin C. Wenn das Eluieren mit 0,3 η wäßrigem Ammoniak durchgeführt wird, so gewinnt man
nach dem Eluieren von Quintomycin C das Quintomycin D.
Das Konzentrieren und Gefriertrocknen ergibt reines Quintomycin A, Quintomycin B. Quintomycin
C und Quintomycin D als freie Basen in Ausbeuten von 650 bzw. 4200 mg bzw. 40 und 120 mg.
150 mg des im Beispiel 1 oder 2 gewonnenen Quintomycins
wird in etwa 40 cm3 destilliertem Wasser gelöst und die Lösung in einer Kolonne mit 1 cm
Durchmesser adsorbiert, welche mit 30 cm3 »Carboxymethyl-Sephadex
C-25«, Typ NH*, gepackt ist, woraufhin ein Waschen mit Wasser folgt. Unter Verwendung
von 200 cm3 0.05 η wäßrigem Ammoniak und 200 cm3 1,0 η wäßrigem Ammoniak bewirkt man
das Eluieren nach der Neigungsmethode bei einer Geschwindigkeit von 25 cm3 je Stunde. Das Eluat wird
aufeinanderfolgend in Portionen gewonnen, wobei sich jede Portion auf 4 cm3 beläuft. Quintomycin A
wird in Portion 45 bis 50 eluiert, Quintomycin B in 53 bis 58 und Quintomycin C in 88 bis 90. Beim Fortsetzen
des Eluierens mit wäßrigem Ammoniak einer Konzentration von 1,0 oder mehr ergibt sich beim
Eluieren Quintomycin D. Das Gefriertrocknen liefert reines Quintomycin A, Quintomycin B, Quintomycin
C und Quintomycin D als freie Basen in Ausbeuten von 31, 49, Spuren bzw. 18 mg.
150 g des im Beispiel 1 oder 2 erhaltenen Quintomycins werden in 40 cm3 destillierten Wassers geiösi,
und die Lösung wird an eine Kolonne mit 1 cm
Durchmesser adsorbiert, welche mit 30 cm3 »Carboxymethyl-Sephadex
C-25«, Typ NHC, gepuffert mit
Ammoniumformiat, gepackt ist, woraufhin ein Waschen mit Wasser folgt. Unter Anwendung von
200 cm3 0,5molarer Ammoniumformiatlösung und 200 cm3 3,0molarer Ammoniumformiatlösung bewirkt
man das Eluieren nach der Neigungsmethode bei einer Geschwindigkeit von 25 cm3/Stunde. Das Eluat
wird aufeinanderfolgend in Portionen gewonnen, von denen jede sich auf 3 cm3 beläuft. Quintomycin A
wird in den Portionen 29 bis 37, Quintomycin B in 40 bis 45 und Quintomycin C in 78 bis 80 eluiert. Das
Fortsetzen des Eluierens mit 3,0molarer Ammoniumformiatlösung führt zur Elution von Quintomycin
D. Das Gefriertrocknen ergibt reines Quintomycin A, Quintomycin B, Quintomycin D und Quintomycin
D als freie Basen in Ausbeuten von 35, 56, Spuren bzw. 19 mg.
150 g des im Beispiel 1 oder 2 erhaltenen Quintomycins werden in 40 cm3 destillierten Wassers gelöst.
Die Lösung stellt man mit 0,1 η wäßrigem Ammoniak auf einen pH-Wert von 7,0 ein und adsorbiert sie vollständig
an 20 cm3 »Amberlite CG-50«, Typ NH4*,
welches in eine Kolonne mit einem Durchmesser von
1 cm gepackt ist. Unter Anwendung von 200 cm3 0,02 η wäßrigem Ammoniak und 200 cm3 1.0 η wäßrigem
Ammoniak vollzieht man das Eluieren nach der Neigungsmethode bei einer Geschwindigkeit von
25 cm3 je Stunde. Das Eluat wird aufeinanderfolgend in Portionen gewonnen, von denen sich jede auf 3 cm3
beläuft. Quintomycin A wird in den Portionen 29 bis 35, Quintomycin B in 40 bis 50 und Quintomycin C in
88 bis 92 eluiert. Beim Fortsetzen des Eluierens mit 1,0 η wäßrigem Ammoniak ergibt sich bei der Elution
Quintomycin D. Das Gefriertrocknen führt zu reinem Quintomycin A, Quintomycin B, Quintomycin
C und Quintomycin D als freie Basen in Ausbeuten von 33. 52, Spuren bzw. 16 mg.
Die freien Basen von Quintomycin A. Quintomycin B und Quintomycin D, welche in irgendeinem der
vorstehend angegebenen Beispiele erhalten werden, werden jeweils in Methanol gelöst. Das Zusetzen von
2 η-Schwefelsäure zu den entsprechenden Methanollösungen führt zur Ausfällung eines Sulfats jedes
Quintomycins. Der Niederschlag wird gründlich mit Methanol-Aceton gewaschen, und man erhält ein reines
Sulfat jedes Quintomycins.
Die freien Basen des Quintomycin A. Quintomycin B und Quintomycins D werden in Methanol gelöst
und mit 2 η-Salzsäure angesäuert Das Zusetzen von Aceton zu jeder der erhaltenen Methanollösungen
führt zur Ausfällung des jeweiligen Hydrochloride. Der Niederschlag wird gründlich mit Aceton—Äther
gewaschen, und man erliäU ein reines Pentahydrochlorid jedes Quintornydm.
Claims (1)
1. QuintomycinA (O - a - ο - mannopyranosyl-(1—+4),
a-L-l^-diamino^o-dideoxy-idopyranosyl(l->3),
/?-D-ribofuranosyl(l-*5), O-[«-d-2
- amino - 2 - deoxyglucopyranosyl (1 —»· 4)] 1.3 - diamino
-1,2,3-trideoxymyoinosit) der Strukturformel
CH2OH
Os
H / CH2NH2 \ H HOH2C
Quintomycin El (O - α - D - mannopyranosyU 1 —»4),
U-L- diamino - 2,6 - dideoxy - idopyranosyl (1 —► 3^1
β - D - ribofuranosyU 1 ~* 5), O - [a - D - 2 - amino-2,3
- dideoxy - glucopyranosyl( 1 —»4)] 1,3 - diamino-1.2,3-trideoxy-myoinosit
der Strukturformel
HO
HO XOH OH
OH
und Quintomycin D (O..a-L-2,6-diamino-2,6-dideoxy
- idopyranosyl(l -* 3), β - d - ribofuranosyl-(l->5),
O-[a-D-2-amino-2,3-dideoxy-glucopyranosyl(l
->4)] 1,3 -diamino-1,2,3 - trideoxy-myoinosit)
der Strukturformel
CH,OH
Family
ID=
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